In den Nachrichten
Verdienste auf dem Feld der Ehre

Wenn man übri­gens als Fußball-Bun­de­strain­er mit sein­er Mannschaft auf einen fer­nen Kon­ti­nent reist, ein ganzes Land schon vor dem Eröff­nungsspiel “Finale, Finale” zu brüllen scheint, man dann wie bere­its zwei Jahre zuvor gegen einen tak­tisch besseren Geg­n­er spielt, der nach der gle­ichen Meth­ode wie zwei Jahre zuvor eben­so 1:0 gewin­nt wie zwei Jahre zuvor, und dann in einem Spiel um “Platz 3”, also in einem, in dem es nicht ein­mal mehr um irgen­deinen Titel geht, es nur knapp schafft, gegen den deut­lich unter­lege­nen Geg­n­er Uruguay zu gewin­nen (wir erin­nern uns: zwei Gegen­tore, weil die Abwehr lieber ganz woan­ders herumge­laufen ist), bekommt man dafür nicht etwa Teer und Fed­ern über den Kopf und/oder seine Ent­las­sungspa­piere aus­ge­händigt, son­dern im Gegen­teil feier­lich Leicht­met­all angepappt.

Wulff lobte beson­ders den Teamgeist der Mannschaft und ihren Umgang mit Rückschlä­gen. “Wenn sich da der ein oder andere etwas abguckt, wie hier jed­er an seinem Platz das Opti­male bringt und als Team überzeugt, dann kann das der Poli­tik Deutsch­lands in kein­ster Weise schaden”, sagte der Präsi­dent.

Das trifft zu, aber welchen Mehrw­ert hat die “Poli­tik Deutsch­lands” nun von der Vize-Vizewelt­meis­ter­schaft? Nun, die Spiele selb­st ließen ihr aus­re­ichend Zeit, um ein paar unan­genehme Geset­ze zu ver­ab­schieden (während der Pöbel noch “Sch­land” skandierte, wurde SWIFT ver­ab­schiedet), Joachim Löw hat ihr qua­si das Volk vom Leib gehal­ten. Wie umsichtig von ihm. (Ein­mal ganz abge­se­hen davon, dass “Teamgeist” und ein pri­ma Umgang mit “Rückschlä­gen” auch in ganz anderen Milieus zu find­en sind; Wehrma­cht, any­one?)

Ja, Herr Löw hat sich um die deutsche Poli­tik wahrlich ver­di­ent gemacht. Er hat die Mannschaft lange genug im Turnier gehal­ten, so dass nie­mand bewusst gemerkt hat, wie seine Bürg­er­rechte wieder ein Stück weit ver­hök­ert wur­den. Applaus für Schlaaand. Zucker­brot und Spiele für das Volk!

Dies wirft natür­lich vor allem eine Frage auf:
Wenn es für den drit­ten Platz das Bun­desver­di­en­stkreuz gibt, was wäre ihm ange­tan wor­den, hätte es gar für einen Titel genügt?

Ander­er­seits möchte ich das lieber nicht so genau wis­sen.

Sonstiges
Heißhierheute, findensienicht?

Apro­pos, Welt­geist!

Wenn man ver­schwitzt durch ein nicht näher benan­ntes Einkauf­szen­trum in ein­er gle­ich­falls nicht näher benan­nten und höch­stens von böswilli­gen Scherzbold­en so beze­ich­neten “Stadt” flaniert und wegen beschränk­tzahli­gen Pub­likumsverkehrs befähigt ist, der Musik zu lauschen, die die Gänge beschallt, gibt es unge­fähr zwei drei Lieder auf der Welt, auf die man verzicht­en kann.

“Satel­lite”, “Last Christ­mas” und, um Him­mels Willen, “Heat is on”.

Und jet­zt ratet dreimal, welch­es heute meine Laune ver­dunkelte.
Fangt hin­ten an, geht schneller.

(Meine Güte, dieses Wet­ter.)

Richtig unerträglich ist das vor allem, wenn man ver­sucht, das Leben in vollen Zügen zu genießen (Wort­spiel hier entlehnt, Pointe beacht­en!), ger­ade, wenn man in ein­er Großs­tadt sein Dasein fris­tet und etwa auf die Eurobahn oder die Berlin­er S‑Bahn angewiesen ist. Die mögen auch keine Hitze:

Im Führer­stand wird es jet­zt aber heißer als vorge­se­hen, weil die Fahrer auf den meis­ten Bahn­höfen die Türen öff­nen müssen, um den Zug abfer­ti­gen zu kön­nen. Dadurch kommt jedes Mal ein Schwall heißer Luft in den Führer­stand, und die Kli­maan­lage packt es nicht, die Tem­per­atur schnell sinken zu lassen.

(via)

Im Win­ter zu kalt, im Som­mer zu warm; man kön­nte meinen, die Berlin­er S‑Bahn würde von Apple betrieben.
Ich darf mich wieder­holen: Meine Güte.

Musik
Gesang in fremden Zungen

Hal­lo und willkom­men zurück, liebe Tage­sor­d­nung!

Heute früh hielt mich eine anre­gende Diskus­sion vom Schlafen ab. Sujet war das Lied­schreiben im All­ge­meinen und das Betex­ten der Resul­tate im Speziellen.

Warum näm­lich greifen auch nur lei­dlich angloglotte Musik­er oft auf die englis­che Sprache zurück, wenn es darum geht, das Pro­dukt der eige­nen Geis­te­sar­beit in Worte zu fassen? Eine Antwort des Mit­disku­tan­ten und der Aus­lös­er für den eigentlichen Zwist war, weil die deutsche Sprache sich nicht zum Sin­gen eigne, weil sie gle­ich­sam weniger melodisch sei als die englis­che und ein auf Deutsch ver­fasstes Lied meist Schlageras­sozi­a­tio­nen wecke.

