Sonstiges
(So was wie) Medienkritik in Kürze: Zeichentrick in der Schwebe

Ein inter­es­santes medi­enüber­greifend­es Phänomen im com­ic und im Zeichen­trick — sta­tisch wie ani­miert — ist die weit­ge­hend ähn­liche Darstel­lung von Schwe­bezustän­den. Tat­säch­lich scheinen Außerirdis­che, Raum­schiffe und weit­ere flugfähige Ele­mente eines solchen Medi­ums grund­sät­zlich Hum­meln im Hin­tern zu haben; sie heben und senken sich kon­tinuier­lich.

Bemerkenswert ist, dass Galax­ius vom Sax­ilus in der Serie “Fam­i­lie Feuer­stein” (1959 — 1966) noch nicht zur schwank­enden Schwebe neigte:

The Flint­stones Meet The Great Gazoo 2

In der Gegen­wart und Zeichen­trick­zukun­ft dage­gen hat man das offen­bar vergessen; seit eini­gen Jahrzehn­ten bis in ferne Zukun­ft scheint es auf der Zeichen­trick­erde mit­tler­weile unmöglich zu sein, den unbe­wegten Schwe­bezu­s­tand zu erre­ichen (cf. Futu­ra­ma 7x14 “2‑D Black­top” und weit­ere Episo­den mit “schweben­den” Fahrzeu­gen und Raum­schif­f­en). Die Fernsehserie “Dark­wing Duck” etwa ist eine reich­haltige Quelle für anschauliche Belege (man beachte etwa die Kinder am Anfang dieser Episode; Laufen ist eben sooo 21. Jahrhun­dert), Analo­gien sind in den meis­ten Dis­neytrick­pro­duk­tio­nen zu find­en. Dieser Drang nach Verdeut­lichung des Schwe­bezu­s­tands man­i­festiert sich sog­ar in nicht ani­mierten comics, in denen das In-der-Luft-Ste­hen nicht ohne die einst von Rudolph Dirks erdacht­en Bewe­gungsstreifen zu funk­tion­ieren scheint. Bloße Effek­thascherei?

Die aus mir uner­gründlichen Grün­den beliebte Film­rei­he “Star Trek” zum Beispiel, die selb­st auf bloße Effek­thascherei set­zt, zeigt des Öfteren im freien Raum schwebende Objek­te, auch Raum­schiffe. Die ste­hen ein­fach in der Luft, die schwin­gen nicht auf und ab. Wenn vor eur­er Nase plöt­zlich ein Polizist aus der Zukun­ft appari­erte und, während er mit euch spricht, ständig in der Luft herumwack­elt, wie viel Respekt würdet ihr ihm zollen kön­nen, sofern er ihn ver­di­ente?

Worauf ich eigentlich hin­auswill, ihr Manga‑, Com­ic- und son­sti­gen Zeich­n­er: Schweben ist ein unbe­wegtes Tun. Nehmt das bitte wohlwol­lend zur Ken­nt­nis.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CLXXI: “Bürgerkrieg: Droht jetzt ein Bürgerkrieg?”

Ver­ständ­nis­frage:

Tage­lange teils blutige Massen­proteste, die zum Sturz eines Präsi­den­ten und zur Machtüber­nahme durch das Mil­itär des jew­eili­gen Lan­des führen, würdet ihr doch auch “Bürg­erkrieg” nen­nen, oder?

N24 nicht.

Nach tage­lan­gen teils bluti­gen Massen­protesten für und gegen den Islamis­ten Mur­si hat­te das Mil­itär den ersten freigewählten Präsi­den­ten Ägyptens am Mittwochabend gestürzt und unter Arrest gestellt. Weltweit löste die Entwick­lung Sorge vor weit­er­er Gewalt bis hin zu einem Bürg­erkrieg aus.

Huch — am Ende wird noch jemand ver­let­zt!

