Musikkritik
A.R. & Machines — Die grüne Reise

A.R. & Machines - Die grüne ReiseDieser Tage ist in der Presse zu lesen, dass Achim Reichel, bekan­nt für Scheiß­musik, um 1970 herum auch mal gut war, was er mit­tler­weile auch selb­st einge­se­hen hat und dem Abfeiern sein­er Exper­i­men­tal­phase aktiv zuar­beit­et. Für die beste Plat­te dieser Schaf­fen­sphase, die mit dem tre­f­fend benan­nten Album “Erhol­ung” 1975 endete und anschließend ohne merk­lichen Über­gang durch besagte Scheiß­musik ver­drängt wurde, wird “Die grüne Reise” von 1971 (Amazon.de, TIDAL) gehal­ten. Weil mich das musikalisch Obskure meist reizt, habe ich mal reinge­hört.

Auf die Ohren gibt es keine See­mannslieder und keinen Beat­blödsinn, son­dern jahres- und lan­desübliche Dro­gen­musik, wie sie zur gle­ichen Zeit auch aus diversen Hip­piekom­munen zu hören war. Die Leg­ende besagt, dass der Kom­pon­ist nur verse­hentlich auf einen ihm unbekan­nten Knopf an seinem Effek­t­gerät gekom­men war und plöt­zlich eine Einge­bung hat­te, aus der diese Musik ent­stand, aber darum mag es ger­ade mal nicht gehen. — Die “grüne Reise” ist tat­säch­lich aufge­baut wie eine solche, sich über zehn Stücke, von denen die meis­ten recht kurz sind, allmäh­lich steigernd und in den nicht unin­ter­es­san­ten Fastzwölfminüter “Truth And Prob­a­bil­i­ty (A Lex­i­con For Self-Knowl­edge)” mün­dend. “Die grüne Reise”, das sei gesagt, ist bilin­gual, die Texte, sofern gegeben, sind englis­chsprachig.

A.R. & Machines — Globus (Globe) (Die Grüne Reise)

“Die grüne Reise” ist, ver­mut­lich nicht zulet­zt wegen sein­er Entste­hungsle­gende, ziem­lich repet­i­tiv und damit trotz sein­er angenehmen Kan­ten weniger selt­sam als manche zeit­genös­sis­che Konkur­renz, was keineswegs heißen soll, dass es nicht genau das richtige Maß an “was war das denn ger­ade?” bietet, wenn man in so ein­er Laune ist. Dabei ist das eröff­nende “Globus”, soeben zu hören gewe­sen, mit sein­er Flir­rigkeit noch beina­he ein wenig untyp­isch für das Album: Drei der vier “Station”-Stücke, deren erstes beina­he gewöhn­lichen Rock ins Klang­bild inte­gri­ert, leg­en vor dem Hör­er eine elek­tro­n­is­che Land­schaft im Geiste von Tan­ger­ine Dream u.a. aus, mit­tig unter­brochen von dem beina­he Can-tauglichen Gesangsstück “I’ll Be Your Singer. You’ll Be My Song”. Und dann wäre da noch das let­zte Stück (auf späteren Fas­sun­gen von zwei weit­eren Stück­en aus späteren Veröf­fentlichun­gen, näm­lich den recht entspan­nen­den Titeln “Gute Reise” und “Atmos­phere”, ver­fol­gt), eine für diesen Kün­stler und selb­st dieses Jahr ver­gle­ich­sweise bek­loppte Dar­bi­etung dessen, was man aus ein­er Gitarre, ein paar Echoef­fek­ten und, wie ich ein­fach ein­mal annehmen möchte, ordentlich Dro­gen so her­aus­holen kann, Hüh­n­erg­eräusche eingeschlossen:

Achim Reichel & Machines — Truth And Prob­a­bil­i­ty (A Lex­i­con For Self-Knowl­edge)

Ich bin ins­ge­samt einiger­maßen verblüfft über die medi­ale Rezep­tion dieses Albums aus­gerech­net im Jahr 2017, mir selb­st aber auch noch nicht ganz sich­er, was ich von dem Gehörten hal­ten soll. Als Wer­tung möchte ich obiges “nicht unin­ter­es­sant” ein­fach mal ste­hen lassen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Pluralistisch wie der Vatikan.

Von ein­er Partei, deren Vor­sitzende poli­tis­che Forderun­gen mit dem Alten Tes­ta­ment begrün­det, etwas Restver­nun­ft zu erwarten ist ver­mut­lich ein reich­er Quell der Ent­täuschung, aber diesen Antrag der Leipziger “Linken” möchte ich dann doch nicht uner­wäh­nt lassen:

Com­pact und andere Ver­lage (…) von der Buchmesse auss­chließen, um (…) Plu­ral­is­mus zu ermöglichen!

Und wenn wir dann noch alle Parteien außer der “Linken” ver­bi­eten und eine großzügig dimen­sion­ierte Mauer hochziehen, haben wir endlich wieder vernün­ftige Ver­hält­nisse in Ost­deutsch­land. Braucht Rus­s­land noch ein biss­chen Fläche?


