Persönliches
Stu­di­en­ge­büh­ren bei der Arbeit

Das, was ich an nie­der­säch­si­schen Hoch­schu­len so sehr mag, ist ja unter ande­rem auch ihre tech­ni­sche Aus­stat­tung.
An der Hoch­schu­le, die ich trotz allem nach wie vor besu­che (und tat­säch­lich bin ich eher ein Besu­cher als ein Stu­dent, auf Latein also ein sich Mühen­der), ist es bei­spiels­wei­se nicht leicht, dau­er­haft, also ohne stän­di­ge Inter­net­aus­fäl­le, Freu­de an dem (nicht unbe­dingt flin­ken) WLAN zu haben. Tat­säch­lich erfreu­en kann man sich an der Uni­lei­tung nur, wenn man das Glück hat, in der Nähe einer LAN-Buch­se zu sein. Und davon gibt es nicht vie­le.

Zwar steht schon seit eini­ger Zeit neue Aus­stat­tung bereit, aber um die­se ins Netz ein­zu­bin­den, müss­te ein Ver­ant­wort­li­cher sei­nen Hin­tern von sei­nem Sitz­mö­bel tren­nen und ein Kabel ein­stecken. (Nein, viel mehr wäre das nicht.) Und wie das so läuft in einer öffent­li­chen Ein­rich­tung, kann das noch eine Wei­le dau­ern.

Dafür traf heu­te eine E‑Mail ein:

Der Radi­usser­ver der Hoch­schu­le über­nimmt die Über­prü­fung von Benut­zer­na­men und Kenn­wör­tern für das WLAN. Er ist inzwi­schen ca. 10 Jah­re alt und wird daher am Mitt­woch, den 24.11.2010 aus­ge­tauscht. Im Zuge der Umstel­lung wird nicht nur eine neue Hard­ware zum Ein­satz kom­men, son­dern auch der Name des Ser­vers wird (…) geän­dert.
Die Arbei­ten wer­den am Mitt­woch in der Zeit von 11:30 Uhr bis 13:30 Uhr erfol­gen. Aus die­sem Grund ist an allen Hoch­schul­stand­or­ten im genann­ten Zeit­raum kein WLAN-Zugriff mög­lich.

’s ist ja schön, dass end­lich etwas pas­siert. Nicht, dass ich bis­her Pro­ble­me damit gehabt hät­te, mich im Uni-WLAN anzu­mel­den, son­dern nur damit, dau­er­haft drin zu blei­ben, aber immer­hin: Neue Hard­ware! Neu­er Name! Und das Gan­ze direkt vor der Mit­tags­pau­se, die etwa um 13:30 beginnt!

Gut, letz­te­res ist nun kein posi­ti­ves Argu­ment und lässt mich beim Gedan­ken dar­an, dass sich am 24.11. gegen „halb zwei“, wie der Volks­mund auch sagt, mal eben Stu­den­ten vie­rer Cam­pus gleich­zei­tig ver­su­chen ins Hoch­schul­netz ein­zu­wäh­len (sagt man das noch so?), erschau­dern. War­um man so etwas nicht vor Beginn oder nach Ende der Vor­le­sun­gen macht? Klar: Im öffent­li­chen Dienst arbei­tet man ungern zu der­art unmensch­li­chen Zei­ten.

Ich habe mich das bis­her nicht gefragt, aber jetzt gera­de kann ich der Fra­ge nicht mehr aus­wei­chen:
Was genau pas­siert eigent­lich mit unse­ren Seme­ster­ge­büh­ren?

(Das könn­te ich wahr­schein­lich irgend­wo nach­gucken, aber ich fand die Fra­ge in rhe­to­ri­scher Gestalt viel bes­ser.)

PolitikProjekteSonstigesIn den Nachrichten
Ter­ror: Kei­ne Über­ra­schung!

Wir wer­den übri­gens alle­samt in Bäl­de eines grau­si­gen Todes ster­ben, weil ver­däch­tig aus­se­hen­de Men­schen wie die­ser hier nur wegen der aus­ge­setz­ten Vor­rats­da­ten­spei­che­rung in Deutsch­land Anschlä­ge bege­hen wer­den kön­nen, zumin­dest höchst­wahr­schein­lich, denn:

Dafür, dass Kash­mi­ri im Moment an Anschlags­plä­nen für Euro­pa feilt, gibt es zwar kei­ne Bestä­ti­gung. (…) Sicher­heits­be­hör­den wären jedoch kei­nes­wegs über­rascht, soll­te sich her­aus­stel­len, dass der Paki­sta­ner sol­che Ope­ra­tio­nen plant.

Gleich in die Luft spren­gen, das gan­ze Ter­ror­land!
(Also Paki­stan jetzt, nicht die USA.)


In eige­ner Sache (1): Wäh­rend ich gemein­sam mit Mike® dar­an arbei­te­te, das hier ver­wen­de­te the­me ein biss­chen bes­ser weni­ger schlecht zu gestal­ten, fiel mir auf, dass anstel­le der blau­en Hin­ter­grund­flä­che das Ein­fü­gen eines Hin­ter­grund­bil­des womög­lich eine sinn­vol­le Ände­rung wäre.

Hier­für neh­me ich gern Anre­gun­gen ent­ge­gen. :)


In eige­ner Sache (2): Heu­te vor 10 Jah­ren wur­de die erste Ver­si­on von Gamers.IRC ver­öf­fent­licht, mehr dazu kann der geneig­te Leser auf gamersirc.net erfah­ren. Obwohl ich selbst erst seit 2003 Mit­glied der Ent­wick­ler­ge­mein­schaft bin, so möch­te ich die­ses Pro­jekt doch jedem Win­dows­nut­zer ans Herz legen. Im IRC selbst emp­feh­le ich den Kanal #La-Fami­lia im Qua­keN­et, des­sen herr­lich absur­de Dis­kus­sio­nen mich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht sel­ten lachen mach­ten.

NetzfundstückeNerdkrams
blek­ko

Was seit Anfang die­ses Monats und somit noch nicht all­zu lan­ge, zu mei­nem per­sön­li­chen Erstau­nen zuerst auf dem sonst nicht unbe­dingt für sei­ne Aktua­li­tät bekann­ten Por­tal WinFuture.de, für Wir­bel sorgt, ist die neue Such­ma­schi­ne blek­ko, und als ich den Namen zum ersten Mal las, dach­te ich zunächst an den Clown Beppo aus den NICHT­LU­STIG-Bild­wit­zen und an die des Öfte­ren in der Serie Ren & Stim­py zu sehen­de Wer­bung für Holz­klöt­ze von Blam­mo.

