KaufbefehleMusikkritik
Mar­nie Stern – This Is It and I Am It and You Are It and So Is That and He Is It and She Is It and It Is It and That Is That

Was mir ja nun – ganz ent­ge­gen mei­nen Gewohn­hei­ten – selt­sa­mer­wei­se auch gefällt, ist der eigen­ar­ti­ge Indie-Pop (laut Eigen­be­schrei­bung eben­falls pro­gres­si­ve) der US-ame­ri­ka­ni­schen Gitar­ri­stin Mar­nie Stern. Ihr zwei­tes, bereits 2008 ver­öf­fent­lich­tes (und damit für die Halb­jah­res­li­ste 2009 lei­der nicht mehr zur Wahl ste­hen­des) Album oben ange­führ­ten, über­aus ein­präg­sa­men Titels klingt nach einer über­aus brauch­ba­ren Mischung aus The Kills und You Say Par­ty! We Say Die!.

Das Album beginnt mit dem, wie es das Feuil­le­ton aus­zu­drücken pflegt, tanz­ba­ren Prime und geht über die vol­le Län­ge von 41 Minu­ten, mit hier und da mehr am Rock ori­en­tier­ten Stücken, etwa genau so wei­ter und wird dabei kaum lang­wei­lig. Allein neigt man dazu, die Laut­stär­ke über­trie­ben zu erhö­hen.

Mehr zu hören gibt es auf MySpace. Viel Spaß!

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
25. März

25. März 1989:

Eine Dik­ta­tur liebt die ande­re: „DDR und Nica­ra­gua ver­bin­den enge brü­der­li­che Bezie­hun­gen“, ver­kün­det das „Neue Deutsch­land“ In Lett­land haben die Men­schen die Dik­ta­tur end­gül­tig satt: in der Haupt­stadt der Noch-Sowjet­re­pu­blik Riga geden­ken rund 30 000 Teil­neh­mer in einem Schwei­ge­marsch der Ver­bre­chen der Sowjet­dik­ta­tur. Auf den Trans­pa­ren­ten war die sowje­ti­sche Sta­ti­stik in nüch­ter­nen Zah­len zu sehen[…].

25. März 2009:

Trotz allem kann heu­te bei einer Demon­stra­ti­on in Ber­lin die Rote Fah­ne mit Ham­mer und Sichel getra­gen wer­den, ohne dass es einen Auf­stand der Anstän­di­gen gibt. Im Gegen­teil: auf der jüng­sten Demon­stra­ti­on gegen den Thor- Stei­nar- Laden in Ber­lin Fried­richs­hain, wur­de von den Teil­neh­mern erwar­tet, dass sie sich hin­ter eben die­ser Fah­ne zum Kampf „gegen rechts“ ver­sam­meln. Man­cher im Zug trug Che Gue­va­ra auf der Brust, der mehr als 200 Men­schen hin­ge­rich­tet hat und nach wie vor als Kult­fi­gur auf lin­ken T‑Shirts prangt.

Tref­fend beob­ach­tet, voll­stän­di­ger nach­zu­le­sen hier.

(Ähn­li­che Gegen­über­stel­lun­gen gibt es täg­lich; höchst lesens­wert!)