Pri­ma Fest­stel­lung zum lästi­gen Texte­d­i­tor Atom: “Ein Github­nutzer taucht auf, um damit zu prahlen, dass man ‘fast ohne Verzögerung’ tip­pen kann.”

PolitikIn den Nachrichten
Kurz angemerkt zum “grünen” Koalitionsverständnis

Wenn nun, da “Jamai­ka” (ehe­dem: “Schwampel”), wie bere­its heute früh bemerkt, bis auf Weit­eres keine Koali­tion­sop­tion mehr darstellt, die Grü­nen, die sich seit spätestens ihrem fehlen­den Prinzip­i­en zu ver­dank­enden Auf­stieg 1998 vor allem dadurch her­vor­tun, dass sie sich einem Chamäleon gle­ich ihrer poli­tis­chen Umge­bung, sei sie nun kriegerisch oder sei sie nun auto­mo­bil­fre­undlich, anpassen und sich dabei auf­grund aus­bleiben­der Stärke des Wil­lens, eigene poli­tis­che Inhalte außer­halb Twit­ters und Talk­shows durchzuset­zen, sowohl in Koali­tio­nen mit der CDU, für deren Gun­st sie auch schon mal Hand­granat­en für Polizis­ten für eine gute Idee hal­ten, als auch mit den “Linken” und sog­ar mit der recht­spop­ulis­tis­chen SPD wohl genug fühlen, sich auf viel­er­lei Kanälen darüber beschw­eren, dass die F.D.P., deren Wahlver­sprechen mit den ihren nicht zu vere­in­baren waren, im Gegen­satz zu ihnen ab ein­er gewis­sen Menge an Kom­pro­mis­sen (lies: Stre­ichun­gen von poli­tis­chen Zie­len [lies: Prinzip­i­en]) nicht mehr bere­it war, die Inhalte, für die sie gewählt wurde, irgen­dein­er Beteili­gung am Fut­tertrog mit gut bezahlten Pöstchen unterzuord­nen, denn das sei, faselte Rein­hard Bütikofer, eine Ver­weigerung “staat­spoli­tis­ch­er Ver­ant­wor­tung”, als lautete die einzig rel­e­vante staat­spoli­tis­che Ver­ant­wor­tung in ein­er par­la­men­tarischen Demokratie — sofern das Wort “Demokratie” sich für Vertreter­sys­teme über­haupt eignet — nicht, den Willen der Mehrheit­en, die sich dur­chaus manch­mal etwas dabei denken, dass sie sich beim Kreuzemachen für eine bes­timmte Partei entschei­den, und ihre poli­tis­chen Wün­sche mit­tels Wahl über­haupt erst zu irgendwelchen “Sondierun­gen” führen ließen, best­möglich umzuset­zen, son­dern diese Mehrheit­en wie bere­its in den let­zten Jahren dank über­ra­gen­der prozen­tualer Über­legen­heit durchzuregieren, auf dass jede Oppo­si­tion man­gels Stim­man­teils poli­tisch egal sein möge, dann diskred­i­tiert das tat­säch­lich eine bes­timmte Partei; und die trägt kein Grün in ihren Far­ben.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Kamchatka — Tango Decadence // Ausgeschwampelt.

Guck mal, wie der guckt!Es ist so was von Mon­tag, da brauchen wir gar nicht drüber zu disku­tieren; machen wir auch nicht, ist ja kein Chat hier. Gibt es noch was zu Pand­abären in den Nachricht­en? Natür­lich, denn Pand­abären sind immer gefragt: Mela­nia Trump hat sich Pan­das angeguckt. Drol­lige Wesen scheinen in ihrem Leben eine große Rolle zu spie­len.

Apro­pos Poli­tik­er: Während in Däne­mark Hip­ster­ver­bote zur Diskus­sion ste­hen, ver­lief die hiesige poli­tis­che Diskus­sion in den let­zten Tagen etwas zäh. Die Koali­tions­bil­dung der dreiein­halb ange­blich mit einem Regierungsauf­trag aus­ges­tat­teten Parteien anlässlich der Neu­bil­dung des kom­menden Bun­destags gestal­tete sich Medi­en­bericht­en zufolge unge­fähr so schwierig wie angenom­men, was schließlich und endlich in einen Verzicht seit­ens der F.D.P. mün­dete. Wäre es nicht für jeden Wäh­ler eine weitaus angenehmere Entschei­dung, man verzichtete auf irgendwelche Klün­geleien und set­zte die Parteien stattdessen in dem Wahlergeb­nis entsprechen­den Anteilen nebeneinan­der in diesen Bun­destag? — Ach, das wäre dann Volk­swille. Mein Fehler!

