Politik⁠Netzfundstücke⁠Computer⁠Mir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 26. August 2026

Hihi, eine Kohl­be­ra­te­rin.


Neu­es vom Femi­nis­mus: „Die Män­ner­be­ra­tung in Düs­sel­dorf unter­stützt mehr Betrof­fe­ne denn je in Gewalt­si­tua­tio­nen und Part­ner­schafts­kri­sen. Allein im ersten Halb­jahr mel­de­ten sich mehr als 120 Män­ner“ („Rhei­ni­sche Post“, will nicht ver­linkt wer­den, LSR). Es hat alles nichts mit irgend­was zu tun. Die mehr als 120 Män­ner sol­len sich mal nicht so anstel­len. Jeder weiß, dass die wah­ren Opfer und so wei­ter und so fort.


Aus aktu­el­lem Anlass ein „The Onion“-Artikel von 2023:

Nach­dem er die ver­gan­ge­nen drei Jahr­zehn­te sei­nes Lebens völ­lig unfä­hig und unwil­lig gewe­sen war, sich auf irgend­ei­ne bedeut­sa­me Wei­se mit der Welt um ihn her­um aus­ein­an­der­zu­set­zen, teil­te James Par­ker, ein hie­si­ger Typ, der mise­ra­bel dar­in ist, ein Mensch zu sein, am Don­ners­tag Repor­tern mit, dass er rie­si­ges Poten­zi­al in KI sehe.

(Übel­setzt aus dem Eng­li­schen.)


„Stecken die pel­zi­gen bun­ten knuff­tie­re vom pla­ne­ten gnorf hin­ter der attacke?“


Die dies­wö­chi­ge Rang­li­ste der­je­ni­gen Pro­gram­mier­spra­chen, deren „Öko­sy­stem“, wie Idio­ten die ver­füg­ba­ren Biblio­the­ken für eine Pro­gram­mier­spra­che nen­nen, sich als untaug­lich für siche­res Arbei­ten her­aus­ge­stellt hat, wird ange­führt von Rust. Da müs­sen sich Java­Script und die Bau­klötz­chen­spra­che Python (dass deren wesent­li­che Paket­quel­le „Pipi“ oder so ähn­lich heißt, passt auch wie­der) jetzt aber ein biss­chen anstren­gen, um auf den drei, äh, besten Plät­zen zu blei­ben.


Die neu­en Umfra­gen aus Sach­sen-Anhalt sind da (Archiv­ver­si­on). Zu Begrün­dun­gen gebe ich ab nach Ber­lin.

Netzfundstücke⁠Nerdkrams
Wie man 2026 ins Usenet gelangt (eine Entwarnung)

Goog­le, die Mar­ke­ting­agen­tur mit ange­flansch­ter Such­ver­hin­de­rungs­ma­schi­ne, habe eine Use­net­grup­pe – de.rec.mampf – „im digi­ta­len Nir­wa­na ver­senkt“, las ich heu­te früh in einem Blog­ar­ti­kel, in dem sich die Betrei­be­rin (zu Recht) über die feh­len­de Eig­nung von Goog­le als Such­ma­schi­ne aus­ließ und dafür Bele­ge bei der Google-„KI“ statt woan­ders such­te. Das ist lustig.

Kurz über die anschei­nend neu gewon­ne­ne All­macht von Goog­le erschrocken, ging ich die­ser Mel­dung nach und kann Ent­war­nung aus­spre­chen: Die Grup­pe ist noch da. Ein Aus­zug:

de.rec.mampf in NewsTap

Man mel­de sich hier­zu im Use­net an, abon­nie­re mit einem News­rea­der sei­ner Wahl (die mei­sten von ihnen kön­nen brauch­bar nach Grup­pen suchen) die Gruppe(n) sei­ner Wahl, ver­in­ner­li­che die Neti­quet­te und kann künf­tig auch hier­für auf Goog­le ver­zich­ten.

