NetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
Kurz verlinkt XXXIII: Klarstellung zu Liquid Feedback (inkl. Schwänzen)

Im August schrieb ich wortre­ich über “Liq­uid Feed­back”, ein Organ der “Liq­uid Democ­ra­cy”, der bedin­gungslosen Basis­demokratie, also, die in der Piraten­partei kon­se­quent ver­fol­gt wird.

Gestern nun verkün­dete das bish­er für den Betrieb dieser Plat­tform zuständi­ge Team, es sehe sich, maßge­blich auch geze­ich­net von den von mir ange­sproch­enen inner­parteilichen Quere­len und Anfein­dun­gen gegenüber dem Sys­tem “Liq­uid Feed­back” an sich, nun­mehr außer­stande, das Pro­jekt weit­er­hin zu pfle­gen. Fefe verkürzte den “offe­nen Brief” so, dass es für manche den Anschein haben kön­nte, das mit dem “Liq­uid Feed­back” sei nun erledigt:

Das Liq­uid-Feed­back-Team der Pirat­en wirft ent­mutigt hin.

Tat­säch­lich haben die Entwick­ler aber nur ihre aktive Unter­stützung für den Ein­satz des nicht piraten­parteieige­nen Sys­tems in der Piraten­partei eingestellt, es wird auch weit­er­hin nicht ein­fach fall­en gelassen:

Auf­grund unser­er Erfahrun­gen, die wir im Jahr 2010 in der Piraten­partei gemacht haben, möcht­en wir das Pro­jekt Liq­uid­Feed­back bis auf weit­eres nur noch außer­halb der Piraten­partei aktiv vorantreiben. Die Nutzung von Liq­uid­Feed­back ste­ht der Piraten­partei und anderen Parteien weit­er­hin als Ange­bot offen. Angenom­men und ord­nungs­gemäß umge­set­zt wer­den muss dieses Ange­bot jedoch zukün­ftig von euch, denn wir haben keine Kraft mehr.

Keines­falls ver­liert die Piraten­partei jet­zt also einen der wesentlichen Gründe, ihr einen Wahler­folg zu bescheren, lediglich die Tech­niker, die die Plat­tform am Leben erhal­ten sollen, sind for­t­an andere. Natür­lich sind hier­für die Bewer­bun­gen für jeden Inter­essierten offen. Eine entsprechende Klarstel­lung stellte der Bun­desvor­stand heute ins Inter­net.

Kom­men wir nun zu etwas völ­lig anderem:

Der Branchen­di­enst “Mee­dia” zeigt seit gestern recht anschaulich, wieso man den Web‑2.0‑Unsinn, in dem jed­er, unab­hängig von geistigem Tief­s­tand, seinen Brei ins Inter­net speien darf, bess­er nicht allzu ernst nehmen sollte. Konkret beöm­melt sich der Schreiber darüber, dass ein Tier in ein­er Trick­serie sich seines Schwanzes schämt:

“Stimmt was nicht mit deinem Schwanz?”

“Nein, aber es gibt auch nichts was er wirk­lich gut kann, während die anderen mit ihren lan­gen Schwänzen im Zirkus auftreten kön­nten.”

Lei­der ver­schweigt “Mee­dia”, welchen Begriff für das ver­längerte Rück­grat eines Tieres man redak­tion­s­seit­ig bevorzu­gen würde. Die Ein­leitung spricht für sich:

Denn bei Sätzen wie “Mein Schwanz kann sog­ar Ver­steck spie­len” oder “Jed­er Schwanz hat etwas Her­vor­ra­gen­des” denken viele wohl eher an einen Porno.

Bei “Mee­dia” kann dies sog­ar sein, die beab­sichtigte Klien­tel des KiKas, ehe­mals des Kinder(!)kanals, hat allerd­ings mit Pornografie nor­maler­weise noch nicht viel am Hut. Wahrlich ist all das, wie man bei “Mee­dia” glaubt, eine pein­liche Vorstel­lung; lei­der für die Falschen. Aber es ist dur­chaus wis­senswert, was so im Hirnkast’l eines “Meedia”-Mitarbeiters vor sich geht, denn es hil­ft immens bei der Bew­er­tung des Dien­stes: Ein Inter­net­por­tal, dessen Redak­teure schon beim Betra­cht­en ein­er Kinder­serie an sich hal­ten müssen, “nicht lau­thals loszu­lachen”, sobald es um Schwänze geht, sollte man kün­ftig schlicht mei­den.