Wie man auf einen so blö­den Namen kommt, habe ich mich bei Such­ma­schi­nen nicht erst seit „Guuugl“ nicht mehr gefragt. Je blö­der der Name, desto bes­ser kann man ihn sich mer­ken. (Eigent­lich ist das scha­de, dass man die­se Regel nicht auch auf ande­re Lebens­be­rei­che anwen­den kann, denn so bleibt die Musik­grup­pe Ejwu­usl Wes­sah­q­qan wohl auch wei­ter­hin nahe­zu unbe­kannt.) Blek­kos Stär­ke liegt jeden­falls, wie ein erster Test mei­ner­seits ergab, nicht dar­in, beson­ders vie­le beson­ders tol­le Ergeb­nis­se zu fin­den, son­dern viel­mehr dar­in, die Ergeb­nis­se auch ver­nünf­tig zu fil­tern.

Nach­dem Clus­ty (inzwi­schen Yip­py, da haben wir es wie­der) vor eini­gen Jah­ren der Vor­rei­ter in manu­ell gefil­ter­tem Suchen war, indem es erlaub­te, die Such­ergeb­nis­se nach­träg­lich anhand von Stich­wort­li­sten zu ver­bes­sern, indem zum Bei­spiel eine Suche nach „Ant­ark­tis“ in der Spal­te „Clouds“ links dahin gehend ein­ge­schränkt wer­den konn­te, dass nur Tref­fer auf­ge­führt wur­den, die zusätz­lich den Term „Pin­gui­ne“ beinhal­te­ten, was die Rele­vanz der Such­ergeb­nis­se ins­ge­samt doch deut­lich zu ver­bes­sern ver­mag (Goog­le, wir erin­nern uns, woll­te das unlängst semi-auto­ma­ti­sie­ren), und die­se Tech­nik all­mäh­lich auch in ande­re Such­ma­schi­nen inte­griert wur­de und wird, setzt blek­ko auf einen ande­ren Ansatz.

Benannt hat man die­sen Ansatz „slash­tags“, auf gut Deng­lisch also „Schräg­strich-Tags“, er dient der Spam­be­kämp­fung und er funk­tio­niert unge­fähr so:

Statt, wie bei ande­ren Such­ma­schi­nen üblich, ein­zel­ne Inter­net­sei­ten mit Para­me­tern wie etwa „inu­rl“ expli­zit aus der Such­an­fra­ge aus­zu­schlie­ßen, falls man bei­spiels­wei­se Infor­ma­tio­nen über ein Pro­dukt aus­schließ­lich außer­halb von eBay und Ama­zon suchen möch­te, fasst blek­ko Grup­pen von Web­sei­ten in „Tags“ zusam­men. Vie­le Tags gibt es schon, wei­te­re kann der Benut­zer selbst defi­nie­ren. Falls man also etwa nach „s:flo2 /techblogs“ sucht, so wer­den nur Such­ergeb­nis­se ange­zeigt, die auf Sei­ten ver­wei­sen, die in die­sem Slash­tag gespei­chert sind. Natür­lich sind die­se Tags noch alles ande­re als voll­stän­dig, gera­de deutsch­spra­chi­ge Ange­bo­te sind der­zeit nur wenig ver­tre­ten, aber jeder Benut­zer kann sei­ne eige­nen Slash­tags frei defi­nie­ren und ande­ren zur Ver­fü­gung stel­len, so dass sich gro­be Lücken in Bäl­de geschlos­sen haben dürf­ten. (Ich habe da schon eini­ge Ideen.) Das deut­sche Blog netzwertig.com etwa hat kürz­lich eine Liste deutsch­spra­chi­ger Tech­no­lo­gie-Blogs als eben­falls für jeden Nut­zer frei nutz­ba­ren Slash­tag bereit­ge­stellt.

Ein, wie ich mei­ne, durch­aus gutes und gut durch­dach­tes Kon­zept, das zu ver­fol­gen ich jedem mei­ner Leser vor­erst ans Herz legen möch­te.

Nach­trag vom 7. Febru­ar 2011: Die Such­ma­schi­ne Duck­Duck­Go hat einen eben­falls ziem­lich blö­den Namen, unter­stützt aber auch so etwas wie Slash­tags (hier !Bang genannt).

NetzfundstückeNerdkrams
Bewer­tun­gen aus dem Pott

Schlau gewählt ist der Name für Goog­les „neu­es“ Bewer­tungs­sy­stem für Hotels, Gast­stät­ten und ver­gleich­ba­re Ein­rich­tun­gen, auf das ich bei Caschy (der schon wie­der!) gesto­ßen bin, nicht unbe­dingt: Bei einem „Hot­pot“ muss ich ent­we­der an einen Schreib­feh­ler (das South-Park-Pla­ne’a­ri­um lässt grü­ßen, ihm geht’s gut, dan­ke der Nach­fra­ge) oder an einen Pott den­ken, mit­hin also auch an das mit­un­ter so bezeich­ne­te, nun ja, Scheiß­haus.

Und irgend­wie hat es auch mit einem Scheiß­haus zu tun, denn mit Hot­pot soll man, so die Ankün­di­gung, in der Lage sein, via Mobil­te­le­fon, qua­si unter­wegs, ein gera­de besuch­tes Eta­blis­se­ment zu bewer­ten, unter ande­rem eben als „Scheiß­haus!“.

Und was die Pott­be­wer­tun­gen von den diver­sen frei erfun­de­nen „Kun­den­be­wer­tun­gen“ bei Ama­zon (da war doch was?) unter­schei­den soll, glaubt Caschy auch zu wis­sen:

Die Sache ist natür­lich klar. Wer glaubt schon irgend­wel­chem Bull­shit-Bin­go auf Web­sei­ten. Da spre­chen Bars und Restau­rants von tol­lem Ambi­en­te in gepfleg­ter Atmo­sphä­re, was mich natür­lich wenig inter­es­siert. Mich inter­es­sie­ren Mei­nun­gen ech­ter Men­schen, der Men­schen in mei­nem Netz­werk.

Schön und gut, nur trifft das („Mei­nun­gen ech­ter Men­schen“) auch auf jede mir bekann­te Ama­zon-Rezen­si­on zu. Wer aus­rei­chend skru­pel­los ist, sein eige­nes Unter­neh­men unter fal­schem Namen als her­aus­ra­gend pri­ma dar­zu­stel­len, den hält auch die Not­wen­dig­keit, sich hier­für geson­dert eines Smart­phones bedie­nen zu müs­sen, wohl kaum davon ab.

Somit ist Hot­pot letzt­lich auch ein miss­lun­ge­nes Kon­zept und bie­tet im Ver­gleich mit dem bereits seit Län­ge­rem ver­füg­ba­ren Goog­le Places und ähn­li­chen Dien­sten kei­nen wirk­li­chen Mehr­wert, wie auch Caschy schreibt:

Goog­le Hot­pot ist nichts ganz neu­es, son­dern greift auf Goog­le Places zu.

