Nerdkrams
vis, Vim, vi

Mein Vim mit deaktivierten überflüssigen Leisten beim Schreiben dieses Textes.Da ich in den letz­ten Tagen schon Kom­mi­li­to­nen, Online­fo­ren und das IRC damit belä­stigt habe, ist es nur kon­se­quent, dass ich mich auch hier wie­der ein­mal mit einem The­ma befas­se, das eher mei­ne com­pu­teraf­fi­nen Leser inter­es­sie­ren dürf­te und das alle ande­ren Besu­cher wahr­schein­lich Augen rol­lend über­le­sen werden:

Vim ist der beste Viel­zweckedi­tor die­ses Planeten.

Ursprüng­lich als ein quell­of­fe­ner Nach­bau des inzwi­schen über 30 Jah­re alten UNIX-Pro­gramms vi (kurz für visual) pro­gram­miert, hat sich Vim inzwi­schen dank des ein­ge­bau­ten Skript­in­ter­pre­ters zu einem der fle­xi­bel­sten und mäch­tig­sten platt­form­un­ab­hän­gi­gen Text­edi­to­ren gemau­sert, des­sen Tasten­kür­zel längst auch in ande­ren Pro­gram­men genutzt wer­den und, ein­mal aus­wen­dig gelernt, die eige­ne Pro­duk­ti­vi­tät um ein Viel­fa­ches erhö­hen kön­nen. Ein­mal Vim, nie wie­der etwas ande­res. Häu­fig benutz­te Tasten­fol­gen kön­nen sogar als Makro gespei­chert wer­den, so dass auch kom­ple­xe Text­än­de­run­gen durch das Drücken weni­ger Tasten immer wie­der wie­der­holt wer­den können.

Die­ser Bei­trag soll dem Zweck die­nen, inter­es­sier­ten Lesern einen kur­zen Über­blick über Vim unter Win­dows (erbit­te Ver­zei­hung für die­se Ein­schrän­kung) zu ver­mit­teln und zu zei­gen, dass Bedien­kon­zep­te aus einer Zeit, in der Tasta­tu­ren noch ganz anders aus­sa­hen und Betriebs­sy­ste­me nicht sel­ten UNIX hie­ßen, nicht auto­ma­tisch Schnee von gestern sein müs­sen, son­dern auch heu­te noch vie­le Vor­tei­le bieten.

Instal­la­ti­on

Zunächst ist es nötig, sich Vim her­un­ter­zu­la­den. Die aktu­el­le Vim-Ver­si­on 7.2 wird in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den von sei­nen Benut­zern ver­bes­sert und Feh­ler wer­den beho­ben, so dass im Abstand von eini­gen Tagen immer wie­der neue „Patches“ ver­öf­fent­licht wer­den. Der­zeit (19. Dezem­ber 2009) ist die Ver­si­on 7.2 Patch 320 aktu­ell. Die Win­dows-Ver­si­on auf der offi­zi­el­len Web­site ist lei­der meist ver­al­tet. Häu­fi­ger aktua­li­siert wird die inof­fi­zi­el­le Cream-Ver­si­on, die ich auch via eMu­le verteile.

Das Instal­la­ti­ons­pro­gramm von Vim ist durch­aus ein­stei­ger­freund­lich. Zu beach­ten ist wäh­rend der Instal­la­ti­on, dass der „Nati­ve lan­guage sup­port“ akti­viert wer­den soll­te, falls Vim spä­ter auch Deutsch spre­chen soll. Auch die Opti­on „Install vimrc“ ist zu emp­feh­len, die eine grund­le­gen­de Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei erstellt; aber dazu wei­ter unten mehr.

Nach erfolg­rei­cher Instal­la­ti­on und vor dem ersten Vim-Start soll­ten zusätz­lich die Sprach­da­tei­en her­un­ter­ge­la­den und in das Vim-Ver­zeich­nis ent­packt wer­den. Unter einem deutsch­spra­chi­gen Win­dows wird Vim anschlie­ßend auto­ma­tisch die deut­schen Sprach­da­tei­en aus­wäh­len. Das erleich­tert gera­de Neu­lin­gen den Einstieg.

