NetzfundstückeNerdkrams
Die 10 anderen gefährlichsten Windows-Befehle

Dem Inter­net, diesem Hort der Unzucht, ist derzeit als wer­be­wirk­same Klick­strecke zu ent­nehmen, dass zu den “zehn gefährlich­sten Win­dows-Befehlen” das Kopieren von Dateien, das Nutzen von Dateisys­temverknüp­fun­gen (wo doch aber nor­male Verknüp­fun­gen offen­bar viel gefährlich­er sind!) und das “Killerkom­man­do” (sic!) robo­copy zählen.

Ver­fasst wurde diese Grütze “in Koop­er­a­tion mit PC-Welt”, was dann immer­hin auch erk­lärt, warum die ver­ständlicher­weise nicht genan­nten Autoren Kon­solen­be­fehle, Mausklicks und Tas­tenkürzel in einen Topf schmeißen, “sind ja alles irgend­wie Befehle”, na, meinen Glück­wun­sch. Sich­er ist es “brandge­fährlich”, Dateien zu kopieren, weil man dabei verse­hentlich andere Dateien über­schreiben kön­nte; aber Win­dows fragt net­ter­weise vorher, ob es über­schreiben darf. Nicht der Befehl ist der Bösewicht, das Prob­lem sitzt auch hier vor dem Bild­schirm. (Ich frage mich ohne­hin, wie viele Leute erst auf­grund dieses Artikels über­haupt auf die Idee gekom­men sind, mit besagten “Befehlen” herumzus­pie­len.)

Aber bitte­sehr, liebes Web.de, wenn ihr euch seit neuestem für möglichst kom­plizierte und ver­schwurbelte Meth­o­d­en inter­essiert, dem unbe­darften Win­dows-Nutzer das mitunter lei­der nötige “Augen auf beim Rumk­lick­en, Idiot!” ins Gesicht zu brüllen, ste­he ich euch doch gern als freier, unter­bezahlter Autor zur Ver­fü­gung und ergänze weit­ere zehn gefährliche Win­dows-Killer­be­fehle:

ERSTENS: Die Win­dows-Kon­sole.

In der Win­dows-Kon­sole (der so genan­nten “Eingabeauf­forderung”, mitunter auch “Ter­mi­nal” genan­nt) ste­hen neben eini­gen angenehmen auch brandge­fährliche Killer­be­fehle zur Ver­fü­gung, unter anderem del, das in der Lage ist, Dateien ohne Rück­frage zu löschen, und cacls (in neueren Win­dowsver­sio­nen auch ica­cls), mit dem man sich selb­st Lese- und Schreibrechte auf seine eige­nen Dateien entziehen kann. Achtung also beim Nutzen der Kon­sole! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte nur noch die grafis­che Ober­fläche benutzen, wo diese gefährlichen Befehle nicht plöt­zlich aus dem Nichts auf­tauchen.

ZWEITENS: For­matieren.

War man es bei Disket­ten noch gewohnt, sie zunächst zu for­matieren, bevor man damit etwas anderes anstellt, so sollte man es tun­lichst ver­mei­den, eine Fest­plat­te, die ger­ade in Benutzung ist, zu for­matieren. Was Microsoft erst ver­rät, nach­dem man diese unschein­bare Killer­funk­tion bere­its aufgerufen hat: Das For­matieren gibt den Geräten nicht etwa, wie man denken kön­nte eine andere Form, son­dern löscht sämtliche Dat­en auf der zu löschen­den Fest­plat­te, und oft ist es sehr aufwändig, diese zurück­zugewin­nen. Vor­sicht also! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte zudem alle Mag­neten aus dem Haus ver­ban­nen.

DRITTENS: Steck­er ziehen.

