Nerdkrams
Alter­na­ti­ve DNS-Ser­ver (und mehr) mit Freetz

In Tagen der dro­hen­den Inter­net­fil­te­rei nicht nur in Deutsch­land ist es emp­feh­lens­wert, sich ein­mal mit alter­na­ti­ven DNS-Ser­vern zu beschäf­ti­gen. Damit mei­ne ich nun übri­gens nicht unbe­dingt das Goog­le-DNS, das angeb­lich die DNS-Abfra­gen, also die Auf­lö­sung von Domain­na­men, beschleu­nigt, aber eben von Goog­le stammt und somit ohne­hin mit Vor­sicht zu genie­ßen ist.

Ein DNS-Ser­ver (hat nichts mit Des­oxy­ri­bo­nu­kle­in­säu­re zu tun) wan­delt beim Zugriff auf Ser­ver im Inter­net, etwa Web- oder Mail­ser­ver, ihre Adres­sen in IP-Num­mern um, denn so ein Com­pu­ter kann mit Adres­sen wie „tuxproject.de“ erst mal nicht viel anfan­gen. Da set­zen staat­li­che Zen­sur­in­fra­struk­tu­ren, auch das geplan­te „Stopp­schild“, an, denn als DNS-Ser­ver wird nor­ma­ler­wei­se der des Inter­net­zu­gangs­an­bie­ters, etwa der Tele­kom, ver­wen­det. Wenn die Tele­kom nun beschließt, ihre Kun­den nicht mehr auf google.de zugrei­fen zu las­sen, so ist dies nur eine klei­ne Ände­rung in ihren DNS-Ein­stel­lun­gen und end­lich mal ein Grund, sie zu loben, und schwupps! kom­men die Tele­kom-Schäf­chen nicht mehr ohne Umwe­ge auf google.de.

Gegen Unge­mach die­ser Art hel­fen alter­na­ti­ve DNS-Ser­ver, die trans­pa­rent arbei­ten, sich also gern in die Kar­ten schau­en las­sen. Eine Viel­zahl an sol­chen Ser­vern, eini­ge von ihnen auch in Deutsch­land sta­tio­niert, stellt das Open­NIC-Pro­jekt zur Ver­fü­gung, das außer den gewohn­ten .de‑, .com- und wei­te­ren Top-Level-Domains auch eige­ne TLD zur Ver­fü­gung stellt; zum Bei­spiel kann man sich, sofern man einen Open­NIC-DNS-Ser­ver ver­wen­det, eine Adres­se mit der Endung .geek reser­vie­ren, die fort­an für alle ande­ren Open­NIC-Nut­zer zugäng­lich ist.

Wenn ein DNS-Ser­ver­be­trei­ber dann ein­mal Lust bekommt, irgend­wel­che Zugän­ge zu sper­ren, so ist das schnell geän­dert. Benutzt man etwa Micro­soft Win­dows ohne einen geson­der­ten Rou­ter, kann die not­wen­di­ge Ände­rung zum Bei­spiel mit dem quell­of­fe­nen Dns Chan­ger durch­ge­führt wer­den. Eine eini­ger­ma­ßen aktu­el­le Liste an funk­ti­ons­tüch­ti­gen DNS-Ser­vern liegt zum Bei­spiel dem Pro­gramm namebench (Ach­tung: Goog­le-Pro­gramm) bei, das dabei behilf­lich ist, den für den eige­nen Anschluss schnell­sten DNS-Ser­ver zu ermit­teln. (Bit­te hier­zu unbe­dingt den oben unter „angeb­lich“ ver­link­ten Bei­trag beach­ten!)

Was aber gilt es zu tun, wenn man über einen Rou­ter ins Inter­net gelangt, der kei­ne Ein­stel­lungs­mög­lich­keit für alter­na­ti­ve DNS-Ser­ver anbie­tet? Hier funk­tio­niert zwar eben­falls der Dns Chan­ger, aber ein wenig unele­gant ist die­se Lösung doch, denn man müss­te das Pro­gramm auf jedem Netz­werk­ge­rät sepa­rat auf­ru­fen und ein­stel­len, außer­dem sind Adres­sen wie etwa fritz.box nicht mehr erreich­bar und man muss die ent­spre­chen­den IP-Num­mern manu­ell in der system­ei­ge­nen HOSTS-Datei ein­tra­gen. Hat man eine FRITZ!Box, so ist die­ses Pro­blem jedoch nicht schwer zu behe­ben.

Die Ant­wort auf die impli­zier­te Fra­ge heißt Freetz. Freetz ist, wie die ori­gi­na­le AVM-Firm­ware eben­falls, eine Linux­dis­tri­bu­ti­on, die für den Ein­satz auf FRITZ!Boxen ent­wickelt wur­de und eini­ge Zusatz­funk­tio­nen im Lie­fer­um­fang hat, etwa einen FTP-Ser­ver und, für den hier beschrie­be­nen Zweck beson­ders inter­es­sant, den DNS- und DHCP-Ser­ver dns­masq. Es hat also durch­aus meh­re­re Vor­tei­le, sei­ne FRITZ!Box mit Freetz zu bestücken.

Wie man Freetz instal­liert, erläu­tert umfang­reich das dor­ti­ge Wiki. Für den Ein­stieg sind die Sei­te „Erste Schrit­te für Anfän­ger“ und das Freetz-Forum emp­feh­lens­wer­te Lek­tü­ren. (Nein, mit einer kür­ze­ren Erklä­rung, die garan­tiert idio­ten­si­cher ist, kann ich lei­der nicht die­nen.)

Beim Befol­gen der Anwei­sun­gen gilt es nur zu beach­ten, dass dns­masq in die Paket­aus­wahl auf­ge­nom­men wer­den muss, damit die­ser Trick funk­tio­niert.

Wenn die Instal­la­ti­on von Freetz (das Fla­shen der FRITZ!Box also) erfolg­reich ver­lau­fen ist, so ist in der Web­ober­flä­che des Rou­ters ein neu­er Punkt „Freetz Con­fig“ zu fin­den, der auf die Freetz-Bedien­ober­flä­che ver­weist. (Alter­na­tiv ist es mög­lich, die­se Ober­flä­che via fritz.box:81 auf­zu­ru­fen.) Die Stan­dard-Zugangs­da­ten (Benut­zer­na­me und Pass­wort) lau­ten „admin“ und „freetz“, para­no­ide Zeit­ge­nos­sen sind jeder­zeit befugt, sie nach Gusto zu ändern.

In die­ser Web­ober­flä­che nun kann die Ein­stel­lung für den zu ver­wen­den­den DNS-Ser­ver gra­fisch vor­ge­nom­men wer­den, ohne mit der Shell arbei­ten zu müs­sen: In der Navi­ga­ti­ons­lei­ste rechts im Menü „Pake­te“ wur­de dns­masq mit einem eige­nen Ein­trag ein­ge­rich­tet.

Soll­te die­ser Ein­trag bei euch, lie­be Leser, feh­len, so habt ihr wohl etwas falsch gemacht. Bei Bedarf gebe ich Tipps im Kom­men­tar­be­reich, manch­mal hilft es aber auch schon, das Kon­fi­gu­ra­ti­ons­me­nü, das ihr benutzt habt, um Freetz zu kom­pi­lie­ren, noch ein­mal durch­zu­ge­hen. Auf der zuge­hö­ri­gen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­sei­te lässt sich der zu ver­wen­den­de DNS-Ser­ver bequem ein­stel­len. Hier­zu ist im Feld für die „Optio­nen“ des DNS-Ser­vers fol­gen­des ein­zu­tra­gen:

-R ‑S aa.bb.cc.dd ‑S ee.ff.gg.hh

Statt der gepunk­te­ten Buch­sta­ben­rei­hen sind natür­lich die jewei­li­gen IP-Num­mern der gewünsch­ten DNS-Ser­ver ein­zu­tra­gen. Ihr könnt belie­big vie­le DNS-Ser­ver hier ein­rich­ten, zwei wer­den emp­foh­len. Die Opti­on -R sorgt hier dafür, dass die FRITZ!Box die Ein­stel­lun­gen in ihren eige­nen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei­en igno­riert, denn anson­sten wäre die­se Ände­rung zweck­los.

Ein Klick auf „Über­neh­men“ am Fuß der Sei­te spei­chert die geän­der­ten Ein­stel­lun­gen und star­tet den dns­masq-Dae­mon neu. Von nun an ver­wen­det die FRITZ!Box den ein­ge­stell­ten DNS-Ser­ver. Unter Win­dows ist es even­tu­ell rat­sam, vor dem wei­te­ren Sur­fen den DNS-Cache zu lee­ren, etwa mit dem Befehl ipcon­fig /flushdns.
Um die Ände­rung des DNS-Ser­vers rück­gän­gig zu machen, genügt es, das Feld „Optio­nen“ wie­der auf den vor­he­ri­gen Zustand zurück­zu­set­zen, also zu löschen, und erneut auf „Über­neh­men“ zu klicken.

Bei Fra­gen ein­fach fra­gen – fra­gen kostet bekannt­lich nichts.
(Das wäre auch zumin­dest ein frag­wür­di­ges Geschäfts­mo­dell.)

PersönlichesSonstigesNetzfundstücke
Vom Schen­ken und von Super­hel­den

Ich gehe ja manch­mal gern auf die­se so genann­ten „Weih­nachts­märk­te“. Die besinn­li­che Stim­mung dort lässt mich immer wie­der erschau­dern.

