NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Kurz verlinkt XXII: Von Terror und Trauer

Heute mal wieder nur eine kleine Nachricht­enum­schau:

Das The­ma Lovepa­rade beherrscht noch immer die Medi­en, und endlich kom­men auch mal andere Men­schen als nur die ewig in jedes bere­it­ste­hende Mikro­fon heulen­den Ange­höri­gen (na, man muss ja Pri­or­itäten set­zen, Pietät ist wurscht; Haupt­sache, mal mit der Presse reden!) zu Wort, die mir doch so langsam auf die Ner­ven gehen.

So schreibt etwa HD Schell­nack über die sub­jek­tive Verk­lärung des Vor­falls:

Die 19 Todes­opfer von gestern sind ganz sich­er unfass­bar… aber sie nehmen sich beschei­den aus gegen die 4152 Men­schen, die 2009 auf Deutsch­lands Straßen im Verkehr ums Leben kamen (und diese Zahl ist ein his­torisch­er Tief­s­tand). Der plöt­zlich ein­tre­tende, unfal­lar­tige, uner­wartete Tod bet­rifft und stärk­er als das schle­ichende, uhrw­erkar­tige Risiko, das wir einge­hen, wenn wir eine Auto­bah­nauf­fahrt her­ab­fahren. Das ist so schreck­lich wie ver­ständlich, der unsicht­bare tröpfel­nde Tot von fast 5000 Einzel­nen bleibt unsicht­bar­er, 19 Opfer in einem medi­alen Spek­takel sind präsen­ter.

In die gle­iche Kerbe schlägt André F. Lichtschlag vom Mag­a­zin eigen­tüm­lich frei:

Am 29. Mai 1985 star­ben 39 Men­schen beim Europa­pokalend­spiel im Brüs­sel­er Hey­sel-Sta­dion. Schlägereien zwis­chen Fußball-Hooli­gans hat­ten eine Massen­panik aus­gelöst. In den fol­gen­den Wochen wurde umfan­gre­ich über das Wesen fanatis­ch­er Fußball­fans und ihre Mitver­ant­wor­tung an der Katas­tro­phe disku­tiert. (…) 25 Jahre später ster­ben 19 Men­schen bei ein­er ver­gle­ich­baren Katas­tro­phe in Duis­burg anlässlich der Lovepa­rade. Eige­nar­tiger­weise find­et eine Diskus­sion über eine mögliche Mitver­ant­wor­tung der Teil­nehmer auch im Ansatz nicht statt.

Zählt nur Tod, der sich dank anwe­sender Presse medi­al auss­chlacht­en lässt, noch etwas? Wird ein Men­sch zu ein­er Per­son öffentlichen Inter­ess­es, wenn die Zahl der Men­schen, inmit­ten der­er er stirbt, aus­re­ichend groß ist? Tod verkauft sich gut, fast bess­er noch als Brüste.

Zur Abwech­slung mal eine ganz andere Mel­dung gibt es auf netzpolitik.org zu lesen:
Ein franzö­sis­ch­er “Ter­ror­is­mu­s­ex­perte” (erstaunlich, wofür es inzwis­chen “Experten” gibt; ist das ein anerkan­nter Hochschu­la­b­schluss?) ver­sucht, die Gefahren von “Al-Qai­da-Hand­büch­ern im Inter­net” zu illus­tri­eren, und hält ein ara­bis­ches Hand­buch in die Kam­era.

Ein C++-Hand­buch.

Für so lustig ich das auch befinde (Infor­matik­er, die neuen Ter­ror­is­ten?), so erhel­lend ist es auch; erk­lärt es doch, woher unsere Poli­tik­er die zahlre­ichen Gefahren des Inter­nets nehmen, die außer ihnen nur wenige Men­schen nachvol­lziehen kön­nen: Gefährlich ist, was man nicht ver­ste­ht.

(Nicht umson­st beherrscht die vor allem für den Auf­bau von Inter­net­präsen­zen wie etwa dieser hier genutzte Inter­preter­sprache PHP den Befehl die(), also stirb! [Den Witz habe ich schon lange nicht mehr gemacht.])

Nach­trag:
Ger­ade flim­mert über den Fernsehschirm wieder ein­mal ein Bericht über die Lovepa­rade, wie immer wird vergebens nach den Grün­den gefragt. Mein Lieblingssatz, der die Imper­ti­nenz aller Beteiligten hüb­sch illus­tri­ert: “[Die Raver] tre­f­fen sich hier zum Trauern.” — Das klingt nach einem aufre­gen­den Flash­mob.

MusikProjekteIn den Nachrichten
“Me, you, fuck, fuck”

Dies und “me, you, kiss” soll Cris­tiano Ronal­do, recht bekan­nter Fußball­typ, geäußert haben, um eine Kell­ner­in herumzubekom­men; und er hat­te Erfolg mit dieser Meth­ode.

Nun zerpflückt der Boule­vard genüsslich sein (C. Ronal­dos) mis­er­ables Englisch und seine vorge­blich schlecht­en Manieren, aber dieser Ansatz ist in meinen Augen falsch. Natür­lich ist der Wun­sch nach gemein­samem Beis­chlaf mit einem Men­schen, der die eigene Mut­ter­sprache ver­mut­lich nicht spricht, diesem gegenüber nur schw­er­lich auszu­drück­en, ohne auf Intim­vok­ab­u­lar (zum Beispiel eben “fuck”) zurück­zu­greifen, aber als Gen­tle­man schob er immer­hin noch “me, you, kiss” hin­ter­her. Herrschaften, dieser Men­sch, Cris­tiano Ronal­do, hat­te nicht vor, eine ern­sthafte Liai­son mit dem Objekt der Begierde einzuge­hen, denn dann wäre das wohl tat­säch­lich ein eher frag­würdi­ger Ansatz. Ihm aber ging es um bloßen, ani­malis­chen Sex, und den hat er bekom­men.

Wom­it wir wiederum beim eigentlich inter­es­san­ten Aspekt dieser Mel­dung wären, näm­lich, dass “me, you, fuck, fuck” eine erfol­gre­iche Meth­ode ist, neue Bekan­ntschaften zum Geschlechtsverkehr mit dem Sprech­er dieser Worte zu bewe­gen, jeden­falls, wenn man zufäl­lig Cris­tiano Ronal­do ist. Nicht das Ver­hal­ten des Her­rn Ronal­do ist hier bemerkenswert, son­dern das der Kell­ner­in. Auch wenn sich nun ver­mut­lich wieder die Frauen­recht­lerin­nen, Emanzin­nen und son­stige Sek­tier­er zusam­men­rot­ten und gemein­sam zum Boykott mein­er Texte aufrufen wer­den: Eine Frau, die Cris­tiano Ronal­do nach ein­er Anrede wie der bere­its zitierten willig ins Netz geht, ist nicht etwa das Opfer anachro­nis­tis­chen Macho­tums, son­dern eine ober­fläch­liche, dumme Kuh.

