Nur so eine Verständnisfrage, „PortableApps.com“:
Wie denn nun?
Mal ganz blöd gefragt, Alexander Hagelüken, c/o „Süddeutsche Zeitung“:
Die italienische Regierung muss sofort strikt sparen und die Euro-Zone dem Land viel Geld zur Verfügung stellen. Ansonsten ist die Gemeinschaftswährung in Gefahr.
Den Unterschied zwischen „ansonsten“ und „deshalb“ hat man in Ihrer Journalistenschule aber schon mal durchgenommen, oder?
Übrigens: „Wer Berlusconi hilft, rettet den Euro“. Gut gesagt.
Wer kennt es nicht, das geflügelte Wort von den zwei Fliegen und der einen Klappe?
Etwas überrascht war ich ja schon, dass mich laut Thunderbird ausgerechnet die Sparkasse anmailte, hatte ich doch zeitlebens keinen privaten Kontakt mit ihr. Aber eine Bank hat einem meist etwas Wichtiges zu sagen, und so ist es auch hier der Fall:
Ihre Kreditkarte wird ausgesetzt, weil wir gemerkt haben, haben Sie nicht
Aktivieren Sie Verified by Visa – MasterSecure Code.Aktivieren Sie Verified by Visa – MasterSecure Code, um Sie gegen unbefugtes Eink?ufe, wenn shoppin Online schnell und einfach.
Das ist jetzt aber gemein: Die Sparkasse will meine Kreditkarte irgendwo aussetzen, weil ich nicht aktiviert habe Verified by Visa – MasterSecure Code, und das sogar doppelt, um mich gegen unbefugten Einkauf, sofern Onlineeinkauf schnell und einfach ist.
Das ist nett von der Sparkasse, dass sie die MasterCard von Kunden anderer Banken von Visa verifizieren lassen will. Man kann ja heutzutage nicht sicher genug gehen. Ich sollte also schnell handeln! Nur wie?
Zu Ihrem Schutz haben wir Ihre Kredit Warenkorb ausgesetzt. So aktivieren Sie Ihre Karte herunterladen Befestigung und das Formular ausf?llen und folgen Sie den Anweisungen zur Aktualisierung Ihre Kreditkarte.
Ich muss also lediglich die Befestigung herunterladen und das Formular ausfüllen und danach den Anweisungen folgen. Wird gemacht! Zwar finde ich keinen Verweis darauf, wo ich diese Befestigung finden kann, aber als Schlaufuchs, der ich bin, nehme ich an, im Anhang – eine .html-Datei wurde mitgesendet – finde ich die entsprechende Information.
Tatsächlich scheint es sich dabei um das gesuchte Formular zu handeln, das mit gewohnt professioneller Aufmachung besticht:
Aber halt – was ist das? Man zeigt mir an, Elemente seien wegen abgeschalteter JavaScript-Funktion blockiert worden. Verzeihung, mein Fehler!
Mit aktiviertem JavaScript sieht die Seite schon viel hübscher aus, lediglich einige weitere Seitenelemente werden von einer IP heruntergeladen und angezeigt, wie es ein kurzer Blick in den umständlich verschleierten Quellcode zeigt:
Schon viel besser! Und wie ich sehe, wird meine MasterCard ausdrücklich ebenfalls unterstützt. Erleichtert also tippe ich die geforderten Daten ein, klicke auf „Weiter -»“ und gelange auf sparkasse.de. Anscheinend wurde mein Anliegen also erfolgreich übermittelt. Ich wische mir den Schweiß von der Stirn. Meine Kreditkarte ist gerettet, noch bevor sie meine Karte:
Hinweis: Wenn nicht von 11. Juli 2011 abgeschlossen ist, werden wir gezwungen sein, Ihre Karte, weil sie f?r betr?gerische Transaktionen verwendet werden k?nnen.
Danke, liebe Sparkasse! Vielleicht sollte ich doch zu euch wechseln.
Wir bedanken uns f?r Ihre Kooperation in dieser Angelegenheit.
Gern geschehen!
(Vermutlich angebrachter Hinweis: Vom Öffnen von Dateianhängen zweifelhafter Herkunft ist ohne vorherige (!) gründliche Überprüfung ihres Inhalts abzuraten. Und wer ernsthaft glaubt, seine Bank würde per Mail seine Kreditkartendaten erfragen, muss sich nicht wundern, wenn ihn das teuer zu stehen kommt.)
