NetzfundstückePolitik
Respekt mit 361 Grad (min­de­stens)

Wie mir im Ver­lauf der ver­gan­ge­nen Nacht zuge­tra­gen wur­de, hat unse­re knuf­fi­ge Fami­li­en­mi­ni­ste­rin da wie­der was total Tol­les zum För­dern gefun­den:

Wie sieht eure Welt mit 361° Grad Respekt aus? Was bewegt euch und was möch­tet ihr den Men­schen in unse­rem Land mit eurem Video mit­tei­len? Was kön­nen und soll­ten wir für ein tole­ran­tes und respekt­vol­les Mit­ein­an­der tun? Zeigt uns, was 361° Respekt für euch bedeu­tet.

Im Vor­jahr habe die­se Akti­on „361° Tole­ranz“ gehei­ßen, sal­ba­dert man im You­Tube-Kanal, und das sei „weni­ger wert“ als Respekt; und, mal abge­se­hen davon, dass „Tole­ranz“ immer auch Aus­gren­zung bedeu­tet (was man „tole­riert“, betrach­tet man den­noch als fremd), viel bes­ser ist auch „361° Respekt“ nicht.

Dass die Erfin­der die­ses däm­li­chen Namens von mathe­ma­ti­schen, nicht von Tem­pe­ra­tur­gra­den (einen belie­bi­gen Witz über Kre­ma­to­ri­en mag jeder Leser hier selbst erdich­ten) rede­ten, kann sich ein schlau­er Mensch gera­de noch den­ken. „Pro­zent­an­ga­ben wären ja auch lang­wei­lig, also neh­men wir halt irgend­was ande­res.“

Mathe­ma­ti­sche Gra­de las­sen sich am besten in Kreis­form dar­stel­len. Kreis kenn­ta:

Jetzt stel­le man sich vor, man stün­de dort, wo die bei­den Gera­den sich kreu­zen, in der Mit­te des Krei­ses also, und dreh­te sich.
Nach etwa der Hälf­te sind 180 Grad geschafft; wenn man sich immer wei­ter dreht, bis man wie­der die Aus­gangs­stel­lung ein­ge­nom­men hat, so hat man sich dann um 360 Grad, einen vol­len Kreis, gedreht.

Anders aus­ge­drückt: 360 Grad bewir­ken in dem Zustand des Gedreh­ten kei­ne Ände­rung. Mit 180 Grad Respekt hät­te man ver­mut­lich das gewünsch­te Ziel erreicht, näm­lich eine Kehrt­wen­de; mit 360 Grad Respekt hat man aber nichts gewon­nen, sich nur unnö­tig ange­strengt und einen Dreh­wurm bekom­men.

Aber es geht noch wei­ter: So viel mathe­ma­ti­sche Kennt­nis, um zu bemer­ken, dass 360 Grad in die­sem Kon­text eini­ger­ma­ßen sinn­los sind, haben die För­de­rer dann offen­bar auch noch gera­de so. Statt aber 180 Grad anzu­pei­len, mach­ten sie’s noch schlim­mer. Kann sich jeder von euch, lie­be Leser, 361 Grad (was, wie wir oben gelernt haben, wie­der­um 1 Grad ent­spricht) unge­fähr bild­lich vor­stel­len? Ich mir auch nicht, und dar­um illu­strie­re ich es im Fol­gen­den mal:

Das ist gut; denn so viel Respekt habe ich gera­de noch übrig.
Müh­sam nährt es sich, das Eich­hörn­chen; auf dass es irgend­wann viel­leicht 362° wer­den mögen.

MusikSonstigesNetzfundstücke
Kurz ver­linkt XXV: Ein Leben im Schnell­durch­lauf (und zwi­schen­durch: Sex)

Ein fei­nes Fres­schen für die Freun­de selt­sa­mer Sta­ti­sti­ken kre­denzt der­zeit unter ande­rem die HAZ:

Ver­gli­chen mit der letz­ten Erhe­bung von 2005 sank bei den 14-jäh­ri­gen Mäd­chen der Anteil derer, die bereits Geschlechts­ver­kehr hat­ten, deut­lich von zwölf auf sie­ben Pro­zent, bei den gleich­alt­ri­gen Jun­gen sogar von zehn auf vier Pro­zent. Bei den 17-jäh­ri­gen Mäd­chen redu­zier­te sich der Anteil der­je­ni­gen mit Sex-Erfah­run­gen von 73 auf 66 Pro­zent, bei den Jun­gen die­ser Alters­grup­pe blieb er mit 65 Pro­zent nahe­zu kon­stant. Das bedeu­tet, dass bis zu einem Alter von 17 Jah­ren mehr als ein Drit­tel der jun­gen Frau­en und Män­ner noch kei­nen Geschlechts­ver­kehr hat­ten.

Ange­sichts der feh­len­den Zah­len, wie vie­le der Befrag­ten nun genau männ­li­chen und wie vie­le weib­li­chen Geschlechts waren, kann ich über die genaue Aus­sa­ge die­ser Wer­te nur spe­ku­lie­ren; aber ich ver­mu­te, die sie­ben Pro­zent der Mäd­chen sind deut­lich grö­ßer als die vier Pro­zent der Jun­gen, ähn­lich, wie auch die 65 Pro­zent der Jun­gen die 66 Pro­zent der Mäd­chen nicht ansatz­wei­se errei­chen dürf­te.

Damit zeigt sich zwar eine Ände­rung, aber die Ver­hält­nis­se blei­ben den­noch erhal­ten: Mäd­chen wer­den im Durch­schnitt frü­her ent­jung­fert, bevor­zugt von älte­ren Kna­ben, die zu die­sem Zeit­punkt schon zwei oder drei Bezie­hun­gen hin­ter sich haben, und die Aus­nah­men von der Regel wer­den für ihre Stand­haf­tig­keit bewun­dert. Ist man hin­ge­gen als Jun­ge von 17 oder 18 Jah­ren noch uner­fah­ren, wird man gemein­hin als Schlapp­schwanz gebrand­markt; ficken is‘ eben cool und Gefüh­le sind was für Mäd­chen und Milch­bu­bis. Und da wun­dert man sich noch dar­über, dass sich immer mehr Leu­te gera­de in jun­gem Alter für bezie­hungs­un­fä­hig hal­ten?

Übri­gens kann man sich nun nach sei­nem Tod auch zur Schall­plat­te pres­sen las­sen. Mei­ne Lied­wahl steht weit­ge­hend fest. Welt­wei­ter Ver­trieb inbe­grif­fen; viel­leicht als Bonus­track dann noch irgend­ei­nen obsku­ren Lärm, um die Leu­te noch ein biss­chen zu ärgern. Hihi.

Nerdkrams
Drei Listen­ver­wal­tun­gen für You­Tube im Test

Seit eini­ger Zeit nutz­te ich die Fire­fox-Erwei­te­rung You­Play­er, um der Viel­zahl der von mir zur spä­te­ren Ver­wen­dung vor­ge­merk­ten You­Tube-Vide­os Herr zu blei­ben, gleich­sam als play­list-Ver­wal­tung. Nun jedoch wird die­se Erwei­te­rung seit Jah­ren nicht mehr aktiv gepflegt und besitzt durch­aus eini­ge Ecken und Kan­ten; so ist es zum Bei­spiel nicht mög­lich, meh­re­re Abspiel­li­sten anzu­le­gen.