Manch­mal ste­ht Nutzen eben vor cool­ness. Bei “heise online” ver­ste­ht man das nicht, dort preist man den ollen Chrome­fox 57 dafür, dass er “wieder cool” sei, und plöt­zlich meldet sich schmerzhaft das Alter und weist darauf hin, dass man solchen Kri­te­rien beim Instal­lieren von Krams nichts mehr abgewin­nen kann. Gute Nachricht­en während­dessen: Bet­teln ist auch ein Beruf. Da möchte man fast gewalt­tätig wer­den, zum Glück fällt einem noch rechtzeit­ig ein, dass Gewalt ger­ade nicht so gefragt ist, nicht ein­mal in einem Heer aus Men­schen, deren Beruf es ist, mit Geräten, die allein zu Gewaltzweck­en erfun­den und gebaut wur­den, in irgendwelchen Län­dern herumzuren­nen. Was, Meucheln ist jet­zt ver­pönt? Nein, natür­lich nicht — nur sex­uelle Gewalt wird nicht gern gese­hen, find­et man im Feuil­leton (“Nachricht­en”).

Was man im Feuil­leton nicht so find­et, ist gute Musik gut. Aber dafür bin ich ja da.

Kam­chat­ka — Tan­go Deca­dence ( OFFICIAL VIDEO )

Guten Mor­gen.

ProjekteNerdkrams
Wer sich in die “Cloud” begibt, der kommt darin um (2).

Ich arbeite momen­tan qua­si neben­bei an einem etwas umfan­gre­icheren Browserdin­gens, zu dem ich zu gegeben­er Zeit vielle­icht noch ein biss­chen Ver­mark­tungs­blabla fall­en lassen werde. Um die Zeit bis dahin zu über­brück­en, habe ich für den endlich veröf­fentlicht­en Chrome­fox “Fire­fox” 57 eine ein­fache Erweiterung geschrieben, die auf deutsch- und englis­chsprachi­gen Web­sites das gefährliche Bin­gowort “Cloud” durch “die Com­put­er ander­er Leute” erset­zt, zum Beispiel auf Ver­gle­ich­sportal­en:

So klingt es gleich viel richtiger.

Ich ver­mute, die Gram­matik ist in manch­er For­mulierung noch nicht ganz sauber. Die erste Testver­sion ist jeden­falls auf Mozilla.org zu find­en. Die Lizenz — wie meist — ist die WTFPL. Erfrischen­der­weise find­et Mozil­las automa­tis­che Über­prü­fung, die Lizenz sei nicht sehr schön for­muliert. Ich bin immer wieder über­rascht.

PolitikIn den NachrichtenComputerMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 17. November 2017

Fem­i­nis­mus sei Sex­u­alkom­mu­nis­mus, resümiert Had­mut Danisch.


Die seit einem Viertel­jahrhun­dert obso­lete NATO kann — hier muss ich erneut dem türkischen Präsi­den­ten zus­tim­men — auch weg.


Nach­dem sich aus­re­ichend viele Men­schen darüber beschw­ert haben, dass es auf Twit­ter auch dann möglich war, nachzuweisen, dass man wirk­lich der ist, der man zu sein vorgibt, wenn man ziem­lich kon­ser­v­a­tive poli­tis­che Ansicht­en hat, hat Twit­ter jet­zt Kon­se­quen­zen gezo­gen und nimmt “den Recht­en” die Ver­i­fika­tion weg. Ein blaues Häkchen bedeutet jet­zt nicht mehr nur, dass man wirk­lich man selb­st ist, son­dern auch, dass man poli­tisch auf der Seite der Guten ste­ht. Wer mir min­destens acht Nachteile dieses Vorge­hens nen­nen kann, bekommt ein Fleiß­bi­enchen, wird danach allerd­ings wahrschein­lich von Twit­ter ges­per­rt.


Apro­pos Sper­ren: Während sich in Deutsch­land alle Medi­en an der AfD abar­beit­en, beschließt die CDU im Europäis­chen Par­la­ment wieder mal wider­lich­es Zeug, dies­mal schon wieder Net­zsper­ren.


Läuft bei Fußfes­seln, näm­lich davon.


Kom­men wir von alten zu neuen Jugend­wörtern: Das “Jugend­wort des Jahres” ist auch diesjährig wed­er ein Wort noch wird es von Jugendlichen ver­wen­det.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Endlich: Grüne bluten für ihr Land!

Es soll ja nie­mand annehmen, nur in der Piraten­partei hätte es ein Son­der­ling leicht, zum Fach­mann für irgend­was gekürt zu wer­den. Die sich selb­st als “Finanz­ex­per­tin” beze­ich­nende Lisa Paus, aus unklarem Grund für die “Grü­nen” im Bun­destag unser Geld wegsitzend, fragte näm­lich am ver­gan­genen Mon­tag doof auf Twit­ter:

Was haben Schnit­tblu­men, Skilift­fahrten und Ren­npferde gemein­sam.

