Es gab einen Raketeneinschlag aus einem Nicht-NATO-Land in das NATO-Land Polen, zwei Menschen wurden getötet.
Nach einigem Zeter und Mordio (Archivversion) einschließlich verbaler Eskalation (immerhin ist ein militärischer Angriff auf ein NATO-Land genau das, wogegen die NATO schützen soll) beruhigte man sich schnell wieder (Archivversion): Die beiden Polen wurden wahrscheinlich vom ukrainischen Militär umgebracht, nicht vom russischen Militär.
Aus den falschen Gründen gerade wieder in der Diskussion ist die Frage, wie man eigentlich sicherstellen könne, dass jemand der ist, der er irgendwo im Internet zu sein behauptet. Dafür könnte man sicherlich irgendwas mit dem „elektronischen Personalausweis“ nutzen, den allerdings niemand, der noch bei Trost ist, aktiviert haben sollte; stattdessen scheint mir Keyoxide eine brauchbare Lösung zu sein.
Es ist Montag. Ich würde niemals behaupten wollen, dass Deutschland rechtsgerichtete Autokratien mit Waffen beliefert. Mal eine ganz andere Frage, die damit überhaupt nichts zu tun hat: Wie nennt man eigentlich ein Regime, das die Opposition verbietet sowie Kommunisten in die Illegalität zwingt und enteignet?
Zweifellos zumindest treffender Übergang: Beim ZDF setzen sie Elon Musk „satirisch“mit Hitler gleich. Alles Hitler, was nicht schnell genug die Finger kreuzt. Zu meiner Schulzeit bedeuteten gekreuzte Finger jedenfalls „geimpft“ und aus ihnen folgte im Wesentlichen, dass man immun gegen beliebige Anschuldigungen war. Sicherheitshalber schreibe ich einen Teil dieses Textes mit gekreuzten Fingern. Damit bin ich schon mal nicht wie Hitler. – Im von dem so Gescholtenen gekauften Twitter sieht die Gesamtsituation indes noch immer besser aus als im diesjährigen StudiVZ (i.e. Mastodon): Der Ansturm an die Twitterselbstverständlichkeiten gewohnten Neunutzern wird das Miteinander auf Mastodon absehbar nicht zum Besseren wenden. Schon jetzt erhitzt sich die dortige Atmosphäre, der sanfte (wenn auch etwas nerdige) Umgangston in Diskussionen über Banales wandelt sich unübersehbar in einen weiteren Marktplatz für gegenseitiges Angebrüll, die eigenen Wahlvorlieben betreffend. Nun, die Architektur des „Fediversums“ könnte das Gebrüll schneller verstummen lassen als jeder Milliardär es könnte, denn es skaliert nicht gut auf beliebige Anstürme von Benutzern, Interaktionen und Beiträgen. Was auf Twitter kein Problem darstellt, weil die sich mittlerweile eine anständige Infrastruktur leisten können, könnte auf kleinen „Instanzen“, wie Serveradministratoren ihr langweiliges Hobby hochtrabend nennen, zu interessanten Lastproblemen führen. Ungeklärt ist noch die Frage: Wohin gehen die eigentlich alle, wenn Mastodon endlich auch kaputt ist?
„Nordbayern.de“ (will nicht verlinkt werden, LSR) berichtet zu wohl kaum jemandes Erstaunen, dass in einer schwedischen Studie ermittelt wurde, dass attraktive Studentinnen weniger gute Bewertungen von ihren Dozenten bekommen, wenn die Vorlesungen nur online stattfinden. Fast könnte man meinen, da gebe es einen direkten Zusammenhang.
Kein direkter Zusammenhang scheint allerdings zwischen Erfolg und Originalität eines Musikers zu bestehen, weil schon das Urheberrecht auf Musikstücke fragwürdig ist und der Begriff des „geistigen Eigentums“ auf solche erst recht: „Sofern man sich nicht in völlige atonalität begibt, bewegt man sich in einem ‚begrenzten‘ Raum an Begriffen und Formeln (vor allem im Pop)“, es ist eben alles schon mal gespielt worden, nur noch nicht von jedem. Was steht eigentlich aus rein politischer Sicht noch einer Legalisierung freien Musiktauschs im Weg?
Apropos: Bald laufen wieder überall Weihnachtslieder, hier jedoch beginnt die Woche mit gänzlich ungrässlichen Melodien.
„Sag mal“, fragte eine ansonsten liebe Freundin mich vor ein paar Monaten, da ihr eine meiner Einlassungen im währenddessen geführten Gespräch anscheinend missfallen hatte, „bist du eigentlich Autist?“. Die Frage traf mich unvorbereitet, denn für so typisch autistisch hatte ich meine Kommunikation mit ihr gar nicht gehalten.