Sich­er erscheint es reizvoll, auf­grund bloßer Ober­fläch­lichkeit­en Erfolg bei ein­er nun gle­ich­falls nicht allzu grausig ausse­hen­den Per­son mit gut und regelmäßig befüll­tem Bankkon­to und annäh­ernd weltweit­er Bekan­ntheit zu haben, wie auch immer man als Han­del­nder selb­st diesen Erfolg definiert. Man muss sich dann als Han­del­nder (bei ein­vernehm­lichem Geschlecht­sakt gibt es keine Pas­siv­ität, so gern sie sich der Boule­vard auch her­beifan­tasiert) aber auch die Frage gefall­en lassen, was dazu bewog, auf die niederen Gelüste des Gegenübers einzuge­hen.

“You know that we are liv­ing in the mate­r­i­al world, and I am a mate­r­i­al girl” sang Madon­na 1984, und wur­den diese Worte damals vielle­icht als scham­lose Pro­voka­tion gedeutet, so zeigt sich doch immer wieder, dass in den Augen mod­ern­er Frauen der ero­tis­chste Kör­perteil an einem Mann sein Bankkon­to ist. Da braucht es wed­er Stil noch Ausstrahlung, noch Elo­quenz. Der Lebensweg ist nicht von Bedeu­tung; Fußballer, Musik­er oder Schaus­piel­er, was darf’s sein? Ein Cris­tiano Ronal­do, ein John­ny Depp oder ein Lenny Kravitz jeden­falls kämen, dessen bin ich mir sich­er, auch mit einem schlicht­en “Äh, du hast Haare!” ans Ziel. Benei­denswert eigentlich.

(Und es muss natür­lich “You, me, fuck, fuck” heißen, zefix.)

Die Idee zu diesem Text basiert auf diesem Artikel von Bet­ti­na Weber, gefun­den im Spree­blick. Für dreist von dort geklaute Witze übernehme ich keine inhaltliche Haf­tung.

(Nach­trag für Inter­essierte: Gamers.IRC 5.32 ist fer­tig.)

In den Nachrichten
Medienkritik XXXIII: The Art Of Love. (Guckt mal, Leichen!)

Als Pro­log und Anlass für diesen Artikel darf heute mal fol­gen­der Auss­chnitt aus einem Dia­log her­hal­ten, den ich soeben führte:

[Kuole] was gibts son­st neues?
[ich] berichte über die love parade auf spiegel.de
[Kuole] zusam­men­fas­sung? ^^
[ich] alles voll trau­rig und schreck­lich und grausam, und auf den fol­gen­den zehn seit­en sehen Sie, liebe leser, exk­lu­siv nahauf­nah­men der leichen (oder so)
[ich] wie immer halt

Ihr habt es, liebe Leser, sich­er mit­bekom­men: Gestern star­ben bei ein­er Massen­panik auf der Love Parade einige Per­so­n­en. Auch wenn es für mich schw­er ist, das übliche Treiben auf dieser Fes­tiv­ität von ein­er Massen­panik zu unter­schei­den, so hat wohl laut übere­in­stim­menden Zeu­ge­naus­sagen tat­säch­lich eine solche stattge­fun­den, Stam­pede mit Todes­folge inklu­sive.

So unan­genehm das auch ist (wer eigentlich zum Feiern und/oder Bum­sen und/oder Rauschgiftkauf in den Ruhrpott reist, der erwartet nor­maler­weise, einiger­maßen unbeschadet wieder heim­fahren zu kön­nen, nehme ich an), so gewöhn­lich bleibt die Berichter­stat­tung.

Als Beispiel nehme ich ein­mal den Nachrich­t­entick­er von SPIEGEL Online her­an, den ich seit einiger Zeit abon­niert habe und der mir somit Recherc­hear­beit spart. Ab 18:02 Uhr (“Zehn Tote bei Massen­panik auf Love Parade”) trafen dort immer wieder neue Berichte von den über­wiegend gle­ichen Autoren ein, illus­tri­ert mit zunächst weit­ge­hend harm­losen Abbil­dun­gen. Hier­bei wurde außer der Zahl der bekan­nten Toten nur wenig geän­dert, was die Inten­tion der Autoren ohne­hin bere­its frag­würdig macht; wollte man nur immer wieder ganz oben in den Nachrich­t­entick­ern ste­hen? Ich greife mal willkür­lich eine der vie­len Zahlen her­aus, um zu illus­tri­eren, was ich meine.

18:02 Uhr (“zehn Tote”):
Die Bun­de­spolizei war mit über 1200 Polizeibeamten im Ein­satz. Die Love Parade wurde rund um das Gebi­et des alten Duis­burg­er Güter­bahn­hofs gefeiert.

19:32 Uhr (“viele Tote”):
1200 Polizis­ten waren in Ein­satz, aber die Zahl der Raver, die in Duis­burg ihren Spaß sucht­en, lag bei rund ein­er Mil­lion.

22:04 Uhr (“min­destens 19 Men­schen gestor­ben”):
Zeu­gen schildern, dass (…) 1200 Polizis­ten nicht genug seien, um ein solch­es Ereig­nis mit mehr als ein­er Mil­lion Teil­nehmern zu sich­ern.

Was genau will man eigentlich bei SPIEGEL Online mit diesen Zahlen anfan­gen — etwa eine Sta­tis­tik erstellen?
Wer übri­gens eben­falls hin und wieder auf SPIEGEL Online herum­li­est und den Livet­ick­er von der Massen­panik schon für eine sen­sa­tion­slüsterne Per­ver­sion hielt, der hat die bish­erige Kli­max des Grauens (damit meine ich nicht den Vor­fall an sich) noch nicht gese­hen:

Seit 00:43 Uhr ist ein Artikel mit Zeu­ge­naus­sagen, allerd­ings ohne die Zahl der anwe­senden Polizis­ten (vergessen?), online, in alter BILD-Manier mit reißerischem Titel verse­hen (“Neben mir ist ein Mäd­chen gestor­ben”); jed­er Klick bringt Geld, so läuft das im Jour­nal­is­mus, nich’ wahr? Und was da für ekliger Unfug zitiert wird!

Udo, n‑tv-Kam­era­mann und Zeuge: Über­all lagen Men­schen auf dem Boden herum. So stelle ich mir Krieg vor, na, als n‑tv-Kam­era­mann sollte man eigentlich wis­sen, wie Krieg aussieht. Noch neu in dem Geschäft?

Ja, es ist wahrlich grausam anzuse­hen, wenn Men­schen tot­ge­tram­pelt wer­den, und es ist ein ganz großes Unglück. Und was macht man, wenn man für ein großes deutsches Nachricht­en­medi­um arbeit­et und irgend­wie illus­tri­eren soll, wie grausam das Grausame so ist? Richtig: Man baut in jeden der bis­lang sechs weit­ge­hend redun­dan­ten Berichte zu dem Ereig­nis eine Klick­strecke mit ganz vie­len bun­ten Fotos ein. Sech­sundzwanzig Stück. Leichte Unter­hal­tung für den beque­men Voyeur.