(via Ste­fan Nigge­meier, dort noch albern­er)

Sonstiges
Schaurig-schönes Grauen

Was mir dann übri­gens auch noch wer erk­lären müsste, der sich in Sachen Cineastik im All­ge­meinen und Hor­ror­filme im Speziellen bess­er ausken­nt als ich, der ich mich von allem, was mich beizeit­en am friedlichen Schlaf zu hin­dern imstande ist, fernzuhal­ten pflege, ist ja:

Spricht das jet­zt für oder gegen den Hor­ror­film “Nebel des Grauens”, dass er grauen­haft (“Furcht erre­gend, Schauer erre­gend”) ist?

Mein­ja­nur.

In den Nachrichten
Medienkritik XLV: Oink!

Noch’n Kurz­er wegen dieser vor Panik ger­adezu kreis­chen­den Mel­dung:

Die Schweine­grippe-Pan­demie wurde im Som­mer für been­det erk­lärt — doch nun sind zwei Men­schen in Nieder­sach­sen der Krankheit zum Opfer gefall­en, darunter ein Kind.

“Zwei, darunter ein Kind”, der andere Tote inter­essiert mal wieder keine Sau; wenn ihr Schreiber­hei­nis, die ihr meint, Men­schen in “niedlich” und “egal” kat­e­gorisieren müssen, dere­inst abkratzt, wird es mich voraus­sichtlich auch nicht juck­en. Das ist doch ganz in eurem Inter­esse, oder? Ja, “SPIEGEL Online”, ihr kön­nt nichts dafür, dass die Nachricht­e­na­gen­turen euch immer viel zu viel Text zumuten, aber selb­st eure Kol­le­gen vom Boule­vard haben’s aus­führlich­er hin­bekom­men.

Die schreiben indes, das Nichtkind sei eh irrel­e­vant, weil näm­lich:

Auch der 51-jährige Mann, der jet­zt starb, hat­te eine Vor­erkrankung.

Ach so! Dann will ich mal nichts gesagt haben, außer vielle­icht noch:

Die Haup­tüber­schrift “Tödliche Erkrankung” erin­nert mich ein biss­chen an Galileo Mys­tery, und in meinem Kopf liest diese Über­schrift ger­ade der gle­iche Typ vor, der auf irgend­soeinem Pri­vat­sender immer die Vorschau auf dem­nächst gezeigte Katas­tro­phen­filme vorträgt, der bedeu­tungss­chwan­gere Hall fehlt natür­lich nicht. Das, SPIEGEL Online, inter­essiert nur eben keinen eur­er nor­maler­weise eher an Jour­nal­is­mus als an Panik inter­essierten Leser, denn eine “tödliche Erkrankung” ist auch eine bloße Erkäl­tung, wenn sie nicht schnell genug vor­bei ist. “Zwei Tote in Göt­tin­gen” schreibt stattdessen der für die Onli­ne­nachricht­en des anson­sten eher grauen­haften “STERN“s zuständi­ge Über­schrifte­naus­denker, und ich lese dann doch lieber dort weit­er, denn ich würde mich auch über ein zweck­frei aufge­bauscht­es The­ma wie die Schweine­grippe gern informieren und nicht in Panik ver­set­zen lassen.

Ein Gutes hat die jüng­ste Entwick­lung jeden­falls:
Die Bun­deslän­der wer­den ihre geham­sterten Impf­stoffe los.

Gesund­heit!

KaufbefehleMusikkritik
Die Rehabilitation einer Institution: Yes — Magnification

Ich muss dann hier doch mal eine Lanze für das vor nun­mehr 10 Jahren veröf­fentlichte und bis dato, sieht man von den ungezählten Archivveröf­fentlichun­gen seit­dem ab, lei­der let­zte Album von Yes brechen, von dem man im All­ge­meinen nicht viel mit­bekom­men hat, schließlich ist Yes lediglich mit “Own­er Of A Lone­ly Heart” vom Album “90125”, 1983, ein verse­hentlich­er Welth­it gelun­gen, von dem sie sich bis heute nicht vol­lends erholt haben.