Eine heutige Tagung im Schloss Bellevue hieß unironisch „Wie erinnern wir den 9. November?“, fehlt nur noch „in 1938“, stilecht mit Trottelpräposition. Unbeantwortet bleibt die Frage: An was denn?
Der Hausbesetzer desselben Schlosses hat kurz vergessen, dass er in der SPD ist, und denkt offen über die Überwindung des Systems nach: „Um mehr Engagement für Demokratie zu schaffen, hat Bundespräsident Steinmeier erneut für die Einführung von [kommunistischen, A.d.V.] Bürgerräten plädiert“, noch zwei bis drei Amtszeiten bis zur Revolution, schätze ich.
Niemals Artikel schreiben, wenn man hungrig ist:
Hacker nehmen aktuelle Ereignisse und nutzen SMS, um sich von den Ängsten und Wünschen der Verbraucher für die Zukunft zu ernähren.
Guten Appetit!
Seltsames Gedenken an die Reichspogromnacht: KFC will wieder was grillen.
„Mastodon ist ein blöder Name, deswegen wird es nie erfolgreich sein“ ist auch ein schöner Satz von Menschen, die bei Facebook sind.
Toll: Man kann sich jetzt beim Computerspielen auch in echt umbringen lassen. Das motiviere dazu, besser zu werden, argumentiert sinngemäß der Bastler hinter dem designierten Produkt. Dem möchte ich zumindest nicht inhaltlich widersprechen – ich habe zu viel Angst.
Es ist Montag. Beim bescheuerten Mastodon tauschen sie schon wieder Blockierlisten aus, die „taz“ empfiehlt als Twitteralternative sicherheitshalber die Kneipe an der Ecke. Jetzt möchte ich da nicht mehr hingehen. Alles machen sie einem kaputt.
2021 stieg der Anteil an Frauen unter den getöteten Journalisten auf 11 Prozent, womit nur noch 89 Prozent der getöteten Journalisten Männer waren. Die Vereinten Nationen finden das nicht gut und bitten darum, künftig bitte weniger Frauen umzubringen. Mein Gegenvorschlag wäre es ja, allgemein weniger Menschen umzubringen, aber das ist bestimmt nur meiner toxischen Männlichkeit geschuldet. Meinen Rundfunkgebühren tut es unterdessen leid, Menschen als „Ratten“ bezeichnet zu haben, die man „in ihre Löcher zurückprügeln“ möge. Kann ja mal passieren. Hupsi. Öfter mal die Fresse zu halten ist eine verloren geglaubte Kunstform. Ich kenne das, ich halte meine Fresse ja auch zu selten.
Ironie ist, wenn eine „Sicherheitssoftware“ Sicherheitslücken hat. Die Betroffenen könnten daraus etwas lernen, wollen aber nicht. Schade. Gute Nachrichten unterdessen vom Fußball: Wenn während der Fußball-WM eine Frau vergewaltigt wird, kriegt sie dafür keine Anzeige von der Polizei. Die Welt zu Gast bei Freunden, nur eben nicht bei den eigenen. – Verstehe ich auch nicht: Menschen beschweren sich über „Ableismus im Alltag“, wollen dann aber unbedingt telefonieren. Können die sich mal entscheiden?
Ein lokaler Supermarkt verkauft wieder „Zipfelmenschen“. Ach so, also wenn ich mich so nenne, ist das also nicht erwachsen, ja? – Wenigstens der Mars-Konzern hört auf die Wünsche seiner Kunden und schmeißt (leider nur in Großbritannien) das eklige Bounty-Zeug aus seinen Schokoladenmischungen. Ich lehne Kokosgeschmack in Schokolade grundsätzlich ab. Erwäge das als Wahlprogramm auszuprobieren.
Das Internet ist eine ernste Angelegenheit, weiß das Internet. Guckt mal, ein Cursor! Sicherheitshalber sollte man das Internet ausdrucken, lässt eine Kommunalverwaltung wissen, falls mal der Strom ausfällt und man aber dringend was nachlesen muss. Allerdings geht das nur im Sommer, sonst ist es zu dunkel, um die Ausdrucke überhaupt zu sehen.
Macht hingegen auch ohne Licht Spaß: Musik.
The Baboon Show – You Got a Problem Without Knowing It
Nach dem schlimmen Vorfall von 2014, der im Wesentlichen darin bestand, dass der EU-Innenausschuss Edward Snowden politisches Asyl in der EU verwehrte, gibt es doch noch gute Neuigkeiten: Die EU-Kommission stellt endlich ein eigenes Webportal bereit, über das man sich als Geheimnisverräter („Whistleblower“) betätigen kann. Sie bewirbt es sogar beim untoten Mastod- oh:
Kennen Sie jemanden, der die EU-Sanktionen gegen Russland oder Belarus umgeht?