Hat man dem Vim-Instal­la­ti­ons­pro­gramm erlaubt, Sym­bo­le ins Start­me­nü zu set­zen, so sind dort nun­mehr eini­ge Start­mög­lich­kei­ten zu fin­den. Ich emp­feh­le den Start von GVim („gVim“), das ist die gra­fi­sche Oberfläche.

Bedie­nung

Nach dem ersten Start sieht GVim unge­fähr so aus:

GVim auf Deutsch: Noch nicht hübsch, aber es funktioniert schon.

Das ist sicher noch nicht son­der­lich ein­la­dend, aber man kann es ja ändern. Das wer­de ich wei­ter unten im Kapi­tel „Kon­fi­gu­ra­ti­on“ beschreiben.

Wie ich oben bereits andeu­te­te: Das Beson­de­re, Her­aus­ra­gen­de an Vim ist sei­ne Bedie­nung. Zwar lässt es sich mit­tels der gra­fi­schen Ober­flä­che auch mit Menü- und Sym­bol­lei­ste bedie­nen, opti­mal jedoch arbei­tet man aus­schließ­lich mit der Tastatur.
Zu Beginn befin­det sich Vim im Befehls­mo­dus; das ist dar­an zu erken­nen, dass man noch nicht ein­fach wüst drauf­lo­s­tip­pen kann. Vim kennt drei Modi, den „Befehls­mo­dus“, in dem man Bewe­gun­gen und Befeh­le aus­führt, den „Ein­fü­ge­mo­dus“, in dem man Text schreibt, und den „visu­el­len Modus“, der zum Mar­kie­ren und Kopie­ren von Text dient. Das klingt umständ­li­cher, als man es von ande­ren Edi­to­ren gewohnt ist, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Die voll­stän­di­ge Bedie­nung ist als inter­ak­ti­ve Anlei­tung in dem sehr emp­feh­lens­wer­ten Tuto­ri­um erklärt, das in der Datei /vim72/tutor/tutor.de unter­halb des Vim-Instal­la­ti­ons­ver­zeich­nis­ses zu fin­den ist (zu öff­nen über die Sym­bol­lei­ste oder via :e [Pfad]/tutor/tutor.de im Befehls­mo­dus – „e“ steht hier für „edit“, also bear­bei­ten, der Dop­pel­punkt ist wich­tig). Bei der Ein­ga­be von Pfa­den ist es bis­wei­len auch nütz­lich, zu wis­sen, dass Vim über die Tabu­la­tor­ta­ste auf der Tasta­tur sowohl pfad- als auch Befehls­ver­voll­stän­di­gung unterstützt.

Da es den Rah­men die­ser Inter­net­prä­senz spren­gen wür­de, ein voll­stän­di­ges Vim-Nach­schla­ge­werk zu ver­fas­sen, fol­gen hier nur die wich­tig­sten Befehle.

Durch den Text bewe­gen kann man sich zwar durch­aus auch mit den Pfeil­ta­sten, emp­foh­len wird jedoch die Steue­rung mit­tels h, j, k und l. Möch­te man nun Text ein­ge­ben, so ist es nötig, zunächst in den Ein­fü­ge­mo­dus zu wech­seln (hier­zu im Befehls­mo­dus i für das eng­li­sche „insert“, „ein­fü­gen“, oder auch ein a für „append“, „anhän­gen“, ein­ge­ben). Hier­bei wird zwi­schen Groß- und Klein­buch­sta­ben unter­schie­den: a hängt an das aktu­el­le Zei­chen an, A an das Ende der Zei­le. Aus dem Ein­ga­be­mo­dus wie­der her­aus kommt man mit­tels der Esc-Taste. Weiß man nicht, in wel­chem Modus man sich gera­de befin­det, so ist die Esc-Taste das Mit­tel der Wahl.
Der visu­el­le Modus ist – logi­scher­wei­se – über die Taste v zu errei­chen. In die­sem Modus ist mit­tels der Bewe­gungs­ta­sten oder ‑befeh­le Text aus­zu­wäh­len, was man in ande­ren Edi­to­ren ver­mut­lich bevor­zugt mit der Maus durch­führt. (Natür­lich kann man auch in Vim die Maus ver­wen­den, sofern dies ein­ge­stellt ist, was die mit­ge­lie­fer­te vimrc-Datei meist tut, aber es geht ja gera­de dar­um, dass Vim die Maus über­flüs­sig machen soll; also wei­ter.) Mar­kier­ter Text kann mit x aus­ge­schnit­ten, mit y („yank“) kopiert und jeweils mit p („paste“, „ein­fü­gen“) unter­halb der aktu­el­len Cur­sor­po­si­ti­on wie­der ein­ge­fügt werden.