Was Lisa Paus mit Ren­npfer­den gemein­sam hat, ist an dieser Stelle offen­sichtlich, näm­lich das mis­er­able Ver­ständ­nis für Zeichenset­zung, aber darum geht es natür­lich nicht, son­dern um eine kreis­cherische Peti­tion ein­er anderen Frau, über die nur wenig bekan­nt ist:

Sie ist 25, lebt in Berlin und beschäftigt sich mit fem­i­nis­tis­chen The­men. „Während des Studi­ums wurde am Ende des Monats oft das Geld knapp. Wenn ich dann noch meine Tage bekam, bin ich schon mal zu mein­er Mut­ter gegan­gen und habe um Geld gebeten“, sagt sie.

Dass es zum Lebenser­halt nicht reicht, sich mit fem­i­nis­tis­chen The­men zu beschäfti­gen und in Berlin zu wohnen, stellt außer­halb Berlins keine nen­nenswerte Über­raschung dar, aber statt den richti­gen Schluss zu ziehen und sich ein­er anständig bezahlten Pro­fes­sion, für die man etwas Vernün­ftiges ler­nen müsste, hinzugeben, stellt Peti­tion­istin Hele­na Ser­bent blöde “Kam­pag­nen” (das ist Wer­berisch für “bunte Web­seit­en”) ins sowieso schon nur noch schw­er erträgliche Web, die unter einem bescheuerten “Hash­tag” in Koex­is­tenz mit ger­adezu preiswürdig debilen Plakat­mo­tiv­en wie “Ich blute für mein Land” (da freut sich das Land aber) fol­gen­den Stuss propagieren:

Die Kam­pagne #Blood­y­Lux­u­ry­Tax zeigt eine für Frauen, Non-Bina­ry- und Trans­men­schen ungerechte Sit­u­a­tion auf — ganz ein­fach, weil CIS Män­ner nicht ihre Tage haben.

Worum geht es? Nun, vor allem darum, dass Hele­na Ser­bert von Steuer­recht keine Ahnung hat. Ihre gesamte “Kam­pagne” dreht sich um die Fest­stel­lung, dass “Damen­hy­gien­e­pro­duk­te” (also Tam­pons, Binden u.a.) mit 19 Prozent Mehrw­ert­s­teuer belegt sind, was nach ihrem nicht aus­re­ichen­den Ver­ständ­nis allein daran liegt, dass der Staat sel­bige Pro­duk­te zu Unrecht nicht als leben­snotwendig betra­chtet. Das erk­lärt dumme Fra­gen wie diese:

Während­dessen unter­liegen tat­säch­liche Luxu­sar­tikel wie Kaviar, 5‑Sterne-Zim­mer oder Kinokarten dem reduzierten Mehrw­ert­s­teuer­satz von 7%, welch­er für leben­snotwendi­ge Pro­duk­te vorge­se­hen ist. (…) st Kaviar wirk­lich leben­snotwendi­ger als Tam­pons oder Binden?

(Fehlen­des “i” aus dem Orig­i­nal über­nom­men.)

Natür­lich ist er das nicht, deswe­gen wird Kaviar ja wie zum Beispiel auch Hum­mer und Austern gemäß Anlage 2 UStG eben­falls mit 19 Prozent besteuert, aber wer außer Fem­i­nis­mus und Aus­ber­lin­sein nichts kann, der wird niemals in die finanzielle Lage kom­men, über­haupt über den Erwerb von Kaviar zwecks Über­prü­fung nachzu­denken. Ich ahne allerd­ings, woher die falsche Zahl kommt: Auf (mal wieder) taz.de log sich Pseu­do­ny­ma “Mor­gane Llanque” bere­its im März 2016 irgend­was über Sieben-Prozent-Kaviar zusam­men. Dass es sicher­lich Raum für Diskus­sio­nen lässt, ob die mobile Blu­tungsver­hin­derung “leben­snotwendig” ist oder nicht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht anzweifeln, aber die Behaup­tung, es han­dle sich um eine “für Frauen” (und so weit­er) ungerechte Sit­u­a­tion, ist selb­stver­ständlich ein ger­adezu schmerzhafter Beleg für die geballte Inkom­pe­tenz, mit der hier ver­sucht wird, Massen von Men­schen, die genau so wenig Ahnung vom Steuer­recht haben, dazu zu bewe­gen, eine Ungerechtigkeit wegzu­pe­ti­tion­ieren, die es gar nicht gibt.

