MusikNetzfundstückeMontagsmusik
Neneh Cher­ry & The Thing – A Tri­bu­te to Don Cher­ry // Israel­vi­si­on Krieg Con­test

Alles wird gut.

Es ist Mon­tag. Heu­te sehe ich so zer­stört aus wie ein Doku­ment nach fach­li­cher Ana­ly­se durch eine „KI“. Ja, doch, viel bes­ser als so ein Mensch. Dafür bau­en wir doch gern neue Kern­kraft­wer­ke.

Zum Zustand der EDV-Welt: „Die Tech-Indu­strie ent­wickelt sich zu einem der meist­ge­hass­ten Wirt­schafts­zwei­ge unse­rer Zeit.“ Völ­lig zu Recht. (Ori­gi­nal: Eng­lisch­spra­chig. Aber von einem Islän­der geschrie­ben. Die dür­fen das.)

Ander­skul­tu­rel­les: Anschei­nend ende­te neu­lich mal wie­der ein „Euro“vision „Song Con­test“, an dem trotz­dem der asia­ti­sche Unrechts­staat Isra­el teil­neh­men durf­te. Ist ja bloß Spra­che. Euro­pa ist, was man draus macht. Das ist ein biss­chen wie mit Geschlechts­be­zeich­nun­gen. – Ich habe kein ein­zi­ges die­ser für alles außer Bau­markt­er­öff­nun­gen nutz­lo­sen Lie­der gehört und weiß weder, wer „gewon­nen“ hat, noch, wie „Deutsch­land“ (Hash­tag nicht mein Deutsch­land) „abge­schnit­ten“ hat. Nach allem, was ich gegen mei­nen Wil­len dar­über erfah­ren habe, ist die­ses Nicht­wis­sen kein Ver­lust.

Ich war statt­des­sen beschäf­tigt mit: Musik.

Neneh Cher­ry & The Thing: A Tri­bu­te to Don Cher­ry

Guten Mor­gen!!!!!!!!!!!

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 17. Mai 2026

Hihi: „Es ist erstaun­lich, was im Kopf eines taz-Redak­teurs alles wild durch­ein­an­der wir­belt.“


Kor­rekt: „das was ich hier ver­an­stal­te tue ich nicht um geld zu ver­die­nen, son­dern ich ver­die­ne geld, da­mit ich das hier ma­chen kann.“

Trau­ri­ge Wurst, wer ins Inter­net rein­schreibt, weil er Geld damit ver­dient. War­um hat noch nie­mand Sascha Lobo durch eine (demo­ti­vier­te) „KI“ ersetzt? (via Beton­flü­ste­rer)


1976:
In 50 Jah­ren wer­den Com­pu­ter unser aller Leben ver­bes­sern.

2026:
„Ich habe eine Daten­bank vol­ler Kacke­fo­tos gehackt, wol­len­se kau­fen?“


Neu­es Hob­by für Inter­es­sier­te: Frau­en, die hei­ra­ten wol­len, unauf­fäl­lig neue Bat­te­rien zustecken. Sexi­stisch? Nein. Nor­mal.


Für Anglo­pho­ne: „snuck“ als Alter­na­tiv­form von „snea­k­ed“ sei, las ich inter­es­siert, ein recht neu­es Wort, des­sen Geschich­te unge­fähr so abwe­gig ist wie die von „gewun­ken“. (Men­schen, die „gewun­ken“ sagen, gehö­ren ent­erbt. Mei­ne Mei­nung.)

Netzfundstücke
Die evan­ge­li­sche Kir­che fragt, Hirn­fick 2.0 ant­wor­tet

Aus­ge­rech­net die Evan­ge­li­sche Frei­kir­che in Quer­um (Braun­schweig) fragt (Archiv­ver­si­on) „echt jetzt“ unter der Über­schrift „echt jetzt? – Wer sagt mir die Wahr­heit?“:

Fake News, Fil­ter­bla­sen, per­fek­te Insta-Rea­li­tä­ten – jeder scheint die Wahr­heit zu ken­nen, alle wissen’s bes­ser. Aber was stimmt eigent­lich noch? Wem kön­nen wir glau­ben, wenn jede Mei­nung als Wahr­heit ver­kauft wird?