Nun klin­gen Ramm­stein und Die Toten Hosen wahrlich nicht nach den Wildeck­er Herzbuben, weshalb zumin­d­est let­zteres Argu­ment bedenken­los in das Reich der Fik­tion abgeschoben wer­den darf und hier nicht weit­er von Belang ist, also kehre ich erst ein­mal vor der Tür des ersteren Argu­ments:

Die englis­che Sprache mag melodis­ch­er klin­gen, weil Kon­so­nan­ten bei der Aussprache meist ver­schwim­men, aber ist dies ein Zeichen dafür, dass ihr Wortschatz auch bess­er zu sin­gen ist? Beim Gesang ist vor allem der Vor­tragsstil von Bedeu­tung, anschaulich wird das klar, wenn man abwech­sel­nd zum Beispiel Peter Ham­mill und Lena Ohne­nach­na­men lauscht, was auf Dauer zwar gle­icher­maßen ermüdet, aber bis dahin sollte man ver­standen haben, dass die Sprache, der der Text entstammt, nur so melodiös und singbar ist wie das Tal­ent des Inter­pre­ten es zulässt.

Sich­er denkt manch­er beim The­ma “deutsche Lied­texte” primär an Schlager, aber wohl kaum jemand ver­mag mir stim­mig zu erk­lären, was nun ein Lied, dessen Refrain “Ich liebe dich, komm zurück zu mich mir” lautet, sig­nifikant von “I love you, come back to me” unter­schei­det. Warum mir ger­ade dieses Beispiel einge­fall­en ist? Ehrlich — ich weiß es nicht. Aber hier haben wir doch auch schon den näch­sten wichti­gen Punkt: Lied­texte haben nicht sel­ten etwas mit Gefühlen zu tun, ob fik­tiv oder wahrhaftig, bleibt hier­bei der Absicht des Ver­fassers über­lassen. In zumin­d­est zweit­erem Fall wäre es indes reich­lich töricht, das, was die Seele sprach, zuerst in eine andere Sprache zu tran­skri­bieren und dabei wom­öglich noch in ein Reim- und Verss­chema zu pressen. Dass dies im Englis­chen oft leichter fällt, spricht jeden­falls in meinen Augen nicht für den geisti­gen Anspruch dieser Sprache. (Wer starke Ner­ven hat und noch zweifelt, der möge bitte den Lied­text von “Satel­lite” kon­sum­ieren und mir anschließend erläutern, wo der Unter­schied zu dem beste­ht, was beispiel­sweise im Musikan­ten­stadl aufge­führt wird.)

Wer Musik betreibt, um Kohle zu schef­feln, der ist mit der Anglo­phonie ver­mut­lich gut bedi­ent; Texte, die das primäre Zielpub­likum und oft auch man selb­st nicht ver­ste­ht, behin­dern den Verkauf bekan­ntlich nicht. Das Pub­likum will unter­hal­ten wer­den. Scoot­ers Front­mann “H.P.Baxxter” äußerte ein­mal, er ver­ste­he selb­st nicht so genau, was er da ins Mikro­fon brüllt. Selt­sames wie “Hyper Hyper”, “Fuck The Mil­len­ni­um” und “How Much Is The Fish?” jeden­falls verkaufte sich im deutschsprachi­gen Raum bis­lang nicht übel.

Wer Musik jedoch allein der Musik wegen betreibt, die Texte als Pro­dukt sein­er grauen Zellen und nicht als bloßen Zier­rat begreift, gar eine Botschaft (nicht unbe­d­ingt auf das Poli­tis­che beschränkt) ver­mit­teln will, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass von dem, was er schuf, nach der Trans­la­tion ins Englis­che nur mehr wenig erhal­ten bleibt, etwaige Metaphorik und feinsin­nige Ironie inbe­grif­f­en. Das Herz spricht nur die Mut­ter­sprache.

Eigentlich schade, dass es mit mein­er Musik­erkar­riere bis­lang nicht geklappt hat.

SonstigesNetzfundstückeNerdkrams
Kurzmeldung: Fundstücke von YouTube und Thomann, außerdem Fußball

Liebe Fa. Google, Sub­di­vi­sion YouTube.com:

Es ist ja wirk­lich nett, dass ihr ver­sucht, etwas zur all­ge­meinen Inter­net­sicher­heit beizu­tra­gen (auch wenn ich bezwei­fle, dass das Stück­w­erk Opera sig­nifikant mehr Sicher­heit als Fire­fox zu bieten ver­mag), aber ich ver­wende bere­its Mozil­la Fire­fox in ein­er aktuellen Ver­sion. Kor­rigiert mal euren Algo­rith­mus.

Und apro­pos Kor­rigieren, ein Lek­tor würde auch dem Musikhaus Thomann gut zu Gesicht ste­hen, in derem aktuellen Wer­be­prospekt man sich, direkt nebeneinan­der, zwis­chen InEar-Hör­ern, In-Ear-Hör­ern und In-Ear Hör­ern entschei­den kann, immer­hin (noch?) nicht für Höhrer jeglich­er Art.

(Fußball-EM-Finale 2008: Die Spanier spie­len sich die Pässe zu, die Deutschen ver­suchen verzweifelt, den Ball zu bekom­men. Das Ergeb­nis ken­nen wir. Fußball-WM-Halb­fi­nale 2010: Die Spanier spie­len sich die Pässe zu, die Deutschen ver­suchen verzweifelt, den Ball zu bekom­men. Trööööt … ach, apro­pos deutsch.)

Nach­trag:
Just, als ich dies schreibe, führt Spanien ver­di­ent 1:0.
Der Krake hat­te Recht!

Nach­trag von 22:20 Uhr:
Nun, da Deutsch­land angemessen ver­loren hat (zu früh gefreut, SPIEGEL Online?), kann ich die Tröte hier, wie ver­sprochen, wieder ent­fer­nen.
Genug des Trötens! Zurück zur Tage­sor­d­nung bitte.

SonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Italien und Barcelona, ey.

Da ich gestern mit dem ÖPNV und ÖPFV durch das Land gurk­te resp. gurken ließ, hat­te ich wieder ein­mal das Vergnü­gen, mich in der Gegen­wart ein­er Horde Jung­men­schen aufhal­ten zu dür­fen; trotz Ferien: Volle Züge.

