NetzfundstückeIn den Nachrichten
Der Papst und die nor­ma­len Leu­te

Bernd Zel­ler schrieb vor­hin fol­gen­des:

Katho­li­ken tre­ten aus der Kir­che aus, Amts­trä­ger pro­te­stie­ren. Die ein­hel­li­ge Mei­nung aller haupt- und neben­amt­li­chen Kom­men­ta­to­ren geht dahin, dass der Papst einen Unsinn ver­zapft hat und den Holo­caust­leug­ner Wil­liam­son wie­der frist­los aus der Kir­che ent­las­sen sol­le. Nun ist es süßer und ehren­vol­ler, dem Papst die Levi­ten zu lesen, als einem beknack­ten Pius­brü­der­chen. Aber kaum bedacht wird dabei, was im Fal­le der erneu­ten Exkom­mu­ni­zie­rung wir Nicht­ka­tho­li­ken mit dem sol­len. Dann wäre er ja wie­der bei uns, nach­dem wir ihn gera­de los­ge­wor­den sind. Wer­den wir gefragt, ob wir den wie­der­ha­ben wol­len? Die wegen dem aus der Kir­che aus­ge­tre­te­nen Exka­tho­li­ken hät­ten den auch wie­der zurück, könn­ten aller­dings uns ver­las­sen, indem sie wie­der in die Kir­che ein­tre­ten. Soll er doch da blei­ben, wo er ist, in der Katho­li­schen Kir­che, dann sind wir die­ses Pro­blems ent­le­digt.

Span­nend ist’s schon zu sehen, wie vie­le Men­schen sich plötz­lich an ihren Glau­ben erin­nern und das mäch­ti­ge Gebäu­de des Katho­li­zis­mus (Katho­li­zis­mus wow!) im Wan­ken begrei­fen oder gar über­le­gen, katho­lisch zu wer­den, nur um aus der katho­li­schen Kir­che wie­der aus­tre­ten zu kön­nen und dem Papst so mal gehö­rig die Mei­nung zu gei­gen.

Und das alles nur, weil der Papst – aus­ge­rech­net ein sol­cher, der in Deutsch­land gebo­ren wur­de! – es wagt, auf die poli­ti­sche Gesin­nung eines sei­ner Gläu­bi­gen zu pfei­fen. Unver­schämt­heit von ihm. Tz, tz.

Wenn ich Papst wäre, wür­de ich in mei­ne Kir­che auch nur noch Leu­te rein­las­sen, die einen von Grund auf ehren­vol­len Lebens­wan­del hat­ten, der sich voll und ganz mit sämt­li­chen Aus­sa­gen der Bibel in Ein­klang brin­gen lässt.

Dann hät­te ich wenig­stens mei­ne Ruhe.

MusikNetzfundstücke
Aktu­el­les vom Lied­schmied

Ich schrieb vor einer Wei­le über Micro­softs aktu­el­les Spiel­zeug „Song­smith“; nun haben offen­bar eini­ge Men­schen Gefal­len dar­an gefun­den:

Die Nut­zer pro­du­zie­ren kei­ne eige­nen Dudel-Lied­chen, son­dern ver­hun­zen bei „You­Tube“ Pop-Klas­si­ker – das ist uner­träg­lich grau­sam und uner­träg­lich lustig.

Hi, hi:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,605159,00.html

Sonstiges
Medi­en­kri­tik VIII: Todes­angst

„… aber die Schüs­se und die Schreie wird das Ehe­paar nie ver­ges­sen.“

Unge­fähr so ende­te soeben ein Bei­trag in „Bri­sant“, sei­nes Zei­chens Klatsch­ma­ga­zin der ARD, unter­malt mit einem Über­wa­chungs­vi­deo, das einen Über­fall zeig­te, das wie­der­um, um die Dra­ma­tik zu beto­nen, in einer Schlei­fe lief. Immer wie­der sieht man den Täter Schüs­se abfeu­ern und hört einen Schrei.

Und nun mei­ne Fra­ge:
Bekloppt oder was?

