NetzfundstückeNerdkrams
Kurz verlinkt XXXI: Bäume des Schreckens

Dass sich auch dem schreck­lichen The­ma Wei­h­nacht­en noch etwas abgewin­nen lässt, das dem gequäl­ten Infor­matik­stu­den­ten ein Schmun­zeln abringt, zeigt heute xkcd:

(Zu den Hin­ter­grün­den für Leute, die nicht vom Fach sind: Heap, Baum.)

Anson­sten unbe­d­ingt beacht­enswert ist Das Doku­ment des Grauens, eine bis­lang zweit­eilige, unter der CC-BY-NC-Lizenz veröf­fentlichte (und somit freie) Doku­men­ta­tion der Hor­ror­filmgeschichte von 1896 bis 1945 mit vie­len Par­al­le­len zu den gesellschaftlichen Entwick­lun­gen; so wird etwa der Fall von Jack, dem Schlitzer, als eine der Inspi­ra­tio­nen für der­lei Amuse­ment aufge­führt. Es han­delt sich somit um ein umfassendes Kom­pendi­um, das auch die oft nur wenige Sekun­den lan­gen Film­ex­per­i­mente aus der Anfangszeit der Kine­matoskopen kurz erläutert und so auch für diejeni­gen mein­er Leser, die von Hor­rorschinken nicht viel hal­ten, inter­es­sant sein kön­nte.

(Apro­pos “Doku­ment des Grauens”, habt ihr schon das Abstim­mungsver­hal­ten der Parteien in den Land­ta­gen zu der Nov­el­lierung des JMStVs gese­hen? Alb­traumhaft!)

Sonstiges
Der Supermarkt als Spiegel der Wirklichkeit

Wei­h­nacht­en, die Zeit, in der die meis­ten Men­schen nicht mehr alle beisam­men haben beisam­men zu sein beab­sichti­gen, ist eigentlich schon trau­rig genug, betra­chtet man ein­mal seine Verehrer, die Fam­i­lien­leben vom Kalen­der abhängig machen und Reli­gion mit bloßer Bere­itschaft zum Kon­sum gle­ich­set­zen. Die sich angesichts dieser Umstände ger­adezu auf­drän­gende Apathie wird jedoch immer wieder auf eine harte Probe gestellt, die Wirk­lichkeit ist im Dezem­ber zynis­ch­er als in den anderen elf Monat­en.

Auf meinem heuti­gen Gang durch das lokale Einkauf­szen­trum suchte ich aus Grün­den unter anderem den dor­ti­gen Super­markt auf. Dieser, ich berichtete, gibt sich wei­h­nachtlich in der meistver­bre­it­eten, aber inakzept­abel­sten Def­i­n­i­tion von “wei­h­nachtlich”, seit die Bäume sich allmäh­lich ent­blät­terten, und fährt nun­mehr richtig schw­eres Geschütz auf:

Neben Regalen mit “wei­h­nachtlichem Gebäck” (krümeligem überzuck­ertem Zimt­matsch), “wei­h­nachtlichen Spir­i­tu­osen”, “wei­h­nachtlich­er Deko­ra­tion” stand ein weit­eres Regal, mit­tels dessen der Betreiber des Super­mark­tes ein Fer­tig­gericht anpreisen ließ. Es han­delt sich um dieses offen­bar neue Fer­tig­gericht, das mir bis dato tat­säch­lich unbekan­nt war:

Miracolí Avanti

1 Portion

So kon­trastiert der Super­markt das Zer­rbild ein­er glück­lichen Fam­i­lie, wie es die Fernsehsender alle Jahre wieder als Ide­al vor­beten, sub­til mit dem nur wenig feier­lichen Heili­ga­bend ger­ade der Zuschauer, an die sich diese Zurschaustel­lung exaltiert­er Men­schlichkeit wohl wen­den soll; Einzel­gänger und Jungge­sellen inbe­grif­f­en.

Eine Por­tion genügt. Fro­hes Fest.

NetzfundstückeIn den NachrichtenPolitik
Infokräääääg!

Achher­rgot­tnocheins,

wenn man den Nachricht­en glauben darf, wird die Men­schheit in Bälde aus­gelöscht wor­den sein, da der “Infor­ma­tion­skrieg” um Wik­iLeaks “tobt”.

Ich weiß jet­zt noch nicht, welchen Sinn das Wort nun hat; beste­ht der “Krieg” darin, dass man sich gegen­seit­ig mit Infor­ma­tio­nen beschießt? Ist es ein “Krieg” darum, wer die Infor­ma­tio­nen nun haben darf? Egal; Fakt ist, dass die Welt in krim­inelle Hack­er (laut Inter­view mit Udo Vet­ter wie jemand, der Holz hackt, auszus­prechen, nicht also “Häck­er”) und die USA zweigeteilt ist und wir alle davon betrof­fen sind, weil irgendwelche Wurst­pro­jek­te wie Pay­Pal (“jet­zt noch sicher­ererere­rusw.”) nicht mehr funk­tion­ieren und jeden­falls längst mit virtuellen Atom­bomben gedro­ht wird; tschüss, Abend­land.

