Man kennt ihn, den Spruch: “Mach’s besser!”.
Wann immer ein Fußballer meterweit danebenschießt und man sich über den peinlichen Anblick beömmelt, wann immer Microsoft wieder einmal Schrott fabriziert, wann immer die Politik fatale Fehlentscheidungen trifft: “Mach’s besser!”.
Nun bin ich aber kein Fußballer, Microsoft-Entwickler oder Politiker und kann daher nicht ihre Aufgaben versuchen besser zu machen, ohne einen anderen Lebensweg einzuschlagen. (Microsoft-Entwickler wäre eventuell machbar, widerstrebt mir aber aus ähnlichen Gründen wie eine Bewerbung bei Google Deutschland oder der BILD-Redaktion, wenngleich Microsoft sicher noch die am wenigsten scheußliche Wahl wäre, würde ich vor sie gestellt.)
Wenn ich einen Handwerker ins Haus kommen ließe, der mir, statt das Klo zu reparieren, den Keller unter Wasser setzte, dann würde ich ihn ebenso wie schlechte Fußballer, Microsoft-Entwickler und Politiker einen Trottel nennen. Würde er mir “Machen Sie es halt besser!” entgegenschleudern, so würde ich dies mit einem “Pfff!” quittieren und seinem Vorgesetzten einen wortreichen, doch sichtlich erbost verfassten Brief schicken, in dem ich ihm mitteilen würde, was ich von derlei Gestalten halte, nämlich nicht viel. Vermutlich würde mir aber auch niemand in solch einem Fall sagen, ich solle es halt besser machen, denn man weiß: Ich bin handwerklich nicht sonderlich geschickt.
Hingegen traut man seinen Mitmenschen dieser Tage anscheinend zumindest zu, bessere Fußballer als die Nationalspieler, bessere Programmierer als die Mitarbeiter der Windows-Entwicklerabteilung, bessere Politiker als Guido Westerwelle zu sein. Letzteres ist, zugegeben, nicht der Rede wert; noch immer bleiben die übrigen Punkte in der Aufzählung. Der Einfachheit und Übersichtlichkeit wegen beschränke ich mich im Folgenden auf ersteren Punkt:
Hätte ich ein besserer Fußballer werden wollen, hätte ich meine Jugend daran ausgerichtet. Jedoch hatte ich nie sonderlich viel Interesse an aktivem Sport, und so überlasse ich ihn denen, die man “Profis”, Professionelle also, nennt. Wenn diese Professionellen nun im Namen “meines” Landes oder auch nur von meinem Geld amateurhaft zu Werke gehen und so das Ansehen “meines” Landes nachhaltig schädigen oder alternativ beziehungsweise außerdem mein Geld sinnlos verprassen, dann betrachte ich es als meine verdammte Bürgerpflicht, diese Professionellen für diese Chuzpe gebührend zu beschimpfen, hege jedoch nicht zugleich den Anspruch, es weniger schlecht hinzubekommen, denn ich verdiene meine paar Kröten nicht damit, weniger schlecht Fußball zu spielen. Das fände ich auch beschämend.
Ich klage an, ich klage an, ich klage an.
— Tocotronic: Harmonie ist eine Strategie


Gut gebrüllt, Löwe.
(ein plakatives Beispiel zu zerpflücken, hätte Dir noch gut gestanden, aber ok, ich weiss, kommt morgen…)
ja, dann machs besser!
Echt mal, mike. Mach’s besser.
Mach ich doch? :p
Echt? Wo denn das? Hier jedenfalls nicht!