Befrie­digt so etwas die Gelü­ste der Zuschau­er – ein Über­wa­chungs­vi­deo mit Men­schen in Todes­angst? Dazu noch ein wenig dra­ma­ti­sche Musik mit pas­sen­der Into­nie­rung der Stim­me aus dem Off, und vorm Fern­se­her sit­zen die Voy­eu­re bequem auf dem Sofa und heu­cheln Mit­leid.
„Ach herr­je, wie kann ein Mensch nur so grau­sam sein“ und sich so etwas frei­wil­lig anschau­en?

„Die Men­schen“ © brau­chen, so scheint es, stets das Bild des Grau­ens vor ihren Augen.

Ist es das, was einst Die Toten Hosen besan­gen?

Ich möch­te aus der ersten Rei­he dem Tod fest in die Augen sehn.
Ich krieg Gän­se­haut bei Hil­fe­schrei­en, die vol­ler Über­zeu­gung sind.
Wenn’s den Stoff für mei­ne Träu­me gibt, zahl ich jeden Preis für die­sen Thrill.
Ich bin ein Bie­der­mann auf Hor­ror­trip, ich lebe nur für die­sen einen Kick.

Mir läuft’s auch gera­de kalt den Rücken run­ter.
Aller­dings aus ande­ren Grün­den.

PolitikIn den NachrichtenKaufbefehle
Wir müs­sen eine gemein­sa­me Lösung fin­den.

Is’n Ding: Die deut­sche Regie­rung will mit dem Geld, das sie für Neben­sa­chen wie Kin­der­gär­ten, Bil­dung und Kul­tur dann wohl doch nicht mehr aus­ge­ben möch­te, die Hypo Real Estate ret­ten und neben­bei die US-ame­ri­ka­ni­sche Finanz­kri­se abwen­den. Kein Pro­blem, die paar Krö­ten haben wir ja alle in der Tasche. Immer­hin ist der Auf­schwung da.

(„Die Abhän­gig­keit des Lan­des von aus­län­di­schem Öl sei eine der größ­ten Bedro­hun­gen für die USA“, sprach der Wei­se aus dem Mor­gen­land; ent­täu­schend immer­hin, das hat Herr Bush jun. sei­ner­zeit doch weit klü­ger lösen kön­nen. Bei­spiels­wei­se, indem man das Aus­land zu eige­nen Kolo­nien erklärt. Na, viel­leicht kommt man ja noch drauf.)

Inter­es­san­ter ist aber, wie so oft, das, was die Welt ach-so-furcht­bar bedroht:

Die neue ame­ri­ka­ni­sche Uno-Bot­schaf­te­rin Susan Rice kün­dig­te direk­te Gesprä­che der Ame­ri­ka­ner mit Tehe­ran über das umstrit­te­ne Atom­pro­gramm an.

(SPON)

Ah, herr­lich. End­lich unter­nimmt mal jemand was.
Direk­te Gesprä­che mit dem Iran, auf dass man sich dort von dem fre­vel­haf­ten Tun der Uran­an­rei­che­rung abwen­de.

Am Ende bau­en die Ira­ner eine oder meh­re­re Atom­ra­ke­ten und bedro­hen damit Staa­ten, deren Religion/Regierung/Staatsform ihnen nicht in den Kram passt. Das wäre doch rich­tig fies.

Nein, Atom­waf­fen soll­ten denen vor­be­hal­ten sein, die sie für nicht aggres­si­ve Zwecke zu nut­zen wis­sen.
Sie wür­den sich bei­spiels­wei­se gut im Vor­gar­ten machen, man könn­te Klet­ter­boh­nen oder ähn­li­che Pflan­zen an ihnen züch­ten. Die Ame­ri­ka­ner zum Bei­spiel sind für ihre fried­li­che Nut­zung von Atom­ener­gie und Waf­fen­for­schung ja bekannt. Wer wür­de ihnen den Besitz bei­der Tech­ni­ken ver­ar­gen?