Gestern nun stell­te ich betrübt fest, dass eini­ge mei­ner Lieb­lings­vi­de­os von You­Tube gelöscht wor­den waren, ohne dass der You­Play­er dies bemerkt hät­te, und ande­re wie­der­um sich mehr­fach in der Liste tum­mel­ten. Ich beschloss also, den You­Play­er auf das Alten­teil zu schicken, leg­te in mei­nem not­dürf­tig anony­mi­sier­ten You­Tube-Kon­to meh­re­re Play­li­sten an, auf die ich die noch nicht gelösch­ten Vide­os ver­teil­te, und begab mich auf die Suche nach einer alter­na­ti­ven Ver­wal­tungs­soft­ware, die zumin­dest unter Win­dows lauf­fä­hig sein soll­te; denn die Listen­ver­wal­tung von You­Tube ist schreck­lich zu bedie­nen.

Ich schränk­te mei­ne Suche nicht dar­auf ein, ob eine Anwen­dung als Fire­fox-Erwei­te­rung oder als sepa­ra­tes Pro­gramm ver­füg­bar war, denn ich bedie­ne You­Tube ohne­hin via Fire­fox. Was mir aller­dings wich­tig war, war eine über­sicht­li­che Listen­ver­wal­tung, opti­ma­ler­wei­se mit Anbin­dung an das eige­ne You­Tube-Kon­to, um nicht wie­der sepa­ra­te, schnell ver­al­te­te Listen pfle­gen zu müs­sen. Von zwei­te­rem Wunsch muss­te ich mich aller­dings schnell ver­ab­schie­den; kei­ne der von mir gete­ste­ten Lösun­gen konn­te damit auf­war­ten.

Nach dem Durch­for­sten schier end­los erschei­nen­der Auf­li­stun­gen mög­li­cher Alter­na­ti­ven kamen drei kosten­lo­se Anwen­dun­gen in die enge­re Aus­wahl; und zwar die­se:


1. Muzi­ic

Muzi­ic ist, das muss ich zuge­ben, eine durch­aus inter­es­san­te Soft­ware mit Unter­stüt­zung von Skins und Wie­der­ga­be­li­sten. Man kann You­Tube durch­su­chen, hat diver­se „sozia­le“ Funk­tio­nen zur Ver­fü­gung und bekommt die Wie­der­ga­be­li­sten direkt unter dem Video ange­zeigt, sofern ange­legt. Eigent­lich fehl­te die­sem Pro­gramm nur noch eine Anbin­dung an das eige­ne You­Tube-Kon­to zur Per­fek­ti­on, wären da nicht die klei­nen Unschön­hei­ten:

Die Skin­un­ter­stüt­zung bringt es näm­lich mit sich, dass das Haupt­fen­ster von Muzi­ic sich mit­un­ter selt­sam ver­hält. Ein lee­res Fen­ster, nicht akti­vier­ba­re Menüs und ähn­li­che Din­ge trü­ben lei­der den Genuss ein wenig; zumal das Haupt­fen­ster direkt nach dem Start ver­däch­tig nach Wer­bung aus­sieht:

Auf einen umfas­sen­de­ren Test habe ich daher aus­nahms­wei­se ein­mal ver­zich­tet. Soll­te sich aller­dings an mei­nen Kri­tik­punk­ten etwas ändern, so bit­te ich die­je­ni­gen von euch, lie­be Leser, die Muzi­ic bereits ein­set­zen, um einen kur­zen Hin­weis; denn eigent­lich ist es, wie bereits erwähnt, eine pri­ma kon­zi­pier­te Anwen­dung.


2. Web­Mu­six

Web­Mu­six ist ein hüb­sches deutsch­spra­chi­ges Pro­gramm mit einer hüb­schen deutsch­spra­chi­gen Web­site, das, anders als Muzi­ic, nicht ver­sucht, vor allem mit sei­ner uni­ver­sel­len Ver­wend­bar­keit auf sich auf­merk­sam zu machen, son­dern das sei­ne auf­ge­räum­te, gera­de­zu mini­ma­li­sti­sche Ober­flä­che für sich spre­chen lässt. Vor allem für Viel­nut­zer inter­es­sant ist sicher die Mög­lich­keit, Vide­os aus der selbst zusam­men­ge­stell­ten Wie­der­ga­be­li­ste – unten rechts im Pro­gramm­fen­ster – ein­zeln oder ins­ge­samt als Audio- oder Video­da­tei her­un­ter­zu­la­den.

Als net­tes Extra kann man bei der Suche auch zwi­schen Vor­schau­bil­dern und einer rei­nen Text­li­ste umschal­ten.

In mei­nem Test stürz­te Web­Mu­six übri­gens ein­mal ab, als ich die Ein­stel­lun­gen für die Suche wäh­rend des Abspie­lens änder­te. Ein Klick auf „Wei­ter“ ließ die Feh­ler­mel­dung jedoch ver­schwin­den; ich gebe dem .net-Frame­work, auf dem Web­Mu­six basiert, die Schuld, da dies auch in ande­ren Anwen­dun­gen oft ähn­lich auf­tritt.
Auch Web­Mu­six bie­tet übri­gens kei­ne Anbin­dung an das eige­ne You­Tube-Kon­to an, der Ent­wick­ler teil­te mir aller­dings auf Anfra­ge mit, dass dies geplant sei, die Imple­men­tie­rung aller­dings in abseh­ba­rer Zeit vor­aus­sicht­lich nicht statt­fin­den wer­de. Den­noch emp­feh­le ich jedem Leser, der eben­falls auf der Suche nach einem geeig­ne­ten Pro­gramm ist, die Ent­wick­lung von Web­Mu­six hin und wie­der auf­merk­sam zu ver­fol­gen.


3. You­tube Music Play­er

Als ein­zi­ge Fire­fo­xer­wei­te­rung im brei­ten Test­spek­trum schaff­te es der You­tube Music Play­er (YMP) in die Final­run­de. Er inte­griert sich voll­stän­dig in den Brow­ser, blen­det etwa in der Sta­tus­lei­ste Wie­der­ga­be­infor­ma­tio­nen ein, unter­stützt aller­dings nur eine ein­zi­ge Wie­der­ga­be­li­ste. Für den Ein­stei­ger wich­tig ist das deutsch­spra­chi­ge Tuto­ri­um zum YMP, das die nicht immer intui­ti­ve Bedie­nung erklärt.

Als Beson­der­heit kann der YMP sowohl mit Last.fm kom­mu­ni­zie­ren („scrob­blen“) als auch für die Wie­der­ga­be auto­ma­tisch auf die beste ver­füg­ba­re Video­qua­li­tät („High Qua­li­ty“) umschal­ten. Die Wie­der­ga­be­li­sten las­sen sich via Sei­ten-Kon­text­me­nü auch direkt aus You­Tube her­aus befül­len.

