FotografiePersönlichesPolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Blühende Landschaften

... soooo klein! (gefunden auf SPON)Ich bin wieder da-ha von meinem ereignis­ar­men Erhol­ungswoch­enende, das ich unter das anachro­nis­tis­che Mot­to “Tux erobert die Zone” stellte. Lei­der gab es dies­mal mit­nef­fen mit­nicht­en Bah­n­reisende zu ver­höh­nen, was ich dur­chaus für nicht ungewöhn­lich befinde, denn wer, abge­se­hen von lang­weili­gen Schnar­ch­nasen und mir, fährt schon allein der Unter­hal­tung wegen in die deutschen Ost-Ter­ri­to­rien?; und auch son­st erfüllte der kurze Aufen­thalt meine Erwartun­gen voll und ganz. Ich habe mir ein­mal die Frei­heit erlaubt, die blühen­den Land­schaften zu ver­bildlichen:

Neben­bei arbeite ich, während ich dies schreibe, erst ein­mal die unge­le­se­nen Neuigkeit­en ab.

Darunter ist auch ein bravourös­er Ein­trag von Peter, der nicht nur auf [cref 3147 mich] ver­weist, son­dern auch noch eine andere pri­ma Inter­net­seite gefun­den hat:

Scham­los kopiert hat FAZ.net die Idee, anhand ein­er Textprobe zu ver­suchen, her­auszufind­en, welch­er einiger­maßen bekan­nte Schreiber ähn­lich deklamierte. Ich nahm, weil ich die For­mulierung “etwas treibt jeman­dem die Zor­nes­röte in die Fresse” für so über­aus gelun­gen befand, meinen vorigen Beitrag über [cref 3033 CD-Ver­pack­un­gen] als Beispiel her­an und erhielt ein uner­wartetes Ergeb­nis:

Immanuel Kant

Es hätte, immer­hin, auch Hitler sein kön­nen. (Ich habe das Ergeb­nis nun nicht mit anderen Tex­ten mein­er Urhe­ber­schaft ver­glichen.)

Eine mein­er Lieblingssta­tis­tiken aus Thi­lo Sar­razins “Deutsch­land schafft sich ab” ist übri­gens derzeit diese:
Unter den extrem­be­gabten (IQ von 145 oder höher) Schülern beträgt der Anteil der männlichen Her­anwach­senden 8:1 im Ver­gle­ich zu dem der weib­lichen Eben­solchen. Nimm dies, Frauen­be­we­gung!

(Apro­pos Frauen­be­we­gung: Die knuf­fige Min­is­terin Kristi­na Schröder äußerte sich, wie den gestri­gen Nachricht­ensendun­gen und unter anderem auch SPIEGEL Online zu ent­nehmen war, unlängst zum The­ma Deutschen­feindlichkeit. Sie beklagte, dass auf Schul­höfen und in U‑Bahnen deutsche Kinder auf­grund frag­würdi­ger Ressen­ti­ments als “deutsche Kartof­fel” und “deutsche Schlampe” beze­ich­net wür­den, was untrag­bar sei, da somit die Kinder unter ihrer Herkun­ft lei­den müssten. Das ist in der Tat uner­hört. Auch ich plädiere dafür, Schlam­p­en grund­sät­zlich ohne Nen­nung ihrer Herkun­ft generell als Schlam­p­en zu beze­ich­nen. So wird der Umgang miteinan­der doch gle­ich viel fre­undlich­er gestal­tet!)

Sonstiges
Meine Oma pflegte zu sagen: “Mal was anderes”

… sobald sie etwas nicht mochte. Sie war aber wed­er in der han­nover­schen Men­sa noch ließ sie sich von mir bekochen.

Ich weiß, dass Stu­den­ten gerne in der Haupt-Men­sa der Uni Han­nover essen. Nicht umson­st ist diese schon mit den besten nationalen Restau­rants ver­glichen wor­den, kon­nte mithal­ten und wurde in einem weit­eren Ver­gle­ich die Nr. 1 nieder­säch­sis­ch­er Mensen. Ob sie dem damal­gen Ruf heute noch gerecht wird, entzieht sich jedoch mein­er Ken­nt­nis.

Deshalb mein Vorschlag: Maro­nen (nein, ich meine nicht die auch sehr leck­eren Pilze; es han­delt sich vielmehr um Esskas­tanien). Der eine oder andere ken­nt sie vielle­icht vom Wei­h­nachts­markt: Die oberen in der übergebe­nen Tüte sind meis­tens zu heiß, die unteren schon wieder kalt, sobald man sich bis dahin durchge­fut­tert hat.

Zunächst ist Sel­ber­sam­meln ange­sagt. Wer jet­zt glaubt, ich gebe hier meine Fund­stät­ten preis, der hat sich schw­er geschnit­ten. Nur so viel sei ver­rat­en: Die Esskas­tanie weist wesentlich mehr und weichere Stacheln auf der grü­nen Schale auf als herkömm­liche und unge­nießbare Rosskas­tanien.

Zur Zubere­itung: Zunächst wer­den die Maro­nen ungeschält (damit meine ich die braune Schale ;) ) ganz gekocht oder in einem Wasser­bad in der Mikrow­elle erhitzt. Danach wer­den sie vor­sichtig geschält (das ist der lästige Teil, den ich gerne anderen über­lassen würde, dort aber lei­der auf Gran­it beisse) und, sofern sie noch warm sind, sofort verzehrt. Soll­ten sie bere­its erkaltet sein, kocht man sie noch ein­mal auf und glasiert sie anschließend mit But­ter und Zuck­er.

