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Medienkritik IV: Die Sache mit den Menschenrechten

Ein Elternpaar aus dem bayerischen Krumbach hat in der vergangenen Woche seinen sieben Monate alten Sohn im Internet-Auktionshaus eBay zum Verkauf angeboten. Nachdem Internetnutzer das Angebot der Polizei gemeldet hatten, ermittelten Polizei-Beamte einem dpa-Bericht zufolge die Anschrift der Eltern. Das Baby, das die Eltern nach eigener Aussage nur zum Scherz für ein Mindesgebot von einem Euro angeboten hatten, befindet sich zurzeit in der Obhut des Jugendamts. Gegen die Eltern wird nun wegen des Verdachts auf Kindeshandel ermittelt.

(Quelle)

Haben die keinen Gefrierschrank?„, fragt da ein Kommentator und ist dennoch für weit weniger misanthrop als die Sittenwächter, deren Galle dieser Scherz offenbar am Siedepunkt kochen ließ, zu halten.

Natürlich bietet jemand, der Kinderhandel betreibt, seine Ware heutzutage bei eBay an. Man ist ja vernetzt und denkt global. Am besten lebenslang ins Zuchthaus mit dem Verbrecherpack.

Stellt man dagegen sein Kind aber z. B. in der Berliner Charité ab, so ist dies, laut Medienecho, durchaus akzeptabel, ja sogar wünschenswert; übrigens etwa ebenso akzeptabel wie die Entlassung von Arbeitern über 40, weil sie an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angekommen sind. So ist das eben in Deutschland, nicht wahr?

Doch im Boulevard (u. a. BILD, Bunte, Spiegel und offenbar nun auch heise.de) ist’s Konsens, dass der Wert eines Menschen sich nach Alter und Geschlecht richtet.

Hierbei gilt als Formel:
wert = niedlichkeit * (1/alter)

Also wenn das nicht mindestens in die Soziologie-Enzyklopädien eingeht, dann bin ich schwer enttäuscht!

Senfecke:

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