Bis jetzt ist all dies nichts, was ande­re Text­edi­to­ren nicht auch könn­ten – Vim kann aber noch ein wenig mehr:
Außer ein­zel­nen Buch­sta­ben und Zei­len kennt Vim auch Text­ob­jek­te, also zum Bei­spiel gan­ze Wör­ter, Absät­ze oder auch den Inhalt von Klam­mern und Anfüh­rungs­zei­chen. Die ent­spre­chen­den Befeh­le bestehen meist aus drei Zei­chen und sind, eben­so wie auch oben erwähn­te Bewe­gun­gen, eigent­lich selbsterklärend.

Möch­te man zum Bei­spiel drei Wör­ter löschen, so heißt dies im Eng­li­schen „dele­te 3 words“. Man bewegt also den Cur­sor im Befehls­mo­dus über das erste zu löschen­de Wort und tippt d3w ein – fer­tig. Hier­bei ist d der Befehl und 3w eine Bewe­gung – die Ein­ga­be von 3w lässt den Cur­sor also drei Wör­ter wei­ter sprin­gen. ci) („chan­ge inner ) block“) ermög­licht es, den Text zwi­schen der aktu­ell geöff­ne­ten und der schlie­ßen­den Klam­mer zu ändern.

Vim: Drei offene Dateien im aktuellen Tab, drei weitere Tabs geöffnet. Macht das mal mit eurem Editor!Auch Spei­chern und Been­den sind leicht zu ver­ste­hen: :w („wri­te“, schrei­ben) spei­chert die aktu­el­le Datei, :q („quit“, been­den) schließt es oder been­det Vim, falls kei­ne wei­te­re Datei geöff­net ist. Da in Vim ent­we­der via Tabs (:h tabpage.txt) oder via Auf­tei­lung in meh­re­re Fen­ster­be­rei­che (:h windows.txt) meh­re­re Datei­en gleich­zei­tig geöff­net sein kön­nen, kann man dies ent­we­der nur auf die aktu­el­le oder auf alle geöff­ne­ten Datei­en anwen­den und kom­bi­nie­ren; :wqa also spei­chert alle geän­der­ten Datei­en und been­det Vim.

Kon­fi­gu­ra­ti­on

Nun ist der Abschnitt über die Bedie­nung von Vim doch ein wenig län­ger gewor­den als erhofft. Soll­te tat­säch­lich noch jemand die Muße gefun­den haben, bis hier­hin zu lesen, freut mich das natürlich.

Wäh­rend der Instal­la­ti­on von Vim wur­de, sofern aus­ge­wählt, die Datei _vimrc im Instal­la­ti­ons- oder Benut­zer­ver­zeich­nis ange­legt. Die­se Datei ist ein Kon­fi­gu­ra­ti­ons­skript, das von Vim und GVim gele­sen wird und das Set­zen von Pro­gramm­va­ria­blen erlaubt. Aus wel­chem Ord­ner die­se Datei genau auf­ge­ru­fen wird, ver­rät der Befehl :script­na­mes. Optio­nen, die nur für GVim gel­ten sol­len, soll­ten sepa­rat in der Datei _gvimrc oder .gvimrc – unter Win­dows ist bei­des mög­lich – gesetzt werden.

