Nerdkrams
Warum Windows 7 Murks ist

(Es fol­gt ein weit­er­er Text über “Com­put­er und so”, angeregt durch ein heutiges Erleb­nis. Man möge mir bei Unwillen die Ein­seit­igkeit der The­men­wahl nach­se­hen und sich auf fol­gende Beiträge freuen.)

Man sollte meinen, das The­ma Win­dows 7 sei längst aus­re­ichend besprochen wor­den; nach­dem ich allerd­ings gestern früh­mor­gens einen Dia­log mit einem Lin­uxnutzer führte, der darauf bestand, Win­dows 7 sei das allerbesteste Win­dows (min­destens) aller Zeit­en, sehe ich mich gezwun­gen, zur späteren Ref­erenz hier einige Gege­nar­gu­mente zu sam­meln.

Win­dows 7 ist gegenüber den Vorgängerver­sio­nen, inklu­sive Win­dows Vista, tech­nisch gese­hen ein klar­er Rückschritt.

Die Auf­gabe eines Betrieb­ssys­tems ist es nicht, dem Benutzer eine voll­ständi­ge Arbeit­sumge­bung bere­itzustellen; das Betrieb­ssys­tem GNU/Linux tut dies eben­falls nicht (und genau darum gibt es Dis­tri­b­u­tio­nen wie Debian, Fedo­ra und andere). Was es hinge­gen tun soll, ist es, die Arbeit mit den selb­st gewählten Anwen­dun­gen und den eige­nen Dateien best­möglich zu erle­ichtern.

Der “Win­dows Explor­er”, der Dateiman­ag­er, den Microsoft seit Win­dows 95 kon­tinuier­lich in die falsche Rich­tung entwick­elt, läuft dem zweit­en Ziel zuwider. Hat­te der Dateiman­ag­er von Win­dows 3.x (winfile.exe) noch einige wirk­lich nüt­zliche Funk­tio­nen wie etwa den Dual­pan­el-Modus, den man als Anwen­der heutzu­tage umständlich nachrüsten muss, indem man alter­na­tive Dateiman­ag­er wie den sich­er nicht unbe­grün­det beliebten Total Com­man­der instal­liert, so besitzt der Explor­er in Win­dows 7 nicht ein­mal mehr eine Schalt­fläche, um in das über­ge­ord­nete Verze­ich­nis zu wech­seln. Die weni­gen verbliebe­nen Schalt­flächen wur­den dafür größer und bunter gestal­tet. Func­tion fol­lows form. (Hier hil­ft zum Beispiel die quellof­fene Zusatzan­wen­dung Clas­sic Shell, die einige in Win­dows 7 ent­fer­nte Funk­tio­nen wieder bere­it­stellt.)

Und auch das Arbeit­en mit laufend­en Anwen­dun­gen hat Microsoft in Win­dows 7 deut­lich erschw­ert. Nach­dem zu Beginn der Win­dows-95-Entwick­lung noch mit ein­er uni­versellen Verknüp­fungsleiste exper­i­men­tiert wurde (unter anderem auf winhistory.de zu sehen), hielt schon nach kurz­er Zeit die bis ein­schließlich Win­dows Vista kon­stante Taskleiste in das Sys­tem Einzug, mit deren Hil­fe zwis­chen offe­nen und min­imierten Fen­stern gewech­selt wer­den kon­nte. Der Inter­net Explor­er 4 rüstete später die “Schnell­startleiste” nach, also die Möglichkeit, beliebige Verze­ich­nisse direkt in die immer sicht­bare Taskleiste zu leg­en. Mit Win­dows 7 wurde dieses bewährte, sin­nvolle Konzept zugun­sten der “Super­bar” über Bord gewor­fen.

Die “Super­bar” ist eine Art uni­verselle und in der Stan­dard­e­in­stel­lung etwas bre­it ger­atene — man bedenke, dass der Trend zum Breit‑, nicht zum Hochbild­schirm geht — Leiste am unteren Bild­schirm­rand, die laufende Anwen­dun­gen, geschlossene Anwen­dun­gen, min­imierte Anwen­dun­gen, Ord­ner­fen­ster und Verknüp­fun­gen in Form von via Menüein­trag “ange­hefteten” Pro­gram­men, mit lusti­gen Ani­ma­tio­nen verse­hen, wild durcheinan­dergewür­felt und stan­dard­mäßig unbeschriftet anzuzeigen ver­mag. Zwar ist es mit ein wenig Aufwand möglich, der Leiste weit­ge­hend die alte Gestalt zu geben und auch eine sep­a­rate “Schnell­startleiste” einzuricht­en, die “Anheften”-Funktion jedoch lässt sich ohne krude Umwege eben­sowenig deak­tivieren wie die all­ge­gen­wär­ti­gen neuen Vorschau- und son­sti­gen Pop­ups. Selb­st die aus­ge­blende­ten Sym­bole im Benachrich­ti­gungs­feld, fälschlicher­weise oft “Tray” genan­nt, wer­den nicht mehr aus­ge­fahren, son­dern in einem lang­weili­gen weiß-grauen Pop­upfen­ster angezeigt, das oben­drein nicht ein­mal selb­st­ständig ver­schwindet, wenn eine andere Anwen­dung im Vorder­grund aktiv ist; eine sehr nüt­zliche Neuerung!

Nicht vergessen sollte man auch, dass das gle­ich­falls seit Win­dows 95 exis­tente und seit Win­dows XP immer­hin noch option­al ver­füg­bare “klas­sis­che Start­menü”, das einspaltige also, in Win­dows 7 abgeschafft wurde, so dass man nicht umhin kommt, das große, zweis­paltige Start­menü zu nutzen und sich durch das “Alle-Programme”-Menü zu klick­en, wenn man aber lediglich eine sel­ten benutzte Anwen­dung aufrufen möchte, deren Verknüp­fungsna­men man ger­ade nicht mehr parat hat, so dass die inte­gri­erte Such­funk­tion nicht hil­ft. (Clas­sic Shell beseit­igt übri­gens auch diesen Miss­stand.)

Zwar wurde so der Ansatz, Alt­las­ten über Bord zu wer­fen, kon­se­quent ver­fol­gt, aber nicht alle Alt­las­ten waren wirk­lich als “Las­ten” anzuse­hen. Wer ein­mal, noch nicht in die Tiefen des Win­dows-7-Start­menüs vorge­drun­gen, sehen möchte, was Microsoft unter “Alt­las­ten” ver­ste­ht, dem empfehle ich, einen Blick auf das erst­mals seit min­destens Win­dows 3.0 umgestal­tete Pro­gramm “Paint”, ehe­mals “Paint­brush”, zu wer­fen, das, eben­so wie Word­Pad, mit den aus Microsoft Office 2007 und 2010 bekan­nten Mul­ti­funk­tion­sleis­ten aus­ges­tat­tet wurde:

Ich nehme an, die für die Gestal­tung ver­ant­wortlichen Microsoft-Mitar­beit­er hat­ten einen guten Grund dafür, die weni­gen für dieses Pro­gramm benötigten Schalt­flächen auf eine absurde Größe aufzublasen, in irgendwelchen obskuren Panee­len zu ver­steck­en und an den oberen Fen­ster­rand zu kleben (wir erin­nern uns: Bre­it­bild­schirme!). Allerd­ings kann es dur­chaus sein, dass ich in diesem Punkt irre.

