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Electric Moon – Lunatics

Electric Moon - LunaticsDerzeit rotiert in meinem Musikspieler das Album „Lunatics“ des deutschen Kraut-/Spacerocktrios Electric Moon, deren Gitarrist und Organist Sula Bassana sich auch als Solokünstler inzwischen einen recht bekannten Namen gemacht hat. Ich möchte es wärmstens empfehlen.

Es beginnt mit „Gefährliche Planetengirls“, einem longtrack (vier der fünf Stücke auf dem Album überschreiten die Elf-Minuten-Marke), der trotz des Namens instrumental ist. Gesungen wird auf dem Album nur spärlich, aber darauf kommt es nicht an – Pink Floyds „Set the Controls for the Heart of the Sun“ lebt ja auch vor allem vom Instrumentalspiel. Überhaupt ist dieses Stück ein hervorragender Vergleich, „Lunatics“ klingt wie ein würdiger Nachfolger des Stücks in Albenlänge.

Electric Moon – Gefährliche Planetengirls

Gesang kommt zuerst in „Hotel Hell“ – im Original, so weit mir bekannt, von den Animals – zum Einsatz. Primär singt Bassistin „Komet Lulu“, hier links im Bild, und das nicht mal schlecht. (Allerdings finde ich auch, dass der Originalinterpret Eric Burdon nicht sonderlich gut singt. Ich finde ihn eher langweilig.)

Electric Moon – Hotel Hell

Mit dem Dreiundzwanzigminüter „Moon Love“ gibt es dann noch mal einen würdigen Abschluss im Stil von Pink Floyds „Careful With That Axe, Eugene“ (zu Deutsch etwa: „Sei vorsichtig mit dem Deodorant, Eugen!“), der aber auch Kennern (und Mögern) von Gong und den alten Hawkwind gefallen sollte. Im Vordergrund steht wuchtiger Bass, „Komet Lulu“ flüstert dazu bedrohlich vor sich hin. Es gibt sogar einen Refrain:

Moon Love.
Moon Love.
Moon Love.
(…)

„Sogar“ trifft’s übrigens ganz gut. Electric Moon machen primär Spacerock. Das Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Refrain-Ende-Schema wird von ihnen erfreulicherweise ignoriert. Radiohörer, denen alles über drei Minuten schon unnatürlich lange vorkommt, werden herzlich dazu eingeladen, lieber was anderes zu hören. Ihnen wird einiges entgehen. Auch die Wiederholung wird hier zelebriert: Das Grundmuster der Stücke bilden wiederkehrende Rhythmusmuster, über die dann gelegentlich eine eruptive Gitarre gelegt wird. Das liest sich monotoner als es eigentlich ist, es passiert eigentlich ständig etwas.

Gerade das abschließende „Moon Love“ ist ein musikalischer Orgasmus, sich allmählich aufbäumend und dann gleichsam explodierend. Die richtige Musik ist, ich wiederhole mich sicher noch des Öfteren, Sex für den Kopf, nur besser.

„Lunatics“ ist ein gutes Album. Ich bitte es zur Kenntnis zu nehmen.
Gern geschehen.

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