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Kurz ver­linkt XXIII: Der moder­ne Konservativismus

Einer der ful­mi­nan­te­sten Kom­men­ta­re zur bun­des­wei­ten Ein­füh­rung von Liquid Feed­back war aus­ge­rech­net eine Sati­re:

Poli­tik soll­te man bes­ser den ech­ten stu­dier­ten Pro­fis mit lan­ger Par­tei­er­fah­rung über­las­sen und nicht Hinz und Kunz die ohne Sinn und Ver­stand ein­fach irgend­was abstim­men. Genau des­halb wäh­le ich auch die CDU, denn dort wer­den alle Ent­schei­dun­gen von einer Kom­pe­ten­ten Par­tei­spit­ze getrof­fen die sich nicht von den Popu­li­sti­schen wün­schen der Mehr­heits­be­völ­ke­rung unter Druck set­zen lässt.

Schließ­lich müs­sen Ent­schei­dun­gen im Inter­es­se des Vol­kes getrof­fen wer­den, das ein­fa­che Volk mit sie­ner oft­mals schlech­ten Bil­dung weis aber nicht wel­che Ent­schei­dun­gen die besten sind. Des­halb soll­te man dies ganz ein­fach der Füh­rung der jeweils regie­ren­den Par­tei überlassen.

Es scheint dies, so bewusst blö­delnd es zunächst auch klin­gen mag, tat­säch­lich mit dem Selbst­ver­ständ­nis der CDU als „Par­tei des moder­nen Kon­ser­va­ti­vis­mus’ ” ein­her­zu­ge­hen. Lion Edler schreibt zu die­sem The­ma unter anderem:

Nicht bewährt hat sich die Benut­zung des Gehirns. Nach dem Schul-Amok­lauf von Win­nen­den frag­te die CDU-„Integrationsbeauftragte” der Bun­des­re­gie­rung besorgt bei den Behör­den in Baden-Würt­tem­berg an, ob der Täter etwa gezielt auf Kin­der aus „Migranten”-Familien geschos­sen habe. Die ehe­ma­li­ge Ber­li­ner CDU-Aus­län­der­be­auf­trag­te Bar­ba­ra John wirft Thi­lo Sar­ra­zin „Ras­sis­mus” vor und bezeich­net ihn als „ver­ba­len Trieb­tä­ter”. Die Ham­bur­ger CDU-Poli­ti­ke­rin Vivia­ne Speth­mann wünscht sich einen Luxus-Knast mit Com­pu­ter, Gar­ten und eige­ner Küche für Schwer­ver­bre­cher. Man denkt bei sol­chen Äuße­run­gen an den Buch-Titel von Man­fred Lütz: „Irre – wir behan­deln die Falschen.”

Die­ser Arti­kel, lie­be Leser, ist die wohl beste Abhand­lung über die ver­que­re Denk­wei­se der CDU („Was für ein ver­kom­me­ner, arm­se­li­ger, jäm­mer­li­cher Hau­fen. Abscheu, Ekel, Schau­der.”), die jeden­falls mir in den letz­ten Jah­ren unter­ge­kom­men ist. Ich emp­feh­le, Lion Edler den nächst­be­sten Poli­tik­preis auf Lebens­zeit ans Revers zu hef­ten, und wün­sche, bis das ent­spre­chen­de Gre­mi­um sich hier­für zusam­men­ge­fun­den hat, eine belu­stig­te Wochenendlektüre!


(Wenn die eige­nen Eltern eines Tages, nach­dem man sie ein Leben lang qua­si nur als Ein­heit wahr­ge­nom­men hat, von Tren­nung reden, ist das natür­lich durch­aus ein ein­schnei­den­des Erleb­nis; wenn man als ihr Kind alt und erfah­ren genug ist, gerät man indes zumin­dest nicht in die Bre­douil­le zumin­dest klei­ne­rer Kin­der, die Welt voll­ends nicht mehr zu verstehen.