Weit­ers wird ins Feld geführt, Win­dows 7 sei das bish­er schnell­ste und sta­bil­ste Win­dows-Betrieb­ssys­tem. Nun, das mit der Schnel­ligkeit lässt sich flugs wider­legen, man instal­liere nur ein­mal Win­dows XP auf dem­sel­ben Com­put­er und messe die Zeit, die es für diesel­ben Auf­gaben benötigt. Auch, dass Win­dows 7 schneller als der unmit­tel­bare Vorgänger Win­dows Vista sei, ist zumin­d­est eine Pauschal­isierung. Sehr unter­schei­den sich Win­dows 7 und Win­dows Vista näm­lich nicht, der Betrieb­ssys­temk­ern ist nahezu iden­tisch. Was Win­dows Vista vor­rangig “langsamer” machte, waren unacht­same Stan­dard­e­in­stel­lun­gen für Sys­tem­di­en­ste wie etwa den Indizierungs­di­enst, die in Win­dows 7 noch immer ihren Dienst ver­richt­en, lediglich mit geän­derten Start­pa­ra­me­tern. (Ein Win­dows-Vista-Nutzer, der dies hier liest, sei nun­mehr dazu angeregt, sich ein­mal in der Com­put­er­ver­wal­tung unter “Dien­ste” umzuse­hen.)

Auch die Sta­bil­ität scheint Glückssache zu sein, denn Win­dows 7 hat sich auf meinem Lap­top schon häu­figer ver­ab­schiedet als jedes Win­dows vor ihm auf jedem mein­er anderen Rech­n­er; und ich nutzte zeitweise selb­st Win­dows Me, mit dem ich allerd­ings eben­falls nie Prob­leme jed­welch­er Art hat­te. Let­ztlich ste­ht und fällt die Sys­tem­sta­bil­ität mit Treibern, und wer unter Win­dows Vista jedes Gerät ein­wand­frei nutzen kön­nte, für den bringt die etwas größere Treib­er­auswahl unter Win­dows 7 keinen Mehrw­ert.

Ins­ge­samt ist Win­dows 7 meines Eracht­ens ein Griff ins Klo. Essen­zielle Sys­tem­funk­tio­nen, etwa eine Über­sicht über laufende Pro­gramme, sind nur noch nach umständlich­er händis­ch­er Anpas­sung des Sys­tems oder der Nachin­stal­la­tion von Drit­tan­bier­ersoft­ware zugänglich. Dass Microsoft bere­its an Win­dows “8” arbeit­et, aber noch keine Infor­ma­tio­nen über die Bedienober­fläche ver­füg­bar sind, gibt mir kon­se­quent manchen Grund zur Sorge.

(Dürfte ich jemals einen einzi­gen Wun­sch an die Win­dows-Entwick­ler­a­bteilung äußern, so lautete er jeden­falls wie fol­gt: “Bitte, liebe Win­dows-Entwick­ler­a­bteilung, gib uns nach 17 Jahren endlich wieder einen Dateiman­ag­er, der diesen Namen ver­di­ent! Tabs wür­den genü­gen, es müssen nicht ein­mal mehrere Paneele sein.” — Aber das wird wohl ein Traum bleiben.)

NetzfundstückeFotografie
GeTränke

In klein und schlecht fotografiert:

In groß auf berentzen.de, aus­gewählte Motive (1):

In groß auf berentzen.de, aus­gewählte Motive (2):

Schlimm, das.

(“Wald­Frucht” mag ja aus typografis­chen Grün­den zwar falsch, aber ein­leuch­t­end sein: “Frucht aus dem Wald”. Aber was genau ist eine “Johan­nis­Beere”?)

ProjekteIn den Nachrichten
Es lebe das Maultier!

(Aus aktuellem Anlass fol­gt ein etwas län­ger­er, auf­grund mein­er Arbeit an eMule beba dur­chaus auch partei­is­ch­er Text über Bit­Tor­rent, Gnutel­la und eMule. Wer “mit der Scheiße” “eh” “aufge­hört” hat, der ist her­zlich dazu ein­ge­laden, ihn nicht weit­erge­hend zur Ken­nt­nis zu nehmen.)

Während der ver­gan­genen Stun­den wurde die Mel­dung ver­bre­it­et, mit LimeWire sei eine der dien­stäl­testen P2P-Plat­tfor­men nun auch der RIAA zum Opfer gefall­en.

“Lime-was?”

LimeWire — die jün­geren Inter­net­nutzer aus der Gen­er­a­tion nach Nap­ster und Audio­galaxy ken­nen das ver­mut­lich gar nicht mehr — war, ähn­lich wie zur gle­ichen Zeit auch KaZaA, eine für das Tauschen von Musik­dateien opti­mierte Tauschbörse, die im Gnutel­la-Net­zw­erk heimisch war, wo unter anderem auch die noch immer aktiv­en Pro­gramme Shareaza und Frost­Wire (ein wer­be­freier, code­of­fen­er Nach­bau von LimeWire) zu find­en sind.

LimeWire sieht unge­fähr so aus:

Das Ende von LimeWire bedeutet keines­falls den Tod des Gnutel­la-Net­zw­erks, zumal unter anderem mit Frost­Wire und Shareaza einige vorzügliche Alter­na­tiv­en zur Ver­fü­gung ste­hen. Ist dies nun also tat­säch­lich ein weit­er­er Schritt zum Ende jeglichen File­shar­ings? Ich meine: Nein.

Abge­se­hen von Nap­ster, Audio­galaxy und Fast­Track (KaZaA, KaZaA Lite, später K‑Lite) ist inner­halb des let­zten Jahrzehnts kein nen­nenswertes Tauschnet­zw­erk qua­si aus­gestor­ben; und diese drei stell­ten sozusagen die Pio­niere dar. Bis heute aktiv ist neben den recht alten Net­zen Gnutel­la (als “Gnutel­la 2” in unter anderem Shareaza nochmals verbessert) und Soulseek (ver­bre­it­et ger­ade für unbekan­ntere Musik­stücke) auch und ger­ade die Kom­bi­na­tion aus eD2K (ehe­mals eDonkey2000) und Over­net (als Kadem­lia) in dem noch immer aktiv weit­er­en­twick­el­ten Tausch­pro­gramm eMule, let­zteres auch als Teil von Bit­Tor­rent (“DHT”).

Nun, Bit­Tor­rent ist ein eigentlich ziem­lich wurstig konzip­iertes Pro­tokoll und sich­er nicht als “Ersatz” für eMule, Gnutel­la et al. geeignet.

File­shar­ing ist kein File­trad­ing!

Bit­Tor­rent ist kein File­shar­ing-Pro­tokoll. Das Konzept des File­shar­ings, das die anderen genan­nten Net­zw­erke über­haupt bis heute am Leben hält, besagt, dass auf dem Verteilen von Dateien (“shar­ing files”, wie der Fran­zose sagt) das Haup­tau­gen­merk des Benutzers liegt. Let­ztlich ist ein eventuelles Herun­ter­laden, wom­öglich gar im Ver­hält­nis 1:1 oder höher, nur eine nette Neben­er­schei­n­ung, wichtig ist es, dass man sich als Teil eines großen Net­zes begreift, dessen primäres Ziel es ist, möglichst viele Dateien möglichst lange am Leben zu erhal­ten. Mit eMule funk­tion­iert das bis heute wun­der­bar, die durch­schnit­tliche Dateilebens­dauer über­trifft die in anderen Tauschbörsen bei weit­em.