Persönliches
Lee­rer Blick

(… und dann liegt man da auf dem Bett, den lee­ren Blick an die Zim­mer­decke gerich­tet, und man denkt dar­über nach, wie man die letz­ten Mona­te – waren es 10 oder schon mehr? – ver­bracht hat; nein, so viel zu den­ken gibt es da dann eigent­lich nicht. Ein neu­er Lebens­ab­schnitt, natür­lich, das ist es immer, und eigent­lich ver­läuft ja auch alles ganz nach Plan, bis auf die­se unbe­stimm­te Klei­nig­keit eben. Der Sän­ger mit der ange­neh­men Stim­me singt von Som­mern, die wie Züge vor­bei­zie­hen, aber irgend­wie zieht er selbst an einem vor­bei, nur nicht ganz so laut und stö­rend wie ein Zug. Bei dem Gedan­ken an die­sen Ver­gleich muss man ein biss­chen schmun­zeln, aber man hat noch im glei­chen Atem­zug wie­der ver­ges­sen, wor­über man gera­de schmun­zeln woll­te, und so lässt man es dann blei­ben und denkt, den lee­ren Blick an die Zim­mer­decke gerich­tet, dar­über nach, ob und was man statt­des­sen noch hät­te blei­ben las­sen sol­len und ob die­ser Satz nun eigent­lich akzep­ta­bel for­mu­liert ist, aber min­de­stens zwei­te­res ist einem dann doch irgend­wie egal. Wenn man jemals eine Zeit­ma­schi­ne hät­te bau­en wol­len, dann jetzt; aber man kennt sich selbst ja nun schon ein paar Jah­re und weiß, dass man wie­der nur Unfug damit anstel­len wür­de. Der lee­re Blick bleibt an der Zim­mer­decke, vor­bei an den Bil­dern, die das gei­sti­ge Auge pro­ji­ziert. Drau­ßen sin­gen die Vögel. Und übri­gens …)

In den Nachrichten
Ab wie viel Blut ist ein Com­pu­ter­spiel eigent­lich ein Kil­ler­spiel?

War ja fast klar:

Ein paar Win­nen­der Fami­li­en, deren Töch­ter kürz­lich zu einer obsku­ren Rang­li­ste bei­tra­gen durf­ten muss­ten, haben sich öffent­lich­keits­wirk­sam (stil­le Trau­er reicht eben offen­bar nicht) an die Regie­rung gewandt und, wie es sich für mit den moder­nen Medi­en nicht ver­trau­te Men­schen eben so gehört (cf. Cau­sa von der Ley­en), direkt blöd­sin­ni­ge For­de­run­gen gestellt.

Neben dem übli­chen, größ­ten­teils recht undurch­dacht wir­ken­den Kram, das die Autoren und Autorin­nen offen­bar ohne Berück­sich­ti­gung tat­säch­li­cher Durch­führ­bar­keit („gewalt­frei­es Fern­se­hen für Kin­der und Jugend­li­che“, „mehr Jugend­schutz im Inter­net“, „schär­fe­re Waf­fen­ge­set­ze“ usw.; min­de­stens die ersten bei­den For­de­run­gen sind irra­tio­nal, Kin­der und Jugend­li­che sind ja groß­teils nicht blöd) aufs Papier geschmiert haben, kommt natür­lich auch wie­der das gute, alte Coun­ter-Strike zur Spra­che:

Spie­le, ob über Inter­net oder auf dem PC, die zum Ziel haben, mög­lichst vie­le Men­schen umzu­brin­gen, gehö­ren ver­bo­ten. Glei­ches gilt für alle Gewalt ver­herr­li­chen­den Spie­le, deren Auf­bau und Dar­stel­lung sehr rea­li­stisch sind und bei denen viel Blut fließt.

Dass die so genann­ten „Kil­ler­spie­le“ nicht unbe­dingt Gewalt ver­herr­li­chend sind, son­dern viel­mehr auch zur Schär­fung von Team­geist und tak­ti­schem Geschick die­nen kön­nen, möch­te ich hier nicht ein­mal beson­ders beto­nen, und auch nicht, dass als logi­sche Kon­se­quenz Poli­zei und Bun­des­wehr (ein­deu­tig schlech­te Vor­bil­der!) abge­schafft wer­den müss­ten; aller­dings: Macht nicht erst ein Ver­bot vie­le Din­ge reiz­voll?

Ich behaup­te: Viel weni­ger Kin­der wür­den rau­chen, wenn sie es dürf­ten.
Ich behaup­te: Viel weni­ger Kin­der wür­den sich betrin­ken, wenn sie es dürf­ten.
Ich behaup­te: Viel weni­ger Kin­der wür­den USK-18-Spie­le spie­len, wenn sie es dürf­ten.

Wo doch Ver­bo­te ohne­hin in die­sem Fall reich­lich wun­der­lich sind; schließ­lich ist es auch nicht unbe­dingt im Sin­ne des Geset­zes, wahl­los Leu­te zu erschie­ßen, was poten­zi­el­le Amok­läu­fer den­noch nur über­aus sel­ten von ihrer Tat abhält.