Ja, im Inter­net ist was los, aber irgend­wie bezwei­fle ich, dass der Nor­mal­bürg­er einen Ver­lust an Leben­squal­ität zu befürcht­en hat. Wik­iLeaks ist erst wegen des Riesen­bo­heis nicht mehr abschalt­bar, der Rest des Inter­nets hat kaum etwas zu befürcht­en. Mit etwaigen staatlichen Zen­sur­maß­nah­men wäre das Prob­lem nicht zu lösen, weshalb sie nicht wahrschein­lich­er sind als zuvor auch.

Aber dieser ganze Auf­s­tand ist irri­tierend, weil die am lautesten krähen, die vorher nicht mal vom Gack­ern eine Ahnung hat­ten. Die bis­lang tre­f­fend­ste Pointe hierzu hat, wie so oft, xkcd im Titel­text unterge­bracht (ein­fach mit der Maus über den Bild­witz fahren); er lautet über­set­zt:

Schüler rufen in Massen Präsi­dent John­son an, damit das Bom­barde­ment been­det wird, und es hat die Tele­fon­ver­mit­tlung block­iert. Kön­nten sie unsere kri­tis­chen Tele­fon­sys­teme zum Kol­laps zwin­gen? Hat der erste Tele­fonkrieg begonnen? Bleiben Sie dran für weit­ere Infor­ma­tio­nen zu dieser gefährlichen neuen Tech­nik.

Ob solche Schlagzeilen wohl den Viet­namkrieg beherrscht haben?
Ich bezwei­fle es.

In den NachrichtenPolitikSonstiges
Von wegen DDR

Zu einem poli­tis­chen Schenkelk­lopfer zum Wochen­be­ginn lädt heute die Titel­seite der Süd­deutschen Zeitung ein.

Wir erin­nern uns: Wolf­gang Kubic­ki, seines Zeichens schleswig-hol­steinis­ch­er Frak­tion­schef der F.D.P., hat­te im Inter­view mit dem SPIEGEL seine Partei mit der DDR ver­glichen, ein in let­zter Zeit beliebter Freizeit­sport, oder genau genom­men eben nicht, aber genau so gebär­den sich die Parteioberen und erledi­gen das also selb­st:

Genosse Gui­do sitzt in seinem Gebraucht­waren­laden, das Pepi­tahütchen fest über die Ohren gezo­gen, verkün­det trotzherzig, den Lib­er­al­is­mus in seinem Lauf hiel­ten auch in den kom­menden hun­dert Jahren wed­er Ochs noch Esel auf; aus dem Polit­büro ertönt die Stimme von Volk­swirtschaftsmin­is­ter Brüder­le, der ver­ant­wor­tungslose Abwe­ich­ler möge gefäl­ligst das Meck­ern ein­stellen (…).

Und so berichtet dann nun heute auch die Süd­deutsche Zeitung, in der F.D.P. sei man empört — empört!!11 — über diesen Ver­gle­ich, denn die DDR sei, das ste­ht allerd­ings nicht im Text, wohl eher nicht so beliebt; dies im Übri­gen von der Partei, die mit Hans-Diet­rich Gen­sch­er einen der wichtig­sten Pro­tag­o­nis­ten der so genan­nten deutschen Ein­heit in ihren Rei­hen hat. (Fol­gerichtig hätte die Schlagzeile heißen müssen: “Ehe­ma­lige DDR-Poli­tik­er dis­tanzieren sich empört von der F.D.P.”; hieß sie aber nicht.)

Ich per­sön­lich halte es jeden­falls auch für abwegig, F.D.P. und DDR auch nur hypo­thetisch zu ver­gle­ichen. Der­art schlechte Umfrageergeb­nisse hätte es in der DDR nie gegeben.


(Sitzt doch heute im ÖPNV in Hör­weite so ein Realschüler und macht, während seine Mitschüler sich unter Zuhil­fe­nahme der Hände gegen­seit­ig echauffieren, Geräusche, wie man sie einst von Beav­is & Butt-Head ver­nahm, der­weil ein­er jen­er Mitschüler “Ich schlage keine Opfer” dumm­schwallte, sich wohl schreck­lich über­legen füh­lend, aber nicht bemerk­end, dass diejeni­gen, die er mit seinen Stre­ichen trak­tierte, dadurch eben doch seine Opfer wur­den; man kann eben nicht alles haben.)

MusikkritikKaufbefehle
Musik 12/2010 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 6 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Kaum dreht man sich kurz um, ist das Jahr schon wieder vor­bei. Regelmäßige Leser dieser Seite wis­sen, was sie erwartet, näm­lich Teil zwei der Rückschau der unblödesten Musikalben 2010 neb­st Rück­blick auf 40 Jahre Musikgeschichte, wom­öglich noch rechtzeit­ig für das ein oder andere Gewinn­spiel.