“90125” war das erste Album, auf dem sich Yes fürs Erste kon­se­quent von dem sakralen, epis­chen Pro­gres­sive Rock, den sie in den frühen 70-er Jahren maßge­blich mit­geprägt hat­ten und in dessen Klangge­wand sie der Welt unter anderem die Glanz­tat­en “Relay­er” und “Close To The Edge”, die man ein­mal im Leben zumin­d­est mal gehört haben muss, bescherten, abwandten, um reich und berühmt zu wer­den, was ihnen zur Strafe immer­hin ver­sagt blieb und zu mehrfachen Umbe­set­zun­gen führte. Erst nach dem scheußlichen “Talk”, 1994 veröf­fentlicht, fan­den Yes in der klas­sis­chen Beset­zung (Gesang: Jon Ander­son, Gitarre: Steve Howe, Bass: Chris Squire, Schlagzeug: Alan White, Key­boards: Rick Wake­man) wieder zusam­men und zeigten, dass sie es doch noch kön­nen, indem 1996 und 1997 erst ein­mal auf dem zweit­eili­gen “Keys To Ascen­sion” (2010, ich erwäh­nte es, neu aufgelegt) neben beein­druck­enden Livemitschnit­ten auch einige neue Stu­dioauf­nah­men, etwa das über achtzehn­minütige, treibende Rock­stück “Mind Dri­ve”, davon zeugten, dass all die Rezensen­ten, die unk­ten, Yes soll­ten sich doch bitte ins Altenheim ein­schließen lassen, von Musik so viel Ahnung hat­ten wie die immer­gle­ichen Hack­fressen, die sich “Jury” schimpfen und irgend­was von “Super­stars” in jede Kam­era spe­icheln, obwohl sie selb­st noch nie eine Musikschule auch nur von außen gese­hen haben.

Auf Bill Bru­ford, handw­erk­lich ver­siert­er Weltschlagzeuger und einige Zeit zuvor von Yes zu King Crim­son gewech­selt, musste der geneigte Yesfan jedoch zugun­sten des eher monot­o­nen Alan White eben­so verzicht­en wie als­bald auch wieder auf Rick Wake­man, der erst 2002 zum wieder­holten Mal zur Band stieß und seit 2004 aus gesund­heitlichen Grün­den eben­so wie Jon Ander­son auf unab­se­hbare Zeit pausiert. Moment, 2001?, fragt nun der aufmerk­same Leser, wer spielt dann auf “Mag­ni­fi­ca­tion” eigentlich Key­board?

Tja, Yes sind hier nur zu viert, erst­mals seit 1968 ohne einen ban­deige­nen Key­board­er spiel­ten sie dieses Album ein. Als Ersatz indes ste­ht Yes hier ein kom­plettes Orch­ester zur Seite, was für Bom­bas­trock wie den ihren eigentlich nahe liegend ist, und man fragt sich, wie anders Yes eigentlich gek­lun­gen hät­ten, hät­ten sie in der Ver­gan­gen­heit häu­figer auf ein Orch­ester oder zumin­d­est auf die Stre­icherecke zurück­ge­grif­f­en. (Tat­säch­lich tourten Yes anschließend unter der Flagge der “Yessym­phon­ics” mit einem eben­solchen und präsen­tierten so etwa “The Gates Of Delir­i­um” von “Relay­er” in einem Gewand, das unge­wohnt, aber beein­druck­end ist. Später wurde das Mate­r­i­al für die DVD “Sym­phon­ic Live” ver­wen­det, die es auszugsweise natür­lich auch auf YouTube geschafft hat.)

Ken­nt man diese ganze Entwick­lung nicht, kann “Mag­ni­fi­ca­tion” also völ­lig vor­be­halts­frei hören, so erwartet einen nach dem Ein­le­gen der Sil­ber­scheibe ein auf­grund naht­los­er Übergänge ein­heitlich wirk­endes Stück, dessen voll­ständi­ge Rezen­sion andere übernehmen mögen, aus dem ich aber den­noch drei nen­nenswerte Momente her­aus­nehmen möchte, damit sich der geneigte Leser sozusagen ein Bild davon machen kann, wie anders “Mag­ni­fi­ca­tion” doch klingt, wenn man Yes nur aus dem Super­mark­tra­dio ken­nt.

Zu “Spir­it Of Sur­vival” etwa, dem zweit­en Teil des Albums, ertappte ich mich Kopf nick­end. Ayre­on fiel mir als spon­tan­er Ver­gle­ich ein, den ich aber doch schnell wieder ver­warf, denn Jon Ander­sons Stimme, vom Alter gän­zlich unberührt, ste­ht im Vorder­grund und erin­nert den Hör­er daran, wer hier eigentlich musiziert, obwohl er es beina­he nicht glauben kann, ist er von Yes doch ganz anderes gewohnt: “Spir­it Of Sur­vival” ist zu einem nicht zu ver­nach­läs­si­gen­den Teil auch ein (Prog-)Metalstück. Dream The­ater waren nie so nah wie hier.