Wir haben ein Onlinewerkzeug eingerichtet, mit dem Whistleblower uns kontaktieren und Verstöße gegen EU-Sanktionen melden können.
Für das G7-Treffen im Münsteraner Friedenssaal wurde ein Kreuz abgehängt.
So weit, so langweilig; wenn die Wirtschaft sich trifft, könnte es gottloser kaum sein. Trotzdem wehklagt neben der Außenministerin („Baerbock selbst bedauert die Entscheidung“, so ein Mikrofon birgt offenbar Verlockungen in sich) auch der Klerus:
Das Bistum Münster bezeichnete die Maßnahme in einer Mitteilung als „nicht nachvollziehbar“. Traditionen und damit verbundene Symbole, die Ausdruck von Werten, Haltungen und religiösen Überzeugungen seien, ließen sich nicht einfach „abhängen“.
Das ist eine überraschend treffsichere Auffassung des menschlichen Glaubens. Beachtlich daran ist allerdings die Geschichte des Bistums Münster, dessen erster Bischof im christlichen Jahr 805 der Missionar Liudger (Nachnamen werden überbewertet) war. Dessen Ernennung stand am Ende der Sachsenkriege, die 33 Jahre zuvor damit begannen, dass die Franken das sächsische Heiligtum der „Irminsul“ (eine Repräsentation des heidnischen Weltenbaumes) nicht etwa einfach „abhängten“, sondern unwiederbringlich zerstörten, um ihren sehr langweiligen monotheistischen Glauben – für den es offensichtlich zu wenige gute Argumente gab und gibt – symbolisch zur einzig erlaubten Religion zu erheben, was die Sachsen nicht besonders gut fanden. Das folgende gewaltsame Ausrotten des alten Glaubens blieb, wie wir heute per gelebter Praxis wissen, nicht folgenlos, sondern führte unter anderem dazu, dass ich an Karfreitag nicht zu laut die Police-Academy-Filme gucken darf. Danke, Missionar Liudger.
Als das eigentliche Problem, das die oben referenzierte Meldung in sich trägt, habe ich allerdings den Umstand ausgemacht, dass es überhaupt eine Nachricht ist, dass sich in einem Raum namens „Friedenssaal“ vorübergehend ein religiöses Symbol weniger befindet als zuvor, das nicht nur nicht ebenfalls zerstört wird, sondern zudem das ungefähre Gegenteil eines Friedenssymbols ist. Lässt sich Wirtschaftspolitik nur im Angesicht der Folter gestalten?
Was ich im Übrigen zu verstehen zwar beabsichtige, aber nicht zu schaffen vermag: Was genau unterscheidet als „NSFW“ (englisch „Not Safe For Work“, also ungefähr „nicht sicher, wenn bei der Arbeit“) gekennzeichnete Beiträge auf Twitter, Reddit, Pornhub oder Instagram eigentlich von allen anderen Beiträgen auf Twitter, Reddit, Pornhub oder Instagram sowie allen weiteren nicht für die Arbeit normaler Leute relevanten Portalen, auf denen man sich besser nicht herumtreiben sollte, wenn der Chef zuguckt?
Zu dem medialen Aufriss um das Mikroblogsystem Mastodon und den zahlreichen Jubelschreien auf ebendiesem Mastodon, dort gebe es ja „keine Algorithmen“, mich zu äußern ergibt in der derzeitigen Begeisterungswelle durchaus Sinn, denn von meinen Gebühren!!11! hat selbst der Deutschlandfunk, verstärkt durch die Replikation seitens der Tagesschau, Mastodon angepriesen, indem er dessen vermeintliche Vorteile herausgestellt hat – und zwar falsch (Archivversion):
So gibt es nicht nur eine Timeline wie bei Twitter, sondern gleich drei. (…) Die Beiträge in den Mastodon-Timelines werden zudem nicht nach einem bestimmten Algorithmus angezeigt, sondern chronologisch entsprechend dem Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Natürlich werden auch die „Beiträge in den Mastodon-Timelines“ nach einem bestimmten Algorithmus angezeigt. Jedes Computerprogramm hat mindestens einen Algorithmus zur Grundlage, und sei’s nur „zeige Daten auf dem Bildschirm“, aber da kann man ja schon mal durcheinanderkommen mit den Fremdwörtern. Ist bloß Technik, davon muss man nichts verstehen, wenn man bloß darüber berichten will.