Eine Ver­bin­dung mit dem eige­nen You­Tube-Kon­to und damit den eige­nen Abspiel­li­sten ist laut Ent­wick­ler eben­falls für eine zukünf­ti­ge Ver­si­on geplant. Auf dem SVN-Ser­ver für YMP ist bereits ein Ver­zeich­nis für Ver­si­on 5.0 beta ange­legt, das unter ande­rem eine Auf­ga­ben­li­ste ent­hält, die ein „Main rewri­te“, eine völ­li­ge Über­ar­bei­tung also, ankün­digt. Ich bin gespannt, was die­se Über­ar­bei­tung mit sich brin­gen wird. Für die­je­ni­gen mei­ner Leser, die ihren Brow­ser als Medi­en­zen­tra­le ein­set­zen möch­ten und etwa auch mit ihm twit­tern, flick­rn, blog­gen und ähn­li­ches tun, ist der YMP bereits jetzt eine gute Wahl.


Für Ergän­zun­gen und kon­struk­ti­ve Kri­tik bin ich immer offen; wer kennt wei­te­re Alter­na­ti­ven, auf die ich ein­mal einen Blick wer­fen soll­te? :)

LyrikSonstigesNetzfundstücke
Von Blog­gern, Blogs und Gurus. (Eines wie jedes.)

(Da sich die Blog­ger der­zeit in gegen­sei­ti­ger Hul­di­gung üben, dazu wei­ter unten mehr, hal­te ich als Nicht­blog­ger es für fäl­lig, dass jemand auch mal anmerkt, dass die deutsch­spra­chi­ge Blogo­sphä­re nicht nur aus beden­ken­los Lesens­wer­tem besteht. Die­ser Jemand will gern ich sein.)

Mit­un­ter ver­brin­ge ich ein wenig Zeit damit, mir auf­grund irgend­wel­cher Twit­ter­bei­trä­ge, Ver­lin­kun­gen in Ver­lin­kun­gen von Ver­lin­kun­gen oder auch nur irgend­wie anders auf­ge­fal­le­ne, bis­lang unbe­ach­te­te Web­logs und Nicht­web­logs heim­zu­su­chen. Die mei­sten ver­las­se ich wegen gro­ben Unfugs, schlecht geschrie­be­ner Nich­tig­kei­ten oder blo­ßer Inhalts­lee­re ratz­fatz, hol­ter­di­pol­ter und vor allem fol­gen­los wie­der, nur eini­ge weni­ge schaf­fen es, sich in mei­ner Abon­ne­ment­li­ste wie­der­zu­fin­den.

Zu erste­rer Grup­pe gehört unter ande­rem auch die Inter­net­prä­senz der anson­sten eigent­lich beacht­li­chen und unter ande­rem von Herrn hae­kel­schwein bereits gewür­dig­ten Twit­ter­da­me eine_wie_keine. Bestehen ihre Tweets nicht sel­ten aus hüb­schen Scherz­chen, die man gern in Lang­form lesen wür­de, ist ihr Blog im direk­ten Ver­gleich so rich­tig blöd.

Ich neh­me mal den ersten Absatz aus einem befrie­di­gend aktu­el­len Bei­trag hier­aus als Grund­la­ge für das fol­gen­de Gemecker und blen­de aus Grün­den blo­ßer Sub­jek­ti­vi­tät den Rest aus:

Gefüh­le ken­nen wir alle, haben wir alle und füh­len sie alle. Denn Gefühl kommt von füh­len.

Gram­ma­tik­in­kon­si­stenz im ersten Satz, unvoll­stän­di­ge Ety­mo­lo­gie im zwei­ten Satz, dem oben­drein der Anschluss fehlt; da hat man doch jetzt schon eigent­lich kei­ne Lust mehr, sich des Tex­tes anzu­neh­men. Und tat­säch­lich besteht er in Gän­ze aus der­ar­ti­gen Plat­ti­tü­den und Papier­ro­man­tik. Die Gute ist, wie sich unschwer recher­chie­ren lässt, der­zeit so unge­fähr 17 Jah­re alt. Nun bit­te ich den geneig­ten Leser, sich ein­mal vor­zu­stel­len, wie ein Blog einer schwer roman­ti­schen Jung­da­me unge­fähr aus­sieht. So – jetzt habe ich euch einen unnö­ti­gen Klick erspart. Gern gesche­hen.

(Bevor das nun wie­der falsch auf­ge­fasst wird: Mei­net­hal­ben darf jeder ins Inter­net rein­schrei­ben, was er möch­te; ich gehe die­ser Tätig­keit ja gleich­falls nach. Und man muss ja nun auch nicht alles gut fin­den, was ande­re gut fin­den (das viel ver­link­te Nerd­core bspw. hal­te ich per­sön­lich für wahn­sin­nig ein­falls­los). Aber im Inter­net geht es auch nicht viel anders zu als in der Welt der Bücher: Wer zu viel Unsinn schreibt, pro­vo­ziert die Igno­ran­ten. (Das, immer­hin, ver­bin­det eine_wie_keine und mich.))

Zumal es ja mit dem Ins­in­ter­net­rein­schrei­ben ohne­hin manch­mal nicht ganz leicht ist. Der Nacht­wäch­ter hat es tref­fend zusam­men­ge­fasst: Qua­li­tät ist irrele­vant, der Pöbel will bloß unter­hal­ten wer­den; und, wohl die wich­tig­ste Regel, legt man es lang­fri­stig auf Erfolg an: Sex geht immer. (Der mit Bedeu­tungs­ebe­nen bei­na­he über­sät­tig­te Titel die­ser mei­ner Inter­net­prä­senz jeden­falls lädt Besu­cher von Such­ma­schi­nen, deren Betrei­ber Dekli­na­ti­on und Kon­ju­ga­ti­on für uner­läss­lich hal­ten, zu, wie ich an den Such­be­grif­fen erken­nen kann, völ­lig fal­schen Prä­mis­sen ein; die mei­sten von ihnen blei­ben zum Glück nicht lan­ge.) Die Auf­merk­sam­keit eines Lesers wird nicht durch wohl­do­sier­ten Humor oder Elo­quenz geför­dert, son­dern durch mög­lichst pene­tran­te Ver­lin­kung mög­lichst vie­ler mög­lichst quietsch­bun­ter so genann­ter Blogs so genann­ter A‑Blogger unter­ein­an­der. „Auf Nerd­core steht …!“