Das fol­gende “Don’t Go” ist eins der meist unter­schätzten Stücke auf “Mag­ni­fi­ca­tion”. Steve Howe urteilte 2010, sin­ngemäß über­set­zt:

Wir soll­ten keine Zeit mit Liedern wie “Don’t Go” ver­schwen­den. Es war ein Fehler, wir müssen nicht in die Welt der Pop­musik vorstoßen.

Nun, Yes haben seit 1983 kaum anderes als Pop gespielt, sieht man ein­mal von weni­gen licht­en Momenten zum Beispiel auf “Keys To Ascen­sion” ab. Natür­lich ist “Don’t Go” Pop, genauer: Poprock, aber im Gegen­satz zu dem meis­ten Mist, den man Yesfans seit 1983 als Yesmusik verkaufen wollte, ist es schlicht grandios. Mehrstim­miger Gesang in Stro­phen und vor allem Refrain (seit jeher eine Stärke von Yes) über die eher untyp­is­chen The­men Liebe und Fre­und­schaft, dabei noch eingängiger als “Own­er Of A Lone­ly Heart” es je war, ein hüb­sch schlichter Takt, solide gek­loppt von Alan White, für dessen Schlagzeugstil diese Art von Musik ger­adezu prädes­tiniert scheint, und nach der Hälfte des Liedes unter anderem einige elek­tro­n­isch mod­i­fizierte Gesangszeilen von Jon Ander­son, bei denen mir sofort The Bug­gles ein­fall­en, die ja etwa zwanzig Jahre zuvor bei Yes statt sep­a­rat musizierten, oben­drein nur weniger als viere­in­halb Minuten lang und somit min­destens webra­dio­tauglich, Video­clip inklu­sive. 2005 beklagte sich Jon Ander­son, dass kein Lied auf “Mag­ni­fi­ca­tion” eine wirk­liche Hits­in­gle gewor­den ist. Ein­mal ganz abge­se­hen davon, dass nie­mand von ein­er Band wie Yes eine “Hits­in­gle” erwartet hätte: Die Jugend des Jahres 2001 möge sich jet­zt bitte grä­men, denn sie hat abseits von Brit­ney, Christi­na und den restlichen pein­lichen Repräsen­ta­tiv­en des Popgeschäfts so eine Menge ver­passt, und wahrlich, ich sage euch, während ich dies schreibe, höre ich “Don’t Go” zum vierten oder fün­ften Mal am Stück und finde Indie-Rock, daran gemessen, plöt­zlich ziem­lich lang­weilig.

Wo war ich ste­hen geblieben? Ach ja, ein pri­ma Stück fehlt noch in mein­er Auflis­tung. Es trägt die Titel­num­mer 8 von 10, heißt “Dream­time” und ist, wenn man eine solche Par­al­lele über­haupt ziehen kann, das “Mind Dri­ve” von “Mag­ni­fi­ca­tion”. Ein Aben­teuer von zehn Minuten und fün­fund­vierzig Sekun­den Länge, das mit Stre­ich­ern und Gesang begin­nt, bevor Chris Squire seinen Bass antreibt, von Gitarre und Orch­ester tatkräftig unter­stützt. Über all dem schwebt Jon Ander­sons Gesang, und obwohl “Dream­time” doch ein wenig länger ist als “Don’t Go”, bemerkt man gar nicht, dass die Zeit verge­ht, bis nach etwa neun Minuten die Stre­ich­er das Kom­man­do übernehmen und eine film­musikar­tige Szene auf­führen. Das anschließende “In The Pres­ence Of…” ist zwar eben­falls recht lang, aber der Rhyth­mus, den “Dream­time” vor­gab, fehlt lei­der.

Sich­er sind auf “Mag­ni­fi­ca­tion” auch ein paar Stücke zu find­en, auf die man schlicht verzicht­en kön­nte, etwa das auf­dringliche “Can You Imag­ine”, aber Füllsel gab es auf Yes-Alben schon immer, und unter dem Strich ist “Mag­ni­fi­ca­tion” das beste Yes-Album seit “Dra­ma” (1980) und auch weitaus bess­er als vieles, was die Konkur­renz 2001 auf den Markt warf; und schließlich und endlich ging es bei Yes schon immer um anderes als nur neben­säch­liche Unter­hal­tung.

Dream­time begins
where every song is the per­fect place,
words nev­er spo­ken
are the strongest resound­ing.

Wie wahr!

PiratenparteiPolitikSonstigesNetzfundstücke
2011: Alles auf Anfang.

Dies also ist 2011; erscheint mir, während ich noch das Festmahl zum Jahreswech­sel ver­daue, jet­zt schon ziem­lich über­be­w­ertet. Aber es soll alles noch toller, bess­er, größer und lauter wer­den.