Ganz anders dage­gen Bit­Tor­rent. Bit­Tor­rent-Track­er wer­ben mit der hohen Geschwindigkeit, die man auf ihnen erre­ichen kann. Und hier sind ein Denk­fehler und ein großer Nachteil von Bit­Tor­rent ver­steckt, denn auch Bit­Tor­rent kann nur so schnell herun­ter­laden wie die Net­zteil­nehmer hin­au­fladen. Wenn ich eine Datei herun­ter­laden möchte, die nur von drei Leuten mit ein­fach­er DSL-Geschwindigkeit ange­boten wird, dann kann ich sie wed­er via eMule noch via Bit­Tor­rent-Client mit “voller Geschwindigkeit” herun­ter­laden. Schlim­mer noch: Der ver­meintliche Geschwindigkeitsvorteil gegenüber anderen Tauschbörsen, der in der Prax­is in der Regel kein­er ist, wird erkauft mit gerin­ger­er Dateilebens­dauer und weniger Net­zteil­nehmern.

Geschwindigkeit ist nicht alles.

Ver­bre­it­et sind derzeit so genan­nte “Anti-Leech-Track­er” (kurz “ALT”), die ein gewiss­es Upload-Down­load-Ver­hält­nis auf Seit­en ihrer Nutzer zu forcieren ver­suchen und mit ver­meintlich­er Sicher­heit wer­ben, weil man für die Teil­nahme an ihnen “angemeldet” sein muss; dazu weit­er unten mehr. Diese auf­grund der benötigten (meist nicht offe­nen) Anmel­dung eher nutzer­ar­men “Track­er”, zen­trale Anlauf­stellen zum Auffind­en von Dateien (dazu eben­falls weit­er unten mehr), haben natür­lich auch weniger Dateien im Ange­bot. Weniger Benutzer, die gle­ichzeit­ig weniger Dateien herun­ter­laden möcht­en, verur­sachen natür­lich auch weniger Leitungsaus­las­tung bei den Gegenübern, das bedeutet, sie kön­nen diese weni­gen Dateien auch schneller herun­ter­laden. Ob das wirk­lich uneingeschränkt als Vorteil gew­ertet wer­den kann?

Mehr noch: Auf der Jagd nach immer den neuesten Dateien haben “alte” Dateien im Bit­Tor­rent-Sys­tem oft das Nach­se­hen. Über­trieben dargestellt: Ein Kinofilm, der bere­its nicht mehr in den “Top 10” ist, wird aus dem Netz ent­fer­nt, “will eh kein­er mehr haben”, und die frei gewor­dene Band­bre­ite ste­ht den neuesten Veröf­fentlichun­gen zur Ver­fü­gung. Der inter­essierte Nutzer ste­ht dann vor 0 Quellen (“Seed­ern”) und darf auf dem jew­eili­gen Track­er bet­teln (“requesten”) gehen, damit die Datei — für eine kurze Zeit — wieder zur Ver­fü­gung ste­ht.

Das mit der Geschwindigkeit ist ohne­hin so eine Sache. Oft gewor­ben wird auch mit “Seed­box­en” oder “Web­seeds”, also par­al­lelem Herun­ter­laden von schnell ange­bun­de­nen Web- und speziellen Bit­Tor­rent-Servern, die in irgen­deinem Rechen­zen­trum ste­hen. Nun ist diese Tech­nik nicht neu und schon gar kein her­aus­ra­gen­des Kri­teri­um von Bit­Tor­rent, denn zum Beispiel eMule beherrscht das Herun­ter­laden von Web­servern und einzugeben­den IP-Adressen, etwa einem in einem Rechen­zen­trum herum­ste­hen­den Serv­er mit aMule, schon lange; diese Quellen kön­nen in beliebiger Zahl Teil des ed2k-Links sein oder während der Laufzeit manuell hinzuge­fügt wer­den.

Sich­er ist sich­er.

Ich erwäh­nte im vorigen Abschnitt kurz die ver­meintliche Sicher­heit von “ALT”. Man sei ja unter sich, heißt es aus Bit­Tor­rent-Nutzerkreisen. “Unter sich”?
Bei der Anmel­dung auf einem solchen “ALT” wird sel­ten die Iden­tität des sich Anmelden­den über­prüft. Dass bis­lang offen­bar kein Recht­san­walt von unan­genehmen Konz­er­nen wie etwa Sony von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hat, bedeutet nicht, dass dies auch zukün­ftig nicht passieren wird. Natür­lich: Bit­Tor­rent war nie dafür gemacht, Schwarzkopi­en zu verteilen; eMule allerd­ings eben­so wenig.

Zumal Bit­Tor­rent zwar verteilt, aber doch zen­tral­isiert arbeit­et, denn die Track­er, die die ini­tialen Quel­len­lis­ten oder auch nur die Mag­net-Links bere­i­thal­ten, sind abschalt­bar. Schal­tet man einen solchen Track­er also ab und hat nicht das Glück, dass auf ihm rück­ver­fol­gbare Spuren von Nutzern zu find­en sind (so ein “ALT” spe­ichert auch die Upload­rate eines Teil­nehmers, wie prak­tisch für poten­zielle Abmah­n­er!), so hat man doch zumin­d­est viele Dateien vor­erst ent­fer­nt, und viele Nutzer guck­en erst ein­mal in die Röhre und müssen sich nach ein­er anderen Quelle umse­hen. Ähn­lich ver­hielt es sich früher mit eMule und den eDon­key2000-Servern; seit eMule jedoch mit Kadem­lia ein voll­ständig dezen­trales Netz unter­stützt, das ohne jegliche Unter­stützung eines zen­tralen Servers mit anderen Benutzern kom­mu­nizieren kann, ist dieses Prob­lem hier eben­falls nicht von Bedeu­tung.

Wer jeden­falls die “Sicher­heit” eines Sys­tems, das im Wesentlichen darauf basiert, dass man sich gegen­seit­ig über die weltweit ein­deutige Anschlussken­nung, eben die IP-Adresse, iden­ti­fiziert, in Rela­tion zu einem anderen Sys­tem set­zt, das eben­falls so arbeit­et, der ist zumin­d­est als naiv anzuse­hen. Übri­gens funk­tion­iert das Herun­ter­laden von Web­servern auch nicht anders: Sofern sie nicht, wie ich, ihre Besuch­er anonymisieren, haben die Betreiber von Down­load­por­tal­en wie etwa Rapid­Share jed­erzeit Zugriff auf die ein­deutige Ken­nung, die benutzt wurde, um eine Datei mit nachvol­lziehbarem Namen zu einem nachvol­lziehbaren Zeit­punkt herun­terzu­laden, was meines Wis­sens bish­er indes noch nicht vorkam (ausgenom­men hier­von die Fälle, in denen Per­so­n­en, die Dateien dort veröf­fentlicht haben, rechtlich belangt wur­den, was immer­hin zeigt, dass dies nicht aus­geschlossen ist). (Schwachsinn ist es vor diesem Hin­ter­grund auch, sich unter Angabe sein­er Real­dat­en, unter anderem der Bankverbindung, einen so genan­nten “Pre­mi­u­mac­count” bei einem dieser Anbi­eter zu besor­gen, um sich so ein­fach­er die heiße Ware beschaf­fen zu kön­nen. Solche Leute wür­den wohl auch bewaffnet in eine Bank spazieren und unter Vor­lage ihres Per­son­alausweis­es die Her­aus­gabe der Kasse ver­lan­gen; aber ich schweife ab.)

