Man flaniert des Abends, nur beleuchtet von Fenstern und vereinzelten Laternen, durch die verwinkelten Gassen am Rande der Altstadt. Die wenigen Passanten ziehen mit gefühlter Lautlosigkeit vorbei. Irgendwas im Kopf versucht, den seit Monaten vergessenen Refrain eines melancholischen Liedes, dessen Interpreten Name auf der soeben erstandenen Musikzeitschrift steht, mitzusummen. Beeindruckt von dem Gefühl, sich in einem sehr langsamen, um 90 Grad gedrehten Starfield-Bildschirmschoner zu befinden, verlangsamt man seinen Schritt.
Es steigt eine seltsame Wärme von innen herauf, die allein den Moment betont, das Hier und Jetzt. Man fühlt sich leicht und sorgenfrei.
Nach einigen Metern nach Eintritt in die fast verlassene Geschäftsstraße: Ein grelles, groß bedrucktes Schild.
Kaufen Sie jetzt. Supersonderweihnachtsschnäppchen.
Fast scheint es zu leuchten, gar zu blinken.
Man wird unsanft aus seinen Träumen gerissen.
Und man merkt: Man ist Mensch, ganz tief drin.

gut, echt ma jetz! ;o)
Ein Essay mit geradezu lyrischem Ausklang. Ich bin beeindruckt!