Ja, der­lei Blog­ger machen es „rich­tig“: Sie betrei­ben eine Platt­form, auf der sie unre­gel­mä­ßig Netz­fund­stücke kom­men­tie­ren, num­me­rier­tes Erbro­che­nes als „Mani­fest“ ver­öf­fent­li­chen und sich anson­sten lüstern in der Viel­zahl ihrer Fol­lower wäl­zen. Sie ver­die­nen ihr Geld nicht mit Schrei­ben, son­dern mit belang­lo­sem Unfug wie etwa Wer­bung für scheuß­li­che Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men, oder wan­deln ihre Schreib­platt­form direkt in eine KG um und grün­den gemein­sam mit erste­ren Blog­gern Unter­neh­men, deren Geschäfts­mo­dell es ist, das Inter­net der ande­ren Leu­te eben mit Wer­bung voll­zu­kle­i­stern. Nicht etwa als blö­de Nerv­dep­pen, son­dern als „Social Media Gurus“ beschimpft man der­lei Leu­te dann und lädt sie auf Kon­fe­ren­zen ein, auf denen die ande­ren Ein­ge­la­de­nen im Kreis sit­zen und an den Lip­pen des Gurus hän­gen, der dann ein wenig über das „Inter­net der Zukunft“ redet und dafür viel Geld, Applaus, Blu­men und ver­mut­lich Sex erhält. „Guru“ bedeu­tet etwa „gei­sti­ger Füh­rer“; und nicht nur des­we­gen kann ich mich des Ein­druckes beim besten Wil­len nicht erweh­ren, dass die­ser Posten wie zum Spott stets von denen belegt wird, deren gesam­mel­te gei­sti­ge Ergüs­se selbst nicht ein­mal zum Blu­men­gie­ßen genü­gen wür­den.

Und sie glau­ben allen Ern­stes, dass das nie­mand merkt. ‘Von Blog­gern, Blogs und Gurus. (Eines wie jedes.)’ wei­ter­le­sen »

PersönlichesPiratenpartei
#pptnds10 II (außer­dem: Düste­res Hal­le)

Der lei­der eta­blier­te Sen­der RTL berich­tet über den zwei­ten Tag des PPTNDS10; Grund genug, noch ein paar Zei­len dar­ob nie­der­zu­schrei­ben:

Es war noch recht ertrag­reich, alle Anträ­ge wur­den bis Sonn­tag kurz nach 16 Uhr umfas­send behan­delt. Die in der Nacht zwi­schen Sonn­abend und Sonn­tag ange­reg­te Ver­kür­zung der Rede­zeit bzw., genau­er gesagt, die Beschrän­kung der Red­ner­li­ste pro Antrag, um die tra­di­tio­nell aus­ufern­den Dis­kus­sio­nen in einem gewis­sen Rah­men zu hal­ten, mag ihren Teil dazu bei­getra­gen haben, dass es bei­na­he gesit­tet zuging, auch, dass die für 15 Uhr ange­setz­te Pres­se­kon­fe­renz wegen aus Grün­den nicht anwe­sen­der Pres­se ent­fiel. Aber was wäre die Pira­ten­par­tei ohne die ihr eige­ne Non­kon­for­mi­tät? Sie wäre über­flüs­sig, mei­ne ich.

Auf­se­hen erreg­te die bereits am spä­ten Sonn­abend beschlos­se­ne For­de­rung nach einer Reform der Dro­gen­po­li­tik, die auf, hihi, brei­te Zustim­mung stieß. Die Pira­ten­par­tei Nie­der­sach­sen ist nun­mehr im Besitz nicht nur einer der­zeit ein­zig­ar­ti­gen basis­de­mo­kra­ti­schen Struk­tur, son­dern auch eines umfas­sen­den Pro­gramms. An die­ser Stel­le auch noch­mals ein Dank nebst Applaus (stellt ihn euch ggf. vor) und Cha­peau an die Orga­ni­sa­to­ren und alle Anwe­sen­den! (Ich hof­fe, mit mei­ner teils minu­tiö­sen Bericht­erstat­tung via Twit­ter nicht all­zu vie­le Abon­nen­ten ver­schreckt zu haben.)

Heu­te indes trieb ich mich arbeits­be­dingt in Hal­le, der selt­sa­men Stadt in einem Teil Deutsch­lands, über den man den Man­tel des Schwei­gens sel­ten schnell genug zu brei­ten ver­mag, her­um. War mir in mei­ner Kind­heit nicht bekannt, war­um man jenen Teil auch „Dun­kel­deutsch­land“ nann­te, so wur­de es uns, die wir uns viel­sa­gend ansa­hen, heu­te klar; Tou­ri­sten in die­ser Stadt erkennt man am Lächeln. Sicher trägt eine Stadt, deren Fas­sa­den in einem hüb­schen ein­heit­li­chen Grau gefärbt sind, nicht zu einem hei­te­ren Lebens­stil ihrer Bewoh­ner bei, aber auf­fäl­lig war’s dann doch.

(Auch nicht gänz­lich unamü­san­tes Detail: Die Bedie­nung in der Wirt­schaft, in die wir ein­kehr­ten, war nicht über­zeugt davon, dass wir das obli­ga­to­ri­sche „Ja“ auf die Fra­ge, ob es gemun­det habe, ehr­lich mein­ten. Viel­leicht hät­ten wir nicht lächeln sol­len; das macht in Hal­le offen­bar kei­nen guten Ein­druck.)

So blieb das Erfreu­lich­ste an der Rei­se dann auch, dass ich das Lied „Kids“ von MGMT mal wie­der im Radio hören konn­te. Eigent­lich ein hüb­sches Stück Musik (apro­pos hübsch). Con­trol yours­elf, take only what you need from it. Wenn das nur immer so ein­fach wäre!

PiratenparteiFotografie
#pptnds10

An die­sem Wochen­en­de übri­gens fin­det in Wol­fen­büt­tel der PPTNDS10, der dies­jäh­ri­ge Pro­gramm­par­tei­tag der Pira­ten­par­tei, statt; und wer immer noch nicht glaubt, dass das mit der Basis­de­mo­kra­tie nicht zwangs­läu­fig zu heil­lo­sem Cha­os füh­ren wird, der hat wäh­rend der gesam­ten Dau­er die Mög­lich­keit, über den Video-Live­stream einen Blick auf das heil­lo­se Cha­os Gesche­hen zu wer­fen. (Außer­dem gibt es dort pri­ma Kaf­fee.)

Ich bin eben­falls anwe­send. Wer mich also auch mal dabei erle­ben möch­te, wie ich von den tra­di­tio­nell zahl­rei­chen Geschäfts­ord­nungs­an­trä­gen Kopf­weh bekom­me, der möge wäh­rend der Ver­an­stal­tung ein­mal hin­ein­schau­en.

Impres­sio­nen vom ersten Tag:

(Was einen Pira­ten­par­tei­tag übri­gens von einer Ver­eins­sit­zung eines eigent­lich belie­bi­gen Sport­ver­eins unter­schei­det, ist das Ergeb­nis.)

Bei Inter­es­se folgt mor­gen ein etwas län­ge­rer Text – ich neh­me an, es wird sich noch eini­ges erge­ben.
Das Wiki zum Pira­ten­par­tei­tag ist bis dahin hier zu fin­den; Ergeb­nis­se inklu­si­ve.

Klar zum Ändern!

