Heute im Tagesspiegel:
Das Hamburger Kinokollektiv B‑Movie wollte gemeinsam mit der Gruppe „Kritikmaximierung“ Claude Lanzmanns Debütfilm „Warum Israel“ von 1972 zeigen, eine Reportage über das Lebensgefühl der Israelis und die Geschichte der Staatsgründung. Die Aufführung am 25. Oktober wurde jedoch mit Gewalt verhindert, nicht von Alt- oder Neonazis, sondern von selbst erklärten Antifaschisten. Das benachbarte antiimperialistische Zentrum B 5 versperrte das Kino, simulierte einen „Checkpoint“ und wehrte Kinobetreiber wie ‑besucher mit Holzgewehren und Schlaghandschuhen ab. Eine Aktion, mit der man die angeblich „prozionistische Veranstaltung“ verhindern und auf das „Apartheids“-Schicksal der Palästinenser aufmerksam machen wollte.
(via)
Das mit der Aufmerksamkeit hat dann ja auch ganz gut geklappt. Die “antiimperialistische” Szene, die sich bevorzugt mit Ché-Guevara-Shirts und ‑Postern wie auch mit dem aus Nationalismus und Militär bekannten “Palituch” schmückt, geht also mit den Methoden der verpönten Nationalsozialisten gegen unliebsame Filme und ihre potenziellen Betrachter vor und scheut auch vor Gewalt gegen Unbeteiligte nicht zurück; und da soll man sich noch über irgendwas wundern?
Schade, dass politischer Diskurs offenbar nur noch mit Fäusten ausgetragen wird.
Apropos auch nicht schlecht:
“Die Studierenden hielten … den größten Hörsaal … besetzt” (RTL Nachtjournal vom 21.11.09); was man eben heute so unter “studierend” versteht. Die Abwegigkeit der Wortwahl “Studierenden” wird, so schrieb Max Goldt vor einiger Zeit, erst deutlich, wenn man sie mit anderen Partizipien vereint.
Besetzende Studierende sind eben keine besessenen Studenten.

fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiirrrrrrrrrrrrrrrrssssssssstt
Na, hier machste aber schön den Bock zum Gärtner. Die sogenannte “antiimperialistische Szene”, also genau diejenigen, die meinen, _ihre_ Wahr- und selbsterklärte Weisheit mit Gewalt gegen Andersdenkende durchsetzen zu dürfen, sind mitnichten irgendwelche Palituchträger.
Man kann von dieser Kino-aktion halten was man will, hier allerdings mal wieder reflexhaft die Antisemitismuskeule zu schwingen entlarvt (m.E.) schnell und recht eindeutig den begrenzten Horizont der Empfänger der Message dieser Aktion.
In diesem Zusammenhang ein voller Erfolg der (Gegen)Aktion.
Von Antisemitismus hab ich nüscht geschrieben.