In einem Dis­kus­si­ons­fo­rum, in dem die­ses The­ma eben­falls zur Spra­che kam, schrieb ich vor­hin dies:

Ernst August Wag­ner (neben­bei: eben­falls in Win­nen­den gestor­ben) ist 1913 Amok gelau­fen. Ich fra­ge mich, was er vor­her gespielt hat. Mur­meln?

Aber es ist immer so schön leicht, jede Ver­ant­wor­tung von sich zu wei­sen.
Eigent­lich inter­es­sant, dass noch nie­mand gefor­dert hat, Schüt­zen­ver­ei­ne zu ver­bie­ten; wo sie doch frei­en Zutritt für schieß­wü­ti­ge Jugend­li­che bie­ten!

Oder soll­te man Jugend­li­che lie­ber ver­bie­ten? Aber wie passt das dann zum 27-jäh­ri­gen Amok­läu­fer in Ala­ba­ma?

Viel­leicht hat­te Lukas Recht:

Wenn wir etwas ver­bie­ten müss­ten, dann die Puber­tät.

MusikPersönliches
Absur­des im All­tag

Herz­lich will­kom­men zum Auf­takt, qua­si zum Pilot­bei­trag, einer wei­te­ren über­aus losen Serie in die­ser Netz­pu­bli­ka­ti­on, beti­telt „Absur­des im All­tag“.

Absur­des ist täg­lich um uns her­um, nicht nur ver­tre­ten durch dada- und nihi­li­sti­sche Künst­ler.

Allein heu­te begeg­ne­ten mir fol­gen­de zwei Absur­di­tä­ten:

1) psd… wei­ter­sa­gen!

Die Wer­be­pla­ka­te der psd-Bank – Unter­ti­tel: Wis­sen, was Sinn macht – haben sich weit­ge­hend unbe­merkt in eini­gen Städ­ten ver­brei­ten las­sen. Gewor­ben wird mit dem absur­den Mot­to „psd… wei­ter­sa­gen!“.

Bin ich tat­säch­lich der ein­zi­ge Mensch, der wo es für wider­sin­nig erach­tet, zu ver­brei­ten­de (wei­ter­zu­sa­gen­de) Infor­ma­tio­nen flü­sternd (pst!) zu über­mit­teln?

Bei der Bank wer­de ich ver­mut­lich nie ein Kon­to eröff­nen.
Wei­ter­sa­gen, aber bit­te recht laut!

2) die Sache mit den roten Ampeln

Dass rote Ampeln nur weni­ge Men­schen am Über­que­ren von Ver­kehrs­we­gen hin­dern, ist für meh­re­re Betei­lig­te – und Unbe­tei­lig­te – oft lebens­ge­fähr­lich und ein alt­be­kann­tes The­ma; reden wir nich‘ mehr drü­ber.

Absurd aller­dings ist’s, dass die mei­sten auf den ÖPNV ange­wie­se­nen Per­so­nen, die es der­art über­mä­ßig eilig haben, die gewon­ne­ne Zeit damit ver­brin­gen, um so län­ger an der Hal­te­stel­le zu ste­hen.

War­um über­que­ren regel­mä­ßig gan­ze Men­schen­trau­ben flin­ken Schrit­tes rot beam­pel­te Über­we­ge und echauf­fie­ren sich anschlie­ßend dar­über, dass es noch meh­re­re Minu­ten dau­ert, bis das erwar­te­te Ver­kehrs­mit­tel ein­trifft?

Wer eine Ant­wort parat hat, möge sie als Kom­men­tar hin­ter­las­sen.


Unbe­dingt emp­feh­lens­wer­ter Radio­stream übri­gens:
Radio Ton­kuh­le, knuf­fi­ger Hil­des­hei­mer Lokal­sen­der, welt­weit zu emp­fan­gen via Stream und Hei­mat der Schall­gren­zen.
Viel Ver­gnü­gen!