Zur Auflockerung mal wieder ein Stück Musik aus einer längst vergangenen Epoche.
Aus heutiger Sicht bemerkenswert sind zwei Dinge:
Kleidung und Habitus der meisten beteiligten Musiker wirken weniger künstlich als bei vielen der heutigen Rockbands, und es gab tatsächlich schon Leute, die solcherlei raue, ungeschliffene Musik zum Mitklatschen anregte. Bedenkt man, dass in den deutschen Fernsehdokumentationen über frühe Rockmusik Lieder wie dieses meist mit Filmen von Straßenschlachten zwischen Jugendlichen illustriert wurden, so lässt das eigentlich einzig den Schluss zu, dass bewusst ein falsches Bild von uns Musikfreunden gezeichnet werden sollte; der in obigem Video deutlich zu sehende gewaltbereite Pöbel gefährdet die Integrität des Staates oder so.
Mir soll’s recht sein.
Da wir gerade bei Dummschwätzern waren: Wusstet ihr schon, dass Twitter „tot“ ist? So richtig am Ende, kaputt, unbrauchbar, Schnee von gestern? Ich auch nicht.
Wahr ist, dass sich seit der Gründung des Dienstes nicht viel geändert hat. Eine neue Oberfläche, ein paar features (Mailbenachrichtigungen bei retweets), aber keine wirklichen „Innovationen“. Nur: Braucht man die?
Ping ist das neue Facebook. Facebook ist das neue Twitter. Google+ ist das neue Twitter. Nur Twitter ist das ganz normale Twitter und nicht das tolle neue Twitter. Was man aber in all dem Lobpreisungen für jeden neuen Nischendienst schnell übersehen kann: Es wird gar kein „neues Twitter“ benötigt, das alte funktioniert noch einwandfrei.
Vor allem Google+ sei, so lautet der Tenor, eher „wie Twitter“ als „wie Facebook“. Dabei hat es alle Eigenschaften eines vollwertigen „sozialen Netzwerks“: Man erstellt Freundeskreise, teilt bei Bedarf sein ganzes Leben mit diesen und diskutiert im Kommentarbereich emsig mit anderen Menschen aus demselben Freundeskreis.
Twitter hingegen ist ein microblogging-Dienst. Das Konzept dahinter lautet: Der Anwender hat 140 Zeichen zur Verfügung, die er mit der Welt teilen kann. Freundeskreise? Diskussionen? Das war nie ein zentraler Aspekt von Twitter. (Obwohl man auf Twitter längst auch „pluseinsen“, hier besternen, kann, der Funktion der „Favoriten“ sei Dank.)
Nico Lumma – das war der SPDler, der Medienkompetenz für überbewertet hält – schreibt:
Und am Schlimmsten ist: Twitter ist immer noch volle Pulle Broadcast, man rotzt alles immer an alle raus. Aber niemand weiss, wer was wirklich liest, egal wieviele Follower man hat.
Grundsätzlich verstanden, wie Twitter so funktioniert, hat er also schon mal. Er nennt das aber nicht „funktionieren“, sondern „schlimm sein“, also müsste man ihm vielleicht mal erklären, dass er es doch verstanden hat. Klar „rotzt“ man immer alles an alle hinaus, sofern man seine Tweets nicht schützt (dann funktioniert Twitter wie der „Freundeskreis“ bei Facebook), aber worin liegt das Problem?
Es bedeutet ja nicht, dass man alles von jedem lesen muss. Normalerweise liest man auch in der Weboberfläche nur Einträge von Leuten, denen man „folgt“. Wer nervt, fliegt raus. Andersherum ist gerade das interessanterweise einer der oft genannten Vorzüge von Google+: Man kann alles von jedem lesen, ohne sich erst „befreunden“ zu müssen. Ja, wie denn nun?
Twitter sei „SMS mit anderen Mitteln“, schreibt Herr Lumma weiterhin, und SMS scheint er also auch noch nie verwendet zu haben, denn per SMS erreiche ich gezielt einzelne Empfänger, bei Twitter ist das ungleich schwieriger. Aber apropos Mobiltelefonie:
(…) egal, wie sich Smartphones weiter entwickeln, egal wie sich das Web weiterentwickelt, Twitter bleibt stehen.