Und sie, die Jung­men­schen, tru­gen nicht ger­ade dazu bei, dass meine oft gescholte­nen Vorurteile gegenüber dieses Men­schen­schlages wichen. Ich stelle die Sit­u­a­tion, auch im Inter­esse der Leser, die mich immer wieder um Berichte aus den öffentlichen Verkehrsmit­teln bit­ten, ein­mal verkürzt dar:

Von den zahlre­ichen anwe­senden Jung­men­schen im trotz des Zeit­punk­tes (Mon­tag Abend) recht vollen Region­alzug von Han­nover nach Braun­schweig bilde­ten jeden­falls vier eine Gruppe, darunter ein Pärchen, beste­hend aus blondiertem Mauerblüm­chen und einem Exem­plar Män­nchen, dessen kon­sis­ten­ter Gesicht­saus­druck zwis­chen geistiger Über­legen­heit und Apathie einzuord­nen war, sowie ein igel­haariger Machotyp, dem nur noch das Gold­kettchen zum Klis­chee gefehlt hätte, und ein nicht näher erwäh­nenswertes, unspek­takuläres weit­eres Weibchen, das immer­hin sel­ten zu reden begann.

Das Wort “Pärchen” habe ich bewusst gewählt; Pärchen zeich­nen sich gegenüber Paaren bekan­ntlich durch eine gewisse Pen­e­tranz in jed­er gemein­samen Aktiv­ität aus, und wenn ein solch­es Pärchen fortwährend der­art geräuschvoll Zärtlichkeit­en aus­tauscht, dass ein ganzes Zugabteil daran teilzuhaben befähigt wird, und sich anschließend tri­um­phierend umschaut, als wolle es sagen: Seht her, wir machen rum, ihr nicht, ätschebätsch, dann schwel­gt der stille Beobachter weniger in Neid denn vielmehr in Abscheu. Die Geräuschkulisse ein­er Schweine­füt­terung lässt ja auch die wenig­sten Men­schen in ero­tis­che Verzück­ung ger­at­en.

Dieses Quar­tett jeden­falls, alle­samt, wie den Gesprächen zu ent­nehmen war, etwa 17 Jahre alt, ließ seine Umwelt unge­fragt, weil laut­stark, an der eige­nen Cool­ness teil­haben und sprach, Jäger­meis­ter “auf Dings” (sic!) trink­end, fortwährend von dem Mehrw­ert eines Besäufniss­es für die eigene Leben­squal­ität, ob auf Klassen­fahrt oder zu anderen Gele­gen­heit­en. Der Igel­haarige ließ es sich nicht nehmen, den Jäger­meis­ter­fleck auf sein­er Hose zum Anlass für ein Erwäh­nen des­sel­ben zu ver­wen­den, als wäre es ein Zeichen von Männlichkeit, sich mit Likör zu besab­bern; wie er es eben auch für einen Mehrw­ert hielt, mit 17 allein Auto zu fahren, obwohl er das “eigentlich nicht dürfte, na und?”.

Natür­lich durften auch die Freuden des Alko­holis­mus’ im Urlaub nicht fehlen: “Wir waren Ital­ien und Barcelona”, Prä­po­si­tio­nen sind voll so 90-er, Aldah, “und eigentlisch durften wir ja nisch saufen und so”, und natür­lich haben sie es trotz­dem getan, weil hart. Um Him­mels Willen. Das Gespräch über Alko­ho­li­ka endete jeden­falls unver­hofft mit ein­er weit­eren Pointe: Gehüllt in eine Wolke aus Jäger­meis­ter­duft saß das Rudel beieinan­der, als plöt­zlich Frauen­par­füm den Raum erfüllte und den Schnaps­geruch ver­trieb. Und tat­säch­lich nah­men die Trink­enden diese Änderung ihrer Umwelt wahr, die den Igel­haari­gen zu der Frage ver­an­lasste, was denn “hier so scheiße rieche”, und das eigentlich angemessene “deine Mut­ter, Idiot” kon­nte ich, von dem unter­priv­i­legierten Geschwall der vier Schwal­len­den längst nicht mehr nur amüsiert, mir ger­ade noch so verkneifen. Es hätte mir aus Niveau­grün­den wohl auch Leid getan. Ich brauche Urlaub.

Apro­pos Spanien und nach­dem übri­gens min­destens “ganz Deutsch­land” dem Krakeno­rakel treu zu Füßen liegt:
Wisst ihr schon, wem der Okto­pus den Sieg weis­sagte?

Ein wahrlich schlaues Tier.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt XIX: Von Äpfeln, Fußball und der F.D.P.

Zwis­chen­durch spendiere ich euch, liebe Leser, wieder ein­mal ein paar hüb­sche Fund­stücke aus meinem Fun­dus an täglich ein­tr­e­f­fend­en Nachricht­en, unge­ord­net aufge­lis­tet:

Gui­do West­er­welle zum Beispiel forderte unlängst einen Neuan­fang ohne Kursko­r­rek­tur; qua­si vorm Abgrund noch mal umkehren, zurück an den Anfang und noch mal die gle­iche Strecke zurück­le­gen. Ele­gante Ben­z­in­ver­schwen­dung qua­si; muss ja nur noch bis zu den näch­sten Wahlen genü­gen.