Am 13. Jan­u­ar 2011 zum Beispiel, dies ver­rät die Vorschau in den Wer­bepausen auf Pro Sieben, hat das geneigte Fernseh­pub­likum die Chance, sich an der “großen Quatsch Vari­ety Show”, der, wie Pro Sieben schon zu wis­sen glaubt, pri­mas­ten Schau des Jahres 2011, zu ergötzen. Diese Beschrei­bung immer­hin beruhigt, denn so kann man guten Gewis­sens auch in diesem Jahr get­rost auf den Kon­sum von Pro Sieben verzicht­en, wenn der Sender also nach dem 13. Jan­u­ar nurmehr ver­gle­ich­sweise öde Unter­hal­tung zu senden beab­sichtigt.

Absicht­en sind ohne­hin ein gutes The­ma so früh im Jahr. Viele Men­schen haben ihre guten Vorsätze bere­its jet­zt gebrochen. Für einige dieser Vorsätze ist es aber auch nicht zu spät, etwa, um sich aus der schö­nen neuen Welt der sozialen Net­zw­erke zu lösen. Getreu dem geflügel­ten Begriff des “virtuellen Selb­st­mords”, wie ihn etwa die c’t vor inzwis­chen vier Jahren ver­wen­dete, gibt es hier­für eine — geneigten Lesern etwa aus “Futu­ra­ma” bekan­nte — “Selb­st­mord­mas­chine”, nur eben für das virtuelle statt des echt­en Lebens, mit deren Hil­fe man schnell und unkom­pliziert trotz ver­ständlichen Wider­stands von Face­book sein Pro­fil auf My-irgend­was, Face­book, Linkedin und Twit­ter töten kann, ohne eine übel riechende Leiche zu hin­ter­lassen. Zu find­en ist dieser begrüßenswerte Dienst passender­weise auf suicidemachine.org, und die dor­ti­gen FAQ sprechen Bände. Frei über­set­zt lautet ein Auss­chnitt etwa:

Wenn ich meine Online­fre­unde töte, heißt das, dass sie dann auch im wirk­lichen Leben tot sind?
Nein!

Ich selb­st gehe mit gutem Beispiel voran: Seit heute ist erst ein­mal eine mein­er virtuellen Iden­titäten endlich Geschichte.

(Apro­pos Webzwein­ull: Auf meinen Beitrag zu min.us antwortete ein­er der Betreiber des Dien­stes und teilte mit, dass nun­mehr das Hochladen jeglich­er Date­itypen mit ein­er Dateigröße von bis zu 10 Megabyte pro Datei möglich sei. Danke für den Hin­weis, John!)

Ob 2011 für die Piraten­partei eben­falls ein gutes Jahr wird, bleibt abzuwarten. Der ewiggestrige Links­fascho Chris­t­ian Sick­endieck glaubt nicht daran und behar­rt auch weit­er­hin stur darauf, sie sei min­destens unwählbar, habe keine klare Lin­ie und läge längst zer­schla­gen am Boden. Die näch­sten Land­tagswahlen wer­den ihn, so ste­ht zu hof­fen, eines Besseren belehren. CDU, SPD, Grüne und Linke haben sich 2010 wed­er in Stuttgart noch beim Ver­han­deln über die Nov­el­lierung des JMStVs mit Ruhm bek­leck­ert, die F.D.P. muss man nicht ein­mal mehr für die Sta­tis­tik berück­sichti­gen. (Apro­pos JMStV: Bus­si Kurt Beck, Ini­tia­tor des seit 2003 gel­tenden JMStVs, hat angekündigt, jet­zt eben auf eine kon­se­quente Umset­zung der “alten” Fas­sung drän­gen zu wollen. So ist das, wenn man bock­i­gen Kindern ihr Förm­chen weg­n­immt!)

Auf in eine güldene Zukun­ft!
Der Let­zte macht das Licht aus.

NetzfundstückeMusik
Musikalischer Jahresrückblick 2010 (mal anders)

Die bei­den Zeitgenossen, die die bedeu­tend­sten Geschehnisse 2009 schon musikalisch und amüsant, vor genau einem Jahr von mir gerühmt, Revue passieren ließen, haben auch 2010 auf die Melodie eines Gassen­hauers von Michael Jack­son eine Rückschau gedichtet und viel­stim­mig intonieren lassen.

Erneut dur­chaus humorig:

Fro­hes Fest 2010

Wer als erster das richtige Lied errät, darf sich ein­er brauch­baren musikalis­chen Bil­dung rüh­men. Ich selb­st habe tat­säch­lich erst im Refrain die Quelle erkan­nt und schäme mich jet­zt ein biss­chen.