Nerdkrams
Twit­ter ent­deckt das Web 1.0

Apro­pos über­fäl­li­ge Erfin­dun­gen dann auch: Der Micro­blog-Dienst Twit­ter, sei­nes Zei­chens wohl ein­zi­ge „sozia­le Platt­form“ ohne jeg­li­che auf­dring­li­che sozia­le Inter­ak­ti­on, sieht man ein­mal von dem pene­tran­ten „Ret­weeten“, also Nach­plap­pern, und dem „Fol­lo­wen“, also dem jedes Gestam­mel eines ein­zel­nen ande­ren Benut­zers unge­fragt Ver­fol­gen, also eigent­lich dem Stal­ken, ab, hat wie­der ein­mal in sei­nen dunk­len Denk­kam­mern eine total tol­le Idee ersin­nen las­sen, die, wie schon die Vor­schlags­funk­ti­on, bestimmt vie­le Freun­de gewin­nen wird:

Als Alter­na­ti­ve zu nur der bis­he­ri­gen „Time­line“ näm­lich, der hän­disch oder halb­au­to­ma­tisch zu aktua­li­sie­ren­den Über­sicht über das aktu­el­le Geplap­per der unge­fragt Gestalk­ten, gibt es nun auch „User Streams“, Benut­zer­flüs­se, und wäh­rend die „Time­line“, inde­ed, fast nichts mit einem Zeit­strahl gemein hat, ist das mit dem Benut­zer­fluss schon anschau­li­cher.

Statt die Twit­ter­da­ten, wie der­zeit noch üblich, etwa mit einem Twit­ter­cli­ent stück­wei­se in regel­mä­ßi­gen Inter­val­len abzu­ho­len, kann ein Twit­ter­nut­zer künf­tig sofort sehen, wenn ein von ihm Gestalk­ter etwas durch die Lei­tun­gen schiebt, ein kon­ti­nu­ier­li­cher Fluss von Nach­rich­ten eben. („Echt­zeit“, allein das Wort schon!)

Pres­se und Rund­funk sind begei­stert:

  • techcrunch.com: „I’m not sure I can use any other Twit­ter app again wit­hout this real­time data stream.“
  • netzwertig.com: „Schnallt euch an für einen Echt­zeit­stream, der sei­nen Namen wirk­lich ver­dient.“
  • blog.tweetdeck.com: „Tri­al­ling Twit­ter At The Speed Of ‚Wow!‘ “
  • bwana.org: „Seems cool right?“

Aber, Moment ein­mal: Ein fort­lau­fen­der Schwall in der Län­ge stark begrenz­ter Nach­rich­ten belie­big vie­ler Teil­neh­mer mit Ant­wort- und Zitat­funk­ti­on; so etwas habe ich, wenn ich mich recht ent­sin­ne, bereits im Jahr 2001 genutzt. Es war in Java imple­men­tiert, beherrsch­te gra­fi­sche Emo­ti­cons eben­so wie farb­li­che Nuan­cen im eige­nen Geschrie­be­nen und trug einen ein­präg­sa­men, kur­zen, noch heu­te ver­brei­te­ten Namen:

Chat.

Inklu­si­ve „Flü­ster“- und PLONK-Funk­tio­nen, ver­steht sich.

Comm­ents, cli­ches, com­men­ta­ry, con­tro­ver­sy,
Chat­ter, chit-chat, chit-chat, chit-chat,
Con­ver­sa­ti­on, con­tra­dic­tion, cri­ti­cism
It’s only talk, cheap talk

– King Crims­on: Ele­phant Talk

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt XXIV: The Oat­me­al

Zur Erhei­te­rung ver­wei­se ich euch, lie­be Leser, wäh­rend mei­ne Krea­ti­vi­tät der­zeit ein hof­fent­lich nur noch kur­zes Nicker­chen macht, heu­te mal auf eine mei­ner Lieb­lings-Bild­witz­sei­ten:

Das, wie ich mei­ne, zum Brül­len komi­sche, wenn auch eng­lisch­spra­chi­ge Archiv The Oat­me­al hält neben sprach­li­chen Fines­sen (bei­spiels­wei­se Apo­stro­ph­re­geln) vie­ler­lei Amu­se­ment parat, unter ande­rem die ver­mut­lich blö­de­sten Wit­ze der Welt (mit Tusch!) und eine Ver­deut­li­chung, wie sehr sich ver­meint­lich klei­ne Unter­schie­de aus­wir­ken.

Ein Aus­zug zum The­ma „Groß­buch­sta­ben im Inter­net“:

Hihi!

(Apro­pos „hihi“, noch einer für zwi­schen­durch: peti­te girl takes on two mon­ster cocks at once. Dan­ke an S.!)


Übri­gens: Thi­lo Sar­ra­zin habe wie­der etwas gesagt, pol­tert es durch Fern­se­hen und Inter­net. Thi­lo Sar­ra­zin kön­ne es, das Sagen also, nicht las­sen, pol­tert es durch Fern­se­hen und Inter­net. Thi­lo Sar­ra­zin sei ein Het­zer, ein Ras­sist oder jeden­falls ein Sym­pa­thi­sant, pol­tert es durch Fern­se­hen und Inter­net.

Nun, weder habe ich mir detail­liert notiert, was genau er von sich gab, noch wage ich es, Ver­mu­tun­gen dar­über anzu­stel­len, war­um er es äußer­te; aber eins fra­ge ich mich dann doch:

Habt ihr alle nichts bes­se­res zu tun?

NetzfundstückeNerdkrams
Medi­en­kri­tik XXXV: Kosten­lo­se Gra­tis­ge­schen­ke für alle!

Mit­un­ter tref­fe ich auf mei­nen Rei­sen durch das WWW und das IRC auf Hin­wei­se auf das Com­pu­ter­ma­ga­zin „PC-WELT“, zu des­sen Lesern, ich gebe es zu, auch ich ein­mal gehör­te.

Nun ist es recht zeit­auf­wän­dig und Ner­ven rau­bend, jedes Mal wie­der eine höf­li­che Ant­wort auf die Fra­ge, wes­halb ich von dem fort­ge­setz­ten Genuss die­ses Print­pro­dukts absah, zu for­mu­lie­ren, dar­um bit­te ich die­sen Bei­trag als Refe­renz zur spä­te­ren Erwäh­nung zu betrach­ten.

Mei­ne Abkehr vom PC-WELT-Leser­tum hat­te drei Ursa­chen.

Zunächst ein­mal war ich irgend­wann zu erfah­ren, um noch zu deren Kli­en­tel zu gehö­ren. Sicher gab es ab und zu ein­mal wirk­lich gute Tipps, aber sie neig­ten dazu, sich ermü­dend zu wie­der­ho­len. Mei­ne aktu­ell­ste PC-WELT-Aus­ga­be ist dem­nach nun auch bald zehn Jah­re alt.

Wie­der­ho­lun­gen sind eine gute Über­lei­tung zur zwei­ten Ursa­che: Die mei­sten aktu­el­len Com­pu­ter­ma­ga­zi­ne erstrei­ten die Gunst neu­er Leser­schaft, indem sie zumin­dest im Ansatz ver­su­chen, bereits auf den Titel­sei­ten dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sich die betei­lig­ten Schrei­ber­lin­ge beim Recher­chie­ren neu­er The­men auch ein wenig ange­strengt und etwa neue Ent­wick­lun­gen ent­deckt haben. Nicht so die PC-WELT, die im Zeit­schrif­ten­re­gal auf ihrem total auf­wän­dig gestal­te­ten wei­ßen Titel­blatt stän­dig markt­schreie­risch die „geheim­sten Hacker­be­feh­le“ („Hacker-Befeh­le“) anpreist, „jetzt noch gehei­mer, ille­ga­ler und ver­bo­te­ner“, weil legal zwar sach­lich rich­ti­ger wäre, sich aber auch weni­ger toll ver­kau­fen lie­ße.