Der Finalauss­chei­dung — ich wollte euch keine Rückschau auf fün­fzig oder mehr Alben bieten, das läse doch kein­er — fie­len unter anderem die Wise Guys zum Opfer, die mit “Klassen­fahrt” zwar ein im Prinzip nicht übles Album mit dem ziem­lichen Kracher Ham­let veröf­fentlicht haben, aber eben doch nur auf hohem Niveau stag­nieren. Wie immer habe ich es lei­der auch nicht immer geschafft, mich aus­re­ichend umfassend mit eini­gen viel ver­sprechen­den Werken zu beschäfti­gen, unter anderem “Spacetrip On A Paper Plane” von den Sahara Surfers; ich hoffe, ihr find­et den­noch Gefall­en an mein­er Auswahl.

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SonstigesNetzfundstückeIn den NachrichtenPolitik
Medienkompe-was?

Was mich an all der Berichter­stat­tung über vorge­bliche Maß­nah­men zum Jugend­schutz ja auch erschüt­tert, ist ja diese Wild-im-Kreis-ren­nen-Attitüde, dieses ständi­ge “Kann denn nicht mal ein­er an die Kinder denken?”, und zwar so, nicht so.

Nico Lum­ma, bloggen­der SPDler, äußerte sich nun auch zu den Neuerun­gen der kom­menden JMStV-Änderung, und zur all­ge­meinen Belus­ti­gung zitiere ich ihn mal:

Mal eben multi­na­tionale Verträge zu schließen, um sich auf einen glob­alen Jugend­schutz­s­tan­dard für das Inter­net zu eini­gen, dürfte auch ein paar Tage in Anspruch nehmen. Bis dahin muß der Geset­zge­ber allerd­ings Regelun­gen präsen­tieren, um Kinder und Jugendliche im Inter­net zu schützen. Das erwarten die Bürg­er von ihm. Und ehrlich gesagt hat mir auch noch nie­mand der über­all fröh­lich auf Max­i­mal­forderun­gen pochen­den Disku­tan­ten gesagt, wie ein wirkungsvoller Schutz von Kindern und Jugendlichen im Inter­net erfol­gen soll. Der Hin­weis auf Medi­enkom­pe­tenz alleine reicht nicht aus, denn nicht immer sind Eltern anwe­send, wenn Kinder und Jugendliche Inhalte im Inter­net kon­sum­ieren oder erstellen, und das wird mit der ver­stärk­ten mobilen Nutzung noch schwieriger wer­den.

Herr Lum­ma weiß also, dass die Geset­zesän­derun­gen im Grunde zweck­fremd sind, aber so lange kein­er eine bessere Lösung ken­nt, soll es wenig­stens so ausse­hen, dass der Staat was tut. Eltern, so der Tenor, kann der Staat die Auf­sicht­spflicht nicht allein über­lassen, denn sie kön­nen nicht rund um die Uhr auf­passen, was ihre Kinder so treiben, deswe­gen sei es die Auf­gabe des Staates. Was für ein hanebüch­en­er Quark!

Wenn Kinder in einem gewis­sen Alter, set­zen wir es ein­mal hypo­thetisch auf 16 Jahre, noch nicht aus­re­ichend geschult im Umgang mit Medi­en sind, um zu wis­sen, wovon man sich im Inter­net bess­er fern­hal­ten sollte, ist das dur­chaus die Schuld ihrer Eltern, denn diese kön­nen unmit­tel­baren Ein­fluss darauf ausüben, wie sie sich im Inter­net bewe­gen. Fehlt nun den Eltern Kom­pe­tenz oder Bere­itschaft, sich mit dem Medi­um Inter­net zu beschäfti­gen, so ist es auch keines­falls die Sache des Staates, die Erziehung ihrer Kinder zu selb­st­ständig denk­enden Per­so­n­en zu übernehmen, son­dern sollte vielmehr die Eltern dazu anhal­ten, das zu ändern, damit sie ihrem Erziehungsauf­trag gerecht wer­den kön­nen.

Genau genom­men ver­sucht der Staat ersteres ja noch nicht ein­mal, denn er will die mitunter nicht gewährleis­tete Anwe­sen­heit von Eltern seit dem Schließen des JMStV (2003) dadurch kom­pen­sieren, dass er in die Erziehung zur Medi­enkom­pe­tenz als wachende, mah­nende Instanz ein­greift, denn es kann ja sein, dass Kinder heim­lich schlimme Web­seit­en anguck­en, wenn die Eltern nicht da sind. Mit dieser Ein­stel­lung aber wird ein im Inter­net aktives Kind auch mit 16 oder 18 Jahren nicht zu einem mündi­gen Inter­net­nutzer. Anony­mus “FKTVTwip­sy” schrieb richtig:

Medi­enkom­pe­tenz bedeutet doch eher, dass eben nicht immer Eltern anwe­send sein müssen, son­dern die Kinder alleine wis­sen, was sie kon­sum­ieren soll­ten.
Mein Hund ist ja auch nicht dann stuben­rein, wenn ich ihm ständig eine Tüte ans Hin­terteil hal­ten muss.