Der Regel­satz von 19 Prozent Mehrw­ert­s­teuer (“Luxu­ss­teuer”, H. Ser­bert, anscheinend ca. 17. Jhd.) gilt näm­lich auch für Kon­dome und Her­ren­rasier­er, und während Kon­dome mitunter — je nach kör­per­lich­er Ver­fas­sung — im Gegen­satz zu irgendwelchen Blu­tungs­fängern tat­säch­lich Leben ret­ten kön­nen, wobei meist ein­er dieser ange­blich bevorzugten “Cis-Män­ner” (zu mein­er Zeit hieß das ja ein­fach nur “Män­ner”, aber damals wurde jemand mit Non-Bina­ry-Verir­rung auch noch als geistig ver­wirrt betra­chtet und bekam nicht stattdessen einen halb­wegs ser­iös wirk­enden Preis dafür) der­jenige ist, der diese Kon­dome eben benutzen muss, und nicht bloß dafür da sind, dass man weniger wider­lich aussieht, haben Her­ren­rasier­er eine eben­sowenig leben­snotwendi­ge Eigen­schaft wie Tam­pons oder Damen­binden; nur, dass hier­auf nicht ein­mal von bär­ti­gen Berlin­er Star­tup­knecht­en ein kün­stlich­er Geschlechterkampf gefußt wird. Klar: Berlin­er. Was ist da schon zu erwarten?

Lisa Paus — die mit den Ren­npfer­den — wird zur Peti­tion von der “taz” wie fol­gt zitiert:

„Wir wollen darüber reden, wie man Aus­nah­men abbaut. Solange das aber nicht in Sicht ist, geht die Welt nicht unter, wenn wir auch Damen­hy­gien­e­pro­duk­te begün­sti­gen“, sagt Grü­nen-Steuer­ex­per­tin Lisa Paus. Die Ini­tia­tive sei deshalb richtig, weil sie ein sehr gutes Sym­bol sei, um auf geschlechterun­gerechte Besteuerung hinzuweisen, die auch in anderen Bere­ichen vorherrsche.

Wenn jemand, der so wenig von Steuern ver­ste­ht, bere­its “Grü­nen-Steuer­ex­per­tin” sein darf, soll­ten wir hof­fen, dass es auch in Zukun­ft niemals einen “grü­nen” Vertei­di­gungsmin­is­ter geben wird.


In weit­eren Nachricht­en: ProSieben-Chef nen­nt Zuschauer “fet­tleibig und ein biss­chen arm”; und beson­ders schlau, wie sich aus den ein­schlägi­gen Fernse­hzeitschriften fol­gern lässt, sind sie, das füge ich hinzu, augen­schein­lich auch nicht unbe­d­ingt.

Spaß mit Spam
Unschlagbarmedia

Was passiert eigentlich, wenn man beim Inter­net­di­en­stean­bi­eter Uni­ty­media seinen Ver­trag nicht allzu frühzeit­ig ver­längert?

Nun, man bekommt irgend­wann eine E‑Mail mit einem per­sön­lichen Treueange­bot, das es ermöglicht, für einen Auf­preis von nur 0 Euro im Monat ein genau so schnelles Inter­net zu haben wie vorher, um zu ver­hin­dern, dass man ein­fach den Ver­trag kündigt und neu abschließt, was einen immensen Auf­preis von minus 10 Euro im Monat mit sich brächte.

[der­Grinch] damit du ein treuer kunde bleib­st
[der­Grinch] zum vorzugspreis von wie immer
[Lars] ja richtig, weil neukun­den für den sel­ben tarif näm­lich 25 euro zahlen, nicht wie ich, 35.

(Beschnei­dung und Markierung von mir.)

Das hat man dann halt davon. :irre:

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Elephant9 & Reine Fiske (live) // Kleine dicke Männer ziehen sich was an.

Hinter dieser Eule hat sich ein Panda versteckt.Es ist Mon­tag. Die aus­bleibende Erder­wär­mung lässt zweifeln, ob das Bege­hen dieses Tages außer­halb des schützen­den Inneren eine beson­ders gute Idee wäre, aber Pelzigkeit ist nur den Guten gegeben. Vielle­icht zählt es ja schon als krisen­er­probt, wenn man ständig eine Krise hat.

Wenn auch nur per­sön­liche, denn diplo­ma­tis­che Krisen über­lässt man lieber den Kön­nern: Der kleine Fett­sack hat mich alt genan­nt! Früher hätte es das nicht gegeben, früher hätte man da direkt das Mil­itär vor­beigeschickt. Man wird sich noch nach der Zeit zurück­sehnen, als der US-amerikanis­che Präsi­dent noch schrieb statt focht. Auch andere fecht­en mit Schrift statt Schw­ert: Auf “SPIEGEL ONLINE” stellt Jan Fleis­chhauer fest, dass man in Deutsch­land schneller drin ist als draußen; das mag es von seinem östlichen Vorgänger­staat über­nom­men haben.