Apro­pos BILD-Manier: BILD.de kon­sum­iere ich übri­gens nach wie vor nicht, laut Men­schen, die damit anders ver­fahren, sieht es dort jedoch nicht viel bess­er aus.

Schöne, neue Medi­en­welt.

(Nach­trag von 22:08 Uhr: Die Ver­anstal­ter trifft keine Schuld, der Tun­nel war groß genug!11!1elf)

PolitikNetzfundstücke
Kurz verlinkt XXI: Rotationseuropäer

Beim Nachtwächter fand ich ger­ade einen Ver­weis auf diesen Artikel und spuck­te beina­he mein Getränk auf den Bild­schirm.

Es geht dort unter anderem, kurz zusam­menge­fasst, um die “kul­tursen­si­ble Sprache”, die Aygül Özkan (CDU, also wohl von Berufs wegen bek­loppt) gern hätte und die allem Anschein nach auch nur ein Euphemis­mus für lück­en­los­es Gen­dern mit inte­gri­ert­er P.C. sein soll. SPIEGEL Online weiß hierzu:

Jour­nal­is­ten sollen laut Plä­nen des Sozialmin­is­teri­ums im August eine “Medi­en­char­ta für Nieder­sach­sen” unter­schreiben. Darin will Sozialmin­is­terin Aygül Özkan (CDU) die Medi­en des Lan­des auf einen gemein­samen Kurs in der Berichter­stat­tung über Inte­gra­tion fes­tle­gen.

Und wer glaubt, die “kul­tursen­si­ble Sprache” ende bei “Zige­uner heißen nicht Zige­uner, son­dern fahren­des Volk” oder ähn­lichem Zeigefin­ger schwin­gen­den Unfug, der hat sich zu früh gefreut:

gesamtrechts.wordpress.com:

Der Ersatz für das Wort “Zige­uner” beste­ht aus den ein­fall­slosen Erfind­un­gen “Per­so­n­en mit häu­fig wech­sel­n­dem Aufen­thalt­sort” oder “Mobilen eth­nis­chen Min­der­heit­en“ oder kurz: „Mems“.

faz.net:

Als jüng­ster Begriff hat sich nun die For­mulierung “Rota­tion­seu­ropäer” durchge­set­zt.

Zum Mit­sprechen: Ro-ta-ti-ons-eu-ro-pä-er.
Das meinen die ernst!

8O

Und die Schweiz mache es, so der Artikelver­fass­er, auch nicht bess­er:

Und auch die Liste der “diskri­m­inieren­den Wörter” ist länger. Statt Vater oder Mut­ter sollte man laut Bund bess­er “der Eltern­teil” oder “das Elter” schreiben. “Der Leit­faden ist für amtliche Pub­lika­tio­nen verbindlich”, sagt Isabel Kam­ber, Stel­lvertre­tende Lei­t­erin Zen­trale Sprach­di­en­ste, Sek­tion Deutsch.

Lei­t­erin der was? (Und warum muss ich schon wieder an die unsäglichen Piratin­nen denken?)

Wer schon immer mal wis­sen wollte, was “Weltk­nall” bedeutet:
Genau das.

MusikNetzfundstücke
Chaccaron Maccarón

Eine von mir sehr geschätzte, bild­hüb­sche, lustige und auch son­st total tolle unregelmäßige Leserin des von mir hier abgeson­derten Ser­mons ließ mir heute dankenswert­er­weise dieses Video zukom­men, das mich Trä­nen lachen machte und daher nicht uner­wäh­nt bleiben soll:

chac­caron

Ulale­lauela laua­ia­ia alir­i­u­lon laoulau­raluo alauaus, olu­alala slaoe­laoele­laou lauautisu lirau­sou, tal­gaoausus ula­suria laou­ru­ta; lau­turi ritis­la­gaou lauaoau­at slauao­sus auso­gusari riaitl, lauao­tut asri­sis ulu­alou lau­sisle aoauau­re. Lati­sorosi lau­ruis ouatal tlau­so­su uola­susi alsoslelr iroslaol­so.

Oulaus­lus uola­susi, lar­i­si­o­laol itl­so ltosirls olroaisu, laosol­ru ual­suia laoru alil­uron alsorl luronalal ural­suslsu lau­siara alsilt gual­so alsoslru ulaueia 2006 uola­susi uaoslosi lau­reia tis­laoue saoau­to asris­us. Olsuaus alsoel slaosle eilaost slaeil, also­su soal­su­to ulaul slaisoelt slaot (“aaaaaalt!”) usoaul lau­tieis, dagu ualtisi gal­sudus oleos gaga dudu banana.

Chacar­ron, Chacar­ron, alilul­iron.

Und jet­zt alle!

NetzfundstückePiratenpartei
NPD-Blog: Mit den Kraken auf Piratenjagd

Pro­log: Die so genan­nte “antifaschis­tis­che Bewe­gung” erfreut sich auch mehrere Dekaden nach dem gewalt­samen Ableben ihrer erwählten Lieblings­dä­mo­nen unverän­dert großer Beliebtheit, und so ist es nicht ver­wun­der­lich, dass auch das “Web 2.0”, wie auch immer man es definiert, über ein “antifaschis­tis­ches Netz” ver­fügt, zu dessen deutschsprachi­gen Knoten unter anderem Indy­media und das NPD-Blog gehören.

Let­zteres behauptet von sich, ein wach­sames Auge auf den Aktiv­itäten der NPD und ähn­lich aus­gerichteter Grup­pierun­gen zu hal­ten, damit halt nicht eines Tages jemand Hitler wieder zusam­men­klebt und zum Kan­zler wählt oder so ähn­lich. Niemals wieder, und wenn doch, dann jet­zt gle­ich.

Seit einiger Zeit haben die weltweit­en Piraten­parteien die Ini­tia­tive “Stopp ACTA” als unter­stützenswert gepriesen, die sich gegen das ACTA richtet. Piraten­parteien, wir erin­nern uns, ste­hen für andere Ide­ale als das abge­lutschte Fa- und Antifa-Geblub­ber der etablierten Parteien und haben fol­gerichtig Mit­glieder aus jed­er poli­tis­chen Strö­mung in ihren Rei­hen, die alle­samt ähn­liche Ziele vertreten. Als Logo für “Stopp ACTA” haben die Piraten­parteien das Sym­bol eines Krak­en erwählt, der mit seinen Ten­takeln die Erde umk­lam­mert. Dieses Sym­bol wird seit mehreren Gen­er­a­tio­nen von Karika­tur­is­ten ver­wen­det, um eine gierige All­macht auszu­drück­en, zum Beispiel eben auch so:

Um die Bedeu­tung dieses Sym­bols weiß man auch beim NPD-Blog und wid­met ihr einen Satz. Und was ste­ht nur einen Satz zuvor?

Die Bild­kom­po­si­tion ist fak­tisch iden­tisch, mit ein­er Darstel­lung aus dem Jahr 1938, die in der anti­semi­tis­che Wochen­zeitung “der Stürmer” pub­liziert wurde.