Frei­lich lässt sich auch im Web nach dem (deut­lich älte­ren und ent­spann­te­ren) Use­net suchen. Ein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für des­sen Fort­be­stehen ist das aller­dings nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob das zwin­gend eine Gene­ra­ti­ons­fra­ge ist, ob also jeder neu Her­an­wach­sen­de noch etwas weni­ger ver­steht, was Inter­net­dien­ste sind und was ein „WWW“ von Use­net, Gopher, FTP und mei­net­we­gen E‑Mail unter­schei­det; ab und zu mal auf deren Exi­stenz hin­zu­wei­sen kann aber, glaubt man dem Kom­men­ta­ri­at unter besag­tem Arti­kel, auch für Zeit­ge­nos­sen nütz­lich sein, wenn schon nicht für die Nach­welt. Hier­mit mal wie­der erle­digt.

Sonstiges
Warum man das hier NICHT macht

Ja, ver­dammt:

Krea­ti­vi­tät hat den ent­schei­de­nen Wert, dass sie sich aus dem Men­schen her­aus bil­det. Aus sei­ner Wahr­neh­mung, aus Erfah­run­gen und vor allem aus Gefüh­len. Das Pro­dukt dar­aus ist eine Moment­auf­nah­me, ein greif­bar gewor­de­ner Impuls. Kunst ent­steht, weil der Mensch die­ser Gefühls­la­ge frei­en Lauf gewährt.

2024 schrieb ich, dass ich es lobens­wert fin­de, dass es noch Men­schen gibt, die für sich selbst statt für Wer­be­ein­nah­men Tex­te ins Inter­net rein­tun. Inzwi­schen bin ich gewillt, das ein­zu­schrän­ken: Nie­mand muss eine Web­site haben. Wenn eure Stär­ke nicht im Schrei­ben liegt, dann schreibt nicht. Macht was Bes­se­res mit eurer Zeit und (auch? ins­be­son­de­re?) der Zeit eurer Leser. Baut Häu­ser. Pflanzt Bäu­me. Lest mal ein Buch oder so. Nütz­li­cher und damit lobens­wer­ter als „KI“-generierte Rüschen ist’s alle­mal.

Nie­mand besucht eure Web­site, weil er Bock auf Gene­rier­tes hat. Gene­rie­ren könn­ten wir alle selbst. Ihr wollt unbe­dingt schrei­ben, könnt aber nicht gut for­mu­lie­ren? Schreibt es trotz­dem. Wer eure Gedan­ken lesen will, der inter­es­siert sich nicht für Form­schön­heit. Des Men­schen Hirn ist nicht reich an Form­schön­heit. Das wollt ihr nicht? Dann lasst es. Es kann doch so ein­fach sein.

Politik⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
hELu – Varisema // Hitlerfimmelvokabel gesucht

Ahoi!Es ist Mon­tag. Heu­te schon eine Vul­va gewatcht? (Zum Glück haben wir die Rund­funk­ab­ga­be. Sonst müss­ten wir ja davon ver­schont blei­ben.)

Die Nach­rich­ten. Die „taz“ ist empört:

Doch heu­te ist „Nazi“ in man­chen Krei­sen kein Schimpf­wort mehr.

Selbst­ver­ständ­lich, so ken­nen und mögen die Leser die „taz“, kann von einer damit ver­bun­de­nen Refle­xi­on kei­ne Rede sein. Wenn aber selbst bis dahin über­zeug­te Mit-Lin­ke frü­her oder spä­ter zu hören und/oder lesen bekom­men, sie sei­en min­de­stens ein Nazi, wenn sie man­che Dog­men hin­ter­fra­gen, dann ver­liert die­ses Wort nun mal an Schär­fe. Für tat­säch­lich Rechts­ra­di­ka­le mit Hit­ler­fim­mel scheint ein neu­es Wort not­wen­dig zu sein, das alte hat als Voka­bel aus­ge­dient. Hat jemand Vor­schlä­ge?

(Vor­wurfs­vol­le Blicke auch von mir nach Isra­el. Frü­her war das übri­gens eben­falls mal links. Heu­te wirft man dafür mit aus­ge­dien­ten Voka­beln und hält sie für ein Argu­ment.)