Dafür also brauch­te es nun einen neu­en (furcht­ba­ren) Namen, der, gewollt oder nicht, nicht exi­sten­te Eigen­stän­dig­keit sym­bo­li­siert? Herr­je! Und mal im Ernst, Caschy, der du die­sen Bei­trag hier ohne­hin als Ping­back refe­ren­ziert bekom­men wirst, so wich­tig ist das mit den Knei­pen­be­wer­tun­gen doch wohl kaum, dass …

Es ist schon komisch. Man kommt irgend­wie als sozi­al ver­knüpf­ter Netz­wer­ker kaum noch um Goog­le und Android her­um.

… man sie als Beleg dafür her­neh­men kann, dass man „als sozi­al ver­knüpf­ter Netz­wer­ker“ (das haben Netz­wer­ke so an sich) qua­si unver­meid­lich auch zum Goog­ler wird, „die mei­sten haben eh ein Goog­le-Kon­to“, wis­sen die mei­sten das?

Caschy hat es schon erfasst:

Wer glaubt schon irgend­wel­chem Bull­shit-Bin­go auf Web­sei­ten.

Um der­lei zu ver­mei­den, hilft also auch kei­ne Android-Äpp. Aber viel­leicht wäre es ein guter Ansatz, ein­fach weni­ger Blogs zu lesen.

Netzfundstücke
Das Selbst­ver­ständ­nis der Blogo­sphä­re

Nur noch mal zur Ver­deut­li­chung dient die­ser Bei­trag:

Vor einer Wei­le ließ ich mich unter dem Titel „Von Blog­gern, Blogs und Gurus“ über die selbst ernann­ten „Blog­ger“ aus, die ihre Haupt­auf­ga­be dar­in sehen, ande­re „Blog­ger“ zu ver­lin­ken, als Quel­le zu nut­zen und sonst­wie mit vir­tu­el­len Stern­chen zu ver­se­hen, um im Gegen­zug auch von die­sen am vir­tu­el­len Bauch gepin­selt zu wer­den.

Heu­te nerv­te mich im Feed­rea­der dann auch mal wie­der Caschy, der das zwar auch schon bemerkt hat, dass sich die „obe­ren Hun­dert“ der deut­schen „Blogs“ stän­dig in gegen­sei­ti­gen Lob­hu­de­lei­en ergie­ßen (und sich selbst ver­mut­lich auch über ihre Tasta­tur, Besu­cher­sta­ti­sti­ken und Wer­be­ein­nah­men machen’s mög­lich), was ihn als einen der häu­fi­ger ver­link­ten „Blog­ger“ aber nur peri­pher zu sche­ren scheint. Viel­mehr sieht er es sogar als selbst auf­zu­er­le­gen­de Pflicht an, ein „Blog“ der „Blogo­sphä­re“ wegen zu betrei­ben.

Alle Wege füh­ren zurück zu Robert Basic, der in der Quint­essenz das­sel­be ins Inter­net schmiert, es sich aller­dings auch lei­sten kann, denn er ist einer der deut­schen „Blog­ger“, die erfolg­reich miss­ver­stan­den haben, wor­um es in einem Blog nor­ma­ler­wei­se geht: 2009 ver­scher­bel­te er sein dama­li­ges Blog für 46.902 Euro. Da ist es nur wenig beru­hi­gend, dass SPIEGEL Online das mit dem Blog­gen damals auch schon nicht ver­stan­den hat­te, denn man nann­te ihn „Deutsch­lands meist­ver­link­ten und damit doch irgend­wie auch wich­tig­sten Blog­ger“. Robert Basic ist so unfass­bar wich­tig, dass die Nen­nung bei Caschy das, wenn ich mich nicht irre, ins­ge­samt zwei­te Mal war, dass ich irgend­et­was von ihm in mei­nem Feed­le­ser ver­linkt sah.

Caschy geht da auch gleich, Herrn Basic Honig um das ver­gol­de­te Maul schmie­rend, mit „gutem“ Bei­spiel vor­an:

Auch wenn ich nicht alle ver­gan­ge­nen Aus­sa­gen und Aktio­nen von Robert 1:1 unter­schrei­be, so zeigt die­ser Bei­trag doch, dass er das blog­gen beherrscht (und auch ein her­vor­ra­gen­der Gesprächs­part­ner ist).

„Hach, das ist Bal­sam für die See­le!“ wird Robert Basic da wohl den­ken und sich total dar­über freu­en, weil er jeden freund­li­chen Hin­weis auf sei­ne Blog­ge­rei bestimmt auch total wich­tig fin­det.

Aber Haupt­sa­che, man kann davon leben, dass man immer die glei­chen Rüben­na­sen sei­nem Leser als Lese­emp­feh­lung hin­rotzt, nur um die gesam­mel­te Rot­ze dann irgend­wann an den Meist­bie­ten­den zu ver­hö­kern und mit dem gewon­ne­nen Geld dann end­lich auch mal so tun zu kön­nen, als hät­te die Sekret­kol­lek­ti­on jemals irgend­was bewirkt außer­halb des engen Kor­setts aus den besten­falls zehn bis fünf­zehn Leu­ten, die, nicht hin­ter­fra­gend, jede Blä­hung des eige­nen Gedärms als Got­tes­wort prei­sen; amen.

Wie mich die­ses Gewürm, das meint, mir vor­schrei­ben zu kön­nen, wie und wann ich gefäl­ligst wen als Quel­len­an­ga­be zu nut­zen habe, anwi­dert! Wie „man Blogs“ ver­linkt, weiß ich schon; man neh­me den a-Tag und set­ze den URL hin­ein, gut ist’s, und wenn ich kei­ne Lust habe, etwas zu ver­lin­ken, dann muss ich das auch nicht tun, und ich habe sel­ten kei­ne Lust, son­dern mich hal­ten eigent­lich nur ethi­sche Grün­de davon ab, man­cher­lei mit einem Direkt­link zu ver­se­hen. Da bedarf es indes kei­ner zehn wich­ti­ger Regeln und Grün­de von Leu­ten, die nicht ver­linkt wer­den, weil sie der Welt irgend­was neu­es mit­zu­tei­len hät­ten, son­dern nur des­we­gen, „weil man das halt so macht“, weil sie Koni­fe­ren Kory­phä­en ihrer Zunft sind und wir alle ohne sie ver­mut­lich nicht mal wüss­ten, was ein Blog ist; näm­lich eine in Byte gegos­se­ne Samm­lung nich­ti­ger Plat­ti­tü­den, die sich von ande­ren Web­sei­ten nur dadurch unter­schei­det, dass sie mit min­de­stens neun ande­ren Samm­lun­gen nich­ti­ger Plat­ti­tü­den untrenn­bar ver­bun­den ist, ohne dass der Blick für’s Wesent­li­che – die Wer­be­ein­nah­men näm­lich – ver­lo­ren gehen darf. So läuft das in der Rezes­si­on, mhm.

(Anmer­kung des Ver­fas­sers: Ich bit­te die bei­den Ver­lin­kun­gen von deutsch­spra­chi­gen Blogs kei­nes­falls als Ver­such, an die „Blogo­sphä­re“ anzu­knüp­fen, zu wer­ten. Hier­zu bit­te auch dem in der Sei­ten­lei­ste hin­ter­leg­ten Ver­weis „Dies ist kein Blog.“ fol­gen.)