Möchte man den Com­put­er auss­chal­ten, ver­wen­det man hierzu in der Regel den Befehl “Herun­ter­fahren”. Was Microsoft ver­schweigt: Anders als mit diesem Befehl fehlt die Möglichkeit, noch nicht gespe­icherte Dat­en vorher zu sich­ern, wenn man ein­fach die Stromzu­fuhr unter­bricht. Hier beste­ht drin­gend Nach­holbe­darf! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, bis Microsoft einen Patch für dieses drin­gende Prob­lem veröf­fentlicht hat, der sollte davon abse­hen, den Com­put­er vom Stromkreis zu tren­nen.

VIERTENS: Die Taste Entf/Del.

Unter fortschrit­tlichen Betrieb­ssys­te­men wie Microsoft Win­dows ist es Usus, alle anfal­l­en­den Auf­gaben mit der Maus und Menüs bzw. Sym­bol­leis­ten zu erledi­gen. Die Tas­tatur, auf die manche ver­meintliche “PC-Profis” schwören, ist abseits von Alpha­bet, Son­derze­ichen und Umschalt­taste ein Teufel­swerk, und man sollte sich hüten, andere Tas­ten zu benutzen. Meist oben rechts befind­et sich etwa die Löschtaste (meist mit “Entf”, “Del” oder “Delete” beschriftet), die, was die PC-Her­steller sel­ten expliz­it erwäh­nen, nicht nur Text, son­dern auch Dateien ins Nir­wana schieben kann. Schnell ist dann mal die unwieder­bringliche Ket­ten­mail, an der man tage­lang gear­beit­et hat, auf Nim­mer­wieder­se­hen ver­schwun­den. Brandge­fährlich! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der lösche auch Text kün­ftig nur noch mit der Maus.

FÜNFTENS: Die Tas­tenkom­bi­na­tion Alt-F4.

Außer der bere­its erwäh­n­ten “Entf”- besitzen aktuelle Com­put­er­tas­taturen auch zahlre­iche weit­ere Tas­ten unklar­er Bedeu­tung. Die Taste F4 jedoch hat in Microsoft Win­dows vornehm­lich eine Bedeu­tung in Kom­bi­na­tion mit der Alt-Taste: Diese Verbindung schließt das jew­eils aktive Fen­ster fast sämtlich­er Anwen­dun­gen, in etlichen Pro­gram­men auch ohne Bestä­ti­gung, so dass unter Umstän­den wertvolle Arbeit­szeit ver­loren geht. Ein Und­ing in der heuti­gen Zeit! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte die Killer­taste F4 mit einem Schrauben­zieher ent­fer­nen und weg­w­er­fen.

SECHSTENS: Die Tas­tenkom­bi­na­tion Strg-Alt-Entf.

Landläu­fig ken­nt man diese Tas­tenkom­bi­na­tion auch als “Affen­griff”, als “Notlö­sung” für PC-Prob­leme gar. Microsoft Win­dows ist jedoch oft so kon­fig­uri­ert, dass nach einem Druck auf Strg-Alt-Entf der Win­dows-Taskman­ag­er erscheint, in dem ein falsch­er Klick genügt, um ganze Pro­gramm­bäume ohne Rück­frage zu been­den, nach zweima­ligem Druck gar ein sofor­tiger Neustart des Com­put­ers erfol­gt. Ein unver­ständlich­er Patzer! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, dem sei (auch wegen 4.) nahe gelegt, die Taste Entf eben­so wie bere­its die Taste F4 gän­zlich zu ent­fer­nen.

SIEBTENS: Die Fest­stell­taste.

Bere­its auf der Schreib­mas­chine fris­tete diese Taste, mit der man das Schreiben von Großbuch­staben dauer­haft aktivieren und deak­tivieren kann, ein Schat­ten­da­sein, unter Microsoft Win­dows ist sie zu einem gefährlichen Accoun­tkiller gewor­den. Trifft man sie verse­hentlich, bemerkt man dies nicht immer sofort, und die dreima­lige Eingabe eines fälschlicher­weise in Großbuch­staben geschriebe­nen Pass­wortes kann zur dauer­haften Sper­rung führen, was erhe­bliche Ein­bußen der Leben­squal­ität mit sich brin­gen kann. Halb­herzige Lösun­gen wie etwa das Deak­tivieren dieser Taste mit­tels Zusatzan­wen­dun­gen sind mit Vor­sicht zu genießen, da sie im entschei­den­den Moment ver­sagen kön­nen. Mitunter ste­ht vieles auf dem Spiel! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, dem sei dazu ger­at­en, auch diese Taste rück­stand­s­los zu entsor­gen.