Beständigkeit als Beleg dafür heranzuziehen, dass ein Dienst bereits dem Ende entgegensieht, ist schon ziemlich gewagt. Apropos, Kurznachrichten per Mobiltelefon haben sich seit ihrem Bestehen auch nicht geändert, maximal 160 Zeichen passen in eine hinein, und dann kann man sie nicht mal bunt einfärben; ein eindeutiges Zeichen dafür, dass dieses „SMS“-Dings bald von Google gekauft und abgeschafft wird, oder, Herr Lumma?
Übrigens: Twitter ist so rückständig, dass es sich auch ein Nico Lumma nicht nehmen lässt, es großflächig in sein Blog einzubinden. Ich bin mir noch nicht sicher, worauf das schließen lässt.
Der erste „Tag“ des PPTNDS11 (ein Hoch auf das Internet und seine Zeit sparende Manifestation eines konsequenten Aküfis) ist vorüber, und selten war eine offizielle Veranstaltung der Piratenpartei umstrittener, so scheint es in Twitter. Dabei waren die meisten derer, die den Parteitag eher belustigt zur Kenntnis nahmen, nicht einmal persönlich anwesend. ‘Kurz angemerkt zum #pptnds11’ weiterlesen »
„Ich schau mich um und seh nur Ruinen;
vielleicht liegt es daran, dass mir irgendetwas fehlt.“
- Fehlfarben: Paul ist tot
Und dann ist irgendwann auch mal so was wie Sommer und man sitzt im Garten und (wartet auf den Weltuntergang und) lässt seine Gedanken kreisen oder eher ecken, „rund laufen“ hat man dann doch eher anders in Erinnerung, und man hält sich an seinem Versprechen fest statt an der Räson, um nicht vollends durchzudrehen. (Hat man nun versprochen oder vielmehr sich versprochen?)
Weil da eben auch immer so ein Moment war und bleibt, tief verwurzelt in den Erinnerungen, und die Erinnerungen waren und bleiben eben auch, und man hindert sie nicht daran, ein Moment, der jetzt so flüchtig scheint wie nie und der trotz seiner Flüchtigkeit so greifbar erscheint; und man streckt die Hand aus und greift ins Leere, dahin, wo man sich selbst schon längst wähnt, obwohl man sich eigentlich (ganz woanders hin träumt und) mit jedem Atemzug ein bisschen schmerzhafter spürt.
„Du atmest ein, du atmest aus.“
- Die Fantastischen Vier: Tag am Meer
Wochenende, Doppelpunkt.
Die Titelgeschichte des dieswöchigen SPIEGELs („Die digitale Unterwelt: Das verborgene Netz der Internet-Verbrecher“) klang nach toller Realsatire, also griff ich zu; und lachte schon beim Lesen der Leserbriefe („Die Ära Merkel muss schleunigst beendet werden“, fordert ein Herr Manfred Merkel dort).
Natürlich sollte man vom SPIEGEL keine professionellen EDV-Kenntnisse (oder gar professionellen Journalismus jedwelcher Art) erwarten, das tu ich auch nicht, aber wer derart reißerisch damit wirbt, dass das Internet voller Gefahren stecke, der sollte sich nicht wundern, wenn man seine Ausführungen kritisch beäugt.
Und ich beäuge dann mal.
Zentrales Thema des Artikels sind „Fakeshops“, also Verkäufer, die Geld annehmen und dann ohne Lieferung auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Hierzu gibt es einige durchaus wissenswerte Hintergrundinformationen, allerdings scheitert es dann doch an Kleinigkeiten (eine IP-Adresse wird etwa als „Rechnerkennung“ bezeichnet).
Zwar vermeidet man beim SPIEGEL trotz wiederholter Einbindung des Jolly Rogers den Begriff des „Raubkopierens“ (stattdessen nennt man es dort „illegales Kopieren“), aber so recht verstanden hat man das alles immer noch nicht, denn selbstverständlich wird außer der „Rahmenhandlung“, also den „Fakeshops“, auch noch anderes thematisiert, etwa das Erspähen von Bankdaten und ähnliche Kriminalitäten, und da steht oft ein riesiger Bockmist drin, wie man ihn vom SPIEGEL beim Thema EDV auch nicht anders erwartet hätte.