Zulet­zt noch ein Hin­weis: Ja! Das Geschirr stammt von einem unmöglichen Möbel­haus aus Schwe­den.

Also: Ent­decke die Möglichkeit­en!


(Dies war ein Gast­beitrag von Didi. Schaut mal bei ihm rein und kom­men­tiert fleißig!)

Nerdkrams
BarTab für Firefox: Lass mal anschreiben!

Ein Kom­mili­tone wies mich auf die Fire­fox-Erweiterung BarTab hin, die ich für aus­re­ichend essen­ziell halte, um sie hier kurz vorzustellen.

Ihr ken­nt das Prob­lem vielle­icht:
Fire­fox ist ohne Frage ein grandios­er Brows­er, aber je mehr Tabs man in ihm öffnet, desto behäbiger wird er; das macht sich beson­ders bemerk­bar, wenn man bere­its beim Start von Fire­fox einige Tabs lädt, etwa als Teil der vorheri­gen Sitzung. Ein RAM-Ver­brauch über 1 GB ist nicht ungewöhn­lich, was heutzu­tage zwar in der Regel nur noch mäßig schmerzt, aber doch auf­fällt.

Für Fire­fox 2 gab es da einige Tricks (“trim on min­i­mize”, IPv6 deak­tivieren und ähn­liche), aber nicht alle sind in aktuellen Ver­sio­nen noch benutzbar, zudem war ihr Effekt oft kaum mess­bar.

Ein tritt die Erweiterung BarTab, und ich bin begeis­tert:

Wie in ein­er Bar erlaubt sie es, RAM “anschreiben” zu lassen, daher stammt auch ihr Name.
Die Idee dahin­ter ist sim­pel, aber effizient: Statt alle offe­nen Tabs per­ma­nent im Spe­ich­er zu hal­ten, erlaubt die Erweiterung es, Tabs bei Bedarf oder automa­tisch zu “ent­laden” und per Klick wieder zu “laden”. “Ent­ladene” Tabs im Hin­ter­grund wer­den im Brows­er blass dargestellt, dabei arbeit­et BarTab auch mit einem gegebe­nen­falls bere­its instal­lierten Tab Mix Plus zusam­men:

Auf der Abbil­dung sind nur die bei­den recht­en Tabs geladen, die anderen Tabs bele­gen zurzeit keinen RAM. (Die rote und kur­sive Her­vorhe­bung “unge­le­sen­er” Tabs stammt hier von Tab Mix Plus.)
Das klingt eigentlich wenig aufre­gend, macht sich aber deut­lich bemerk­bar:

Dies, wohlge­merkt, mit 16 offe­nen (aber teil­weise nicht gelade­nen) Tabs, die unter anderem ein YouTube-Video ein­binden. SRWare Iron, ein (wie etwa auch Google Chrome) auf Chromi­um basiert­er Brows­er, belegt mit drei offe­nen Tabs, zwei davon mit einem flash­basierten Browser­spiel, bere­its das Dop­pelte an Arbeitsspe­ich­er. Nimm dies, Chrome!

BarTab funk­tion­iert unter allen Fire­fox-Ver­sio­nen ab 3.5.0 inklu­sive der aktuellen Betaver­sion von Fire­fox 4.0.
Ein, wie ich meine, Muss für Viel­surfer.

MusikPolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt XXVIII: Music Television.

Zwei Mel­dun­gen belustigten mich bin­nen der ver­gan­genen sieben Stun­den.

Die erste hat was mit UFOen zu tun und ste­ht auf ShortNews.de, was ich daher unkom­men­tiert ver­linke; ein jed­er Leser mag selb­st entschei­den, was er von ShortNews.de hält, bevor er den Ver­weis betätigt.

Viel bess­er, weil von der Finan­cial Times Deutsch­land berichtet, gefiel mir diese Mel­dung:

Der Musikkanal MTV schal­tet auf Bezahlfernse­hen um. Vom kom­menden Jan­u­ar an wird das Pro­gramm auss­chließlich als Abosender auf dig­i­tal­en Kabel‑, Satel­liten- und Bre­it­band­plat­tfor­men zu emp­fan­gen sein, sagte Dan Ligtvoet, Deutsch­land- und Nordeu­ropachef von MTV Net­works, der FTD. Die Ver­bre­itung im frei emp­fang­baren Fernse­hen wird eingestellt. Im Gegen­zug wird der Schwest­ersender Viva zum zen­tralen Musik- und Enter­tain­men­tkanal im Free-TV umge­baut — und soll dort kün­ftig erfol­gre­iche For­mate aller Sender des Net­zw­erks ausstrahlen.

Sehen wir mal von dem Faux­pas ab, MTV als “Musikkanal” beze­ich­net zu haben, ist das eine Auf­se­hen erre­gende Mel­dung; ver­schwindet mit MTV doch auch die Klin­gel­tonin­dus­trie aus dem deutschen “Free-TV” bzw. hal­biert ihr Engage­ment dort.

Und ein Glück kommt sel­ten allein:

Zusät­zlich startet MTV den reinen Musik­sender MTV brand new, eben­falls als Bezahlange­bot.

Ein (vor­erst) Musik­sender von MTV Net­works — endlich!
Her­zlichen Dank für diese Weg weisende Inno­va­tion!