Über­haupt wird dem Inter­net (“Teufel­szeug”) hier eine völ­lig über­zo­gene Bedeu­tung zuteil, denn im Inter­net nicht erfahrene Kinder stoßen auch nicht mal eben auf Seit­en, die ihre Entwick­lung zu einem braven Bürg­er nach­haltig schädi­gen kön­nten; selb­st ich bin noch nie “zufäl­lig” auf zum Beispiel kinder­pornografis­che Inhalte gestoßen. (Inwieweit Sex­u­al­ität in einem Alter, in dem ein Kind selb­st­ständig im Inter­net sur­fen kann, noch ein Tabu sein sollte, frage ich mich lieber nicht.) Was mich als neugieriges Kind ja viel mehr aus der Bahn wer­fen würde als eine nack­te Brust, sind die alltäglichen Kriegs- und Mord­berichte, die täglich in Zeitung und Fernse­hen zu find­en sind. “Keine Kriegs­berichter­stat­tung und Krim­i­nalfälle vor 22 Uhr” wäre eine Regelung, mit der ich mich abfind­en kön­nte, aber ich bin auch nicht in CDU oder SPD, son­dern in der Piraten­partei und somit, geht es nach der öffentlichen Wahrnehmung, ohne­hin ein ver­quer­er Spin­ner.

Nein, die Deutschen brauchen ihren Krieg. Nur das mit dem Inter­net geht mal so gar nicht.

(Ver­quer ist übri­gens auch die Idee zu ein­er Ver­fil­mung von The Sims [via].)

PolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
Kurz verlinkt XXX: Freiheit, die ich meine

Die USA — das sind die mit dem Wik­iLeaks-Prob­lem, das find­et, Rel­e­vanz hin oder her, auch Aus­tralien — geben stolz bekan­nt, dass sie den Welt­tag der Presse­frei­heit 2011 auszuricht­en gedenken. Doch, wirk­lich.

Bevor mich übri­gens die üblichen Verdächti­gen darauf aufmerk­sam machen, mache ich das als unmit­tel­bar Betrof­fen­er lieber selb­st:

Auf der Inter­net­seite des Satiremagazins TITANIC gibt es derzeit fik­tive Fra­gen und Antworten über die Bologna-Reform zu lesen. Auszüge:

Bis zum Bach­e­lor-Abschluß habe ich nur sechs Semes­ter Zeit. Ist das über­haupt zu schaf­fen, ohne kaputt zu gehen?
Zugegeben, die Stu­di­en­abläufe sind ein wenig ges­trafft wor­den. Die daraus resul­tieren­den Schwierigkeit­en sind bekan­nt, weswe­gen ab diesem Semes­ter auch in den Fäch­ern Demon­stri­eren, Auss­chlafen und Kif­f­en Cred­it Points vergeben wer­den.

Schön wär’s ja.
Demon­stri­eren als Wahlpflicht­fach wäre allerd­ings angenehm. Ich bin sel­ten aus­geschlafen genug.

Ich habe trotz­dem etwas Angst vor meinem Studi­um. Zu Recht?
Treten Sie opti­mistisch in Ihren neuen Lebens­ab­schnitt ein, und schon nach weni­gen Jahren des Studi­ums – sei es der Ento­molo­gie, der Phrenolo­gie oder des Trompe­ten­spiels – sind Sie qual­i­fiziert genug, um Deutsch­land zu ver­lassen und Ihr wertvolles Wis­sen in die Tat umzuset­zen.

Natür­lich; denn was soll­ten auch qual­i­fizierte Kräfte in einem Land, das sich keine Arbeit­splätze mehr leis­ten möchte, weil man in Osteu­ropa trotz der Trans­port­ge­bühren immer noch preiswert­er davonkommt?

Mit der Piraten­partei wäre das wahrschein­lich nicht passiert.

KaufbefehleMusikkritik
Värttinä — Seleniko

Beim Sicht­en meines Musikbe­standes für die anste­hende zweite Rückschau 2010 (die erste gab’s hier) fiel mir aus noch ungek­lärten Umstän­den das 1992er Album “Seleniko” der finnis­chen Folkrock­popir­gend­was­musik­er Värt­tinä in die Hände, und nach­dem ich u.a. bei Peter sel­ten ein pos­i­tives Wort über skan­di­navis­che Volksmusik ver­liere, fällt es mir um so schw­er­er, zuzugeben, dass dieses Album ein beachtlich­es ist.

Värt­tinä — Lep­piäi­nen

Ich ver­ste­he zwar kein Wort, aber offen­bar geht es um Beis­chlaf und Enten. (Bitte nicht auf die furcht­bare Klei­dung acht­en.)

Erfahrene Musikken­ner erken­nen hier vielle­icht die Nähe zum Zeuhl und immer­hin einige musikalis­che Gemein­samkeit­en mit der Folk­musik der 68er-Bar­den. Weniger ana­lytis­che Musik­fre­unde kön­nen sich auch ein­fach über die grandiose Dar­bi­etung finnis­ch­er Weisen freuen.

Hätte ich 1992 bere­its eine Rückschau auf die “Musik 1992” geschrieben, so wäre das Album “Seleniko” aus anderen Grün­den ver­mut­lich nicht auf die Besten­liste gekom­men, zumal ich es damals noch nicht kan­nte. Ich möchte diesen Beitrag daher qua­si als Ersatz für den bis­lang nicht erschiene­nen Beitrag “Musik 1992 — Favoriten und Analyse” ver­standen wis­sen.

Übri­gens erschien nach meinen Infor­ma­tio­nen 2002 eine Neuau­flage des Albums. Wenn zugreifen, warum dann nicht jet­zt?

