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Der Papst und die normalen Leute

Bernd Zeller schrieb vorhin fol­gen­des:

Katho­liken treten aus der Kirche aus, Amt­sträger protestieren. Die ein­hel­lige Mei­n­ung aller haupt- und nebe­namtlichen Kom­men­ta­toren geht dahin, dass der Papst einen Unsinn verzapft hat und den Holo­caustleugn­er Williamson wieder frist­los aus der Kirche ent­lassen solle. Nun ist es süßer und ehren­voller, dem Papst die Leviten zu lesen, als einem bek­nack­ten Pius­brüderchen. Aber kaum bedacht wird dabei, was im Falle der erneuten Exkom­mu­nizierung wir Nichtkatho­liken mit dem sollen. Dann wäre er ja wieder bei uns, nach­dem wir ihn ger­ade los­ge­wor­den sind. Wer­den wir gefragt, ob wir den wieder­haben wollen? Die wegen dem aus der Kirche aus­ge­trete­nen Exkatho­liken hät­ten den auch wieder zurück, kön­nten allerd­ings uns ver­lassen, indem sie wieder in die Kirche ein­treten. Soll er doch da bleiben, wo er ist, in der Katholis­chen Kirche, dann sind wir dieses Prob­lems entledigt.

Span­nend ist’s schon zu sehen, wie viele Men­schen sich plöt­zlich an ihren Glauben erin­nern und das mächtige Gebäude des Katholizis­mus (Katholizis­mus wow!) im Wanken begreifen oder gar über­legen, katholisch zu wer­den, nur um aus der katholis­chen Kirche wieder aus­treten zu kön­nen und dem Papst so mal gehörig die Mei­n­ung zu geigen.

Und das alles nur, weil der Papst — aus­gerech­net ein solch­er, der in Deutsch­land geboren wurde! — es wagt, auf die poli­tis­che Gesin­nung eines sein­er Gläu­bi­gen zu pfeifen. Unver­schämtheit von ihm. Tz, tz.

Wenn ich Papst wäre, würde ich in meine Kirche auch nur noch Leute rein­lassen, die einen von Grund auf ehren­vollen Lebenswan­del hat­ten, der sich voll und ganz mit sämtlichen Aus­sagen der Bibel in Ein­klang brin­gen lässt.

Dann hätte ich wenig­stens meine Ruhe.