So kommt die Sprache auch auf die Aktivitäten von „LulzSec“, mittlerweile wieder aufgelöster Teil von „Anonymous“: Es handele sich um „lose, politisch motivierte Gruppierungen, die kein Geld wollen, sondern bloß Aufmerksamkeit“, und mir scheint, beim SPIEGEL hat man da was nicht verstanden, denn während es zutrifft, dass „Anonymous“ eine lose, politisch motivierte Gruppierung ist und weder „Anonymous“ noch „LulzSec“ primär auf Geld aus sind und waren, wenngleich letztere explizit um Bitcoin-Spenden baten, ist der Rest hanebüchener Quatsch. Vor allem der Umstand, dass „Anonymous“ ernsthafte Ziele verfolgt, sollte einem so genannten „Nachrichtenmagazin“ schon ein wenig Hintergrundrecherche abringen, aber wer braucht schon Detailwissen?
Sony seien „Daten gestohlen“ und der Citigroup „Datensätze geklaut“ worden, heißt es weiter, aber anscheinend waren die Täter ja von Mitleid geplagt, immerhin hatten die Betroffenen ihre Daten schnell zurück, nur eine Kopie verblieb öffentlich lesbar im Internet. (Da haben wir wieder das Dilemma mit dem „Raubkopieren“, also dem „Stehlen von Daten“.)
Ja, gut, sagen nun meine Leser, aber so allgemein journalistischen Verstand abseits der Informatik hat man beim SPIEGEL dann doch noch? Nun, das dachte ich auch.
Aber nehmen wir einmal den erwähnten Artikel: Eine Frau wird erwähnt, die „Jagd“ auf „Fakeshops“ macht. Ihre Identität möchte sie schützen, darum fotografiert man sie nebst Sohn (!) beim SPIEGEL nur von hinten und druckt obendrein einen Drohbrief in voller Länge ab, der die Wohnsituation der Frau ausführlichst beschreibt. Mir kommen da spontan die „Facebook-Partys“ der letzten Wochen in den Sinn, zu denen die Medien ausdrücklich nicht aufriefen, indem sie Termin und Ort plakativ verbreiteten.
Mal ganz ehrlich, Marcel Rosenbach und Hilmar Schmundt vom SPIEGEL, das Internet ist gar nicht so böse. Schaut, es hilft euch sogar, Fehler zu erkennen und zukünftig zu vermeiden. – Andererseits sollte ich zumindest diese Hoffnung beim SPIEGEL dann doch langsam mal aufgeben.
Da ärgern sich die Zeitungsverlage, dass das Internet ihnen das Geschäft vermiest. Hm, tja.
Einige repräsentative Überschriften aus „Rund um die Welt“ und dem Lokalteil:
Heute wird der Bikini 65 – und macht eine gute Figur
Blöderweise glauben das auch viele Frauen gerade jüngeren Alters, deren Figur vom Bikini nicht unbedingt verbessert wird.
Schüler mit Ferienticket ausgezeichnet
Davon werden sie noch ihren Enkeln erzählen.
Frauen feierten gemeinsam
Die chauvinistische Anmerkung, Frauen gingen ja auch gemeinsam aufs Klo, spare ich mir hier ausnahmsweise, stattdessen schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen und rufe laut „boah!“ angesichts so viel kritischer Analyse der gegenwärtigen Lokalpolitik, um die es wahrlich nicht zum Besten bestellt ist.
Ein ganz besonderes Bonmot ist übrigens die Abteilung „Meine Meinung“, in der Kinder zu Wort kommen. Da geht’s aber nicht um Politik, denn dass Kinder mit der Kinderpolitik des Landkreises eher unzufrieden sind, möchte man dann wohl doch lieber nicht drucken, es könnte dem Bürgermeister missfallen. Stattdessen findet man dort Überschriften wie diese:
Natalia liest ein interessantes Buch
Schon toll, so eine Tageszeitung.