Man sieht generv­te Müt­ter mit quen­geln­den Kin­dern, deren Väter oder jeden­falls deren Müt­ter ihre Beglei­ter sich der­weil mit Hil­fe von Feu­er­zan­gen­bow­le und Glüh­wein mit der eisi­gen Käl­te – und ich mei­ne nicht die Außen­tem­pe­ra­tur – zu arran­gie­ren ver­su­chen. Zwi­schen den Müt­tern lau­fen außer ihrer Lei­bes­frucht auch Pär­chen her­um, oft räum­lich von­ein­an­der getrennt, um sich gegen­sei­tig mit Nip­pes über­ra­schen zu kön­nen, wor­auf­hin der jewei­li­ge Part­ner rote Backen Wan­gen bekommt, ein Lächeln auf­setzt, Freu­de über das scheuß­li­che Geschenk heu­chelt und es, wenn aus­rei­chend Zeit ver­stri­chen ist, in einer Schub­la­de ver­stau­ben lässt, bis es die ver­se­hent­li­chen oder beab­sich­tig­ten Nach­fah­ren irgend­wann fin­den und den­ken: So ein häss­li­ches Ding will der uns ver­er­ben? Natür­lich sagen sie das nicht, son­dern tre­ten das Erbe pie­täts­voll an, las­sen das zum Erb­tag ent­staub­te Ererb­te dann ihrer­seits ver­stau­ben, und so wird der Nip­pes von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on wei­ter­ge­tra­gen und ‑ver­staubt, denn so ein altes Fami­li­en­er­b­stück schmeißt man ja nicht ein­fach weg.

Anschau­lich wird das Dilem­ma der sich beschen­ken­den Fami­li­en zum Bei­spiel heu­te auf belauscht.de:

Er: „Schatz, meinst du nicht, dass die ein biss­chen teu­er ist?! Wir brau­chen ja auch noch Geschen­ke für die Kin­der…“
Sie: „DU woll­test die Kin­der!“

Schen­ken um des Schen­kens Wil­len ist sel­ten eine wei­se Idee; ich mei­ner­seits ver­zich­te auf Geschen­ke, die allein aus kalen­da­ri­schen Grün­den gemacht wer­den, nur all­zu gern. Beliebt ist der skan­di­na­vi­sche Brauch des jul­klapp in deut­schen Schu­len gewor­den: Die Schü­ler wer­den unter Andro­hung nega­ti­ver Kon­se­quen­zen im Fal­le der Zuwi­der­hand­lung dazu über­re­det, einem nach dem Los­ver­fah­ren augewähl­ten Mit­schü­ler ein Geschenk für einen fest­ge­setz­ten Höchst­be­trag zu machen, dür­fen den Namen aber natür­lich nicht ver­ra­ten oder sich gar mit dem Gelo­sten – wer ange­sichts die­ses Wor­tes zunächst an den anglo­pho­nen „Ver­lie­rer“ denkt, erlebt selbst ein­mal den Ver­fall der deut­schen Spra­che, Glück­wunsch hier­zu!, also bit­te nicht „Gelu­usten“ lesen – bezüg­lich eines mög­li­chen Geschen­kes abspre­chen, und jeman­dem, den man kaum bis gar nicht kennt, ein Geschenk machen zu müs­sen, des­sen Preis von Belang ist und über das sich der zu Beschen­ken­de natür­lich opti­ma­ler­wei­se auch noch freu­en soll­te, ist eine recht undank­ba­re Auf­ga­be, und ich fra­ge mich, wel­chen mora­li­schen Mehr­wert die Delin­quen­ten von einem sol­chen Brauch­tum davon­tra­gen, wenn es schon nicht zu ihrer unmit­tel­ba­ren Bil­dung bei­trägt. (Daher bin ich stell­ver­tre­tend den Betrei­bern des Sport­fach­ge­schäf­tes dank­bar, an des­sen Fas­sa­de ich heu­te ent­lang­spa­zier­te, das den ver­zwei­feln­den oder bereits ver­zwei­fel­ten zum Schen­ken Ver­ur­teil­ten den ret­ten­den Vor­schlag förm­lich ent­ge­gen­schleu­der­te, Waren­gut­schei­ne für eben­je­ne Filia­le sei­en stets ein will­kom­me­nes Geschenk. Mei­ne an den Roll­stuhl gebun­de­nen Bekann­ten wer­den sich sicher sehr freu­en!)

Bei klei­nen Kin­dern ist das mit dem Erra­ten von Wün­schen noch ziem­lich ein­fach, jeden­falls, wenn es sich um Kna­ben han­delt, denn die wären gern Super­hel­den. Ich selbst war da nicht anders. Aber was genau ist ein „Super­held“?

Ein Held ist jemand wie Hera­kles, über den man viel­fach Geschich­ten und Gedich­te schrieb, in denen sei­ne Hel­den­ta­ten, sein Edel­mut und sein Ein­falls­reich­tum gelobt wur­den, die im Nach­hin­ein nie­mand mehr veri­fi­zie­ren oder fal­si­fi­zie­ren kann, was dem Ruf des Hera­kles indes kei­nen Scha­den zufügt. In einer Zeit der Super­la­ti­ve genügt ein Held aber nicht mehr, es muss schon ein Super­held sein.

Wer­fen wir einen Blick nach Enten­hau­sen. Die Zahl an Super­hel­den ist in sei­ner ita­lie­ni­schen Vari­an­te für mich unüber­schau­bar, wes­halb ich mich hier auf die in Deutsch­land bekann­te Prä­gung beschrän­ke. Außer dem auch in Ita­li­en popu­lä­ren Phan­to­mi­as, Donald Duck mit absur­den Strah­lern und Fang­net­zen aus dem Hau­se Düsen­trieb bewaff­net, tritt immer wie­der auch Goofy, der durch den Ver­zehr von eigens gezüch­te­ten „Super­nüs­sen“ für jeweils kur­ze Zeit zu Super­goof, nicht nur äußer­lich eine der der Sesam­stra­ße ent­stam­men­den Figur Super­gro­bi nicht unähn­li­che Figur, wird, als Super­held auf. Bei Super­goof, der mit Rönt­gen­blick, erhöh­ter kör­per­li­cher Stär­ke und Flug­fä­hig­keit die Bezeich­nung „Super­held“ ana­log zu Super- und Spi­der-Man, die ja eben­falls über ähn­li­che „Super­kräf­te“ ver­fü­gen, wohl tat­säch­lich ver­dient hat, ist der Unter­schied zu nicht mutier­ten Hel­den klar zu sehen. Was aber macht Phan­to­mi­as, des­sen Eigen­schaft als „Super­held“ sich allein auf die Tat­sa­che stützt, dass er mit eigen­ar­ti­gen Gerä­ten aus­ge­stat­tet ist und Böse­wich­te zur Strecke bringt, zu einem grö­ße­ren Hel­den als jeden Poli­zi­sten auf die­sem Pla­ne­ten oder zumin­dest in Enten­hau­sen? Ist nicht der­je­ni­ge Held, der sei­ne Auf­ga­ben allein mit sei­nem Ver­stand und sei­nem Kör­per löst, viel beach­tens­wer­ter als jemand, der mit Strah­len­pi­sto­len schie­ßend durch nächt­li­che Stra­ßen hüpft? (Die Schuss­waf­fen sind ver­mut­lich der Grund, war­um man als Kna­be gern Phan­to­mi­as oder jeden­falls Bat­man wäre. Super­man ist blö­de, der hat kei­ne Knar­re.)

Wie ich dar­auf kam, weiß ich nicht mehr, aber ich hielt die Fra­ge für des Gestellt­wer­dens bedürf­tig.
Wer kennt eine Ant­wort?

NetzfundstückeSonstiges
Niwo­lim­bo

Als ich gestern Abend mei­nen Post­ein­gang auf rele­van­te Neu­ig­kei­ten über­prüf­te, war „Huch!“ mein erster Gedan­ke und „Oje!“ mein zwei­ter.

„Huch!“ dach­te ich, als ich pla­kat­ähn­li­che Infor­ma­ti­ons­gra­fi­ken sah, die sich einen Ast dar­auf freu­ten, dass von nicht näher benann­ten Wirr­köp­fen das „Jugend­wort des Jah­res 2010“ gewählt wor­den sei. „Oje!“ dach­te ich, als ich es las: „Niveau­lim­bo“, das „stän­di­ge Absin­ken des Niveaus“, trägt nun­mehr die­sen Titel.

Sicher ist in Tagen wie die­sen das all­ge­mei­ne Niveau kon­stant im Sin­ken begrif­fen: „Tat­ort Inter­net“ ist ver­gli­chen mit dem, was sonst so auf Pri­vat­sen­dern läuft, schon bei­na­he eine Basti­on des Bil­dungs­bür­ger­tums; die ehe­mals zumin­dest bür­ger­na­hen Grü­nen tre­ten einen Schritt nach rechts, um den Fett­napf nicht zu ver­feh­len; die grenz­de­bi­le Kuh Danie­la Kat­zen­ber­ger fei­ert Erfol­ge und kann froh sein, dass ich bis­her noch kei­nen ihrer Auf­trit­te lücken­los ver­fol­gen muss­te; ein Groß­teil der deut­schen Nach­rich­ten­gucker kann anschei­nend Wiki­leaks nicht von der Wiki­pe­dia unter­schei­den; und vor allem aber: Die Jugend redet einen ziem­li­chen Brei daher.