(Übri­gens regen sich einige Leute ger­ade ganz schreck­lich darüber auf, dass der Inten­dant des Mit­teldeutschen Rund­funks es nach eini­gen wenig net­ten, aber weit­ge­hend unbeachteten Scherzen über bspw. Johannes Heesters’ Alter gewagt hat, per Twit­ter Augen zwinkernd einen mus­lim­is­chen Bun­de­spräsi­den­ten vorherzuse­hen. Ich finde das auch wider­lich. Allein die Vorstel­lung schon!)

In den NachrichtenPersönlichesPolitik
Ein Terminkalender wäre hilfreich.

(Zur Abwech­slung mal wieder ein Bericht aus dem Studi­um.)

Ich habe das Stu­den­ten­leben augen­schein­lich verin­ner­licht.

Von meinem zu Semes­ter­be­ginn fast vollen Vor­lesungs­plan sind nur noch einige klägliche Stun­den, sel­ten mehr als eine Vor­lesung pro Tag, übrig geblieben. “Mache ich später”; schön, wenn man das sagen kann. “So gut wie in der Schule wirst du es nie wieder haben.”

Das, was mir aber auf­grund des Lais­sez-faire-Studi­ums lei­der völ­lig fehlt, ist ein akzept­a­bles Zeit­ge­fühl.

Ein Beispiel aus der let­zten Woche:
Es sollte ein Semes­ter­pro­jekt begin­nen. Ich hat­te auch schon eine total tolle Idee, die das Leben viel­er Men­schen min­destens rev­o­lu­tion­iert hätte, brauchte aber einen Pro­jek­t­part­ner. Dieser schließlich meinte, die Abgabe des Pro­jek­tvorschlags hätte noch Zeit, und als ich mich also ins Woch­enende ver­drück­te, schrieb er mich an und meinte, er habe sich geir­rt; ob ich denn auch mit einem alber­nen Reserve­pro­jekt (Umgestal­tung ein­er Inter­net­präsenz) zufrieden sei?

“Der Drang, zu mor­den, steigt wieder.”
(Homer Simp­son, c/o “Die Simp­sons”)

Stu­dent sein ist klasse. Hat mal jemand einen Ter­minkalen­der für mich?

(Ach, apro­pos Ter­minkalen­der: Heute ist “Tag der deutschen Ein­heit”; und nichts demon­stri­ert die deutsche Ein­heit so schön wie ein Staat, der auf seine Bürg­er schießt, denn genau das, dachte ich, wurde hierzu­lande 1989 abgeschafft. Dass nun ger­ade die Partei, die diese Tra­di­tion wieder ein­führt, sich in Berlin heute als Befreier dieses Lan­des feiern lässt, ist besten­falls grotesk.)

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Die Wege des Marxismus

Ach, apro­pos Stuttgart 21:

Auch der Chef der Land­tags­frak­tion, Peter Hauk (CDU), weiß, wo der Feind ste­ht: “Ich wehre mich dage­gen, mich unter das Dik­tat von Altkom­mu­nis­ten und Altlinken zu stellen, die in den let­zten Wochen die Rädels­führer des Protestes waren”, sagt er.

Hm?

I fol­low the Mosk­va / down to Gorky Park / lis­ten­ing to the wind of changes.

Apro­pos Marx­is­mus, eine gute Neuigkeit hat­te die poli­tis­che Land­schaft in Deutsch­land heute dann doch zu bieten:
Der Thüringer Land­tag ließ die Immu­nität des Linken-Poli­tik­ers Bodo Ramelow, eines der Ini­tia­toren der anti­demokratis­chen Aktion “Dres­den naz­ifrei!” — wir erin­nern uns — aufheben. Ramelow fand das weniger schnafte:

Sein poli­tis­ches Engage­ment werde dadurch “in ein strafrechtlich­es Licht geset­zt”.

Poli­tis­ches Engage­ment, das sich nicht an die Geset­ze der Poli­tik hält, die es zu schützen behauptet, muss man nicht in irgen­dein Licht set­zen, es ist auch im Dun­klen schon schau­rig genug.

(Das ist dann auch erst mal wieder genug Poli­tik hier; man bekommt nur unnötig Sod­bren­nen vom Ärg­ern.)

PolitikIn den Nachrichten
Stuttgart 21 in Kurzform

Was von Stuttgart 21 (eine Erk­lärung gibt es, falls benötigt, in der deutschsprachi­gen Wikipedia) zu hal­ten ist, illus­tri­ert dieses Bild (via Fefe).
Vor­sicht, ziem­lich auf­fäl­lige Wunde.

Und sowieso, siehe SPIEGEL Online:

Map­pus (Min­is­ter­präsi­dent, CDU) selb­st hat­te am Don­ner­stag andere Pläne: Er amüsierte sich auf dem Bauern­tag in Stuttgart und trank entspan­nt mit den Land­wirten Bier.

Schlägertrup­pen und Gasan­griffe gegen das eigene Volk; nich’ übel.
In let­zter Kon­se­quenz bedeutet das, dass die USA Her­rn Map­pus eines Tages aus einem Erd­loch in Stuttgart aus­graben und dafür sor­gen, dass so etwas nicht mehr vorkommt.

Aber irgen­det­was sagt mir, dass auch diese Per­ver­sion nicht dazu führen wird, dass die CDU bei den näch­sten Wahlen ein­stel­lige Ergeb­nisse davon­tra­gen wird. Höch­stens Herr Map­pus wird aus­ge­tauscht.