Piratenpartei
Ostdeutsche Intriganzpiraten

(Vorbe­merkung: Vielle­icht wäre es für das Anse­hen der Piraten­partei klüger, auf diesen Text zu verzicht­en. Ich per­sön­lich würde aber gern weit­er­hin mit Stolz statt voller Scham dazu ste­hen, Pirat zu sein; dazu gehört es, auch unbe­queme Vor­fälle zu pro­tokol­lieren. Ich bin Pirat und ich finde das gut. — Alle Namen wur­den gekürzt, um weit­eren Schaden abzuwen­den.)

In unser­er beliebten Rei­he “warum man die Piraten­partei momen­tan nicht in irgendwelchen Par­la­menten sehen wollen sollte” hat sich schon seit Wochen nichts mehr getan. Die Piraten­partei wäre aber nicht die Piraten­partei, wenn sie diesen untrag­baren Zus­tand nicht schnell­st­möglich rev­i­dieren würde. Nun: Mis­sion erfol­gre­ich!

Am Sonnabend näm­lich fand in Dessau im schö­nen Sach­sen-Anhalt, dem Land der Frühauf­ste­her (wer halt son­st nüscht hat), bekan­ntlich ein außeror­dentlich­er Parteitag der dor­ti­gen Piraten­partei statt. Nach­dem im Mai der Vor­stand großteils zurück­ge­treten war, war der Lan­desver­band prak­tisch entschei­dungs- und damit hand­lung­sun­fähig. Dass die Ein­ladun­gen für den anber­aumten Ter­min teil­weise einige Tage zu spät abgeschickt wur­den und damit der Parteitag the­o­retisch anfecht­bar ist, ist ein inter­es­santes Bon­mot, aber bei Pirat­en ja längst guter Stil. (Ob das noch zu Prob­le­men führen wird, bleibt abzuwarten.)

Auf diesem Parteitag jeden­falls sollte also ein neuer Lan­desvor­stand gewählt wer­den. Da die eigentlich beab­sichtigte Ver­samm­lungsleitung, unter anderem beste­hend aus dem gegen­wär­ti­gen Lebens­ab­schnitts­ge­fährten der ehe­ma­li­gen Lan­desvor­sitzen­den, nen­nen wir sie Frl. O., wom­öglich auf­grund von Befan­gen­heit nicht fähig gewe­sen wäre, sich nicht aktiv ins Wahlgeschehen einzu­mis­chen, bot sich ein Team aus Nieder­sach­sen an, das bere­its Erfahrun­gen als Ver­samm­lungs- und Wahlleitung gesam­melt hat­te; so hat­te etwa der desig­nierte Ver­samm­lungsleit­er in diesem Team zuvor schon einige Parteitage auf kom­mu­naler wie auf Lan­desebene geleit­et. Dieses Team hat­te sich, um opti­mal auf die Auf­gabe vor­bere­it­et zu sein, im Vor­feld des Parteitags qua­si unun­ter­brochen mit der Geschäft­sor­d­nung des Parteitags beschäftigt und sie an vie­len Stellen rechtssich­er umgeschrieben, um weit­ere Anfech­tun­gen zu erschw­eren. (Dass das nicht ganz geklappt hat, siehe oben, ist zumin­d­est nicht dem Team anzu­las­ten.) Bis dahin stand diese — von allen ver­meintlich unbe­merkt — wegen des Begriffs der “Beurkun­dung”, ursprünglich mit­tels copy & paste aus der Geschäft­sor­d­nung eines Bun­desparteitags kopiert und somit für einen Lan­desparteitag eigentlich nicht ein­mal tauglich, auf sehr wack­li­gen Füßen. Ein Hauch hätte genügt, sie umzuw­er­fen. Nun stand also ein einge­spieltes Dreierteam aus opti­mal vor­bere­it­eten Frei­willi­gen zur Ver­fü­gung, die Ver­ant­wor­tung für den rei­bungslosen Ablauf des Parteitags auf sich zu nehmen.