In den Nachrichten
Medienkritik XLIII: SPIEGEL Online unkontrolliert

(Der fol­gende Beitrag ist, wie auch der vorige, primär philosophis­ch­er Natur und kann fach­lich inko­r­rekt sein.)

Noch eine sprach­liche Eigen­heit der deutschen Medi­en las ich ger­ade eben­falls auf SPIEGEL Online:

Auf ein­er Land­straße in Kal­abrien hat ein ver­mut­lich unter Dro­gene­in­fluss ste­hen­der Aut­o­fahrer min­destens sieben Men­schen getötet. Bei einem Über­hol­manöver ver­lor er die Kon­trolle über seinen Wagen und raste in eine Rad­fahrergruppe.

Betra­cht­en wir diese Mel­dung allein aus der logis­chen Per­spek­tive, so sehen wir fol­gen­den Ablauf vor unserem geisti­gen Auge (stelle ich mir ja auch lustig vor, so ein geistiges Auge):

  • Men­sch nimmt Dro­gem
  • Men­sch set­zt sich ans Steuer des Fahrzeugs
  • Men­sch fährt umher
  • Men­sch set­zt zum Über­holen an
  • Men­sch ver­liert die Kon­trolle
  • Fahrzeug fährt einige andere Verkehrsteil­nehmer tot

Hier ist aber doch (außer der Frage, woher man bei SPIEGEL Online die Gewis­sheit nimmt, dass das Auto­mo­bil “raste”, wenn doch aber eine nor­male Geschwindigkeit zum Leutetot­fahren völ­lig genügt) der her­vorge­hobene Teil entschei­dend:

Ver­liert ein Men­sch die Kon­trolle über ein Gerät, so ist er ab diesem Zeit­punkt nicht mehr dafür ver­ant­wortlich zu machen, was dieses Gerät, nun­mehr unbe­di­ent, anrichtet. Man beachte meine Wort­wahl: Keines­falls hat der “ver­mut­lich unter Dro­gene­in­fluss ste­hende” Aut­o­fahrer — SPIEGEL Online schreibt das, als seien Leute, die außer Tabak und Alko­hol auch anderen Rauschmit­teln frö­nen, min­destens Kinder­fress­er — näm­lich jeman­den über­fahren; der Vor­gang des Über­fahrens fand bere­its ohne sein Zutun statt.

Somit ist doch aber auch das Vorhaben, den Fahrer wegen mehrfachen Totschlags anzuk­la­gen, zumin­d­est frag­würdig, denn das hat er nicht getan:

Totschlag (…) beze­ich­net im Strafrecht eine Form der vorsät­zlichen Tötung eines Men­schen.

(Her­vorhe­bung von mir.)

Ich bin kein Jurist und überzeugt davon, dass der hier mitunter kom­men­tierende Jurist mir fach­lich nicht zus­tim­men wird, aber ich kann in dem geschilderten Vor­fall keinen Anlass ent­deck­en, der mich annehmen ließe, hier sei Vor­satz im Spiel gewe­sen. Fahrläs­sigkeit wäre das richtige Wort gewe­sen, fahrläs­sige Tötung und Totschlag haben miteinan­der eben nur im Ergeb­nis eine Gemein­samkeit, näm­lich: Men­sch tot.

(Dies ist aus­drück­lich nur auf die deutsche Recht­slage bezo­gen, dass die ital­ienis­che da völ­lig anders ist oder dass SPIEGEL Online die ital­ienis­che über­haupt ken­nt, bezwei­fle ich allerd­ings.)

Ein Bon­mot zum Schluss: In der Mel­dung ste­ht “min­destens sieben Tote”, in der Über­schrift “acht Tote”. Ist eben so ziem­lich das gle­iche, mit so großen Zahlen hat man’s bei SPIEGEL Online genau so wenig wie mit Juris­dik­tion, aber schließlich ist’s Son­ntag, da wird man ja wohl mal …

In den Nachrichten
Elchtest

(Vorbe­merkung: Ich bin keines­falls Veg­e­tari­er, Veg­an­er oder habe sonst­wie eige­nar­tige Ess­ge­wohn­heit­en.)

SPIEGEL Online berichtet:

Eine Frau hat in Schwe­den aus Verse­hen einen Skiläufer erschossen. Der 70-Jährige wurde anscheinend von ein­er Kugel getrof­fen, die ursprünglich für einen Elch bes­timmt war. Die Jägerin ste­ht unter Schock.

Ich stelle mir zu diesem Text zwei Fra­gen und ver­suche sie auch zu beant­worten.

Die erste Frage lautet:
Warum wird das Alter des Erschosse­nen erwäh­nt, nicht aber das der Schützin?

Ich kann es mir nur so erk­lären: Wäre der Erschossene ein Mäd­chen von 13 Jahren gewe­sen, so hät­ten sich wohl die mah­nen­den Zeigefin­ger weltweit erhoben, in Schwe­den hätte man das Jagen ver­boten und die Frau wäre für den Rest ihres Lebens als Kin­der­mörderin unten durch. So aber hat es nur einen Mann getrof­fen, der so viel Zeit zum Leben ohne­hin nicht mehr gehabt hätte, und die Mah­n­er hiel­ten sich mit dem Mah­nen zurück.

