PolitikNetzfundstücke
Schlech­tes Deutsch für die Kom­mu­ne

Der Kom­mu­nal­wahl­kampf in Nie­der­sach­sen läuft schon jetzt genau so über­zeu­gend wie erwar­tet, lese ich ver­gnügt: Da lei­stet sich eine mit aller­lei Geld aus­ge­stat­te­te Par­tei, bei der sogar die Mit­glied­schaft eini­ger­ma­ßen teu­er ist, in exakt drei rele­van­ten (und daher groß gedruck­ten) Wör­tern auf ihrem Kom­mu­nal­wahl­pla­kat einen sprach­li­chen Faux­pas – gutes Lek­to­rat ist halt teu­er – und stellt dann pünkt­lich zum Auf­häng­be­ginn fest, dass man lei­der-lei­der schon zu vie­le Pla­ka­te bestellt hat und das jetzt des­we­gen halt so bleibt.

Ist ja bloß Spra­che, das muss man als Par­tei nicht so kön­nen.

In den Nachrichten
„Der lie­be Gott freut sich über jedes Kind.“

Obi­ges Franz-Becken­bau­er-Zitat, las ich heu­te in der „WELT“ (will nicht direkt ver­linkt wer­den, LSR), pur­zel­te aus Dani­el Fun­ke, Ehe­mann des umstrit­te­nen „Poli­ti­kers“ Jens Spahn, her­aus, nach­dem bekannt gewor­den war, dass zuvor noch etwas ande­res aus ihm her­aus­ge­pur­zelt war, näm­lich ein Kind mit einer nicht mit ihm ver­hei­ra­te­ten Leih­mut­ter in/aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Dem „klei­nen Men­schen“ schrieb man außer­dem bereits jetzt, also lan­ge, bevor er lesen kann (was womög­lich der­weil gut für den Fami­li­en­frie­den ist), auf Insta­gram, wo er, geht es nach dem Wil­len sei­ner Par­tei, noch lan­ge nicht ver­tre­ten sein wird, den Wunsch, „Got­tes rei­cher Segen“ möge ihn auf sei­nem „Weg beschüt­zen“.

Der lie­be Gott, das möch­te ich dem Gefröm­mel nur kurz ent­ge­gen­ge­stellt haben, hät­te aus­weis­lich der Bibel die vor­lie­gen­de Situa­ti­on mög­li­cher­wei­se kom­plett anders beur­teilt; aber was weiß der schon?

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Kurz gefragt zur GEW

Dass in der Debat­te über Nicht­bi­när- und Diver­sen­tum eini­ges bis­wei­len zumin­dest wun­der­lich zugeht, ist nun nichts Neu­es; aber eine Fra­ge hät­te ich dann doch, Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft, „die Bil­dungs­ge­werk­schaft im DGB“ (GEW über GEW):

GEW-Diverse

Alles tog­go bei euch? Braucht ihr Hil­fe? Zwei­mal blin­zeln heißt Ja.

(Quel­le der Tabel­le) *reim*

ComputerMontagsmusik
Ulri­ka Spacek – No. 1 Hum (live) // Kein Men­schen­web für nie­man­den

Montagsgefühl

Es ist, was bleibt uns auch ande­res übrig?, Mon­tag. Beob­ach­tung (nicht von mir): Es wird der­zeit eini­ges an Arbeit inve­stiert, um das Web für irgend­wel­che „KI“-Spielereien bes­ser benutz­bar zu machen. Wäre es nicht für alle irgend­wie schö­ner, hät­ten auch die Men­schen eines Tages wie­der ein Web, das ihnen nicht den All­tag mit Rekla­me, Bezahl­schran­ken und so wei­ter unnö­tig ver­gällt?

Auch für alle schö­ner: Mal frü­her zum Punkt zu kom­men. Und natür­lich: Musik.

