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Glos­sy glän­zen mit neu­en News

Manch­mal schaue ich immer noch gern Wer­bung. Sie ist so schön albern. Mein aktu­el­ler Favo­rit stammt von einer Fir­ma, die unter ande­rem Haar­pfle­ge­pro­duk­te her­vor­bringt. Nach Anwen­dung der ange­prie­se­nen Che­mi­ka­li­en, so sal­ba­dert eine Frau als Unter­ma­lung zu der Ein­blen­dung einer Fri­sur, höbe sich ihr Haar durch die Eigen­schaft her­vor, glos­sy zu glän­zen, also, auf Deutsch for­mu­liert, glän­zend zu glän­zen.
Mir scheint, das Wort gloss hat in den letz­ten Jah­ren als eige­ne Voka­bel Ein­zug in die deut­sche Spra­che gehal­ten (cf. lip­gloss, weil „Lip­pen­glanz“ zwar das glei­che bedeu­tet, aber dann wohl doch irgend­wie nicht, sonst wür­de es ja jemand ver­wen­den und womög­lich beim lau­ten Aus­spre­chen die Wun­der­lich­keit des Ein­satz­zweckes jenes Mode­ac­ces­soires bemer­ken). Bis­lang, immer­hin, ist noch von glos­sy Glän­zen und noch nicht von Glos­sen die Rede. Fas­zi­nie­rend eigent­lich.

Apro­pos fas­zi­nie­rend; zwei SPIE­GEL-Online-Schlag­zei­len von gestern, die mir gefie­len: Micha­el Schu­ma­cher fährt wie­der ’ne Run­de in der For­mel 1 mit. Damit hät­te ich dann eine Wet­te von unge­fähr Anfang 2008 gewon­nen. Lei­der weiß ich nicht mehr, wor­um ich gewet­tet habe.
Was ganz ande­res, aber von der glei­chen Quel­le am glei­chen Tag: Ange­li­na Jolie hält Treue für über­flüs­sig; was dann aller­dings auch irgend­wie wie­der zeigt, was es aus­macht, ein Traum­paar zu sein, näm­lich: das mit den stän­di­gen Treue­schwü­ren nicht zu über­trei­ben. Man ist mit­ein­an­der glück­lich, weil man dar­auf ver­traut, mit­ein­an­der glück­lich zu sein. Wie eben Ver­trau­en eine wich­ti­ge Basis für rei­bungs­freie Koexi­stenz ist, wäh­rend Treue in bei­der­sei­ti­gem Ein­ver­neh­men auch mal aus­ge­setzt wer­den kann, weil das See­li­sche eine Bin­dung schafft, die das Kör­per­li­che nicht zu erhal­ten ver­mag.
(Was ja dann auch irgend­wie den Reiz aus­macht. Also den des See­li­schen, ver­steht sich.)

Drau­ßen schneit es die­ser Tage wie­der täg­lich. Juhu, womög­lich gibt es doch mal wie­der eine „wei­ße Weih­nacht“. Und dann sit­zen die, die ihren Kin­dern immer was von einer „wei­ßen Weih­nacht“ vor­schwär­men, im gut geheiz­ten Wohn­zim­mer und sagen sich: „Gott sei Dank (an sol­chen Tagen sind man­che Leu­te erstaun­lich gläu­big) sit­zen wir jetzt hier im War­men und müs­sen nicht die­ses eklig kal­te Wet­ter drau­ßen ertra­gen. Über­all sind die Stra­ßen ver­stopft, jeder zwei­te Zug fällt aus, Unfäl­le häu­fen sich wegen der Glät­te, und außer­dem erhöht die Käl­te unnö­tig unse­re Heiz­ko­sten. Hof­fent­lich wird es bald wie­der wär­mer.“

Und ich glau­be nicht mal, dass das eine all­zu über­trie­be­ne Dar­stel­lung ist.

(Nach­trag vom 24. Dezem­ber 2009 und apro­pos Wer­bung noch mal: „Beob­ach­te dei­ne Nach­ba­rin jetzt live im Inter­net“ – nein, das möch­te ich ganz sicher nicht!)