Die Welt der Tech­nik ist auch nicht mehr die Welt der Schlauen: Die Bild­schirme der 2017 erschiene­nen Android-Flag­gschiffe der ein­schlägi­gen Smart­phone­hersteller weisen alle­samt, wie Medi­en bericht­en, aus irgendwelchen unklaren Grün­den qua­si als Nach­fol­ge­for­mat von “16:9” ein Größen­ver­hält­nis von 2:1 auf, das jedoch als “18:9” ver­mark­tet wird. Eine in ver­schiede­nen Foren und Blogs zu find­ende Erk­lärung für diesen math­e­ma­tis­chen Unsinn ist, dass die Men­schen auf diese Weise die Änderung zu vorher bess­er ver­ste­hen, weil sie den Unter­schied zwis­chen “16:9” und “2:1” nicht so offen­sichtlich erken­nen kön­nen; was die Ver­mu­tung, dass Smart­phones ihre Benutzer oft düm­mer machen, fra­g­los unter­stre­icht. Dazu passt die Mel­dung, dass ein­er Fir­ma, die ver­net­ztes Fick­spielzeug her­stellt, ein klein­er Fehler unter­laufen ist, so dass es ständig Dat­en durch die Gegend schick­te. Ist halt smart, ist halt mod­ern.

Auf “ZEIT ONLINE” faselt die merk­lich weniger smarte Bar­bara Kuch­ler davon, dass Frauen aufhören soll­ten, schön sein zu wollen, indem sie sich zum Beispiel endlich mal was anziehen, und behauptet, Män­ner hät­ten so etwas ja auch nicht nötig, über­sieht dabei aber, dass nicht alle Män­ner oder solche, die es gern wären, sich zum Beispiel in Anzüge oder Muskelshirts immer nur deshalb zwän­gen, weil diese so ein angenehmes Tragege­fühl bieten, son­dern manche, von denen ich mich schon aus Niveau­grün­den lieber dis­tanziert sehen möchte, mitunter auch, weil es eine ganz bes­timmte Art Frau gibt, die darauf jew­eils “ste­ht”. Ich für meinen Teil habe zwar einen ange­blich frag­würdi­gen Sinn für Mode, fände es allerd­ings dur­chaus ästhetisch und optisch bere­ich­ernd, würde der Markt für groteske Gesichts­be­malung aus­getrock­net, und sei es nur aus falsch ver­standen­em Kampf gegen “den Sex­is­mus”.

Akustisch bere­ich­ernd ist der­weil auch heute der gute alte (bzw. neue) Jaz­zrock.

Elephant9 with Reine Fiske — I Cov­er the Moun­tain Top (Live)

Guten Mor­gen.

Piratenpartei
Neues aus der Piratenanstalt: Den Faschismus verharmlosen dank Satzungsignoranz.

Apro­pos Laber­taschen.

Der zu jed­er­manns Erbau­ung nicht weit­er­hin amtierende Ver­wandte eines deutschen Foto­mod­ells, der bis zum Herb­st 2017 die Geschicke der Piraten­partei Deutsch­land mit viel Elan, aber selb­st ohne Geschick zu steuern glaubte, ist mit sein­er neuen Posi­tion als, wie es partei­in­tern heißt, Basis­gurke nach eigen­em Beken­nt­nis keineswegs unzufrieden, da er nun wieder eine Menge Zeit hat, um etwa für den kom­menden Lan­desparteitag seines Lan­desver­ban­des Anträge mitzugestal­ten. Erwäh­nte ich, dass Basis­demokratie eine schlechte Idee ist?

Es sei ange­merkt, dass der nor­drhein-west­fälis­che Lan­desver­band der Piraten­partei seit Jahren dafür bekan­nt ist, sich als Brut­stätte reich­lich illib­eraler Per­sön­lichkeit­en her­vorzu­tun, von denen manche mit sex­ueller Freizügigkeit, andere mit über­bor­den­dem Fem­i­nis­mus und wiederum Dritte mit bek­loppten Anträ­gen auf Parteita­gen bekan­nt gewor­den sind. Für die bis­lang let­zte, mit einem beachtlichen Ver­lust an die Wand gefahrene Land­tagswahl dachte man sich unter dem ger­adezu han­noveresk lust­los “aus­gedacht­en” Etikett “smart­gerecht” dort gar Plakat­mo­tive wie “Protest wählen! Keine Nazis!” aus, denn wenn schon für kon­struk­tive Poli­tik keine Fachkräfte mehr zuge­gen sind, so find­et sich sicher­lich immer irgen­dein blöder Wäh­ler, dem flache Gegen-irgend­was-Parolen Wahlanlass genug sind. Wenn man so will, ist Nor­drhein-West­falen aus Parteisicht das west­deutsche Bran­den­burg.

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PersönlichesNetzfundstückeNerdkrams
Nachtrag zu #280Zeichen: Macht euch ein Blog, ihr Labertaschen.

Twit­ter kannich erwäh­nte es gestern — jet­zt 280 Zeichen. Die Deutsche Bahn beschw­erte sich ver­meintlich selb­stiro­nisch, dass die Zeichen für die möglichen Gründe für eine Zugver­spä­tung immer noch nicht reichen.

