PolitikIn den Nachrichten
Spä­ter nicht war­ten

Der anti­ke Toten­kult, für des­sen Anhän­ger das Lebens­en­de das höch­ste Glück dar­stellt, lässt es an Mis­si­ons­ei­fer selbst in Pan­de­mie­zei­ten nicht man­geln:

Schles­wig-Hol­steins Mini­ster­prä­si­dent Dani­el Gün­ther (CDU) for­der­te am Mitt­woch im Kie­ler Land­tag mit den Wor­ten „Wir dür­fen nicht war­ten“ einen har­ten Lock­down nach Weih­nach­ten.

Fro­hes Fest!

NetzfundstückeIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 10. Dezem­ber 2020

Sci­ence-Fic­tion-Freun­de auf­ge­merkt: Frank­reich baut – ganz ethisch natür­lich – Cyber­men.


Gute Nach­richt der Woche: Face­book soll klei­ner wer­den.


Tom Buhr­ow „dro­he“, heißt es in ein­schlä­gi­gen Medi­en, bei Ableh­nung der Rund­funk­ge­büh­ren­er­hö­hung mit „Ein­schnit­ten“ im Pro­gramm. Heißt das, um den Jah­res­wech­sel her­um wird „Drei Hasel­nüs­se für Aschen­brö­del“ nur noch acht­zehn- statt neun­zehn­mal gezeigt?


Die Euro­päi­sche Uni­on hält nicht viel von der Sou­ve­rä­ni­tät ande­rer Staa­ten: Wehe den Bri­ten, wenn sie nach dem Brexit plötz­lich Wett­be­werbs­vor­tei­le haben!

Was für ein sym­pa­thi­scher Staa­ten­bund. Wie kann man da nur aus­tre­ten wol­len?


Na, bis­her auch immer alle Pass­wör­ter auf Screen­shots ver­pi­xelt statt abge­schnit­ten oder geschwärzt, weil das bes­ser aus­sah? Scha­de: Man kann sie jetzt wie­der­her­stel­len.


Kur­ze Durch­sa­ge aus dem kirch­li­chen Mit­tel­al­ter ins 21. Jahr­hun­dert: Beich­ten übers Inter­net gil­det nich!


Immer, wenn ich inno­va­ti­ve Soft­ware sehe, hät­te ich inno­va­ti­ve Soft­ware lie­ber nicht gese­hen: Es gibt jetzt ser­ver­lo­ses Git; oder, wie ande­re es völ­lig zutref­fend nen­nen: „Fido­Net und viel­leicht ein biss­chen Block­chain“.


Ja, natür­lich wol­len wir das Kli­ma schüt­zen, aber, äh, hin­ter euch! Ein drei­köp­fi­ges Kern­kraft­werk!

In den NachrichtenWirtschaft
Rund­funk­aus­wei­se

Wäh­rend ganz Deutsch­land sich über die Rund­funk­ge­büh­ren unter­hält, als sei der Preis das größ­te Pro­blem an der Exi­stenz ver­pflich­ten­der Berie­se­lung, ist längst beschlos­sen, dass im kom­men­den Jahr die Ver­län­ge­rung eben­so ver­pflich­tend zu besit­zen­der Aus­wei­se fast zehn Euro mehr kostet – und das ein­zig medi­al inter­es­san­te The­ma scheint nicht etwa zu sein, ob es ange­mes­sen ist, den Kauf von Doku­men­ten staat­lich vor­zu­schrei­ben, son­dern bloß ihr Inhalt.

PolitikIn den Nachrichten
Abso­lu­te Alter­na­ti­ve

Wie fühlt es sich für einen Sach­sen-Anhal­ti­ner eigent­lich der­zeit an, nur auf­grund sei­nes ver­meint­li­chen Ein­sat­zes für das Gute in einem Land zu leben, das fak­tisch mit abso­lu­ter Mehr­heit von der AfD regiert wird, indem selbst grund­sätz­lich bür­ger­freund­li­che Ent­schei­dun­gen sofort als Tabu gel­ten und unbe­dingt ins Gegen­teil ver­kehrt wer­den müs­sen, sobald die AfD sich für sie aus­spricht, was der AfD die allei­ni­ge Ent­schei­dungs­ge­walt dar­über ver­leiht, was beschlos­sen wird und was nicht?

