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Kurz ver­linkt CLXXII: War­um Ver­lie­rer nicht gegen­dert wer­den

Da die Medi­en gern Stu­di­en bemü­hen, um die Dis­kri­mi­nie­rung irgend­wel­cher Men­schen­grup­pen zu bele­gen (ich berich­te­te), kann es heil­sam sein, gele­gent­lich auf ein­an­der wider­sprüch­li­che Stu­di­en auf­merk­sam zu machen. Medi­en­kom­pe­tenz will gelernt sein.

Im Gegen­satz zu den Stu­di­en, die eine struk­tu­rel­le, gesell­schaft­li­che Dis­kri­mi­nie­rung aus­schließ­lich der Frau­en dia­gno­sti­zie­ren, steht zum Bei­spiel eine Daten­er­he­bung des Sta­ti­sti­schen Bun­des­amts, die Wal­ter Holl­stein – ein Mann, ver­steht sich – auf Sueddeutsche.de zusam­men­fasst. Ich gehe davon aus, dass bereits die­ser Satz man­chen ver­meint­lich auf­ge­klärt-pro­gres­si­ven Leser zu der Behaup­tung ver­lei­ten wird, dass ein Mann gar nicht fähig sei, objek­tiv über Geschlech­ter­rol­len zu berich­ten. Nur: Wer dann?

Also, der Herr Holl­stein so (teils zitie­ren­der­wei­se):

„Medi­en und Frau­en haben Män­nern über Jahr­zehn­te erzählt, sie sei­en über­flüs­sig, gewalt­tä­tig, dumpf und sowie­so ein Irr­tum der Natur. Da ist es doch kein Wun­der, dass sie kei­ne Stüt­zen der Gesell­schaft wer­den wol­len.“ (…) In den ver­gan­ge­nen vier Jahr­zehn­ten sind Tren­nun­gen und Schei­dun­gen zu etwa 75 Pro­zent von Frau­en aus­ge­gan­gen. Nun sor­gen Män­ner vor, indem sie sich erst gar nicht mehr auf eine Bezie­hung ein­las­sen – vor allem nicht auf eine, die staats- und stan­des­amt­lich zemen­tiert wird. (…) Die Poli­tik ist an die­ser Ent­wick­lung nicht unschul­dig. Sie hat über vier Jahr­zehn­te hin­weg nur Mäd­chen und Frau­en geför­dert. Das angeb­lich so star­ke männ­li­che Geschlecht hat sie ver­ges­sen.

Ich mei­ner­seits bedan­ke mich bei Wal­ter Holl­stein dafür, dass ich nun end­lich weiß, dass mei­ne gele­gent­lich ver­spür­te Ein­sam­keit nur ein Zei­chen mei­ner Frei­heit ist.

(Super-Sym­bol­fo­to auch: „Beim Käse­rol­len am Cooper’s Hill in Glouce­ster, Groß­bri­tan­ni­en, kugeln jun­ge Män­ner den Berg hin­un­ter.“ Ich hat­te mir mein Leben irgend­wie anders vor­ge­stellt.)