Und: Ja, ich gebe zu, ich habe nicht damit gerech­net, dass Deutsch­lands National­mannschaft die argen­tinis­che gewin­nend aus der Welt­meis­ter­schaft ent­fer­nt. Allerd­ings ist der Fußball­sport immer schon ein Sport gewe­sen, in dem für beson­ders männlich gehaltenes Imponierge­habe den Ton angibt; man ken­nt das ja: “Mes­si auf Fres­si”, haha und hoho. Und wenn dann die ver­di­ent beste Mannschaft des Turniers — die spanis­che — den Pokal gewin­nt, will kein­er mehr etwas davon wis­sen. Wehe, ein­er wagt es dann noch, seine Mit­men­schen mit Autoko­r­so und Getröte zu ner­ven, unab­hängig von sein­er Nation­al­ität oder davon, wie sehr ihn die Pen­e­tranz sein­er grölen­den sog. “Mit­bürg­er” gezwickt hat, man hat sich dann zu fügen. Wenn “Schlaaaand” draußen ist, ist Fußball plöt­zlich wieder das, was es längst sein sollte, näm­lich ein Spiel. Nicht mehr, nicht weniger. Man wird ja noch träu­men dür­fen.

Den schön­sten Ver­gle­ich mit Apple-Kun­den seit langem übri­gens zogen die Mach­er von Futu­ra­ma bzw. eigentlich, darauf auf­bauend, ZGeek.com:

Instead the zom­bies just began cheer­ing, mon­ey in hand for no appar­ent rea­son.

Wie wahr, wie wahr.

NetzfundstückeNerdkrams
Full paua.

Ein Kurz­er für’s Woch­enende:

Im Zug begeg­nete ich vorgestern ein­er Frau, die eine Tasche mit sich herumtrug, deren Auf­druck für Gegen­stände Wer­bung machte, die aus Paua, ein­er Seesch­neck­e­nart, gefer­tigt wur­den.

Die Schalen dieser Seesch­neck­en wer­den auch in ale­man­nis­chen Sprachen unter der Beze­ich­nung “Shell” verkauft, ins­ge­samt also als Paua Shells.

Und man mag es gern für einen sax­o­phoben Scherz hal­ten, wenn ich nun assozi­iere:

Paua Shell?
Pow­er­shell!

Hihi.

Sonstiges
Gastbeitrag: Archiv für Filmposter

Da der let­zte Gast­beitrag so pos­i­tiv aufgenom­men wurde, fol­gt ein weit­er­er vom sel­ben Autor, dem ich nochmals her­zlich danken möchte. :)


Ich wurde erneut gebeten, einen Gast­beitrag zu ver­fassen. Da der Inhab­er dieser Site unter nicht ganz uner­he­blichem juris­tis­chem Ein­fluss ste­ht, was, wenig­stens dies­mal, jedoch in pos­i­tivem Sinne zu ver­ste­hen ist und was man auch an dem Artikel In eigen­er Sache: Das mit der Anonymität” “recht” deut­lich erken­nen kann, habe ich einen kleinen juris­tis­chen Beitrag gewählt. Natür­lich gibt es aus der Juris­terei viel Fach­spez­i­fis­ches zu bericht­en. Mir ist aber dur­chaus bewusst, dass die Mit­teilung dieses Wis­sens, selb­st wenn es ohne die Nen­nung von Vorschriften darge­boten wird, häu­fig wed­er ver­ständlich noch nachvol­lziehbar ist. Denn in der Juris­terei gilt nun mal ger­ade nicht 1 + 1 = 2. Hier hängt viel von der Argu­men­ta­tion ab. Es gilt eher der Grund­satz “vertret­bar” oder “unvertret­bar”. Man kann es auch mit “mal so, mal so” oder “hü oder hott” aus­drück­en. Ich möchte sagen: Es gibt kaum Rechtssicher­heit. Ganz beson­ders deut­lich wird das im Arbeit­srecht. Jed­er, der vielle­icht ein­mal ein Kündi­gungss­chutzver­fahren “miter­leben durfte“, wird dies nachvol­lziehen kön­nen: Meis­tens erledi­gen sich diese Ver­fahren näm­lich nicht durch Urteile, son­dern durch Ver­gle­iche.

Zur Sache:

Für Film­fre­unde möchte ich an dieser Stelle das inter­es­sante Archiv für Film­poster vorstellen, das deutsche Film­plakate, Teaser­poster und teil­weise auch inter­na­tionale Poster mit Bre­it­en zwis­chen 250 und 500 Pix­eln enthält.

Unter der Rubrik “Spezial” find­et man Texte und Bild­samm­lun­gen rund um Kino­plakate.

Beson­der­heit: Es beste­ht die Möglichkeit, die Plakate auf der eige­nen Web­site einzu­bet­ten, um diese aufzu­pep­pen. Ob das jedoch wirk­lich in Betra­cht kommt, muss jed­er für sich selb­st entschei­den.

Laut Info heißt es:
“Ihr kön­nt gerne Links auf alle unsere PHP-Seit­en set­zen, allerd­ings ist das direk­te Ref­eren­zieren unser­er Bilder in irgendwelchen Foren oder son­st wo von uns nicht erwün­scht. Falls ihr unsere Poster auf eur­er Seite wollt, ein­fach den Embe­d­ed-Code unter jedem groß angezeigten Film­poster in euren HTML-Code kopieren.”

Allerd­ings heißt es dort auch: “Die Rechte verbleiben bei den jew­eili­gen Inhab­ern.” Und: “Wir ver­mit­teln keine Bil­drechte. Bitte wende dich an den jew­eili­gen Rechteinhaber/Verleih…”

Ob die Inhab­er wirk­lich alle Bilder zur Ver­w­er­tung freigegeben haben, kann man entwed­er glauben, oder eben nicht. Ich unter­stelle hier ein­fach, dass der Inhab­er dieser Site nach bestem Wis­sen und Gewis­sen han­delt. Doch auch er kann sich irren. Möglicher­weise gibt es doch noch irgend­wo Rechtsin­hab­er, die entwed­er nicht oder nur eingeschränkt der Ver­w­er­tung zuges­timmt haben. Wer weiß das schon? Solange ich nicht die defin­i­tive Bestä­ti­gung des Rechtsin­hab­ers selb­st vor­liegen habe, lasse ich bei solchen Seit­en äußer­ste Vor­sicht wal­ten. Auf anderen Inter­net-Seit­en, etwa solchen, die Bild-/Fo­to­dateien für die “freie” Ver­w­er­tung bere­it­stellen, wird meis­tens aus­drück­lich darauf hingewiesen, dass immer auch im Einzelfall zu prüfen ist, ob die angestrebte Ver­w­er­tung recht­mäßig ist oder nicht und man sich deshalb im Zweifel an den Urhe­ber zu wen­den habe.