Die Bei­spiel­da­tei nimmt bereits eini­ge wich­ti­ge Ein­stel­lun­gen vor, zum Bei­spiel, dass Quell­code auto­ma­tisch erkannt und for­ma­tiert wird und auch die Maus genutzt wer­den darf. Die Zei­le, in der die Datei mswin.vim ein­ge­bun­den wird, darf und soll­te übri­gens gelöscht wer­den; sie ent­hält eini­ge Ein­stel­lun­gen und selt­sa­me Tasten­kür­zel, die die Nut­zung von Vim unter Win­dows erleich­tern sol­len, aber bie­tet kei­nen tat­säch­li­chen Mehrwert.

Was legt man nun in so einer Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei fest? Nun, Aus­kunft dar­über erteilt das Hil­fe­sy­stem (:h opti­ons­um­ma­ry oder :h opti­on-list): Vie­le Para­me­ter, die Aus­se­hen und Ver­hal­ten von Vim und GVim bestim­men, kön­nen hier mit­tels einer ein­fa­chen set-Anwei­sung geän­dert werden.

Um zum Bei­spiel die Zei­len­num­me­rie­rung zu akti­vie­ren, kann die Anwei­sung set nu oder set num­ber ver­wen­det wer­den; das Gegen­teil lau­tet ent­spre­chend set nonu. Um zu sehen, wie sich die Ände­run­gen aus­wir­ken, kann man die set-Befeh­le mit vor­an­ge­stell­tem Dop­pel­punkt auch aus Vim her­aus im Befehls­mo­dus testen: :set nu, :set nonu. Selbst die Sta­tus­lei­ste von Vim lässt sich frei anpas­sen und mit belie­bi­gen Inhal­ten fül­len. Die Varia­ble gui­op­ti­ons, kurz go, steu­ert die Anzei­ge von GVim; mit ihr las­sen sich zum Bei­spiel Menü- und Sym­bol­lei­ste entfernen.

Es ist mög­lich, über set-Anwei­sun­gen auch eige­ne Farb­sche­men für GVim zu erstel­len. Eini­ge fer­ti­ge Farb­sche­men gibt es auf vim.org, eine Über­sicht mit Vor­schau­bil­dern wird als Vim Color Sche­me Test sepa­rat gepflegt. Ist ein sol­ches Farb­sche­ma instal­liert (die .vim-Datei hier­zu in das Unter­ver­zeich­nis /colors kopie­ren), kann es mit­tels des Befehls color­sche­me [Name] in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei akti­viert werden.

Im Lau­fe der Wochen kommt so oft eine ansehn­li­che Zahl an Para­me­tern zusam­men. Als ein Bei­spiel fin­det ihr mei­ne aktu­el­le Kon­fi­gu­ra­ti­on mit Kom­men­ta­ren, einem Bild­schirm­fo­to und einer Liste ver­wen­de­ter Plugins auf github.com.

Eini­ge Optio­nen wie zum Bei­spiel das auto­ma­ti­sche Maxi­mie­ren des GVim-Fen­sters sind nur für Win­dows geeig­net, die mei­sten funk­tio­nie­ren aber überall.

Nütz­li­che und skur­ri­le Erweiterungen

Dass Vim mit Skript­da­tei­en umfas­send erwei­ter­bar ist, schrieb ich oben bereits. Die Instal­la­ti­on sol­cher Datei­en ist ein­fach; meist genügt es, sie in das Ver­zeich­nis /plugins zu ent­packen. Manch­mal sind auch zusätz­li­che Optio­nen oder das Aktua­li­sie­ren des Hil­fe­sy­stems nötig, dies wird dann ent­spre­chend ver­merkt, meist mit einer aus­führ­li­chen Anlei­tung. Lie­fert das Skript eine eige­ne Hil­fe­da­tei mit, so muss die­se zum Bei­spiel mit dem Befehl :hel­p­tags [Pfad]/doc in das bestehen­de Hil­fe­sy­stem ein­ge­bun­den wer­den, damit Vim die dar­in ent­hal­te­nen Stich­wor­te (tags) ver­wen­den kann.