Aber zurück zu den geplan­ten „Gesprä­chen“:
Es ist ja nun wahr­lich nicht so, dass sich in der Ver­gan­gen­heit irgend­je­mand die­ser Sache ange­nom­men hät­te. Nein, erst jetzt, zu Beginn unse­rer neu­en Zeit­rech­nung mit Beginn der Geburt des Oba­ma, unse­res HErrn, wird der Mensch­heit der Frie­de gebracht. Hal­le­lu­ja, lobet ihn!

Die­ses omi­nö­se Gefäng­nis in irgends­o­ei­ner Bana­nen­re­pu­blik hat Hus­sein er ja bereits öffent­lich­keits­wirk­sam geschlos­sen, und all die ein­ge­ker­ker­ten ver­meint­li­chen Staats­fein­de kön­nen fro­hen Mutes in eine blen­den­de Zukunft blicken.

Ange­sichts die­ser Wort­ge­wandt­heit (ver­mut­lich ergab sich unge­fähr die­ser Dia­log: „Clo­se it!“ „OK.“) und poli­ti­schen Gewieft­heit ist es doch nahe­zu unver­meid­lich, dass auch der Iran, die­ser dunk­le Fleck auf dem Po des Teu­fels, bereit ist, von sei­ner bis­he­ri­gen Außen­po­li­tik (die da lau­te­te: „Pfeif auf Sank­tio­nen, wir sind nicht die Schoß­hünd­chen des Westens“) umge­hend abzu­kom­men.

Und nun aber mal eben, bevor ich beim Schrei­ben ver­se­hent­lich plat­ze vor Lachen, ein wenig ern­ster:
Der „Dia­log“ zwi­schen der Welt und dem Iran fin­det bereits seit meh­re­ren Jah­ren ohne Kon­se­quen­zen statt. Die Ver­ein­ten Natio­nen appel­lie­ren an den knuf­fi­gen klei­nen Staat, er möge sei­ne Uran­an­rei­che­rung doch bit­te umge­hend unter­bin­den und wür­de zum Dank auch Unter­stüt­zung in der Nut­zung von Wind- und Was­ser­en­er­gie bekom­men. Der Adres­sat ant­wor­tet, er habe kei­ner­lei Inter­es­se dar­an, sei­ne Bür­ger ohne Atom­ener­gie leben zu las­sen, und das ist, das möch­te ich hier zu beden­ken geben, auch sein gutes Recht. Meist folgt dann ein Gespräch zwi­schen irgend­ei­nem Uno-Bedien­ste­ten und einem ira­ni­schen Unter­händ­ler, das ergeb­nis­los ver­läuft und einen noch schär­fer for­mu­lier­ten Brief der Uno zur Fol­ge hat, auf den dann wie­der­um noch gleich­gül­ti­ger geant­wor­tet wird.

(Hen­ryk M. Bro­der beschrieb unter ande­rem die­se unend­lich schei­nen­de Geschich­te in sei­nem jüng­sten Buch Kri­tik der rei­nen Tole­ranz, das auch zu erklä­ren ver­sucht, wie­so in die­sem Land des Öfte­ren reli­giö­se Tole­ranz die Wir­kung von Geset­zen auf­hebt. Soll­te man mal gele­sen haben.)

Ich bin ja mal gespannt, wie Frau Rice die­se Geschich­te zu been­den pflegt. Viel­leicht spricht ihr neu­er Prä­si­dent ja auch ein Macht­wort.

„Stop it.“
„OK.“

Oder, was auch nicht all­zu unwahr­schein­lich ist, die Uno lässt einen noch schär­fer for­mu­lier­ten Brief schrei­ben.
Mit besten Wün­schen.

