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„Leave me in the clouds.“

Ich gebe zu, ich bin mit­un­ter nicht immer kon­se­quent in dem, was ich schrei­be und ande­rer­seits tue. So leh­ne ich zum Beispiel Dienste von Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf der Verwertung von Benutzerdaten basiert, ab, kann mich den­noch den Segnungen der Digitalisierung nicht immer ent­zie­hen. Ich bin in der Cloud.

Beim Kauf mei­nes mobi­len Büros hat­te ich nicht gedacht, dass es einen nach­hal­ti­gen Einfluss auf mein Leben und vor allem mein Sicherheitskonzept haben wür­de. Natürlich ver­wen­de­te ich schon eine Zeitlang Dropbox, um etwa unfer­ti­ge Projekte und Dateien für das Studium zu sichern und bei Bedarf auch unter­wegs zur Hand zu haben, dar­über hin­aus nutz­te ich, da ich auf meh­re­ren Computern die weit­ge­hend glei­chen Lesezeichen und Passwörter ver­wen­de, Xmarks (mitt­ler­wei­le Firefox Sync) und LastPass zur Synchronisation. Dass im Fall einer Kompromittierung mei­ne Lesezeichen und/oder der aktu­el­le Entwicklungsstand von TinyTodo in die Hände Dritter fal­len könn­ten, hat mich dabei nie erschau­dern las­sen, und mei­ne Passwörter sind auf den LastPass-Servern nicht unsi­che­rer als in mei­nem Kopf. (Siehe wei­ter unten.)

Mit Android hiel­ten auch Evernote und wun­der­list Einzug in mei­ne Organisation. Nutzte ich zuvor KeyNote-NF, die Notizfunktion von ac’tivAid und mit­un­ter Textdateien, um Notizen und zu erle­di­gen­de Aufgaben nicht zu ver­ges­sen, tra­ge ich all dies nun qua­si stän­dig mit mir her­um. (Anzumerken sei, dass KeyNote-NF für eini­ge Notizen all­zu pri­va­ter Natur noch immer mein Programm der Wahl ist; die Datenbankdatei siche­re ich selbst­ver­ständ­lich regel­mä­ßig.) Es gibt nur wenig Ärgerlicheres als eine gute Idee zu haben und sie wie­der ver­ges­sen zu haben, bevor man wie­der am Laptop sitzt, und das pas­siert mir lei­der nur all­zu häu­fig. Das ist einer der Gründe, wie­so ich nur sel­ten ohne Notizbuch aus dem Haus gehe.

Der eigent­li­che Auslöser für die­sen Beitrag war übri­gens die Meldung, dass bei LastPass auf den Servern Unregelmäßigkeiten fest­ge­stellt wur­den. Sofort unk­ten die Skeptiker, es sei selbst schuld, wer sei­ne Passwörter einem exter­nen Dienst anver­traue, unge­ach­tet des­sen, dass die gege­be­nen­falls „erhack­ten“ Passwörter ver­schlüs­selt sind und nur mit einer geziel­ten Wörterbuchattacke les­bar gemacht wer­den kön­nen; und wer ein Passwort ver­wen­det, das im Wörterbuch steht, hat, die­se Bemerkung sei gestat­tet, einen Knall und es eigent­lich auch nicht bes­ser verdient.

Man möge mich kri­ti­sie­ren für den Leichtsinn, auch nur irgend­et­was auf Servern abzu­le­gen, die mir nicht gehö­ren; man soll­te aber, bevor man mich nun ver­wünscht, ein­mal über das eige­ne Tun nach­den­ken. Menschen stel­len inti­me Details, oft bebil­dert, von sich selbst bei Facebook (ist ja „nur für Freunde“ sicht­bar, von wegen!), MySpace oder *VZ online, sie bear­bei­ten bereit­wil­lig sen­si­ble Firmendokumente auf Google Text & Tabellen und schicken sie dann via Google Mail oder, schlim­mer noch, Skype durch die Gegend, ohne sich auch nur ansatz­wei­se im Klaren über die Gefahren geschlos­se­ner Systeme kom­mer­zi­el­ler Anbieter im Klaren zu sein. Wer stän­dig Ängste schürt, soll­te zumin­dest selbst ein wenig Vorsicht wal­ten lassen.


(Nur mal rein inter­es­se­hal­ber gefragt: „Einmal zah­len, ewig nut­zen“ ist zwar ein durch­aus lobens­wer­tes Konzept, aber ist es noch sinn­voll, wenn der Preis all­jähr­lich fäl­lig wird?)

Senfecke:

  1. Dass du dich nicht ent­schei­den, weiß ich. Und da spre­che ich nicht (unbe­dingt nur) von face­book. Obwohl du auf die­ser Seite recht aktiv warst, nes pas?
    Aber ach, da ging es ja auch um eine Frau. Oder doch wie­der meh­re­re? Entscheidungen eben. Die lagen dir nie. Und den­noch grü­belst du, war­um du stän­dig ver­las­sen wirst.
    Typisch tux, nun ja.

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