Es ist aber auch immer ein, hehe, Kreuz mit der Wis­sen­schaft. Als abso­lut begrif­fe­ne Wahr­hei­ten wer­den ein­fach zu oft in Fra­ge gestellt, das kann ich schon ver­ste­hen, und der Kampf um die Deu­tungs­ho­heit ist lang und kräf­te­zeh­rend.

Ich weiß auch nicht, wie­so ich jetzt an Gali­leo Gali­lei und Giord­a­no Bru­no den­ke.

Die Open-Air-Got­tes­dien­ste im Stadt­park laden dich ein, die­sen Fra­gen nach­zu­ge­hen. Gemein­sam wol­len wir (…) ent­decken, was Gott über Wahr­heit sagt.

Ach so. Ich hät­te nur wei­ter­le­sen müs­sen. Jetzt weiß ich es wie­der. – Wer aber wis­sen will, was wahr ist, neigt in der Regel nicht dazu, die Ant­wort bei abra­ha­mi­ti­schen Göt­tern und ihren Prie­stern zu suchen. Sicher begeg­net man heu­te, da der Wahr­heits­ver­kün­dung (im Wort­sin­ne) ex cathe­dra nicht mehr die Vor­herr­schaft über die Mei­nungs­fin­dung der Öffent­lich­keit zuei­gen ist, ganz eige­nen Sich­ten auf die weni­gen unbe­streit­ba­ren Wahr­hei­ten von mehr als nur einer Insti­tu­ti­on, einer Per­son, einer Glau­bens­ge­mein­schaft. Nun ist zwar selbst die Wis­sen­schaft nie aus­er­zählt, aber in der Fra­ge, was eigent­lich noch stim­me, ist ihre Mehr­heits­mei­nung oft ein guter Weg­wei­ser.

Und dafür soll ich also in einen Stadt­park gehen und mit ande­ren Men­schen, die kei­ne Wis­sen­schaft­ler sind, plau­dern? Das klingt, aus mei­ner Fil­ter­bla­se her­aus, ein biss­chen inef­fi­zi­ent.

Aber wie hete­ro­gen wird das schon sein?

Die Wahr­heit wer­den sie ableh­nen und statt­des­sen selt­sa­men Fabeln fol­gen.
2 Tim 4,4

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Janel Leppin – Ensem­ble Vol­ca­nic Ash

Ensemble Volcanic Ash

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Aus aus­ge­rech­net den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, wohl direkt aus Washing­ton D.C., kommt Janel Leppin, haupt­säch­lich am Cel­lo zu fin­den. Unter dem Pro­jekt- oder Band- oder Albums­na­men „Ensem­ble Vol­ca­nic Ash“ fin­det man seit 2022 ihr Debüt­al­bum sel­bi­gen Titels (TIDAL, Bandcamp.com, Amazon.de; lei­der kein Vinyl). Da seit­dem wei­te­re Alben mit dem Auf­druck „Janel Leppin Ensem­ble Vol­ca­nic Ash“ erschie­nen sind, gehe ich davon aus, so heißt ihre Grup­pe. Ist ja auch egal.

Weni­ger egal ist, was drin ist, und zwar jede Men­ge Cel­lo, zwei Saxo­pho­ne, eine Har­fe und natür­lich Gitar­re, Schlag­zeug und Bass, die zusam­men (und auch mal abwech­selnd) einen moder­nen Kam­mer­prog spie­len, der uns Fans von bel­gi­schem Avant-Jazz-Durch­ein­an­der zusa­gen könn­te bezie­hungs­wei­se mir jeden­falls sel­bi­ges tut.

Instru­men­tal, hier und da auch mal schräg, ins­ge­samt kurz­wei­lig und hier­mit emp­foh­len.

PersönlichesNetzfundstückeMontagsmusik
It It Ani­ta – Social Dod­ger // Trö­ge und Schwei­ne

Noch fünf Minuten, Mutti!