ACHTENS: Der Reg­istrierungs-Edi­tor (reged­it).

Seit Microsoft mit Win­dows 95 anstelle der bis dahin üblichen .ini-Dateien die sys­temweite Reg­istrierungs­daten­bank (“Reg­istry”) einge­führt hat, sind Änderun­gen in ihr oft ein Grund für unbrauch­bare Win­dows-Instal­la­tio­nen gewor­den, da sie gegen verse­hentlich­es Löschen von Ein­trä­gen kein­er­lei über eine sim­ple Dialo­gabfrage hin­aus gehende Schutzvor­rich­tun­gen besitzt. Hochbrisant! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, sollte den Zugriff auf den gefährlichen Reg­istrierungs-Edi­tor sper­ren. Da hierzu selb­st ein Ein­griff in die Daten­bank notwendig wäre, ist stattdessen dazu zu rat­en, einen Tro­jan­er herun­terzu­laden, der diese Auf­gabe übern­immt.

NEUNTENS: Das Sys­temkon­fig­u­ra­tionspro­gramm (mscon­fig).

Hin­ter dem mit Win­dows 98 bzw. XP einge­führten Befehl mscon­fig ver­birgt sich ein Pro­gramm, dessen ein­steiger­fre­undliche, aufgeräumte Ober­fläche trügerisch davon ablenkt, dass ein falsch­er Klick das Sys­tem unbrauch­bar machen kann. Unter dem aktuellen Win­dows 7 etwa kann man dort mit einem ein­fachen Klick wichtige Sys­tem­di­en­ste deak­tivieren und gar den für den Sys­tem­start benötigten Ein­trag im Boot­man­ag­er gän­zlich löschen. In den falschen Hän­den eine tödliche Waffe! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte diesen Befehl schnell wieder vergessen und auf keinen Fall jemals aus­führen.

ZEHNTENS: Der Edi­tor (notepad).

Mit notepad schließlich, das in seinen Grundzü­gen bere­its so alt ist wie Win­dows selb­st, hat Microsoft Win­dows das mit Abstand gefährlich­ste Killer­w­erkzeug stan­dard­mäßig beige­fügt. Auch, wenn der Name anderes ver­muten lässt, so kann man mit notepad nicht nur Noti­zen bear­beit­en, son­dern etwa auch die Sys­tem­start­datei boot.ini und jede Binär­datei, also etwa auch winword.exe. Tut man dies verse­hentlich, ist die betr­e­f­fende Anwen­dung meist nicht mehr lauf­fähig; han­delt es sich um eine Sys­tem­datei, so muss das ganze Sys­tem unter Umstän­den neu aufge­set­zt wer­den. Eine fatale Fehlentschei­dung von Microsoft! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte das Pro­gramm notepad.exe von seinem Com­put­er löschen und auf das Bear­beit­en von ver­meintlichen Text­dateien kün­ftig verzicht­en; allzu oft genügt ein falsch­er Klick.

Facepalm

Eventuelle Hon­o­rarange­bote nehme ich gern ent­ge­gen.

(Und als näch­stes Titelthe­ma bitte “Die zehn gefährlich­sten Tode­sarten”, abgemacht, Web.de?)

Senfecke:

  1. hrhr „„ :lol: sehr genial :) man kann sich auf deine art zu
    schreiben immer ver­lassen. danke für den mor­gendlichen lach­er

  2. Du hast mir die Augen geöffnet. Tausend Dank! Durch Dich weiß ich
    jet­zt, welch Teufel­szeug der PC ist. Ich schalte ab.

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