Ein Krake umk­lam­mert die Erde, das ist ein­deutig anti­semi­tisch!
Das ist ein­deutig ein Judenkrake! Doofe Pirat­en!

So also entste­hen heutzu­tage oft ver­link­te Blog­beiträge: Man fängt irgend­wo mit­ten­drin an, schreibt dort den ersten Satz und ver­ste­ht ihn her­nach selb­st nicht mehr. Würde ich bloggen, würde ich es mir merken.

Man nehme ein Bild, reiße es aus dem Zusam­men­hang, set­ze es in einen völ­lig anderen Kon­text und rege sich dann über diesen Kon­text auf; ich weiß auch nicht, welchen Begriff das Vok­ab­u­lar eines NPD-Blog­gers für der­ar­tige Berichter­stat­tung vor­sieht, aber “Stürmer-Stil” wäre doch ger­adezu prädes­tiniert. Gegen­vorschläge?

(Merke: Krake und Auto­bahn gehen mal so gar nicht.)

PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Sexkillerspiele

Auf Ame­land ereignete sich unlängst eine Geschichte unter Beteili­gung sex­uellen Miss­brauchs.

Und wer sich angesichts solch­er Schlagzeilen immer wieder fragt, wie ein Men­sch über­haupt auf die Idee zu der­lei Unternehmungen kommt, dem fehlt ein­fach nur die nötige Fan­tasie; richtig macht es zum Beispiel Beate Merk, CSU, die schon fast so toll fan­tasieren kann wie Frau von der Leyen.

Die Schuld trü­gen näm­lich, so sprach Beate Merk, “Killer­spiele”, die F.D.P. und die viele Kinder­pornografie im Inter­net, auss­chnittsweise so for­muliert:

“Wenn man sich ansieht, welche Fol­gen der Kon­sum von schädlichen Videos haben kann, ist die Lais­sez-faire-Poli­tik der FDP bei Kinder­pornos im Netz grob fahrläs­sig”, sagte die stel­lvertre­tende CSU-Vor­sitzende laut dpa. Die Miss­brauch­stat­en Jugendlich­er zeigten Ver­ro­hung­s­ten­den­zen, die “auch deshalb geschehen, weil man heutzu­tage im Netz prob­lem­los alle erden­klichen For­men von Gewalt und Pornografie anse­hen kann”, sagte Merk.

Eigentlich schade, dass Frau Merk in ihrer Aufzäh­lung die Piraten­partei vergessen hat. Aber apro­pos, was für eige­nar­tige Spiele spielt man denn eigentlich im Hause Merk, die dazu anre­gen, anderen Men­schen große, nicht gen­i­tale Gegen­stände in den Po zu steck­en? (Und wo kann man sie kaufen?)

Aber sich­er wird jeglich­er Sex­u­al- und Gewalt­trieb aus der men­schlichen Psy­che ver­schwinden, wenn man dem Inter­net so einen großen roten Knopf spendieren würde; ver­mut­lich würde es auch helfen, ein­fach ein biss­chen mit ihm zu schimpfen. “Bös­es, bös­es Inter­net! Zeig nicht immer so eklige Sachen!”

Selb­st, wenn es da irgen­deinen wie auch immer geart­eten Zusam­men­hang gäbe, so wäre zudem die Frage zu stellen, inwieweit das Sper­ren von Inhal­ten eine wirk­samere Maß­nahme als ihre Löschung darstellte, was ich dann hier­mit auch getan habe.

Die Logik von Beate Merk ist die des Reflex­es: Wenn etwas Entset­zlich­es passiert, muss man han­deln, und zwar, indem man etwas anderes, was man selb­st entset­zlich find­et, möglichst schnell aus der Welt schafft, oder das wenig­stens öffentlichkeitswirk­sam fordert. (…) Den Opfern sex­ueller Gewalt wird mit solchen Forderun­gen nicht geholfen, im Gegen­teil: Sie wer­den auf plumpe Weise instru­men­tal­isiert, um dif­fuse Gefüh­le zu bedi­enen, die man inner­halb der eige­nen Wäh­ler­schaft ver­mutet.

Ein tre­f­fend­er Schluss, SPIEGEL Online!

MusikIn den NachrichtenFotografie
Miley Cyrus. (inkl.: Schreib Kultur!)

(Für Lisa.)

Miley Cyrus, wir erin­nern uns, ist vor­rangig bekan­nt als zweitk­las­sige Laien­darstel­lerin, mit­telmäßig begabtes Pop­sternchen, qual­i­fiziert hier­für allein auf­grund ihrer Eigen­schaft als Tochter des ungle­ich besseren Bil­ly Ray Cyrus.

Miley Cyrus mache jet­zt Elec­tro-/Dance-Musik, sagt meine Schwest­er; weil das halt alles irgend­wie kün­stlich klinge und so gar nicht mehr nach richti­gen Instru­menten, also eigentlich dann doch unverän­dert, und weil zwis­chen Elec­tro und Dance ja auch kein allzu großer Unter­schied beste­he. Wer war noch mal Kraftwerk?

Miley Cyrus habe ja ohne­hin schon lange keinen Pop­mist (apro­pos Pop­mist) mehr gemacht, son­dern Rock, sagt meine Schwest­er; weil da eben Gitarre und Schlagzeug vorkä­men und das schon genüge, um Rock zu sein, egal, ob die Instru­mente aus dem Com­put­er kom­men oder ob da tat­säch­lich jemand eine Gitarre nicht nur lei­dlich ger­ade hal­ten, son­dern oben­drein auch noch auf ihr spie­len kann.

Miley Cyrus habe gesagt, sie wolle ihre Aktiv­itäten, darunter bis­lang noch ihre wer­be­wirk­same Per­sön­lichkeitsab­spal­tung Han­nah Mon­tana, kün­ftig auf die Film­branche beschränken, sagt meine Schwest­er; soll heißen: auf jegliche Abson­derung ver­meintlich musikalis­ch­er Töne kün­ftig verzicht­en. Na, Gott sei Dank.


Ach, du meine Güte übri­gens:

(Und da ich ger­ade diese Fotografie ein­band, habe ich die Ehre, anmerken zu dür­fen, dass ich nun­mehr offiziell Rund­funk mache. Falls ein­er der Ver­ant­wortlichen mitli­est: Wo genau muss ich meine Kon­to­dat­en zwecks Ein­nah­men­verteilung hin­ter­legen?)

NetzfundstückeNerdkrams
Die 10 anderen gefährlichsten Windows-Befehle

Dem Inter­net, diesem Hort der Unzucht, ist derzeit als wer­be­wirk­same Klick­strecke zu ent­nehmen, dass zu den “zehn gefährlich­sten Win­dows-Befehlen” das Kopieren von Dateien, das Nutzen von Dateisys­temverknüp­fun­gen (wo doch aber nor­male Verknüp­fun­gen offen­bar viel gefährlich­er sind!) und das “Killerkom­man­do” (sic!) robo­copy zählen.