Es ist Mon­tag. Pro­gram­mie­ren, lese ich, berei­te dank des Sie­ges­zu­ges der „KI“, deret­we­gen nie­mand mehr so recht irgend­wel­che tech­ni­schen Zusam­men­hän­ge ver­ste­hen will und daher kann, kei­nen Spaß mehr. Man steht an Deck und die Pup­pe brennt. Frü­her gab es wenig­stens noch Hand­bü­cher für so was.

Man wird Men­schen wie uns noch mal sehr ver­mis­sen.

(Qua­si dazu auch die Pro­blem­lö­sung des Monats: Datei­en unter Win­dows 3.11 von einer CD kopie­ren mit Fort­schritts­bal­ken? Klappt.)

Nabel­schau: Im Herbst – mit der kom­men­den Kom­mu­nal­wahl – wird das seit 2009 lau­fen­de Expe­ri­ment, was wohl pas­siert, wenn man einen wie mich in die Poli­tik rein­lässt, eini­ger­ma­ßen ergeb­nis­reich zu Ende gehen. Irgend­wo im Inter­net hat­te ich das zum The­ma ver­öf­fent­licht, was eigent­lich mein Buch über Kom­mu­nal­po­li­tik wer­den soll­te, aber dann doch nur zur Bro­schü­re gereicht hat. Ein freund­li­cher Herr aus der sog. Blogo­sphä­re hat den Text recht­zei­tig gele­sen und ihn als zu kryp­tisch befun­den, um ihn aus der Nische in die All­ge­mein­heit zu beför­dern, daher mache ich das jetzt auch nicht. Ich belas­se es statt­des­sen bei einer kur­zen Zusam­men­fas­sung: Wer glaubt, er kön­ne in der Poli­tik etwas (d.h. die Poli­tik) nen­nens­wert ver­än­dern, und daher sich in sel­bi­ge ein­zu­brin­gen ver­sucht, der wird sich auf man­che Bles­sur und gro­ße Ent­täu­schun­gen ein­stel­len müs­sen. Am Ende der Trö­ge ist immer noch so viel Schwein übrig.

(Apro­pos: Üstra, der maß­geb­li­che Nah­ver­kehrs­be­trei­ber in Han­no­ver, klaue Woh­nungs­lo­sen Geld, lese ich im Inter­net. Die­se „Ver­kehrs­wen­de“, von der alle ver­zückt reden, die sie sich lei­sten kön­nen: das ist sie nicht. Immer­hin: für die maro­de Infra­struk­tur wer­den Poli­ti­ker­au­tos zu schwer. – Trü­ber Gedan­ke: Was sagt es eigent­lich über wen aus, dass die Regie­rung gepan­zert unter­wegs sein möch­te?)

Fuß­ball­in­ter­es­sier­te Krei­se klag­ten im Inter­net (d.h. in mei­nen „sozia­len Medi­en“), eine mir bis dahin aus ver­schie­de­nen Grün­den unbe­kann­te Web­site zum Fuß­ball­gucken sei gesperrt wor­den. Ich kann­te die dort erwähn­te Web­site zuvor nicht, stel­le aber ohne den gering­sten Anflug von Über­ra­schung fest, dass der „gro­ße Schlag gegen die Pay-TV-Pira­te­rie“ (ebd.) voll­stän­dig in Rauch auf­geht, wenn man davon absieht, sich auf die ohne­hin frag­wür­di­gen DNS-Ser­ver sei­nes Zugangs­an­bie­ters zu ver­las­sen. Kei­ne Ahnung, wem damit jetzt gehol­fen ist. Den Aktio­nä­ren viel­leicht.

Hilft jeden­falls mei­ner Lau­ne (Sehn|sucht, die: mensch­lich­ster der Makel): Musik.