Es fällt mir als nicht direkt in den Entschei­dung­sprozess involviertem Pirat­en also nicht unbe­d­ingt leicht, etwas anderes als die Gier nach Machter­halt zu unter­stellen, wenn ich den Umstand bew­erten soll, dass Frl. O. eigens einen Gegenkan­di­dat­en für die Ver­samm­lungsleitung aus München (Bay­ern) ein­fahren ließ. Um ihrem Gegenkan­di­dat­en Rück­halt aus der Ver­samm­lung zu ver­schaf­fen, ver­bre­it­ete sie wissentlich Unwahrheit­en über die Konkur­renten; sie hät­ten das nie gemacht und keine Erfahrung oder der­gle­ichen. Ja, Frl. O., son­st vor allem dafür bekan­nt gewor­den, sich nur allzu gern mit Leuten zu umgeben, die im Hin­ter­grund die Fäden zu ziehen glauben, hat eine faszinierende Kar­riere hin­ter sich; von der Ver­samm­lungsleitungsnovizin zur Teller­wäscherin im inner cir­cle. Dafür müssen andere lange buck­eln!

Trotz aller Ver­net­zung und Strip­pen­zieherei scheit­erte ihr Vorhaben, die Wahl des neuen Vor­stands unter die eigene Ägide zu stellen. Der eigens aus München angekar­rte Ver­samm­lungsleit­er bekam zumin­d­est angesichts der erdrück­enden Vielzahl an Men­schen im Pub­likum — ganze 50 akkred­i­tierte Pirat­en stell­ten den Höchst­wert des Tages dar — Lam­p­en­fieber und weigerte sich, seinen zuerkan­nten Posten auszuüben. Stattdessen stellte er sich also als Wahlleit­er zur Wahl; wohlge­merkt: als vol­lkom­men unvor­bere­it­eter Wahlleit­er (der sich das dur­chaus anmerken ließ), der nicht ein­mal mit der gülti­gen (also alten) Geschäft­sor­d­nung ver­traut war, wollte er einen Teil des einge­spiel­ten Teams erset­zen. Wohl auch auf­grund der Für­sprache Frl. O.s wurde er zumin­d­est in diesem Amt bestätigt. Inwiefern das nun eine Verbesserung gegenüber der ursprünglich geplanten Beset­zung sein sollte, ist mir unbekan­nt.

Der Parteitag lief dann auch ohne größere Prob­leme ab. Warum nun eigens jemand aus Bay­ern anreisen musste (wofür ihm Fahrtkosten aus Parteikassen zuste­hen), bleibt zu hin­ter­fra­gen. Die Tor­pedierung der Ver­samm­lungsleitung ist zumin­d­est gescheit­ert. Beängsti­gend ist jedoch, warum es sich ein ganz­er Lan­desver­band, in dem es in den let­zten Monat­en nicht unbe­d­ingt gesit­tet und pro­duk­tiv vorg­ing, es fördert, dass ein ehe­ma­liges Vor­standsmit­glied ver­sucht einen geregel­ten Ablauf der Neuwahl zu ver­hin­dern. Beden­klich ist dabei auch, dass dieses ehe­ma­lige Vor­standsmit­glied wohl kein­er­lei Kon­se­quen­zen zu befürcht­en hat.

Wer will Pop­corn?

In den NachrichtenNerdkrams
PRISM? Digitale Mündigkeit!

Ich werde gele­gentlich gefragt, warum ich als Alter­na­tive zu dem nicht erst wegen PRISM und TEMPORA höchst beden­klichen Online­di­enst Google Mail grund­sät­zlich empfehle, einen eige­nen Mailserv­er aufzuset­zen. Sei das nicht über­trieben, wenn man es mit einem Durch­schnittsnutzer zu tun hat, der nur mal eben seinen Mail­verkehr abwick­eln will?

Tja: Nein.

Dabei ist das eigentliche Prob­lem nicht ein­mal, dass es schwierig ist, einen “fer­ti­gen” Mailan­bi­eter zu find­en, der garantiert keine Hin­tertürchen für NSA oder BND offen hält und den Inhalt von Mails nicht an Wer­bepart­ner ver­scher­belt. (Ob es einen solchen über­haupt gibt, bleibt festzustellen.) Das Prob­lem ist das mit der dig­i­tal­en Mündigkeit.