Eini­ge beson­ders nütz­li­che oder auch skur­ri­le Fund­stücke folgen:

  1. The NERD Tree (Bild)
    The NERD Tree ist ein Ver­zeich­nis­baum, der via Tasten­kür­zel (in mei­ner Kon­fi­gu­ra­ti­on Strg+A) oder Befehl ange­zeigt oder ver­steckt wer­den kann und, ähn­lich einem Datei­ma­na­ger, das Öff­nen von Datei­en aus dem Ver­zeich­nis­baum her­aus ermög­licht. Er bie­tet vie­le Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten, die das Hil­fe­sy­stem via :h NERD­Tree bereitstellt.
  2. Twit­Vim (Bild)
    Twit­ter ist aus mir noch immer nicht völ­lig ein­leuch­ten­den Grün­den der­zeit ein zen­tra­ler Bestand­teil der Netz­kul­tur. Da Vim zei­len­ori­en­tiert arbei­tet, liegt es nahe, es als Twitter-„Client“ zu benut­zen, bestehen doch auch Twit­ter­mel­dun­gen stets nur aus ein­zel­nen Zei­len von maxi­mal 140 Zei­chen Län­ge. Das Plugin „Twit­Vim“ ermög­licht sowohl das Ver­fol­gen von Freun­den als auch das Twit­tern eige­ner Zei­len. Hier­zu ist aber ein wenig Hand­ar­beit nötig:
    Twit­Vim wird im Vim­ball-For­mat (Datei­endung vba) bereit­ge­stellt. Um es zu instal­lie­ren, muss die­se Datei in Vim geöff­net und mit dem Befehl :so % ent­packt wer­den. Ent­spe­chen­de Hin­wei­se und eine Fort­schritts­mel­dung erschei­nen auf dem Bild­schirm. Dann kann die .vba-Datei wie­der ent­fernt werden.
    Um schließ­lich sei­ne Arbeit zu ver­rich­ten, benö­tigt Twit­Vim die Zugangs­da­ten des eige­nen Twit­ter­kon­tos. Die­se kön­nen in der Datei _vimrc oder auch in einer dort ein­ge­bun­de­nen zusätz­li­chen Skript­da­tei – in mei­nem Bei­spiel passwords.vim – mit­tels der Zei­le let twitvim_login=„benutzer:passwort“ über­ge­ben wer­den. Außer­dem braucht Twit­Vim zum Bei­spiel cURL, das hier her­un­ter­zu­la­den (die Ver­si­on ohne SSL genügt völ­lig) und in ein Ver­zeich­nis, das dem System bekannt ist (zum Bei­spiel einem der in %PATH% defi­nier­ten), zu ent­packen ist. Emp­feh­lens­wert ist es, die Datei curl.exe in das Ver­zeich­nis zu kopie­ren, in dem sich auch Vim befin­det. (Soll­te jemand die­sen, zuge­ge­ben, recht umständ­li­chen Vor­gang nicht nach­voll­zie­hen kön­nen, darf er gern in den Kom­men­ta­ren belie­bi­ge Fra­gen stellen.)
    Ist die Ein­rich­tung über­stan­den, kann get­wit­tert wer­den: :Post­toT­wit­ter (mit der Tabu­la­tor­ta­ste übri­gens schnel­ler ein­zu­ge­ben) zeigt die auf dem Bild­schirm­fo­to zu sehen­de Abfra­ge nach dem zu twit­tern­den Text, die Tasten­kom­bi­na­ti­on Alt+T twit­tert mar­kier­ten Text. Eine voll­stän­di­ge Auf­li­stung aller Befeh­le und Optio­nen bie­tet das Hil­fe­sy­stem via :h twitvim.txt.
  3. logpad.vim (Bild)
    Eine der wenig bekann­ten Funk­tio­nen des oft zu Unrecht als für jeg­li­che Zwecke untaug­lich bezeich­ne­ten Win­dows-Text­edi­tors Note­pad ist das Füh­ren eines chro­no­lo­gi­schen Pro­to­kolls. Die Ein­ga­be der Zei­chen­ket­te .LOG in die erste Zei­le einer belie­bi­gen Datei ver­an­lasst Note­pad dazu, bei jedem wei­te­ren Öff­nen der Datei den aktu­el­len Datums­stem­pel anzu­fü­gen, so dass bei­spiels­wei­se Arbeits­ab­läu­fe bequem pro­to­kol­liert wer­den kön­nen. Das Plugin „logpad.vim“ ermög­licht die Nut­zung die­ser Funk­ti­on auch aus Vim her­aus. Es ist nach dem Kopie­ren in das Ver­zeich­nis /plugins sofort einsatzbereit.