Und drit­tens hat die Redak­ti­on der PC-WELT in ihre Arti­kel selbst außer Markt­schreie­rei auch nicht viel Gehirn­schmalz gesteckt. Soeben fand ich, mehr zufäl­lig, auf ihrer Inter­net­sei­te einen so genann­ten Pro­dukt­test, der einen Gra­fik­be­trach­ter für Win­dows zum The­ma hat­te. Ich mag Tests von Anwen­dun­gen, die ich noch nicht aus­wen­dig beherr­sche, zwar durch­aus, aber in die­sem Fall blieb mein Blick weni­ger auf dem Test selbst als viel­mehr auf sei­ner For­mu­lie­rung haf­ten; ich erlau­be mir, um kei­ne Zita­te aus dem Zusam­men­hang zu rei­ßen, den Test in Ori­gi­nal­schreib­wei­se und ‑zei­chen­set­zung anzu­fü­gen:

Die Free­ware FastStone Image View­er ist ein Bild­be­trach­ter, mit dem Sie ihre Bil­der auch bear­bei­ten kön­nen.

Der Gra­tis FastStone Image View­er kann mit den gän­gig­sten For­ma­ten wie BMP, JPEG, JPEG 2000, GIF, PNG, PCX, TIFF, WMF, ICO, TGA und auch mit RAW For­ma­ten (CRW, CR2, NEF, PEF, RAF, MRW, ORF, SRF und DNG) umge­hen.
Das kosten­lo­se Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm FastStone Image View­er ist kann ohne Ein­schrän­kun­gen im Funk­ti­ons­um­fang run­ter­ge­la­den wer­den kann. Wir stel­len Ihnen die­ses Pro­gramm und eini­ge ande­re Bild­be­trach­ter hier aus­führ­lich vor. In der aktu­el­len Ver­si­on des FastStone Image View­ers wur­de u.a. die Ober­flä­che in 15 neue Spra­chen über­setzt. Wei­te­re Neue­run­gen fin­den Sie hier. Um einen Test des kosten­lo­sen FastStone Image View­ers zu lesen, klicken Sie ein­fach hier.

Wer es schafft, beim ersten Lesen – den Ver­weis auf die Klick­strecke unter dem Test zäh­le ich nicht mit – alle Hin­wei­se auf den Preis des kosten­lo­sen Free­ware-Pro­gramms (gra­tis) zu fin­den, bekommt ein Fleiß­bi­en­chen.
Dem IDG-Ver­lag stün­de, glau­be ich, ein Lek­tor gut zu Gesicht.

PersönlichesNetzfundstückeFotografie
Impres­sio­nen: Roman­ti­sche Betrach­tung eines Nach­mit­tags im Spät­som­mer (Ver­such 4)

Man schlen­dert eines Nach­mit­tags durch die rege beleb­te Ein­kaufs­stra­ße der Stadt. Lem­min­gen gleich wuseln Men­schen um einen her­um. Die Son­ne kann sich nicht recht ent­schei­den, ob sie ihrer Kraft Aus­druck ver­lei­hen möch­te. Die Män­tel und die Eltern sind zu dick, die Shirts und die Mäd­chen sind zu dünn.

Unge­wiss wie das Wet­ter ist auch die Sze­ne. Men­schen kom­men aus dem Nichts und gehen ins Nir­gend­wo. Gleich­sam als Kon­tra­punkt summt der klei­ne Mann im Ohr Edie Brickells „Good Times“. Spär­lich beleuch­te­te Häu­ser­fas­sa­den schei­nen wie im Traum im Takt dazu zu wip­pen. Über­wäl­tigt von den Ein­drücken muss man sich erst ein­mal set­zen und ver­gisst, was man eigent­lich mit der frei­en Zeit anfan­gen woll­te; statt­des­sen stiert man wort­los auf das Schau­spiel der Emo­tio­nen und ver­säumt es tat­säch­lich, mit­zu­schrei­ben.

You don’t even have to try, here comes easy for you.

Drau­ßen wer­den die Jacken wie­der län­ger, drin­nen indes brei­tet sich eine selt­sa­me Wär­me aus.
Das Leben kann so schön sein, wenn man nicht dar­über nach­denkt.

(Fast vom Stuhl gekippt wäre ich übri­gens auch, als ich die­se Schlag­zei­le las: „Hor­ror-Schock“, na, aber min­de­stens; drun­ter machen sie’s nicht mehr. Neben­bei bemerkt und weil ich noch ein wenig Platz in der Klam­mer habe: Will­kom­men auf dem neu­en Ser­ver, lie­be Leser!)

Internes
In eige­ner Sache: Sei­ten­aus­fäl­le (Ana­ly­se und Aus­blick)

Hoch­ver­ehr­tes Publi­kum,

in den letz­ten Tagen war die­se Inter­net­prä­senz erst­mals seit über einem Jahr zunächst nur ein wenig trä­ge, schließ­lich aber auch mehr­fach nicht erreich­bar, bevor­zugt nachts ent­schloss sie sich dazu, ihre Mit­ar­beit kurz­zei­tig zu ver­wei­gern, was vor allem unan­ge­nehm des­halb ist, weil der Bei­trag über Eli­za Orvind, in Foren und Blogs viel­fach ver­linkt und bis­lang etwa vier­hun­dert­mal gele­sen, ihr erst­mals eine nicht gerin­ge Bekannt­heit ein­ge­bracht hat.

Statt der gewohn­ten gram­ma­ti­ka­li­schen Fines­sen und aus­ge­feil­ten Spit­zen erwar­te­te den geneig­ten Leser jedoch mit­un­ter nur ein Lade­bal­ken und dann eine lee­re („wei­ße“) Sei­te, wie mir, der ich natür­lich nicht stän­dig selbst alles auf kor­rek­tes Funk­tio­nie­ren prü­fe, mehr­mals zuge­tra­gen wur­de.