Die zweite Frage lautet:
Woher kommt der Schock?

Hier­auf fällt mir lei­der keine ein­leuch­t­ende Antwort ein, denn allein der Mord kann nicht der Grund sein. Üblicher­weise geht man als Jäger mit Tötungsab­sicht auf die Pirsch, Erlegen als Sport oder Beruf sozusagen. Ich mein­er­seits wäre schon schock­iert, sähe ich ein Tier ster­ben (also ein großes pelziges mit zwei Augen, keine kleinen schwarzen Spin­nen, denn deren Tod bemerkt man in der Regel nicht), dage­gen sind Jäger jeden­falls immun. Es ist erschreck­end, wie unter­schiedlich Men­schen Mord bew­erten, sobald das Getötete vier Beine hat.

(Wäre auch mal inter­es­sant zu erfahren: Was genau sagen Jäger eigentlich, wenn sie aus­drück­en möcht­en, dass sie kein­er Fliege Schaden zufü­gen wür­den?)

Persönliches
Ernsthafte Vereinsarbeit

Im Leben eines Men­schen ergeben sich hin und wieder aus rät­sel­hafter Ursache Momente, die es mit sich brin­gen, Ver­ant­wor­tung übernehmen zu müssen, Ver­ant­wor­tung mitunter auch für Ver­anstal­tun­gen, denen man selb­st moralisch nicht viel abgewin­nen kann.

Ist dann zu vorg­erück­ter Stunde der Lust am Kon­sum jahreszeitüblich­er War­mgetränke aus­re­ichend gefrönt wor­den, paart sich diese Lust wom­öglich mit der Gegen­wart ein­er Zeitgenossin, die ihr Bewusst­sein längst gegen innere Wärme und Gemütlichkeit einge­tauscht hat und trotz anwe­senden Lebens­ab­schnittspart­ners und nicht mehr jugendlichen Alters rast­los die nach Halt und Zweisamkeit Suchende gibt, so wirft dies Schat­ten auf das Wort “Liebe”.

Es ist bizarr.
Aber es ist ein sehr schönes Bizarr.

Sweet mem­o­ries flash­ing very quick­ly by…
— Rush: Lessons

PolitikIn den Nachrichten
WikiLeaks im Krieg

Bis vor kurzem hat Wik­iLeaks noch fast nie­man­den in Deutsch­land ern­sthaft inter­essiert, und noch immer ver­wen­det manch­er Zeitgenosse “die Wiki” als Ein­heits­be­griff für die Wikipedia und Wik­iLeaks, weil sich die bei­den Por­tale so ähn­lich sehen und obwohl es doch “das Wiki” heißen müsste. (Ob es solche Men­schen wohl völ­lig ent­geis­tern würde, wenn ich ihnen offen­barte, jede größere deutsche Infor­ma­tion­sweb­seite sei mit einem eige­nen Wiki aus­ges­tat­tet? Vielle­icht werde ich es beizeit­en ein­mal aus­pro­bieren.)

Nun allerd­ings, da Wik­iLeaks mit den eigentlich nicht ein­mal beson­ders Auf­se­hen erre­gen­den Bericht­en US-amerikanis­ch­er Diplo­mat­en über deutsche Poli­tik­er nicht nur hierzu­lande medi­ale Aufmerk­samkeit erhielt, passiert alles recht schnell:

Erst set­zte sich der führende Kopf hin­ter dem Por­tal, Julian Assange, nach Großbri­tan­nien ab, weil man ihm mit faden­scheini­gen Begrün­dun­gen juris­tisch Ein­halt zu bieten gedenkt, nun kündigte Ama­zon, über dessen CDN die verkehrsre­ichen Seit­en verteilt wur­den, das Ver­tragsver­hält­nis aus lusti­gen Grün­den. Ein Schenkelk­lopfer ist vor allem dieser Satz:

Auch könne bei der großen Zahl von 250.000 Depeschen nicht gesichert sein, dass durch deren Veröf­fentlichung nicht Unschuldige wie etwa Men­schen­rechtler in Gefahr geri­eten.

Nichts mit “in dubio pro reo”. Die Argu­men­ta­tion ver­läuft unge­fähr so: Da gibt es ein großes Por­tal, das aus irgendwelchen Quellen geheime Infor­ma­tio­nen schöpft und sie veröf­fentlicht, und das sind inzwis­chen unge­fähr 250.000 Doku­mente, da weiß man nicht, ob da nicht irgen­det­was Gefährlich­es drin­ste­ht. (Wenn man übri­gens die Inter­net­seite, auf die ich ger­ade diesen Text stelle, aufruft, dann weiß man auch nicht, ob durch die hiesi­gen Texte nicht Unschuldige wie etwa Men­schen­rechtler in Gefahr ger­at­en. Wo bleibt das SEK?)

Wen Wik­iLeaks konkret in Gefahr bringt, hat mir bis­lang nie­mand zufrieden stel­lend beant­wortet, und fast bin ich ver­sucht, zu ver­muten, dass es eher die sind, die Wik­iLeaks kri­tisieren, an deren Hän­den das Blut der Leute klebt, deren Ehre Wik­iLeaks wieder­herzustellen ver­sucht. Aber das traue ich mich jet­zt nicht mehr.