Wichtiger noch: „Twitter“ ist nicht gleich Twitter. Seit inzwischen über 14 Jahren existiert mit TweetDeck, das seit 2011 (ich berichtete; die Links von damals sind allerdings großteils veraltet) selbst zu Twitter gehört und momentan komplett neu gestaltet wird, ein also offizieller Twitterclient, der beliebig viele Timelines anzeigen kann (darunter auch die „globale“, die bei Mastodon „föderierte Zeitleiste“ heißt und eben nicht netzwerkglobal funktioniert), die auch genau als das funktionieren, nämlich als chronologisch sortierte Listen neuer Tweets. Niemals wurde mir dort ein „besonders erfolgreicher“ Tweet angezeigt, der von niemandem geschrieben oder geteilt worden wäre, dem ich selbst folge, und niemals sah ich dort reine Werbetweets. (Ob Elon Musk von der Existenz von TweetDeck weiß?)
Dass dieses Mastodon somit also genau das Gleiche zu leisten imstande ist wie TweetDeck, nur eben auf auswählbaren Servern („Instanzen“), böte mir, wäre ich nicht ohnehin seit 2018 nebenbei dort angemeldet, ja zu wenig Anlass zur Anmeldung. Aber ich bin ja auch bloß jemand aus dem Internet und kein Journalist.
Fefe fragte unter anderem sich letzte Woche, warum OpenSSL noch nicht mit der angekündigten kritischen Sicherheitslücke rausgerückt ist, damit man sich ihrer annehmen kann. Im Januar 2018 schrieb ich:
Ich frage mich ja, wann wohl die erste Sicherheitslücke nur deshalb irgendwo absichtlich eingebaut wird, damit man auch mal so ein Logo bekommt.
Das (gewohnt kackblöde) Logo für die neue OpenSSL-Sicherheitslücke wurde zusammen mit Details zu dieser Lücke heute veröffentlicht, und während irgendwelche Makro- und Mikroblogs sich hysterisch der Frage annehmen, wie man jetzt wohl am schnellsten die Lücke beheben könnte (nun, zum Beispiel, indem man den untauglichen Linuxkrempel wegwirft und stattdessen OpenBSD nutzt, OpenBSD verwendet LibreSSL, LibreSSL hat das Problem nicht, LibreSSL hat allgemein seltener solche Probleme -), komme ich um ein zumindest enttäuschtes Kopfschütteln nicht herum.
Es ist Montag. Heute Abend ziehen wieder als Batman (gruselig) und/oder Elsa (supergruselig) verkleidete Kinder von Haus zu Haus und versuchen unter der Androhung von Gewalt („… oder Saures!“) meine Lebensmittelvorräte zu reduzieren. Zum Glück habe ich rechtzeitig daran gedacht, dass ich noch Ingwer besorgen muss.
Es scheint eine Zeitlang eine Hela-Gewürzketchup-Fan-Trinkflasche gegeben zu haben, jedoch ist sie leider ausverkauft. Deutschland ist seltsam. In Düsseldorf haben sie, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb (will nicht verlinkt werden, LSR), ein Bild von Piet Mondrian jahrzehntelang falschherum aufgehängt und jetzt lassen sie es so, weil das „seine Geschichte spiegelt“. Was das sonst noch so alles spiegelt, überlasse ich allerdings – wie auch die Verantwortlichen – der Vorstellungskraft des Betrachters.
Das ist auch neu: Menschen, die nie ein Wort mit mir gewechselt haben, raten einer Freundin, wie mir mitgeteilt wurde, aufgrund von Dingen, die sie irgendwann mal über mich gehört haben, davon ab, mit mir befreundet zu sein. Auf Twitter würde man diese Menschen jetzt wahrscheinlich wegen ihrer Übergriffigkeit canceln, aber in ihrer eigenen kleinen Filterblase meinen sie’s ja nur gut. Immer. Alle. Vor allem mit sich selbst, nehme ich an.
Apropos Twitter; keine Überraschung für Kenner der Materie und Musikfreunde im Allgemeinen: Auf Twitter (ja, klar: da ist jetzt „keiner mehr“, weil es entweder unter- oder über-, auf jeden Fall aber falsch „reguliert“ wird, weshalb sie alle zu Mutti umziehen) hat ein Musiker sich darüber ausgelassen, dass Spotify und ähnliche „Dienste“ nicht unschuldig daran sind, dass seinesgleichen sich die Musik kaum noch leisten kann. Teurer soll Spotify nun auch werden, aber wer blauäugig annimmt, die Mehreinnahmen kämen maßgeblich den darauf hoffenden Gestreamten zugute und nicht nur den Eignern des Konzerns, der hat die Mechanismen des Marktes noch nicht so recht verstanden, fürchte ich. – Demnächst wird in sozialen Medien wieder die jeweils „persönliche“ Jahresbestenliste von Spotify herumgereicht. Gute Gelegenheit eigentlich, um darüber nachzudenken, ob man es nicht lassen sollte.
Musik gibt es ja auch anderswo, zum Beispiel hier – und zur aktuellen Weltlage passt sie auch noch.
The Psychedelic Furs – No One (Official Lyric Video)