„Niveau­lim­bo“ klingt lustig, aber die bit­te­re Iro­nie bemer­ken sie nicht; dass sie für das sin­ken­de Niveau auf­grund ihres Kon­sum­ver­hal­tens näm­lich selbst ver­ant­wort­lich sind.
Ande­rer­seits trifft es das nicht ganz, denn wer stellt die Juro­ren?

Es sind der­zeit drei nicht näher bekann­te Jugend­li­che von 14 bis 17 Jah­ren, zu ihnen gesel­len sich aber auch vier (das ist, lie­be Jugend­li­che, eins mehr als drei) Gestal­ten, die ihre Jugend schon vor einer Wei­le hin­ter sich gelas­sen haben, die älte­ste von ihnen ist im Jahr 1955 gebo­ren. Somit ist das „Jugend­wort des Jah­res 2010“ eher eine „Phra­se des Jah­res 2010, die auch ein paar Jugend­li­che lustig fin­den“.

Die Wahl war aller­dings auch nicht gera­de leicht, denn der Jury stan­den eigent­lich nur trö­ti­ge Murks­wör­ter zur Ver­fü­gung, unter denen sie das am wenig­sten trö­ti­ge Murks­wort aus­zu­su­chen die zwei­fel­haf­te Ehre hat­te. Wer aller­dings glaubt, der Begriff „n1“ als Kurz­form für „nice one“, in der Spie­ler­sze­ne längst ein alter Hut, ver­staubt und in einer wurm­sti­chi­gen Kiste auf dem Dach­bo­den gela­gert, sei schon ein ziem­lich blö­der Vor­schlag, der hat noch nicht dort ins Forum gese­hen, wo unter ande­rem auch über „Beef“ (für „Stress, Alter?“) und „Mop­ped“ (für „Dings­da“) als mög­li­che Kan­di­da­ten dis­ku­tiert wur­de.

Für die Wahl im näch­sten Jahr schla­ge ich schon jetzt „fsmaul?“ vor.
Viel­leicht wird es sich durch­set­zen; die Kon­kur­renz wird, wie ich erwar­te, lächer­lich sein.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Frei­ge­ge­ben ab Geburt

(Dan­ke an Didi für die Anre­gung.)

Zum 1.1.2011 tritt der novel­lier­te Jugend­me­di­en­staats­ver­trag, von den Popel­grü­nen (ihr wisst schon, das sind die Knall­grü­nen mit dem gelb-dunk­len Flair) auf­grund par­la­men­ta­ri­scher Zwän­ge doch noch eben schnell für gut befun­den, in Kraft. Die­ses Schreck­ge­spenst führt zu zahl­rei­chen über­eil­ten Blog­schlie­ßun­gen und Inhalts­lö­schun­gen, etwa auf Klop­fers Web, da juri­sti­sche Fein­hei­ten eben nicht für jeden offen­sicht­lich sind.

Nun bin ich ja in den Augen der Welt­öf­fent­lich­keit vor­ran­gig Publi­zist, also jemand, der sein Geschmier öffent­lich ver­füg­bar macht. Gehe ich die­ser Tätig­keit nach, so über­le­ge ich in der Regel nicht vor­her, ob sich von den von mir ver­fass­ten Inhal­ten ein jugend­li­cher Leser zu erhöh­ter Sexua­li­tät oder Gewalt auf­ge­ru­fen zu füh­len bemü­ßigt, jedoch ist mir aus den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren kein Bei­trag mei­ner­seits bekannt, der die kör­per­li­che und/oder gei­sti­ge Ent­wick­lung eines poten­zi­el­len Lesers – dass sich Mit­men­schen unter 16 Jah­ren über­haupt für mein Geschwur­bel inter­es­sie­ren, ist mei­nes Erach­tens aus­ge­schlos­sen – ärger zu beein­träch­ti­gen ver­mag als jede Sati­re­sen­dung oder ‑zeit­schrift (oder gar als die BILD). Ich per­sön­lich als gemäß dem neu­en JMStV zur Ein­stu­fung ver­pflich­te­ter Jugend­schutz­be­auf­trag­ter für die­se Publi­ka­ti­on stu­fe sie geset­zes­kon­form und fol­ge­rich­tig als „frei­ge­ge­ben ab 0 Jah­ren“ ein, denn wer gei­stig aus­rei­chend gereift ist, sich aus frei­en Stücken mit den von mir aus­ge­wähl­ten The­men zu befas­sen, den gefähr­det nicht ein­mal der Titel der Publi­ka­ti­on.

In mei­nem Fall greift übri­gens nicht nur die all­ge­mei­ne Rege­lung, son­dern auch eine Aus­nah­me­re­ge­lung, denn wie ich mei­nen anony­mi­sier­ten Zugriffs­sta­ti­sti­ken ent­neh­men kann, bin ich offen­bar in mei­ner Rol­le als Schrei­ber­ling zudem ein Anbie­ter von Nach­rich­ten von all­ge­mei­nem Inter­es­se. Das Gesetz schreibt kei­ne kon­kre­ten Zugriffs­zah­len vor, somit muss ich davon aus­ge­hen, dass die mei­nen aus­rei­chen.

Ohne­hin bezweif­le ich, dass jemand ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­an hät­te, einen Anwalt damit zu beauf­tra­gen, mein Text- und Bild­ar­chiv nach Por­no­gra­fie, Dro­gen- und Gewalt­ex­zes­sen zu durch­for­sten und mich her­nach man­gels wei­te­rer Fun­de fru­striert zumin­dest dazu zu ver­pflich­ten zu ver­su­chen, etwa den Bei­trag über Kopu­la­ti­on fort­an nur noch nach 22 Uhr zugäng­lich zu machen. An der tech­ni­schen Umsetz­bar­keit eines sol­chen Anlie­gens gilt es jeden­falls der­zeit zu zwei­feln.

Auch über den näch­sten Jah­res­wech­sel hin­aus gilt wei­ter­hin:
Soll­te sich einer mei­ner Leser von einem mei­ner hier ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­ge in sei­ner Ent­wick­lung zu einem voll­wer­ti­gen Mit­glied der Gesell­schaft, so er die­se denn anstrebt, beein­träch­tigt füh­len, so lade ich ihn herz­lich dazu ein, mir dies via Kom­men­tar­funk­ti­on mit­zu­tei­len. Das spart uns bei­den viel Zeit, Geld und Ner­ven. Besten Dank.


Nach­trag vom 2. Dezem­ber:
Udo Vet­ter erklärt, wie­so der „neue“ JMStV kei­nen Anlass lie­fert, wie auf­ge­scheuch­te Hüh­ner durch die Gegend zu ren­nen, gal­ten die mei­sten Gebo­te doch bereits seit Jah­ren ohne nen­nens­wer­te Kennt­nis­nah­me. Lesens­wert!

Sonstiges
Die Paa­rung des Jah­res

Fast rich­tig macht es übri­gens der Stern, der in der Aus­ga­be 48/2010, der­zeit im Zeit­schrif­ten­han­del zu erwer­ben, offen­bar über die Ver­lo­bung von Wil­liam Arthur Phil­ip Lou­is Mount­bat­ten-Wind­sor zu berich­ten beab­sich­tig­te:

Aber eben nur fast.

(Sehr schön gefällt mir übri­gens auch der Auf­ma­cher: „Die hei­li­gen Schrif­ten – Wie sie Mil­li­ar­den Men­schen beglücken und ver­füh­ren“. Mit Bil­dern, wie ich hof­fe.)

PersönlichesIn den Nachrichten
Noch ein Kur­zer: 1 + 1 = 3? (Events für Stu­die­ren­de)

Von der unglaub­li­chen tech­ni­schen und sozia­len Kom­pe­tenz der von mir besuch­ten Hoch­schu­le berich­te­te ich an die­ser Stel­le nun mehr­fach. Soeben fand ich in mei­nem Post­fach (genau­er gesagt im Papier­korb, da ich einen Fil­ter auf das Wort „Stu­die­ren­de“ gesetzt habe) fol­gen­de, für die Ver­öf­fent­li­chung teil­wei­se anony­mi­sier­te E‑Mail:

Lie­be Stu­die­ren­de,

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die näch­sten Prü­fun­gen rücken in greif­ba­re Nähe.
Um das Jahr gebür­tig zu ver­ab­schie­den, laden wir euch zu die­sen drei Events ein:

10. Dezem­ber: Sol­fe­ri­no Lounge Meets Casi­no Roy­al: Die Ein­wei­hungs- und Casi­no Par­ty. Musik, Tanz, Chill­out und Poker­tur­nier!
Alle Infos unter: www…/lasvegas

16 Dezem­ber: Mer­ry Meets Christ­mas ? Die offi­zi­el­le Weih­nachts­par­ty!
Infos in Kür­ze ver­füg­bar auf: www…/christmas

Für alle die bis da nicht war­ten kön­nen die­sen Don­ners­tag im Wohn­heim eine vom AStA unter­stüt­ze Par­ty mehr Infos auf: asta…

Euer AStA

Ich such­te eine Wei­le nach dem drit­ten „Event“, bis ich fest­stell­te, dass damit wohl die „vom AStA unter­stüt­ze Par­ty“ gemeint sein muss­te. Wie­so der AStA zu einer frem­den Ver­an­stal­tung ein­lädt, weiß ich nicht, ich bekam schon beim Ver­such, die Gram­ma­tik des letz­ten Sat­zes zu ver­ste­hen, eine Gän­se­haut. (Das könn­te auch dar­an lie­gen, dass all­mäh­lich die Zeit, ein T‑Shirt zu tra­gen, vor­über geht.) Ist euch, lie­be Leser, eigent­lich beim Lesen auf­ge­fal­len, dass der AStA das Jahr „gebür­tig“ ver­ab­schie­den will? Das klingt nach einem auf­re­gen­den Tag.