Die diversen Domains von Wik­iLeaks sind derzeit nicht erre­ich­bar, über die IP 213.251.145.96 kann man die Seite jedoch weit­er­hin aufrufen. (Nach­trag vom 5. Dezem­ber: Inzwis­chen sind an zahllosen Stellen im Inter­net alter­na­tive Weit­er­leitun­gen auf Wik­iLeaks aufge­taucht. Damit sind direk­te IP-Ver­linkun­gen über­flüs­sig.) Vielle­icht ist das eine Folge dieser Mel­dung:

Der franzö­sis­che Min­is­ter für Indus­trie, Energie und dig­i­tale Wirtschaft hat Wik­iLeaks den Krieg erk­lärt, ver­mut­lich war der Außen­min­is­ter ger­ade zu Tisch. Frankre­ich mis­cht sich da ein, da die genan­nte IP auf franzö­sis­che Serv­er ver­weist. Wie genau man sich diesen Krieg vorzustellen hat, inter­essiert mich; umstellt die franzö­sis­che Armee die Serv­er? Fahren sie mit Panz­ern beim Domain­reg­is­trar vor? Allein zur Klärung dieser Frage, finde ich, sollte Frankre­ich die Kriegserk­lärung auch umset­zen.

Und was passiert, wenn Frankre­ich jeman­dem den Krieg erk­lärt, ist bekan­nt:
Frankre­ich ver­liert und wird beset­zt oder holt andere Staat­en zu Hil­fe, die das mit dem Krieg bess­er kön­nen, und bekommt dann lang­weilige Gegen­den wie das Saar­land zuge­sprochen, damit es aufhört zu nörgeln.

In diesem Fall tippe ich auf ersteres.

Nerdkrams
Alternative DNS-Server (und mehr) mit Freetz

In Tagen der dro­hen­den Inter­net­fil­terei nicht nur in Deutsch­land ist es empfehlenswert, sich ein­mal mit alter­na­tiv­en DNS-Servern zu beschäfti­gen. Damit meine ich nun übri­gens nicht unbe­d­ingt das Google-DNS, das ange­blich die DNS-Abfra­gen, also die Auflö­sung von Domain­na­men, beschle­u­nigt, aber eben von Google stammt und somit ohne­hin mit Vor­sicht zu genießen ist.

Ein DNS-Serv­er (hat nichts mit Des­oxyri­bonuk­lein­säure zu tun) wan­delt beim Zugriff auf Serv­er im Inter­net, etwa Web- oder Mailserv­er, ihre Adressen in IP-Num­mern um, denn so ein Com­put­er kann mit Adressen wie “tuxproject.de” erst mal nicht viel anfan­gen. Da set­zen staatliche Zen­sur­in­fra­struk­turen, auch das geplante “Stopp­schild”, an, denn als DNS-Serv­er wird nor­maler­weise der des Inter­net­zu­gangsan­bi­eters, etwa der Telekom, ver­wen­det. Wenn die Telekom nun beschließt, ihre Kun­den nicht mehr auf google.de zugreifen zu lassen, so ist dies nur eine kleine Änderung in ihren DNS-Ein­stel­lun­gen und endlich mal ein Grund, sie zu loben, und schwup­ps! kom­men die Telekom-Schäfchen nicht mehr ohne Umwege auf google.de.

Gegen Ungemach dieser Art helfen alter­na­tive DNS-Serv­er, die trans­par­ent arbeit­en, sich also gern in die Karten schauen lassen. Eine Vielzahl an solchen Servern, einige von ihnen auch in Deutsch­land sta­tion­iert, stellt das Open­NIC-Pro­jekt zur Ver­fü­gung, das außer den gewohn­ten .de‑, .com- und weit­eren Top-Lev­el-Domains auch eigene TLD zur Ver­fü­gung stellt; zum Beispiel kann man sich, sofern man einen Open­NIC-DNS-Serv­er ver­wen­det, eine Adresse mit der Endung .geek reservieren, die for­t­an für alle anderen Open­NIC-Nutzer zugänglich ist.

Wenn ein DNS-Server­be­treiber dann ein­mal Lust bekommt, irgendwelche Zugänge zu sper­ren, so ist das schnell geän­dert. Benutzt man etwa Microsoft Win­dows ohne einen geson­derten Router, kann die notwendi­ge Änderung zum Beispiel mit dem quellof­fe­nen Dns Chang­er durchge­führt wer­den. Eine einiger­maßen aktuelle Liste an funk­tion­stüchti­gen DNS-Servern liegt zum Beispiel dem Pro­gramm namebench (Achtung: Google-Pro­gramm) bei, das dabei behil­flich ist, den für den eige­nen Anschluss schnell­sten DNS-Serv­er zu ermit­teln. (Bitte hierzu unbe­d­ingt den oben unter “ange­blich” ver­link­ten Beitrag beacht­en!)