ProjekteIn den Nachrichten
Die Sicher­heit von Direkt­down­loads

Nach­dem mir als – bekann­ter­ma­ßen – Ver­fech­ter der eta­blier­ten eMu­le-Tech­no­lo­gie in den letz­ten Wochen und Mona­ten immer wie­der Zeit­ge­nos­sen frag­wür­di­ger Ansicht mit­teil­ten, dass File­sha­ring so was von unsi­cher sei und gegen „anony­me Tech­ni­ken“ wie die so genann­ten Direkt­down­loads, zum Bei­spiel via Rapids­hare, kei­ne Chan­ce mehr habe, nahm ich heu­te höchst zufrie­den dies zur Kennt­nis:

Der­zeit wird im Rechts­hil­fe­fo­rum 123recht.net ein Fall bespro­chen, in dem ein User wegens des Uploads eines Metal­li­ca-Albums auf Rapidshare.com ver­däch­tigt wur­de und eine Haus­durch­su­chung erhielt.

Ich bin ein­mal gespannt, was dies­be­züg­lich noch gesche­hen wird. Bei eMu­le jeden­falls füh­le ich mich der­zeit über­aus sicher.

In den Nachrichten
Por­nos sind an allem schuld!

„Das mit dem Amok­lauf“ wird täg­lich absur­der:

Auf dem Com­pu­ter des Amok­läu­fers hat­ten die Ermitt­ler Com­pu­ter­spie­le wie „Coun­ter­strike“ gefun­den, aber auch Por­no­fil­me.

(SPON, die BILD hät­te das Mate­ri­al ver­mut­lich „Fick-Fil­me“ genannt.)

Bleibt die Fra­ge, was uns das sagt. Kil­ler­spie­le sind böse, Nackt­heit aber auch?
Wer Por­nos her­un­ter­lädt, ist eine Gefahr für die Gesell­schaft?
Oder ist das wie­der nur so ein schlüpf­ri­ges Detail, das zei­gen soll, dass der Prot­ago­nist „nicht nor­mal“ war? Was für ein Bild hat der SPIEGEL dann eigent­lich von der heu­ti­gen Jugend?

Viel­leicht soll­te mal jemand eine Sta­ti­stik (apro­pos Sta­ti­stik) erstel­len, wie vie­le Amok­läu­fer eigent­lich im Besitz por­no­gra­fi­schen Mate­ri­als waren. Auf die näch­ste Ver­schär­fung des Jugend­schutz­ge­set­zes bin ich gespannt.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Tag des Amok­laufs

Wir müs­sen den USA immer alles nach­ma­chen!
Das habe ich ja nun schon mehr­fach beklagt, und heu­te wird schon wie­der flei­ßig Amok gelau­fen.

Aus den Nach­rich­ten möch­te ich hier­zu zitie­ren:

Spe­zi­al-Ein­hei­ten der Poli­zei stürm­ten das Eltern­haus des Amok­läu­fers, brach­ten die Mut­ter zu einem Ver­hör. Eine Waf­fe fehl­te aus dem lega­len Pri­vat-Arse­nal des Vaters, ver­mut­lich die Tat­waf­fe.

Über das wie üblich über­aus däm­li­che „ver­mut­lich“ möch­te ich hier gar nicht mehr vie­le Wor­te ver­lie­ren, indes gefällt mir die Arbeits­wei­se der Poli­zei. Die ist so schön irra­tio­nal.

„Stür­men“ müs­sen hät­ten sie das Schul­ge­bäu­de. Im Eltern­haus gibt es nun mal nicht mehr viel zu stür­men. Oder wird das bei die­sen „Spe­zi­al-Ein­hei­ten“ anders gehand­habt?

„Hier, Jungs, fol­gen­des Pro­blem: Der Kerl ist schon tot. Was stür­men wir dann jetzt?“
„Hmmm… wie wäre es mit dem Eltern­haus?“
„Au ja!“

Ich stel­le mir das lustig vor.
Lustig ist auch, was die Hast im Online-Jour­na­lis­mus gera­de in sol­chen Situa­tio­nen her­vor­bringt:
http://wirres.net/article/articleview/5152/1/6/

(Nach­trag: Wei­ter­la­chen kann man beim Nig­ge­mei­er, zum Bei­spiel über Zahn­bür­sten-Bud­gets.)