Ver­fasst wurde diese Grütze “in Koop­er­a­tion mit PC-Welt”, was dann immer­hin auch erk­lärt, warum die ver­ständlicher­weise nicht genan­nten Autoren Kon­solen­be­fehle, Mausklicks und Tas­tenkürzel in einen Topf schmeißen, “sind ja alles irgend­wie Befehle”, na, meinen Glück­wun­sch. Sich­er ist es “brandge­fährlich”, Dateien zu kopieren, weil man dabei verse­hentlich andere Dateien über­schreiben kön­nte; aber Win­dows fragt net­ter­weise vorher, ob es über­schreiben darf. Nicht der Befehl ist der Bösewicht, das Prob­lem sitzt auch hier vor dem Bild­schirm. (Ich frage mich ohne­hin, wie viele Leute erst auf­grund dieses Artikels über­haupt auf die Idee gekom­men sind, mit besagten “Befehlen” herumzus­pie­len.)

Aber bitte­sehr, liebes Web.de, wenn ihr euch seit neuestem für möglichst kom­plizierte und ver­schwurbelte Meth­o­d­en inter­essiert, dem unbe­darften Win­dows-Nutzer das mitunter lei­der nötige “Augen auf beim Rumk­lick­en, Idiot!” ins Gesicht zu brüllen, ste­he ich euch doch gern als freier, unter­bezahlter Autor zur Ver­fü­gung und ergänze weit­ere zehn gefährliche Win­dows-Killer­be­fehle:

ERSTENS: Die Win­dows-Kon­sole.

In der Win­dows-Kon­sole (der so genan­nten “Eingabeauf­forderung”, mitunter auch “Ter­mi­nal” genan­nt) ste­hen neben eini­gen angenehmen auch brandge­fährliche Killer­be­fehle zur Ver­fü­gung, unter anderem del, das in der Lage ist, Dateien ohne Rück­frage zu löschen, und cacls (in neueren Win­dowsver­sio­nen auch ica­cls), mit dem man sich selb­st Lese- und Schreibrechte auf seine eige­nen Dateien entziehen kann. Achtung also beim Nutzen der Kon­sole! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte nur noch die grafis­che Ober­fläche benutzen, wo diese gefährlichen Befehle nicht plöt­zlich aus dem Nichts auf­tauchen.

ZWEITENS: For­matieren.

War man es bei Disket­ten noch gewohnt, sie zunächst zu for­matieren, bevor man damit etwas anderes anstellt, so sollte man es tun­lichst ver­mei­den, eine Fest­plat­te, die ger­ade in Benutzung ist, zu for­matieren. Was Microsoft erst ver­rät, nach­dem man diese unschein­bare Killer­funk­tion bere­its aufgerufen hat: Das For­matieren gibt den Geräten nicht etwa, wie man denken kön­nte eine andere Form, son­dern löscht sämtliche Dat­en auf der zu löschen­den Fest­plat­te, und oft ist es sehr aufwändig, diese zurück­zugewin­nen. Vor­sicht also! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte zudem alle Mag­neten aus dem Haus ver­ban­nen.

DRITTENS: Steck­er ziehen.

Möchte man den Com­put­er auss­chal­ten, ver­wen­det man hierzu in der Regel den Befehl “Herun­ter­fahren”. Was Microsoft ver­schweigt: Anders als mit diesem Befehl fehlt die Möglichkeit, noch nicht gespe­icherte Dat­en vorher zu sich­ern, wenn man ein­fach die Stromzu­fuhr unter­bricht. Hier beste­ht drin­gend Nach­holbe­darf! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, bis Microsoft einen Patch für dieses drin­gende Prob­lem veröf­fentlicht hat, der sollte davon abse­hen, den Com­put­er vom Stromkreis zu tren­nen.

VIERTENS: Die Taste Entf/Del.

Unter fortschrit­tlichen Betrieb­ssys­te­men wie Microsoft Win­dows ist es Usus, alle anfal­l­en­den Auf­gaben mit der Maus und Menüs bzw. Sym­bol­leis­ten zu erledi­gen. Die Tas­tatur, auf die manche ver­meintliche “PC-Profis” schwören, ist abseits von Alpha­bet, Son­derze­ichen und Umschalt­taste ein Teufel­swerk, und man sollte sich hüten, andere Tas­ten zu benutzen. Meist oben rechts befind­et sich etwa die Löschtaste (meist mit “Entf”, “Del” oder “Delete” beschriftet), die, was die PC-Her­steller sel­ten expliz­it erwäh­nen, nicht nur Text, son­dern auch Dateien ins Nir­wana schieben kann. Schnell ist dann mal die unwieder­bringliche Ket­ten­mail, an der man tage­lang gear­beit­et hat, auf Nim­mer­wieder­se­hen ver­schwun­den. Brandge­fährlich! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der lösche auch Text kün­ftig nur noch mit der Maus.

FÜNFTENS: Die Tas­tenkom­bi­na­tion Alt-F4.

Außer der bere­its erwäh­n­ten “Entf”- besitzen aktuelle Com­put­er­tas­taturen auch zahlre­iche weit­ere Tas­ten unklar­er Bedeu­tung. Die Taste F4 jedoch hat in Microsoft Win­dows vornehm­lich eine Bedeu­tung in Kom­bi­na­tion mit der Alt-Taste: Diese Verbindung schließt das jew­eils aktive Fen­ster fast sämtlich­er Anwen­dun­gen, in etlichen Pro­gram­men auch ohne Bestä­ti­gung, so dass unter Umstän­den wertvolle Arbeit­szeit ver­loren geht. Ein Und­ing in der heuti­gen Zeit! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte die Killer­taste F4 mit einem Schrauben­zieher ent­fer­nen und weg­w­er­fen.

SECHSTENS: Die Tas­tenkom­bi­na­tion Strg-Alt-Entf.

Landläu­fig ken­nt man diese Tas­tenkom­bi­na­tion auch als “Affen­griff”, als “Notlö­sung” für PC-Prob­leme gar. Microsoft Win­dows ist jedoch oft so kon­fig­uri­ert, dass nach einem Druck auf Strg-Alt-Entf der Win­dows-Taskman­ag­er erscheint, in dem ein falsch­er Klick genügt, um ganze Pro­gramm­bäume ohne Rück­frage zu been­den, nach zweima­ligem Druck gar ein sofor­tiger Neustart des Com­put­ers erfol­gt. Ein unver­ständlich­er Patzer! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, dem sei (auch wegen 4.) nahe gelegt, die Taste Entf eben­so wie bere­its die Taste F4 gän­zlich zu ent­fer­nen.

SIEBTENS: Die Fest­stell­taste.