Möchte man an der schö­nen Tauschwelt teil­haben, ohne seine Iden­tität preiszugeben, bleibt let­ztlich nur die Iden­titätsver­schleierung mit­tels VPN (Vir­tu­al Pri­vate Net­work, mehr dazu in der Wikipedia). Der­art anonymisiert ste­ht einem die Welt für jegliche Schand­tat­en offen. Warum nicht auch für eMule? (Eine umfassende bebilderte Anleitung, wie man eMule auf abse­hbare Zeit selb­st mit nur wenig Ahnung von der Materie abmahn­sich­er betreiben kann, habe ich vor nicht langer Zeit im gulli:board ver­fasst.)

Wer suchet, der find­et.

Was übri­gens haben Gnutel­la-Clients und eMule, was Bit­Tor­rent bis heute fehlt und wohl auch weit­er­hin fehlen wird?
Oben im Bild ist es zu sehen: Sie bieten die Möglichkeit an, nach Dateien direkt aus der Pro­gram­mober­fläche her­aus zu suchen.

Die unzulänglich dezen­tral­isierte Struk­tur von Bit­Tor­rent bringt es mit sich, dass es keine zen­trale Anlauf­stelle gibt, die nach Dateien und Quellen befragt wer­den kann. Sind es bei Gnutel­la und eD2K die Serv­er, so ist es bei Kadem­lia die verteilte Suchan­frage via Weit­er­leitung über die einzel­nen Net­zteil­nehmer. Bit­Tor­rent erlaubt dies mit­tels DHT eben­falls, bleibt allerd­ings auf den jew­eili­gen Track­er beschränkt. Will man via Bit­Tor­rent eine Datei herun­ter­laden, so ist zunächst eine Suche in den ein­schlägi­gen Foren und auf ver­schiede­nen Track­ern nötig; und wird man fündig, so ist es dur­chaus nicht unwahrschein­lich, dass man auf den Hin­weis “0 Seed­er” stößt. Dies ist, wie ich meine, das größte Manko von Bit­Tor­rent; denn Dateien, die ich nicht finde, kann ich nicht herun­ter­laden, völ­lig unab­hängig davon, mit welch­er Geschwindigkeit ich sie herun­ter­laden kön­nte, fände ich sie denn. Die Wichtigkeit des Konzepts File­shar­ing wird hier wieder deut­lich.

Ein wenig polemisierend schrieb ich als Kom­men­tar zu der ein­gangs erwäh­n­ten Nachricht, eMule habe nun­mehr ein weit­eres Tauschbörsen­pro­gramm über­lebt. Ich bin mir sich­er, es wird nicht das let­zte bleiben.

Und das mit gutem Grund.

(Oder hat schon ein­mal jemand von euch, liebe Leser, ein Plüschbit­tor­rent gese­hen?)

SonstigesNetzfundstücke
Halloween mit den Zeithexen

Und dann waren da noch die Harzhex­en. Die Harzhex­en, so trompetete mir heute ein Plakat ent­ge­gen, zele­bri­erten in Bälde ein Fest anlässtlich des bevorste­hen­den Bet­telfestes:

Auch auf dem Plakat zu sehen waren einige in eige­nar­tige Klei­dung gewandte Frauen sichtlich gereiften Alters, von denen ich man­gels Beschrif­tung nur annehmen kann, es han­dle sich um die Harzhex­en.

Die Abbil­dun­gen befand ich indes für weniger schau­rig als die gruselige Zei­tangabe, die mich zweimal hin­se­hen ließen, damit ich sich­er gehen kon­nte, dass es tat­säch­lich kein Karneval­splakat war:

Seit ich dies (“19:91 Uhr (20:31 Uhr)”) gele­sen habe, ver­suche ich her­auszufind­en, wie sich diese Angabe logisch erk­lären lässt.

Ist 20:31 Uhr näm­lich tat­säch­lich gle­ichbe­deu­tend mit 19:91 Uhr (“19 Uhr und 91 Minuten”, was ja so immer­hin stimmt), rech­net man also nicht in 60er‑, son­dern in 91er- oder zumin­d­est in 100er-Ein­heit­en, so ist 20:31 Uhr zwar “das Gle­iche” wie 19:91 Uhr, aber keines­falls gle­ichbe­deu­tend mit 20:31 Uhr MEZ.

Gehen wir ein­mal der Ein­fach­heit davon aus, dass in 100er-Schrit­ten gerech­net wird, so entspricht die Zei­tangabe “20:31 Uhr” dem Tages­be­ginn + (20 * 100) + 31 Minuten, also 2031 Minuten; nach Adam Riese und selb­stver­ständlich auch Eva Zwerg ergibt das, zurück­gerech­net auf nicht­be­hexte Zeit­ein­heit­en, 33 Stun­den und 51 Minuten. “Heute um 19:91 Uhr” wäre also mor­gen früh um kurz vor 10. Und das ist nur das Hun­dert­er­sys­tem; vielle­icht rech­nen Hex­en ja in noch krum­meren Zeit­ein­heit­en?

Wer kann helfen?

KaufbefehleMusikkritik
Dear John Letter — Part & Fragment

Lange genug hat’s gedauert, jet­zt halte ich es ehrfürchtig in meinen flugs desin­fizierten Hän­den, lausche der in Ton gegosse­nen Kun­st, getra­gen von Rhyth­mus, wabern­den Melo­di­en und der immer ein wenig bek­ifft wirk­enden Stimme von Mar­tin Fis­ch­er und bekomme wg. Trance nur wenig mehr als drei Wörter am Stück her­aus, was das Schreiben nicht ein­fach­er macht.

Es stand zu befürcht­en, dass der Plat­ten­ver­trag, den das Quin­tett nach der Veröf­fentlichung des Debüts Between Leaves | Fore­stal unterze­ich­net hat, neg­a­tive Kon­se­quen­zen für die fol­gen­den Veröf­fentlichun­gen haben würde, zumal via YouTube eine aus­drück­lich als “radio edit”, also “Radiover­sion”, betitelte Ver­sion des eröff­nen­den “You Remain Unshake­ably Calm” ver­bre­it­et wurde, wen­ngle­ich mir die Band nach Bekan­ntwer­den des Ver­tragsab­schlusses höch­st­selb­st ver­sicherte, dass sie sich weit­er­hin auf ihre ure­ige­nen Qual­itäten konzen­tri­eren würde; aber man weiß es ja nie so genau. (Für die über­mäßige und ver­mut­lich nicht immer allzu präzise Ver­wen­dung des Wortes “würde” bitte ich den zeit­gle­ichen Kon­sum psy­che­delis­chen Lauschgifts ver­ant­wortlich zu machen.)