Nach­trag: Robert Basic hat mich einen „Blog­ver­ste­her“ („Blog-Ver­ste­her“) genannt und mich ver­linkt und mein­te das, also das Nen­nen, ver­mut­lich abschät­zig und ich glau­be, ich wer­de nach­her ein biss­chen dar­ob betrübt sein.

PolitikIn den Nachrichten
Drei­mal CDU

(Alles via Fefe und als ergän­zen­de Poin­ten zu ver­ste­hen.)

CDU zum Ersten:

„Wer durch eine Sitz­blocka­de einen hoheit­lich geneh­mig­ten Trans­port behin­dert und dadurch einen Scha­den ver­ur­sacht wie etwa Mehr­ko­sten für den Poli­zei­ein­satz, der darf nicht von vorn­her­ein straf­frei blei­ben“, sag­te der nie­der­säch­si­sche Justiz­mi­ni­ster Bernd Buse­mann (CDU) der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“.

Wer dem Steu­er­zah­ler unnö­ti­ge Kosten ver­ur­sacht, gehört bestraft; so weit ist das gut und rich­tig. Was Bernd Buse­mann ver­ges­sen hat: Damit bean­tragt er genau genom­men eine Stra­fe für sich selbst und sei­nes­glei­chen, denn nie­mand liegt den Bür­gern der­zeit mehr und vor allem aus absur­de­ren Anläs­sen her­aus auf der Tasche als die Regie­rung. (Bonu­s­poin­te: Kon­se­quen­ter­wei­se müss­te Bernd Buse­mann Gefäng­nis­in­sas­sen dafür bestra­fen las­sen, dass sie im Gefäng­nis sit­zen, denn sie ver­ur­sa­chen Mehr­ko­sten für den Poli­zei­ein­satz.)

CDU zum Zwei­ten:

Der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Axel E. Fischer kri­ti­siert die gän­gi­ge Pra­xis, sich in Inter­net-Dis­kus­si­ons­fo­ren mit einem Fan­ta­sie­na­men zu Wort zu mel­den.

Kennt ihr die Die-Simpsons-Fol­ge, in der Homer J. Simpson ver­sucht, sei­nen zwei­ten Vor­na­men zu erfah­ren? Ich bezweif­le, dass Axel Fischer mit zwei­tem Vor­na­men „Eeh“ heißt. Geht das bereits als Fan­ta­sie­na­me durch? Wie man anson­sten her­aus­fin­den soll, ob ein ange­ge­be­ner Name echt ist, lässt er offen. Der „ePer­so“ wur­de als Bei­spiel­tech­nik ange­führt; wenn die­se zukunfts­si­che­re Erfin­dung künf­tig also im deut­schen Inter­net die Inte­gri­tät eines Dis­kus­si­ons­fo­rums gewähr­lei­sten soll, kom­men noch spa­ßi­ge Zei­ten auf uns zu.

CDU zum Drit­ten:

Char­lot­te Roche hat Bun­des­prä­si­dent Chri­sti­an Wulff ein unmo­ra­li­sches Ange­bot unter­brei­tet: Die Best­sel­ler­au­torin bie­tet dem deut­schen Staats­ober­haupt Sex an, wenn Wulff sein Veto bei der Lauf­zeit­ver­län­ge­rung der Atom­kraf­te gibt.

…, und nicht ein­mal mir wür­de gera­de ein bes­se­res Argu­ment ein­fal­len, die Lauf­zeit­ver­län­ge­rung zu unter­schrei­ben; zur Sicher­heit gleich dop­pelt, damit Frau Roche es auch mit­be­kommt. Schau­der­haf­te Vor­stel­lung!

Sonstiges
Medi­en­kri­tik XLI: Das Beste kommt noch!

Mei­ne Vor­lie­be für Fahr­ten im öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr ver­schafft mir nicht nur Ein­blicke in das Fami­li­en­le­ben mir unbe­kann­ter Men­schen, son­dern mit­un­ter auch eini­ge for­mi­da­ble Fund­stücke, die oft auch lang­le­bi­ger sind als die leid­lich aktu­el­len You­Tube-Aus­schnit­te und ähn­li­che Netz­fund­stücke, die ich hier mit euch, lie­be Leser, zu tei­len pfle­ge. So ist es bei­spiels­wei­se auch noch 20 Jah­re nach der Ein­heit belu­sti­gend, sich einen öster­rei­chi­schen Bus­fahr­schein ein­mal genau­er anzu­se­hen:

Hier sind sogar zwei (ähnliche) Witze versteckt!

Heu­te jeden­falls fuhr ich wie­der ein­mal mit dem Bus durch die Gegend und wur­de auf eine dort acht­los lie­gen gelas­se­ne Bro­schü­re auf­merk­sam gemacht, die vom „Mis­si­ons­werk Wer­ner Heu­kel­bach“ her­aus­ge­ge­ben wor­den war und „Gedan­ken zum Älter­wer­den“ zu beinhal­ten ver­spricht. Ihr Name lau­tet: „Das Beste kommt noch!“.

Das erste Kapi­tel nach dem Vor­wort (nicht von Wer­ner Heu­kel­bach übri­gens) ist „Der Herr ist mein Hir­te.“ beti­telt und bezieht sich auf Psalm 23, der bei christ­lich auf­ge­wach­se­nen Jugend­li­chen samt und son­ders bereits bei sei­ner Erwäh­nung Augen­rol­len ver­ur­sa­chen dürf­te, weil: irgend­wann is‘ mal gut.

Und was da so als Bestes noch kom­men wird, das ver­hei­ßen Abschnit­te wie „Per­sön­li­che Ein­la­dung.“ und „Got­tes Geschenk für Sie!“, in denen mit­hil­fe jeweils einer Kreuz­fo­to­gra­fie nur wenig Zwei­fel dar­an gelas­sen wird, zu was für einem gran­dio­sen Geschenk hier ein­ge­la­den wer­den soll; zum Tod näm­lich:

Und wer jetzt noch immer noch nicht bereit ist, das „Mis­si­ons­werk Wer­ner Heu­kel­bach“ für unzu­rech­nungs­fä­hig zu erklä­ren, dem schicke ich auf Anfra­ge gern das voll­stän­di­ge Pam­phlet zu, gemäß des­sen unter ande­rem auch Krebs­kran­ke sich ihres Lebens freu­en soll­ten, denn immer­hin sind sie kei­ne Sün­der:

Das Beste kommt noch – na, Gott sei Dank!

(Mit Dank an V. für den Hin­weis, das Fund­stück und den wun­der­bar blö­den Humor.)

NetzfundstückeNerdkrams
Apple ist an allem schuld!