Ande­rer­seits ver­schafft es manch Betrof­fe­nem wohl auch eine gewis­se Genug­tu­ung. Wie oft hat man gera­de als männ­li­cher Her­an­wach­sen­der im Lau­fe der Jah­re als Fol­ge per­sön­li­cher Rei­fung auf die wei­te­re Beglei­tung eines Lebens­ab­schnitts­part­ners ver­zich­tet, und wie oft wur­de dies hämisch kom­men­tiert! „So kriegst du nie eine Frau!” Man kennt sie ja, die alt­klu­gen Rat­schlä­ge der Alten: Man sol­le sich ändern, sich gefäl­ligst dem Mas­sen­ge­schmack beu­gen. Eines Tages Fami­lie, Haus, Hof, Hund. Eine Frau und min­de­stens zwei Kin­der sind die Min­dest­vor­aus­set­zung. „Ich will ja noch mal Oma wer­den”; die selbst­lo­se Ein­stel­lung einer Mut­ter tarnt sich mit­un­ter recht unbe­hol­fen. Hört man als männ­li­cher Nach­kom­me irgend­wann auf, nied­lich zu sein, dann beschränkt sich das Inter­es­se der Eltern bin­nen kür­ze­ster Zeit dar­auf, dass man mög­lichst flugs aus dem Eltern­haus ver­schwin­det und mit der Enkel­pro­duk­ti­on beginnt, anders gesagt: Inter­es­sant sind allen­falls noch Ein­kom­men und Potenz. (Mäd­chen haben das Pro­blem übri­gens sel­te­ner, hier legen die Eltern den Fokus in der Regel dar­auf, dass ihr Nach­wuchs eben nicht mit der erst­be­sten Bekannt­schaft Erben pro­du­ziert. Hat die­ses Phä­no­men eigent­lich schon mal jemand seri­ös untersucht?)

Und nach all den Jah­ren der hämi­schen Kom­men­ta­re („dir lau­fen eh alle Frau­en weg”) ist es doch eine über­aus freund­li­che Geste vom Welt­geist, wenn sich das Eltern­paar gegen­sei­tig nicht mehr son­der­lich gut lei­den kann. Genug der Frot­ze­lei­en, es darf zurück­ge­frot­zelt wer­den. „Na, schon toll, so eine Lie­be fürs Leben, hm?”

Mei­net­hal­ben darf sie sich gern noch ein hal­bes Leben Zeit las­sen, die Liebe.)

Senfecke:

  1. Mei­net­hal­ben darf sie sich gern noch ein hal­bes Leben Zeit las­sen, die Liebe.

    War­te aber nicht zu lan­ge. Sonst heißt es eines Tage nicht mehr: “So kriegst du nie eine Frau!”, son­dern die Frau­en wer­den sich fra­gen, war­um Du noch kei­ne abbe­kom­men hast. Was die Absti­nenz nur wei­ter hin­aus­zö­gern würde.

  2. Öhm ich woll­te zum ersten Teil dei­nes Arti­kels etwas Kommentieren.…
    Also ich bin dafür das alle Kna­stis ins Alters­heim kom­men und alle Alten ins Gegängnis !!
    Wieso???
    Ja ist doch klar! Dann hät­ten die Alten wenig­stens Anspruch auf ein Fernseher,ein eigens Zim­mer, ein DVD Play­er, Bücher, Taschen­geld, eine Pro­sti­tu­ier­te im Monat (Falls nötig :lol: ), psy­cho­lo­gi­sche Betreu­ung, ärzt­li­che Betreu­ung ( rund um die Uhr, ver­steht sich ), jeden Tag Hof­gang, sind nie­mals allei­ne wegen Video­über­wa­chung ( was im Alters­heim die Kosten noch­mal ver­dop­peln wür­de ) und anders­her­um soll­ten die Kna­stis ( zumin­dest die lang­jäh­ri­gen ) rich­tig, rich­tig schwer arbei­ten ( natür­lich um die Alters­heim-prei­se zu bezah­len cir­ca 3000–5000 Euro im Monat, da kann sich jeder aus­ma­len wie schwer die Arbeit sein wird bei den Stun­den­löh­nen heut­zu­ta­ge und min­de­stens 14St. jeden Tag)

    Und die gan­zen super schlau­en rei­chen Futzis/Politiker dür­fen dann ger­ne die Ver­ant­wor­tung haben und erfül­len!! Wenn die­se Zita­te oben wahr sind, dann dürf­te mir so ein den­ken­der Poli­ti­ker nie­mals allei­ne auf der Stra­sse begeg­nen… nur soviel dazu :twisted: :twisted: :twisted:

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