NerdkramsProjekte
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt dar­in um (2).

Ich arbei­te momen­tan qua­si neben­bei an einem etwas umfang­rei­che­ren Brow­ser­din­gens, zu dem ich zu gege­be­ner Zeit viel­leicht noch ein biss­chen Ver­mark­tungs­bla­bla fal­len las­sen wer­de. Um die Zeit bis dahin zu über­brücken, habe ich für den end­lich ver­öf­fent­lich­ten Chrome­fox „Fire­fox“ 57 eine ein­fa­che Erwei­te­rung geschrie­ben, die auf deutsch- und eng­lisch­spra­chi­gen Web­sites das gefähr­li­che Bin­go­wort „Cloud“ durch „die Com­pu­ter ande­rer Leu­te“ ersetzt, zum Bei­spiel auf Ver­gleichs­por­ta­len:

So klingt es gleich viel richtiger.

Ich ver­mu­te, die Gram­ma­tik ist in man­cher For­mu­lie­rung noch nicht ganz sau­ber. Die erste Test­ver­si­on ist jeden­falls auf Mozilla.org zu fin­den. Die Lizenz – wie meist – ist die WTFPL. Erfri­schen­der­wei­se fin­det Mozil­las auto­ma­ti­sche Über­prü­fung, die Lizenz sei nicht sehr schön for­mu­liert. Ich bin immer wie­der überrascht.

Senfecke:

  1. Das Kon­zept gefällt mir und ist aus­wei­tungs­fä­hig. Ich über­le­ge, ob ich aus erzie­he­ri­schen Grün­den in der zen­tra­len Doku­ment­vor­la­ge für Word in unse­rer poli­tisch geführ­ten Behör­de nicht mal ein paar pas­sen­de Auto­kor­rek­tu­ren für die schlimm­sten Bull­shit­aus­wüch­se hin­ter­le­ge. Am besten macht man schon an der Quel­le unmög­lich, so einen Quark zu for­mu­lie­ren. Smart City. Ver­wal­tung 4.0. eGo­vernment. Sowas.

  2. „Die Com­pu­ter ande­rer Leute“…schon lan­ge nicht mehr sol­chen Schwach­sinn gele­sen. Mei­ne Pis gehö­ren mir.

            • Die Defi­ni­ti­on einer „Cloud“ ent­spricht nicht die eines Ser­vers, aber ein Linu­xer weiß so etwas nicht, sonst wäre er ja klug und müss­te kein Linux nut­zen. Und nein, ein Ser­ver wird auch nicht dann zu einer „Cloud“, wenn etwas dar­auf instal­liert wird, das „Cloud“ im Namen hat.

              • Als Cloud wird ledig­lich die Bereit­stel­lung von IT-Infra­struk­tur wie bei­spiels­wei­se Spei­cher­platz, Rechen­lei­stung oder Anwen­dungs­soft­ware als Dienst­lei­stung über das Inter­net defi­niert. Danach ist Dein ein­gangs erwähn­ter Satz Schei­ße. Da es sich bei Dei­nem Bei­trag um einen sol­chen eines Win­dows­ers für Win­dowser han­delt, hät­te es bei­na­he nie­mand bemerkt.

                • die Bereit­stel­lung von IT-Infra­struk­tur (…) als Dienst­lei­stung über das Internet

                  Damit sind dei­ne Pis kei­ne Cloud, son­dern Ser­ver, denn du stellst sie dir ja nicht als Dienst­lei­stung über das Inter­net bereit. Wür­de ich hin­ge­gen dei­ne Pis über das Inter­net nut­zen, z.B. dei­ne next­Cloud oder was auch immer du damit alles für Unsinn anstellst, dann wären sie Com­pu­ter ande­rer Leu­te, näm­lich dei­ne Computer.

              • Dass ande­re Men­schen mei­ne Com­pu­ter nut­zen, ist nicht not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung. Dienst ist kei­ne Dienst­lei­stung im Sin­ne eines syn­al­lag­ma­ti­schen Dienst­ver­tra­ges, son­dern beschreibt ledig­lich die Bereit­stel­lung von Dien­sten. Dar­auf, ob ich irgend­wel­che Rechen­lei­stung mei­ner wie auch immer kon­fi­gu­rier­ten Pis anfor­de­re, oder ande­re, kommt es nicht an. Dei­ne zwin­gend not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung, es müs­se ich um frem­de Com­pu­ter, also nicht um eige­ne, han­deln, ist damit völ­lig absurd. Wie kommt man eigent­lich auf solch einen Unsinn?

                • Dar­auf, ob ich irgend­wel­che Rechen­lei­stung mei­ner wie auch immer kon­fi­gu­rier­ten Pis anfor­de­re, oder ande­re, kommt es nicht an.

                  Doch, genau das ist das ent­schei­den­de Kriterium.

                  Aus dem Arti­kel, den du zitiert hast: „Ange­bot und Nut­zung die­ser Dienst­lei­stun­gen erfol­gen dabei aus­schließ­lich durch tech­ni­sche Schnitt­stel­len und Pro­to­kol­le“. Einen Rech­ner, den du auf dem Klo ste­hen hast, bedienst du nicht „aus­schließ­lich durch tech­ni­sche Schnitt­stel­len und Protokolle“.