Men­schen möcht­en grund­sät­zlich die Kon­trolle darüber, was sie wem preis­geben, behal­ten. Sie möcht­en wis­sen, wer ihr Leben wie und warum mitbes­timmt. Da kann es kul­turelle Unter­schiede geben, aber ich habe die Hoff­nung, dass es zum Beispiel ein poli­tisch radikaler Monarch dieser Tage schw­er haben dürfte, in Deutsch­land eine Allein­herrschaft zu erricht­en. Die Men­schen wür­den Fra­gen stellen, auch, weil es schon mehr als genug Dik­taturen auf deutschem Boden gab. Demokratie (par­la­men­tarisch) haben die meis­ten Deutschen gel­ernt, sie haben das Recht auf Mitbes­tim­mung zumin­d­est prinzip­iell ver­standen. Anders ver­hielte es sich wahrschein­lich, wenn sie nie von dem Konzept ein­er Demokratie gehört hät­ten. Viele Bürg­er, die in ein­er Dik­tatur leben, ken­nen alter­na­tive Staat­sen­twürfe vielle­icht nicht ein­mal und hal­ten eine Dik­tatur daher für eine gute Lösung. (Andere hal­ten sie auch in Ken­nt­nis demokratis­ch­er Prinzip­i­en für eine solche. Das hat dann andere Gründe.)

So ähn­lich ver­hält es sich nach meinem Dafürhal­ten mit der dig­i­tal­en Mündigkeit. In ein­er Zeit, in der der gemeine Nutzer über all der Bequem­lichkeit des Inter­nets zuse­hends an Recht­en und Pri­vat­sphäre ver­liert, ist es ins­beson­dere wichtig, dass er das Konzept ver­ste­ht. Google Mail kann nüt­zlich und irre bequem sein, das stelle ich nicht in Abrede. Für den “DAU”, den “dümm­sten anzunehmenden User”, sei alles Andere vol­lkom­men irrel­e­vant, höre ich oft. Aber warum sollte ein solch­er “DAU” immer ein­er bleiben? Tat­säch­lich bin ich davon überzeugt, dass mehr Men­schen sich für die Prob­leme von Drit­tan­bi­e­ter­di­en­sten inter­essieren wür­den, wüssten sie um deren Schwächen.

Das Versenden und Emp­fan­gen von E‑Mails über von Drit­ten kon­trol­lierte Serv­er ist unge­fähr wie das Versenden ein­er Postkarte. Es ist wün­schenswert, dass der Post­bote (der Mailserv­er) nur die Adresse liest und weit­ergibt, aber wirk­lich wis­sen kön­nen es wed­er Absender noch Empfänger. Kon­se­quent schreibt auch hof­fentlich nie­mand Ver­traulich­es auf eine Postkarte. Das beliebte Gege­nar­gu­ment, man schreibe in Mails sowieso nie etwas, was nie­mand wis­sen dürfe, wird an dieser Stelle meist von denen ange­bracht, die Gar­di­nen vor ihr Fen­ster hän­gen und beim Toi­let­ten­gang die Tür hin­ter sich schließen. Warum tun sie das?

Eine mögliche Lösung zur Wahrung des Daten­schutzes auch gegenüber Geheim­di­en­sten ist die Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­selung etwa per GnuPG. Hier­bei wird auss­chließlich ver­schlüs­sel­ter Text über die frem­den Mailserv­er geschickt, den nur der (über­prüf­bare) Absender und der jew­eilige Empfänger lesen kön­nen. Diese Art der Sicher­heit nimmt jedoch (je nach ver­wen­de­tem Mail­pro­gramm) ein wenig Kom­fort aus der Kom­mu­nika­tion, zudem ist sie bei vie­len Web­mailan­bi­etern nicht ein­mal möglich. Die von mir vorgeschla­gene Alter­na­tive ist, wie erwäh­nt, die Instal­la­tion eines eige­nen Mailservers. Ein solch­er Serv­er ist gün­stig zu bekom­men (ein leis­tungss­chwach­er vServ­er genügt, bei Inter­net­fla­trate kann oft auch bere­its der heimis­che Router oder ein aus­rang­iert­er Altrech­n­er ohne Mehrpreis als Mailserv­er ein­gerichtet wer­den) und ermöglicht die volle Kon­trolle darüber, was mit dem Postein- und ‑aus­gang passiert.