Selb­stver­ständlich hält die Ver­dop­pelung der Zeichenan­zahl nie­man­den auf Twit­ter davon ab, Twit­ter gründlich mis­szu­ver­ste­hen und seit­en­lange Selb­st­ge­spräche (“Threads”) zu begin­nen, jet­zt noch länger als zuvor, worauf — je nach The­ma — dann “Experten” aus der vornehm­lich linkspoli­tis­chen Szene (das kann natür­lich auch ein Zufall sein) dergestalt reagieren, dass sie den Anfang dieses Selb­st­ge­sprächs ver­linken und so kurz wie doof “Thread!” oder “Thread.” oder “Der ganze Thread.” drüber­schreiben, denn so span­nend anmod­erierte Vorträge besucht man doch gerne. Dass der großar­tige Android-Twit­ter­client Tweet­ings jüngst wie auch Zen­Tweet eine Option erhal­ten hat, Tweets, deren Länge 140 Zeichen über­schre­it­et, gar nicht erst anzuzeigen, lin­dert die Idi­otie zwar, löst es aber nicht.

Es sind — wenig über­raschend — oft die gle­ichen Men­schen, die sich ein­er­seits darüber beschw­eren, dass Twit­ter sich hin­sichtlich sein­er neuen Funk­tio­nen nicht nach sein­er nicht zahlen­den Kund­schaft richtet, ander­er­seits den Dienst aber für etwas miss­brauchen, wofür er gar nicht da ist. Die Zeichen­be­gren­zung, wie lang auch immer sie nun sein möge, sollte dazu anleit­en, eben nicht diese “Tweet­stürme”, wie sie im Englis­chen genan­nt wer­den, loszu­lassen, also einen Text auf eine mehrstel­lige Anzahl an einzel­nen Tweets zu verteilen, son­dern sich kurz zu fassen. Dass Twit­ter­ac­counts, die von irgendwelchen “linken” Demon­stra­tio­nen bericht­en, in der Regel vor dem eigentlichen Text noch die Uhrzeit nen­nen, als wären ihre Leser zu däm­lich, eine Uhr zu benutzen, war schon wun­der­lich genug. — Ein­er mein­er langjähri­gen Twit­terkon­tak­te monierte gestern, dass der Wech­sel von “Tweet­stür­men” aus jew­eils 140 zu bis zu 280 Zeichen Twit­ter schi­er unbe­nutzbar gemacht habe, weil das Kurze, Präg­nante dieses Mikroblogsys­tems bis dahin das Haup­tar­gu­ment gewe­sen sei, wieso man dort statt zum Beispiel auf Google+ oder Insta­gram seine Kon­tak­te pflege, und hat damit eigentlich völ­lig Recht.

Ich teile die Auf­fas­sung allerd­ings nicht, dass ein Wech­sel der Plat­tform hin zu einem anderen fremdge­hosteten Sys­tem, das noch mehr Gelaber ermöglicht, die Fehlkonzep­tion von Twit­ter vergessen lässt. Es spricht nichts dage­gen, dass län­gere Monologe eben nicht dort stat­tfind­en, wo sie schw­er zu durch­schauen, zu zitieren und vor allem wiederzufind­en sind, son­dern in einem eige­nen Blog oder Nicht­blog fest­ge­hal­ten wer­den, dessen neue Beiträge man dann nach Belieben auch etwa auf Twit­ter und sonst­wo automa­tisch ver­bre­it­en kann. Mit Medi­um gibt es, so ungern ich das auch zugebe, mit­tler­weile auch einen ver­gle­ich­sweise unblö­den Dienst, der einem das lästige Ein­richt­en weit­ge­hend abn­immt und auf dem man sozusagen sofort lostip­pen kann. Es gibt keine vernün­ftige Entschuldigung mehr für “Twit­ter-Threads”, die über die vorgeschobene Ausrede, dass man dort wenig­stens gele­sen werde (warum denn?), hin­aus­ge­ht.

Jaja, Dinge im Web auszu­for­mulieren ist nicht mehr mod­ern, Infor­ma­tio­nen sind im Fluss, heute Abend inter­essiert es nie­man­den mehr, was man heute früh noch für wichtig hielt. Im weißen Rauschen der Twit­ter­stürme bekommt man seine Vier­tel­stunde Ruhm prak­tisch täglich, zumal sich selb­st Tageszeitun­gen längst auf Twit­ter bedi­enen, wenn ihre Redak­tio­nen mal wieder nicht wis­sen, wom­it sie die Seit­en befüllen sollen. Es bedarf allerd­ings schon ein­er äußerst kurzen Aufmerk­samkeit für das eigene Tun, wenn man auch nach über 60 Tweets, die alle­samt zum sel­ben Beitrag gehören, noch nicht bemerkt hat, dass das, was man ger­ade tut, für nie­man­den eine Bere­icherung darstellt.

“Thread!” ist, dieser Schluss drängt sich förm­lich auf, ein Szenebe­griff für “ich bin zu blöd für Blogs” und gehört zu den Begrif­f­en, die, wenn sie im eige­nen Stumm­schalt­fil­ter ste­hen, nicht zu Gesicht zu bekom­men nie­man­dem eine lesenswerte Infor­ma­tion voren­thält.