Jeden­falls lädt „mein“ AStA zu einer „Casi­no Par­ty“ und einer „Par­ty“ unter dem Mot­to „Mer­ry Meets Christ­mas“, also „Ver­gnügt Trifft Weih­nach­ten“, ein, und ich fra­ge mich, wie vie­le Anglo­pho­ne wohl dar­an teil­neh­men wer­den; ande­rer­seits freue ich mich aber auch ein biss­chen dar­über, dass der­lei Unfug eben­falls ein Opfer mei­nes Bull­shit­fil­ters, wie ich ihn lie­be­voll nen­ne, wird. In einer Mail, die mich als „Stu­die­ren­den“ bezeich­net, kommt sel­ten eine gehalt­vol­le Infor­ma­ti­on mit Mehr­wert vor.

Vor­hin im heu­te-jour­nal hör­te ich übri­gens auch eine sehr schö­ne Schlag­zei­le:
Irgend­wel­che Miss­brauchs­op­fer hät­ten sich an den run­den Tisch gewandt, hieß es.

Ich hät­te wirk­lich zu gern erfah­ren, was der Tisch so geant­wor­tet hat.

MusikPolitikIn den Nachrichten
Ver­däch­ti­ge Klän­ge

Das soll­te auch nicht unter­ge­hen:

Da kauft man (er hier) in aller Ruhe ein wenig ein und macht dann den gar schröck­li­chen Feh­ler, sich bei die­ser doch ziem­lich ein­tö­ni­gen Tätig­keit von arme­ni­schen Musi­kern (ihm hier) beschal­len zu las­sen. Eine besorg­te Bür­ge­rin alar­miert dar­auf­hin Sicher­heits­dienst sowie Poli­zei und natio­na­le Volks­ar­mee, weil ein rosa­far­be­ner iPod, aus dem merk­wür­di­ge Geräu­sche drin­gen, ein ein­deu­ti­ger Grund für Ter­ror­ver­dacht sei. Bom­ben, hier sind über­all Bom­ben, hel­fen Sie mir!

Fefe ver­kas­per­te das als „Ter­ror-Musik“, ich mei­ner­seits beschrän­ke mich dar­auf, das Lied für gar nicht mal übel zu hal­ten. Was mir hin­ge­gen ein wenig Sor­ge berei­tet, ist zwei­er­lei:

  • Wenn das Hören eigen­ar­ti­ger Musik für Pau­schal­ver­dacht genügt, was pas­siert dann erst mit denen, die sich an den jeweils neu­en Wer­ken von Lady Gaga und Bushi­do ergöt­zen? „Eine besorg­te Bür­ge­rin hat uns geru­fen, wir sind von der Geschmacks­po­li­zei.“ – Immer­hin hat­te die DDR mit dem Unter­bin­den des Genus­ses von West­mu­sik auch kei­nen all­zu gro­ßen Erfolg. Geschich­te wie­der­holt sich.
  • All­ge­mein ist die Para­noia erschreckend und setzt vor allem am fal­schen Ansatz an. Glau­ben die für die inne­re Sicher­heit zustän­di­gen Knall­tü­ten wirk­lich, jemand, der vor­hat, irgend­was zu spren­gen, spa­ziert vor­her, „Allah ist groß“ vor sich hin­mur­melnd, mit einer Bom­be im Ruck­sack in den näch­sten Super­markt und kauft sich erst mal was zu essen? Natür­lich ist das „nicht aus­zu­schlie­ßen“, aber ein Ter­ro­rist, der sich wie ein Ter­ro­rist benimmt, ist ein sehr, sehr schlech­ter Ter­ro­rist.

Immer­hin, das darf man bei all der Absur­di­tät nicht ver­ges­sen, deckt sich das Ver­hal­ten der Poli­zi­sten hier mit den wir­ren (und nach­träg­lich rela­ti­vier­ten) Äuße­run­gen des Ber­li­ner Innen­se­na­tors Erhart Kör­ting, der da sprach (ich erwähn­te es an ande­rer Stel­le):

Wenn wir in der Nach­bar­schaft irgend­et­was wahr­neh­men, dass da plötz­lich drei etwas selt­sam aus­se­hen­de Men­schen ein­ge­zo­gen sind, die sich nie blicken las­sen oder ähn­lich, und die nur Ara­bisch oder eine Fremd­spra­che spre­chen, die wir nicht ver­ste­hen, dann soll­te man glau­be ich schon mal gucken, dass man die Behör­den unter­rich­tet, was da los ist.

Jörg Tauss, lei­der aus­ge­schie­de­ner Poli­ti­ker, der trotz SPD-Ver­gan­gen­heit noch mit kla­rem Ver­stand sei­ne Umwelt wahr­nimmt, hat das auch gele­sen, und ihn erin­nert all die gei­sti­ge Umnach­tung der Sicher­heits­wah­rer zwar nicht an Goeb­bels, aber doch zumin­dest an Göring, der da sprach:

[E]s ist immer ein­fach, die Men­schen hin­ter sich zu brin­gen (…). Alles was man ihnen zu erzäh­len hat ist, sie wür­den ange­grif­fen, und man beschul­digt die Pazi­fi­sten, dass es ihnen an Patrio­tis­mus man­ge­le und sie das Land in Gefahr brin­gen.

Patrio­tis­mus, immer­hin, ist in die­sem Land ver­pönt, bloß kei­ne Nähe zu den Idea­len eines Adolf Hit­ler auf­kom­men las­sen, um Him­mels Wil­len, ach­jeh und ach­weh!, aber da enden die Unter­schie­de auch schon. Und wäh­rend das Volk also mit Panik bei Lau­ne gehal­ten wird, damit es ver­gisst, dass die­ses Land gera­de ganz ande­re Pro­ble­me als irgend­wel­che Ara­ber hat, sit­zen sei­ne gewähl­ten Ver­tre­ter im Reichs­tag her­um, las­sen sich poten­zi­el­le Demon­stran­ten mit Maschi­nen­pi­sto­len vom Hals hal­ten und dis­ku­tie­ren über den tota­len Aus­ver­kauf, immer­hin brau­chen drei ande­re Län­der so viel Geld, dass es allein die Schul­den Deutsch­lands ver­dop­peln wür­de. Alles muss raus, mit der Demo­kra­tie fan­gen wir an. Das Volk stört.

Damals, in der guten, alten DDR, hät­te es das nicht gege­ben.

Musikkritik
Muss man nicht ken­nen: Erd­mö­bel – Kro­kus

Einer mei­ner Leser unter­stell­te mir trotz mei­nes Bekennt­nis­ses zum Musik­fa­schis­mus vor­hin einen mas­sen­kom­pa­ti­blen Musik­ge­schmack, als ich das pri­ma Lied „Bleed It Out“ der miss­ver­stan­de­nen Musik­grup­pe Lin­kin Park zitier­te. Ich gebe aller­dings auch zu, dass mir, musi­ka­lisch gese­hen, „Who Do You Think You Are?“ von den Spi­ce Girls weni­ger auf den Sack geht als dies eigent­lich der Fall sein soll­te.

Was hin­ge­gen mal so gar nicht geht, ist das Album „Kro­kus“ der selt­sa­men Band Erd­mö­bel. Das Föje­tong findet’s spit­ze, ich find’s gähn.

Viel­leicht ver­ste­he ich die­ses Album ein­fach nur nicht, ähn­lich erging es mir mit Grin­der­mans „Grin­der­man 2“, jeden­falls aber schei­nen mir jeg­li­che Ver­glei­che, die das Föje­tong so anstellt, weit her­ge­holt zu sein. Lukas Hein­ser, der anson­sten ein­zi­ge Pop­kul­tur­blog­ger, den ich auf Dau­er ertra­gen kann, ver­glich Erd­mö­bel letz­ten Monat text­lich mit irgend­was zwi­schen Toco­tro­nic und Peter­Licht, und irgend­wie sind die Tex­te hier auch der ein­zig nen­nens­wer­te Aspekt, die Melo­dien wer­den in den mir bekann­ten Rezen­sio­nen nur als Neben­be­mer­kun­gen erwähnt, das liest sich dann etwa so:

Erd­mö­bel sind zu viel­schich­tig, als das man sie einer bestimm­ten Gat­tung zuord­nen könn­te. Pop, Rock, Jazz, Easy-Listening, Bos­sa Nova, ja sogar etwas schla­ger­haf­tes trans­por­tie­ren die Melo­dien der Band.