NetzfundstückeMontagsmusikComputer
Por­cupi­ne Tree – Trains // Klat­schen für die Bank

Was fehltEs ist Mon­tag. Da kommt der Jun­ge mal (an die fri­sche Luft und) auf ande­re Gedan­ken. Es wäre ja auch lang­wei­lig, mal nicht den gan­zen Tag Zwei­feln an sich und der Mensch­lich­keit (mal nicht: Mensch­heit) nach­zu­ge­hen. Nicht depres­si­ve Autoren sind schlech­te Autoren und dabei schrei­be ich nicht mal Bücher, son­dern nur die­sen Käse hier und manch­mal was über Pan­da­bä­ren, die kein Käse sind.

Was fehlt im Lock­down? Klar: Der Lock­down. Aber der kommt bestimmt auch noch, jeden­falls in Bay­ern. Auf der Haben­sei­te: Mar­kus Söder darf bald nicht mehr raus. Alles rich­tig gemacht. Geret­tet wer­den hof­fent­lich erst mal die Ban­kiers. Oder reicht da Klat­schen? – Apro­pos Ret­tung: Es gibt eine neue Sicher­heits­lücke in einem alten Web­brow­ser. Viel­leicht soll­te ich doch all­mäh­lich mal das Update auf den Net­scape Navi­ga­tor machen. Der soll ja ganz gut sein.

Die Wort­war­te ser­vie­ren 17 neue Wör­ter aus aller­lei Medi­a­l­quel­len. Sie sind sehr oft sehr albern und soll­ten daher unbe­dingt in unser aller Sprach­ge­brauch ein­flie­ßen.

Aber erst mal eine wich­ti­ge­re Haus­auf­ga­be: Öfter mal bis­her ohne Hin­ter­grund­ge­dan­ken gemoch­te Lie­der situa­tiv in sein Leben inte­grie­ren. Ich kon­trol­lie­re mor­gen die Hef­te. Ich habe damit schon ange­fan­gen und wer­de so schnell nicht damit auf­hö­ren. Ätsch.

Por­cupi­ne Tree – Trains (Live)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Ein­kaufs­shop­ping fürs Vater­land

Der umstrit­te­ne Recher­cheur Patrick Gen­sing kom­men­tiert:

Noch bis min­de­stens zum 10. Janu­ar soll der „Lock­down light“ gel­ten. Doch eine „leich­te Abrie­ge­lung“ oder „leich­te Aus­gangs­sper­re“ ergibt vom Wort her eigent­lich kei­nen Sinn.

So weit, so rich­tig (das muss man der „tages­schau“ ja auch mal zuge­ste­hen); um so erstaun­li­cher, dass ande­res sinn­mä­ßig uner­fragt bleibt:

Alles was Spaß macht, wird ver­bo­ten. Das Arbei­ten, Ein­kau­fen und Shop­ping bleibt hin­ge­gen erlaubt. Wirt­schafts­mi­ni­ster Peter Alt­mai­er bezeich­net den Erhalt des sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­dels sogar als „natio­na­le, ja auch eine patrio­ti­sche Auf­ga­be“.

Ein Volk, ein Reich, ein Lebens­mit­tel­la­den! Ein auch im Ver­gleich dazu ent­täu­schen­des Tri­pty­chon hat Patrick Gen­sing hin­ge­gen mit „Arbei­ten, Ein­kau­fen und Shop­ping“ zu malen ver­sucht, wor­auf er selbst der­ma­ßen stolz zu sein scheint, dass er es sogar in einer Zwi­schen­über­schrift noch mal benutzt hat.

Nun beru­higt es mich ja ein biss­chen, dass Ein­kau­fen in zwei Spra­chen erlaubt bleibt. Aber was ist mit かい・だしにでかける, Acquista­re und Com­prar? Hier ist, wie ich fin­de, der Gesetz­ge­ber gefragt. Gera­de für ein Land, das sich offen für ara­bisch­stäm­mi­ge Neu­zu­gän­ge zei­gen möch­te, ist es ein untrag­ba­rer Zustand, dass dem Grund­be­dürf­nis der geset­zes­kon­for­men Besor­gun­gen mit so wenig sprach­li­cher Fle­xi­bi­li­tät begeg­net wird.