Selb­st wenn man dem nun ent­ge­gen­hält, man beschränke sich darauf, nur die weni­gen ange­bote­nen aus­ländis­chen Film­poster zu ver­wen­den, kann der Urhe­ber u. U. seine Rechte auch hier in Deutsch­land gel­tend machen, selb­st wenn er aus dem Aus­land stammt. Denn möglicher­weise hat er sein Ver­w­er­tungsrecht (teil­weise) abge­treten. Auch das bleibt vor­liegend völ­lig im Dunkeln.

Faz­it: Ich selb­st sehe rein vor­sicht­shal­ber von der Möglichkeit des Ein­bet­tens ab, so gerne ich auch von dieser Möglichkeit Gebrauch machen würde. Ich stöbere in dem Archiv als ewiger Kinogänger aber sehr gerne und hole mir dort Anre­gun­gen für eigene Bilder.

Internes
In eigener Sache: Das mit der Anonymität.

Liebe Leser mein­er­seits, liebe Leser sein­er­seits,

wenn ihr diesen Text hier lest, wurde die kom­plette Inter­net­präsenz, auf der ihr euch befind­et, an die Anforderun­gen mod­ern­er Daten­schutzrichtlin­ien angepasst.

Das heißt im Klar­text:
Anstelle des bish­er ver­wen­de­ten Apache-Log-Ver­w­ert­ers AWStats kommt nun die quellof­fene Echtzeit­sta­tis­tik Piwik gemein­sam mit dem Word­Press-Plu­g­in Stat­Press zum Ein­satz. Das Anle­gen von Log­dateien habe ich ser­ver­seit­ig deak­tiviert, alle IP-Adressen — auch die mein­er Kom­men­ta­toren — wer­den vor der Spe­icherung von sowohl den Sta­tis­tik­w­erkzeu­gen als auch Word­Press selb­st unumkehrbar anonymisiert, mithin wer­den sie auch nicht, etwa über die Mail­be­nachrich­ti­gung, Drit­ten preis­gegeben. Ana­log habe ich auch meine Kon­ten bei blogoscoop.net und bloggerei.de deak­tiviert, auf­grund der­er ich hier zwei (ver­steck­te) Zählban­ner einge­bun­den hat­te.

Wer den­noch mis­strauisch ist, der kann die Analyse durch Piwik auch kom­plett ver­hin­dern, indem er das analysierende Javascript, das sich am Seit­e­nende befind­et, schlicht block­iert (Fire­fox-Nutzer: das ohne­hin empfehlenswerte NoScript erfüllt hier diesen Zweck), aber nötig ist dies nicht.

Das Über­mit­teln der eige­nen Mailadresse beim Kom­men­tieren erfol­gt übri­gens nach wie vor frei­willig.
Ich spe­ichere nicht!

Gern geschehen.

(“Drei Worte: RTL II — It’s fun.”, na, da zählen wir noch mal, liebe Pro­gram­mver­ant­wortliche.)

ProjekteSonstiges
Medienkritik XXXI: Der Reiz des Verbotenen (Ghetto, yo)

Auf der Suche nach Erfrischung eigentlich eher kör­per­lich­er Natur ver­har­rte mein Blick heute auf dem Titel­blatt der aktuellen Aus­gabe des Klatsch- und Sex­heftchens BRAVO. Abge­bildet war ein mir zunächst unbekan­nter Zeitgenosse, der mit “Menowin” beschriftet wor­den war. Menowin, das wusste ich aus Erzäh­lun­gen mir lei­der nahe ste­hen­der Per­so­n­en, hat­te unlängst an aus­gerech­net Dieter Bohlens verge­blich­er Tal­entsuche teilgenom­men und dabei irgen­deinen Platz errun­gen. Genauer weiß ich es nicht, was let­z­tendlich ver­mut­lich für mich spricht.

Dieser Menowin jeden­falls war offen­bar min­destens ein­mal Insasse ein­er Jus­tizvol­lzugsanstalt, und so lautete der beglei­t­ende Tex­tauf­druck der BRAVO wie fol­gt:

Mein geheimes Knast-Tage­buch: Das ging in Menowins Gefäng­nis wirk­lich ab

(Her­vorhe­bung wie Wort­wahl im Orig­i­nal eben­so.)

Selb­st, wenn man das Non­sens-Adjek­tiv “geheim” gedanklich stre­icht (wie son­st nen­nt die BRAVO dann etwas, was sie eben nicht Mil­lio­nen von fehlgeleit­eten Lesern öffentlich mit­teilt; wom­öglich “superge­heim”?): Was soll das?

Ist es wieder im Trend, sich nach der Seife zu bück­en, gar ein Sta­tussym­bol? Seht her, Kinder, so ein Knast ist voll doof und so, aber, hey, ich bin voll berühmt deswe­gen weil ich bess­er sin­gen kann als manch ander­er, was natür­lich gar nichts mit mein­er Lebens­geschichte, die seit­dem wöchentlich die Prekari­at­s­presse ziert, zu tun hat! Ihr wollt doch sich­er auch so wer­den wie ich!

Das Gangs­tatum wird wieder salon­fähig, mit der Ära 50 Cents, in der sich die Anzahl an über­lebten Schießereien noch zum Prahlen eignete, war es noch längst nicht vorüber. Ghet­to, Alter. Yo. Nur für echte Schießereien sind sie zu feige, man kön­nte ja verse­hentlich ver­lieren, und dann ste­ht man da bzw. eben nicht mehr, also bleibt ihnen ihre Vorgeschichte, die ihnen so unglaublich pein­lich zu sein scheint, dass sie, wie erwäh­nt, nahezu wöchentlich immer wieder darauf zu sprechen kom­men. So richtig abschreck­end wirkt das ja nun nicht ger­ade. “Boah, der war im Knast, cool!”