Gute Nach­rich­ten (All­er­gi­ker­war­nung: „n‑tv“): im Dro­ge­rie­markt wer­den womög­lich bald Herz-Kreis­lauf-Unter­su­chun­gen ange­bo­ten. Als Kas­sen­pa­ti­ent fin­de ich das vor­bild­lich. Ich freue mich dar­auf, dass der freie Markt ent­spre­chend han­deln wird. Blut­druck­kon­trol­le im Media Markt. Haut­krebs­scree­ning bei ALDI. Blind­darm-OP bei Ede­ka. So was halt. Die Kran­ken­häu­ser sind ja, erzäh­len so Stu­di­en, für den nicht pri­vat­ver­si­cher­ten Pöbel ohne­hin eher ungern zu haben. Da kommt ja immer so wenig Geld raus.

Gern zu haben bin wie­der­um ich für: Musik.

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Neu­lich bei der Stra­te­gie­be­spre­chung der Deutschen Bahn „AG“

„Schei­ße Bernd (die Älte­ren erin­nern sich), wir sind so unbe­liebt wie nie, die Leu­te wol­len ein­fach nicht mehr mit der Bahn fah­ren. Was sol­len wir nur tun?“

„Viel­leicht ist es ein­fach schwer ver­mit­tel­bar, dass es die 1. und die 2. Klas­se gibt, obwohl die sich gar nicht so sehr unter­schei­den. Auch die stän­di­gen Ver­spä­tun­gen und Zug­aus­fäl­le wir­ken mög­li­cher­wei­se wie ein Hohn auf die Men­schen, die noch mit ‚Alle reden vom Wet­ter. Wir nicht.‘ auf­ge­wach­sen sind und seit Jahr­zehn­ten das Ver­spre­chen hören, dass näch­stes Jahr alles bes­ser wer­de. Wir könn­ten außer­dem die Gehäl­ter für unse­re Vor­stän­de kür-“

„Sicher­heits­dienst! Hin­aus mit die­sem Mann! Nein, wir soll­ten die Prei­se erhö­hen und noch mehr Züge aus­fal­len las­sen, weil unse­re Lok­füh­rer stän­dig erkäl­tet sind oder so. Damit kön­nen sich die Men­schen iden­ti­fi­zie­ren. Dann wer­den sie uns wie­der lie­ben.“

„Geni­al!“

Musik⁠In den Nachrichten
Der Traum ist aus (seit 1996)

Heu­te bege­hen man­che Men­schen (auch der NDR) den 30. Todes­tag von Rio Rei­ser. Sein Ver­mächt­nis beweist, dass Musik auf der Welt über­haupt gar nichts für mehr als nur eine kur­ze, ver­gäng­li­che Pha­se der Eupho­rie ver­än­dern wird.

Netzfundstücke⁠Nerdkrams
Blogging Zero

Men­schen, die auf­hö­ren, ins Inter­net zu schrei­ben, weil eine seit Jahr­zehn­ten pein­li­che ehe­ma­li­ge „Such­ma­schi­ne“ sie nicht mehr wie­der­fin­den möch­te, sagen damit über den Zustand des Inter­nets ja auch wie­der mehr aus als nötig, doch lösen sie damit das fal­sche Pro­blem.

Es gibt Grün­de, war­um Men­schen für die Such­ma­schi­ne Kagi Geld bezah­len (oder über­haupt etwas ande­res benut­zen). Das ist einer davon.

In den Nachrichten⁠Wirtschaft
Aktuelles zum Fachkräftebezahlungsmangel

„tagesschau.de“, heu­te (Archiv­ver­si­on):

Immer mehr jun­ge Men­schen in Deutsch­land sind weder erwerbs­tä­tig noch in einer Aus­bil­dung.

„tagesschau.de“, auch heu­te (Archiv­ver­si­on):

Ob in der Logi­stik, der System­ga­stro­no­mie oder im Gerüst­bau: In eini­gen soge­nann­ten Eng­pass­be­ru­fen arbei­ten antei­lig vie­le Aus­län­der. Der Bedarf an Fach­kräf­ten wird noch deut­lich stei­gen.

Mensch. Zufäl­le gibt’s.

(Men­schen, die für gerin­ge Bezah­lung nie­de­re Tätig­kei­ten über­neh­men sol­len und die man daher gern im Aus­land anwirbt – Taran­ti­no hat­te mal einen Film dar­über gemacht.)