“Same shit, dif­fer­ent ass­hole”, so lautet ein geflügeltes Wort unter Angloglot­ten.
Die CDU scheint sich weltweite Bekan­ntschaft gesichert zu haben.

(Das soll dann auch reichen.)

PersönlichesSonstigesNetzfundstückeSpaß mit Spam
Lecker Rosenbraten

Der Zufall wollte es, dass ich heute lauschend an ein­er Diskus­sion zweier gereifter Damen teil­nahm. Sie unter­hiel­ten sich zum Zeit­punkt mein­er Einkehr über eso­ter­ische Rezepte, was beina­he schon spaßig genug ist. (Ich hoffe, ich werde nie so.)

Den aktuellen Zubere­itungstipp stellte hier­bei so genan­ntes Rosenelix­i­er dar. Eine der gereiften Damen so sprach, man solle ein Glas mit Rosen­blüten eine Weile ste­hen lassen, die resul­tierende Flüs­sigkeit schmecke dann “ganz leicht nach Rosen”. Die andere gereifte Dame war begeis­tert und ich ver­suchte, mir den skep­tis­chen Blick nicht anmerken zu lassen.

Sätze wie “Komm, wir trinken Kak­tuswass­er” oder “Mmh, leckere Palme!” wird man, dessen bin ich mir sich­er, nie von mir hören. (Während ich dies schreibe, erhalte ich die Reak­tion, Rosen­wass­er sei etwas ganz anderes und ich habe wohl noch nie Kuchen geback­en und sei über­haupt voll blöde. Ich danke viel­mals für diese Erken­nt­nis und möchte zu ver­ste­hen geben, dass ich auch an Rosenkuchen kein­er­lei Inter­esse zeige.)

Nun, es gibt wun­der­liche Lebens­mit­tel. Ich erin­nere mich, es ist schon ein paar Jahre her, ein­mal ein Teegeschäft in ein­er von Duftk­erzen umnebel­ten Kellere­tage eines Eso­terik­ladens aufge­sucht zu haben. Der Verkäufer hielt mir diverse Tees unter die Nase, ich sog begierig den Odeur auf und wurde beim vierten oder fün­ften Tee beina­he ohn­mächtig. “Dieser hier riecht ein wenig nach Fisch”, plap­perte der Verkäufer munter drau­f­los, während ich wank­end ver­suchte, höflich zu nick­en. Fis­chtee — mjam.

Ähn­liche Sub­stanzen, wie ich ver­mute, sind auch in der Spam­mer­szene nicht unbekan­nt. Soeben erre­ichte mich an eine anson­sten beina­he ungenutzte Mailadresse bei einem großen deutschen Telekom­mu­nika­tion­san­bi­eter eine E‑Mail mit dem Betr­e­ff “Parkverge­hen 3327102”; ein Betr­e­ff, den ich son­st nur von Uni­ver­sitäts­mails kenne, wo offen­bar täglich irgendw­er seine von Mama ergaunerte Karre zu Schrott fährt.

Tat­säch­lich aber hat­te die Mail mit Parken nur wenig zu tun, eher mit Ste­hen im Hal­te­ver­bot:

Nehmen Sie sich doch kurz Zeit fuer uns!

Lei­der kostet auch das Löschen dieses Unfugs Zeit; somit habe ich gar keine andere Wahl. Frech­heit eigentlich.

Sie haben Erek­tion­ss­chwierigkeit­en? Die Hek­tik belastet Sie und hat auch noch neg­a­tive Fol­gen fuer Ihr Liebesleben? Sie wollen Ihrer Frau wieder beweisen, dass sie noch immer ein ein richtiger Mann in der Erotik sind? Vor­bei mit den Sor­gen, und vor­bei mit den ero­tis­chen Schwierigkeit­en.

Juch­he.

Mit unseren blauen Wun­der­pillen wer­den Sie umge­hend wieder ein guter Lover und ihre Fre­undin wird sie ver­goet­tern!

Vergöt­tern? Möchte ich das?
Ist man ein Gott, wird man ständig von irgendwelchen faulen Schmarotzern um irgendwelche Wun­der ange­bet­telt, selb­st nachts. Darauf habe ich eigentlich keine Lust; und schon gar nicht, wenn der faule Schmarotzer eine Frau ist, deren Wün­sche sind schon wun­der­lich genug, ohne dass man ein Gott ist. Ich verzichte auf Pillen, die mich zum Götzen für Mil­lio­nen leicht­gläu­biger Idioten wer­den lassen.

Abso­lut sichere Bestel­lun­gen im Web auf der Home­page —- (… tiny.cc-gekürzter Ver­weis auf eine Seite mir sicher­heit­shal­ber unbekan­nten Inhalts …)

Sich­er ist sich­er; darum verzichtet ihr auch bess­er darauf, die Adresse voll­ständig in die Mail zu schreiben. Spam­fil­ter mögen das nicht.

– Mit besten Gruessen
Chris­tiane Horn —–

Frau Horn, Sie soll­ten mal Ihre Zeilen­sprung­taste über­prüfen lassen.

(… drei Zeilen inhalt­sleer­er, pseu­do­englis­ch­er Spam­prosa …)

Hal­lo!

Äh, wie, was?

Sie haben Erek­tion­sprob­leme? Die Hek­tik belastet Sie und hat auch noch Fol­gen fuer Ihr sex­uelles Leben? Sie wollen Ihrer Fre­undin wieder demon­stri­eren, dass sie noch immer ein ein richtiger Mann beim Sex sind?