Inter­na­tio­na­les Kau­fen muss end­lich lega­li­siert wer­den!


Wo eigent­lich die Revo­lu­ti­on bleibt? Kei­ne Sor­ge: Der Bun­des­tag arbei­tet dar­an.

NerdkramsNetzfundstücke
Beim #rC3 ist das Inter­net voll.

Die­ser Arti­kel ist Teil 12 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Schlech­te Nach­rich­ten für die­je­ni­gen, die immer noch einen Unter­schied zwi­schen CeBIT und Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress zu ken­nen glau­ben: Es ist wie­der einer weni­ger.

Tickets wer­den für den Log­ged-In-Bereich benö­tigt, der die Inter­ak­tio­nen zwi­schen den Teil­neh­men­den, Work­shop­teil­nah­men und das Ent­decken der Assem­blies-Flä­chen und ein paar Über­ra­schun­gen für Euch ermög­licht.

Weil die moder­nen Kon­zep­te von Inter­ak­ti­on zwi­schen Onlinen­ut­zern (IRC, seit 1988), Stän­de­gucken (GIF, seit 1987) und man­chem mehr aber für tech­nik­fer­ne Men­schen, wie sie die Ziel­grup­pe des rC3 nun mal sind, nicht mehr so recht ska­lie­ren, seit man jeden Quatsch unbe­dingt in den Web­brow­ser ver­la­gern will und der nun mal nur wenig Last aus­hält, ist das welt­wei­te Netz plötz­lich ganz schön eng:

Aktu­ell sind alle Tickets für die rC3 aus­ver­kauft.

Das pas­siert eben, wenn man sich das Netz von der Tele­kom legen lässt.

PolitikIn den Nachrichten
Fatah­kom­ple­xe

Dass ich das Wort „Het­ze“ für sich auf einem sprach­li­chen Niveau mit dem min­de­stens eben­so belieb­ten „Kack­schei­ße“ befin­dend hal­te, habe ich im Bekann­ten­kreis gele­gent­lich ohne ersicht­li­chen Wider­spruch ange­merkt. Das hält die Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­on der SPD, die auch sonst lei­der nicht auf mich hört, nicht davon ab, „für Völ­ker­ver­stän­di­gung gegen Het­ze“ zu demon­strie­ren.

Das ist beson­ders bemer­kens­wert, weil die­sel­be Orga­ni­sa­ti­on am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de die Fatah-Jugend zur Schwe­ster­or­ga­ni­sa­ti­on erko­ren hat, deren Bei­trag zur Völ­ker­ver­stän­di­gung dar­in besteht, das Land Isra­el als nicht sou­ve­rä­ni­täts­wür­dig dar­zu­stel­len. Zwar könn­te man die Fatah-Jugend des­halb ange­sichts der Außen­po­li­tik Isra­els als anti­fa­schi­sti­sche Orga­ni­sa­ti­on akzep­tie­ren, aber die­se Ansicht ist wie­der­um umstrit­ten, wie man heut­zu­ta­ge zu Ansich­ten sagt, die nicht von jedem Mit­glied des ein­fa­chen Bür­ger­tums geteilt wer­den.

Mich über­rascht ja der aus­blei­ben­de Men­schen­auf­lauf (mmmh: Auf­lauf) vor SPD-Par­tei­ta­gen. Was muss noch alles pas­sie­ren?

MusikNetzfundstücke
2020 unwrap­ped.

Blog­ger, Jour­na­li­sten und Radio­kas­per fra­gen momen­tan zahl­reich und meist in fürch­ter­li­chem Deutsch:

Doch wie viel Musik hast Du in (sic! A.d.V.) 2020 tat­säch­lich gestreamt?

Man sol­le hier­für bei Spo­ti­fy, einem bekann­ten Künst­ler­schlecht­be­zah­ler, nach­se­hen, das ein ent­spre­chen­des Ange­bot vor­hal­te.

Ich habe das mal gemacht; und kon­se­quent weist mich Spo­ti­fy gen­dernd dar­auf hin, dass ich gefäl­ligst erst mal anfan­gen soll­te, Musik zu hören, bevor ich da Infor­ma­tio­nen bekom­me. Aber ich kön­ne ja so lan­ge erst mal Musik hören, die ande­re Leu­te mögen, doch lei­der krie­ge ich von die­ser Art von Beschal­lung regel­mä­ßig Hirn­spliss.