MusikNetzfundstücke
Vögel­chen!

Dass aus­ge­rech­net der nun nicht gera­de durch Sen­sa­ti­ons­gier bekannt gewor­de­ne SPIEGEL mit Fotos toter Men­schen Besu­cher zu erhei­schen sucht, ist schon bedrückend. Da braucht man ein wenig Auf­hei­te­rung.

Wie wäre es mit ein wenig Post­rock?
Bene­dikt hat wie­der mal was Gutes aus Deutsch­land aus­ge­gra­ben:

I am the Archi­tect kon­stru­ie­ren und bau­en seit 2007 an einem klas­sisch inspi­rier­ten, beein­druckend guten Post­rock (…). Für den Fan der übli­chen Kon­sor­ten der mal lau­ten und mal lei­sen instru­men­ta­len Postrocker ist das wirk­lich klas­se Innen­ohr­fut­ter. Die Archi­tek­ten haben einen deut­li­chen Hang zu äthe­ri­schen, gele­gent­lich fast gazen­den Tönen, kön­nen aber auch schön brav Gitar­ren­wän­de hoch­zie­hen und wie­der ein­fal­len las­sen. Sind halt Archi­tek­ten.

Anhö­ren kann man sich den Spaß hier; natür­lich für lau.

Die­je­ni­gen von euch, für die der Spaß beim Musik­hö­ren im Vor­der­grund steht, soll­ten indes einen Blick auf ein Musik­vi­deo wer­fen, das die (übri­gens über­aus gute) Musik­sen­dung Tracks kürz­lich bewarb:
Der You­Tube-Nut­zer sti­an­haf­stad hat Aus­schnit­te eini­ger Ernie-und-Bert-Epi­so­den zu einem durch­aus amü­san­ten Video zusam­men­ge­fügt, in dem die bei­den Prot­ago­ni­sten zu den Klän­gen von „Ante Up“ des Rap­du­os M.O.P. musi­zie­ren.

Oder man guckt sich stun­den­lang tan­zen­de Vögel an. Ist auch wit­zig.

Hihi. :)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Wir müs­sen auf­hö­ren, Objek­te wie Frau­en zu behan­deln!

Es ist erwie­sen:
Frau­en in spär­li­cher Beklei­dung lösen im Gehirn des Man­nes ähn­li­che Reak­tio­nen wie Schrau­ben­schlüs­sel und Bohr­ma­schi­nen aus.

Ob das nun die Mehr­deu­tig­keit der Begrif­fe dübeln, boh­ren, schrau­ben und sämt­li­chen Äqui­va­len­ten erklärt, las­se ich hier nun mal man­gels aus­rei­chen­der Kennt­nis­se bezgl. des gegen­wär­ti­gen For­schungs­stan­des offen, indes:
Führt das nun im Umkehr­schluss dazu, dass auf­grund der immer knap­pe­ren Damen­be­klei­dung irgend­wann durch Über­rei­zung das Fai­ble der Män­ner für die Heim­wer­ke­rei schwin­det? Oder ist viel­mehr damit zu rech­nen, dass wie­der­um durch Über­rei­zung, her­vor­ge­ru­fen von all den sich bewusst modern weib­lich klei­den­den Män­nin­nen, eben­die­se Män­ner mit der Zeit ihr Inter­es­se am weib­li­chen Geschlecht ver­lie­ren; was ja bei heu­te Selbst­ver­ständ­li­chem wie der Elek­tri­zi­tät und dem Feu­er auf­grund des All­ge­gen­wär­ti­gen bei­der Natur­er­schei­nun­gen eben­falls bereits gesche­hen ist?

Da heißt es mit Köpf­chen nageln Nägel mit Köp­fen machen.


(Pro­vo­ka­ti­on der Woche: Hit­ler war wenig­stens kein Holo­caust-Leug­ner!)