Unfreu­dig schrieb ich zunächst eine E‑Mail an den (übri­gens über­aus freund­li­chen und kom­pe­ten­ten) Kun­den­dienst des für die­se Sei­te zustän­di­gen Ser­ver­be­trei­bers, der mir unter ande­rem den Tipp gab, mit­tels fol­gen­den Ein­trags in der Datei .htac­cess eine Feh­ler­ana­ly­se vor­zu­neh­men (den Datei­pfad habe ich wohl­weis­lich aus dem Code ent­fernt):

php_flag log_errors on
php_value error_log "/www/htdocs/.../errorlog.txt"

Die erzeugte Datei sammelte in den nächsten Tagen einige Informationen, anhand derer ich unter anderem vorläufig das offenbar inkorrekt arbeitende Plugin deaktivierte, das hier bislang für die Anzeige ähnlicher Beiträge zuständig war. Vorhin nun tauchte in der Datei errorlog.txt schließlich die eigentliche Ursache für die Ausfälle auf:

[22-Aug-2010 00:17:40] WordPress-Datenbank-Fehler MySQL server has gone away für Abfrage (...)
Nun ist "... has gone away" natürlich eine Meldung, die mich zum Lächeln zu bringen vermochte; im IRC witzelte ich, der Datenbankserver sei vermutlich kurz einkaufen gegangen, kontaktierte aber auch erneut den Serverbetreiber. Nach einem kurzen Dialog kann ich euch, liebe Leser, nun die erhoffte Lösung präsentieren: In der kommenden Nacht ab 2 Uhr wird diese Internetpräsenz auf einen anderen Server innerhalb des Rechenzentrums umgezogen (in dieser Zeit, vermutlich wird es wenige Stunden dauern, wird die Seite erneut nicht erreichbar sein), um dem bisherigen Server ein wenig Entlastung zu verschaffen. Sollte dies keinen dauerhaften Erfolg haben, so werde ich auf lange Sicht wohl ein wenig Geld für die Miete eines eigenen Servers - bislang verließ ich mich auf Shared-Hosting-Lösungen - beiseite legen müssen. Es ist furchtbar. Ich bedanke mich bei meinen aufmerksamen Lesern für die Hinweise. :)

Sonstiges
Drei Jah­re sind eine Ewig­keit. In Han­no­ver.

Drei Jah­re ist es jetzt etwa her, dass das bis dahin sich reger Beliebt­heit erfreu­en­de, weil nicht auf Nach­rich­ten rund um Han­no­ver beschränk­te Forum der Han­no­ver­schen All­ge­mei­nen Zei­tung, das HAZ-Forum (hier eine archi­vier­te Fas­sung kurz vor der Abschal­tung), geschlos­sen und durch eine Funk­ti­on ersetzt wur­de, die Nach­rich­ten auf der Inter­net­sei­te der Zei­tung bloß zu kom­men­tie­ren.

Was hat­ten wir für einen Spaß in „unse­rem“ Forum; selbst ich als Nicht-Han­no­ve­ra­ner betei­lig­te mich begei­stert an dem einem Fami­li­en­le­ben nicht unähn­li­chen Zusam­men­spiel von humor­vol­ler Mode­ra­ti­on, ern­sten Gesprä­chen über Leben und Poli­tik und vor allem vie­len zu Spä­ßen auf­ge­leg­ten Schrei­bern.

Viel­leicht war es aber zu viel ver­langt, dem Schwall an oft aus­ufern­den, aber näch­te­lang belu­sti­gen­den Off-Topic-Dis­kus­sio­nen und Mehr­fach­an­mel­dun­gen eigent­lich auf Lebens­zeit gesperr­ter Mit­dis­ku­tan­ten Ein­halt zu gebie­ten. Viel­leicht hat die Ver­lags­grup­pe Mad­sack, eine deut­sche Gesell­schaft zu ihrem Glück, sich gedacht, HAZ.de wäre eine ernst zu neh­men­de Alter­na­ti­ve zu SPIEGEL.de, wenn man den Benut­zern eben­so wie dort jede Mög­lich­keit, unmo­de­riert auch über absei­ti­ge The­men zu dis­ku­tie­ren, nimmt. Viel­leicht woll­ten sie sich auch ein­fach nur das Gehalt für die Mode­ra­to­ren (damals homo­fa­ber und Tai) spa­ren; jeden­falls erschien eines Tages eine Ankün­di­gung, das Forum wer­de in Bäl­de geschlos­sen und durch einen Kom­men­tar­be­reich ersetzt. Zucker­brot ist aus, Peit­schen haben wir aber noch.

Nun, die Benut­zer fan­den es weni­ger lustig und zogen sich pikiert zurück; ver­ständ­lich, denn wenn man der Sug­ge­sti­on gewahr wird, dass kein Inter­es­se an der über meh­re­re Jah­re gepfleg­ten Dis­kus­si­ons­kul­tur besteht, dann hat man selbst eben­falls kein gro­ßes Inter­es­se mehr dar­an, ihr in all­zu ein­ge­schränk­ter Form wei­ter­hin zu frö­nen.

Nach fast drei Jah­ren darf das Expe­ri­ment nun also getrost als geschei­tert ange­se­hen wer­den, da es eben der Dis­kus­si­ons­kul­tur (es fehl­te gemäß Twit­ter „etwas Dis­zi­plin“) nicht auf die Sprün­ge half, den Off-Topic-Bereich zu strei­chen. Die ent­spre­chen­den Dis­kus­sio­nen wur­den statt­des­sen eben im Arti­kel­be­reich geführt.

Inso­fern ist es trotz aller Unken­ru­fe als Fort­schritt zu sehen, dass die Mad­sack-Grup­pe inzwi­schen ver­ges­sen (oder ver­drängt?) hat, dass sie sich vor eini­gen Jah­ren durch die Schlie­ßung und Ver­nich­tung des Forums qua­si selbst ins Bein geschos­sen hat­te, und mit gro­ßem Tam­tam ein neu­es Forum ins Leben rief, das zwar in Bezug auf die Auf­tei­lung und das design noch in den Kin­der­schu­hen steckt, in dem sich aber schon eini­ge der alten Recken wie­der ange­mel­det haben, um es mit neu­em Leben zu befül­len.

It’s a place whe­re the past and the good things will last.
– Julie Andrews: The Val­ley That Time For­got

Nun denn:
Auf ein Neu­es!

In den Nachrichten
Mops­fi­de­le Die­bes­tour

Fol­gen­de dpa-Mel­dung (der­weil auf diver­sen Nach­rich­ten­sei­ten zu fin­den) wur­de mir heu­te zuge­spielt:

Mit ent­blöß­tem Busen hat eine 14-Jäh­ri­ge in Paris ihr Opfer wehr­los gemacht und ihm 300 Euro gestoh­len. Das Mäd­chen habe gemein­sam mit einer Freun­din und einem zwölf Jah­re alten Jun­gen mehr­fach auf die­se Wei­se Kun­den an Geld­au­to­ma­ten über­rum­pelt, berich­te­te die Zei­tung „Le Pari­si­en“. Einem der Opfer soll sie auch zwi­schen die Bei­ne gefasst haben, um ihn abzu­len­ken. Die bei­den Mäd­chen wur­den einem Jugend­rich­ter vor­ge­führt, dann aber frei­ge­las­sen. Der Zwölf­jäh­ri­ge kam in ein Heim.

Dass vie­le Mäd­chen bereits mit 14 ein selbst mir als eher pro­gres­siv-libe­ra­lem Unkon­ser­va­ti­ven ego­zen­trisch und ver­quer anmu­ten­des Ver­hält­nis zur eige­nen Sexua­li­tät ent­wickelt haben und freu­dig pfle­gen, ist alt­be­kannt und an sich nicht zu ver­ur­tei­len; eigent­lich sind hier indes meh­re­re ande­re Aspek­te beson­ders bemer­kens­wert.