Man sieht förm­lich den Kopf des Schrei­bers rau­chen. Oh nein, hat er sich ver­mut­lich gedacht, das ist ja gar nicht der übli­che Indie­mist, den ich hier sonst hören muss, hm, aber ist deutsch und ein­gän­gig, na gut, nen­nen wir es mal Pop und Schla­ger, dop­pelt hält bes­ser. („Sogar Schla­ger“, weil das näm­lich etwas total Her­aus­ra­gen­des ist.) Ach, Ire­ne, rief er dann ins Neben­zim­mer zu sei­ner gelang­weil­ten Sekre­tä­rin, was ist denn gera­de so ein guter Musik­stil? Ire­ne, die alle Plat­ten von Fleet­wood Mac im Plat­ten­schrank (wo sonst?) ste­hen hat, ant­wor­te­te spon­tan: Rock!, denn sie hat mal irgend­wo gele­sen, dass Fleet­wood Mac irgend­was mit Rock machen, also muss das gut sein. (Apro­pos: Heu­te wird John McVie 65 Jah­re alt. Soll­te mal erwähnt wer­den.) Der Musik­jour­na­list frag­te noch ein biss­chen her­um, und irgend­wann hat­te er befrie­di­gend vie­le Ant­wor­ten bei­sam­men, liste­te sie auf und fuhr zufrie­den mit so viel Pro­duk­ti­vi­tät in sein klei­nes Wochen­end­häus­chen, wo er gemein­sam mit Ire­ne The Moo­dy Blues und Elton John hör­te, bis die Nacht über sie her­ein­brach. Den Rest möch­te ich euch erspa­ren. Nur so viel noch: Eine sol­che Auf­li­stung an Gen­res ist besten­falls kon­tra­pro­duk­tiv. Ein Bei­spiel, das ich mir jetzt mal spon­tan aus­den­ke: Pink Floyd. Pop, Rock, Beat, Psy­che­de­lic, Jazz, sogar etwas schla­ger­haf­tes. Und was sagt das jetzt über Pink Floyd aus? Viel­leicht, dass sie irgend­was mit Musik gemacht haben. Und wenn man schon mal kei­nen Bock hat, sich mit einem Album zu befas­sen, dann macht man es doch gleich rich­tig falsch, damit es wenig­stens so aus­sieht, als wäre das nicht ganz ernst gemeint, damit sich kei­ner, der weni­ger kei­nen Bock hat­te, hin­ter­her beschwert:

Die Wor­te sind deutsch (zumin­dest die mei­sten), aber die Sät­ze, die dar­aus ent­ste­hen, tra­gen sie­ben Sie­gel. Doch es ist eine ver­spiel­te Peter­Licht-Rät­sel­haf­tig­keit, kein “Oh mein Gott, ich bin zu dumm!”-Gefühl wie bei Toco­tro­nic.

Aus­zü­ge wie die­ser demon­strie­ren das Dilem­ma von Musik­jour­na­li­sten, die ein Album beruf­lich nicht ein­fach mal hören kön­nen, son­dern da irgend­wel­che Inter­pre­ta­tio­nen drauf­klat­schen müs­sen, „Bezah­lung nach Wör­tern“, ihr kennt das ja. Peter­Licht (ehe­mals das „Phan­tom der Pop­kul­tur“) ist nicht rät­sel­haft und Toco­tro­nic las­sen den Hörer nicht dumm zurück. Es kann doch nicht so schwer sein, einen Text ein­fach mal unin­ter­pre­tiert ste­hen zu las­sen, vor­in­ter­pre­tier­te Tex­te sind lang­wei­lig.

Peter­Licht schreibt Tex­te wie „Das ist das Ende, das Ende vom Kapi­ta­lis­mus, jetzt isser end­lich vor­bei“, „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf­’m Son­nen­deck“ oder auch „Und die Son­ne kocht auch nur mit Was­ser, die soll sich nicht so auf­spie­len, die gel­be Sau!“. Wer das „rät­sel­haft“ nennt, der wür­de ver­mut­lich auch Hel­ge Schnei­der atte­stie­ren, er, Schnei­der, sei ein „Blö­del­bar­de“. Toco­tro­nic hat­ten es auch nie mit ver­schwur­bel­ten Tex­ten. Das text­lich Selt­sam­ste, was ich von ihnen je gehört habe, ist „Vier Geschich­ten von dir“ („Und ein­mal hab ich dich getrof­fen – ich glau­be fast, es war irgend­wann im Mai; du zeig­test dich betrof­fen von der Zeit­ver­flug­ge­schwin­dig­keit“). Per­so­nen, die dar­ob „Ich bin zu dumm“ den­ken, sind als Musik­jour­na­li­sten unge­eig­net und soll­ten, so mei­ne ich, lie­ber irgend­was machen, wo man nicht unre­flek­tiert lesen kön­nen muss, viel­leicht Juri­ste­rei oder Blog­ger auf FickMBR.

Im Kon­trast dazu: Erd­mö­bel.
„Ich hör nicht auf zu fra­gen, Maria oder so, Polar­licht von Paler­mo“ („Wort ist das fal­sche Wort“, laut You­Tube-Nut­zern das „trau­rig­ste Lied“ auf dem Album), „Dan­ke­s­ehr, mein Akkor­de­on wird mir schwer, jetzt ist End­sta­ti­on“ („Das Leben ist schön“, ein belang­lo­ses Pop­stück mit dem Stampf-Fick­beat, den seit Ende der 80-er Jah­re schon kei­ner mehr hören kann), all das dar­ge­bracht von einem Sän­ger, der so unfass­bar schlecht singt, dass man fast meint, er hät­te frü­her, als sie noch weni­ger mit­tel­gut waren, bei den Sport­freun­den Stil­ler mit­ge­summt.
Und alle ande­ren Tex­te sind auch unge­fähr so.

Scu­si, aber: Hä?

Ein Album wird nicht dadurch gut, dass es kei­ner ver­steht, schon gar nicht die, die ihr Geld damit ver­die­nen, ein Album zu ver­ste­hen. Selbst La Mon­te Young hat irgend­wann wohl jeder ver­stan­den, Toco­tro­nic und Peter­Licht sowie­so. Erd­mö­bel sind besten­falls sym­pa­thisch schlecht.

Inter­pre­ta­ti­ons­hil­fe zu die­sem Album wür­de jeden­falls mei­ner­seits freund­lich begrüßt (und fort­an unbe­ach­tet in der Ecke ste­hen gelas­sen, wie man das mit nicht expli­zit ein­ge­la­de­nen Gästen eben so macht, bis sie frei­wil­lig wie­der geht).

KaufbefehlePolitikIn den Nachrichten
BRAVO!

Euer, BRAVO, Trei­ben unter­hält seit Jahr­zehn­ten die her­an­wach­sen­den Gene­ra­tio­nen auf eine Art, die so viel­leicht eher sub­til, aber doch tat­säch­lich ver­mit­telt wird:
Unter dem Pseud­onym „Dr. Som­mer“ unter­hält eine Viel­zahl an nicht bekann­ten Auf­klä­rern in eurem Heft­chen all­wö­chent­lich eine Dop­pel­sei­te, in der die Kopu­la­ti­on jun­ger Men­schen ab etwa elf Jah­ren the­ma­ti­siert wird. Nicht sel­ten sind Nackt- und ange­deu­te­te Schnack­sel­bild­chen von Per­so­nen ab, wenn mich mei­ne Erin­ne­rung nicht trügt, 15 Jah­ren ent­hal­ten. So weit, so harm­los; Pädo­phi­lie endet mit ein­set­zen­der kör­per­li­cher Rei­fe eines Kin­des.

Da aber euer, BRAVO, Trei­ben zu Über­se­xua­li­sie­rung und mit­hin zu all­zu häu­fi­gen Abtrei­bun­gen in jugend­li­chen Krei­sen führt, hat die EU, wahr­lich ein Para­de­bei­spiel für moder­ne, an den Men­schen aus­ge­rich­te­te Demo­kra­tie, nun­mehr ange­regt, jeg­li­che frei­zü­gi­ge Dar­stel­lung von Per­so­nen, die augen­schein­lich noch nicht ein­deu­tig das 18. Lebens­jahr voll­endet haben, mit Aus­peit­schen und/oder Anspucken zu bestra­fen oder so. RA Dr. Hel­mut Graup­ner erklärt in für Öster­rei­cher typi­schem schau­der­haf­tem Deutsch:

[D]ie Alters­gren­ze für abso­lut ver­bo­te­ne „Kinder„pornografie wur­de mit die­sem Rah­men­be­schluss auf 18 Jah­re fest­ge­setzt, ohne zwi­schen Kin­dern und Jugend­li­chen zu unter­schei­den. Mün­di­ge und hei­rats­fä­hi­ge 17jährige Jugend­li­che wur­den gleich behan­delt wie 5jährige Kin­der. In das Ver­bot ein­be­zo­gen wur­de auch Por­no­gra­fie mit Dar­stel­le­rIn­nen, die wie unter 18 Jah­re aus­se­hen.

Und wei­ter, und jetzt wird für euch, BRAVO, inter­es­sant:

Die neue Richt­li­nie streicht auch den Por­no­gra­fie­be­griff. Die Mit­glied­staa­ten müs­sen künf­tig Dar­stel­lun­gen sexu­el­ler Hand­lun­gen (oder auch nur der Geni­ta­li­en und der weib­li­chen Brust) kri­mi­na­li­sie­ren, gleich­gül­tig, ob sie „por­no­gra­fisch“ sind oder nicht. Es muss auch nicht tat­säch­lich zu sexu­el­len Hand­lun­gen gekom­men sein. Auch simu­lier­te sexu­el­le Hand­lun­gen von unter 18jährigen (bzw. Erwach­se­nen, die wie unter 18 aus­se­hen) müs­sen straf­bar sein.