Peter hat auf sei­nem iPho­ne offen­bar die Kaf­fee­un­ter­set­zer-App akti­viert, und ich könn­te jetzt meter­lang dar­über refe­rie­ren, wie­so er selbst schuld ist, dass er sich wil­lens in die Hän­de eines skru­pel­lo­sen Welt­kon­zerns bege­ben hat, aber das habe ich anders­wo schon getan.

Statt­des­sen soll­te die stei­gen­de Kom­ple­xi­tät und gleich­zei­tig stei­gen­de Feh­ler­an­fäl­lig­keit moder­ner Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel ange­sichts der kom­men­den besinn­li­chen Zeit (dazu gege­be­nen­falls spä­ter mehr) ein Anlass sein, sich an die Ursprün­ge des digi­ta­len Nir­wa­nas zu erin­nern, um wenig­stens jeman­dem die Schuld geben zu kön­nen.

Und da ist es doch hübsch, dass gera­de wie­der ein Jubi­lä­um ansteht: Die Redak­ti­on von SPIEGEL Online fei­ert die­ser Tage zum zwei­ten Mal „20 Jah­re WWW“ und erläu­tert, wie­so sie das noch mehr­fach tun wird. Tat­säch­lich sind 20 Jah­re dann auch eine eher gro­be Schät­zung:

Ende 1990 stell­te Tim Ber­ners-Lee den von ihm und eini­gen Mit­ar­bei­tern am CERN ent­wickel­ten Dienst erst­mals der Öffent­lich­keit vor. Ursprüng­lich dien­ten sei­ne Plä­ne für ein ver­netz­tes System zum Wis­sens­aus­tausch, das ist SPIEGEL Online zu ent­neh­men, allein ihm als Merk­hil­fe, da er von sich behaup­tet, ein furcht­bar schlech­tes Gedächt­nis sein eigen zu nen­nen. Mit den Jah­ren aber reif­te das „World Wide Web“ her­an zu einem System ähn­lich dem im Fol­ge­jahr ein­ge­führ­ten Gopher her­an und stell­te mit HTTP und HTML wesent­li­che Ele­men­te der heu­ti­gen digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on bereit.

Die erste Inter­net­sei­te der Welt, in einer archi­vier­ten Ver­si­on noch erhal­ten, war betont schlicht gehal­ten: Schwar­ze Schrift auf wei­ßem Grund, for­ma­tiert allein mit Über­schrif­ten und Ein­rückun­gen (das <dl>-Tag kennt heu­te auch kein so genann­ter „Web­de­si­gner“ mehr wirk­lich, des­sen „Arbeit“ dar­in besteht, mit­hil­fe einer lusti­gen bun­ten gra­fi­schen Ober­flä­che Pixel zu ver­schie­ben). Man betrach­te nur ein­mal den Quell­text! Bei­zei­ten kamen neue Ele­men­te auf und ver­schwan­den oft auch wie­der, mar­quee und blink haben sich zur all­ge­mei­nen Erleich­te­rung lang­fri­stig nicht durch­set­zen kön­nen.

An der Schlicht­heit frü­he­rer Tage lässt es die heu­ti­ge Vor­stel­lung einer „moder­nen Inter­net­sei­te“ indes lei­der völ­lig feh­len, der Grund­satz „HTML ist kein Papier“ soll­te in jedem HTML-Hand­buch die­ser Welt in gro­ßen, roten Buch­sta­ben auf jeder Sei­te ein­ge­fräst sein, damit das selbst­ver­lieb­te Pack von „Medi­en­de­si­gnern“ (als gäbe es kei­ne ande­ren Medi­en, an denen sie sich aus­las­sen kön­nen!) end­lich auf­hört, irgend­was von „fester Brei­te“ zu bla­fa­seln.

Und es wird nicht bes­ser: „HTML 5“ (das neue Bull­shit-Bin­go-Trumpf­wort, nach­dem sich „Web 2.0“ offen­bar dan­kens­wer­ter­wei­se abge­nutzt hat) hat mit einer „Hyper­text Mark­up Lan­guage“ nicht mehr viel zu tun. Tat­säch­lich näm­lich dient es nur noch als Rah­men für Java­script- und CSS-Spie­le­rei­en, von denen nicht nur ich mich fra­ge, was genau das im Inter­net ver­lo­ren hat. Es stimmt, dass die Bedeu­tung Weg wei­sen­der Tech­nik oft ver­kannt wird, aber dar­auf, zu erfah­ren, wel­chen Weg die­se Ent­wick­lung wei­sen wird, bin ich der­zeit nicht son­der­lich erpicht.

Der erste Web­ser­ver war übri­gens eben­so wie der Com­pu­ter, auf dem die Soft­ware ent­wickelt wur­de, ein NeXT-Rech­ner. NeXT war ein Soft- und Hard­ware pro­du­zie­ren­des Unter­neh­men eines gewis­sen Ste­ve Jobs, der Apple (wo man heu­te unter ande­rem, ich erwähn­te es, das furcht­ba­re iPho­ne ent­wickelt) ver­las­sen hat­te. 1996 kauf­te Apple NeXT und mach­te das Betriebs­sy­stem NeXTS­tep zu einer der tech­ni­schen Grund­la­gen für Mac OS 10 („X“). So kann man mit Fug und Recht auch mit lan­gem Blick zurück noch behaup­ten: Apple ist an allem schuld; selbst an der Grün­dung von Goog­le.

Ach, ich mag Krei­se, die sich schlie­ßen.

Über­haupt ist das Jahr 2010 bis­her ein ganz gro­ßes Jahr.
Und was passt bes­ser zu einem ganz gro­ßen Jahr als eine ganz gro­ße Wür­di­gung lang­le­bi­ger Klas­si­ker?

Etwas älter als das WWW, näm­lich inzwi­schen 26 Jah­re alt, ist das Spiel „Tetris“, das meh­re­re Gene­ra­tio­nen jun­ger Kon­so­len­spie­ler in der einen oder ande­ren Form auf ihrem Weg zur gei­sti­gen Rei­fung beglei­te­te. Eben­so wie der SPIE­GEL-Online-Bei­trag zu zwei Deka­den WWW ist auch die Wür­di­gung von Tetris inzwi­schen über ein Jahr alt, der ganz gro­ße Knall hat aber noch gefehlt.

Der kam mir nun mit Tetris HD (mit Dank an V., die unbe­dingt auch mal wie­der erwähnt wer­den will) vor die Augen, und obwohl das Spiel auch bereits aus dem Vor­jahr stammt, so lässt sich kaum leug­nen, dass es eine wirk­lich ganz gro­ße Wür­di­gung ist.

Ich wün­sche viel Spaß.

Projekte
Tiny­To­do build 20101112 (für Unge­dul­di­ge)

Didi mag es eine „ewi­ge Bau­stel­le“ nen­nen, und es sieht mit­un­ter, zuge­ge­ben, auch so aus, als wür­de die Ent­wick­lung schlicht nicht mehr wei­ter­ge­hen; aber ich habe es nun doch geschafft, den Anzei­ge­feh­ler von Tiny­To­do bei mir zu behe­ben. Die Schuld trug gdipp, das sich manch­mal ein wenig merk­wür­dig ver­hält. Flugs eine Aus­nah­me für die AIR-Biblio­the­ken ein­ge­tra­gen und es konn­te wei­ter­ge­hen.