Bere­its auf der Schreib­mas­chine fris­tete diese Taste, mit der man das Schreiben von Großbuch­staben dauer­haft aktivieren und deak­tivieren kann, ein Schat­ten­da­sein, unter Microsoft Win­dows ist sie zu einem gefährlichen Accoun­tkiller gewor­den. Trifft man sie verse­hentlich, bemerkt man dies nicht immer sofort, und die dreima­lige Eingabe eines fälschlicher­weise in Großbuch­staben geschriebe­nen Pass­wortes kann zur dauer­haften Sper­rung führen, was erhe­bliche Ein­bußen der Leben­squal­ität mit sich brin­gen kann. Halb­herzige Lösun­gen wie etwa das Deak­tivieren dieser Taste mit­tels Zusatzan­wen­dun­gen sind mit Vor­sicht zu genießen, da sie im entschei­den­den Moment ver­sagen kön­nen. Mitunter ste­ht vieles auf dem Spiel! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, dem sei dazu ger­at­en, auch diese Taste rück­stand­s­los zu entsor­gen.

ACHTENS: Der Reg­istrierungs-Edi­tor (reged­it).

Seit Microsoft mit Win­dows 95 anstelle der bis dahin üblichen .ini-Dateien die sys­temweite Reg­istrierungs­daten­bank (“Reg­istry”) einge­führt hat, sind Änderun­gen in ihr oft ein Grund für unbrauch­bare Win­dows-Instal­la­tio­nen gewor­den, da sie gegen verse­hentlich­es Löschen von Ein­trä­gen kein­er­lei über eine sim­ple Dialo­gabfrage hin­aus gehende Schutzvor­rich­tun­gen besitzt. Hochbrisant! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, sollte den Zugriff auf den gefährlichen Reg­istrierungs-Edi­tor sper­ren. Da hierzu selb­st ein Ein­griff in die Daten­bank notwendig wäre, ist stattdessen dazu zu rat­en, einen Tro­jan­er herun­terzu­laden, der diese Auf­gabe übern­immt.

NEUNTENS: Das Sys­temkon­fig­u­ra­tionspro­gramm (mscon­fig).

Hin­ter dem mit Win­dows 98 bzw. XP einge­führten Befehl mscon­fig ver­birgt sich ein Pro­gramm, dessen ein­steiger­fre­undliche, aufgeräumte Ober­fläche trügerisch davon ablenkt, dass ein falsch­er Klick das Sys­tem unbrauch­bar machen kann. Unter dem aktuellen Win­dows 7 etwa kann man dort mit einem ein­fachen Klick wichtige Sys­tem­di­en­ste deak­tivieren und gar den für den Sys­tem­start benötigten Ein­trag im Boot­man­ag­er gän­zlich löschen. In den falschen Hän­den eine tödliche Waffe! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte diesen Befehl schnell wieder vergessen und auf keinen Fall jemals aus­führen.

ZEHNTENS: Der Edi­tor (notepad).

Mit notepad schließlich, das in seinen Grundzü­gen bere­its so alt ist wie Win­dows selb­st, hat Microsoft Win­dows das mit Abstand gefährlich­ste Killer­w­erkzeug stan­dard­mäßig beige­fügt. Auch, wenn der Name anderes ver­muten lässt, so kann man mit notepad nicht nur Noti­zen bear­beit­en, son­dern etwa auch die Sys­tem­start­datei boot.ini und jede Binär­datei, also etwa auch winword.exe. Tut man dies verse­hentlich, ist die betr­e­f­fende Anwen­dung meist nicht mehr lauf­fähig; han­delt es sich um eine Sys­tem­datei, so muss das ganze Sys­tem unter Umstän­den neu aufge­set­zt wer­den. Eine fatale Fehlentschei­dung von Microsoft! Wer auf Num­mer Sich­er gehen will, der sollte das Pro­gramm notepad.exe von seinem Com­put­er löschen und auf das Bear­beit­en von ver­meintlichen Text­dateien kün­ftig verzicht­en; allzu oft genügt ein falsch­er Klick.

Facepalm

Eventuelle Hon­o­rarange­bote nehme ich gern ent­ge­gen.

(Und als näch­stes Titelthe­ma bitte “Die zehn gefährlich­sten Tode­sarten”, abgemacht, Web.de?)

SonstigesFilmkritik
Medienkritik XXXII: C.i.S. (RTL)

Ent­ge­gen meinen üblichen Kon­sumge­wohn­heit­en ver­fol­gte ich unlängst aufmerk­sam die RTL-Pro­duk­tion “C.i.S. — Chaoten im Son­dere­in­satz”, seines Zeichens, wie in der Wikipedia zu lesen und bere­its an der Wahl des Filmti­tels zu erken­nen ist, eine Kri­mi-Par­o­die, die weit­ge­hend auf Spott stieß. Ich meine: Zu Unrecht!

Die Hand­lung selb­st ist schnell erzählt und erin­nert ent­fer­nt an die bei­den “Wixxer”-Filme:

Ein ehe­ma­liger Rechtsmedi­zin­er (dargestellt von Sascha “Sasha” Schmitz), der inzwis­chen als Fleis­ch­er arbeit­et, wird an seinen alten Arbeit­splatz zurück­gerufen, um bei der Aufk­lärung ein­er Rei­he an Mor­den zu helfen. Dabei muss er unter anderem mit sein­er Exfrau (Mar­ti­na Hill) zusam­me­nar­beit­en, und am Ende siegt, wie in schauder­haften Frauen­film­chen, die Macht des Herzens.

So seicht diese Geschichte auch klin­gen mag, so ungewöhn­lich ist sie doch umge­set­zt wor­den: Zahlre­iche Cameo-Auftritte bekan­nter Schaus­piel­er aus Sat.1- und RTL-Pro­duk­tio­nen, die sich selb­st per­si­flieren, und Wort­spiele, die so nahe liegen, dass man nicht mit ihnen rech­net, erfreuen das mitunter doch sehr seichte Gemüt des Komik­fre­un­des. Sich­er ist “C.i.S.” nicht unbe­d­ingt der anspruchsvoll­ste Film, der in den let­zten Monat­en im deutschen Fernse­hen aus­ges­trahlt wurde, doch er ist auf jeden Fall sehenswert; “her­rlich albern” würde eine Fernse­hzeitschrift wohl schreiben, dabei jedoch weit niveau­voller als die bei­den “Hot-Shots!”-Filme mit Char­lie Sheen. Auf unnötig viele pubertäre Witzchen verzichtet der Film, Gen­italkomik wird (RTL-untyp­isch) nur dezent einge­set­zt.

Den ganzen Film gibt es derzeit auf YouTube.com zu sehen, aus rechtlichen Grün­den verzichte ich auf ein direk­tes Ver­linken.

In den Nachrichten
Kurz verlinkt XX: Hauptsache, die Kasse stimmt.

Neues aus der Welt der geldaffinen Juris­terei:

17. April 2000, Chip.de:
“In der ver­gan­genen Woche hat­ten die amerikanis­che Plat­tenin­dus­trie RIAA und die Rock­band Metal­li­ca gegen Nap­ster Klage ein­gere­icht. Sie befürcht­en mas­sive Umsatzein­bußen, wenn Nutzer weit­er unge­hin­dert Musik zum Dow[n]load anbi­eten.”