Vor­aus­set­zung sei eine Dar­stel­lung mit sexu­el­lem Hin­ter­grund, aber der, BRAVO, ist auf euren „Auf­klä­rungs­sei­ten“ („Wie lief dein erstes Mal?“, „Mein Penis tut weh nach der Auto­sti­mu­la­ti­on!“ und so wei­ter und so fort) zwei­fels­frei gege­ben. Das ver­lei­tet nicht nur zu sexu­el­len Hand­lun­gen mit Min­der­jäh­ri­gen, es hat oben­drein eine ras­si­sti­sche Kom­po­nen­te, denn nicht erst seit Thi­lo Sar­ra­zin wis­sen wir: Je mehr die Deut­schen sich ver­meh­ren, desto mehr wer­den die isla­mi­schen Ein­wan­de­rer unter­drückt. Dies lässt sich lang­fri­stig nur errei­chen, indem deut­sche Jugend­li­che sich entse­xua­li­sie­ren oder entse­xua­li­sie­ren las­sen, um eine Ver­meh­rung der, gene­tisch bedingt, beklopp­ten Unter­schicht best­mög­lich ein­zu­däm­men. (Als Refe­renz emp­feh­le ich das Buch „Deutsch­land schafft sich ab“ von Thi­lo Sar­ra­zin, der­zeit in der 15. oder bereits 16. Auf­la­ge ver­füg­bar.)

Zwar muss das Euro­päi­sche Par­la­ment der Richt­li­nie eben­falls zustim­men, damit sie in Kraft tre­ten kann, aber ich bin zuver­sicht­lich, dass das pas­sie­ren wird.
Auf eine sau­be­re Zukunft ohne Glüh­lam­pen und ohne Kin­der­schän­de­rei! Auf Euro­pa! Auf uns!

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik XLII: Nied­li­che Krie­ger

Dum­mer­wei­se fiel mein Blick mitt­ler­wei­le auf die heu­ti­ge Aus­ga­be der Braun­schwei­ger Zei­tung, bezüg­lich jour­na­li­sti­scher Qua­li­tät nicht weit von einem nie­der­säch­si­schen BILD-Äqui­va­lent ent­fernt, und ich hielt zwei Tex­te für so furcht­bar, dass ich mir vor­nahm, sie hier zu ver­wur­sten, was ich nun­mehr mit Freu­de tun wer­de.

Der erste der bei­den Tex­te zier­te die Front­sei­te der Zei­tung und han­del­te von den begin­nen­den Schnee­fäl­len im Harz. An pro­mi­nen­ter Stel­le wur­de hier­zu Miri­am Fusch oder Fuchs – lei­der konn­te sich die Redak­ti­on nicht auf einen Namen eini­gen – vom Har­zer Tou­ris­mus­ver­band („Harz-Tou­ris­mus“) zitiert, die also, wie es heißt, sprach:

Für eine Schnee­ball­schlacht soll­te es im Harz schon rei­chen.

Alter­na­tiv übri­gens auch:

Aber (…) für eine Schnee­ball­schlacht reicht es schon.

Nein, lie­be Braun­schwei­ger­zei­tungs­re­dak­teu­re, die Verb­kon­struk­te „soll­te rei­chen“ und „reicht“ bedeu­ten kei­nes­falls das­sel­be, und das wüss­tet ihr, wenn ihr schon ein­mal auf „das Eis müss­te dick genug sein“ her­ein­ge­fal­len wärt; seid ihr aber anschei­nend nicht.

Nun ist die Aus­sa­ge der Frau Fusch oder Fuchs noch in ande­rer Hin­sicht bemer­kens­wert, denn sie scheint eine Schnee­ball­schlacht als klein­sten Nenn­wert für Spaß im Schnee zu ver­ste­hen. Ob der Win­ter mit all sei­nem Glatt­eis und sei­ner für uns nur mehr dezent befell­te Neu­zeit­men­schen unge­nü­gend nied­ri­gen Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur sich irgend­wie zu dau­er­haf­tem Spaß eig­net, über­las­se ich jedem selbst, ich mei­ner­seits bezweif­le es. (Nicht so jeden­falls die Super­markt­ket­ten, die es schon im Sep­tem­ber nicht abwar­ten konn­ten, end­lich min­der­qua­li­ta­ti­ven Scho­ko- und Zimt­matsch an Frei­zeit­chri­sten zu ver­ticken, und die die­ser Tage nun auch, wie­so auch immer, die übli­chen besinn­li­chen Pla­stik­tan­nen der zumin­dest theo­re­ti­schen Kund­schaft vor die Füße stel­len, auf dass sie stol­pern und sich bäuch­lings der nun­mehr auf­stei­gen­den weih­nacht­li­chen Stim­mung erfreu­en möge; aber ich schwei­fe ab.) Wer sich hin­ge­gen das Wort „Schnee­ball­schlacht“ ein­mal genau­er anschaut, der wird bald fest­stel­len, dass es auf „-schlacht“ endet. Sym­bo­li­sches Kriegs­spiel – „abwer­fen“, so lustig es klingt, ist auch nur in Nuan­cen von „abknal­len“ ver­schie­den – als Ein­stieg in die Rodel- und Hin­fall-Sai­son; schön, dass es dafür „auch schon reicht“. Den kriegs­lü­ster­nen Nach­wuchs wird es freu­en.

Ande­rer­seits sagt man die­ser Sai­son nach, sie wür­de Fami­li­en zusam­men­füh­ren und Kin­der glück­lich machen. Natür­lich freut sich ein Kind dar­über, trotz unan­ge­neh­mer Zwi­schen­fäl­le in den vori­gen Mona­ten im Dezem­ber das neue­ste Pla­stik­spiel­zeug zu bekom­men, „weil Weih­nach­ten ist“, und ich hat­te mir, katho­lisch ver­zo­gen, den Geist der Weih­nacht immer irgend­wie anders vor­ge­stellt. Das kann natür­lich auch mit mei­nem Alter zu tun haben, denn ab einem gewis­sen Alter ist ein Mensch nicht mehr inter­es­sant. Die Braun­schwei­ger Zei­tung ver­öf­fent­lich­te näm­lich neben oben zitier­tem Arti­kel auch eine Kurz­mel­dung im Innen­teil, die ich aus­nahms­wei­se fast voll­stän­dig wie­der­ge­ben möch­te:

Bei einem Unfall (…) ist eine 13-Jäh­ri­ge schwer ver­letzt wor­den. Ihr 18-jäh­ri­ger Bru­der war mit dem Auto von der Fahr­bahn abge­kom­men.

Nur was ist mit dem Bru­der gesche­hen? Lebt er noch? Ist er wohl­auf? Wur­de er zer­schmet­tert und ende­te als blu­ti­ger Matsch in irgend­wel­chen Grün­an­la­gen? Nein, das inter­es­siert das Jour­na­li­sten­pack nicht, 13-jäh­ri­ge Mäd­chen sind nun mal meist nied­li­cher als 18-jäh­ri­ge Kna­ben, zumin­dest behaup­ten das jene Per­so­nen, die nie eine 13-jäh­ri­ge Schwe­ster hat­ten, und das Schick­sal eines 18-jäh­ri­gen Kna­ben berührt kei­nen „Jour­na­li­sten“, dem es nur dar­um geht, irgend­wie ein dritt­klas­si­ges Lokal­blatt voll­zu­rülp­sen. Leser, das glau­ben die­se Men­schen, wol­len von ihrer Tages­zei­tung emo­tio­nal berührt, nicht infor­miert wer­den. Leser, das glau­ben die­se Men­schen, wol­len nicht wis­sen, was mit Leu­ten pas­siert, die nicht nied­lich oder stink­reich oder bei­des sind. Leser, das glau­ben die­se Men­schen, geben sich mit der Infor­ma­ti­on zufrie­den, der Bru­der sei 18 Jah­re alt gewe­sen, und sagen dann: Ach, er ist 18 Jah­re alt und außer­dem ein lang­wei­li­ger Jun­ge, na, dann juckt es uns nicht, was mit ihm pas­siert ist, aber erzählt doch mal mehr von dem nied­li­chen Mäd­chen!

Sie irren sich, die­se Men­schen.

(Aus die­sen Zei­len mag Ver­bit­te­rung spre­chen, Ver­bit­te­rung jeden­falls auch über ein Volk, das sich von stin­ken­dem Gam­mel­obst und piek­sen­den Bäu­men davon ablen­ken lässt, wie tief es eigent­lich im Elend ver­sinkt. Irland bekommt, nach­dem Grie­chen­land vor­erst befrie­digt ist, von Deutsch­land ein wenig finan­zi­el­le Zuwen­dung [„bai­lout“], hör­te ich rumo­ren. Viel­leicht soll­te Deutsch­land sich auch ein­mal in die Rei­he der Bitt­stel­ler bege­ben, denn dass Deutsch­land ein Land sei, das vor lau­ter Geld gar nicht mehr weiß, was es damit tun sol­le, lässt sich ohne blei­ben­den Hirn- oder jeden­falls Organ­scha­den nur schwer­lich glaub­haft ver­si­chern.)


Nach­trag:
Habt ihr übri­gens das schon mit­be­kom­men, dass ein CDU-Par­la­men­ta­ri­er (Vor­sit­zen­der des Rechts­aus­schus­ses, hier­zu ein drei­fa­ches *batsch* an die Stirn) gern zum Schutz vor Ter­ror die Pres­se­frei­heit, das höch­ste Gut der Demo­kra­tie, ein­schrän­ken wür­de?