Und so prä­sen­tie­re ich heu­te mit geschwol­le­ner Brust und min­de­stens eben­sol­chem Kopf, Kopf­weh sei’s gedankt, eine neue Test­ver­si­on von Tiny­To­do.

Her­un­ter­la­den könnt ihr, wer­te Leser, den gan­zen Krem­pel wie üblich per Klick auf den Screen­shot. Neu ist vor allem die (ange­kün­dig­te) Auf- und Zuklapp­funk­ti­on für Kate­go­rien, wie auf dem Bild zu sehen. Die (gleich­falls ange­kün­dig­te) Online­an­bin­dung aller­dings wird noch ein wenig län­ger dau­ern.

Ich wün­sche den­noch viel Spaß.

Nach­trag 1: Vor­aus­sicht­lich in der kom­men­den Ver­si­on wer­den die Pfei­le für auf- und zuge­klapp­te Kate­go­rien mit­ein­an­der ver­tauscht, um dem all­ge­mei­nen Ver­ständ­nis, etwa in Datei­ma­na­gern und Text­edi­to­ren, die gleich­falls Uni­code­sym­bo­le für die­sen Zweck ver­wen­den, ein wenig ent­ge­gen­zu­kom­men.

Nach­trag 2: In der aktu­el­len Tiny­To­do-Ver­si­on wird wie­der­um eine vor­be­füll­te Daten­bank mit­ge­lie­fert, die die vor­han­de­ne Daten­bank über­schreibt. Ich emp­feh­le, die vor­han­de­ne Daten­bank (im Pro­gramm­ver­zeich­nis als TinyTodo.db gespei­chert) zu sichern und nach erfolg­ter Aktua­li­sie­rung zurück­zu­ko­pie­ren. Gleich­falls wer­de ich dies jedoch für die kom­men­de Ver­si­on ändern. Damit steht einer prak­ti­schen Nut­zung auch über Aktua­li­sie­run­gen hin­weg künf­tig nichts mehr im Weg.

PolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz ver­linkt XXIX: Femi­nis­mus und die Aus­weis­App

Unter­halt­sa­me, jedoch nur bedingt ver­gnüg­li­che Lek­tü­re hin­ter­ließ bereits am Mon­tag Ste­fan Sas­se im Web­log „Oef­fin­ger Frei­den­ker“, indem er über die gegen­wär­ti­gen Strö­mun­gen des Femi­nis­mus‘ refe­rier­te.

Zutref­fend stellt er bei­spiels­wei­se fest:

Es kann kein Zwei­fel bestehen, dass die recht­li­che Gleich­be­rech­ti­gung längst erreicht ist. Dies wird auch von der Frau­en­be­we­gung nicht ange­zwei­felt, nicht ein­mal von ideo­lo­gi­schen ver­bohr­ten Alt­la­sten wie Ali­ce Schwar­zer. Statt­des­sen erklärt die Frau­en­be­we­gung, dass die „fak­ti­sche Gleich­be­rech­ti­gung“ nicht erreicht sei. Dazu gehört die Legen­de von einer glä­ser­nen Decke, die es Frau­en nicht erlau­be, in Füh­rungs­po­si­tio­nen auf­zu­stei­gen, weil dort ja nur Män­ner sit­zen, die unter sich blei­ben wol­len und Frau­en des­we­gen nicht hoch­kom­men las­sen wol­len. Im glei­chen Zusam­men­hang steht die Behaup­tung, dass Frau­en bei glei­cher Tätig­keit um ein Drit­tel schlech­ter bezahlt wer­den.

Resi­gnie­rend kommt er zu dem Schluss, dass der Femi­nis­mus sich über die Jahr­hun­der­te von einer bigot­ten Spiel­art des Ego­is­mus‘ in der Ober­schicht zu einer auch vor radi­ka­len Metho­den nicht zurück­schrecken­den, aber gesell­schafts­fä­hi­gen Form des Sexis­mus‘ gewan­delt hat.
Ein sehr wich­ti­ges und rich­ti­ges Mani­fest sei­ner­seits und eine stän­di­ge Lese­emp­feh­lung mei­ner­seits. Bes­ser wird es nicht.

Wer es übri­gens noch nicht mit­be­kom­men hat:
Ein Pirat (Jan Sche­j­bal, das war u.a. auch der hier) hat den neu­en Per­so­nal­aus­weis geknackt.

Mit „geknackt“ ist hier kei­nes­falls gemeint, dass man nun sei­nen Aus­weis selbst fäl­schen könn­te; viel­mehr stellt die zum Aus­weis gehö­ren­de „Aus­weis­App“ (ein scheuß­li­cher Name) eine gewal­ti­ge Sicher­heits­lücke für das System dar, auf dem sie läuft:

Ein (…) Angrei­fer, wel­cher den Netz­werk­ver­kehr belie­big mani­pu­lie­ren kann, jedoch nicht in der Lage ist als sicher gel­ten­de Ver­schlüs­se­lung zu bre­chen oder den Cli­ent des Opfers vor­her zu mani­pu­lie­ren, kann somit auf­grund zwei­er Imple­men­tie­rungs­feh­ler in der Aus­weis­App über die Auto-Update-Funk­ti­on Schad­soft­ware ein­spie­len.

Böse Zun­gen wür­den behaup­ten, das sei Absicht, denn eine ein­fa­che­re Mög­lich­keit, heim­lich Über­wa­chungs­me­cha­nis­men auf den Com­pu­tern mög­lichst vie­ler Bür­ger zu instal­lie­ren, ist kaum vor­stell­bar. Es könn­te aller­dings auch blo­ße Inkom­pe­tenz sein, wofür auch sprä­che, dass das gan­ze Ding in Java, der rück­stän­di­gen und noto­risch unsi­che­ren Mehr­zweck­pro­gram­mier­spra­che, ent­wickelt wur­de. Was auch immer zutref­fen mag: Von „Kin­der­krank­hei­ten“ kann kei­ne Rede mehr sein.

Et nunc, reges, intel­li­gi­te; eru­di­mi­ni, qui iudi­ca­tis ter­ram.

SonstigesNerdkrams
Medi­en­kri­tik XL: Skan­dal: Es gibt unli­zen­zier­te Soft­ware!

Im August äußer­te ich mich über die Wir­re der Zeit­schrift „PC-WELT“ (nur echt mit Brüll­buch­sta­ben), habe es aber ver­säumt, ein Bild davon anzu­fer­ti­gen. Heu­te stieß ich auf ein geeig­ne­tes Sur­ro­gat:

„Micro­softs Geheim­plan“ für „Win­dows 8“ ist so schreck­lich geheim, dass er in einer der­ma­ßen preis­wer­ten Zeit­schrift nur als Rand­no­tiz vor­kommt; also ver­mut­lich welt­ex­klu­siv.