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik VII: Jen­seits des Ereig­nis­ho­ri­zon­tes

Wäh­rend sich „die Medi­en“ © dar­um strei­ten, ob und auf wes­sen Sei­te sich „die Deut­schen“ © in den Krieg im Gaza-Strei­fen ein­mi­schen soll­ten, pas­siert freund­li­cher­wei­se auch noch ande­res auf der Welt, über das ich mich hier auf­re­gen kann:

So wird nun, kaum dass die Pro­te­ste gegen die Pres­se­zen­sur in Chi­na ver­klun­gen sind, auch in Deutsch­land eine Zen­sur des Inter­nets geplant. Bis­lang ist nur die Fil­te­rung von Kin­der­por­no­gra­fie geplant; wie dies aber umge­setzt wer­den soll, ohne deut­lich zu vie­le oder zu weni­ge Sei­ten zu sper­ren und ohne mit ein­fa­chen Mit­teln umgan­gen wer­den zu kön­nen, scheint noch nicht so recht fest­zu­ste­hen.

Inter­es­sant ist’s alle­mal, dass so etwas über­haupt zur Dis­kus­si­on steht. Selbst unter der Vor­aus­set­zung, dass es eine in kei­ner Wei­se zu bean­stan­den­de Mög­lich­keit gäbe, jeg­li­chen Inhalt gezielt und lücken­los her­aus­fil­tern zu kön­nen, blie­be noch immer die Fra­ge offen, wie man als Inter­net­nut­zer sicher sein kann, dass die Inhal­te, die man durch die­sen Fil­ter noch zu sehen bekommt, tat­säch­lich unge­fil­tert und nicht von Drit­ten ver­än­dert wor­den sind.

Dass so eine Funk­ti­on es qua­si im Vor­bei­ge­hen nötig macht, dass ihre Betrei­ber einen voll­stän­di­gen Ein­blick in die eige­nen Inter­net­ak­ti­vi­tä­ten neh­men kön­nen, fällt im Jahr der Online-Durch­su­chun­gen da schon fast nicht mehr ins Gewicht.

(Ob es unbe­dingt sinn­voll ist, statt der Ursa­che nur die Sym­pto­me zu bekämp­fen, möch­te ich im Übri­gen auch in die­sem Fall aus­drück­lich anzwei­feln.)

„Den Medi­en“ ist so etwas frei­lich egal, und so kön­nen sie auch wei­ter­hin unge­fil­tert ihre ein­zig wah­re Mei­nung durch die Gegend posau­nen, nur hin und wie­der unter­bro­chen von furcht­ba­ren Mach­wer­ken wie dem Dschun­gel­camp oder, der­zeit auf Kabel 1 zu sehen, Event Hori­zon.

An die­sem Film indes habe ich trotz sei­ner signi­fi­kant über­zo­ge­nen Spe­zi­al­ef­fek­te vor allem die Detail­fra­gen zu kri­ti­sie­ren; ein Raum­schiff, das von einem Schwar­zen Loch ange­trie­ben wird und des­halb Ereig­nis­ho­ri­zont heißt, wird von der Besat­zung eines Raum­schiffs gesucht, das mit aus­ge­rech­net Lois Lewis & Clark zwar immer­hin kei­nen der­ma­ßen mau­en, aber doch einen min­de­stens wun­der­li­chen Namen besitzt; scha­de, da sucht man lan­ge ver­geb­lich nach einer wei­te­ren Poin­te, und dann ist’s gar kei­ne Komö­die!

Den­noch tui, tui, tui für’s näch­ste Mal.

MusikNetzfundstücke
Skur­ril: Melo­dien selbst ersin­gen

Uah:

Micro­soft wer­kelt an einem Pro­gramm, das mehr oder weni­ger pas­send zu einem ins Mikro­fon gesun­ge­nen Lied eine Melo­die erfin­det. Frei­stil-Karao­ke, sozu­sa­gen.

Das offi­zi­el­le Wer­be­vi­deo jeden­falls ist der­ma­ßen gru­se­lig, dass es die alte DOS-5-Wer­bung bei­na­he in den Schat­ten zu stel­len weiß.