Ich bin lei­der juri­stisch nicht bewan­dert, aber ich bin ver­sucht, eine pas­sen­de Reak­ti­on im Straf­ge­setz­buch zu fin­den. Sieg­fried Kau­der, CDU, ist ein brand­ge­fähr­li­cher Mann und soll­te zum Schutz der öffent­li­chen Ord­nung und der Demo­kra­tie in die­sem Land für ein paar Jah­re weg­ge­sperrt wer­den. Ich bezweif­le aller­dings, dass es so weit kom­men wird.

PersönlichesSonstiges
Bes­ser machen!

Man kennt ihn, den Spruch: „Mach’s bes­ser!“.

Wann immer ein Fuß­bal­ler meter­weit dane­ben­schießt und man sich über den pein­li­chen Anblick beöm­melt, wann immer Micro­soft wie­der ein­mal Schrott fabri­ziert, wann immer die Poli­tik fata­le Fehl­ent­schei­dun­gen trifft: „Mach’s bes­ser!“.

Nun bin ich aber kein Fuß­bal­ler, Micro­soft-Ent­wick­ler oder Poli­ti­ker und kann daher nicht ihre Auf­ga­ben ver­su­chen bes­ser zu machen, ohne einen ande­ren Lebens­weg ein­zu­schla­gen. (Micro­soft-Ent­wick­ler wäre even­tu­ell mach­bar, wider­strebt mir aber aus ähn­li­chen Grün­den wie eine Bewer­bung bei Goog­le Deutsch­land oder der BILD-Redak­ti­on, wenn­gleich Micro­soft sicher noch die am wenig­sten scheuß­li­che Wahl wäre, wür­de ich vor sie gestellt.)

Wenn ich einen Hand­wer­ker ins Haus kom­men lie­ße, der mir, statt das Klo zu repa­rie­ren, den Kel­ler unter Was­ser setz­te, dann wür­de ich ihn eben­so wie schlech­te Fuß­bal­ler, Micro­soft-Ent­wick­ler und Poli­ti­ker einen Trot­tel nen­nen. Wür­de er mir „Machen Sie es halt bes­ser!“ ent­ge­gen­schleu­dern, so wür­de ich dies mit einem „Pfff!“ quit­tie­ren und sei­nem Vor­ge­setz­ten einen wort­rei­chen, doch sicht­lich erbost ver­fass­ten Brief schicken, in dem ich ihm mit­tei­len wür­de, was ich von der­lei Gestal­ten hal­te, näm­lich nicht viel. Ver­mut­lich wür­de mir aber auch nie­mand in solch einem Fall sagen, ich sol­le es halt bes­ser machen, denn man weiß: Ich bin hand­werk­lich nicht son­der­lich geschickt.

Hin­ge­gen traut man sei­nen Mit­men­schen die­ser Tage anschei­nend zumin­dest zu, bes­se­re Fuß­bal­ler als die Natio­nal­spie­ler, bes­se­re Pro­gram­mie­rer als die Mit­ar­bei­ter der Win­dows-Ent­wick­ler­ab­tei­lung, bes­se­re Poli­ti­ker als Gui­do Wester­wel­le zu sein. Letz­te­res ist, zuge­ge­ben, nicht der Rede wert; noch immer blei­ben die übri­gen Punk­te in der Auf­zäh­lung. Der Ein­fach­heit und Über­sicht­lich­keit wegen beschrän­ke ich mich im Fol­gen­den auf erste­ren Punkt:

Hät­te ich ein bes­se­rer Fuß­bal­ler wer­den wol­len, hät­te ich mei­ne Jugend dar­an aus­ge­rich­tet. Jedoch hat­te ich nie son­der­lich viel Inter­es­se an akti­vem Sport, und so über­las­se ich ihn denen, die man „Pro­fis“, Pro­fes­sio­nel­le also, nennt. Wenn die­se Pro­fes­sio­nel­len nun im Namen „mei­nes“ Lan­des oder auch nur von mei­nem Geld ama­teur­haft zu Wer­ke gehen und so das Anse­hen „mei­nes“ Lan­des nach­hal­tig schä­di­gen oder alter­na­tiv bezie­hungs­wei­se außer­dem mein Geld sinn­los ver­pras­sen, dann betrach­te ich es als mei­ne ver­damm­te Bür­ger­pflicht, die­se Pro­fes­sio­nel­len für die­se Chuz­pe gebüh­rend zu beschimp­fen, hege jedoch nicht zugleich den Anspruch, es weni­ger schlecht hin­zu­be­kom­men, denn ich ver­die­ne mei­ne paar Krö­ten nicht damit, weni­ger schlecht Fuß­ball zu spie­len. Das fän­de ich auch beschä­mend.

Ich kla­ge an, ich kla­ge an, ich kla­ge an.
– Toco­tro­nic: Har­mo­nie ist eine Stra­te­gie

Netzfundstücke
Küchen­la­tein

Als Klug­schei­ßer geho­be­ner Natur gibt sich Ste­fan Sicher­mann vom BILD­blog die­ser Tage, indem er den gleich­falls klug schei­ßen­den Herrn Wag­ner von der BILD kor­ri­giert, der da angeb­lich (ich wer­de es aus mora­li­schen Grün­den nicht selbst über­prü­fen) geschrie­ben habe:

Histo­ri­ker über­set­zen ter­re­re auch mit: „die aus dem Unter­grund kom­men“.
Ter­ra – die Erde.
2000 Jah­re spä­ter ist Deutsch­land in Ter­ror-Angst. Irgend­et­was kommt unsicht­bar aus der Erde.

Und der Ste­fan Sicher­mann dann so:

(…) Denn die Begrif­fe „Ter­ror“ und „Ter­ra“ haben ety­mo­lo­gisch soviel mit­ein­an­der gemein wie die deut­schen Begrif­fe „Wurst“ und „Durst“ — näm­lich vier Buch­sta­ben.

Wäh­rend die Wur­zeln von „ter­re­re“ im alt­in­di­schen „trá­sa­ti“ (zit­tern) und im grie­chi­schen „tréo“ bzw. „tre­so“ zu suchen sind, bedeu­tet „ter­ra“ in etwa „das Trocke­ne“ (sie­he griech. „terai­no“ bzw. lat. tor­re­re „dör­ren, trock­nen“)*.

(Aus tech­ni­schen Grün­den habe ich die grie­chi­sche Schreib­wei­se hier ein­mal her­ausedi­tiert.)

Und der Ste­fan Sicher­mann kann also ver­mut­lich Latein bes­ser als der Franz Josef Wag­ner, aber mit sei­nem, dem Ste­fan Sicher­mann sei­nem, Alt­grie­chisch ist es nicht weit her; denn, ana­log zu dem (kor­rek­ten) latei­ni­schen Infi­ni­tiv „ter­re­re“, die Infi­ni­ti­ve zum grie­chi­schen Verb hei­ßen natür­lich „tré­ein“ bzw. „tre­sein“. Will man indes die erste Per­son Sin­gu­lar Indi­ka­tiv Aktiv („tréo“ bzw. „tre­so“) ver­wen­den, so müss­te es gleich­sam „ter­ro“, „ich erschrecke“, hei­ßen. Die indi­sche Form ken­ne ich lei­der nicht.

Viel­leicht hät­te hier nicht nur das „aus­führ­li­che latei­nisch-deut­sche Hand­wör­ter­buch, aus­ge­ar­bei­tet von Karl Ernst Geor­ges“, sei­nen Dienst getan, son­dern zudem wäre ein Blick in ein Gram­ma­tik­le­xi­kon des Grie­chi­schen sicher­lich kei­ne schlech­te Idee gewe­sen. (Übri­gens lau­ten die For­men im Neu­grie­chi­schen noch immer nicht viel anders.)

Na, viel­leicht beim näch­sten Mal.

(Ich habe den Autor der Freund­lich­keit hal­ber via Mail auf sei­nen Faux­pas auf­merk­sam gemacht. So viel fair­ness muss dann doch sein.)

Nach­trag:
Ste­fan Sicher­mann schrieb mir, er habe, wie im Grie­chi­schen üblich, absicht­lich die 1. Per­son Sin­gu­lar Indi­ka­tiv Aktiv als Grund­form ver­wen­det. Nun, dann bleibt zumin­dest die Über­set­zung miss­ver­ständ­lich. Aber das ist in den alten Spra­chen ja so man­ches.

Persönliches
Stu­di­en­ge­büh­ren bei der Arbeit

Das, was ich an nie­der­säch­si­schen Hoch­schu­len so sehr mag, ist ja unter ande­rem auch ihre tech­ni­sche Aus­stat­tung.
An der Hoch­schu­le, die ich trotz allem nach wie vor besu­che (und tat­säch­lich bin ich eher ein Besu­cher als ein Stu­dent, auf Latein also ein sich Mühen­der), ist es bei­spiels­wei­se nicht leicht, dau­er­haft, also ohne stän­di­ge Inter­net­aus­fäl­le, Freu­de an dem (nicht unbe­dingt flin­ken) WLAN zu haben. Tat­säch­lich erfreu­en kann man sich an der Uni­lei­tung nur, wenn man das Glück hat, in der Nähe einer LAN-Buch­se zu sein. Und davon gibt es nicht vie­le.

Zwar steht schon seit eini­ger Zeit neue Aus­stat­tung bereit, aber um die­se ins Netz ein­zu­bin­den, müss­te ein Ver­ant­wort­li­cher sei­nen Hin­tern von sei­nem Sitz­mö­bel tren­nen und ein Kabel ein­stecken. (Nein, viel mehr wäre das nicht.) Und wie das so läuft in einer öffent­li­chen Ein­rich­tung, kann das noch eine Wei­le dau­ern.