              • Nein, eben nicht, Zitat: „Im Fall von Cloud Com­pu­ting hat man einen Anbie­ter der Res­sour­cen und (min­de­stens Verf.) einen Nutzer.“
                Dies ist entscheidend.
                Dass bei­de aus­ein­an­der­fal­len müs­sen, so wie es bei Dir zwin­gend not­wen­dig ist, ist dort mit Recht mit kei­nem Wort erwähnt. War­um soll­te es auch? Cloud ist im tech­ni­schen Sin­ne ein aus­le­gungs­be­dürf­ti­ges Kunst­wort. Selbst­ver­ständ­lich kann ich die Rechen­lei­stung mei­ner eige­nen Rech­ner über das Inter­net und eben nicht über den anfor­dern­den, loka­len Rech­ner ver­lan­gen. Das ist auch der ursprüng­li­che und eigent­li­che Sinn. Dass dort vor­mals wir­schaft­li­che Inter­es­sen Goo­g­les und Ama­zon dahin­ter stan­den, ist eben­so unerheblich.
                Wenn Du wenig­stens geschrie­ben hät­test „Die Com­pu­ter auch ande­rer Leu­te“, hät­te ich mich gar nicht erst geäu­ßert. Aber so…

                • Wenn mei­ne Erwei­te­rung irgend­wo, wo du „mein RPi“ meinst, „die Com­pu­ter ande­rer Leu­te“ hin­schrei­ben soll­te, ist das ein Bug, ein­ver­stan­den. Nur: unwahrscheinlich.
                  „Die Com­pu­ter auch ande­rer Leu­te“ klingt halt auch immens sper­rig und ist bei vie­len die­ser Clou­dan­ge­bo­te ein­fach Bock­mist, und dar­auf zielt sie ursprüng­lich ab.

                  Künst­li­che Intel­li­genz ist eben nicht immer intel­li­gent, vor allem nicht, wenn Spra­che Kon­text braucht.

              • Mein über das Inter­net erreich­ba­rer RPi füllt den Cloud-Begriff kor­rekt aus. Sie­he nur: „Eine Pri­va­te Cloud ist eine Cloud-Umge­bung wel­che aus­schließ­lich für eine Orga­ni­sa­ti­on betrie­ben wird. Das Hosten und Ver­wal­ten der Cloud-Platt­form kann intern (bei­spiels­wei­se durch fir­men­ei­ge­ne Rechen­zen­tren) aber auch durch Drit­te erfol­gen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing#Private_Cloud_.E2.80.93_die_private_Rechnerwolke
                Stell­te ich also als arbeit­ge­ben­der Anwalt eine ReNo ein, die auf mei­nen von mir ver­wal­te­ten Pi über das Inter­net zugrif­fe, bedien­te sie sich einer Cloud. Grif­fe ich als Eigen­tü­mer dar­auf zu, eben nicht… . Und was pas­siert aber, wenn wir zugleich zugrif­fen? Cloud ja oder nein? Für sie schon, für mich etwa nicht? Die Ergeb­nis­se wären mehr als grotesk.

                „Die über das Inter­net erreich­ba­ren Com­pu­ter auch ande­rer Leu­te“. Bes­ser? :mrgreen:

                • Ich wun­de­re mich immer wie­der, wie sehr Anwäl­te sich dar­um bemü­hen, eine grif­fi­ge Phra­se in exak­tes, aber sper­ri­ges Gela­ber zu ver­wan­deln. Wer­det ihr nach Zei­len bezahlt?

                  Ja, für den Admin ist eine „Cloud“ im Rechen­zen­trum erst mal nur ein Ser­ver­schrank. ;)

              • Ich bemü­he mich wei­ter: „Die über das Inter­net erreich­ba­ren und Rechen­lei­stung zur Nut­zung zur Ver­fü­gung stel­len­den Com­pu­ter“. Besser?

                • Nein, denn: Streng genom­men ist jeder Com­pu­ter mit Inter­net­an­schluss „über das Inter­net erreich­bar“, mit­un­ter stellt er (etwa beim Ver­ar­bei­ten von E‑Mails) auch Rechen­lei­stung zur Ver­fü­gung. Cloud ist er dann aber trotz­dem nicht.

                  Wobei ich ja schon Teil einer „Cloud“ war, bevor es cool war – SETI@Home habe ich tat­säch­lich kurz benutzt.

              • Dir wird bei Anstren­gung aller Wil­lens­kräf­te schon etwas ein­fal­len. Ich gebe hier nur Denk­an­stö­ße. Haupt­sa­che, Dein Gedan­ken-Bug wird nicht wei­ter ver­brei­tet. Ist ja auch pein­lich, so von einem Informatiker.

            • Und wie­so über­haupt Phra­sen? Inhalts­lee­re Begrif­fe blei­ben den Par­tei­en und ihren Gesin­nungs­ge­nos­sen vor­be­hal­ten. Beim Defi­nie­ren soll­test Du schon etwas But­ter bei die Fische tun.

              • Inhalts­lee­re Begrif­fe blei­ben den Par­tei­en und ihren Gesin­nungs­ge­nos­sen vorbehalten.

                Dann soll­te dir die Erwei­te­rung eigent­lich gefal­len, sie füllt Begrif­fe mit Inhalt.

  3. .tux: SETI@Home habe ich tat­säch­lich kurz benutzt.

    Wobei SETI@Home Dei­nen Rech­ner benutzt haben dürf­te und nicht anders her­um, so wie bei einer Cloud gewollt.

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