Meine Jugen­di­dole waren nie so. Gute, alte Zeit.

(Erk­lärung: Auf den Kauf der BRAVO habe ich aus Niveau­grün­den verzichtet, sollte im inhaltlichen Teil also etwas anderes ste­hen als von mir angedeutet, so bitte ich um Nach­sicht.)

Apro­pos Niveau: eMule beba 2.61 ist da. Holt es euch, so lange es noch frisch ist!

PiratenparteiPolitikIn den Nachrichten
Von Kraken und anderen Leuchten

Ich hat­te es für einen Scherz gehal­ten, als man mir davon erzählte, es gebe ein Krakeno­rakel, das bis­lang jedes Ergeb­nis der deutschen Fußball­na­tional­mannschaft kor­rekt vorherge­sagt habe. Soeben scrollte jedoch im IRC-Kanal der Piraten­partei dies an mir vor­bei:

(laromeid) +++++ BREAKING NEWS +++++ DAS KRAKENORAKEL VERSPRICHT SIEG FÜR DEUTSCHLAND! +++++ RTL II TOP-NEWS +++++

Ich fol­gte den fol­gen­den Ver­weisen und war entset­zt:
Tat­säch­lich gibt es im Ober­hausen­er Aquar­i­um offen­bar einen Krak­en, dem man jew­eils die entsprechen­den Flaggen kre­den­zt, die er mit­tels Ten­takel­be­we­gun­gen dann als “Siegerflagge” kennze­ich­net. Das Viech scheint nun­mehr Anerken­nung als Orakel gefun­den zu haben.

Und jet­zt sagt es voraus, dass Deutsch­land auch gegen Argen­tinien gewin­nen wird.

Man muss schon ein ziem­lich ver­quer denk­ender Men­sch sein, um der­lei als ein­er Fernsehnachricht würdig zu eracht­en, was mich neben­bei auch darin bekräftigt, mich von RTL II, der BILD und ähn­lichen Idioten­me­di­en kon­se­quent fernzuhal­ten; aber dass dieses Tier auch von Leuten für halb­wegs ernst genom­men wird, denen ich eigentlich mehr zuge­traut hätte, ist erschreck­end.

Na, spätestens am Son­ntag gibt’s Frischfleisch im Fis­chgeschäft. Sel­ber schuld.

Apro­pos Piraten­partei übri­gens:

“Das Inter­net darf kein rechts­freier Raum sein”, sagte Gauck dem Abend­blatt. “In unserem Land mit unser­er Geschichte darf all das, was in gedruck­ter Form ver­boten ist, im Netz nicht ohne Weit­eres erlaubt sein.”

Auf­s­tachelung zum Rassen­hass oder Ans­tiftung zum Ter­ror­is­mus kön­nten nicht außer­halb des Rechtsstaates stat­tfind­en, forderte der ehe­ma­lige DDR-Bürg­er­rechtler. “Deswe­gen müssen solche Inhalte aus dem Netz gelöscht wer­den.” Der Ruf etwa der Piraten­partei nach unbe­gren­zter Frei­heit habe “einen Hang zur Ver­messen­heit”, kri­tisierte er.

(Her­vorhe­bung von mir.)

Selt­sam; mir war, als wäre “Löschen statt Sper­ren” genau das, was die Piraten­partei bere­its seit Jahren fordert. Sollte ich mich da etwa geir­rt haben, oder kann es auch nur sein, dass Joachim Gauck, der im Inter­net meist als best­geeigneter Kan­di­dat beschrieben wird, schlichtweg keine Ahnung hat, was für einen Unsinn er sich da zusam­men­fab­u­liert hat?

Mir graut es bere­its vor dem Ergeb­nis der Präsi­dentschaftswahl. Au, weia.
Vielle­icht doch lieber ein Knödel?

Sonstiges
Traumberuf Schrottverkäufer

Wom­it man, wenn man den unter dem Scheiben­wis­ch­er manch­er Autos zu find­en­den Vis­itenkarten trauen darf, übri­gens auch ein gewiss­es Ver­mö­gen anhäufen kann, ist das Han­deln mit kaput­ten Fahrzeu­gen, Motorschaden inklu­sive:

Dass auf der Rück­seite “An- und Verkauf” ste­ht, schmälert das Inter­esse daran, jemals mit der­lei Gestal­ten ins Geschäft zu kom­men, doch erhe­blich.

Nerdkrams
Tiling Window Managers: awesome für Windows

Ich lasse mich bekan­ntlich gern begeis­tern von wun­der­lichen, pro­duk­tiv­itätssteigern­den Com­put­er­pro­gram­men aller Art. So ist es dann auch nur wenig erstaunlich, dass ich früher oder später awe­some ken­nen und schätzen ler­nen musste.

awe­some ist ein so genan­nter Tiling Win­dow Man­ag­er, der im Gegen­satz zum Beispiel zu Win­dows, das seit Ver­sion 2.0 einen “Stack­ing”, also einen “stapel­nden”, Fen­ster­ver­wal­ter besitzt (bedeutet: man schiebt die Fen­ster kreuz und quer durch die Gegend, lässt sie sich über­lap­pen u.a.), die Arbeit­sober­fläche qua­si kachelt, also Fen­ster neben- und übere­inan­der anord­net. Damit es nicht zu voll auf dem Bild­schirm wird, stellt awe­some zudem ins­ge­samt 9 “work­spaces”, also Arbeits­bere­iche, bere­it, zwis­chen denen per Tas­tenkom­bi­na­tion umgeschal­tet wer­den kann, ähn­lich dem auch unter Win­dows inzwis­chen geschätzten Prinzip der “virtuellen Desk­tops”.