Persönliches⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Oh Hiroshima – Meridian // Blueskyregen

Lustiges Mitmachspiel: Was könnte dieser Panda hier denken?

Es ist Mon­tag. Neu­es aus der Tote-Pfer­de-Sze­ne: Blues­ky schrumpft. Die Älte­ren erin­nern sich: Blues­ky, da hiel­ten sich Inter­net­be­rühmt­hei­ten auf, nach­dem sie auf Mast­o­don eher skep­tisch als freu­dig begrüßt wur­den. Seit­dem ist es auf Mast­o­don eigent­lich ganz ange­nehm und ich emp­feh­le es gern wei­ter. (Der Erste, der hier jetzt irgend­was von Fedi­ver­sen drun­ter­schreibt, hat auto­ma­tisch ver­lo­ren.)

Beruf­li­ches und/oder Nabel­schau ent­ge­gen mei­nen son­sti­gen Gepflo­gen­hei­ten, aber immer­hin aus aktu­el­lem Anlass: Zu Beginn mei­nes Lebens als Arbeit­neh­mer war ich der irr­sin­ni­gen Idee ver­fal­len, die freie Wirt­schaft bie­te char­man­te­re Bedin­gun­gen als der öffent­li­che Dienst. Wie sich her­aus­stellt, ist dem nicht so. Was man mei­nem deut­lich jün­ge­ren. schlan­ke­ren und moti­vier­te­ren Ich nicht gesagt hat, was ich der Nach­welt aber ins Gäste­buch zu schrei­ben geden­ke: Wer nicht dem Markt unter­wor­fen ist, der lässt sich von Kenn­zah­len sel­ten beein­drucken. Kosten­lo­ser (war­um eigent­lich?) Tipp für Berufs­ein­stei­ger: Je grö­ßer der Name, desto klei­ner der Mensch. Es möge jeder dar­aus machen, wonach ihm ist.

Statt gro­ßer Umschwei­fe: gro­ße Musik.

OH HIROSHIMA – Meri­di­an (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Kurzkritik: Slomosa – Tundra Rock

Slomosa - Tundra Rock

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Aus Kali­for­ni­en kommt Ester Kärk­käi­nen (typisch kali­for­ni­scher Name), deren eini­ger­ma­ßen kaput­tes Musik­pro­jekt „Himu­kalt“ des Öfte­ren klau­stro­pho­bi­sche Alben vol­ler Tit­ten raus­bringt. Ich weiß das zu schät­zen. Dar­über möch­te ich aber heu­te nichts Wei­te­res schrei­ben.

Statt­des­sen möch­te ich mich über Gitar­ren freu­en. Von denen gibt es auf „Tun­dra Rock“, dem 2024 erschie­ne­nen und noch aktu­el­len Stu­dio­al­bum von Slo­mo­sa (TIDAL, Band­camp, Amazon.de), so eini­ge. Slo­mo­sa ist ein nor­we­gi­sches Quar­tett, das – nun – Tun­dra­rock spielt, was der band­ei­ge­ne Name für eine Art von Stoner Rock zumin­dest inspi­rier­ter Rock­mu­sik mit den stil­üb­li­chen fuzzver­zerr­ten Gitar­ren­wal­zen ist. Gesun­gen wird zwi­schen­durch, und das gar nicht mal so schlecht und immer­hin auf Eng­lisch, im Vor­der­grund steht aber (für jeden­falls mich) die tadel­lo­se Instru­men­tal­ar­beit. Ich höre hier und da Black Sab­bath her­vor­blit­zen und bin damit nicht allein. Slo­mo­sa gehen ab und manch­mal brauch’ ich das.

Slo­mo­sa – Red Thun­d­ra (Offi­ci­al Music Video)

Dass sie auch lei­se „kön­nen“, stel­len die Musi­ker zwi­schen­zeit­lich („Good Mour­ning“) zwar unter Beweis, ent­schei­den sich dann aber doch dage­gen. Hüb­sche Schei­be für Tage, an denen man es laut und herb braucht. Tage wie heu­te.