(… unge­fähr so war dieses 2010 dann ja auch ins­ge­samt. scheißegut und unter­schätzt.)

Bis 2011!

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt XXXII: Vom Singen, Sprechen und Kotzen

Viel Getöse ver­anstal­ten die guten und weniger guten Medi­en seit eini­gen Monat­en, als die GEMA im Auf­trag der VG Musikedi­tion — dies wird sel­ten bemerkt — Kindertagesstät­ten angeschrieben hat­te, sie, die Kindertagesstät­ten, soll­ten doch bitte eine Pauschale für das Kopieren von Noten­blät­tern zahlen. Gehir­nakro­bat­en wie die Schreiber­linge von BILD, aber lei­der auch die ser­iös­er Mag­a­zine, haben es seit­dem ver­säumt, die Kindertagesstät­ten mal zu fra­gen, was denn eigentlich genau in den Anschreiben ste­ht, und beschränken sich darauf, von einem “Singver­bot” zu schwadronieren und davon, dass Kinder, die noch nicht mal lesen kön­nen, jet­zt nicht mehr von Noten­blät­tern able­sen dürften, ohne hor­rende Gebühren zu bezahlen; allein: das durften sie nie.

Das entsprechende Gesetz ist schon einige Jahrzehnte alt: Das Kopieren von urhe­ber­rechtlich geschützten Par­ti­turen erfüllt den Straftatbe­stand der uner­laubten Ver­w­er­tung urhe­ber­rechtlich geschützter Werke, auch “Pri­vatkopi­en” sind aus­nahm­sweise nicht ges­tat­tet. Der Vere­in Musikpi­rat­en e.V. stellt zwar unter freier Cre­ative-Com­mons-Lizenz ste­hende Alter­na­tiv­en zur Ver­fü­gung, nichts­destotrotz soll­ten die Poli­tik­er ger­ade auch der F.D.P., die sich jet­zt dem Volk am näch­sten zeigen möcht­en, weniger pop­ulis­tis­chen Unfug in Totholzme­di­en rülpsen, son­dern ihren Ver­trag mit der Musik­mafia, der einst das strit­tige Gesetz entste­hen ließ, ein­seit­ig kündi­gen; selb­st dann, wenn dadurch regelmäßige Spenden ent­fall­en. Mehr weiß Ste­fan Nigge­meier.

Apro­pos Gerülps:

Verkehrsmin­is­ter Peter Ram­sauer hat eine Mis­sion: Der CSU-Poli­tik­er ruft zum Kampf gegen englis­che Begriffe auf.

Das (Quelle) ist pri­ma und ein Grund, Her­rn Min­is­ter Ram­sauer wertzuschätzen, und darum möchte ich hier auch keinen Ein­wand erheben gegen den Inhalt der Mel­dung, son­dern gegen die Pub­likum­sreak­tion in Form von Kom­mentaren unten­drunter:

“Lasst euch von nem Unnöti­gen wie Ram­schi nix erzählen”, bit­tet Anony­mus “LouChy­pher”, der sich in kein­er Sprache zurechtzufind­en scheint. “Elric” stört es, dass man ver­suche, ihm sein geliebtes schlecht­es Englisch zu nehmen, denn es sei “Bull­shit”, schließlich solle “[d]er Typ … ver­nu­en­ftig reigeren und nicht pop­ulis­tis­che Scheinge­fechte schueren”; er, Ram­sauer, sei “der rein­ste cir­cle-jerk”. Der passend benamte “Deutschtrot­tel” pos­tuliert, er könne “ja nichts dafuer, dass mache Poli­tik­er zu bloed sind um Englisch zu reden”, erk­lärt jedoch auch nicht, wer etwas dafür kann, dass er ein Deutschtrot­tel ist.

Zus­pruch ist in der Masse von inzwis­chen über 1.400 Kom­mentaren nur wenig zu find­en, einige gewitzte Leser stim­men zwar “im Prinzip zu”, weisen dann aber auf das “Aber” hin, so etwa Kom­men­ta­tor “Har­ka”, der da schreibt: “Ges­pan­nt bin ich auch auf seinen Alter­na­tivvorschlag zum “Handy”, einen englis­chen Begriff, den es im Englis­chem gar nicht gibt”, kein Prob­lem: Im Englis­chen, wie auch im Deutschen, nen­nt sich das Gerät näm­lich schlicht Mobil­tele­fon, gern geschehen. Andere, etwa “ccc”, missver­ste­hen Her­rn Ram­sauer, denn “mit aller Gewalt aus dem Lap­top einen Klap­prech­n­er zu machen [sei] ein­fach nur lächer­lich”, ja, nur ver­sucht Herr Ram­sauer es nicht mit Gewalt; anders etwa hier nicht näher benan­nte Insti­tu­tio­nen, die “Job­cen­ter” und “Ser­vi­ce­points”, gern auch “Ser­vice Points”, betreiben, angesichts der­er ich mein­er­seits übri­gens auch nicht immer ohne Gedanken an Gewalt mein­er Wege gehe. Es ist unge­mindert erstaunlich, wie bere­itwillig sich manche Men­schen ins Abseits stellen. (Danke an M.)

