Dies und “me, you, kiss” soll Cristiano Ronaldo, recht bekannter Fußballtyp, geäußert haben, um eine Kellnerin herumzubekommen; und er hatte Erfolg mit dieser Methode.
Nun zerpflückt der Boulevard genüsslich sein (C. Ronaldos) miserables Englisch und seine vorgeblich schlechten Manieren, aber dieser Ansatz ist in meinen Augen falsch. Natürlich ist der Wunsch nach gemeinsamem Beischlaf mit einem Menschen, der die eigene Muttersprache vermutlich nicht spricht, diesem gegenüber nur schwerlich auszudrücken, ohne auf Intimvokabular (zum Beispiel eben “fuck”) zurückzugreifen, aber als Gentleman schob er immerhin noch “me, you, kiss” hinterher. Herrschaften, dieser Mensch, Cristiano Ronaldo, hatte nicht vor, eine ernsthafte Liaison mit dem Objekt der Begierde einzugehen, denn dann wäre das wohl tatsächlich ein eher fragwürdiger Ansatz. Ihm aber ging es um bloßen, animalischen Sex, und den hat er bekommen.
Womit wir wiederum beim eigentlich interessanten Aspekt dieser Meldung wären, nämlich, dass “me, you, fuck, fuck” eine erfolgreiche Methode ist, neue Bekanntschaften zum Geschlechtsverkehr mit dem Sprecher dieser Worte zu bewegen, jedenfalls, wenn man zufällig Cristiano Ronaldo ist. Nicht das Verhalten des Herrn Ronaldo ist hier bemerkenswert, sondern das der Kellnerin. Auch wenn sich nun vermutlich wieder die Frauenrechtlerinnen, Emanzinnen und sonstige Sektierer zusammenrotten und gemeinsam zum Boykott meiner Texte aufrufen werden: Eine Frau, die Cristiano Ronaldo nach einer Anrede wie der bereits zitierten willig ins Netz geht, ist nicht etwa das Opfer anachronistischen Machotums, sondern eine oberflächliche, dumme Kuh.
Sicher erscheint es reizvoll, aufgrund bloßer Oberflächlichkeiten Erfolg bei einer nun gleichfalls nicht allzu grausig aussehenden Person mit gut und regelmäßig befülltem Bankkonto und annähernd weltweiter Bekanntheit zu haben, wie auch immer man als Handelnder selbst diesen Erfolg definiert. Man muss sich dann als Handelnder (bei einvernehmlichem Geschlechtsakt gibt es keine Passivität, so gern sie sich der Boulevard auch herbeifantasiert) aber auch die Frage gefallen lassen, was dazu bewog, auf die niederen Gelüste des Gegenübers einzugehen.
“You know that we are living in the material world, and I am a material girl” sang Madonna 1984, und wurden diese Worte damals vielleicht als schamlose Provokation gedeutet, so zeigt sich doch immer wieder, dass in den Augen moderner Frauen der erotischste Körperteil an einem Mann sein Bankkonto ist. Da braucht es weder Stil noch Ausstrahlung, noch Eloquenz. Der Lebensweg ist nicht von Bedeutung; Fußballer, Musiker oder Schauspieler, was darf’s sein? Ein Cristiano Ronaldo, ein Johnny Depp oder ein Lenny Kravitz jedenfalls kämen, dessen bin ich mir sicher, auch mit einem schlichten “Äh, du hast Haare!” ans Ziel. Beneidenswert eigentlich.
(Und es muss natürlich “You, me, fuck, fuck” heißen, zefix.)
Die Idee zu diesem Text basiert auf diesem Artikel von Bettina Weber, gefunden im Spreeblick. Für dreist von dort geklaute Witze übernehme ich keine inhaltliche Haftung.
(Nachtrag für Interessierte: Gamers.IRC 5.32 ist fertig.)



Ich hätte hier ein kürzlich erhaltenes “Facsimile Querschnitt
Quick” von Scherz zu verkaufen”. Damit könntest Du das
Boulevard-Niveau vervollkommnen
Schertz?
Der Anwalt?