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Schlimm ist, wer schlim­me Din­ge tut.

Die Kino­re­zen­sen­ten haben dem Film 96 Hours (Taken) über­ein­stim­mend die vol­le Punkt­zahl ver­wei­gert, weil der von Liam Nee­son dar­ge­stell­te Prot­ago­nist schlim­me rechts­staats­wid­ri­ge Din­ge tue und Selbst­ju­stiz ver­übe, wobei er auch noch zu weit gehe.

(Quel­le)

Die Begrün­dung ist durch­aus hübsch. Zu fra­gen blie­be alle­mal noch, wie­so die Lei­stung von Heath Led­ger dann auch nach Mona­ten noch ein­schlä­gig gewür­digt wird.

Gutes Mon­ster – böses Mon­ster?

Och, nee!

PersönlichesNetzfundstücke
Kater­stim­mung und Schreib­blocka­de.

Ich woll­te seit Tagen schon wie­der etwas hier schrei­ben – aber es geht nicht. Etwas Wit­zi­ges, etwas Poli­ti­sches, viel­leicht gar eine poe­ti­sche Kurz­ge­schich­te hat­te ich im Sinn. Stän­dig neue Sät­ze bil­de und ver­wer­fe ich, um schließ­lich ent­mu­tigt die vir­tu­el­le Schreib­ma­schi­ne unver­rich­te­ter Din­ge wie­der in den eben­falls vir­tu­el­len Schrank, nein, „Schrank“ zu räu­men.

An Ideen man­gelt es tat­säch­lich also nicht. Viel­mehr fehlt die Fähig­keit zur Kon­zen­tra­ti­on.
Weil – und es ist nor­ma­ler­wei­se nicht mei­ne Art, einen Neben­satz sepa­rat zu stel­len – nun, da statt des Früh­lings doch noch ein­mal der Win­ter von sich hören lässt, die Melan­cho­lie des Dezem­bers zurück­kehrt, mit­hin die Lust auf lau­ten Rock wie­der den lei­sen Tönen weicht und unge­fähr das­sel­be auch auf die Wahr­neh­mung der Umwelt zutrifft.

Wo immer man sich in die­ser Stim­mung, in die­sem Zustand auch befin­den mag, man fühlt sich unbe­schreib­lich klein und fremd. Sehn­sucht? Ja!
Sehn­sucht nach drau­ßen und auch nach drin­nen, Sehn­sucht nach einem kla­ren Gedan­ken und doch wie­der­um danach, ihn ein­fach ver­ges­sen zu kön­nen; Sehn­sucht nach Halt und nach Frei­heit, Sehn­sucht nach ihr, Sehn­sucht nach sich selbst…

End­lich, auf­ge- und ver­schreckt von dem Durch­ein­an­der im Kopf, kehrt die Rea­li­tät mit­samt ihrem Boden der Tat­sa­chen wie­der ein und lässt von all dem Gefühls- und Gedan­ken­cha­os nur noch eine bei­na­he meta­phy­sisch anmu­ten­de Müdig­keit zurück.

„Schlapp, schlapp, schlapp“ (Aste­rix: „Die Gol­de­ne Sichel“).

Unge­fähr so wie Gar­field:

(Jetzt ist es ja doch noch recht wit­zig gewor­den. Glück gehabt.)

In den Nachrichten
Einen Wil­helm bau­en.

Ich habe heu­te spon­tan beschlos­sen, auch mal zu ver­su­chen, eine Phra­se zur Umschrei­bung eines Sach­ver­halts zu eta­blie­ren.

„Einen Wil­helm bau­en“ scheint mir recht geeig­net zu sein, da es die­ser Tage eine ver­brei­te­te Beschäf­ti­gung zu sein scheint, und es ist auch offen­bar noch nicht ander­wei­tig belegt.

Vor­ge­schla­ge­ner Sach­ver­halt:
Einen Wil­helm bau­en = unwah­re Din­ge unge­prüft aus dem Inter­net abschrei­ben und dies erst spä­ter bemer­ken.

Gegen­vor­schlä­ge? :)