Wie frei sollte sich eine vermeintlich globalisierte Gesellschaft eigentlich nennen dürfen, die Nacktheit – eine eindrucksvolle Waffe gegen die Prüderie der Nachkriegszeit – in der Kunst in den Schmuddelpornokreis zwingt?
Liegengebliebenes vom 20. Oktober 2021
In Mecklenburg-Vorpommern klicken Verwaltungsmitarbeiter alles an, was wie ein Link aussieht; oder, wie die dpa es nennt: Cyberangriff. Ich bin ja auf dem Weg nach Hause heute auch angegriffen worden: Man hat mich zwar nicht um einen Klick auf einen Link gebeten, aber nach ein paar Euro für was zu essen gefragt. Diese Cyberblockchainhacker haben es echt auf mich abgesehen.
(Grüße gehen raus an den spaßigen Zeitgenossen, der penetrationstestend und meinen Posteingang insofern enorm belästigend mal gucken wollte, ob eins meiner hier verfügbaren PHP-Scripts vielleicht eine Sicherheitslücke haben könnte. Na – fündig geworden?)
Hostname der Woche: *.netmeister.org.
Rot-Rot-Grün: „Großvermieter enteignen!“
Berliner: „Jawohl!“
Rot-Rot-Grün: „Nein.“
Die Schlange am Tresen in der Schulkantine ist zu lang? Toller Lösungsvorschlag: Gesichtserkennung!!1!
Die CSU kurz erklärt: Jeder dritte Bayer haut seinem Kind gerne mal eine runter.
Deutschland, deine Allegorien! (19)
Kurushimi – The Mysteries of Chaos // E.T.-Feminismus
Es ist Montag. Die gute Nachricht der Woche: Unser aller Geldvermögen steigt erneut. Endlich kann ich mir einen Pandabären leisten! – Oder sind mit „den Deutschen“ etwa gar nicht alle gemeint? Ähm, äh – hinter euch! Eine zweiköpfige Schildkröte!
Völlig überraschend stellt sich heraus, dass es kein größeres Risiko für den eigenen Datenschutz gibt als Reklame im Web. Während Gopher, Usenet und IRC noch davon ausgenommen sind, gilt für den Kram im Webbrowser somit mehr denn je: Wer Werbung blockiert, der mag bei denen, die ernsthaft annehmen, das kostenlose Anbieten einer Website verpflichte die Besucher zur Spende, finanziell Einbußen verursachen; wer es aber nicht tut, der ist schön blöd. (Apropos: Demi Lovato sagt, das Wort „Alien“ diskriminiere Außerirdische. Hoffentlich haben die kein Twitter.) – Auch völlig überraschend: Gil Ofarim hat (vermutlich) gelogen. Wie das so ist: Je empörter die Empöreria sich empört, desto leiser verpufft das vermeintliche Übel. Schade um die schönen Spruchbanner vor dem Hotel und die vielen Parolen drauf. Jetzt hat man sich ganz umsonst aufgeregt.
Ein Blick in die Vereinigten Staaten: Der amtierende Präsident von dort – viel besser als Trump – sperrt Whistleblower auch weiterhin ins Zuchthaus. Land of the free. Home of the Murks.
Kein Murks: Jazz.
Guten Morgen.
Cybersondierungen gegen Links (Nachtrag)
Fefe (korrekterweise):
Erst haben sie Hacken verboten, dann Hackertools verboten, dann offene WLANs mit dem Urheberrecht weggeschossen. Studiengebühren eingeführt. Tja und dann stellte sich völlig überraschend heraus: Die existierenden Leute mit Fachkompetenz wollen diesem Scheißstaat nicht freiwillig helfen, nicht mal bezahlt. Den Nachwuchs hat die Regierung ja mit den ganzen Maßnahmen abgetrieben. Völlig überraschend ist man jetzt ein Land der Ahnungslosen, die Regierung muss ihre Staatstrojaner (und Firewalls und Router) im Ausland kaufen, und sämtliche „Erkenntnisse“ sind unprüfbares Hörensagen aus den USA.
Der „Digitalstandort“ („WirtschaftsWoche“ et al.) Deutschland ist zumindest ein Hort der „Sicherheit“ (Wolfgang Schäuble, anderer Zusammenhang) – Unsicherheit ist ja verboten.