(Als ob die moder­ne Pop­mu­sik nicht schon selbst aus­rei­chend Ori­gi­na­li­tät ver­lo­ren hät­te, und aber apro­pos Pop­mu­sik…)

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Pro­be­sit­zen für den Erlö­ser

Es darf doch ein­fach nicht wahr sein:

Noch ist es mehr als eine Woche bis zu Barack Oba­mas Amts­an­tritt. Doch ein groß­an­ge­leg­ter Test­lauf nahm den schon vor­weg: Ein Oba­ma-Dou­ble schwor den Amts­eid, 3000 Sol­da­ten mar­schier­ten, Bands spiel­ten – und der Abschied von Prä­si­dent Bush wur­de auch geprobt.

(Quel­le: SPON)

Da hielt ich Naiv­ling schon die wun­der­li­chen „TV-Duel­le“ zu Schrö­ders Zei­ten für ein absur­des Schau­spiel, und nun so etwas, aller­dings immer­hin in den USA, wo man hoch­qua­li­fi­zier­te Poli­tik ohne­hin seit eini­gen Jah­ren mit Slap­stick zu ver­wech­seln scheint.

Ich kann mich jeden­falls des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass die gewal­ti­gen Ver­än­de­run­gen, von denen im Wahl­kampf über­all zu hören und zu lesen war, die Welt­po­li­tik nur unwe­sent­lich ver­bes­sern wer­den.

Haupt­sa­che, der Ver­rück­te sitzt bequem.

(Ver­dammt; Igno­ranz ver­ges­sen.)


Apro­pos „der Ver­rück­te“:
Hen­ryk M. Bro­der hat eine recht pole­mi­sche Zusam­men­fas­sung der unan­ge­neh­men Ange­le­gen­heit im Gaza-Strei­fen ver­fasst. Gibt’s hier.

MusikPolitikIn den Nachrichten
Nach­wir­kun­gen vom Sil­ve­ster­fern­se­hen

Wer hier des Öfte­ren mit­liest, der weiß, dass all­zu laue Musik nicht unbe­dingt zu mei­nen Favo­ri­ten zählt.
(Dan­ke auch an Gerald Him­mel­ein für das bril­lan­te Wort „Chart-Pam­pe“, c‚t 02/2009, allein schon des­halb einen Kauf wert!)

Nur manch­mal, manch­mal über­kommt mich so ein eigen­ar­ti­ges Krib­beln, und dar­an ist meist aus­ge­rech­net das Fern­se­hen schuld.

Viel­leicht liegt’s am Wet­ter – zu viel Schnee­fall und vor allem zu viel Käl­te, um dem noch eine roman­ti­sche Sei­te abge­win­nen zu kön­nen -, aber ver­mut­lich ist auch nur der ver­se­hent­li­che Kon­sum von Mouth & Mac­ne­al an Sil­ve­ster dafür ver­ant­wort­lich zu machen, dass er wie­der da ist:

Der defi­ni­tiv unschön­ste Ohr­wurm mei­ner Kind­heit.

(Die indes zwar deut­lich spä­ter statt­fand, aber, im Nach­hin­ein betrach­tet, von der­lei Klän­gen regel­mä­ßig beglei­tet wur­de.)


Übri­gens auch erschreckend:
Da bom­bar­diert Isra­el ein angren­zen­des Land, und vor lau­ter Schreck soli­da­ri­sie­ren „wir“ uns mit ihm (also mit Isra­el), ohne die Grün­de zu hin­ter­fra­gen.

Das aktu­el­le Medi­en­echo lau­tet, so weit ich das ver­fol­gen kann und/oder will, der­ma­ßen, dass die Hamas (pri­ma, ein neu­es Feind­bild!) selbst schuld sei.
Wie­so besitzt die auch die Frech­heit und schießt zurück?

Bis­lang lau­fe alles nach Plan, sag­te er [der israe­li­sche Ver­tei­di­gungs(sic!)mini­ster] einem par­la­men­ta­ri­schen Aus­schuss. Hamas habe bereits schwe­ren Scha­den erlit­ten.

(via SPON, wie so oft)

Guter Plan.
Ehr­lich.

PolitikIn den Nachrichten
2009 – ein guter Anfang.

Die erste Schlag­zei­le im neu­en Jahr, die mir auf­ge­fal­len ist:
Das BKA rech­net 2009 mit drei oder vier Online-Durch­su­chun­gen.