Eine schließlich dann noch eine etwas weniger erheit­ernde Mel­dung ist diese:

Sie war mager­süchtig und stellte ihren gepeinigten Kör­p­er zur Schau, um andere vor der Krankheit zu war­nen. Wie jet­zt bekan­nt wurde, ist das franzö­sis­che Mod­el Isabelle Caro in einem Kranken­haus in Japan gestor­ben — ver­mut­lich an ein­er Lun­genentzün­dung. (…) Sie war 1,64 Meter groß und wog ger­ade ein­mal 31 Kilo, als sie sich von Star­fo­tograf Oliviero Toscani [im Jahr 2007] nackt für eine Kam­pagne gegen Anorex­ie fotografieren ließ.

Kon­trär hierzu stell­ten die “Frauenärzte im Netz” im März 2010 zum The­ma Mager­sucht fest:

Im Ver­gle­ich zu 2000 hat sich die Zahl der Behand­lun­gen um über acht Prozent erhöht.

Mal ganz ehrlich, ihr jun­gen, dum­men Dinger, die ihr hier mitlest:
Ist das etwa attrak­tiv? (Vor­sicht: Alb­traumge­fahr.)

Ihr missver­ste­ht da etwas:

Dass 63 Prozent der 13- bis 14-Jähri­gen sagen, sie wür­den gerne bess­er ausse­hen, sei Besorg­nis erre­gend, (…).

Es wäre sehr angenehm, sähet ihr bess­er aus, reduziertet ihr etwa eure fünf bis sechs Schicht­en Kajal und son­stige Schminke auf höch­stens eine, denn was nützt euch kün­stliche Schön­heit, wenn das, was eure kün­fti­gen Lebens­ab­schnittspart­ner abends zu sehen bekom­men, mit eurem zur Schau gestell­ten Kon­sum­gesicht nicht mehr viel gemein­sam hat? Eine dauer­hafte Beziehung, die schon mit ein­er Lüge begin­nt, kön­nt ihr euch, haha, abschminken.

Stattdessen find­et ihr es total pri­ma, euch zu bemalen wie Harlekins oder zumin­d­est Nut­ten auf der Reeper­bahn nachts um halb drei und glaubt, man würde euch nicht angewidert anse­hen, weil ihr euch schminkt und klei­det wie jemand, dessen Beziehun­gen nach Stun­den­tarif vergütet wer­den, son­dern weil ihr zu fett wärt. Immer noch ein biss­chen weniger, Klei­dung nur noch bei C&A in der Kinder­abteilung kaufen und so lange hungern, bis ihr hinein­passt. Ide­al­gewicht: 40 Kilo­gramm. Haupt­sache, nicht so fett sein wie die beste Fre­undin, die immer­hin fast 60 Kilo­gramm wiegt, das speck­ige Wal­ross!

Bitte ver­schont uns mit eurem Anblick.

(Unglück­lich gewählt ist übri­gens diese For­mulierung: “Essstörun­gen nehmen unter Frauen und Mäd­chen zu”. Hihi!)

Sonstiges
Medienkritik XLIV: Vorsätzlich Goethe

Ein possier­lich­es Titel­bild hat der SPIEGEL sich da für seine dieswöchige Aus­gabe geben lassen, in der man, passend zum anste­hen­den Neu­jahrstag, unter anderem das The­ma “Gute Vorsätze” in ermü­den­den Wortschwallen plattwalzt.

Auf den “Kle­bezetteln” auf dem Titel­blatt des SPIEGELs ste­ht so manch­es, was als Vor­satz für das kom­mende Jahr gutzuheißen ist, etwa “Wählen gehen” und “Nicht mehr rauchen”, aber auch etwas, was mich verblüfft:

“Goethe statt Sar­razin” fordert der, von oben gezählt, dritte Kle­bezettel auf der recht­en Seite, und angesichts des Umstandes, dass Sar­razins pri­ma Buch unverän­dert die Best­sellerliste des SPIEGELs anführt, macht mich das schmun­zeln.