Nichtrückblick

Ein ande­rer Blog­ger, der nicht dau­ernd von mir ver­linkt wer­den möch­te, hat­te letz­te Woche einen Screen­shot von Last.fm in einem sei­ner Bei­trä­ge ver­wur­stet, dem­zu­fol­ge ich immer­hin 100 Pro­zent neue Künst­ler auf­zu­wei­sen habe, denn ich gehö­re zu den Men­schen, die ungern – sofern es nicht um die Alben für die Insel geht – etwas erneut hören, was sie schon ken­nen. Als mein Album des Jah­res scheint sich das aktu­el­le von Insect Ark her­aus­zu­schä­len, über das ich hier noch nichts geschrie­ben habe, weil ich mir dafür Zeit und Muße neh­men muss und wir haben ja Coro­na und da ist bei­des eher knapp.

Mein per­sön­li­cher Jah­res­rück­blick – die meist­ge­hör­ten Alben, nicht unbe­dingt auch die besten – steht jeden­falls im Plat­ten­schrank. Scha­de, dass der nicht smart ist und dau­ernd irgend­was im Inter­net visua­li­sie­ren will; oder auch: gut so.

MusikIn den Nachrichten
Das Igno­ran­ten­blut­bad

Erst Coro­na und jetzt auch noch das:

Man­che haupt­be­ruf­li­chen Strea­me­rin­nen und Strea­mer

, das muss man ja erst mal sacken las­sen: es gibt tat­säch­lich Men­schen, die haupt­be­ruf­lich ihr Geld (ech­tes Geld!) damit ver­die­nen, sich dabei fil­men zu las­sen, wie sie irgend­wel­che Pixel abknal­len, und/oder sich bei son­sti­gen Com­pu­ter­ak­ti­vi­tä­ten (Paint, Face­book, Por­nos­gucken) zugucken zu las­sen, was im Lebens­lauf bestimmt auch ori­gi­nell aus­sieht und mir eigent­lich einen Exkurs zum The­ma Arbeits­lo­sen­zah­len erlaub­te, aber die­ser Exkurs hier ist jetzt schon zu lang, also wei­ter im Zitat,

schrie­ben, dass ihr Lebens­werk aus­ge­löscht wer­de.

Nun steht es aus­ge­rech­net mir sicher­lich nicht zu, das Lebens­werk ande­rer Men­schen zu bewer­ten. (Brot und) Spie­le sind ja durch­aus auch für die Gesell­schaft des 21. Jahr­hun­derts von Wert. Aber was ist denn über­haupt pas­siert?

Über­ra­schend hat sich her­aus­ge­stellt, dass man, wenn man öffent­lich etwas vor­führt, dar­auf ach­ten soll­te, dass die Ver­wer­tungs­rech­te ein­ge­hal­ten wer­den. Wer Kin­der Lie­der sin­gen lässt, mit deren Ver­mark­tung jemand sonst Geld ver­dient hät­te, der wird danach von der GEMA zur Kas­se gebe­ten. Isso.

Zwar ist ein Strea­ming­ver­tei­ler kein Markt­platz, aber die Rechts­la­ge ist ähn­lich:

Der Grund für den Kahl­schlag ist der Digi­tal Mill­en­ni­um Copy­right Act, kurz DMCA. (…) Juri­stisch gese­hen ist die Musik­lob­by im Recht: Anders als You­Tube oder Face­book hat twitch bis­lang kei­ne Abspra­che mit den gro­ßen Musik­la­bels abge­schlos­sen, die eine freie Nut­zung von Musik in den Streams erlau­ben wür­de.

Denn man kann ja von auf­merk­sam­keits­ar­men Strea­mern und ihren Zuschau­ern nicht erwar­ten, dass sie sich auf das Gesche­hen auf dem Bild­schirm und viel­leicht das Gequat­sche des Strea­mers kon­zen­trie­ren; man muss schon Musik dazu hören, und zwar wel­che, die der zu gro­ßen Men­ge aus Ver­markt­ba­rem ent­sprin­gen. Wie das aber so ist: Wo unter einem Krieg die Kin­der am mei­sten lei­den, wie der Volks­mund unter völ­li­ger Igno­ranz des Wohl­erge­hens der Sol­da­ten annimmt, da lei­den unter der Rech­t­eigno­ranz die Igno­ran­ten am mei­sten.