Cybersondierungen gegen Links
Die DKP ist empört, denn das Sondierungspapier ist da. Die Hoffnung, dass die FDP – anders als in einer „Jamaika“-Koalition, in der sie allzu leicht der CDU/CSU zustimmen könnte – im Bündnis mit SPD und Grünen inhaltlich überzeugen muss, erweist sich als zutreffend:
Die digitalpolitische Strategie der Bundesregierung wird neu aufgesetzt (u.a. KI-Strategie, Datenstrategie, Blockchain-Strategie). (…) Wir werden in allen Bereichen entschlossen gegen (…) Linksextremismus (…) vorgehen, damit Vielfalt auch in gleicher Sicherheit für jede und jeden möglich ist.
Aus den von allen relevanten Parteien vor der Wahl versprochenen Steuersenkungen für Normalverdiener ist indes die Formulierung geworden, man strebe „keine neuen Substanzsteuern“ an. Das ist ja fast dasselbe. Immerhin:
Anstelle der bisherigen Grundsicherung (Hartz IV) werden wir ein Bürgergeld einführen.
Sollte die SPD es endlich geschafft haben, sich aus dem übergroßen Schatten der *blätter, papierraschel* SPD zu lösen?
Die CDU stellt unterdessen fest:
„Es geht jetzt nicht nur darum, dass jemand an die Spitze der CDU kommt, der nicht nur am besten unsere bürgerlich-konservativen Werte vertritt“, sondern der auch für ein „starkes und modernes Nachvornegehen in die Zukunft steht“.
Konservativ-progressiv also. Gesundheit!
Heil (2021)
Fackelumzug vorm Reichstag, im Gedenken an die gefallenen Kameraden.
Wir sind wieder wer.
Wichser.
Hoffnung Dexit (8): Faxnummern gegen Terrorismus
Die EU erarbeitet zurzeit eine Richtlinie zur Erhöhung der Cybersicherheit (überarbeitete NIS-Richtlinie, kurz „NIS 2“). Danach soll die Registrierung von Internetdomainnamen künftig die korrekte Identifizierung des Inhabers in der Whois-Datenbank einschließlich Namen, Anschrift und Telefonnummer voraussetzen.
Dafür gestimmt hat natürlich die SPD. Wenn es um das Erschweren des rechtssicheren Betriebs von Websites in Deutschland geht, ist die SPD grundsätzlich vorn dabei.
EU-Austritt: Jetzt.
Alternativen: Keine.
Es ist nicht alles schlecht in Großbritannien.
Kurzkritik: Svartsinn – Traces of Nothingness
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Wer hier gelegentlich mal meinen Musiktippskaufbefehlen folgt, der könnte mein Faible für freiförmige Klanglandschaften ohne erkennbare Takte und Melodien bereits wahrgenommen haben (siehe zum Beispiel „asia“ und „Tri Tone“). Hierunter fällt auch „Traces of Nothingness“, das 2003 rausgekommene und 2021 neu aufgelegte Drittwerk von Svartsinn (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp).
Svartsinn ist der Projektname von Jan Roger Pettersen aus Trondheim, Norwegen, der seit 1999 „Dark & Obscure Ambient“, wie er es nennt, aufnimmt und veröffentlicht. „Svartsinn“ sei Schwedisch und heiße irgendwas mit Pessimismus, behauptet das Internet. Name und Titel passen in der Tat zur hier zu hörenden Musik. „Traces of Nothingness“ ist eine musikalische Einöde. eine vertonte verlassene Fabrikhalle, eine Spur von Nichts eben; und somit genau das, was ich – wenigstens manchmal – mag.
Keine Ahnung, was das schon wieder über mich aussagt.
„Früher war alles besser“ (Symbolbild)
Jörg Schilling – ein sehr ärgerlicher Todesfall – lebte noch und Lyrik war heilbar.

Illegale Farben – Wieder raus // Damals im Westen
Es ist Montag. Was wir Pandabärenwertschätzer längst ahnten, wurde bestätigt: Hundebabys sind Wahlkampf. Aber warum wird dann (vielleicht) ein komischer SPD-Heini Kanzler und nicht das Hundebaby?
Bei den Grünen, die zum Teil das Wahlalter auf 14 Jahre senken möchten, gelte es als verzeihlich, wenn man mit 14 Jahren unbedachten Unsinn ins Netz kübelt, las ich gestern. Man sollte sich indes schon entscheiden, ob man mit 14 einfach noch zu unreif ist, um an seinen Taten gemessen zu werden, oder ob man mit 14 durchaus über die Geschicke des Landes mitbestimmen sollte. Ich hab‘ leicht reden: Es kursieren derzeit irgendwelche uralten Zeitungsartikel über mich, weil ich vor elf Jahren – kurz nach dem Ende meines völligen politischen Desinteresses und somit selbst nicht gerade umsichtig in diplomatischen Fragen, heute würd‘ ich manches sicherlich anders machen – unbedachten Unsinn ins Netz gekübelt habe, wenngleich ich damals nicht 14, sondern [unleserlich] Jahre alt war. Vielleicht sollte ich einfach auch kein Wahlrecht haben. Ich bin mit der verfügbaren Auswahl sowieso nicht zufrieden. Alle bescheuert, mich selbst eingeschlossen.