Macht euch ein Blog, ihr Laber­taschen.


In weit­eren Nachricht­en: Der Deutsche Tier­schutzbund warnt: Tiere, die nur leben, damit wir sie umbrin­gen und essen kön­nen, wer­den mitunter nicht art­gerecht gehal­ten. Wie ärg­er­lich.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Kurz verlinkt: Moderate Kürze / Moderate Gesellschaftsreform

Auf Twit­ter darf man seinen Non­sens jet­zt in 280 statt 140 Zeichen ver­pack­en. “SPIEGEL ONLINE” hat dafür eine amüsante For­mulierung gefun­den:

Die Kürze soll auch zukün­ftig weit­er beste­hen bleiben, allerd­ings etwas mod­er­ater.

Das Ver­lagsster­ben sollte sich wirk­lich ein biss­chen beeilen, allerd­ings etwas weniger mod­er­at.


Auch der Vor­sitzende der Links­frak­tion im Bun­destag, “Dr.” Diet­mar Bartsch, find­et weniger mod­er­ate Lösun­gen für nicht gegebene Prob­leme anson­sten ganz annehm­bar:

Dif­feren­zierten Blick auf #Okto­ber­rev­o­lu­tion wer­fen! Aber Fakt ist: Sie hat eine Chance gegeben, eine andere Gesellschaft­sor­d­nung aufzubauen

Mir fall­en ohne langes Über­legen noch manche andere poli­tis­che Großereignisse des 20. Jahrhun­derts ein, die zu ein paar Mil­lio­nen Toten, aber immer­hin auch ein­er anderen Gesellschaft­sor­d­nung geführt haben, aber wenn ich ihretwe­gen um einen dif­feren­zierten Blick bäte, bekäme ich sicher­lich manch uner­freuliche Zuschrift.

In den Nachrichten
Lob der Mördermeuchelfreiheit

Nicht Waf­fen, satirt es durch’s Web, son­dern Men­schen töten Men­schen; und tat­säch­lich wird nach eigentlich jedem der längst gewohn­ten waf­fen­be­zo­ge­nen Zwis­chen­fälle in den USA neben aller­lei Gebeten — den Gott, der ganze Städte aus­radierte, weil dort zu viele Ungläu­bige herum­saßen, und der zulet­zt von der drama­tis­chen Fig­ur des George W. Bush gegen den Ter­ror in den Krieg geführt wurde, wer­den diese Gebete sicher­lich zu mehr Fried­fer­tigkeit anre­gen — auch ein Eindäm­men der Ver­bre­itung von Geräten, die gebaut wur­den, um damit Lebe­we­sen einen Schaden zuzufü­gen, nicht bloß vorgeschla­gen, son­dern gefordert.

Der ungewöhn­lich dumme “Titanic”-Redakteur Moritz Hürt­gen twit­terte ungewöhn­lich dumm:

Wer die “Waf­fen-Nar­ren aus den USA” ein­fach nicht ver­ste­hen kann, der befasse sich 5 Minuten mit der deutschen Anti-Tem­polim­it-Besessen­heit.

Denn wie auch in den USA die dor­tige Waf­fen­lob­by sich dafür ein­set­zt, dass jed­er US-Amerikan­er das Recht hat, sich mit ein­er Waffe gegen andere Kanaillen zu wehren, die eben­falls eine Waffe tra­gen, set­zen sich die Deutschen dafür ein, dass jed­er Deutsche ein Auto besitzen darf, um sich damit gegen andere Aut­o­fahrer zu wehren. Anson­sten würde der Ver­gle­ich ja kein­er­lei Sinn ergeben, nicht wahr?

Dabei wird überse­hen, dass all die Waf­fen­nar­retei auch ihr Gutes hat, berichtet etwa die “Neue Zürcher Zeitung”, deren all­ge­meines Weltver­ständ­nis sich mit der dor­ti­gen “Leserde­bat­te”, wann Net­zsper­ren gerecht­fer­tigt seien, ganz gut zusam­men­fassen lässt:

Nach ersten Erken­nt­nis­sen der Behör­den hörte ein Anwohn­er die Schüsse aus der Kirche, und schnappte sich seine eigene Waffe. Als der Täter die Kirche ver­liess, nahm er die Ver­fol­gungs­jagd auf. Der Verdächtige wurde wenig später tot in seinem Auto gefun­den.

(Her­vorhe­bun­gen von mir.)

In einem friedlichen Land wie Deutsch­land, in dem man nur dann eine Waffe mit sich herum­tra­gen darf, wenn man nach­weis­lich ein Arschloch ist, wäre das undenkbar. Wenn hierzu­lande jemand Schüsse in ein­er Kirche hörte, wäre die Wahrschein­lichkeit groß, dass seine Möglichkeit­en, dem Treiben ein Ende zu set­zen und sein­er­seits irgendwen stante pede abzuk­nallen, eher begren­zt sind.

Notwehr ist, was man daraus macht.