Ach, jet­zt ver­ste­he ich. Der zweite Teil sollte gar nicht an mich gehen. Oder der erste. Oder bei­de?
(Ein schlauer Men­sch merk­te ein­mal an: Wer von sich behauptet, nie uner­wün­schte Penispillen-Mails zu bekom­men, freut sich über die gün­sti­gen Ange­bote.)

Vor­bei mit den Noeten, und vor­bei mit den Erek­tion­sprob­le­men.

Und vor­bei, mit der Inter­punk­tion.

Mit unseren blauen Dingern wer­den Sie umge­hend wieder ein lei­den­schaftlich­er Lieb­haber und ihre Part­ner­in wird sie bewun­dern!

Hierzu zwei Anmerkun­gen:

  1. “Blaue Dinger”? Blaue Dinger?! Schlumpfver­sand oder wie?
    Frl. Horn, Sie machen mich lachen. (Reimt sich und ist wahr.)
  2. “… und ihre Part­ner­in wird sie bewun­dern”; anders als in dem Teil vor dem “und” ist das Per­son­al­pronomen hier kon­se­quent klein geschrieben, also ist’s keine Anrede. Es wer­den also die versende­ten Schlümpfe von ihrer Part­ner­in (Schlumpfine?) bewun­dert, wenn ich sie kaufe? Warum sollte ich das wollen? Das Liebesleben von Schlümpfen ist mir sus­pekt. (Es waren 101 Schlümpfe inklu­sive Schlumpfine, wenn ich mich richtig entsinne. Soll das eine zum Kauf anre­gende Vorstel­lung sein?)

Uah.

Sichere Bestel­lun­gen im Web auf der Seite

(… tiny.cc-gekürzter Ver­weis auf eine Seite mir sicher­heit­shal­ber unbekan­nten Inhalts …)

Ah, dies­mal klappt’s mit den Zeilenum­brüchen.

Wir wuen­schen Ihnen viel Erfolg
Chris­tiane Horn

Ich fürchte, dieser Beitrag wird mir tat­säch­lich eini­gen Erfolg bescheren; nicht sel­ten, dies ver­rät meine Seit­en­sta­tis­tik, suchen verir­rte Inter­net­nutzer nach Schlumpf­sex. Eigentlich beun­ruhi­gend.

Jet­zt

Echt?

—-
(… sieben Zeilen inhalt­sleer­er, pseu­do­englis­ch­er Spam­prosa …)

(Ich habe ein­mal darauf verzichtet, mich mit dem Inhalt der Prosa zu befassen. Dass “Smurfs that do it” darin stand, kann ich also nicht mit Sicher­heit auss­chließen. Es waren aber, Hank sei Dank, kein­er­lei Bilder ange­fügt.)

PersönlichesMusikSonstigesFotografie
Umschwung (lustiges Wort eigentlich)

Ich wusste, dass heute etwas passieren würde, als ich heute früh auf­s­tand und es noch immer reg­nete. Beim Ver­such, meinen Ruck­sack mit den benötigten Uten­silien zu befüllen, gab der Reißver­schluss nach, was dazu führte, dass ich heute, wäre da nicht mein mobil­er Klein­com­put­er, im Studi­um auf jegliche Notizhil­fe — immer­hin war mein Lap­top-Ruck­sack zugle­ich mein üblich­es Uten­silien­be­hält­nis — hätte verzicht­en müssen. (Danke, lieber Android!)

Beschwingt ver­ließ ich also, min­i­mal mit Acces­soires (Android, Schirm, porta­bles Audiofixbesteck) aus­ges­tat­tet, das Haus, ließ mich gemäch­lich durch die Land­schaft chauffieren, und mit­ten in den schön­sten Schauer platzte

Schnee.

So weit nichts ungewöhn­lich­es, ist doch die Wei­h­nacht­szeit schon wieder gefühlt fast vor­bei, aber erwäh­nenswert; da es, immer­hin, der erste Schnee des nahen­den Win­ters ist, an dem ich teil­hat­te. (Diese Kli­maer­wär­mung, bib­ber, bringt uns alle, schlot­ter, noch um.)

Ein Ein­schub: Ich hat­te Her­rn haekelschwein unlängst die Qual­ität von Schir­men für zwei fuf­fzich bildlich zu erläutern ver­sucht. Nun ergab sich die Ironie, dass der Schirm, der heute mein welkes Haupt vor Ungemach bewahren sollte, eben­falls ein Schirm für etwa zwei fuf­fzich war; und sich beim ersten Wind­stoß, zack!, ver­ab­schiedete.

Apro­pos zwei fuf­fzich: Ich stieß heute in ein­er Fil­iale ein­er großen deutschen Elek­tron­ikfach­han­dels­kette auf ein Regal mit Ton­trägern und nahm erfreut zur Ken­nt­nis, dass das Konzept, neuen Musikalben aus­sagekräftige Titel zu geben, wieder in Mode kommt.

Der geneigte Musik­fre­und erin­nert sich: Die Bea­t­les veröf­fentlicht­en 1967 das Album “Sgt. Pepper’s Lone­ly Hearts Club Band”, eines der Pio­nier­w­erke in der Geschichte der Konzep­tal­ben, wenn auch am Ende auf eine “Rah­men­hand­lung” geschrumpft. 1969 fol­gte “In The Court Of The Crim­son King” von King Crim­son, wie vor­ge­nan­ntes Album prinzip­iell ein Konzep­tal­bum, auf dem die Band sich selb­st als Beobachter ein­er Szene darstellt. 1973 fol­gte Yes’ mon­u­men­tales “Tales From Topo­graph­ic Oceans”, das zwar stel­len­weise arg lang­weilig ist, aber sich in die Rei­he der Konzep­tal­ben, deren Titel ihren (textlichen) Inhalt vor­weg­nehmen, naht­los ein­fü­gen lässt. (Beina­he unauf­fäl­lig rei­ht sich hier neben “Le Frisur” von den Ärzten auch Peter­Lichts “Lieder vom Ende des Kap­i­tal­is­mus” ein.)