Die nun­mehr über­flüs­si­gen Fen­ster-Titelleis­ten wer­den eben­falls aus­ge­blendet. Die gesamte Fen­ster­ver­wal­tung erfol­gt for­t­an mit Tas­tenkürzeln, was nach ein wenig Eingewöh­nungszeit, ger­ade, wenn man mit mehreren Anwen­dun­gen gle­ichzeit­ig arbeit­et (etwa Chat­pro­gramm und Brows­er, Texte­d­i­tor und IDE, …), eine deut­liche Zeit­erspar­nis und ggf. Arbeit­ser­le­ichterung bedeutet. Unter Lin­ux sieht dieses Konzept etwa so aus:

Nun hat Microsoft Win­dows eine Fen­ster­ver­wal­tung beschert, die das Aus­führen alter­na­tiv­er Fen­ster­man­ag­er deut­lich erschw­ert, soll heißen: gar nicht erst unter­stützt. Möchte man also diese hüb­sche Tiling-Funk­tion auch unter Win­dows nach­bilden, bleiben im Wesentlichen nur drei Möglichkeit­en offen:

Erstens: Man instal­liert eine alter­na­tive Shell, die den Explor­er mit­samt Desk­top und Start­menü erset­zt. Allerd­ings erschw­ert dies zunächst das Auffind­en von Dateien und Pro­gram­men, man muss sich in eine völ­lig neue Umge­bung einar­beit­en, und führt auch nicht zwangsläu­fig zum Ziel; ob es über­haupt eine Alter­na­tive gibt, die nach dem Kachel­prinzip arbeit­et, ist mir ger­ade nicht bekan­nt.

Zweit­ens: Man arrang­iert sich irgend­wie mit dem in Win­dows 7 einge­führten Aero Snap oder ver­gle­ich­baren Anwen­dun­gen, etwa AeroS­nap oder (eingeschränkt) ac’­ti­vAid, die das Prinzip aber nur unzure­ichend simulieren kön­nen.

Drit­tens: Man greift zu ein­er der weni­gen Anwen­dun­gen, die den Explor­er um eine Tiling-Funk­tion erweit­ern.

Ich möchte hier let­ztere Lösung genauer erläutern, da sie am ein­fach­sten anzuwen­den ist und das Resul­tat awe­some, tech­nisch gese­hen, am ehesten gle­icht.

Neben dwm-win32, das eine bloße Win­dows-Portierung von dwm, der Grund­lage für awe­some, und ger­ade für Ein­steiger eher schwierig zu kon­fig­uri­eren ist, stellen HashTWM und bug.n her­vor­ra­gende Alter­na­tiv­en dar.

HashTWM enthält eben­so wie das ähn­liche, aber anscheinend nicht mehr weit­er entwick­elte Tiler lediglich die Tiling-Funk­tio­nen, nicht aber eine “workspace”-Unterstützung, diese kann bspw. mit Dex­pot nachgerüstet wer­den. Mit HashTWM wer­den alle Fen­ster automa­tisch ange­ord­net, es ste­hen neben Kacheln auch gle­ich­för­mige Git­ter, Stapel und ein Voll­bild­modus zur Ver­fü­gung. Zum Umschal­ten und Bedi­enen von HashTWM dienen Tas­tenkürzel, es wird daher emp­fohlen, sich vor dem Starten der Anwen­dung mit der Doku­men­ta­tion — der Datei readme.txt — zu befassen. Die Bedi­enung basiert auf Kom­bi­na­tio­nen mit Strg-Alt (in der Doku­men­ta­tion “Mod”, “Mod­i­fika­tor”, genan­nt), HashTWM lässt sich etwa mit Strg-Alt-Esc been­den.

Etwas umfan­gre­ich­er ist bug.n, derzeit die entsprechende Anwen­dung mein­er Wahl. Ich beziehe mich im Fol­gen­den auf die Ver­sion 3.6 Alpha, die, wie mir der Entwick­ler per Mail mit­teilte, für diesen Zweck eher geeignet ist als die “neue” Ver­sion 7.0, allerd­ings ein instal­liertes Auto­Hotkey voraus­set­zt. Die Instal­la­tion dieses Pro­gramms sollte indes kein Prob­lem darstellen.

Ist dies geschafft, ist bug.n ein­satzbere­it; zum Starten ist die Datei bugn.ahk, ein Auto­Hotkey-Skript, zu öff­nen. In der Regel genügt hierzu ein Dop­pelk­lick auf sie.

bug.n bietet neben neun Arbeits­flächen, hier wie auch in eini­gen Vor­bildern aus der Lin­uxwelt “Tags” genan­nt, deren Sta­tus stan­dard­mäßig am oberen Bild­schirm­rand angezeigt wird (dies, wie auch vieles andere, kann man mit einem Texte­d­i­tor in der Datei config.ahk anpassen), viele weit­ere Funk­tio­nen, etwa das automa­tis­che Zuweisen von “Tags” zu bes­timmten Pro­gram­men. Als “Mod­i­fika­tor” dient in bug.n die Win­dows-Taste, das Skript erzeugt aber außer­dem ein Sym­bol im Benachrich­ti­gungs­feld neben der Uhr, über dessen Kon­textmenü einige Funk­tio­nen zur Ver­fü­gung ste­hen.

Nach dem Starten von bug.n wird am oberen Bild­schirm­rand die Sta­tusleiste ein- und, je nach Kon­fig­u­ra­tion in der bere­its erwäh­n­ten Datei config.ahk, die Win­dows-Taskleiste aus­ge­blendet. Der Bild­schirm ist — bei der vor­eingestell­ten Hor­i­zon­ta­lan­sicht — zweigeteilt: Links befind­et sich die “mas­ter area”, also der Bere­ich, in dem das Fen­ster, mit dem man primär arbeit­en möchte, mit voller Höhe angezeigt wird, rechts wer­den die übri­gen Fen­ster gestapelt. bug.n unter­stützt wie HashTWM auch andere Darstel­lun­gen, etwa “float­ing”, also die in Win­dows üblichen frei schweben­den Fen­ster, und “grid”, also ein gle­ich­för­miges Git­ter.