Dass dafür min­destens rudi­men­täre Sys­temken­nt­nisse von Vorteil sind, ist neben dem Ein­rich­tungs- und Wartungsaufwand (gele­gentliche Sicher­heit­sak­tu­al­isierun­gen wer­den natür­lich emp­fohlen) der einzige nen­nenswerte Nachteil dieser Lösung. Tat­säch­lich gibt es im Inter­net viele mal umfan­gre­iche, mal eher rudi­men­täre Anleitun­gen für Mailserver­novizen aller Betrieb­ssys­teme, auch Win­dows­nutzer kön­nen sich mit weni­gen Klicks einen funk­tion­ieren­den Mailserv­er ins Wohnz­im­mer stellen.

E‑Mail ist auch nur ein Beispiel für die Prob­lematik. Habt ihr mal darüber nachgedacht, ob der Face­book-Chat wirk­lich ein Gespräch unter vier Augen ist? Wisst ihr so genau, was tech­nisch passiert, wenn ihr eur­er Flamme per What­sApp ein pein­lich­es Bild von euch sendet? Würde es euch unberührt lassen, wenn eure Skype-Tele­fonate über eine dumme Sicher­heit­slücke offen im Inter­net lan­den? Das mag alles im Ver­gle­ich mit selb­st kon­trol­lierten Lösun­gen (zum Beispiel Dias­po­ra, Jab­ber und Mum­ble) so unglaublich prak­tisch sein, aber ist es das wert?

Es mag bequem sein, mit bun­ten Knöpfen und “mach­ste an und läuft” an der Hand durch das Inter­net geführt zu wer­den. Aber würdet ihr einen Frem­den auf der Straße bit­ten, kurz auf eure Geld­börse aufzu­passen, nur weil er unverdächtig lächelt?

Ihr werdet vom Staat (von welchem auch immer) nur deshalb bei allem, was ihr tut, beobachtet und präven­tiv belauscht, weil es euch nicht schert. Nie­mand kann euch dazu zwin­gen, den nöti­gen Aufwand zu treiben, um Herr über euer dig­i­tales Dasein zu bleiben. Ihr soll­tet nur wis­sen, dass ihr dazu jed­erzeit die Chance habt.

Nutzt sie. Habt Mut, euch eures eige­nen Ver­standes zu bedi­enen.

Ihr habt nur die Frei­heit, die ihr euch nehmt. Das soll­tet ihr niemals vergessen.

Nerdkrams
“Ja oder Ja?”

Wer glaubt, allzu schräge Pro­gramm­texte seien stets die Schuld eines Über­set­zers, der kön­nte zum Beispiel die Android-app STweaks als Gegen­beispiel nehmen:

STweaks

“Es wird fest­gelegt, wie man mit I/O‑Anfragen umge­ht und wie man mit ihnen umge­ht.”

Bei­des! Prak­tisch!

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2013 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 11 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Eeeeeinen­wun­der­schö­nengutentag, werte Fre­unde des ange­wandten Musik­genuss­es!

Ein Blick in meinen Kalen­der wies mich mah­nend darauf hin, dass das erste halbe Jahr 2013 ja qua­si vorüber ist. Das bedeutet, dass es (wie alle sechs Monate) Zeit ist für meine Rückschau der kaufenswertesten Musikalben 2013. Ich muss euch allerd­ings ver­schämt geste­hen, dass ich ein­fach nicht die Zeit gefun­den (oder mir genom­men habe), allen Musikalben, die vielver­sprechend erschienen, genug Zeit zu geben, sich zu ent­fal­ten.
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PolitikIn den Nachrichten
Oh, ein mörderisches Regime. Gleich mal anfreunden.