Hihi: „Linux is only free if your time has no value“. Passt.
Apropos früher: Patrick Breyer, der amtierende Europaparlamentarier der Piratenpartei Deutschland, schlägt vor, soziale Netzwerke und Messenger und dergleichen zur „Interoperabilität“ zu zwingen, was letztlich bedeuten würde, dass zum Beispiel über Threema oder Signal verschlüsselt versendete Nachrichten auch von WhatsApp-Nutzern gelesen werden können müssten; wie das rein technisch funktionieren soll, ohne den Datenschutz zu gefährden, schreibt er aber lieber nicht dazu. Das hat sicherlich interessante Gründe. Eine Nachfrage meinerseits blieb jedenfalls bisher unbeantwortet oder wurde übersehen. Man (zumindest: ich) weiß es nicht. – Oft übersehen auch: Das verdammte Patriarchat wird in russischen Gefängnissen zu Hunderten vergewaltigt. Böses russisches Machopatriarchat. Sehr frauenfeindlich, so insgesamt. Hadmut Danisch berichtet aus Westdeutschland: „Vor allem hatte ich die Möglichkeit, die Freiheit, völlig unpolitisch zu bleiben.“ Wahr, leider. Es war nicht alles schlecht.
Während allerdings vieles – auch das Web – immer fürchterlicher wird, wird anderes eigentlich nur bizarrer: Die „taz“ lässt Adrian Lobe klagen, das Wegmachen von Reklame im öffentlichen Raum demontiere „auch einen Teil der Öffentlichkeit“. Werbung, Waffe im Kampf um Konsum und Kapital, ist jetzt links und sie auszublenden kommt Unterdrückung gleich. Ob Marx (Karl, nicht Groucho) das gemeint hat?
Naja, Punk.
Guten Morgen.
الإله مات
Henriette Reker, Kölner Oberbürgermeisterin, so:
Köln ist die Stadt der (religiösen) Freiheit & Vielfalt. (…) Den Muezzin-Ruf zu erlauben ist für mich ein Zeichen des Respekts[.]
Soufian El Khayari, „Noktara“, so:
[D]er Zentralverband der Atheisten [hat] an mehreren Standorten in Köln Hausdächer und Türme angemietet. Ehrenamtliche Mitglieder sollen dann wie sie gerade Lust und Laune haben das atheistische Pendant eines Minaretts besteigen, um lautstark „Es gibt keinen Gott und das war’s auch schon!“ oder andere areligiöse Aussagen über die Nichtexistenz Gottes und das absolute Ende nach dem Tod auszurufen.
Bereits Ende 2018 war Köln mehrheitlich nicht christlich. In einigen neuheidnischen Foren sieht es so aus, dass der Anteil an Neuheiden sich derzeit überproportional erhöht. Das wird witzig, wenn die auch einen eigenen Turm haben wollen.
Kurzkritik: Godspeed You! Black Emperor – G_d’s Pee AT STATE’S END!
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Ich hatte es ja schon im Mai geschrieben: Wenn Mogwai 2021 schon nicht überzeugen können (deren aktuelles Album „As the Love Continues“ ist dermaßen belanglos, dass es meine sonst recht hohen Qualitätsansprüche deutlich unterlaufen würde, es in der Jahresendbestenliste, an der ich, es ist ja schon Oktober, auch dringend mal arbeiten sollte, auch nur als abschreckendes Beispiel aufzulisten), müssen es halt die Kanadier richten.
Und sie richten es besser als je zuvor: „G_d’s Pee AT STATE’S END!“ (hörbar auf Amazon.de, TIDAL und so weiter) – allein der Titel schon! – erfreut nach einer doch ungewöhnlichen Einführung Herz und Hirn des Postrockbegeisterten mit dem, was Godspeed You! Black Emperor immer schon gemacht haben, nämlich instrumentalem Akustikkino ohne Scheu vor nicht elektrisch verzerrten Instrumenten und unter Missachtung des zu oft geschriebenen Gesetzes, man möge gefälligst Laut und Leise abwechseln.
