Netzfundstücke
Trink ’ne Coke mit alles und scharf.

Apro­pos “bescheuerte Werbe­maß­nah­men”: Großes Auf­se­hen erregt zurzeit die merk­würdi­ge Wer­beak­tion “Trink ’ne Coke mit…”. Auf coke.de (bewusst nicht ver­linkt) kann man also einen beliebi­gen Namen eingeben und bekommt im Aus­tausch gegen ein paar Euro virtuellen Geldes eine Liefer­ung damit bedruck­ter Zucker­brause­flaschen und/oder (offen­bar) ‑Dosen. Einen beliebi­gen? So ein­fach will man es dem Stre­ich­fre­und nicht machen.

Dass Namen wie “Hitler”, “Ulrike Mein­hof”, “Mao Zedong” und “Goebbels” in manchen Schreib­weisen nicht erwün­scht (und damit möglich) sind, ist selb­sterk­lärend, auch “… mit dein­er Mud­der” funk­tion­iert nicht (im Gegen­satz übri­gens zu “dein­er Mut­ter” — damit fällt das Geschenk zum Mud­dertag wohl aus). Die nahe liegen­den Begriffe “Zuck­er”, “Säure” und “Gift” sind eben­so uner­wün­scht wie “Rat­ten”, Karies”, “Krebs” und “Syphilis”. Das ges­pan­nte Netz ist aber löchrig, wie es sich für ein gutes Netz gehört — mit “Salz”, “Trip­per”, “Läusen”, “Katzen”, “Schup­pen” und “Knoblauch” dürft ihr eure coke also gern bestellen.

Auch Konkur­renz fürchtet man: Mit Pep­si, Fritzko­la und Dr. Pep­per ist keine coke zu bestellen, jedoch mit den eige­nen Pro­duk­ten Sprite, Fan­ta und 7‑up (“Sev­en Up”). Zahlen sind nicht möglich, Twit­ter­nutzer müssen also auf ihre “Coke mit <3” verzicht­en. Offen­bar sind zumin­d­est Pro­duk­te erlaubt, für die es keine hau­seige­nen Alter­na­tiv­en gibt, etwa Sel­ters, Brokkoli, Sel­l­erie und Rosenkohl. Eine Coca-Cola-Alter­na­tive zu Bären­saft scheint es allerd­ings zu geben, denn auch “Coke mit Bären­saft” kann man nicht bestellen.

Eben­so ist es übri­gens nicht möglich, ’ne “Coke mit Min­er­al­wass­er” zu bestellen, denn bei ass schlägt der inte­gri­erte Wort­fil­ter wieder zu. Der ist aus irgendwelchen Grün­den öffentlich ver­füg­bar und bringt mir Wörter (etwa “falkial­ki” und “sloven”) und Namen (etwa Burkhard Gar­weg) bei, die ich bish­er noch nicht kan­nte und die mich tat­säch­lich zur Bil­dung durch Recherche ani­mierten. Doof halt, wenn ein poten­zieller Kunde so heißt.

Offen­bar dur­chaus nicht nur erwün­scht, son­dern aus­drück­lich emp­fohlen wer­den gram­matikalis­che Fehlschläge wie “… mit deinem Held” und “… mit deinem Prinz”, das belegt das Foto des Tages am 16. Juli 2013. Trink ’ne Coke mit Pein­lichkeit. Wahrschein­lich ist es unnötig zu erwäh­nen, dass auch das möglich ist.

Darauf einen Whiskey — ohne Coke. Kann ich näm­lich nicht bestellen.

(via herzmeis­ter der wel­ten)


In weit­eren Nachricht­en und apro­pos Twit­ter: Papst Franz sagt, wer ihm auf Twit­ter fol­gt, der wird von seinen Sün­den befre­it. Dafür mache ich nicht mein schönes Twit­ter schmutzig. Ich gebe nur zu bedenken, dass let­ztes Mal, als irgend­je­mand im großen Stil Ablass verkaufte, ein damit unzufrieden­er Mönch spon­tan die evan­ge­lis­che Kirche grün­dete. Nicht, dass mich per­sön­lich eine weit­ere christliche Split­terkirche stören würde!