Die Europäis­che Union dient nicht nur dem Zweck, däm­liche geset­zliche Regelun­gen durchzu­drück­en, die auf Lan­desebene nicht die Leg­isla­tive passieren, son­dern auch dem ein­er möglichst gemein­samen Wirtschafts- und Frieden­spoli­tik inner­halb Europas. Das ist an sich nicht schlimm, amüsant wird’s nur, wenn sich die Pri­or­itäten ungün­stig ver­schieben.

Dass in der Türkei (etwa drei Prozent ihrer Land­masse befind­en sich auf europäis­chem Boden) momen­tan auf Demon­stran­ten und deutsche Poli­tik­er geschossen wird, habe ich ja bere­its kurz erwäh­nt. Da die Türkei sich um eine Auf­nahme in die Europäis­che Union bemüht, ist es natür­lich die ehren­volle Auf­gabe eines EU-Außen­poli­tik­ers, sich mit diesem Fall zu beschäfti­gen.

Das wurde jet­zt getan.

Die Europäis­che Union hat sich sich bei einem Tre­f­fen der Außen­min­is­ter in Lux­em­burg darauf ver­ständigt, ein neues “Kapi­tel” mit der Türkei zu eröff­nen.

Ach, da lässt ein Regierungschef sein Volk met­zeln. Pri­ma, so was fehlt uns noch in unser­er Samm­lung! Ander­er­seits: Das ist ja auch nicht so schlimm, es ist ja nur eine schwierige Lage, aber das geht vor­bei:

Aus Sicht von West­er­welle sei das “eine gute Entschei­dung in schwieriger Lage”, wie sein Sprech­er sagte.

Natür­lich gehe es näm­lich nicht in Ord­nung, wenn friedliche Demon­stran­ten um Leib und Leben fürcht­en müssten, aber die fre­und­schaftlichen Beziehun­gen zwis­chen Deutsch­land und türkischem Geld sollte man deshalb trotz­dem nicht leicht­fer­tig auf’s Spiel set­zen!

West­er­welle hat­te seine Kri­tik an den Unruhen in der Türkei wieder­holt, allerd­ings von “strate­gis­chen, langfristi­gen Inter­essen” gesprochen, die gewahrt bleiben müssten.

Man muss ja zusam­men­hal­ten gegen die Bedro­hung von außen. Da ste­hen ein paar Demon­stran­ten nur im Weg. Eine Demokratie kann so etwas unmöglich dulden!

Ist Weißrus­s­land eigentlich schon in der EU?

In den NachrichtenFotografie
Hmm, Gift.

Aktuell bren­nt es in ein­er Lager­halle ein­er Fab­rik in Lud­wigshafen. (Auf Face­book gefällt das bere­its fast zwei­hun­dert Men­schen; ich nehme an, es han­delt sich über­wiegend um Mannheimer — Mannheim und Lud­wigshafen verbindet seit der Grün­dung der BASF eine innige Feind­schaft ähn­lich der von Köln und Düs­sel­dorf.)

Benach­barte Wohn­häuser wur­den evakuiert. Anwohn­er sollen Türen und Fen­ster geschlossen hal­ten sowie Kli­ma-Anla­gen auss­chal­ten. Die Feuer­wehren von Lud­wigshafen und Mannheim sind im Ein­satz.

Das heißt, der Rauch wird als nicht son­der­lich gesund­heits­fre­undlich bekan­nt gemacht.

Aber im schö­nen Lud­wigshafen passiert eben nie etwas Aufre­gen­des, und so schert man sich dann auch nicht um das biss­chen Gift:

Großbrand in Ludwigshafen

Charles Dar­win wäre bestürzt.

(mit Dank an S.!)

LyrikPersönliches
Sie. (Fragment 7)

“Sag, warum bist du ver­schlossen, wenn du weißt, was du ver­misst?”
– EAV: Es tut weh und es tut gut (Bäng, Bäng)


… Er hat­te nie an Wun­der geglaubt, seit er sich zurück­erin­nern kon­nte.