Zu mein­er per­sön­lichen Erbau­ung sollte sie Recht behal­ten:
Das Album “Part & Frag­ment” mein­er trotz Nihiling noch immer nicht vom Thron gestoße­nen Lieblings-Postrock­er Dear John Let­ter ist, band­typ­isch und zur Musik passend für den Herb­st des Jahres angekündigt, seit ver­gan­genem Fre­itag zu bekom­men und lag bis heute aus Zeit­man­gel noch in meinem Post­fach herum.

Und es ist klasse.

Fil­igran wie gewohnt begin­nt es mit dem art­work, das eine eigen­ständi­ge Würdi­gung ver­di­ent. Auf bedruck­ter Pappe oder jeden­falls etwas, was sich anfühlt wie bedruck­te Pappe, ist außen- und innen­seit­ig die Fas­sade ein­er bay­erischen Alt­stadt gemalt, und wer jemals in Augs­burg war, der weiß, dass es jeden­falls nicht Augs­burg ist. Dass die Szener­ie indes in Bay­ern anzusiedeln ist, fol­gere ich daraus, dass eines der Schaufen­ster mit “Brezen” beschriftet ist. Wie über­haupt recht viel zu ent­deck­en ist, etwa zwei Per­so­n­en, die einen Flügel an einem Seilzug eine Häuser­fas­sade ent­lang bewe­gen, an deren unterem Ende eine weit­ere Per­son ste­ht und inter­essiert nach oben blickt. Ich bescheinige dieser Szene Amuse­ment-Qual­ität. Zu bemän­geln ist allen­falls: Obwohl die jew­eils dre­it­eilige Szene in Dreiecks­form gefal­tet wer­den kann, so schließen recht­es und linkes Ende doch nicht aneinan­der an, ver­mut­lich ist es allerd­ings auch nicht so gedacht. In dem papier­nen Streifen, der das Album umfasst, ist ein Gedicht zu lesen. Ob es sich um einen Tex­tauss­chnitt han­delt, bleibt mir ver­schlossen. Ihr wisst ja: Die Trance. (Nach­trag vom 6.11.: Es han­delt sich tat­säch­lich um den Anfang von “You remain unshake­ably calm”.)

In der hüb­schen Ver­pack­ung steck­en ein Poster mit den üblichen Infor­ma­tio­nen, unter anderem den beteiligten Musik­ern, aber ohne Lied­texte, sowie natür­lich der Ton­träger selb­st, bedruckt mit einem stil­isierten Zodi­ak, der anstelle der Tierkreisze­ichen jedoch Dreiecke, Vierecke und Sterne aufweist, und ein­er Liste der enthal­te­nen Stücke.

Aber jet­zt habe ich viel zu lange über Äußer­lichkeit­en referiert, entschei­dend ist bei einem Musikalbum doch meist, was auf ihm zu hören ist; also wende ich mich der Musik zu. Wie das, was zu hören ist, unge­fähr klingt, demon­stri­ert oben erwäh­nte Radiover­sion schon recht anschaulich. Und obwohl Dear John Let­ter sich unverkennbar wie Dear John Let­ter anhört, ist “Part & Frag­ment” doch weit mehr als nur ein zweites “Between Leaves | Fore­stal”. Eine Abwen­dung vom Postrock wurde attestiert, und auch, wenn sich das Album nicht bloß in die Worte “klingt wie Postrock mit pri­ma Gesang” klei­den lässt, so ist doch keines­falls eine Abkehr zu hören, son­dern vielmehr eine Ergänzung. Zu den gewohn­ten Tönen (Mog­wai, Ocean­size, Ampli­fi­er, eine Prise Pink Floyd) stoßen neue Ein­flüsse, der dies für mich am beein­druck­end­sten demon­stri­erende Part ist das abschließende Gitar­ren­so­lo in “House of Leaves”, das mir auch endlich erk­lärt, wieso Peter Led-Zep­pelin-Rem­i­neszen­zen aus der Ver­gle­ichss­chublade kramte, die ander­er­seits trotz wun­der­bar­er Momente wie etwa “Achilles’ Last Stand” nie so detail­ver­liebt zu Werke gin­gen.

Das Ungeschlif­f­ene der Vorgänger­w­erke (“Lai­ka”, “Tow­ers | Trees”) ist aus dem Reper­toire der Gruppe zwar nicht gestrichen, aber doch deut­lich zurück­ge­fahren wor­den, und obwohl es ger­ade diese Lo-Fi-Attitüde war, die mich vor drei Jahren die EP2007 immer wieder hören ließ, wird sie auf “Part & Frag­ment” in keinem Takt ver­misst.

Nie zuvor war ein Dear-John-Let­ter-Werk so facetten­re­ich, nie klang eines so aus­gereift. Die zwei Jahre, die seit “Between Leaves | Fore­stal” ver­gan­gen sind, haben die fünf Augs­burg­er offen­bar nicht damit ver­bracht, untätig herumzusitzen, und kön­nen nun­mehr zum drit­ten Mal zeigen, dass sie jen­seits von Etiket­ten über Gen­re­gren­zen hin­weg die eigene Klang­welt am Leben erhal­ten kön­nen, ohne Kom­pro­misse einge­hen zu müssen, und allein der Umstand, dass sie in ihrer Kreativ­ität und auf­grund der Eigen­heit, sich ständig selb­st neu (und bess­er) zu erfind­en, unnachahm­lich sind, wird auch auf lange Sicht effizient ver­hin­dern, dass Mag­a­zine wie etwa VISIONS ihren CD-Kri­tiken das Genre “dear­john­let­teresk” beifü­gen.

Sofern Dear John Let­ter jemals auf diesen Text stoßen, rufe ich ihnen zu: Cha­peau!

FotografieSpaß mit SpamPolitik
Kasperletheater

Und dann lese ich im Laufe der ver­gan­genen Nacht diesen grandiosen Text, gehe heute gut gelaunt durch die Stadt und sehe ein Plakat, dessen Text mich grin­sen lässt ob der Vorstel­lung, was da eigentlich für ein viel besseres Bild rein­passen würde, und dann fällt mir zu spät ein, dass ich von Fotoma­nip­u­la­tion nur beschränkt Ahnung habe, so dass ca. dies dabei her­auskommt:

Egal; die Geste macht’s.

(Und während ich dies Bild­nis ein­füge, ist Annemarie Warnkross in ein­er Wer­bung für eine Zah­n­creme zu sehen, die Zähne noch weißer als weiß machen soll, und beißt dazu, lüstern drein­schauend, in einen Apfel. Was soll das eigentlich aus­sagen? “Seht her: Meine Zähne sind so weiß, dass ich mit ihnen sog­ar einen Apfel essen kann!”?)

Auch nicht schlau werde ich, neben­bei bemerkt, aus den derzeit­i­gen Ergüssen der Dro­genin­dus­trie, die mir unter einem Betr­e­ff wie “Ihre Knospe im Schlafgemach laenger bum-sen” oder “Die Dame im Schlafr-aum bess­er pop-pen”, bei­de sind übri­gens Orig­i­nalz­i­tate, in erstaunlich weni­gen Zeilen unbekan­nte Pro­duk­te aufzuschwatzen ver­sucht:

Willkom­men bei uns!