Daran kratzen zwar Stücke wie „First of the Last Glaciers“, sofern man den Beginn dieses Stücks in einem Album der fließenden Übergänge überhaupt ausmachen kann, mitunter, aber das Erfüllen von Erwartungen war noch nie eine Kompetenz in der guten Musik. Godspeed You! Black Emperor, gefühlt mit gestiegenem Anteil an irischer Folkmusik im Instrumentarium, zeigen einen bildlosen Film, eine Naturdokumentation ohne Effekte ebenso wie (die Band ist als politisch links bekannt) eine Gesellschaftskritik ohne Text, wenngleich gelegentliche Kriegsgeräusche („GOVERNMENT CAME“ (9980.0kHz 3617.1kHz 4521.0 kHz)“, das, je nach Medium, ein Teil eines longtracks namens „GOVERNMENT CAME” (9980.0kHz 3617.1kHz 4521.0 kHz) / Cliffs Gaze / cliffs’ gaze at empty waters’ rise / ASHES TO SEA or NEARER TO THEE“ ist oder auch nicht und dessen Kilohertzangaben mir bitte irgendjemand erklären sollte, weil ich zu doof bin, diesbezüglich erfolgreiche Recherchen anzustellen) zumindest Aufschluss geben.
Und es funktioniert.
Danke, 2021!
Liegengebliebenes vom 7. Oktober 2021
Twitter will künftig dranschreiben, wenn Unterhaltungen etwas hitzig werden könnten. Da krieg‘ ich direkt schlechte Laune.
Unerwartete Befürworterin des generischen Maskulinums: Christine Lambrecht, SPD.
Während der bekloppte CCC noch Einhörner und Weltfrieden in Koalitionsverträge schreiben lassen will, ist der LOAD e.V. nebst angeschlossenen Parteien schon weiter: „Mit einer deutlichen Mehrheit hat sich das Europäische Parlament (…) gegen biometrische Massenüberwachung und für ein Verbot dieser Praktiken innerhalb der Europäischen Union ausgesprochen“; was sicherlich frechen Unfug wie die Uploadfilter, die gleichfalls ohne das Europäische Parlament hier nicht in dieser Form stattfinden müssten, kaum vergessen lässt, aber man muss sollte ja auch mal die guten Seiten und so weiter und so fort.
Aus den Presseberichten der bayrischen Polizei von ungefähr gestern: Eine Frau ging spazieren und erblickte dabei einen Herrn, der sich in aller Ruhe am Wegesrand einen runtergeholt hat. Weil das puritanische Bayern aber vom Kreuz regiert wird und Jesus es sicherlich auch nicht wollen würde, dass wertvoller Samen vor eine Parkbank und nicht – wie sonst – in einen Ministranten gespritzt wird, musste sie schnell handeln: „Umgehend verständigte die 38-Jährige die Polizei“, die werden den Wichser schon kriegen!
Kann ich das Patriarchat noch mal sehen?
Aus denselben Presseberichten: „Unbekannter versprüht Reizstoffspray in Schule; sieben Schüler leicht verletzt – Au“.
Au!
Die „EMMA“, eines der wenigen Magazine, das sich mal auf Totholz über mich beschwert hat, wird entweder mir immer sympathischer oder ich werde einfach komisch im Alter (oder beides): Neulich brachte sie einen Artikel über die Absurdität der innerparteilichen Quotenregeln der Grünen, die demnächst – ich sag’s ungern – vermutlich wieder blöde in der Bundesregierung rumsitzen werden, dem ich vollumfänglich zustimmen muss kann. Gibt es so was wie Altersfeminismus?
Versteh‘ ich nicht: Wer bestellt sich denn um 22:30 Uhr ein Penisemoji?
Fluch
Mit obiger Überschrift untiges im Postfach gesehen:
Mein Name ist Dr. Ayaba, ich bin ein Sangoma-Heiler und ein
Zauberwirker, der natürliche Kräuter und Wurzeln aus dem Wald
verwendet, um Zauber und Medizin herzustellen, um alle Arten von
Krankheiten und Krankheiten zu heilen und zu heilen. Ich habe diese
großen Kräfte von meinen Vorfahren geerbt, bevor sie starben. seit
meiner geburt bin ich aufgewachsen, um der menschheit zu helfen und
seelen vor dem leiden hier auf erden zu retten. Ich bin eine Frau zu
meinem Wort, ich habe nicht viel zu sagen, aber meine Arbeit spricht
für mich auf der ganzen Welt. Mailen Sie uns jetzt
Und wahrlich, die Arbeit spricht für sich.