So gese­hen ist es nur kon­se­quent, dass Sil­ber­mond, die in oben erwäh­n­tem CD-Regal Platz fan­den, ihrem aktuellen “Werk” gle­ich­falls einen Titel gegeben haben, der bere­its andeutet, was von den enthal­te­nen Klän­gen zu hal­ten ist:

“Nichts passiert”.

Eben.

PolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Kurz verlinkt XXVII: “Lalala!” und Androides.

Was meinen gestri­gen Nachricht­enkon­sum jeden­falls erhellte, war diese hüb­sche Murmelti­er-Reinkar­na­tion, unter anderem auch in den üblichen Nachricht­ensendun­gen zu sehen:

Der iranis­che Präsi­dent Ahmadenid­schad hielt eine Rede, in der er die USA scharf kri­tisierte und die Hin­ter­gründe der Anschläge auf das World Trade Cen­ter im Sep­tem­ber 2001 hin­ter­fragte. Das hin­ter­ließ anscheinend Ein­druck, denn die Vertreter zahlre­ich­er Staat­en, unter anderem, na, so was!, der USA, ver­ließen den Saal umge­hend. Raus­ren­nen und “lalala” brüllen.

Die deutschen Medi­en werteten dies als legit­ime demokratis­che Mei­n­ungsäußerung, dass man sich eben weigert, sich auch mal andere Mei­n­un­gen anzuhören (hierzu cf. auch die Demon­stra­tio­nen gegen Lesun­gen des Her­rn Sar­razin), ich mein­er­seits werte es als kindis­chen Hirn­riss.

Ach, vor ein­er Weile erwäh­nte ich ja, dass ich mir einen Android-basierten Klein­com­put­er zugelegt habe; offen­bar habe ich das in ein­er Zeit getan, in der die Frage “Eifon oder Android?” die Gemüter mehr denn je bewegt. Die Inhab­er der von mir gele­se­nen Blogs jeden­falls scheinen großteils, ungeachtet der bekan­nten Kun­dengän­gelung seit­ens Apple und der per­versen Preis­gestal­tung, Eifon-Nutzer zu sein. Da möchte ich als nerviger Android-Fan — nach meinem bish­eri­gen Ein­druck ist es tat­säch­lich ein pri­ma Betrieb­ssys­tem, auch wenn ich mich nicht als “Fan” (als Umluftven­ti­la­tor?) des genan­nten Sys­tems beze­ich­nen würde — fol­gen­den, kür­zlich ent­deck­ten Bild­witz mit mein­er Leser­schaft teilen:

(Die Lang­fas­sung gibt es nach dem Klick; sollte sie zu klein dargestellt wer­den, empfehle ich einen Recht­sklick und die Auswahl “In neuem Tab/Fenster öff­nen”.)

Hihi.

PersönlichesSonstiges
Buuuuuuuuuuumm!

Mitunter nutze ich das­selbe Verkehrsmit­tel wie einige Grund­schüler, deren Unter­richt ger­ade endete. Auch heute saßen direkt vor mir drei dieser Gestal­ten. Zwei von ihnen tru­gen den umgangssprach­lichen Ruf eines “ABC-Schützen” nicht zu Unrecht.

Während der dritte damit beschäftigt war, selt­same Fig­uren zu zeich­nen, ließen sich die anderen bei­den Kinder zu immer neuen Spie­len inspiri­eren. Obgle­ich die Lo-Fi Resis­tance mein Ohr umman­telte, ließ es sich auf­grund laut­en Kra­keels und auch son­st nicht unauf­fäl­li­gen Ver­hal­tens nicht ver­mei­den, dass ich einige davon mit­bekam. Der in der Ecke sitzende Junge mit dem auf­fal­l­en­den Milchge­biss suchte wieder­holt kör­per­liche Nähe, indem er sich an den zeich­nen­den Neben­sitze kuschelte oder seinem Gegenüber um den Hals fiel. Das gipfelte darin, dass sich die bei­den Gegenüber gegen­seit­ig ans Gemächt (die, Zitat, “Eier”, Zitat Ende) fassten. Die bis dahin noch mit­fahrende Betreuerin schaute ver­wun­dert, gab sich aber mit der Antwort, der jew­eils andere habe ange­fan­gen, zufrieden.

Etwas weniger wun­der­lich immer­hin war das min­i­mal­is­tis­che Räu­ber-und-Gen­darm-Spiel. Die bere­its erwäh­n­ten Gegenüber zeigten mit dem Fin­ger aufeinan­der und macht­en “Buu­u­u­u­u­u­u­u­u­umm!”, was wohl ein Explo­sion­s­geräusch darstellen sollte. Seit wann man Hand­feuer­waf­fen mit explodieren­den Din­gen bestückt und seit wann ein Knall, üblicher­weise ein punk­tuelles Geräusch, mit ein­er Vokalver­längerung dargestellt wird, sofern man ihn nicht ger­ade mit dem anglo­pho­nen Wort für einen Ansturm (“boom”) ver­wech­selt, traute ich mich aus Scham davor, die Antwort nicht zu ver­ste­hen, nicht zu fra­gen.