Bei wem genau? Wer ist “wir”? Habe ich mich unbe­merkt von daheim fort­be­wegt?
Nein, ich bin noch hier, und lese ver­wun­dert weit­er:

Woll­ten sie die top Mit­telchen die dem Mann beim S‑ex die sehr wichtige
Aus­dauer geben von nun an ohne Zollbeschraenkung und diskret be-stellen?

Ver­meintlich spam­fil­ter­sichere Schreib­weise und scheußliche Inter­punk­tion ein­mal bei­seite:

“Mit­telchen”? ^_^

(Immer­hin; in anderen Mails aus der gle­ichen Welle war nur von “inter­es­san­ten Pro­duk­ten” die Rede. Da sind die “Mit­telchen” doch schon ein Fortschritt.)

kaufen Sie Ihre Mit­tel fuer Prob­leme beim Mann jeden Monat bei der teuren
Apothe-ke in Ihrer Ort-Schaft?

In mein­er Ort-Schaft gibt es kein Mit­tel fuer meine Prob­leme, befürchte ich; ich wün­schte, ich kön­nte dies tun!

Pro.bieren sie ein­fach die Test­sieger
Apotheke:

(URL, “fro­he” bzw. “erfol­gre­iche Gruesse” und die übliche pseu­do­englis­che Unsinnsprosa fol­gten.)

Mmh, Apotheken­naschen! Und dann noch die des Test­siegers!
Ich gebe zu, ich bin schon neugierig, denn ich weiß immer noch nicht, was man mir da verkaufen möchte, aber es scheint auf ein­er Inter­net­seite verkauft zu wer­den, die von Testern preis­gekrönt wurde.

Wer weiß, vielle­icht ist es ja ein Plüsch­pin­guin? Ich mag Plüsch­pin­guine. :)

Aktion lebendiges Deutsch
Es ist an der Zeit, noch ein Zeichen zu setzen.

Mir ist ger­ade aufge­fall­en, dass ich seit der Geschichte mit htp keinem Unternehmen mehr auf die Ner­ven gefall­en bin; es gab ein­fach keinen aus­re­ichen­den Anlass hier­für.

Heute allerd­ings hat sich dies geän­dert, denn eher zufäl­lig stieß ich auf das Schoko­laden­re­gal in einem von mir bis­lang gern aufge­sucht­en Lebens­mit­telfachgeschäft, in dem unter anderem Waren der Marke Mil­ka feil­ge­boten wur­den. Nun hat die Marke Mil­ka neben ihrem unverän­dert einzi­gar­ti­gen Vio­lett­ton einige typografis­che Kor­rek­turen erhal­ten, und eine von ihnen sieht so aus:

Schoko­lade aus Alpen­milch wird nun promi­nent “Alpen­milch Schoko­lade” benan­nt und dergestalt beschriftet, so zu sehen etwa hier. Das ist kein allzu schön­er Anblick.

Meinen Senf hierzu gab ich soeben ab:

Sehr geehrte Damen und Her­ren,

als ich heute vergnügt durch mein bevorzugtes Lebens­mit­telgeschäft flanierte, fiel mein Blick auch auf die dort aus­gestell­ten Mil­ka-Pro­duk­te, die meine Jugend stets begleit­et haben.

Mir fiel jedoch auf, dass sich seit­dem etwas geän­dert hat; die Ver­pack­ung näm­lich. Wo früher kein Grund zur Bean­stan­dung war, fand ich heute den Schriftzug “Alpen­milch Schoko­lade” vor; eine Schreib­weise, die lei­der auch auf Ihrer Web­seite Einzug gehal­ten hat.

Nun bedau­re ich es, dass ein etabliertes Unternehmen wie das Ihre die Unsitte adap­tiert, Binde­striche durch Leerze­ichen zu erset­zen; immer­hin ist der präsente Pro­duk­tauf­druck auch ein wesentlich­er Bestandteil der Kom­mu­nika­tion zwis­chen Unternehmen und Kund­schaft.

Ich möchte daher anre­gen, dass Sie beizeit­en ein­mal die Muße find­en, den Binde­strich in “Alpen­milch-Schoko­lade” einzufü­gen; die deutsche Sprache und Ihre Kun­den wer­den es Ihnen danken.

Über eventuelle Rück­mel­dung Ihrer­seits würde ich mich freuen.
Ich danke Ihnen für die Ken­nt­nis­nahme und wün­sche noch einen angenehmen Abend.

Hochachtungsvoll,
Name unle­ser­lich.

Soll­ten die sehr geehrten Damen und Her­ren von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, werde ich dies natür­lich hier bekan­nt­geben.

(Auch sehr hüb­sch ist natür­lich die automa­tisch angezeigte Mel­dung “Danke für Ihr Inter­esse an Mil­ka”, denn, wer weiß?, vielle­icht hat ein Schreiber ja gar kein Inter­esse an Mil­ka, son­dern möchte, im Gegen­teil, derbe Kri­tik an dieser Marke äußern oder den Ver­ant­wortlichen nur aus seinem Leben erzählen?)

SonstigesNetzfundstückeFotografie
Einen hab’ ich noch: Polylogoi (A)

Unter dem Namen “Pol­y­semia”, also etwa “Mehrfachbe­deu­tun­gen”, ist eine Rei­he an Hirn­schwund fördern­den Videos bekan­nt gewor­den, in denen die bei­den Pro­tag­o­nis­ten Tom und Tor­ben, bisweilen unter­stützt von der schreck­lichen Inter­net-Berühmtheit “cold­mir­ror”, unfass­bar miese Wort­spiele umset­zen. Inzwis­chen fand das Duo zahlre­iche Nachah­mer, etwa den (*tusch*) Pol­y­semia-Abklatsch.

Nun kann kein Wort­spiel so schlecht sein, dass mir nicht noch ein viel schlechteres ein­fiele, und so ist dieser Beitrag hier der Auf­takt zu ein­er neuen, losen Artikelserie des Namens “Poly­l­o­goi” (ggf. selb­st nach­schla­gen). Hier­bei greife ich auf eine ungewöhn­liche Dar­bi­etungs­form zurück, präsen­tiere die Scherze näm­lich nicht, wie es all die anderen Imi­ta­toren tun, als selb­st­ge­bastelte Filme via youtube.com, son­dern, wie noch nie gese­hen, als Stand­bild. Ohne Ton, ohne Ani­ma­tion und vor allem, sofern möglich, ohne einen Hin­weis auf des Rät­sels Lösung.

Ich beginne mit Folge A. Viel Spaß!

Na? Na?!

(“Warum ‘Folge A’?” wollt ihr wis­sen? Nun, dies gibt euch die Gewis­sheit, dass nach spätestens 25 weit­eren Episo­den keine weit­ere fol­gt, qua­si als nette Dreingabe.)

Netzfundstücke
Ah, ah, ich sterbe, du Idiot!

Gestern Abend fand ich zufäl­lig diese Samm­lung von Auss­chnit­ten aus ein­er der meine frühe Jugend prä­gen­den Fernsehse­rien wieder und beöm­melte mich aufs Her­zlich­ste:

Die Dinos — Ah Ah ich sterbe du idiot!