Netzfundstücke⁠Nerdkrams
Programmieren, 2026

Sie schrei­ben Type­Script, das zu Java­Script kom­pi­liert, das in einer in C++ geschrie­be­nen V8-Engi­ne läuft, die System­auf­ru­fe an einen Betriebs­sy­stem-Ker­nel sen­det, der Threads auf Ker­ne ver­teilt, über die sie nie nach­ge­dacht haben, und über einen Spei­cher­con­trol­ler mit Caching-Schich­ten, die sie nicht skiz­zie­ren könn­ten, auf den RAM zugreift – und das alles, wäh­rend npm 400 Pake­te zieht, von denen sie nie auch nur eine Zei­le gele­sen haben.

Aber klar. KI ist der Moment, in dem sie den Über­blick dar­über ver­lo­ren haben, was eigent­lich pas­siert.
James Rand­all

(Aus dem Eng­li­schen übel­setzt.)

Politik⁠In den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 11. August 2026

War­um darf NSO Group uns eigent­lich alle aus­spio­nie­ren und Meta nicht?


„Jeder drit­te Bay­er“ wol­le, dass Bay­ern Deutsch­land ver­lässt, run­det die Bay­ern­par­tei auf. In einer Zeit, in der vie­le sich um die Demo­kra­tie sor­gen, könn­te die Poli­tik doch jetzt ein Zei­chen set­zen und auch den Rest der Deut­schen mal fra­gen.


Noch mehr gute Nach­rich­ten: Immer mehr deut­sche Groß­städ­te sind mehr­heit­lich nicht christ­lich bevöl­kert. Könn­te man dann nicht, da man eh gera­de die Demo­kra­tie leucht­feu­ernd in die Höhe reckt, auch mal an der poli­ti­schen Son­der­stel­lung der Kir­chen und ihrer bizar­ren Fei­er­ta­ge („Kar­frei­tag“, „Weih­nach­ten“) rüt­teln?


Der Rus­se zum Ersten:

“Bedro­hung” ohne “hybrid” klingt dünn und dürf­tig, die Hin­zu­nah­me von “hybrid” würzt jede Bedro­hungs­la­ge, indem sie ihr einen Hauch von Dring­lich­keit hin­zu­fügt.

Was der Rus­se zum Zwei­ten eher albern fin­det (All­er­gi­ker­war­nung: .ru): Es „spre­chen alle bekann­ten Details gegen eine Ver­bin­dung nach Russ­land“; in „Nar­ra­tiv“ steckt „Narr“ ja schon drin.


Lustig: Die Ber­li­ner Poli­zei­ge­werk­schaft lehnt Fahr­as­si­stenz­sy­ste­me ab. Ich bin davon über­zeugt, es wird sich alles zum Guten wen­den, wenn Auto­fah­rer end­lich einen Poli­zei­knopf bekom­men, der die­se lästi­gen Sicher­heits­maß­nah­men abschal­tet.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Jack White – G.O.D. And The Broken Ribs // Duzen und Smalltalk, Opium fürs Volk

Kaffeekränzchen, aber flauschig

Es ist Mon­tag. Lesen ist jetzt männ­lich. Sicher­heits­hal­ber habe ich gestern nur dort gele­sen, wo es kei­ner gese­hen hat. Sonst can­celt mich noch wer.

The­men­sprung nicht not­wen­dig: Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de fand in Braun­schweig eine gewohnt frau­en­kri­ti­sche „CSD“-Parade statt. Vor Auto­fah­rern „geschützt“ wur­de das Schau­lau­fen von Men­schen mit erstaun­lich gerin­gem Ver­ständ­nis von stil­vol­lem Auf­tre­ten von Poli­zi­sten mit Maschi­nen­pi­sto­len. Ist es das, was die Par­tei­en wol­len, die sich für die größt­mög­li­che Frei­heit am Steu­er ein­set­zen?

Bloß nicht hin­ter­fra­gen, ob Auto­mo­bi­le in jeder Stadt zwin­gend freie Fahrt haben müs­sen und ob es wirk­lich so schlau ist, dem moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr noch Kauf­an­rei­ze anstel­le erheb­li­cher Nach­tei­le gegen­über Bus, Bahn und Rad zukom­men zu las­sen. Könn­te ja die Wirt­schaft ärgern.