Dass der kriegslüsterne Nach­wuchs irgend­wann das Fahrzeug ver­ließ, gab mir zu mein­er Erbau­ung zudem Gele­gen­heit, Zeuge ein­er anderen Sub­kul­tur zu wer­den. Es fol­gten ihm näm­lich zahlre­iche Realschüler großteils weib­lichen Geschlechts. Von diesen nah­men vier vor mir Platz, wie üblich saßen diejeni­gen mit dem weniger uner­freulichen Gesicht mit dem Rück­en mir zuge­wandt.

Über die Gespräch­s­the­men der vier kann ich, der Lo-Fi Resis­tance sei Dank, mich nur unzure­ichend äußern; es ging, so weit ich das mit­bekom­men habe, um Jungs, Feiern und welche der Mitschü­lerin­nen man am wenig­sten mag. Erquick­end war auch weniger die Diskus­sion darüber, wessen iPod nun hüb­sch­er sei (knall­rosa und bon­bon­blau standen zur Qual Wahl), son­dern der Diskus­sion­sstil.

Wann kam es eigentlich in Mode, beim Sprechen selb­st in Bus oder Zug mit den Hän­den in der Luft herumzu­fuchteln? Das scheint auch ein rein weib­lich­es Phänomen zu sein; bei ander­s­geschlechtlichen Jung­men­schen habe ich das noch nicht gese­hen. Indes erin­nere ich mich noch an das Erleb­nis, während dessen ich erst­mals auf die genan­nte Ange­wohn­heit aufmerk­sam gemacht wurde: Vor eini­gen Jahren saß ich im Zug nicht unweit ein­er Fam­i­lie, deren Tochter ger­ade aus den USA zurück­gekehrt war und beim Bericht­en eben­falls wild umher­fuchtelte, was die Mut­ter zu der Bemerkung ver­an­lasste, diese Marotte sei wohl ein Relikt ihres Aus­land­saufen­thaltes. Aus den USA bringt man also (gemäß Max Goldt), wie es scheint, nicht nur ein furcht­bar schlecht­es Englisch, son­dern auch noch ein furcht­bar nervös­es Ver­hal­ten mit. Ich bin der Fam­i­lie für diese War­nung noch heute sehr dankbar.

Gefuch­tel und Gestot­ter (“ey, ey, äh, ne?”) schließen sich allerd­ings — immer­hin — offen­bar gegen­seit­ig aus. Wer fuchtelt, kann sich anscheinend bess­er artikulieren. Vielle­icht sollte ich das auch ein­mal aus­pro­bieren, zum Beispiel, wenn mich ein geldgieriger Anwalt wegen mein­er Hal­tung zu Impressen vor Gericht in die Pfanne hauen will.

(Wäre auch mal von Inter­esse: Kann es sein, dass man als junge Per­son sein Schuh­w­erk heutzu­tage nicht mehr danach auswählt, wie vorteil­haft für die Benutzung der eige­nen Gehw­erkzeuge sie sind, son­dern danach, wie gut sie sich zur Beschrif­tung eignen? Zu mein­er Zeit waren wir noch froh, nicht in lab­beri­gen Stoff­fet­zen durch den Regen wat­en zu müssen, ach!)

Ich war nie so.


Nach­trag von 19:56 Uhr:
Erschüt­tert nahm ich zur Ken­nt­nis, dass ein beträchtlich­er Teil mein­er Leser Ernst Jan­dl nie gele­sen hat. Ich habe den ver­meintlichen Schreibfehler dezent beseit­igt und bin wirk­lich sehr ent­täuscht.

ProjekteKaufbefehleMusikkritik
Project:KOMAKINO — The Struggle for Utopia

Wer mich ken­nt, der weiß, dass Kaf­fee und Musik zwei essen­zielle Bestandteile meines mor­gendlichen Erwachen­sri­tus’ sind. Während mir also gestern die neuesten Werke von The Boil­er und Harm­ful die Ohren qua­si weg­bliesen (mehr dazu tra­di­tion­s­gemäß am Jahre­sende), begann mein Tag heute mit einem eigentlich völ­lig anderen Album.

Das Album nen­nt sich “The Strug­gle for Utopia”, zu Deutsch also “Der Kampf um Utopia”, und wurde nach meinen Infor­ma­tio­nen bere­its Ende 2009 von der britis­chen Musik­gruppe Project: KOMAKINO veröf­fentlicht. (Jet­zt wollte ich noch irgend­wo einen geschickt platzierten Ver­weis auf die Schall­gren­zen rein­schmuggeln, dann ist mir aufge­fall­en, dass ich offen­bar den Hin­weis auf diese Band sog­ar ursprünglich dort fand. Pri­ma, dann muss ich weniger schum­meln.)

“The Strug­gle for Utopia” ist ein vielschichtiges Album. Man kön­nte auf den Zug der­er auf­sprin­gen, die es in Schubladen zu steck­en ver­suchen, aber das wäre allzu banal. Nicht näm­lich ver­tritt es eine Stil­rich­tung, son­dern erschafft eine eigene Melange aus mehreren Gen­res, die nach etwas klingt, was man zwar schon mal gehört hat, aber noch nicht in dieser Inten­sität.