Ulri­ka Spacek – No.1 Hum (Live Ses­si­on)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zur „Prüf!“-Demonstration in Han­no­ver

Ich hal­te es übri­gens für tak­tisch über­den­kens­wert, eine Demon­stra­ti­on mit der Absicht, jeman­den dazu zu bewe­gen, dass er bit­te eine ande­re Par­tei als eine der­je­ni­gen, derer man sich selbst ver­bun­den fühlt, auf ihre Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit über­prü­fen möge, so zu gestal­ten, dass sie mög­lichst wenig Zuspruch bei denen fin­det, die nicht sowie­so schon teil­neh­men, indem man die aller­scheuß­lich­ste Musik mit dem Inhalt, was der Staat, Adres­sat die­ser Demon­stra­ti­on, einen alles mal kön­ne, abspielt, Kla­mot­ten, Fri­su­ren und Gesich­ter aus dem Pri­mark spa­zie­ren­trägt und anstel­le gut sicht­ba­rer Pla­ka­te, auf denen man jeder­zeit ohne Kopf­ver­dre­hun­gen erken­nen kann, was der Unsinn eigent­lich zu bedeu­ten hat, dazu bizarr­ste Flag­gen wie etwa eine mir bis dahin (zum Glück) völ­lig neue „Pride-EU“-Flagge (wis­sen die eigent­lich, wie die EU arbei­tet?) mit sich her­um­trägt, als wäre es den Demon­stran­ten so egal wie allen ande­ren, als ob jede Flag­ge bes­ser wäre als kei­ne Flag­ge (da muss man ja froh sein, dass kei­ner eine mit Adler drauf im Fun­dus gefun­den hat­te) und als ob sie selbst wüss­ten, dass das mög­lichst nach­drück­li­che Ner­ven der Umwelt zwar dem ver­meint­li­chen Demon­stra­ti­ons­zweck eher nicht för­der­lich ist, aber etwas Dum­mes zu tun eben wenig­stens kein Nichts­tun ist.

Sonstiges
Minia­tu­ren (10.07.26)

Inmit­ten des dies­jäh­ri­gen Fina­les der Frau­en­fuß­ball­welt­mei­ster­schaft der Män­ner sol­le es eine „Halb­zeit­show“ geben, deret­we­gen mög­li­cher­wei­se auch die Halb­zeit­pau­se ver­län­gert wer­den sol­le, las ich in irgend­wel­chen Nach­rich­ten. Dort sol­len dann irgend­wel­che Pop­mu­si­ker irgend­wel­che Pop­mu­sik vor sich hin­knö­deln. Ich neh­me zur Kennt­nis, dass die Ver­an­stal­ter selbst nicht der Ansicht sind, zu so einer Ver­an­stal­tung trei­be man die Men­schen am besten mit der Aus­sicht auf inter­es­san­ten Sport.


Demo­kra­tie bedeu­tet, dass eine Mehr­heit die Ober­hand behält. Das ist ein biss­chen wie beim Mob­bing.


Dass die Deut­schen bei den in letz­ter Zeit wie­der häu­fi­ger auf­tre­ten­den „Not­arzt­ein­sät­zen“ auf Bahn­strecken nur sel­ten nach dem Aus­lö­ser, dafür stets nach Fahr­kar­ten­er­stat­tung fra­gen, ist zur Kennt­nis genom­men.


Sprach­li­che Marot­te, die jetzt schon zu vie­le Gene­ra­tio­nen von Men­schen beglei­tet: „Ficken“ (z.B. Poli­zi­sten oder Par­tei­en) als Aus­druck von etwas Schlech­tem zu begrei­fen.


Ich hal­te es übri­gens für völ­lig in Ord­nung, dass Men­schen die Frei­heit haben, mit­tels eben­die­ses Fickens all­zu oft brül­len­den Nach­wuchs in die über­for­der­te Welt zu set­zen, der spä­ter mal kei­ne Ren­te mehr bekom­men wird. Für kei­nes­falls selbst­ver­ständ­lich hal­te ich aber das Recht, mit die­sem Nach­wuchs dann in mei­nem Abteil zu sit­zen.


Wol­len wir uns wirk­lich die Welt von Men­schen erklä­ren las­sen, die „strugg­len“ schrei­ben, wenn sie „strau­cheln” mei­nen?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Tori Amos – Pyri­te // Zwangs­jacken zie­hen um

An dieser Stelle alles Gute auch von mir.

Es ist Mon­tag. Gute Idee: „KI“ ab sofort nur noch „Ange­wand­te Sta­ti­stik“ nen­nen. Damit die Men­schen es ver­ste­hen. – Zuge­ge­ben: Bei den „Com­pu­tern ande­rer Leu­te“ („Cloud“) hat es auch nicht viel genützt, sieht man von dem beknack­ten „Digi­tal Inde­pen­dence Day“ ab, den so Medi­en gera­de uni­so­no „abfei­ern“, wie die jun­gen Leu­te sagen.