Sehr lustiger Film. Vor allem der eine Pinguin da, der dauernd irgendwo gegenrennt. ‘Mr. Poppers Pinguine: Eine ausführliche Filmkritik’ weiterlesen »
Erinnert sich noch jemand an dieses Enquête-Dingens? Ihr werdet es nicht glauben, aber die haben tatsächlich einen Zwischenbericht veröffentlicht angekündigt:
So sprach sich die Mehrheit gegen Angstkampagnen wie „Raubkopierer sind Verbrecher“ und gegen 3‑Strikes-Regelungen aus, die nach mehrmaliger Verwarnung von angeblichen Urheberrechtsverletzern ein Sperren des Internetzugangs vorsehen. Zudem sprachen sich die Abgeordneten wie bereits in der vergangenen Woche dafür aus, Creative Commons-ähnliche Modelle weiterzuentwicklen und zu fördern. Außerdem soll eine Wiederverkäuflichkeit immaterieller Werke eingeführt werden. Auf Antrag der Opposition wurde zudem das als Kampfbegriff titulierte Wort „Kostenloskultur“ aus den Empfehlungen genommen.
So weit, so absehbar; man hatte ja nun auch genug Zeit, sich darüber zu informieren, was das Volk eigentlich erwartet. (Die Identität der Enquête-Mitglieder, die dagegen gestimmt haben, kann ich mir ansonsten bereits selbst vorstellen, eine explizite Nennung ist tatsächlich nicht erforderlich.)
Weniger absehbar war dies:
Zwar wurde ein Antrag zur Kulturflatrate nicht von der Mehrheit goutiert – aber ein anderer Antrag, der inhaltlich eine Kulturflatrate bedeuten könnte, angenommen. (…) Zum anderen enthält der Passus aber auch die Empfehlung, „einen Anspruch von Urheberinnen und Urhebern gegen Provider auf Zahlung einer Vergütung durch die Verwertungsgesellschaften“ gesetzlich zu verankern. Dass dies faktisch der Forderung nach Kulturflatrate gleichkommt, schien nicht allen Anwesenden gleichermaßen bewusst.
Bevor nun allerdings gejubelt wird, empfehle ich zwei Gedankengängen zu folgen:
Diese Ankündigung einer Ankündigung eines Zwischenstandes, der unter anderem besagt, dass die nicht vorhandenen Internetsperren auch weiterhin nicht vorhanden sein werden, wird nun also als „gutes Zeichen“ gewertet. Ich verstehe, man braucht ja was zu schreiben als „Journalist“.
Lesen Sie nächste Woche: Während einer Sitzung der Enquête klingelte in Berlin eine Straßenbahn. Ist dies das Ende der Enquête?
Wenn ich nicht gerade auf seltsame festivals gehe und dort fotografiere, gehe ich manchmal auch auf seltsame festivals und fotografiere dort.
Nicht jedes festival verläuft so wie anlässlich des letzten ebensolchen geschildert, denn tatsächlich haben andere festivals, seien es nun die Hildesheimer Wallungen, sei es nun die hier auch weiterhin nicht näher benannte Veranstaltung, noch weitaus obskurere Zielgruppen, und damit einher geht das kollektive feeling des vollends Geisteskranken, yo!
Will sagen: Wenn der überregional bejubelte headliner eines der Veranstaltungstage wegen alkoholinduzierten Deliriums und daraus folgernden Desinteresses am eigenen Schaffen mitten im Auftritt die eigene Bühne zu verlassen beabsichtigt, Menschen in Was-zum-Teufel?-esquen Kostümen unter quasi tosendem Beifall rein instrumentales Gekloppe und Getröte zum Besten geben und das Niveau stetig singt sinkt, dann ist das schon so’n bisschen meine Welt.
Wenn dann noch in strömendem Regen Hunderte, gewandet in Kostüme zwischen leger und so was von retro, bis in die Nacht hinein zwei (allerdings sehr guten) Blasinstrumentalisten, einer Harfistin, einer Paukistin und einem Akustikgitarristen zujubelt, die in guter, alter Jethro-Tull-Manier (allerdings weniger subtil) Flüche gegen Regierungen ausstoßen, wenn obendrein das Zelt infolge zweier Tage Dauerregens den Dienst quittiert, man also feucht und erkältet und mit einem Schädel von hier bis (mindestens) Honolulu aufwacht und trotzdem die beste Laune des ganzen verdammten Sommers mit sich herumträgt, dann fühlt man sich doch schon ein bisschen lebendig.