Außer­dem kann man mit Vim natür­lich auch blog­gen, aber sei­ne wah­ren Stär­ken spielt es als Text- und Quell­codeedi­tor aus.

Inte­gra­ti­on in ande­re Programme

Irgend­wann, nach lan­gem Trai­ning, beherrscht man die Vim-Tasten­kür­zel fast wie im (sprich­wört­li­chen) Schlaf, und man möch­te sie gern auch in sei­nen ande­ren Lieb­lings­an­wen­dun­gen verwenden.

Kein Pro­blem: Fin­di­ge Ent­wick­ler haben Vim-Imi­ta­te oder (im Fall eclim) gan­ze Vim-Inte­gra­tio­nen geschaf­fen, und ihre Zahl steigt stetig:

  • Vim für Fire­fox: Vim­pe­ra­tor (frei)
  • Vim für Fire­fox (nur Text­fel­der): jV (frei)
  • Vim für Thun­der­bird: Mut­ta­tor (frei)
  • Vim für Song­bird: Xul­mus (frei)
  • Vim für Micro­soft Office und Visu­al Stu­dio: ViE­mu (kom­mer­zi­ell)
  • Vim für Eclip­se: eclim (frei)

Und wem das alles immer noch nicht genug ist: apvlv ist ein eigen­stän­di­ger PDF-Betrach­ter für Win­dows und Linux, der Vim-ähn­li­che Tasten­kür­zel nutzt, die Z‑Shell besitzt einen Vim-Modus, und selbst in dem eben­falls recht mäch­ti­gen Kon­kur­renzedi­torpro­dukt Emacs lässt sich, wie auch in eini­gen ande­ren Text­edi­to­ren, eine Vim-ähn­li­che Tasten­be­le­gung einstellen.

Wei­ter füh­ren­de Informationen

Oben habe ich hin und wie­der den Befehl :h benutzt. Die­ser, meist von einer Text­da­tei oder einem Befehl gefolgt, öff­net das Vim-eige­ne Hil­fe­sy­stem zu bestimm­ten The­men, das sehr über­sicht­lich auf­ge­baut ist und mit dem Befehl :hel­pgrep <such­wort> auch durch­sucht wer­den kann. Die voll­stän­di­ge Doku­men­ta­ti­on ist auch im Inter­net auf den Vim­doc-Sei­ten in ver­schie­de­nen For­ma­ten verfügbar.

Deutsch­spra­chi­ge Video­tu­to­ri­en für Vim-Ein­stei­ger bie­tet Lars Krahl auf sei­ner Inter­net­sei­te an, dar­über hin­aus gibt es ein eng­lisch­spra­chi­ges Vim-Tips-Wiki. Soll­ten sich noch Fra­gen erge­ben, die dort nicht beant­wor­tet wer­den, so hilft man unter ande­rem im IRC-Kanal #vim auf freenode.net gern weiter.

Fra­gen, Hin­wei­se und son­sti­ge Kom­men­ta­re sind will­kom­men. :)

Senfecke:

  1. Ich wür­de doch mal behaup­ten, dass das toll­ste an vim die Mög­lich­keit ist, kom­plett ohne Maus trotz­dem noch äußerst effi­zi­ent und res­sour­cen­scho­nend zu sein, was gera­de bei Linux­sy­ste­men auf schwa­cher Hard­ware und mit awe­so­me als Desk­top­ma­na­ger durch­aus Sinn macht.