Dafür traf heu­te eine E‑Mail ein:

Der Radi­usser­ver der Hoch­schu­le über­nimmt die Über­prü­fung von Benut­zer­na­men und Kenn­wör­tern für das WLAN. Er ist inzwi­schen ca. 10 Jah­re alt und wird daher am Mitt­woch, den 24.11.2010 aus­ge­tauscht. Im Zuge der Umstel­lung wird nicht nur eine neue Hard­ware zum Ein­satz kom­men, son­dern auch der Name des Ser­vers wird (…) geän­dert.
Die Arbei­ten wer­den am Mitt­woch in der Zeit von 11:30 Uhr bis 13:30 Uhr erfol­gen. Aus die­sem Grund ist an allen Hoch­schul­stand­or­ten im genann­ten Zeit­raum kein WLAN-Zugriff mög­lich.

’s ist ja schön, dass end­lich etwas pas­siert. Nicht, dass ich bis­her Pro­ble­me damit gehabt hät­te, mich im Uni-WLAN anzu­mel­den, son­dern nur damit, dau­er­haft drin zu blei­ben, aber immer­hin: Neue Hard­ware! Neu­er Name! Und das Gan­ze direkt vor der Mit­tags­pau­se, die etwa um 13:30 beginnt!

Gut, letz­te­res ist nun kein posi­ti­ves Argu­ment und lässt mich beim Gedan­ken dar­an, dass sich am 24.11. gegen „halb zwei“, wie der Volks­mund auch sagt, mal eben Stu­den­ten vie­rer Cam­pus gleich­zei­tig ver­su­chen ins Hoch­schul­netz ein­zu­wäh­len (sagt man das noch so?), erschau­dern. War­um man so etwas nicht vor Beginn oder nach Ende der Vor­le­sun­gen macht? Klar: Im öffent­li­chen Dienst arbei­tet man ungern zu der­art unmensch­li­chen Zei­ten.

Ich habe mich das bis­her nicht gefragt, aber jetzt gera­de kann ich der Fra­ge nicht mehr aus­wei­chen:
Was genau pas­siert eigent­lich mit unse­ren Seme­ster­ge­büh­ren?

(Das könn­te ich wahr­schein­lich irgend­wo nach­gucken, aber ich fand die Fra­ge in rhe­to­ri­scher Gestalt viel bes­ser.)

PolitikProjekteSonstigesIn den Nachrichten
Ter­ror: Kei­ne Über­ra­schung!

Wir wer­den übri­gens alle­samt in Bäl­de eines grau­si­gen Todes ster­ben, weil ver­däch­tig aus­se­hen­de Men­schen wie die­ser hier nur wegen der aus­ge­setz­ten Vor­rats­da­ten­spei­che­rung in Deutsch­land Anschlä­ge bege­hen wer­den kön­nen, zumin­dest höchst­wahr­schein­lich, denn:

Dafür, dass Kash­mi­ri im Moment an Anschlags­plä­nen für Euro­pa feilt, gibt es zwar kei­ne Bestä­ti­gung. (…) Sicher­heits­be­hör­den wären jedoch kei­nes­wegs über­rascht, soll­te sich her­aus­stel­len, dass der Paki­sta­ner sol­che Ope­ra­tio­nen plant.

Gleich in die Luft spren­gen, das gan­ze Ter­ror­land!
(Also Paki­stan jetzt, nicht die USA.)


In eige­ner Sache (1): Wäh­rend ich gemein­sam mit Mike® dar­an arbei­te­te, das hier ver­wen­de­te the­me ein biss­chen bes­ser weni­ger schlecht zu gestal­ten, fiel mir auf, dass anstel­le der blau­en Hin­ter­grund­flä­che das Ein­fü­gen eines Hin­ter­grund­bil­des womög­lich eine sinn­vol­le Ände­rung wäre.

Hier­für neh­me ich gern Anre­gun­gen ent­ge­gen. :)


In eige­ner Sache (2): Heu­te vor 10 Jah­ren wur­de die erste Ver­si­on von Gamers.IRC ver­öf­fent­licht, mehr dazu kann der geneig­te Leser auf gamersirc.net erfah­ren. Obwohl ich selbst erst seit 2003 Mit­glied der Ent­wick­ler­ge­mein­schaft bin, so möch­te ich die­ses Pro­jekt doch jedem Win­dows­nut­zer ans Herz legen. Im IRC selbst emp­feh­le ich den Kanal #La-Fami­lia im Qua­keN­et, des­sen herr­lich absur­de Dis­kus­sio­nen mich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht sel­ten lachen mach­ten.

NetzfundstückeNerdkrams
blek­ko

Was seit Anfang die­ses Monats und somit noch nicht all­zu lan­ge, zu mei­nem per­sön­li­chen Erstau­nen zuerst auf dem sonst nicht unbe­dingt für sei­ne Aktua­li­tät bekann­ten Por­tal WinFuture.de, für Wir­bel sorgt, ist die neue Such­ma­schi­ne blek­ko, und als ich den Namen zum ersten Mal las, dach­te ich zunächst an den Clown Beppo aus den NICHT­LU­STIG-Bild­wit­zen und an die des Öfte­ren in der Serie Ren & Stim­py zu sehen­de Wer­bung für Holz­klöt­ze von Blam­mo.

Wie man auf einen so blö­den Namen kommt, habe ich mich bei Such­ma­schi­nen nicht erst seit „Guuugl“ nicht mehr gefragt. Je blö­der der Name, desto bes­ser kann man ihn sich mer­ken. (Eigent­lich ist das scha­de, dass man die­se Regel nicht auch auf ande­re Lebens­be­rei­che anwen­den kann, denn so bleibt die Musik­grup­pe Ejwu­usl Wes­sah­q­qan wohl auch wei­ter­hin nahe­zu unbe­kannt.) Blek­kos Stär­ke liegt jeden­falls, wie ein erster Test mei­ner­seits ergab, nicht dar­in, beson­ders vie­le beson­ders tol­le Ergeb­nis­se zu fin­den, son­dern viel­mehr dar­in, die Ergeb­nis­se auch ver­nünf­tig zu fil­tern.

Nach­dem Clus­ty (inzwi­schen Yip­py, da haben wir es wie­der) vor eini­gen Jah­ren der Vor­rei­ter in manu­ell gefil­ter­tem Suchen war, indem es erlaub­te, die Such­ergeb­nis­se nach­träg­lich anhand von Stich­wort­li­sten zu ver­bes­sern, indem zum Bei­spiel eine Suche nach „Ant­ark­tis“ in der Spal­te „Clouds“ links dahin gehend ein­ge­schränkt wer­den konn­te, dass nur Tref­fer auf­ge­führt wur­den, die zusätz­lich den Term „Pin­gui­ne“ beinhal­te­ten, was die Rele­vanz der Such­ergeb­nis­se ins­ge­samt doch deut­lich zu ver­bes­sern ver­mag (Goog­le, wir erin­nern uns, woll­te das unlängst semi-auto­ma­ti­sie­ren), und die­se Tech­nik all­mäh­lich auch in ande­re Such­ma­schi­nen inte­griert wur­de und wird, setzt blek­ko auf einen ande­ren Ansatz.

Benannt hat man die­sen Ansatz „slash­tags“, auf gut Deng­lisch also „Schräg­strich-Tags“, er dient der Spam­be­kämp­fung und er funk­tio­niert unge­fähr so:

Statt, wie bei ande­ren Such­ma­schi­nen üblich, ein­zel­ne Inter­net­sei­ten mit Para­me­tern wie etwa „inu­rl“ expli­zit aus der Such­an­fra­ge aus­zu­schlie­ßen, falls man bei­spiels­wei­se Infor­ma­tio­nen über ein Pro­dukt aus­schließ­lich außer­halb von eBay und Ama­zon suchen möch­te, fasst blek­ko Grup­pen von Web­sei­ten in „Tags“ zusam­men. Vie­le Tags gibt es schon, wei­te­re kann der Benut­zer selbst defi­nie­ren. Falls man also etwa nach „s:flo2 /techblogs“ sucht, so wer­den nur Such­ergeb­nis­se ange­zeigt, die auf Sei­ten ver­wei­sen, die in die­sem Slash­tag gespei­chert sind. Natür­lich sind die­se Tags noch alles ande­re als voll­stän­dig, gera­de deutsch­spra­chi­ge Ange­bo­te sind der­zeit nur wenig ver­tre­ten, aber jeder Benut­zer kann sei­ne eige­nen Slash­tags frei defi­nie­ren und ande­ren zur Ver­fü­gung stel­len, so dass sich gro­be Lücken in Bäl­de geschlos­sen haben dürf­ten. (Ich habe da schon eini­ge Ideen.) Das deut­sche Blog netzwertig.com etwa hat kürz­lich eine Liste deutsch­spra­chi­ger Tech­no­lo­gie-Blogs als eben­falls für jeden Nut­zer frei nutz­ba­ren Slash­tag bereit­ge­stellt.

Ein, wie ich mei­ne, durch­aus gutes und gut durch­dach­tes Kon­zept, das zu ver­fol­gen ich jedem mei­ner Leser vor­erst ans Herz legen möch­te.

Nach­trag vom 7. Febru­ar 2011: Die Such­ma­schi­ne Duck­Duck­Go hat einen eben­falls ziem­lich blö­den Namen, unter­stützt aber auch so etwas wie Slash­tags (hier !Bang genannt).