NerdkramsNetzfundstücke
blekko

Was seit Anfang dieses Monats und somit noch nicht allzu lange, zu meinem persönlichen Erstaunen zuerst auf dem sonst nicht unbedingt für seine Aktualität bekannten Portal WinFuture.de, für Wirbel sorgt, ist die neue Suchmaschine blekko, und als ich den Namen zum ersten Mal las, dachte ich zunächst an den Clown Beppo aus den NICHTLUSTIG-Bildwitzen und an die des Öfteren in der Serie Ren & Stimpy zu sehende Werbung für Holzklötze von Blammo.

Wie man auf einen so blöden Namen kommt, habe ich mich bei Suchmaschinen nicht erst seit „Guuugl“ nicht mehr gefragt. Je blöder der Name, desto besser kann man ihn sich merken. (Eigentlich ist das schade, dass man diese Regel nicht auch auf andere Lebensbereiche anwenden kann, denn so bleibt die Musikgruppe Ejwuusl Wessahqqan wohl auch weiterhin nahezu unbekannt.) Blekkos Stärke liegt jedenfalls, wie ein erster Test meinerseits ergab, nicht darin, besonders viele besonders tolle Ergebnisse zu finden, sondern vielmehr darin, die Ergebnisse auch vernünftig zu filtern.

Nachdem Clusty (inzwischen Yippy, da haben wir es wieder) vor einigen Jahren der Vorreiter in manuell gefiltertem Suchen war, indem es erlaubte, die Suchergebnisse nachträglich anhand von Stichwortlisten zu verbessern, indem zum Beispiel eine Suche nach „Antarktis“ in der Spalte „Clouds“ links dahin gehend eingeschränkt werden konnte, dass nur Treffer aufgeführt wurden, die zusätzlich den Term „Pinguine“ beinhalteten, was die Relevanz der Suchergebnisse insgesamt doch deutlich zu verbessern vermag (Google, wir erinnern uns, wollte das unlängst semi-automatisieren), und diese Technik allmählich auch in andere Suchmaschinen integriert wurde und wird, setzt blekko auf einen anderen Ansatz.

Benannt hat man diesen Ansatz „slashtags“, auf gut Denglisch also „Schrägstrich-Tags“, er dient der Spambekämpfung und er funktioniert ungefähr so:

Statt, wie bei anderen Suchmaschinen üblich, einzelne Internetseiten mit Parametern wie etwa „inurl“ explizit aus der Suchanfrage auszuschließen, falls man beispielsweise Informationen über ein Produkt ausschließlich außerhalb von eBay und Amazon suchen möchte, fasst blekko Gruppen von Webseiten in „Tags“ zusammen. Viele Tags gibt es schon, weitere kann der Benutzer selbst definieren. Falls man also etwa nach „s:flo2 /techblogs“ sucht, so werden nur Suchergebnisse angezeigt, die auf Seiten verweisen, die in diesem Slashtag gespeichert sind. Natürlich sind diese Tags noch alles andere als vollständig, gerade deutschsprachige Angebote sind derzeit nur wenig vertreten, aber jeder Benutzer kann seine eigenen Slashtags frei definieren und anderen zur Verfügung stellen, so dass sich grobe Lücken in Bälde geschlossen haben dürften. (Ich habe da schon einige Ideen.) Das deutsche Blog netzwertig.com etwa hat kürzlich eine Liste deutschsprachiger Technologie-Blogs als ebenfalls für jeden Nutzer frei nutzbaren Slashtag bereitgestellt.

Ein, wie ich meine, durchaus gutes und gut durchdachtes Konzept, das zu verfolgen ich jedem meiner Leser vorerst ans Herz legen möchte.

Nachtrag vom 7. Februar 2011: Die Suchmaschine DuckDuckGo hat einen ebenfalls ziemlich blöden Namen, unterstützt aber auch so etwas wie Slashtags (hier !Bang genannt).

Senfecke:

  1. Mit Suchmaschinen ist es so wie mit Online-Kaufhäusern: Es gibt bessere als Ebay, z. B. Hood, dennoch kaufen alle bei Ebay ein (nur der Verkäufer kümmert sich um Alternativen). Somit sind alle Suchmaschinen zumindest hier in Deutschland im Wettbewerb mit Google zum Scheitern verurteilt.

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