Jedenfalls meistens.
Sollte einer der hier Lesenden ebenfalls zugegen gewesen sein, so empfehle ich eine entsprechende Äußerung zwecks Austausches.
P.S.: Entdeckung des Wochenendes ist Omnia. Konsum empfohlen. (Also Konzertkarten und Tonträger, nicht die schnuckelige Harfistin, latürnich.)
P.P.S.: „Apple: Die Arroganz der Macht“; warum muss man für so grandiose Schlagzeilen einklich das „manager-magazin“ lesen?
Wehrpflicht wird zum 1. Juli 2011 ausgesetzt
Jubel:
Endlich können wir uns wieder darauf konzentrieren, die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands auch mal im Inland zu verteidigen!
Frage:
Was machen wir jetzt mit all den potenziell gewaltbereiten Jugendlichen? So islamische Terrorcamps sind ja auch nicht unbegrenzt aufnahmefähig.
Erinnert ihr euch noch an Google Buzz, Googles bisher letzten Versuch, das Prinzip „soziales Netzwerk“ auch außerhalb von Brasilien, wo man mit Orkut noch immer recht erfolgreich ist, so umzusetzen, dass es die Massen in Scharen wechseln lassen wird, auf dass sie nie wieder ein anderes „soziales Netzwerk“ anfassen mögen. „Ich bin Google Buzz, dein Web 2.0. Du sollst nicht haben ein anderes Web 2.0 neben mir.“
War halt nix, ist grandios gescheitert, will keiner haben, Thema durch. Aber so ein Google ist naturgemäß kämpferisch, und statt seine Niederlage zu akzeptieren, bastelt man sich im Hause Google halt ein neues „soziales Netzwerk“ zusammen, und dann wieder, und dann wieder, und das macht man so lange, bis endlich mal jemand zuguckt, ist nämlich langweilig sonst.
Aktuell hätten wir da also nun Google+ vor uns, das zwar einen ziemlich behämmerten Namen hat, aber mit den anderen Google-Diensten noch besser zusammenarbeiten und einen „Angriff auf Facebook“ (c/o „heise online“) darstellen soll. Was Facebook erst „groß“ gemacht hat, hat man bei Google immerhin schon verstanden:
Man startet bei Google+ nicht bei Null, sondern importiert die Adressdaten aus dem persönlichen Adressbuch bei Google.
So kann man seine „Freunde“ (definiert anhand des Umstandes, dass man eine ihrer Mailadressen kennt) noch einfacher mit Einladungen beehren, beim Fratzenbuch hat’s ja auch geklappt, ob sie das nun wollen oder nicht. Die Integration mit Google Mail („sollte man meiden“, c/o BSI) tut ihr Übriges.
Wie so oft trifft es Randall Munroe (xkcd) auf den Kopf:
Dabei wird das mit dem Wechsel von einem anderen „sozialen Netzwerk“ auch ebenso schwierig wie bei der vermeintlichen Konkurrenz:
Google+ wird auch nur sporadische Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen Social-Web-Angeboten bieten.
„Du sollst nicht haben ein anderes Web 2.0 neben mir.“
Das ist jetzt alles noch „cool“ und neu und aufregend und, so lange es keine öffentliche Testphase gibt, elitär (klar, so ein „soziales Netzwerk“, in das nicht jeder reinkommt, ist schon eine enorm praktische Angelegenheit), und auf Bildern sieht es tatsächlich nicht ganz so unübersichtlich und undurchdacht wie Facebook aus; andererseits war auch Facebook irgendwann mal „cool“ und neu und aufregend.
Die in Kleinbloggersdorf bereits umfassend gerühmte „Kernfunktion“ von Google+, das (zugegebenermaßen) durchdacht wirkende Konzept der „Circles“, also voneinander getrennten Freundeskreise, kennt manch einer von dem freien „sozialen Netzwerk“ Diaspora, wo es „Aspects“ heißt, direkt innovativ ist also auch Google+ nicht. Aber es ist „cool“ und neu und aufregend und elitär.
Und all das, wie üblich, auf Kosten des Datenschutzes derer, die gar nicht erst mitmachen wollen.
So könnte das mit der „Konkurrenz zu Facebook“ tatsächlich funktionieren.