Die Leid­tra­gen­den des Kon­flikts sind die Strea­men­den: Sie müs­sen wei­ter­hin mit der Unsi­cher­heit leben, nicht zu wis­sen, wel­che Musik im Hin­ter­grund eigent­lich erlaubt ist und wel­che nicht.

Strea­men­de schei­nen also auch sonst nicht zu den Klü­ge­ren zu gehö­ren, denn bereits gerin­ger Grund­ver­stand lässt anneh­men, dass ange­sichts der Exi­stenz der Musik­in­du­strie (die ihren Namen auch sonst nicht zu Unrecht trägt) und – bei hier hei­mi­schen Strea­mern – der GEMA jede Art von Musik im Hin­ter­grund nicht erlaubt ist, bei der nicht aus­drück­lich dran­steht, dass sie frei ver­wend­bar ist.

Ande­rer­seits haben wir es hier mit Men­schen zu tun, deren Lebens­werk – aber ich woll­te mich dar­über ja nicht aus­las­sen. Zumal:

[V]iele Spie­le ent­hal­ten Musik, die von den Rech­te­inha­bern exklu­siv für die Ver­wen­dung im Spiel lizen­ziert wur­de – aber eben nicht dafür, dass sie über Umwe­ge in einem Live­stream lau­fen. (…) Let’s Plays und Live­streams sind mitt­ler­wei­le Teil des Mar­ke­tings, teil­wei­se wer­den bekann­te Strea­mer von den Spie­le­stu­di­os bezahlt, damit sie ein neu­es Game vor der Kame­ra (…) spie­len.

Mög­li­cher­wei­se hat all das inso­fern auch sein Gutes: Viel­leicht wird You­Tube nach dem Abeb­ben der Flut an Zuguck­spie­lern bald wie­der inter­es­san­ter. Das hät­te ja auch mal Charme.

In den NachrichtenMontagsmusik
Hint – 100% White Puz­zle // Lei­su­re-Suit-Lar­ry-Ter­ro­ri­sten

^_^Es ist Mon­tag. Aser­bai­dschan ent­behrt, ent­neh­me ich der inter­na­tio­na­len Bericht­erstat­tung, zwar eines hin­rei­chend gro­ßen Gehe­ges für Pan­da­bä­ren, nicht aber eines zumin­dest schlag­fer­ti­gen Prä­si­den­ten. Scha­de, dass es dort so unru­hig ist.

Der „Anti“-Terrorbeauftragte der besten Euro­päi­schen Uni­on, die man für Geld kau­fen kann, gräbt das unto­te Video­spie­le­ver­bot wie­der aus, denn Ter­ro­ri­sten könn­ten sie zur „Vor­be­rei­tung von Anschlä­gen“ nut­zen. Jedes Mal, wenn ich so etwas lese, fra­ge ich mich ver­wun­dert, wel­che exi­stie­ren­den Spie­le eigent­lich auf wel­che Art halb­wegs lebens­nah „auf Anschlä­ge vor­zu­be­rei­ten“ imstan­de wären; alle Spie­le mit Waf­fen dürf­ten schon mal raus sein, denn in kei­nem mir bekann­ten Spiel ver­hält sich eine Waf­fe wie im ech­ten Leben. Flap­py Bird? Trans­port Tycoon? – Ich glau­be ja, dass die Bun­des­wehr viel bes­ser auf Anschlä­ge vor­be­rei­tet als ein Com­pu­ter­spiel. Die Bun­des­wehr wird – anders als Com­pu­ter­spie­le – näch­stes Jahr übri­gens teu­rer als erwar­tet. Könn­te die EU mal ange­hen, das Pro­blem.

Im Aus­land küm­mert man sich der­weil um grö­ße­re Pro­ble­me: Es wird davon abge­ra­ten, sein Haus mit poten­zi­ell unsi­che­rer smar­ter Gerät­schaft voll­zu­stel­len. Nun geht es um die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, der Zyni­ker in mir ver­kneift sich aber trotz­dem einen nicht sehr freund­li­chen Kom­men­tar zum The­ma Todes­stra­fe. Aus­nahms­wei­se fin­de ich die dor­ti­ge Gesetz­ge­bung aber durch­aus vor­bild­lich.