Juli/August 2002, Stadtre­vue Köln:
“Es wur­den keine CDs mehr verkauft, weil deren Inhalt für Jed­er­mann mit einem Inter­ne­tan­schluss frei ver­füg­bar war: So schlicht diese Erk­lärung war, so gerne wurde sie geglaubt.”

Eben­falls 2002, SALON ROUGE:
“Kaum ein Vertreter der Musikin­dus­trie lässt es sich nehmen, ange­bliche 15-prozentige Umsatzein­bußen zu bejam­mern und zu erk­lären, was die Ursache sei: das massen­hafte Kopieren von CDs und die Möglichkeit, sich Musik gratis aus dem Inter­net herun­terzu­laden.”

Und jet­zt, Tusch!, die Pointe, aktuell mehrfach doku­men­tiert:
Die RIAA hat in den let­zten Jahren jew­eils eine sieben- bis acht­stel­lige Summe an Anwalt­skosten aus­gegeben, um nicht ein­mal ein Zwanzig­s­tel davon aus Kla­gen zurück­zugewin­nen.

The RIAA paid Holmes Roberts & Owen $9,364,901 in 2008, Jen­ner & Block more than $7,000,000, and Cra­vath Swain & Moore $1.25 mil­lion, to pur­sue its “copy­right infringe­ment” claims, in order to recov­er a mere $391,000.

(Quelle (via (via)))

Juli/August 2002, nochmals Stadtre­vue Köln:
“Wenn Men­schen in ein­er Krise steck­en, gehen sie gewöhn­lich zum Psy­chi­ater. Warum eigentlich nicht die Musikin­dus­trie?

Nerdkrams
Exif- und IPTC-Tags stapelweise löschen

Ihr ken­nt das vielle­icht: Ihr geht mit eur­er Dig­italk­a­m­era durch eure Umwelt, macht Fotos und pub­liziert sie wom­öglich gar, und Monate später fällt euch auf, dass eure Kam­era Meta-Tags in den Bildern hin­ter­lassen hat, was die Dateien unnötig auf­bläst und oben­drein beredt Auskun­ft über euer equip­ment erteilt. Meist habt ihr die Bild­dateien nicht ein­mal mehr auf der Fest­plat­te, müsstet sie also erst wieder herun­ter­laden, um die Tags ent­fer­nen zu kön­nen.

Nun kön­nte man diesem Prob­lem natür­lich mit speziellen Anwen­dun­gen wie etwa dem in der kosten­losen Ver­sion nicht stapelfähi­gen Exif Tag Remover oder den üblichen Hil­f­spro­gram­men (einem FTP-Client zum Runter- und Hochladen eur­er Dateien und einem skript­fähi­gen Grafikpro­gramm wie etwa dem gle­ich­falls nicht allzu preiswerten Adobe Pho­to­shop) zu Leibe rück­en, aber ich nehme an, ihr als meine Leser erwartet flex­i­blere und vor allem kosten­lose Alter­na­tiv­en, die sich wun­der­bar in der Kon­sole und somit etwa auch in Batch-Skripten nutzen lassen. Die fol­gen­den Schritte sind unter Win­dows, Mac OS X und Lin­ux gle­icher­maßen durchzuführen, die ver­wen­dete Soft­ware läuft über­all dort. Ich erk­läre es mal im fol­gen­den Beispiel nur für Microsoft Win­dows, da die meis­ten mein­er Besuch­er dieses Betrieb­ssys­tem ver­wen­den; die Vorge­hensweise unter den anderen Betrieb­ssys­te­men ist aber weit­ge­hend iden­tisch.

Zunächst soll­tet ihr den NcFTP-Client instal­lieren, ein Kon­solen-FTP-Pro­gramm, das weit mehr Möglichkeit­en bietet als der jew­eils betrieb­ssys­te­meigene ftp-Befehl. Darauf komme ich noch zu sprechen. Außer­dem braucht ihr das ExifTool; ich empfehle die vorkom­pilierte Ver­sion, sofern ihr nicht Lin­ux nutzt oder euch mit Perl ausken­nt (in diesem Fall soll­tet ihr statt diesem Beitrag zunächst die Doku­men­ta­tion kon­sul­tieren), unter Win­dows also das im .zip-Archiv enthal­tene Pro­gramm exiftool(-k).exe, das ihr beliebig umbe­nen­nen kön­nt. Spe­ichert es am besten im NcFTP-Verze­ich­nis, das spart später ein wenig Tip­par­beit.

Ist alles so weit ein­gerichtet, kann die Arbeit begin­nen. Öffnet ein Kon­solen­fen­ster mit der Tas­tenkom­bi­na­tion Windowstaste+R und der Eingabe cmd. Ein schwarzes Fen­ster mit einem Eingabecur­sor sollte geöffnet wer­den. Wech­selt dort nun in euer NcFTP-Verze­ich­nis und legt ein Unter­verze­ich­nis an, in dem ihr die Bild­dateien zur Ver­ar­beitung zwis­chen­spe­ich­ern kön­nt, zum Beispiel so:

cd “C:\Program Files\NcFTP”
md ablage

Jet­zt kön­nt ihr mit­tels NcFTP zunächst die zu ändern­den Bild­dateien auf euren Rech­n­er (in das neu erstellte Verze­ich­nis “ablage”) kopieren, am besten also gle­ich euer gesamtes Bilder­ar­chiv. NcFTP beste­ht im Wesentlichen aus den bei­den Pro­gram­men NcFTPGet (herun­ter­laden) und NcFTP­Put (hochladen). Zunächst wird ersteres benötigt. Die Syn­tax für das Kopieren von Verze­ich­nis­sen vom FTP-Serv­er auf eure Fest­plat­te lautet:

ncftpget ‑R ‑u Benutzer­name ‑p Pass­wort FTP-Serv­er Zielord­ner Quel­lord­ner

Angenom­men, eure Bilder liegen auf dem FTP-Serv­er meinServer.de unter /archiv/bilder/ und dessen Unterord­nern, sähe der zu ver­wen­dende Befehl also wie fol­gt aus:

ncftpget ‑R ‑u Benutzer­name ‑p Pass­wort meinServer.de ./ablage /archiv/bilder

Eine voll­ständi­ge Para­me­terliste erhal­tet ihr übri­gens mit dem Para­me­ter -help hin­ter dem Pro­gramm­na­men. Die Eingabe obi­gen Befehls jeden­falls sollte das Verze­ich­nis bilder mit­samt allen Unterord­nern und Dateien in …\NcFTP\ablage kopieren.