Stan­dard­mäßig haben alle Fen­ster alle neun ver­füg­baren “Tags”, sind also auf jed­er Arbeits­fläche sicht­bar. Die wichtig­sten Befehle in Kurz­form (“Win” bedeutet “Win­dows-Taste”, “Umsc” “Umschalt­taste”):

  • Win+[1–9]: Zeige nur Fen­ster mit dem Tag 1..9
  • Win+Umsc+[1–9]: Weise dem aktiv­en Fen­ster den Tag 1..9 zu (das Fen­ster ist for­t­an nur noch dort sicht­bar)
  • Win+Umsc+Leer: Aktiviere/deaktiviere die Fen­ster­ver­wal­tung für das aktive Fen­ster (wenn deak­tiviert, ver­hält sich das Fen­ster wie ohne bug.n)
  • Win+Links: Verkleinere die “mas­ter area”
  • Win+Rechts: Ver­größere die “mas­ter area”
  • Win+T: Zeige/Verstecke die Win­dows-Taskleiste
  • Win+Return: Schiebe aktives Fen­ster in die/aus der “mas­ter area”
  • Win+Umsc+Q: Beende bug.n

Auch hier emp­fiehlt es sich, zunächst die Doku­men­ta­tion (docs/help.txt) zu lesen.

Fra­gen? Anre­gun­gen? Kom­mentare? Gern!
Anson­sten bitte ich alle Leser, die Häu­fung von Com­put­erthe­men in let­zter Zeit zu verzei­hen; ist erst mal der let­zte Beitrag dieser Art. Ich möchte ja nie­man­den unnötig lang­weilen.


Nach­trag vom 21. Juli 2015: Ich habe einige Links angepasst.

In den Nachrichten
Zum “Sieg” der “deutschen” Mannschaft (4:2 interpoliert)

Zum Aus­gle­ich für das hirn­lose “Schlaaaaand”, das durch die Straßen tönt und selb­st für in der Psy­cholo­gie Unstudierte einiges über seine Sprech­er aus­sagt, auch mal ein paar Beispiel­rufe mein­er­seits:

“Mist. Mist­mist­mist. Riesen­mist.
Ver­flucht! So ein Kack!
Aaaaaargh! Das hätte nicht sein müssen.
Der Schied­srichter hat seinen Beruf ver­fehlt! Idiot!
Und über­haupt: Unver­di­ent! UNVERDIENT!”

Nicht, dass die englis­che Mannschaft spiel­tech­nisch schlechter wäre als die, die man aus irgendwelchen selt­samen his­torischen Beweg­grün­den her­aus “deutsche National­mannschaft” nen­nt, obwohl die Namen anderes sug­gerieren; den­noch haben sie es irgend­wie geschafft, ihre Abwehr genau dort zu platzieren, wo man sie nicht benötigt hat. Schön­ster Fernsehkom­men­tar: “Rache für Wim­ble­don”, fängt halt wie “Wem­b­ley” mit einem “W” an.

Apro­pos Fernsehkom­mentare: Welchen Mehrw­ert bietet es dem Pub­likum eigentlich, wenn man Fußball­spiel­ern nach dem Spiel ein Mikro­fon unter die Nase hält und tief­sin­nige Fra­gen wie “Wie nervös waren Sie?” stellt, um eben­falls tief­sin­nige Antworten wie “Wir, ääääh, sind eine, ähm, gute Mannschaft” zu erhal­ten? Diese Men­schen sollen (meinethal­ben und offenkundig schlecht­en) Fußball spie­len und anson­sten die Fresse, aber keine Reden hal­ten. Oder möchte im Gegen­zug jemand, dass bspw. Angela Merkel eine WM gewin­nt? Him­mel­her­rje.

(Tja, bleibt euch die Vuvuzela hier halt noch ein paar Tage erhal­ten. Ätsch.)

PersönlichesSonstiges
Frei studiert

Wer auch immer den Satz “So gut wie in der Schule wirst du es nie wieder haben” einst als Belehrung für seine Kinder einge­führt und damit, wohl unbe­wusst, zahlre­iche spätere Eltern bee­in­flusst hat, der war, wie ich annehme, nie Stu­dent.

Als Stu­dent blicke ich dur­chaus mitunter auch auf meine Schulzeit zurück, auf meine Schul­fre­unde aus dieser Zeit, auf die Lehrer, die Fäch­er, die Klasse­nar­beit­en, die — immer viel zu kurzen — Ferien; und ich ver­misse das alles nur sel­ten, gemessen an der weit­en Frei­heit, die hin­ter der Tür der Imma­triku­la­tion auf mich wartete. Frei­heit, die ich meine, die mein Herz erfüllt.

Apro­pos frei: Bril­lante Ideen für Inhalte dieser Seite habe ich meist in unpassenden Momenten. Der Grund, warum hier gestern nichts neues erschien, war der, dass ich — ach, nein, von vorn:

Vor eini­gen Tagen ging ich, mehr zufäl­lig, in meinem präferierten ÖPNV-Mit­tel an ein­er kleinen Tür vor­bei. Sie war ver­schlossen und befand sich direkt neben der Toi­lette. Beschriftet war diese Tür beina­he mit “Fahrgas­trechte”, tat­säch­lich lei­der nur mit “For­mu­la­re für Fahrgas­trechte” o.ä. Diese Tür, die die Men­tal­ität der Betreiber­fir­ma (lies: des betreiben­den Unternehmens bzw. sein­er Ver­ant­wortlichen) ein­drucksvoll demon­stri­erte, wollte ich fotografisch fes­thal­ten und das Resul­tat hier unter der Über­schrift “Unter Ver­schluss” veröf­fentlichen, aber ich war mir nicht sich­er, ob ich die Kam­era bei mir hat­te. Heute indes benutzte ich andere Verkehrsmit­tel. Ich bitte euch, liebe Leser, daher darum, euch den Beitrag neb­st Fotografie hier selb­st vorzustellen. (Da behaupte noch mal ein­er, der bloße Kon­sum dig­i­taler Prosa lasse die Fan­tasie verküm­mern.)

Ich wün­sche gute Unter­hal­tung.