Was aber gilt es zu tun, wenn man über einen Router ins Inter­net gelangt, der keine Ein­stel­lungsmöglichkeit für alter­na­tive DNS-Serv­er anbi­etet? Hier funk­tion­iert zwar eben­falls der Dns Chang­er, aber ein wenig unel­e­gant ist diese Lösung doch, denn man müsste das Pro­gramm auf jedem Net­zw­erkgerät sep­a­rat aufrufen und ein­stellen, außer­dem sind Adressen wie etwa fritz.box nicht mehr erre­ich­bar und man muss die entsprechen­den IP-Num­mern manuell in der sys­te­meige­nen HOSTS-Datei ein­tra­gen. Hat man eine FRITZ!Box, so ist dieses Prob­lem jedoch nicht schw­er zu beheben.

Die Antwort auf die implizierte Frage heißt Freetz. Freetz ist, wie die orig­i­nale AVM-Firmware eben­falls, eine Lin­uxdis­tri­b­u­tion, die für den Ein­satz auf FRITZ!Boxen entwick­elt wurde und einige Zusatz­funk­tio­nen im Liefer­um­fang hat, etwa einen FTP-Serv­er und, für den hier beschriebe­nen Zweck beson­ders inter­es­sant, den DNS- und DHCP-Serv­er dns­masq. Es hat also dur­chaus mehrere Vorteile, seine FRITZ!Box mit Freetz zu bestück­en.

Wie man Freetz instal­liert, erläutert umfan­gre­ich das dor­tige Wiki. Für den Ein­stieg sind die Seite “Erste Schritte für Anfänger” und das Freetz-Forum empfehlenswerte Lek­türen. (Nein, mit ein­er kürz­eren Erk­lärung, die garantiert idioten­sich­er ist, kann ich lei­der nicht dienen.)

Beim Befol­gen der Anweisun­gen gilt es nur zu beacht­en, dass dns­masq in die Pake­tauswahl aufgenom­men wer­den muss, damit dieser Trick funk­tion­iert.

Wenn die Instal­la­tion von Freetz (das Flashen der FRITZ!Box also) erfol­gre­ich ver­laufen ist, so ist in der Webober­fläche des Routers ein neuer Punkt “Freetz Con­fig” zu find­en, der auf die Freetz-Bedienober­fläche ver­weist. (Alter­na­tiv ist es möglich, diese Ober­fläche via fritz.box:81 aufzu­rufen.) Die Stan­dard-Zugangs­dat­en (Benutzer­name und Pass­wort) laut­en “admin” und “freetz”, para­noide Zeitgenossen sind jed­erzeit befugt, sie nach Gus­to zu ändern.

In dieser Webober­fläche nun kann die Ein­stel­lung für den zu ver­wen­den­den DNS-Serv­er grafisch vorgenom­men wer­den, ohne mit der Shell arbeit­en zu müssen: In der Nav­i­ga­tion­sleiste rechts im Menü “Pakete” wurde dns­masq mit einem eige­nen Ein­trag ein­gerichtet.

Sollte dieser Ein­trag bei euch, liebe Leser, fehlen, so habt ihr wohl etwas falsch gemacht. Bei Bedarf gebe ich Tipps im Kom­men­tar­bere­ich, manch­mal hil­ft es aber auch schon, das Kon­fig­u­ra­tions­menü, das ihr benutzt habt, um Freetz zu kom­pilieren, noch ein­mal durchzuge­hen. Auf der zuge­höri­gen Kon­fig­u­ra­tions­seite lässt sich der zu ver­wen­dende DNS-Serv­er bequem ein­stellen. Hierzu ist im Feld für die “Optio­nen” des DNS-Servers fol­gen­des einzu­tra­gen:

-R ‑S aa.bb.cc.dd ‑S ee.ff.gg.hh

Statt der gepunk­teten Buch­staben­rei­hen sind natür­lich die jew­eili­gen IP-Num­mern der gewün­scht­en DNS-Serv­er einzu­tra­gen. Ihr kön­nt beliebig viele DNS-Serv­er hier ein­richt­en, zwei wer­den emp­fohlen. Die Option -R sorgt hier dafür, dass die FRITZ!Box die Ein­stel­lun­gen in ihren eige­nen Kon­fig­u­ra­tions­dateien ignori­ert, denn anson­sten wäre diese Änderung zweck­los.

Ein Klick auf “Übernehmen” am Fuß der Seite spe­ichert die geän­derten Ein­stel­lun­gen und startet den dns­masq-Dae­mon neu. Von nun an ver­wen­det die FRITZ!Box den eingestell­ten DNS-Serv­er. Unter Win­dows ist es eventuell rat­sam, vor dem weit­eren Sur­fen den DNS-Cache zu leeren, etwa mit dem Befehl ipcon­fig /flushdns.
Um die Änderung des DNS-Servers rück­gängig zu machen, genügt es, das Feld “Optio­nen” wieder auf den vorheri­gen Zus­tand zurück­zuset­zen, also zu löschen, und erneut auf “Übernehmen” zu klick­en.

Bei Fra­gen ein­fach fra­gen — fra­gen kostet bekan­ntlich nichts.
(Das wäre auch zumin­d­est ein frag­würdi­ges Geschäftsmod­ell.)