(Aus: Die Dinos, Staffel 2, Episode 22.)

Sollte sich die Gele­gen­heit ergeben, wieder ein­mal ein­er Wieder­hol­ung dieser die amerikanis­che Gesellschaft beißen­der, als Unfug wie “Amer­i­can Dad” dies je kön­nte, kri­tisieren­den und, wie ich meine, viel zu früh abge­set­zten Serie zu fol­gen, so empfehle ich, hier­von aus­giebig Gebrauch zu machen.

(Alter­na­tiv kommt mir “RTL Sam­stag Nacht” in den Sinn, in deren Lauf es ein­mal einen Sketch mit Tan­ja Schu­mann als Aer­o­bicvor­turner­in gab, die plöt­zlich einen Krampf im Bein bekommt. Sieso: “Au, tut das weh!” Alle­so: “Au, tut das weh!” Sieso: “Macht die Scheiß­musik aus!” Alle­so: “Macht die Scheiß­musik aus!”

Tan­ja Schu­mann macht jet­zt übri­gens Werbe­sendun­gen auf Onanis­tensendern, wom­it sie, Ironie!, sozial tiefer gesunken sein dürfte als Mar­garethe Schreine­mak­ers, die sie einst als “Schreine­mak­ers ihre Schwest­er” auf Grandios­es­te par­o­dierte.)

PersönlichesProjekteFotografieNerdkrams
Wellness-Tipps, Teil II: Kaltes, klares Wasser.

Ich wün­schte, ich kön­nte etwas Befriedi­gen­des über die aktuelle Entwick­lung von TinyTo­do bericht­en. Es ver­hält sich jedoch ger­ade fol­gen­der­maßen:

Als ich ger­ade dabei war, einen halb­wegs akzept­ablen Code für das Ein- und Ausklap­pen von Kat­e­gorien zusam­men­zus­trick­en, fiel mir auf: Mein AIR ist offen­bar defekt.

(Im Bild “gut” zu sehen: Das Ausklapp­sym­bol links neben dem Kat­e­gori­en­na­men.)

Hat ein­er von euch, um mich mal eines für mich eher unüblichen Kose­wortes zu bedi­enen, Schnuff­is einen Tipp parat, wie ich diese Unschön­heit möglichst schmer­z­los repari­eren kann?

Bis dahin habe ich nach Jahren endlich Teil 2 der bis­lang wegen nach­haltiger Infan­tilie meines dama­li­gen Selb­st zu Recht unbeachteten Rei­he “Well­ness-Tipps” parat, nicht nur geistig, son­dern auch an Erfahrun­gen gereift, und präsen­tiere dies:

Ger­ade in ein­er hek­tis­chen, sich qua­si pausen­los ändern­den Welt wie der unsri­gen ist es mitunter nicht unwichtig, auch ein­mal zur Ruhe zu kom­men. Vor vie­len Jahren hat mich mein Groß­vater auf die Meth­ode hingewiesen, von der ich in solchen Momenten auch heute noch Gebrauch mache:

An einem beliebi­gen, gemäch­lich daher­plätsch­ern­den Fluss, wie er in beina­he allen größeren und kleineren Sied­lun­gen zu find­en ist, bleibt man ste­hen, schließt die Augen, atmet langsam ein und aus, öffnet die Augen wieder und ver­fol­gt das Spiel des Windes im Wass­er. Das san­fte Geräusch des Wassers legt sich wie ein warmes Fell um die harten, kalten Gedanken. Man lässt sich treiben und ver­gisst Ort und Zeit…

…, bis ein eilen­der Mit­men­sch geräuschvoll die Real­ität zurück­bringt.
Für einen Moment hört man den eige­nen Puls, zählt langsam bis 10 und geht sein­er Wege, den unlieb­samen Stören­fried stumm ver­fluchend.

Die Hek­tik dieser Tage ist, ich erwäh­nte es bere­its, zum Ver­rück­twer­den.

MusikSonstiges
Medienkritik XXXVIII: Yeah yeah yeah

Als ich mich ger­ade durch die neue Aus­gabe des Musik­magazins eclipsed wühlte, stieß ich auf eine Seite, die befüllt war von Zeitungsauss­chnit­ten zur Ermor­dung John Lennons vor bald 30 Jahren. In fol­gen­dem Auss­chnitt scheint irgen­det­was nicht ganz zu stim­men. Wer kann helfen?

(Die Rubrik “Medi­enkri­tik” möchte ich ein­mal als eingeklam­mert beto­nen. Ich enthalte mich jeglich­er Kri­tik.)


Nach­trag vom 17. Okto­ber, apro­pos “Stuss in Zeitschriften”:
Eine hier herum­liegende Fernse­hzeitung stellt “Drei Fra­gen an Nina Kun­zen­dorf”. Ich habe sie (die drei Fra­gen, nicht Nina Kun­zen­dorf) nun nur zum Teil gele­sen, aber würde man mich beauf­tra­gen, drei Fra­gen an Nina Kun­zen­dorf zu entwer­fen, so entsch­iede ich mich spon­tan:

  1. Wer sind Sie?
  2. Was machen Sie hier?
  3. Möcht­en Sie jeman­den grüßen?

(Und kein­er würde es bemerken, weil die lust­los hingeschlud­erten drei Aller­welts­fra­gen von lust­losen Befragten eh’ stets mit lust­losen Stan­dar­d­ant­worten verse­hen wer­den, die so oder so ähn­lich auch von einem Fußballer, einem Dachdeck­er oder Gui­do West­er­welle kom­men kön­nten; “fällt es Ihnen schw­er, vor der Kam­era ein Kind zu schla­gen?”, was für eine Antwort wird da erwartet? “Aber natür­lich nicht, Herr Jour­nal­ist! Wie war noch mal die Frage?”)

Ach her­rje.

NetzfundstückeFotografiePersönliches
Partäy.

Hin und wieder treibt es einen alten Stu­den­ten auch mal auf die Piste, wie man heutzu­tage für Betrinkun­gen und Tanzun­gen im nicht allzu kleinen Kreis sagt. Während der ver­gan­genen Nacht fand die tra­di­tionelle Erstse­mes­ter­partäy, wie man heutzu­tage für Trink- und Tanzver­anstal­tun­gen sagt, des AStAs der Hochschule Ost­falia statt, und man zwang mich unter Andro­hung ener­gis­chen Schul­terzuck­ens zur Anwe­sen­heit.

Fotografis­che Ein­drücke:

Ich habe drei Dinge gel­ernt:

Erstens: Man wird auch (und ger­ade) von weib­lichen Bar­damen eher wahrgenom­men, wenn man selb­st Brüste vor­weisen kann.

Zweit­ens: Es ist eine etablierte Form des Flirtens, lüstern an ein­er Säule (was, übri­gens, in eini­gen Regio­nen Deutsch­lands der Diminu­tiv zu “Sau” ist; wieder was gel­ernt) zu lehnen, dem Objekt der Begierde von hin­ten auf die Schul­ter zu tip­pen und die Augen­brauen entsprechend zu heben und zu senken. Die angemessene und mich über­aus belusti­gende Reak­tion war entsprechend ein Abwinken der so lustvoll Beflirteten; worauf sich der Flirter abwandte und begann, mit den herum­ste­hen­den Her­ren zu flirten. Ich ver­ließ die Szener­ie erschüt­tert.