Lagen eure Bild­dateien ohne­hin noch auf eur­er Fest­plat­te, so begin­nt der Beitrag hier für euch. ;-)

In diesem Bilderverze­ich­nis nun kön­nt ihr mith­il­fe des ExifTools automa­tisiert alle Exif- und son­sti­gen Tags ent­fer­nen. Die Syn­tax lautet:

exiftool(-k) Para­me­ter Dateien

Um also rekur­siv (-R) alle Infor­ma­tion­stags (-0:all) im Verze­ich­nis ablage zu löschen (=), muss der Befehl wie fol­gt laut­en:

exiftool(-k) ‑R ‑0:all= ablage

Das ExifTool unter­stützt hier­bei übri­gens neben .jpg‑, .png- und .gif-Dateien auch ver­schiedene Office-Doku­mente und Audio-/Vide­o­for­mate, aus denen es mit dem Befehl auch die Copy­right­in­for­ma­tio­nen ent­fer­nt, wenn ihr die Angabe 0: weglasst oder durch 1: erset­zt. Nach erfol­gter Ver­ar­beitung sollte das ExifTool eine Sta­tus­meldung aus­geben, die etwa so aussieht:

12 direc­to­ries scanned
 3 image files updat­ed
 2 image files unchanged
 1 files weren’t updat­ed due to errors

Eventuelle “Fehler” kön­nt ihr hier ignori­eren. Von allen geän­derten Dateien legt das ExifTool vor der Änderung eine Kopie an, so dass ihr gegebe­nen­falls keinen Daten­ver­lust zu befürcht­en habt. Sind alle Dateien unversehrt, kön­nt ihr diese Sicher­heit­skopi­en gefahr­los löschen.

Ist alles zu eur­er Zufrieden­heit ver­laufen, so kön­nt ihr die bere­inigten Dateien wieder hochladen:

cd ablage
..\ncftp­put ‑R ‑u Benutzer­name ‑p Pass­wort meinServer.de /archiv/bilder/ .

Fer­tig!
Wenn ihr wollt, kön­nt ihr jet­zt alles wieder löschen. Aber vielle­icht wollt ihr auch noch ein wenig damit spie­len?

In diesem Fall: Viel Spaß!

Spaß mit Spam
An die elektronische Adresse des schönen Fremden

Ah, mein Don­ner­vo­gel meldete sich, ich bekam Post!
Sehen wir mal nach. So ein Betr­e­ff sagt ja schon viel aus. Er lautet:

hal­lo

Welch her­zliche Begrüßung noch vor Beginn des Mail­textes! Beflügelt von so viel Her­zlichkeit klicke ich freudig auf die Über­schrift. Zuerst fällt mir die Sig­natur auf, beginne also unten zu lesen:

——————————–
ruuc­smm iimul­lyg cyltc ptxb­ja

Ist das die Adresse oder ein schlaues Zitat? Ich weiß es nicht. Vielle­icht ste­ht es im Text?

Hal­lo werde ich der schone Fremde, uber unsere Bekan­ntschaft mich froh sein rufen Oksana.

Lieb­ste Oksana, ich der schone Fremde, werde froh sein uber unsere Bekan­ntschaft.

Ich suche die einzige und eige­nar­tige Halfte.

Reicht ja auch für den Anfang. Wo ist meine Schweine­hälfte, wo ist meine Schweine­hälfte?, intonierten auch bere­its Ton Steine Scher­ben vor Jahrzehn­ten. Scheint eine drin­gende Frage zu sein. Ob die “Scher­ben” wohl inzwis­chen fündig gewor­den sind?

Ich suche nicht ein­fach den Mann ich ich suche den Fre­und, des gegen­warti­gen Fre­un­des auf lebenslang.

“Den Fre­und des Fre­un­des”, das erin­nert mich ein wenig an die ver­schämten Leser­briefe an mancher­lei Jugend­magazin. “Der Fre­und eines Fre­un­des von mir hat da ein Prob­lem…”

Ich das warme, zartliche, zarte Mad­chen. Mir 27 Jahre.

27 Jahre Gefäng­nis würde ich sog­ar glauben, Spam­mer.

Es ist ein wenig uber mich: ich habe gern, die Gemut­lichkeit zu schaf­fen, mir gefalle wenn zu Hause gut und ruhig, ich nach Ma?gabe (sic!) das ern­ste, ver­ant­wortliche, richtige Mad­chen.

Ernst ist gut, das gleicht’s vielle­icht aus, dass ich zu lachen beginne, wann immer du, Oksana, zu sprechen anheb­st.

… Betr­e­ffs der Ein­fach­heit kann ich sagen, dass ich geoffnet wie das Buch. Mich muss man nur lesen.

Tat­säch­lich, Oksana, ich lese in dir wie in einem Buch, und doch bleib­st du voller Geheimnisse fur mich. Beflugelt sind die Gedanken!

Wenn es Ihnen inter­es­sant ist, uber mich jenes dann zu erken­nen schreiben Sie!

Nun, das tue ich ger­ade. Soll ich die Adresse zurück­mailen?

Ich warte mit der riesi­gen Ungeduld auf die Antwort.
Auf diese elek­tro­n­is­che Adresse xxxxx at yahoo.de

Ist das ein Ja? Und wieso soll die Antwort an eine selt­same Adresse bei yahoo.de, nicht jedoch an die Absender­adresse bei aim.com gesendet wer­den?

Wartet sehn­suchtig auf Antwort,
dein unle­ser­lich.

In den NachrichtenPolitik
Links, Rechts und der Hagel im Saturn (zweimal Herrje)

Diese par­la­men­tarische Demokratie ist schon was Feines, hält sie uns doch einige Herrschafts­for­men vom Hals, auf die die Welt gut und weit­ge­hend gern verzicht­en kann. Ger­ade deshalb ist es gut, dass unsere Poli­tik­er jeden Aspekt der Demokratie not­falls mit Klauen und Zäh­nen vertei­di­gen, allen voran die sich von ihrer fanatisch anti­demokratis­chen Ver­gan­gen­heit mehrfach dis­tanziert habende Linke:

Eine Mehrheit aus CDU, FDP und Teilen der Grü­nen stimmte für einen Antrag der NPD, wonach die Debat­te im Kreistag zur Kreisvolk­shochschule been­det wer­den sollte – ein Tabubruch für ganz Bran­den­burg. Noch am Abend ver­lor das Kom­mu­nal­par­la­ment sein promi­nen­testes Mit­glied: Ger­rit Große (Linke), die Vize-Präsi­dentin des Bran­den­burg­er Land­tags.

(Quelle via)

Wo kämen wir denn hin, wenn jede poli­tis­che Strö­mung im Rah­men der Demokratie zu Wort kom­men dürfte? Es darf nicht sein, dass sich Parteien in diesem Land zum Erfül­lungs­ge­hil­fen der NPD machen; und wenn die NPD gutes Wet­ter fordert, wird ein Gesetz gegen Son­nen­schein erlassen, um den Recht­en mal zu zeigen, wo der Ham­mer hängt. Her­rje.

Was genau soll mir eigentlich Sat­urns nicht mehr allzu neuer Unter­ti­tel “stern­hagel­gün­stig” sagen? Ich assozi­iere “stern­hagelvoll”, ergo sturzbe­sof­fen; und der nicht ganz triv­iale Schaden eines solchen Stern­hagels im Wortsinne ist auch kein­er, der mich zu einem Kauf bei ihm ein­lüde. Nochmals: Her­rje.