  2. Twit­Vim: Dann möch­te ich mal die Kon­ver­sa­ti­on wie­der­auf­neh­men. Ich habe mir alles run­ter­ge­la­den, jedoch noch nichts instal­liert ‚denn ich benö­ti­ge Hil­fe­stel­lung (abso­lu­ter Laie!) hierbei:

    Außer­dem braucht Twit­Vim zum Bei­spiel cURL, das hier her­un­ter­zu­la­den (die Ver­si­on ohne SSL genügt völ­lig) und in ein Ver­zeich­nis, das dem System bekannt ist (zum Bei­spiel einem der in %PATH% defi­nier­ten), zu ent­packen ist.

    1. Ich weiß nicht, was ich da über­haupt run­ter­la­den soll. Für mich sind das alles böh­mi­sche Dör­fer. Wor­auf darf ich klicken, ohne einen Crash zu riskieren?
    2. Ich weiß zwar, wen ich so ken­ne, aber mir ist unbe­kannt, wel­che Ver­zeich­nis­se mein System (W‑XP) so alle kennt. %PATH%…was ist das?

    Falls das von mir ent­ge­gen mei­ner Annah­me geschafft wer­den soll­te, könn­te man sich hier­mit beschäf­ti­gen: Um es zu instal­lie­ren, muss die­se Datei in Vim geöff­net und mit dem Befehl :so % ent­packt werden.

    Span­nend.

  3. 1. Nimm die, die aus­sieht, als wür­de sie zu dei­nem System pas­sen. Win32 2000/XP nossl. Der Link befin­det sich bei der Ver­si­ons­num­mer (führt zu ’ner ZIP.)
    2. Klick halt mal auf %PATH%. Ist blau. Ist ein Link. (Viel­leicht reicht es auch, die Datei curl.exe ins Ver­zeich­nis /vim72 zu packen. Versuch’s mal.)

    Ändern und ein­se­hen kannst du %PATH% über die System­steue­rung – System – Umgebungsvariablen.

  4. Ok., vie­len Dank. Ich wer­de mich wohl mor­gen damit beschäf­ti­gen. Heu­te war ich den gan­zen Tag über mit Felix dabei, FF 3.6 unter Ubun­tu zum Lau­fen zu brin­gen. Hat auch alles mit der Aus­nah­me mei­nes auf dem Desk­top ange­leg­ten Pro­fil­star­ters geklappt.

  5. „Um es zu instal­lie­ren, muss die­se Datei in Vim geöff­net und mit dem Befehl :so % ent­packt wer­den.“ Ich bin bereits hier geschei­tert. :(

  6. Datei öff­nen: :e datei­na­me oder als Para­me­ter: vim/gvim datei­na­me oder über das GVim-Menü oder die GVim-Sym­bol­lei­ste ein­fach aus­wäh­len – und dann :so % tippen.

  7. Es ist alles instal­liert. Die Sprach­da­tei­en sind ent­packt. Die Datei curl.exe habe ich ins Ver­zeich­nis /vim72 kopiert. Ich habe ver­sucht, die Datei twitvim‑0.4.5.vba zu ent­packen. Es kam dann sinn­ge­mäß die Anzei­ge „.…extrac­ted, Bestä­ti­gung mit Ein­ga­be­ta­ste“. Scheint also geklappt zu haben. Ok., und nun?

  8. Nun schau mal, ob :h twitvim.txt funk­tio­niert, das die Hil­fe­da­tei anzei­gen sollte.
    Ansonsten:

    Twit­Vim braucht dei­ne Log­in­daten. Gib in dei­ner _vimrc fol­gen­de Zei­le ein:
    let twitvim_login=„benutzer:passwort“ und star­te Vim neu. Dann kannst du twittern.

  9. Da steht nach Befehlseingabe

    *twitvim.txt* Twit­ter cli­ent for Vim

    ———————————
    Twit­Vim: A Twit­ter cli­ent for Vim
    ———————————

    Aut­hor: Po Shan Cheah
    http://twitter.com/mortonfox

    Licen­se: The Vim Licen­se app­lies to twitvim.vim and twitvim.txt (see
    |copy­right|) except use „Twit­Vim“ ins­tead of „Vim“. No warranty,
    express or implied. Use at your own risk.