Die For Me

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz ange­merkt zur Kanz­ler­zu­frie­den­heit

„Nur 13 Pro­zent“ der (frei­lich: befrag­ten) Bür­ger sei­en „mit der Arbeit des Bun­des­kanz­lers zufrie­den“, schrie­ben heu­te, mit­hin einen Tag vor dem Jah­res­tag der Befrei­ung der Deut­schen von einem im Nach­hin­ein noch etwas unbe­lieb­te­ren Kanz­ler sowohl sei­tens eines ver­bre­che­ri­schen Unrechts­staa­tes, der drin­gend aus allen inter­na­tio­na­len Bünd­nis­sen aus­ge­schlos­sen gehört, als auch sei­tens der Sowjet­uni­on, die ein­schlä­gi­gen Qua­li­täts­me­di­en, als wür­den sie mah­nen wol­len, dass ein Wäh­ler manch­mal ern­tet, was er nun mal sät, und als wäre hier, wo west­li­che Wer­te – ursprüng­lich gefun­den auf „hei­se online“, aber das kann man ja, wie mir ein Vög­lein zwit­scher­te, mitt­ler­wei­le auch nicht mehr ohne plötz­lich ein­set­zen­de Übel­keit ver­lin­ken (LSR), wes­halb ich für­der­hin davon abzu­se­hen geden­ke – und Demo­kra­tie unser aller All­tag in die selbst­ver­ständ­lich ein­zig rich­ti­gen Bah­nen len­ken, aus­ge­rech­net die Zufrie­den­heit mit denen, die zwi­schen zwei Wahl­gän­gen ohne­hin schal­ten und wal­ten dür­fen und wer­den, wie ihnen gera­de zumu­te ist, ohne dass der Gewählt­ha­ben­de da ein ent­schei­den­des Wört­chen mit­zu­re­den hät­te, ein bedeut­sa­mes Maß; denn wäre Zufrie­den­heit zwi­schen zwei Wah­len, zu denen sie dann trotz­dem wie­der schrei­ten wer­den, als wäre es wich­tig, von wem man ab Urnen­schluss ein paar Jah­re lang nicht für voll genom­men wird, ein stän­di­ger Motor des­sen, was um uns her­um pas­siert, pas­sier­te um uns her­um zur Abwechs­lung auch mal etwas von den Mei­sten als schön Emp­fun­de­nes, was aber halt der Bör­se (i.e. Rhein­me­tall, Volks­wa­gen und Borus­sia Dort­mund) nichts bringt, die – ein Blick in die näch­ste Innen­stadt genügt – denen, die regie­ren, stets deut­lich näher ist als die, von denen sie pro­fi­tiert.

PersönlichesIn den Nachrichten
Relikt Ehe

Ich bin ein gro­ßer Freund des rhe­to­ri­schen Kniffs, anstö­ßi­ge The­sen an den Beginn eines Bei­trags zu stel­len. Dann hören einem die Men­schen wenig­stens mal zu. Hier ist mei­ne heu­ti­ge The­se: Die Ber­li­ner Jusos haben Recht.

„Aber tux0r, aus­ge­rech­net die Jusos? Die Jusos? War­um denn das?“ höre ich euch im Gei­ste schon fra­gen, brau­che wahr­schein­lich drin­gend The­ra­pie für die­se Stim­men in mei­nem Kopf und ant­wor­te trotz­dem:

Aus Sicht der Jung­so­zia­li­sten ist die Zivil­ehe ein Relikt, das „patri­ar­chi­sche Macht­struk­tu­ren“ ver­stärkt und die indi­vi­du­el­le Frei­heit durch ihren Anspruch auf Dau­er­haf­tig­keit ein­schränkt.

