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Kurz verlinkt XXIX: Feminismus und die AusweisApp

Unterhaltsame, jedoch nur bedingt vergnügliche Lektüre hinterließ bereits am Montag Stefan Sasse im Weblog „Oeffinger Freidenker“, indem er über die gegenwärtigen Strömungen des Feminismus‘ referierte.

Zutreffend stellt er beispielsweise fest:

Es kann kein Zweifel bestehen, dass die rechtliche Gleichberechtigung längst erreicht ist. Dies wird auch von der Frauenbewegung nicht angezweifelt, nicht einmal von ideologischen verbohrten Altlasten wie Alice Schwarzer. Stattdessen erklärt die Frauenbewegung, dass die „faktische Gleichberechtigung“ nicht erreicht sei. Dazu gehört die Legende von einer gläsernen Decke, die es Frauen nicht erlaube, in Führungspositionen aufzusteigen, weil dort ja nur Männer sitzen, die unter sich bleiben wollen und Frauen deswegen nicht hochkommen lassen wollen. Im gleichen Zusammenhang steht die Behauptung, dass Frauen bei gleicher Tätigkeit um ein Drittel schlechter bezahlt werden.

Resignierend kommt er zu dem Schluss, dass der Feminismus sich über die Jahrhunderte von einer bigotten Spielart des Egoismus‘ in der Oberschicht zu einer auch vor radikalen Methoden nicht zurückschreckenden, aber gesellschaftsfähigen Form des Sexismus‘ gewandelt hat.
Ein sehr wichtiges und richtiges Manifest seinerseits und eine ständige Leseempfehlung meinerseits. Besser wird es nicht.

Wer es übrigens noch nicht mitbekommen hat:
Ein Pirat (Jan Schejbal, das war u.a. auch der hier) hat den neuen Personalausweis geknackt.

Mit „geknackt“ ist hier keinesfalls gemeint, dass man nun seinen Ausweis selbst fälschen könnte; vielmehr stellt die zum Ausweis gehörende „AusweisApp“ (ein scheußlicher Name) eine gewaltige Sicherheitslücke für das System dar, auf dem sie läuft:

Ein (…) Angreifer, welcher den Netzwerkverkehr beliebig manipulieren kann, jedoch nicht in der Lage ist als sicher geltende Verschlüsselung zu brechen oder den Client des Opfers vorher zu manipulieren, kann somit aufgrund zweier Implementierungsfehler in der AusweisApp über die Auto-Update-Funktion Schadsoftware einspielen.

Böse Zungen würden behaupten, das sei Absicht, denn eine einfachere Möglichkeit, heimlich Überwachungsmechanismen auf den Computern möglichst vieler Bürger zu installieren, ist kaum vorstellbar. Es könnte allerdings auch bloße Inkompetenz sein, wofür auch spräche, dass das ganze Ding in Java, der rückständigen und notorisch unsicheren Mehrzweckprogrammiersprache, entwickelt wurde. Was auch immer zutreffen mag: Von „Kinderkrankheiten“ kann keine Rede mehr sein.

Et nunc, reges, intelligite; erudimini, qui iudicatis terram.

Senfecke:

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