Na, dann ist’s ja in Ord­nung. Vor allem wer­den die­se Durch­su­chun­gen nur durch­ge­führt, „wenn alle ande­ren Mög­lich­kei­ten aus­schei­den“.
Beim Irak-Krieg und der Inhaf­tie­rung diver­ser Ver­däch­ti­ger in Guantí¡namo gab es ja auch kei­ne Alter­na­ti­ve. Bei der gewal­ti­gen Finanz­sprit­ze für die diver­sen Ban­ken in den USA auch nicht.

Uns geht es offen­bar immer noch zu gut.

In die­sem Sin­ne:
Fro­hes altes neu­es Jahr.

Musikkritik
Neu­es von Radi­us System

Es ist immer das Glei­che:
Kaum ist die Jah­res­in­ven­tur erle­digt, wird das Lager neu befüllt.

Die Postrock­grup­pe Radi­us System, die ich vor einer Wei­le schon lobend erwähn­te, hat ihre zwei­te EP Almost Not­hing ver­öf­fent­licht.

Bene­dikt hat eine pas­sen­de Beschrei­bung (mit Hör­pro­be!) parat:

Ein leicht melan­cho­li­sches (leicht ver­spä­te­tes) Weih­nachts­ge­schenk aus Frank­reich für die grau­en Tage zwi­schen den Tagen: Radi­us System um Master­mind Gre­go­ry Hoepff­ner beschen­ken uns mit einer neu­en EP. “Almost Not­hing” ist alles ande­re als fast nichts, auch wenn Hoepff­ner dies viel­leicht anders sieht. ” What’s a Digi­tal EP the­se days ? “Almost Not­hing”, ano­ther 30 megs of MP3 data lost in a sea of under­ground music that gets wider every day…”

Drei neue Songs (1x ruhig, 1x halb­ru­hig und 1x ein Ohren­knal­ler), eine schö­ne Cover­ver­si­on von Port­is­head (Maschi­ne Gun) und drei Remi­xe (Radio­head, I’m from Bar­ce­lo­na) und das alles wie gewohnt umsonst.

Run­ter­ho­len kann man sich den Spaß, wie gewohnt, bei eMu­le oder eben hier.


Wie man mit mög­lichst wenig Auf­wand sei­ne Mit­men­schen mög­lichst effi­zi­ent belä­stigt, Teil Drölf:
Die Betreff­zei­le von E‑Mails so wäh­len, dass der Spam­fil­ter des Emp­fän­gers explo­diert.

Che@p p3n!s Énl4rg3mEn7!

ProjektePersönlichesLyrik
Der GEZ-Mann oder: Die Axt im Wal­de. (Für dich.)

Ich war­te noch auf die per­fek­te Stun­de hier
in der Stra­ße, in der du zu woh­nen beliebst;
es nährt mich der Zwei­fel, gepaart auch mit Furcht:
Wie kann ich dir mit­tei­len, was du mir gibst?

Ich war­te noch auf die per­fek­te Minu­te
(geh aus mei­nem Kopf, du zer­stö­ren­der Geist!),
denn ein Gefühl in mir muss unbe­dingt raus,
und ich will es befrei­en und will, dass du’s weißt.

Ich war­te noch auf die per­fek­te Sekun­de,
in der dei­ne Augen mich wie­der berührn,
mein Herz ent­zün­den, mei­ne See­le umklam­mern,
denn in die­ser Sekun­de kann ich dich wie­der spürn.

Ich war­te noch auf den per­fek­ten Moment, um
dir sagen zu kön­nen, dass du mich betörst;
der­weil – sei’s für immer! – wer­de ich still von
dir träu­men und hof­fen, dass du mich erhörst…


(Wenn ich gera­de nicht in Gedan­ken ver­sin­ke, bast­le ich der­zeit ein wenig an einer klei­nen Fire­fox-Erwei­te­rung. Wer beim Testen hel­fen möch­te, ist gern dazu ein­ge­la­den. Dan­ke!)