    ==============================================================================
    1. Con­t­ents *Twit­Vim* *Twit­Vim-con­t­ents*

    1. Con­t­ents.….….….….….….……: |Twit­Vim-con­t­ents|
    2. Intro­duc­tion.….….….….….……: |Twit­Vim-intro|
    3. Instal­la­ti­on.….….….….….……: |Twit­Vim-install

    usw., usw.

  10. Das ist die Anlei­tung. :)

    Dort steht unter ande­rem, wie du twit­terst (:Post­toT­wit­ter), ant­wor­test (Alt‑R) oder per Tasten­druck dei­ne Time­li­ne abrufst.
    Suchen kannst du dort via /Suchwort.

    Sie­he auch mei­ne Vim-Kon­fi­gu­ra­ti­on, dort mache ich das mit der Zeit­lei­ste via F8.

  11. Dei­ne _vimrc-Datei ist ent­we­der in dei­nem Benut­zer­pro­fil („Eige­ne Datei­en“) oder im Pro­gramm­ver­zeich­nis (ober­halb von „vim72“) zu fin­den. :) (Könn­te auch spä­ter noch mal inter­es­sant werden.)
    Anson­sten leg sie dort an.

    Es gibt eine Ein­ga­be­mög­lich­keit „Set Twit­ter Log­in“? Oha! Ehr­lich: War mir gera­de neu. :)

  12. Emp­fan­gen: :Friend­sTi­me­li­ne (Zeit­lei­ste) oder :DMT­wit­ter (Direkt­nach­rich­ten).
    Jeman­den ant­wit­tern: :SendDMT­wit­ter Benut­zer­na­me.

    Kannst du dir auch auf belie­bi­ge Tasten legen.

  13. Wenn man stän­dig damit arbei­tet, sicher­lich hilf­reich. Wenn ich aller­dings ein paar Tage aus­set­ze, wer­de ich wohl wie­der ganz von vor­ne anfan­gen müs­sen. Vie­len Dank noch ein­mal. Ich wer­de mich mor­gen wei­ter damit beschäf­ti­gen. Im Moment ist das Teil noch sehr fremd und gewöh­nungs­be­dürf­tig. Ich bin aber sicher, dass sich das legen wird.

  14. Drei Din­ge konn­te ich nicht lösen. Lösungs­mög­lich­kei­ten bit­te erst­mal nicht nur per Befehls­mo­dus, son­dern auch über die Menüleiste.

    1. Ich habe ein Farb­sche­ma gewählt. Die­se Ein­stel­lung möch­te ich auch für künf­ti­ge Datei­en spei­chern, ohne ein Doku­ment zu spei­chern. Wie?

    2. Die vor­ab ein­ge­stell­te Schrift­grö­ße ist „9“. Gebe ich eine ande­re Schrift­grö­ße unter“ Edi­tie­ren -> Aus­wahl der Schrift­art“ ein, ändert sich die Schrift­grö­ße erst ab Schrift­grad „17“. Wie schaf­fe ich, eine ande­re Schrift­grö­ße ein­zu­stel­len und dies auch für künf­ti­ge Doku­men­te zu speichern?

    3. Wie stel­le ich eine auto­ma­ti­sche Sil­ben­tren­nung ein und spei­che­re dies?

  15. Menü­lei­ste? Ohgott.

    1. Wird (genau wie die Schrift­grö­ße) in der Kon­fi­gu­ra­ti­on gespei­chert, an die du über die Menü­lei­ste ran­kommst. :)
    2. Ganz ehr­lich: Kei­ne Ahnung, wie­so er so eigen­ar­tig agiert. Ich nut­ze Grö­ße 8, glau­be ich.
    3. Vim ist ein Text­edi­tor und kei­ne Text­ver­ar­bei­tung. Du kannst nur auto­ma­ti­schen Zei­len­um­bruch ein­stel­len. ;)

  16. Zu 1: Das habe ich ja ver­sucht, wobei es beim Ver­such geblie­ben ist. Zu 2+3: Sehe ich ein. -> Na gut, ich wer­de mal weitersuchen.

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