PolitikSonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Besser, weil anders.

Manch­mal begeg­net man Din­gen und Ereignis­sen und denkt sich: “Was haben die sich nur dabei gedacht?”. Beson­ders oft habe ich der­lei Erleb­nisse in let­zter Zeit, wenn ich durch die Straßen flaniere und die Wer­bung am Weges­rand flüchtig wahrnehme.

So fuhr kür­zlich ein Wer­be­fahrzeug des Unternehmens Küchen Aktuell an mir vorüber, das den wohl schön­sten slo­gan (Fre­unde des beson­ders knif­fli­gen Wort­spiels sind dazu ein­ge­laden, an dieser Stelle ihr ety­mol­o­gis­ches Lexikon entsprechend zu bedi­enen) aller Küchenausstat­ter mit sich herumtrug. Er lautete: “Anders als Andere”.

Das ist ger­adezu bril­lant!
Warum nur ist Steve Jobs das noch nicht einge­fall­en?

(Lieber ver­mut­lich ander­er Wer­be­tex­ter, der du übri­gens die grandiose Idee hat­test, ein Müs­li mit der Eigen­schaft “wenig süß” zu beschriften: Mal mit einem The­saurus ver­sucht?)


Noch während ich an dem obi­gen Abschnitt feile, taucht bei Fefe etwas auf, das ich dann auch nicht unkom­men­tiert lassen möchte, näm­lich das hier:
Da besuchen ein paar NPD’ler ein Spiel von Hansa Ros­tock bzw. haben dies vor und wer­den vorzeit­ig raus­ge­wor­fen, weil halt NPD.

Noch bevor das Spiel gegen die TuS Koblenz angep­fif­f­en wurde, ver­drängten etwa 150 Fans des FC Hansa Ros­tock die Recht­sex­tremen vom Ein­gang des Sta­dions. Während die offen­sichtlichen Mit­glieder des Sup­tras-Fan­clubs “Nazis raus” riefen, war es Udo Pastörs, dem Frak­tionsvor­sitzen­den der Lan­des-NPD, unmöglich, die Are­na zu betreten.

“20 Leute, zu denen auch Herr Pastörs gehörte, befan­den sich am Ein­gang Süd­bere­ich, wo sie von Anhängern gese­hen wur­den, die daraufhin die Gruppe am Ein­lass hin­derten”, sagte Polizeis­precherin Dörte Lem­bke den Nord­deutschen Neuesten Nachricht­en.

(…) “Jed­er Ver­such, unseren Vere­in und seine Fan­szene poli­tisch zu bee­in­flussen oder kom­plett zu miss­brauchen, ist zum Scheit­ern verurteilt!

Genau, ein echter Fußball­fan lässt sich nicht poli­tisieren. Außer gegen die NPD natür­lich. Und, Her­vorhe­bung von mir:

(…) Der Auftritt dieser Per­so­n­en ohne jeglichen Bezug zu Hansa Ros­tock stellte schlicht und ergreifend eine dreiste und dumme Pro­voka­tion dar und fand ein dementsprechend schnelles Ende.”

Die Begrün­dung ist so der­maßen däm­lich, da möchte man sich nur noch schreiend an den Kopf fassen.

“Das Denken fand man bis heute nicht.”
(Hoelder­lin, 1972, in einem ganz anderen Zusam­men­hang.)