Erstens:
Anhand der Eigen­schaft, einen Geld­au­to­ma­ten bedient zu haben, als erwach­sen bekann­te Män­ner wur­den „mit ent­blöß­tem Busen … wehr­los gemacht“, und zwar nicht etwa nur einer (Mann, nicht Busen), son­dern gleich meh­re­re (immer­hin offen­bar nach­ein­an­der); wie genau hat man sich das vor­zu­stel­len, also das mit der Wehr­lo­sig­keit, nicht den Busen? Ich mei­ne, jeman­den, der sich allein durch den Anblick von Kin­der­bu­sen der­ma­ßen aus der Fas­sung brin­gen lässt, dass man ihm unge­hin­dert sein sau­er ergau­ner­tes Geld abneh­men kann, habe jeden­falls ich noch nicht per­sön­lich ken­nen­ge­lernt, und aus der jün­ge­ren Lite­ra­tur­ge­schich­te ist zumin­dest mir da auch nur Pro­fes­sor Hum­bert Hum­bert bekannt (der, neben­bei wer­tungs­frei ange­merkt, übri­gens auch Fran­zo­se war).

Zwei­tens:
Zwei Mäd­chen, eines von ihnen unkla­ren Alters, besteh­len rou­ti­ne­mä­ßig lüster­ne Geld­ab­he­ber, indem sie sie sexu­ell belä­sti­gen, und kom­men unge­scho­ren davon. Ein Jun­ge, der ihnen auf irgend­ei­ne Wei­se assi­stiert hat, wobei ich bezwei­feln möch­te, dass sei­ne Hand­lun­gen auch nur annä­hernd ein der­art tie­fes Niveau erreicht haben, wird ver­gleichs­wei­se hart bestraft. Da all dies in Frank­reich statt­ge­fun­den hat, geht die Sub­ti­li­tät des fol­gen­den Sat­zes lei­der zu einem gro­ßen Teil flö­ten, aber ich möch­te ihn den­noch (oder gera­de des­we­gen) nicht unge­schrie­ben las­sen: Der Jugend­rich­ter ist bestimmt Fran­zo­se!

(Zwei­punkt­eins: Ande­re Län­der, ande­re Sit­ten! Geschä­he ein Vor­fall die­ser Art in Deutsch­land, kämen die Täter zwar eben­falls nahe­zu straf­frei davon, die Beraub­ten indes müss­ten sich den Vor­wurf der Pädo­phi­lie gefal­len las­sen, sonst hät­ten sie ja Anzei­ge erstat­tet und/oder weg­ge­guckt. Und wer trü­ge wie­der die Schuld? Das Inter­net!)

Elle les fasci­ne, les hyp­no­ti­se, ses yeux sont magi­ques,
ils hal­lu­ci­n­ent, puis ils dépri­ment; quels fan­tas­mes tra­gi­ques!

– Ste­reo Total: Loli­ta Fan­tô­me

PolitikIn den Nachrichten
Dis­ku­tan­ten­auf­stand

Da freue ich mich doch gera­de wie ein Erd­fer­kel, dass ich vor­hin kei­nen Kaf­fee trank, denn ich hät­te ihn ver­mut­lich vor Schreck ver­schüt­tet. Denn was wur­de da von einer nicht näher benann­ten Sen­de­an­stalt in die Emp­fangs­ge­rä­te geschallt?

Die vor etwa einem Jahr auf sämt­li­chen Kanä­len the­ma­ti­sier­te Bom­bar­die­rung zwei­er Tank­la­ster in Afgha­ni­stan, der ziem­lich vie­le Tote folg­ten, habe „in Deutsch­land Dis­kus­sio­nen … aus­ge­löst“, mit der Beto­nung auf „Dis­kus­sio­nen“, als sei­en Dis­kus­sio­nen hier­zu­lan­de prä­gnan­ter als jede nur denk­ba­re Revo­lu­ti­on; „Gefahr, Herr König, sie dis­ku­tie­ren bereits!“

In der Hoff­nung, dass dies eine pein­li­che For­mu­lie­rungs­pan­ne sein soll­te, ver­ge­wis­ser­te ich mich im Inter­net, dass dies nicht so ist. Allent­hal­ben war in den Tagen und Wochen nach dem Bom­bar­de­ment von „Dis­kus­sio­nen“ die Rede, die jetzt total plötz­lich ent­stan­den waren und nicht etwa schon seit dem Marsch­be­fehl exi­stiert hat­ten, unter ande­rem in die­sem Arti­kel (sehr lobens­wer­te Über­schrift auch, Herr Blum!).

Nein, kei­nes­falls hat die zweck­freie, völ­ker­recht­lich ver­mut­lich auch nicht unbe­dingt als total pri­ma ein­zu­stu­fen­de Tötung von Zivi­li­sten irgend­wel­che „Dis­kus­sio­nen“ um Sinn und Unsinn des Kampf­ein­sat­zes „aus­ge­löst“. Man hat­te sich zu die­sem Zeit­punkt bereits seit Jah­ren dar­auf geei­nigt, dass eine deut­sche Armee da unten nichts ver­lo­ren hat. Allein: Hät­te das deut­sche Volk nicht längst das Wis­sen um und die Bereit­schaft zu die und der Durch­füh­rung eines anstän­di­gen Auf­stan­des, wie er in Frank­reich noch immer als hohes Kul­tur­gut gepflegt wird, ver­lo­ren, so gäl­te die Dis­kus­si­on nicht als aggres­siv­stes Pro­test­me­di­um. Was die Men­schen, bei denen man „Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst“ hat, woll­ten, war der Rück­tritt die­ses beklopp­ten Kriegs­trei­ber­hau­fens. Da gab es gar nichts zu dis­ku­tie­ren.

Andern­falls hat der 2. Welt­krieg eben­falls „Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst“, aber lusti­ger­wei­se wird das in den Geschichts­bü­chern nie erwähnt.

(Da wir gera­de bei Poli­tik waren, noch zwei Kur­ze: Das Innen­mi­ni­ste­ri­um von Rhein­land-Pfalz hat nicht nur beschlos­sen, den Bun­des­tro­ja­ner ein­zu­füh­ren (via Fefe), son­dern kann auch ganz offen­sicht­lich „dass“ und „das“ nicht aus­ein­an­der­hal­ten. Wie lau­tet eigent­lich noch mal der Fach­be­griff für die Herr­schaft der Blö­den?)

NetzfundstückeNerdkrams
„It’s magic.“

Ach, was hat Apple denn da wie­der für pri­ma Spiel­zeug im Ange­bot?

Ein „Magic Track­pad“, eine magi­sche Spur­auf­la­ge also, als furcht­bar inno­va­ti­ven Mau­ser­satz.

Wahr­lich ein auf­re­gen­der Name, der vor Geheim­nis­volli­tät nur so leuch­tet!
Und was kann man damit so alles machen?

Kauft man sich ein Magic Track­pad, kann man die eige­nen Fin­ger benut­zen, um durch Sei­ten zu scrol­len und zu klicken.
Boah, ey.

Als hät­te man eine rich­ti­ge Maus!
Dan­ke, Apple! Dar­auf hat die Welt gewar­tet.