Die deut­sche hin­ge­gen ist auch wei­ter­hin selt­sam: In Ber­lin darf man der­zeit nur in grö­ße­rem Rah­men trau­ern, wenn man einen unsicht­ba­ren Freund hat. Das trifft sich gut: Mein unsicht­ba­rer Freund ist die Musik.

Hint 100% White Puz­zle – 08 – 100% White puz­zle (french elec­t­ro indu­stri­al rock noi­se band)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (13)

Wäh­rend einer­seits monate‑, gar jah­re­lang dar­auf gepocht wur­de, dass man der Poli­zei mög­li­cher­wei­se ein paar Befug­nis­se ent­zie­hen soll­te, weil in ihr poli­tisch radi­ka­le Umtrie­be sich besorg­nis­er­re­gend häuf­ten, wur­de mei­ner Ableh­nung der Bun­des­wehr, eines ana­chro­ni­sti­schen Relikts aus dem Kal­ten Krieg, stets mit Miss­ach­tung begeg­net. Die Bun­des­wehr sei immer­hin wich­tig, sie schüt­ze vor Coro­na, fische Flücht­lin­ge aus dem Meer, küm­me­re sich um Kran­ke und so wei­ter.

Dage­gen hät­te ich auch nichts ein­zu­wen­den, näh­me man den Knall­köp­fen wenig­stens die Waf­fen weg, denn die sind das wesent­li­che Pro­blem, das ich mit der Bun­des­wehr habe. Aber das kön­ne man ja nicht machen. Das sei was völ­lig ande­res als die Poli­zei. Die Poli­zei sei vol­ler rech­ter Chat­grup­pen und die Bun­des­wehr sei gera­de sehr wich­tig. Wegen Putin. Und Coro­na. Und Putin. Da darf die doch auch ger­ne mal gra­tis im Zug mit­fah­ren.

Scha­de aber:

Die Bun­des­wehr hat Ermitt­lun­gen wegen einer Chat­grup­pe von Sol­da­ten ein­ge­lei­tet. (…) Zuletzt hat­ten immer wie­der rechts­extre­me Umtrie­be von Bun­des­wehr­sol­da­ten für Schlag­zei­len gesorgt.

Ja, ich weiß es ja: Schwer (mit, zuge­ge­ben, schlecht funk­tio­nie­ren­den Waf­fen) bewaff­ne­te Rechts­ra­di­ka­le sind unse­re ein­zi­ge Chan­ce gegen Putin. Und Coro­na. Und Putin. Bloß nicht auf­lö­sen. Ist ganz wich­tig, die Bun­des­wehr. Wer soll das denn sonst machen – das THW etwa? Pah, die haben doch nicht mal Pan­zer!

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
… oder soll man es las­sen?

2019:

Denn die zum Teil höchst emo­tio­nal geführ­te Aus­ein­an­der­set­zung dar­über, ob es medi­en­ethisch legi­tim ist, die Pro­ble­me der Flücht­lings­auf­nah­me von Schlep­per­boo­ten nahe der afri­ka­ni­schen Küste im Rah­men eines Pro & Con­tras abzu­han­deln, reich­te bis in die Zeit-Redak­ti­on und wur­de intern kon­tro­vers dis­ku­tiert. Auf­be­rei­tung und Arti­kel-Über­schrift hat­te die Chef­re­dak­ti­on als „kla­re Fehl­ent­schei­dung“ bezeich­net und sich hier­für öffent­lich bei den Lesern ent­schul­digt.

2020:

Die Femi­ni­stin Pau­li­ne Har­man­ge plä­diert für Män­ner­hass. Denn: Män­ner sei­en gewalt­tä­ti­ge, ego­isti­sche, fau­le und fei­ge Wesen. Hat sie recht? Ein Pro und Con­tra.

Ich hal­te Pau­li­ne Har­man­ge ja für ein emo­tio­nal gewalt­tä­ti­ges, ego­isti­sches, fau­les und fei­ges Wesen. Ange­bo­te für einen Buch­ver­trag bit­te ich direkt in den Kom­men­ta­ren zu hin­ter­las­sen.