(Apro­pos jun­ge Leu­te: Der Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress, all­jähr­li­ches Stell­dich­ein der Sozia­le-Arbeit-Sze­ne, benö­ti­ge grö­ße­re Räum­lich­kei­ten, lese ich amü­siert. Die Betei­lig­ten sei­en in den letz­ten Jah­ren „in der Zwangs­jacke“ gewe­sen, schrei­ben die Autoren. Ob sie in der Ham­bur­ger Mes­se dann wohl ande­re Klei­dung bekom­men?)

Jeder drit­te Euro der Staats­aus­ga­ben gehe künf­tig – ganz im Sin­ne der AfD übri­gens – für Krieg drauf (end­lich passt „drauf­ge­hen“ mal), schreibt das Tötungs­f­an­zine „Augen gera­de­aus!“. Merk­wür­dig: Je älter ich wer­de, desto offe­ner ste­he ich der Idee gegen­über, Par­tei­ar­beit zu blockie­ren. Kann ich die­se Poli­tik für die Mit­tel­schicht noch mal sehen? – Wit­zig in glei­chem Zusam­men­hang: Die Grü­nen, neu­er­dings die Par­tei der Looks­ma­x­xer mit Protz­kar­ren, haben einen auto­bio­gra­fi­schen Text über Demo­kra­tie raus­ge­bracht (als wär’s Müll).

Wenn eine Par­tei wie die AfD Zugang zu Innen­mi­ni­ste­ri­en, Sicher­heits­be­hör­den oder Medi­en­auf­sicht erhält, könn­te sie Gegner*innen ein­schüch­tern, För­der­gel­der in ihrem Sin­ne gezielt ein­set­zen und den öffent­li­chen Dienst poli­tisch beset­zen. Damit wür­de sie unse­re Demo­kra­tie von innen aus­höh­len.

Es muss ein schreck­li­ches Gefühl sein, wenn man ein drän­gen­des Pro­blem kor­rekt ver­stan­den hat, aber auf gar kei­nen Fall an einer Lösung inter­es­siert ist, so lan­ge man von deren Feh­len pro­fi­tiert.

Stets pro­fi­ta­bel, und sei’s nur men­tal: Musik.

Pyri­te

Guten Mor­gen.

WirtschaftIn den Nachrichten
Kek­se für die Moral

Meta, ehe­mals Face­book, ersu­che sei­ne Ange­stell­ten um mehr Freu­de bei der Arbeit, indem es unter ande­rem das Snack­bud­get erhöht. Zucker­brot und Peit­sche.

Aus Arbeit­neh­mer­sicht, erfreu­li­cher­wei­se bis­her stets für ande­re Peit­scher, gebe ich den Daten­punkt zu beden­ken, dass mir Arbeit vor allem dann gefällt, wenn man mich für sie gut bezahlt und wäh­rend­des­sen best­mög­lich in Ruhe lässt, statt mit irgend­wel­chen events noch mehr mei­ner Frei­zeit mit Arbeits­re­le­vanz zu ver­gäl­len; aber Kek­se nehm‘ ich natür­lich auch.

Die esse ich dann, wäh­rend mich nie­mand stört.

Aber was weiß ich schon.

MusikNetzfundstücke
Vinyl <3 (18): Künst­li­che Tan­tie­men

Der Strea­ming­dienst TIDAL ver­kün­de­te jüngst, dass er „KI“-generierte „Musik“ dem­nächst aus der Tan­tie­men­ver­tei­lung aus­schlie­ßen wird. Hier­für ver­lässt er sich künf­tig auf ent­spre­chen­de Erken­nungs­au­to­ma­tis­men und kenn­zeich­net den nutz‑, weil herz­lo­sen Schrott als sol­chen. Er folgt damit den fran­zö­si­schen Kon­kur­ren­ten Deezer und Qobuz, die bereits zuvor ver­gleich­ba­re Maß­nah­men ange­kün­digt hat­ten.