Es begin­nt mit wabern­den Syn­the­siz­er- und Gitar­ren­klän­gen, dazu ein wenig dezen­ter Rhyth­mus. Psy­che­delis­ch­er Space­rock, irgend­wo zwis­chen Gong und den frühen Pink Floyd. Gemäch­lich drehen die Musik­er die Span­nung auf; blitzt da eine Prise Mog­wai her­vor? Ja, sie tut’s.

Und kaum hat man sich also in das psy­che­delis­che Netz fall­en lassen, das das Quin­tett ges­pan­nt hat, entreißt es es dem ahnungslosen Zuhör­er, nur um gle­ich wieder ein neues zu flick­en. New-Wave-artige Stro­phen (The Cure fall­en mir da ein) mit gele­gentlichen erneuten Space­rock-Aus­flü­gen unter­malen den Gesang, der auch den Sis­ters of Mer­cy, als sie noch gut waren (dann eben doch!), gehören kön­nte. Auf “In the tem­ple of love…” warte ich, obwohl das vor­let­zte Stück “Tem­ple” heißt, jedoch vergebens, stattdessen gibt es Res­ig­na­tion und Weltschmerz zu hören. Things are hap­pen­ing, they’re always hap­pen­ing to me.

Musik (auch) für laue Nächte auf der Veran­da. (Als hätte ich eine Veran­da.)
Komaki­no? Kopfki­no!

(So unge­fähr sieht es übri­gens aus, wenn man einem unvor­be­lasteten Leser dieses Album beschreiben will, verehrte Schreiber­linge in den Redak­tio­nen dieses Lan­des; nicht aber so, wie ihr es laut der von mir bevorzugten Such­mas­chine übere­in­stim­mend tut: “Klingt wie Joy Divi­sion. Näch­stes Album bitte.” Banau­sen.)

Übri­gens, für die Arbeit an TinyTo­do fehlt mir derzeit, stu­di­enbe­d­ingt, die rechte Inspi­ra­tion. Aber ich ver­spreche, es wird weit­erge­hen.

Fotografie
Warum so bieder?

Erwach­sene, so schrieb ein kluger Men­sch ein­mal (war es Max Goldt?), neigten dazu, sich an die Jugend anzu­biedern. Dies sei, so schrieb der kluge Men­sch weit­er­hin, keine gute Idee, denn wenn Erwach­sene ver­suchen, sich an die Jugend anzu­biedern, sei dies sel­ten genü­gend sub­til, und ein erwach­sen­er Men­sch, der ver­sucht, sich an die Jugend anzu­biedern, sei ins­ge­samt — ich para­phrasere dies ein­mal, da mir der genaue Wort­laut ent­fall­en ist — eine eher pein­liche Par­o­die eines Jugendlichen.

Obi­gen Absatz, dies empfehle ich, sollte man im Studi­um der Ver­mark­tung stets mit sich führen, son­st endet man eines Tages wie Sascha Lobo oder in ähn­lich­er Posi­tion und zeich­net ver­ant­wortlich für däm­liche Schilder wie dieses:

Da möchte man sich doch tat­säch­lich wun­dern und lässt es dann aus gesund­heitlichen Grün­den doch lieber bleiben.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lörracher Relationen

Ein The­ma beherrscht den Abend der heuti­gen Nachricht­en­welt, einzelne Berichte sind wegen Über­las­tung zeitweise nicht abruf­bar:

Da ist also “ungewöhn­licher­weise” (Schaich Immo­bilien GmbH) eine Frau Amok gelaufen, und zwar nicht etwa, wie es sich gehört, in ein­er Schule, son­dern in einem Kranken­haus. Noch am späten Abend wur­den famil­iäre Ursachen für das “Dra­ma” (SPIEGEL Online) ver­mutet, am Ende wird es aber wieder, nehme ich an, auf “Killer­spiele” hin­aus­laufen.

Um das Gewalt­poten­zial von Frauen soll es mir dies­mal nicht ein­mal gehen, da mir derzeit die Muße fehlt, stil­voll mit erboster Post von mil­i­tan­ten Fem­i­nistin­nen umzuge­hen, gle­ich­falls über­lasse ich es dem geneigten Leser, sich einen passenden Kom­men­tar zu dem Umstand, dass die gezielte Tötung eines Men­schen offen­bar inzwis­chen eine recht­mäßige Reak­tion der Staats­macht auf unmit­tel­bare Bedro­hung darstellt, ein­fall­en und mir bei Bedarf zukom­men zu lassen; was dann aber doch irgend­wie une­gal ist, ist dies:

Ein Men­sch betritt ein Gebäude und schießt aus Grün­den Leute über den Haufen. Fünf Tote ins­ge­samt, “ganz Deutsch­land” (BILD) trauert.

Ein Ver­bund aus mehreren so genan­nten “christlichen” Staat­en über­fällt inzwis­chen beina­he ein Jahrzehnt lang gezielt vorher als solche deklar­i­erte “Ver­brech­er­staat­en” (apro­pos Ver­brech­er­staat), deportiert oder dez­imiert ihre größ­ten­teils zivilen Ein­wohn­er. Fünf Tote? Lächer­lich. “Ganz Deutsch­land” zuckt kurz erschüt­tert mit den Mund­winkeln.

Ich hoffe ja immer noch, dass ich nur sehr tief schlafe und sich der Traum bald als solch­er zu erken­nen gibt.

Nach­trag vom 20. Sep­tem­ber:
An diesem “Amok­lauf” ein­er Frau sei übri­gens ein Mann schuld, heißt es. Was für ein Glück für die Presse!