Die „Ber­li­ner Zei­tung“, tra­di­tio­nell ein Blatt, das welt­an­schau­lich und auch sonst nicht unbe­dingt dort zu fin­den ist, wo ich zu fin­den bin, wirkt gewohnt empört, ich hin­ge­gen wir­ke zustim­mend, stärkt doch die Zivil­ehe nicht nur irgend­wel­che Struk­tu­ren, son­dern dis­kri­mi­niert sie auch bis heu­te weni­ger lang­wei­li­ge Auf­fas­sun­gen vom Leben und der Lie­be. Die (absicht­lich?) falsch beti­tel­te „Ehe für alle“ endet bekannt­lich spä­te­stens im § 1306 BGB, mit­hin dort, wo die Ehe für mehr als zwei Men­schen begön­ne, lie­ße man sie denn zu, und in einer Zeit, in der man für das Bum­sen mit soeben Ken­nen­ge­lern­ten von den nor­ma­le­ren Zeit­ge­nos­sen weder in die Höl­le noch an den Gal­gen gewünscht wird, besteht der küm­mer­li­che Mehr­wert der Ehe­schlie­ßung in zwei­er­lei, näm­lich in der „Steu­er­ge­mein­schaft“, was eine doch sehr deut­sche und (des­halb?) kaum fass­bar unro­man­ti­sche Vor­stel­lung ist, und dar­in, dass eigent­lich nur die Ehe vor der unan­ge­neh­men Kon­se­quenz von Hit­lers Namens­recht schützt, dass man sein Leben lang so hei­ßen muss, wie man heißt, weil die Eltern so hie­ßen, wie sie hie­ßen.

Sicher: Befür­wor­ter der Ehe haben etwas, was irgend­wer als gute Argu­men­te aner­ken­nen könn­te. Als Frau kön­ne man, erzähl­te mir eine Frau ein­mal ver­träumt, so ein teu­res wei­ßes Kleid tra­gen. Ist das denn sonst ver­bo­ten? Ande­re pochen dar­auf, dass die Ehe eine gute christ­li­che Tra­di­ti­on sei. Mag ja sein, aber es ist ja nun auch nicht jeder ein Christ.

Nicht alles, was ist, ist auch behal­tens­wert. Was spricht dage­gen, auch mal Gewohn­tes zu hin­ter­fra­gen?

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Der Rück­zug vom Rück­zug vom Rück­zug

„SPIEGEL“, 2. Febru­ar 2024:

Die Kanz­ler­par­tei SPD will sich weit­ge­hend von der Platt­form X zurück­zie­hen, der sie eine wach­sen­de Ver­brei­tung von Des­in­for­ma­tio­nen vor­wirft.

„SPIEGEL“, 4. Mai 2026:

Es wur­de ihnen zu viel Cha­os, zu viel Des­in­for­ma­ti­on: SPD, Grü­ne und Lin­ke wol­len sich vom Kurz­nach­rich­ten­dienst X ver­ab­schie­den.

Freu­en wir uns also alle schon gemein­sam auf den 6. Juli 2028, wenn die SPD sich von X ver­ab­schie­den möch­te.

(Das Pro­blem in sozia­len Medi­en ist nicht, dass der poli­ti­sche Dis­kurs in ihnen schwie­rig ist, son­dern, dass die Pres­se­ab­tei­lung von Par­tei­en in ihnen poli­tisch dis­ku­tie­ren will. Sozia­le Medi­en sind für Men­schen da, nicht für die Poli­tik.)

NetzfundstückeMontagsmusikComputer
Tus­mør­ke – Vi er et kol­lek­tiv // Digi­ta­le Abhän­gig­keit mit Wero

„Kikeriki!“

Es ist Mon­tag. Inter­es­san­te Nach­richt für alle, die ohne­hin schon manch­mal nicht so genau wis­sen, wel­ches Jahr gera­de ist (zum Bei­spiel mor­gens vor dem ersten Kaf­fee): Lukas Podol­ski ist letz­tes Wochen­en­de Fuß­ball­mei­ster gewor­den. Ich glau­be, aus dem Jun­gen wird noch mal was.

In Han­no­ver brau­chen sie fast so lan­ge wie in Ber­lin, um die Stra­ße auf- und wie­der zuzu­ma­chen, lese ich amü­siert. Ver­rückt. Man könn­te fast mei­nen, die preu­ßisch-deut­sche Art der Stadt(bau)verwaltung wäre gar nicht für jeden von Vor­teil.