Warum ger­ade jet­zt? Immer­hin hat­te er sich schon oft genug den Kopf gestoßen beim Ver­such, ihre Gun­st zu gewin­nen, und jedes Mal wartete er, bis die Wunde ver­heilt war, und nahm erneut Anlauf. Immer wieder jedoch hat­te er selb­st das Tor in ihr Herz ver­schlossen und kon­nte es doch nicht ver­hin­dern, dass Wider­sach­er den Moment nutzten. Ihm blieb nichts übrig als taten­los zuzuse­hen, wie andere das beka­men, was er sich am meis­ten wün­schte.

Und doch kamen sie immer wieder zusam­men, und das Spiel begann von neuem. Wie Katzen schlichen sie umeinan­der, stets wis­send, dass die Krallen nur ver­steckt sind; und er brachte sie oft dazu, ihre Krallen an ihm zu wet­zen. Und doch kon­nte und wollte er das niemals aufgeben. Er hat­te niemals für jeman­den so viel emp­fun­den, und obwohl er jedes Mal ver­suchte, seine Wun­den von anderen Katzen leck­en zu lassen, blieb sie die Kon­stante, der Ruhe­p­ol in seinem Leben.

Warum aus­gerech­net sie ihm so viel bedeute, wollte sie nicht nur ein­mal wis­sen. Er wusste es nicht. War es möglich, Gefüh­le zu erk­lären? — Er hat­te in seinem ganzen bish­eri­gen Leben erst zweimal jeman­dem seine Liebe ges­tanden. Eine dieser Jemande war längst fort, sie jedoch war auch Jahre später noch da. Sie hat­te ihn verza­ubert, seit er sie zum ersten Mal gese­hen hat­te. Zwar hat­te er sich lange geweigert, es sich einzugeste­hen, aber let­ztlich schien doch, gemessen an ihr, jede andere Frau in seinem Leben wie ein jäm­mer­lich­er und von Anfang an zum Scheit­ern verurteil­ter Ver­such, sie zu erset­zen. Das war ihm nie gelun­gen.

Sie hat­te ihm gewährt, worum er seit Jahren gefle­ht hat­te. Das Tor stand offen, vielle­icht zum let­zten Mal. Dies­mal schlug er es nicht zu, er schritt hin­durch; und wen­ngle­ich er sich jahre­lang immer wieder in Gedanken aus­ge­malt hat­te, dass ihm schon das Bewusst­sein, dass er wahrhaftig bei ihr sein kon­nte, den Atem nehmen würde, durch­lebte er die fol­gen­den Tage wie durch Nebel. Trotz­dem warf alles, was geschehen war, mehr Fra­gen auf als es beant­wortete. Wie in Trance hörte er sich selb­st “ich liebe dich” sagen, als sie Abschied voneinan­der nah­men. Sollte es nochmals Jahre dauern?

Müh­sam richtete er sich auf, tastete neben sich und spürte, dass er allein in seinem eige­nen Bett aufgewacht war. Der Traum, der seit Jahren wie ein Echo immer wieder in seinem Kopf wider­hallte, war vorüber. Oder fing er ger­ade erst an? Er wusste noch nicht, wohin dieser Weg führen würde, aber er war sich sich­er, er würde ihn niemals wieder ver­lassen. …


“Liebe, Liebe, Liebelei; mor­gen ist sie vielle­icht vor­bei.”
– Tony Hol­i­day: Tanze Sam­ba mit mir

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz verlinkt CLXIX: Eine Frist für die Frist!

Google gefällt das:

Seit Monat­en dro­hen europäis­che Daten­schützer mit Sank­tio­nen — doch bish­er hat Google nichts an der Samm­lung sein­er Nutzer­dat­en verän­dert. Nun gibt es erneut eine Frist, das Super-Pro­fil an europäis­ches Recht anzu­passen.

“Und wenn’s wieder nicht klappt, dann eben mit der näch­sten.”
– Haus­marke: Mäd­chen No. 1