Drit­tens: Ich müsste mal zum Frisör.

(Zitat des Tages: “Dass der Ein­druck existiert, der Deutsche Com­e­dypreis werde im Ver­gle­ich zum Fernseh­preis weniger ernst genom­men, kann (…) daran liegen, dass die Juroren nicht damit aufhören kön­nen, Cindy aus Marzahn auszuze­ich­nen (…).” — fernsehlexikon.de)

PolitikSonstigesIn den Nachrichten
Respekt!

Nicht nur fremde Kul­turen fordern dieser Tage Respekt ein, auch Ein­heimis­che sehen ihren Sta­tus als Respek­tsper­son mis­sachtet:

  • “Respekt vor unser­er deutschen Sprache ist Respekt vor unser­er Kul­tur und unserem Land, den wir von allen ein­fordern, die bei uns leben.” (Flens­burg Online, 10.9.10)
  • “Polizis­ten fordern Achtung und Respekt” (law blog, 13.6.09)
  • “Wulff fordert Respekt” (N24.de, 15.9.10)
  • Natür­lich hätte auch Ste­fan Map­pus gern Respekt: “Zugle­ich erwarte er aber auch, dass ihm der Respekt nicht ver­sagt werde.” (FTD.de, 9.10.10)

Das Selb­stver­ständ­nis dieser Per­so­n­en ist erschreck­end, denn ich meinte bis­lang, aus 139 Jahren deutsch­er Geschichte habe man zwar nicht vieles, aber doch zumin­d­est eines gel­ernt: dass man näm­lich Leute, die sich unge­beten bre­it­beinig hin­stellen und über den ihnen zuste­hen­den Respekt referieren (“Respek­tiert meine Autoritä!”, Eric Cart­man, c/o “South Park”), geteert und gefed­ert aus dem Land jagen sollte.

Respek­tsper­son ist kein Schu­la­b­schluss und kein Beruf, es ist ein Ehren­ti­tel, den es zu ver­di­enen gilt. Erschnor­ren aber oder gar abver­lan­gen lässt er sich nur von jenen, die ihn selb­st nicht führen.

(Und die Sil­ben “Ehren-” sind der Grund, wieso in den deutschen Regierun­gen der let­zten 61 Jahre außer, vielle­icht, Her­bert Wehn­er kein mir bekan­nter Poli­tik­er auch nur ansatzweise für diesen Titel prädes­tiniert gewe­sen wäre.)

KaufbefehleMusikkritik
Carptree — Nymf

Meine mor­gendliche Müdigkeit ver­flog heute zu den Klän­gen von Carp­tree.

Carp­tree ist ein Musik­duo aus Schwe­den, das mitunter dem New Artrock zugerech­net wird, mich aber mitunter auch an Nightwish (ohne das jaulende Schwein am Spieß, ver­ste­ht sich) erin­nert. Präg­nante Key­board­tep­piche unter­legen den mal Rem­i­neszen­zen an Peter Gabriel, inter­es­san­ter­weise aber auch und vor allem an Eric Fish her­vor­rufend­en Gesang von Niclas Flinck, der neben sein­er Stimme kein weit­eres Instru­ment ein­set­zt.

Das muss er aber ohne­hin nicht, denn Tas­ten­mann Carl West­holm und die fünf Gast­musik­er wis­sen, was sie tun, und das bemerkt man dur­chaus. Und so sel­ten es auch ist, aus Skan­di­navien Musik­grup­pen mit unblö­dem Gesang zu hören, so gern genießt man eine Aus­nahme wie diese.
Die Texte tun ein Übriges:

Under what cir­cum­stances are you what you are?
What are you under cir­cum­stances extra­or­di­nary?
What will change you?
What will you change into?

So fragt Niclas Flinck sug­ges­tiv-kla­gend im Eröff­nungsstück “Kick­ing and col­lect­ing”, und unwillkür­lich fall­en “Weit­er als du denkst” und “Hey!” von den Fan­tastis­chen Vier ein, so dass man sich fest vorn­immt, kün­ftig erst mal Texte zu lesen, bevor man ein Album hört, damit der Drang, nach dem Sinn des Lebens zu fra­gen, nicht allzu über­raschend here­in­bricht. (Und dann ver­gisst man es doch wieder.)

Das Album stellt die logis­che Fort­set­zung des Vorgängers “Insect” dar, auch weit­er­hin geht es ungeachtet des Band­na­mens (“Karpfen­baum”) um Insek­ten, was auch das Titel­bild verdeut­licht, auf dem eine humanoide Libelle zu sehen ist. Als Anspieltipp schlage ich, rein sub­jek­tiv, dann auch das Stück “Drag­on­fly” (“Libelle” eben) vor, das musikalisch zwis­chen schwül­stigem Bom­bast der Marke Queen und mar­il­lionesquem Neo­prog anzusiedeln ist, gesan­glich eher in der Steve-Hog­a­rth- als in der Fish-Ära let­zter­er Band.

Nicht übel. Gar nicht übel!

Sonstiges
Medienkritik XXXVII: Wertschätzung und Waldpilzsuppe

Ich musste eben aus­giebig meinem Amuse­ment freien Lauf lassen, als mir die Fernse­hwer­bung für die Wald­pilz­suppe (“Wald­pilz-Creme Suppe”) der deutschen Fir­ma MAGGI GmbH, primär bekan­nt für das braune Zeug, das im Volksmund eben­falls unter dem Namen “Mag­gi” bekan­nt ist (“gib mir mal das Mag­gi”), ins Blick­feld geri­et.

Sie geht unge­fähr so:

Die Frau (brave Haus­frau) ste­ht in der war­men Küche und schaut lächel­nd zu, wie ihr ver­mut­lich Ange­trauter in gel­ber, schmutziger Regen­klei­dung draußen unter dem Mis­t­wet­ter lei­det, indem er zum Beispiel in eine Pfütze tritt oder unacht­sam frontal auf harte Gegen­stände trifft. Während­dessen rührt sie eine winzige Por­tion graubrauner Brühe an, von der sich allen­falls erah­nen lässt, dass es sich um Mag­gi-Wald­pilz­suppe (“Wald­pilz-Creme Suppe”) han­dele, und, welch Wun­der, der Mann betritt das Haus just in dem Moment der Fer­tig­stel­lung.

Wie er sich also sein­er gel­ben Klei­dung entledigt und die Frau sichtlich entkräftet ansieht, gießt sie ihm lüstern die Suppe in einen lächer­lich ungroßen Teller, um ihm mal so richtig zu zeigen, wie sehr sie sein Tun und ihn selb­st schätzt, näm­lich: gar nicht.

Der Mann also speist, wirft einen weit­eren Blick auf die Köchin, verzieht das Gesicht, schaut nach draußen auf das, wir erin­nern uns, Mis­t­wet­ter, schaut wieder zurück und fragt sub­til: “Lust, spazieren zu gehen?”

Inwiefern auch immer das eine vorteil­hafte Wer­bung für Tüten­fraß sein soll:
Bitte zukün­ftig mehr davon!