Wer jetzt annimmt, dass dies aber­mals einer mei­ner klei­nen und weni­ger klei­nen Sei­ten­hie­be gegen Spo­ti­fy ist, der hat damit völ­lig Recht, denn natür­lich hat auch Spo­ti­fy (wie übri­gens auch Apple Music) das Pro­blem erkannt und möch­te etwas dage­gen unter­neh­men: Falls an den hoch­ge­la­de­nen Stücken aus­drück­lich dran­steht, dass es sich um „KI“-generierte „Musik“ han­delt, dann könn­ten sie mög­li­cher­wei­se anders behan­delt wer­den.

Ich schau’ mir das aus der Fer­ne an und geh’ prag­ma­tisch um: In den Plat­ten­schrank kommt nur, was der Mensch voll­bringt. (Auf einem Lap­top her­um­zu­drücken ist immer noch eine zutiefst mensch­li­che Ange­le­gen­heit.) Ein Güte­sie­gel für und namens „mensch­li­che Musik“ fän­de ich aller­dings trotz­dem groß­ar­tig, könn­te man da nicht…?

In den NachrichtenMontagsmusik
Hama­Saa­ri – Under the Trees // Sol­len sie doch Pie und Mash essen

#wasfehlt

Es ist Mon­tag. Neu­lich muss­te ich wie­der – unab­hän­gig von­ein­an­der – zwei besorg­ten Bür­gern, einer davon eigent­lich seit Jah­ren hin­rei­chend ver­traut mit mir, hin­sicht­lich mei­ner ver­meint­li­chen Affi­ni­tät zur „EMMA“ erklä­ren, dass sel­bi­ge mich in irgend­ei­nem hier nicht wei­ter bedeut­sa­men Arti­kel mal so schei­ße fand, dass ich seit­dem dazu über­ge­gan­gen bin, sie nicht nur ab und zu mal zu über­flie­gen, son­dern auch zu ver­lin­ken (zuletzt dies, mit „tja“ gut zusam­men­zu­fas­sen). Das hat sie jetzt davon.

(Die bri­ti­sche Mon­ar­chie um König Karl III. koste den dor­ti­gen Steu­er­zah­ler 137,9 Mil­lio­nen Pfund pro Jahr, lese ich. Gibt es in Eng­land eigent­lich noch Kuchen?)

Schon anders­wo geäu­ßer­ter Gedan­ke, da ich gera­de indi­rekt beim The­ma „moder­ne Medi­en“ (das ist das Gegen­teil der Bibel; ist ja nun auch nicht so, dass man die Kin­der in Deutsch­land dank Kin­der­tau­fe hier­von ver­schon­te, aber vor der eige­nen Haus­tür ist der Dreck immer so hart­näckig, ver­steh’ ich schon) war: Irgend­wann grün­de ich mal eine Zei­tung, deren maß­geb­li­che Richt­li­nie es ist, Quel­len sau­ber anzu­ge­ben („schrieb auf X“ bringt einem ohne URL nichts – da ist doch noch Platz in der Fuß­zei­le!), und wer­de reich. Oder grö­ßen­wahn­sin­nig. Oder bei­des. Die­se Ver­lin­kungs­furcht selbst im Web gibt jeden­falls beredt Aus­kunft über das mind­set derer, die es mit dem „Lei­stungs­schutz­recht“ ver­ge­bens in die Knie zu zwin­gen ver­such­ten. Dass Qua­li­täts­me­di­en wie die „ZEIT“ und auch die „tages­schau“ (Archiv­ver­si­on) neu­er­dings dafür wer­ben, man kön­ne sie in der Google-„Suche“ (als könn­te man da noch was fin­den) als „bevor­zug­te Quel­le“ ein­stel­len, spricht nach jahr­zehn­te­lan­ger Zer­lob­by­ie­rung des frei­en Wis­sens­aus­tauschs und durch­aus eben auch Goog­le sei­tens der unap­pe­tit­li­chen Ver­lags­bran­che im Übri­gen für sich.

Apro­pos, ein inter­es­san­tes Pro­jekt aus der EDV: Eine Schrift­art, die Strich­codes erzeu­gen kann. Mit Prüf­sum­men­be­rech­nung.

Erzeugt weni­ger Stri­che, dafür mehr Wohl­be­fin­den: Musik.

Guten Mor­gen.