Viel mehr Auf­se­hen erreg­te bei „Euro­pas gro­ßem Maga­zin für Win­dows-Anwen­der“ die­ses „Inter­net“, von dem alle in letz­ter Zeit reden, denn dort, Skan­dal!, gibt es „über­all“ eine „ille­ga­le Ver­si­on“ der „Hacker-Edi­ti­on“ von Win­dows 7. Und weil das so skan­da­lös und ille­gal ist, ver­zich­tet man bereits auf dem Titel nicht dar­auf, auf die Risi­ken von Betriebs­sy­stem­dis­tri­bu­tio­nen aus zwei­fel­haf­ten Quel­len hin­zu­wei­sen, näm­lich, dass die „Hacker-Edi­ti­on“ „bes­ser & schnel­ler als das Ori­gi­nal“ sei (hier­zu sie­he auch mei­ne Kri­tik an Win­dows 7), „[o]hne ner­vi­ge Akti­vie­rung“ aus­kom­me und sogar „Pho­to­shop & Co. vor­in­stal­liert“ habe, ins­ge­samt also sicher nicht ein­mal die Suche nach Quel­len wert sei.

(Ich neh­me ohne­hin an, selbst die Suche erleich­tert „Euro­pas gro­ßes Maga­zin für Win­dows-Anwen­der“ mit­hil­fe mehr oder min­der ein­deu­ti­ger Hin­wei­se. Aller­dings war es mir die sie­ben Euro neun­und­neun­zig – ein stol­zer Preis für, wie erwähnt, min­de­stens welt­ex­klu­si­ve War­nun­gen vor gefähr­li­chen „ille­ga­len Ver­sio­nen“ – dann doch nicht wert, die­se The­se selbst zu über­prü­fen.)


Und dann war da noch das Strick­wa­ren­fach­ge­schäft „Woll­rausch“, des­sen Betrei­ber zwar ein Gespür für Wort­spie­le zu haben schei­nen, aber dann doch den Gedan­ken nicht zu Ende geführt haben; denn noch schö­ner wäre es doch, hie­ße es „Woll-Lust“!
Nichts zu dan­ken.

(Auch schön übri­gens: Heu­te im Super­markt sah ich eine Klein­an­zei­ge, mit­tels derer jemand ver­such­te, einen Dach­ge­bäck­trä­ger an den Mann zu brin­gen. Klingt nütz­lich!)

Spaß mit Spam
Schnel­ler leben, schö­ner ster­ben

Spam­mer, der du mir und ande­ren Mit­men­schen, die du nicht per Blind­ko­pie adres­sier­test, vor­hin ein Exem­plar dei­ner Mas­sen­mails zukom­men lie­ßest:
Ich bedan­ke mich, ich habe herz­lich gelacht!

Denn unter der Über­schrift

Skan­dal Brit­ney Spears tot

erwar­tet man in sei­nem Post­ein­gang sicher kei­nen lyri­schen Erguss, damit aller­dings hät­te ich dann doch nicht gerech­net:

5, 10 oder sogar 25 Kilo weni­ger? Wer will das nicht! Nur schafft es kaum
ein Mensch. Zumin­dest nicht ohne Hil­fe.

Ver­su­chen Sie! es sofort selbs$t, har­te Tat­sa­chen bewei­sen mehr als
unzaeh­li­ge Wor­te. Wenn Sie sehen, wie Ihre Pfun­de schw#inden, wer­den Sie
eupho­risch sein. Noch nie war Gewicht ver­lie­ren so ein­fach!

Den belang­lo­sen fol­gen­den Wer­be­schmarrn ein­mal bei­sei­te gelas­sen:
Stimmt! Kei­ne Art, Gewicht zu ver­lie­ren, ist weni­ger anstren­gend als ein­fach – zu ster­ben.

Ob die Weight Watchers wohl auch eine Kopie erhal­ten haben?

PersönlichesMusikFotografie
Ein psy­che­de­li­scher Genuss: Dear John Let­ter in Braun­schweig

Da freut man sich seit drei Jah­ren dar­auf, Dear John Let­ter end­lich mal live zu sehen, und dann fällt’s fast ins Was­ser. Mit mei­ner Beglei­tung (die­sel­be wie einst auf dem Nihi­ling-/Her­me­lin-Kon­zert vor – bei­na­he – exakt einem Jahr) an der Hal­te­stel­le ange­langt stell­te ich fest, dass in den näch­sten drei Stun­den kein Bus mehr fah­ren und der näch­ste Zug uns auch nicht recht­zei­tig an den Ziel­ort brin­gen wür­de. Ungern bestie­gen wir also im strö­men­den Regen eine (immer­hin preis­wer­te) ander­wei­ti­ge Mit­fahr­ge­le­gen­heit.

Das Kon­zert fand im Café Rip­t­i­de, einem übri­gens sehr gemüt­li­chen Plat­ten­la­den in Braun­schweig, statt. Die Kul­tur­fa­brik in Hil­des­heim, so erfuhr ich spä­ter von Peter (reimt sich), lei­det der­zeit unter finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten; ich wün­sche den Betrei­bern alles Gute. Das Café Rip­t­i­de befin­det sich in Braun­schweig in einer obsku­ren Sei­ten­gas­se, auf die man als Orts­exter­ner nur zufäl­lig stößt, ent­spre­chend irr­ten wir etwa zwan­zig Minu­ten im wei­ter­hin strö­men­den Regen umher. Es war bereits kurz nach 21 Uhr, als wir ein­tra­fen. Julia­ne, eben­falls bereits auf o.g. Kon­zert in Hil­des­heim anwe­send, war auch da; ein durch­aus ange­neh­mer Zufall.

Das Quin­tett ließ sich indes Zeit, saß noch gemüt­lich in einer Ecke her­um und unter­hielt sich. Der Kon­zert­be­ginn wur­de auf etwa 21:45 Uhr ver­legt, „21 Uhr“ war also eher ein gro­ber Richt­wert. Das war nicht vor­aus­zu­se­hen, gewähr­te mir aber die Gele­gen­heit, mich ein wenig aufs Sofa zu lüm­meln, ein wenig Bier zu trin­ken und mich mit den Fünf bekannt zu machen. Man gab sich erfreut über mei­ne Anwe­sen­heit, läster­te noch ein wenig über die Rezen­sio­nen der VISIONS und begab sich als­bald in Rich­tung Büh­ne.

Den Schlag­zeu­ger hat­ten sie bau­be­dingt hin­ter Möbeln ver­steckt, aber wenn man eine Gele­gen­heit fand, vorn zu ste­hen, konn­te man ihn sehen, wor­auf im Lau­fe des Kon­zerts expli­zit hin­ge­wie­sen wur­de. Nun – ich stand vorn.