Auch lustig: Wolf­gang Kubicki von der Par­tei, die das Volk aus den Par­la­men­ten raus­ab­ge­stimmt hat, will mehr Volks­ab­stim­mun­gen. Von die­ser komi­schen Kom­po­nen­te abge­se­hen: War­um äußern Bun­des­po­li­ti­ker immer nur dann einen leid­lich ver­nünf­ti­gen Vor­schlag, wenn sie nicht mehr danach gefragt wer­den? (Es ist das System. Es ist immer das System.) – Unter Umstän­den zum sel­ben The­ma: Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten wol­len ein paar tau­send Mör­der Sol­da­ten aus Deutsch­land abzie­hen, ent­neh­me ich diver­sen Nach­rich­ten. Ich möch­te, dass auch Deutsch­land ein paar tau­send Sol­da­ten aus Deutsch­land abzieht. Wen muss ich dafür wäh­len?

Der Beton­flü­ste­rer hat sich vier­ein­halb Stun­den Björn Höcke ange­guckt und ich fin­de es gut, dass ich das jetzt nicht mehr machen muss. Nur scha­de, dass er hin­sicht­lich sei­nes Fazits Recht hat. Und wahr­schein­lich bekom­men wird. (Man könn­te jetzt etwas dar­aus ler­nen. Oder nie wie­der.)

Com­pu­ter: Der finanz­tech­ni­sche Schein­rie­se Wero („das euro­päi­sche Paypal“) ist frak­tal kaputt, er wird immer kaput­ter, je näher man ran­geht. Nicht nur ist die Web­site ist vol­ler Goo­gle­krem­pel, son­dern es lau­fen auch alle Trans­ak­tio­nen über Ama­zons Ser­ver. Und das ist jetzt also die­se „digi­ta­le Unab­hän­gig­keit“, von der mir gera­de alle einen Bären auf­bin­den wol­len, ver­ste­he ich das rich­tig?

Apro­pos: Wer mit vol­ler Absicht ein Kabel in den Com­pu­ter steckt, der möch­te das dar­an hän­gen­de und längst dem System bekann­te Gerät viel­leicht gar nicht nut­zen, mut­maßt Apple. Es könn­te frei­lich schlim­mer sein, man könn­te Web­de­si­gner sein und als sol­cher der mit „hirn­ris­sig“ noch vor­sich­tig beschrie­be­nen Ansicht anhän­gen, es wäre ein for­mi­da­bler Ein­fall, die Scroll­lei­sten der Besu­cher ihres Zwecks zu berau­ben, weil das schö­ner aus­sieht. Hier­zu fol­gen­der Ein­wand: Nein. Tut es nicht.

Tat­säch­lich schön jedoch: Musik.

Tus­mør­ke – Vi er et kol­lek­tiv – Offi­ci­al Music Video

Guten Mor­gen.

Politik
Gesamt­schei­ße

Ich bin erfah­rungs­ge­mäß nicht all­zu gewieft in der Fra­ge, wie man es schaf­fen könn­te, die Mas­sen für sei­ne Ideen zu begei­stern, aber seit ich gele­sen habe, dass es bei sich als poli­tisch links ver­ste­hen­den Demon­stran­ten (das sind die, die „Lau­ti“ und „Spucki“ sagen und trotz­dem glau­ben, sie sei­en für den gesell­schaft­li­chen Dis­kurs zu mehr als nur dem Pau­sen­clown­tum geeig­net) als geleb­te Über­zeu­gungs­ar­beit gilt, an einem Fei­er­tag Men­schen beim Fei­ern zu stö­ren, indem sel­bi­ge per, nun, Lau­ti auf „die Gesamt­schei­ße“ hin­ge­wie­sen wer­den, geht’s eigent­lich.

(Wür­de „Gegen die Gesamt­schei­ße!“ als Wahl­pro­gramm rei­chen? Und war­um durf­te die SPD am 1. Mai schon wie­der auf Büh­nen spre­chen, ohne von den Arbei­tern mit Toma­ten bewor­fen zu wer­den? Sind Toma­ten inzwi­schen auch zu teu­er?)