Apro­pos Wirt­schaft: Der Ver­band der Inter­net­wirt­schaft, schon nament­lich fast so unat­trak­tiv wie die einem sonst gesun­den Magen nicht zuträg­li­che Bun­des­wehr, freut sich dar­über, seit nun­mehr fünf­und­drei­ßig Jah­ren das zuvor für nor­ma­le Men­schen nütz­li­che Inter­net mit­hil­fe des Webs kom­mer­zi­ell aus­beu­ten zu dür­fen. Der kom­plet­te „Arti­kel“ ist eine über­zeu­gen­de, wenn auch ver­mut­lich nicht als sol­che beab­sich­tig­te Wer­bung für das Use­net. Man muss sich die­sen Men­schen nicht als Ziel­grup­pe anbie­ten, wenn man es nicht unbe­dingt dar­auf anlegt.

(Hihi: „Wes­pen end­lich dau­er­haft los­wer­den: AEG prä­sen­tiert Fuch­tel­ma­schi­ne“. Ich wünsch­te, es wür­de nicht immer die fal­sche Sati­re zur Rea­li­tät.)

Bör­sen­dy­sto­pie der Woche: Micro­soft könn­te Red­dit kau­fen. Da wächst irgend­was zusam­men (ich berich­te­te). Der Chef einer ande­ren „KI“-Firma fragt sich der­weil erstaunt: Arbei­tet man bei mora­lisch ver­werf­li­chen Fir­men wie Anthro­pic womög­lich nicht, weil man an „die Mis­si­on glaubt“ (als wär’s eine Reli­gi­on und kein pro­fit­ori­en­tier­tes Unter­neh­men), son­dern, weil man dort – oh Schreck! – gut bezahlt wird? Gibt es dazu schon Stu­di­en? Was sagt die „KI“ dazu? – Ande­rer­seits fand ich mich die­ser Tage in einer Dis­kus­si­on dar­über wie­der, ob ich uncoo­ler Greis (m/w/d), der die Unsit­te, Men­schen außer­halb von Fami­lie und Freun­des­kreis plump duzend anzu­kum­peln, in ihrem Ver­lauf ener­gisch kri­ti­siert hat, nicht drin­gend mal akzep­tie­ren soll­te, dass Duzen das neue Sie­zen „ist“ und es doch total groß­ar­tig sei, dass man sogar mit dem Chef inzwi­schen per Du zu sein hat, so’s die Fir­men­dok­trin her­gibt. Fla­che Hier­ar­chien statt Kar­rie­re­chan­cen, Duzen statt okay­er Bezah­lung. Und ein Obst­korb. Und Kegel­aben­de mit den Kol­le­gen, geschätzt oder gedul­det. Man sei ja qua­si eine Art Fami­lie und wer braucht schon Freun­de und Frei­zeit, wenn er auch mit den Arbeits­kol­le­gen small­tal­ken kann? Ich sol­le mal drin­gend an mei­nem sozia­len Defi­zit arbei­ten, ey. Dig­ga. („Dig­ga“ stand, zuge­ge­ben, nicht im mir ent­ge­gen­ge­schleu­der­ten Kom­men­tar, aber es hät­te ihn rhe­to­risch pas­send abge­run­det.)

Den Umstand, dass mei­ne ganz per­sön­li­che Höl­le gefüllt ist mit small­talk, also mit ziel­lo­sem Quat­schen um des Quat­schens Wil­len, dies­mal außen vor gelas­sen: Dass die Duz-„Kultur“ mal die neo­li­be­ra­le Logik, dass Arbeit allein das Leben ver­sü­ße, in der Jugend zum akzep­tier­ten Duk­tus wer­den las­sen wür­de, hät­te man mir vor weni­gen Jah­ren, ach was: Wochen ja auch noch nicht glaub­haft erzäh­len kön­nen.

Wir leben in wun­der­sa­men Zei­ten.

Frau­en­quo­te des Tages: Tote Ham­bur­ger Obdach­lo­se. Die­ses Patri­ar­chat, von dem alle reden: kann ich das noch mal sehen?

Kann ich noch mal, ganz ohne Win­amp (die Älte­ren erin­nern sich), hören: Musik.

Jack White – G.O.D. And The Bro­ken Ribs Parts 1, 2, & 3

Guten Mor­gen.