Hin­ter den Musi­kern wur­den psy­che­de­li­sche Video­se­quen­zen an eine Lein­wand gewor­fen, was die grund­sätz­lich ohne­hin psy­che­de­li­sche Musik (sie­he Rezen­si­on zum aktu­el­len Album) zusam­men mit der spär­li­chen Beleuch­tung erst so rich­tig zur Gel­tung brach­te. So gese­hen ist es nur kon­se­quent, dass mir wäh­rend des Kon­zerts nur ver­schwom­me­ne Bil­der gelan­gen, denn sie illu­strie­ren die Atmo­sphä­re bes­ser als jedes Pres­se­fo­to:

Dar­ge­bo­ten wur­de neben Stücken von „Part & Frag­ment“ auch „Towers | Trees“ vom Vor­gän­ger­al­bum sowie zwei Stücke des Debüt-EPs. Live ist all das noch kraft­vol­ler, mit­rei­ßen­der als auf den Ton­trä­gern, auch, wenn der Bass mit­un­ter etwas zu sehr in den Vor­der­grund gemischt wur­de.

Nach Abschluss des Kon­zerts gesell­ten wir uns noch Bier und Cola trin­kend zu der illu­stren Dis­kus­si­ons­run­de (Peter, Dear John Let­ter), was eine gute Idee war, denn man for­der­te mich auf, sie zur The­ke zu beglei­ten, wo man Jäger­mei­ster ver­teil­te. (Benei­det mich!)

(Links im Bild: Herr Schall­gren­zen.)

Bis kurz nach Mit­ter­nacht blie­ben wir noch dort und amü­sier­ten uns präch­tig.
Es ist scha­de, dass es drei Jah­re gedau­ert hat, bis ich die Band end­lich erle­ben durf­te, und ich hof­fe, es war nicht das letz­te Mal.

Bis Anfang Dezem­ber sind Dear John Let­ter noch auf Tour, und ich emp­feh­le jedem, der gera­de in der Nähe ist, sich dem aku­sti­schen Trip, auf den ihre Musik den Hörer schickt, ein­mal aus­zu­set­zen.

Ihr wer­det es nicht bereu­en.

Netzfundstücke
Wer­bung? Wol­len wir nicht!

Wer hät­te gedacht, dass Sony, bekannt für Root­kits auf CDs, Inter­net­zen­sur und unver­schäm­te For­de­run­gen im Fall ver­meint­li­cher Ver­let­zun­gen des Urhe­ber­rechts, doch noch mal eine gute Idee haben wür­de?

Der­zeit ist man dort wohl damit beschäf­tigt, das Inter­net von den eige­nen Wer­be­vi­de­os zu befrei­en; und das ist doch lobens­wert!

(via Fefe)

:lol:

MusikNetzfundstücke
Juhu!

(Unlängst ließ ich mich über die Ein­falls­lo­sig­keit gegen­wär­ti­ger Musikko­pi­sten aus. Es folgt ein wei­te­rer Aspekt, den ich, wie üblich, total über­trei­be.)

Im Übri­gen mei­ne ich, dass Künst­ler, die die Sil­be „yeah“ ein einem Lied mehr­fach zur blo­ßen Über­brückung von Vokal­pau­sen und nicht etwa als gestal­te­ri­sches Mit­tel (Die Ärz­te: „Him­mel­blau“; Van der Graaf Gene­ra­tor: „Kil­ler“; J.B.O.: „Ka Alda, ka G’schrei“) ein­set­zen, aus den Titellisten zeit­ge­nös­si­scher Radio­sen­der ver­bannt und dazu ange­hal­ten wer­den soll­ten, die Erlö­se aus dem Ver­kauf der mit die­sen Lie­dern bespiel­ten Ton­trä­ger wohl­tä­ti­gen Zwecken zuzu­füh­ren, damit die­se Marot­te ein Ende fin­det.

„Sagt ‚yeah yeah yeah‘ “ into­nie­ren die Fan­ta­sti­schen Vier auf dem Album „Viel“ und kon­ter­ka­rie­ren damit eine Kul­tur, deren Teil sie sind, womög­lich nur zufäl­lig. Seit die völ­lig über­be­wer­te­ten Beat­les ihrer­zeit, frei nach Die­ter Boh­len, sich mit drei­mal yeah in den Hit­pa­ra­den plat­zier­ten, hat sich die­se per se inhalts­lee­re Sil­be – man über­set­ze bei Unglau­ben ein­mal spa­ßes­hal­ber jedes „Yeah!“ durch ein „Ja!“, um fest­zu­stel­len, dass von sei­ner beja­hen­den Bedeu­tung nur mehr wenig übrig geblie­ben ist – auch im deutsch­spra­chi­gen Raum breit gemacht, vor­läu­fig gip­felnd in dem Mem „… und alle so: Yee­aah!“ (wir erin­nern uns).

(Offen­sicht­li­che Per­si­fla­gen sei­en ein­mal außen vor gelas­sen; etwa „Tanzt das Brot“: „Hey, yeah – hey, hey, hey, yeah! Alle zusam­men: Tanzt das Brot!“)

Ein Bei­spiel: Wie ich mehr­fach erwähn­te, habe ich unter ande­rem eine jün­ge­re Schwe­ster. Zu den Fern­seh­se­ri­en, die ich somit mit­un­ter zu kon­su­mie­ren nicht umhin kom­me, zählt „Han­nah Mon­ta­na“. Hier­bei han­delt es sich um eine Pseu­do­do­ku­men­ta­ti­on über das Leben von Miley Cyrus, deren Sze­nen von „Hör mal, wer da hämmert“-Gedächtnis-Lachern vom Band unter­malt wer­den, damit der Zuschau­er weiß: Ah, gera­de war wohl etwas amü­sant. Der Über­gang zwi­schen den Sze­nen nun gestal­tet sich inso­fern, als er von ver­schie­de­nen Klang­ein­spie­lun­gen sei­tens Miley Cyrus unter­malt wird, oft etwa nur „yea­hye­ah“, die so auch ihre Lie­der bestim­men.

Wir erin­nern uns mit Grau­sen an Basis („ich lie­be mich, yeah, uh“) und vor allem auch Scoo­ter („yeah yeah yeah yeah yeah yeah yeah“). Ich wür­de jetzt nicht so weit gehen, von Kul­tur­ver­fall zu spre­chen, denn mit Kul­tur hat die­ses anspruchs­lo­se Wort­ge­zap­pel nicht viel zu tun; aber scha­de ist es doch schon.


(Schon gewusst? Wer Flattr benutzt, soli­da­ri­sie­re sich mit Faschi­sten, „schreibt“ der olle Links­fa­scho Chri­sti­an Sicken­dieck in sei­ner jüng­sten „Sati­re“, ver­bit­tet sich wie üblich jeden kri­ti­schen Kom­men­tar und „belegt“, dass unter ande­rem Spree­blick, Netzpolitik.org und die lin­ke „taz“ übel­ste Nazi­me­di­en sind. Gut zu wis­sen.)