Warum aber aus­gerech­net Goethe? Gemessen an heuti­gen Maßstäben würde man Goethe wohl gemein­hin einen “linken Gut­men­schen” nen­nen, stets war­nend vor dem poli­tisch Radikalen. Der SPIEGEL, so scheint es, möchte sich gern wieder links posi­tion­ieren, eventuell auch deshalb, weil seine Leser auf­grund des Aller­welts-Ein­heits­breis, den er mit­tler­weile kre­den­zt, lieber ander­swo speisen, und dazu passt es dann auch, dass Hen­ryk M. Broder, ein­er der let­zten kri­tis­chen Kolum­nis­ten des SPIEGELs, nun­mehr für die kon­ser­v­a­tive Konkur­renz schreibt, was den SPIEGEL der Beliebigkeit ein weit­eres Stück näher rückt.

J.W.v.Goethe jeden­falls, so schlägt man in der SPIEGEL-Redak­tion vor, solle man statt Thi­lo Sar­razin lesen, und das führt man nicht weit­er aus, denn Sar­raz­in­ver­gle­iche sind ger­ade im Trend und sprechen für sich; Hitler war gestern.

Nun allerd­ings hat der gute Herr Goethe let­zlich auch nichts anderes geschrieben als Sar­razin (oder eben Broder), etwa dieses aus seinem Nach­lass stam­mende Zitat:

Tol­er­anz sollte eigentlich nur eine vorüberge­hende Gesin­nung sein: sie muss zur Anerken­nung führen. Dulden heisst belei­di­gen.

Denn das, was man dieser Tage gemein­hin als Tol­er­anz missver­ste­ht, ist nichts anderes als eben die Dul­dung fremder Kul­turen unter Auf­gabe der eige­nen, und das ist heute so wahr wie zu Goethes Lebzeit­en.

“Goethe statt Sar­razin” ist eine reich­lich selt­same Anwand­lung, denn im Gegen­satz zu Sar­razin ist Goethe zwar all­ge­me­ingültig, aber nicht aktuell, rel­e­vant zwar für das Leben, nicht aber für das Tages­geschehen. Ich schlage vor: “Goethe und Sar­razin statt gar nichts und Sar­razin”. Das klingt natür­lich nicht so grif­fig.

ProjekteNerdkrams
Neues Projekt: Tabbed Plaintext (TTXT) — Hilfe gesucht.

Woran ich, außer natür­lich an TinyTo­do und eMule beba, ger­ade so arbeite, wenn es, kurz vor den Klausuren des Win­terse­mes­ters, Zeit und Lust zulassen, ist ein neues Dateifor­mat, das ich ersann, während ich die aktuelle Hal­b­jahres­rückschau in Form brachte, und erst­mals im Forum von DonationCoder.com einem nicht uner­freuten Pub­likum präsen­tierte.

Ich nenne es “Tabbed Plain­text”, getabbten Rein­text also, kurz “TTXT”, und die Idee dahin­ter ist so sim­pel, dass ich recht erstaunt bin, dass ich sie bish­er noch nicht in Aktion gese­hen habe:

Der Nachteil ein­er in Rein­text (meist auf .txt endend) ver­fassten Notiz­datei ist, dass man sie nicht in “Kapi­tel” aufteilen kann. Will man etwa unter­schiedliche Aspek­te des gle­ichen The­mas visuell voneinan­der abgren­zen, so muss man bis­lang darauf zurück­greifen, sep­a­rate Dateien zu erstellen, was auf Dauer recht unüber­sichtlich wer­den kann, oder etwa mit ein­er Textver­ar­beitung mehr­seit­ige Doku­mente erstellen, die dann natür­lich auch nur mit dieser Textver­ar­beitung voll­ständig kom­pat­i­bel sind und oben­drein unnötig Spe­icher­platz bele­gen, da man all die tollen For­matierungsmöglichkeit­en oft schlicht nicht benötigt.

Der Ansatz von TTXT ist also, dass man in ein­er einzi­gen Datei beliebig viele “Kapi­tel” platzieren und visuell voneinan­der abgren­zen kann, ohne die größt­mögliche Kom­pat­i­bil­ität mit gängi­gen Texte­d­i­toren zu ver­lieren. Eine Datei in diesem For­mat lässt sich mit einem beliebi­gen Texte­d­i­tor bear­beit­en. Jedes “Kapi­tel” soll, wenn die Datei in einem noch zu entwick­el­nden TTXT-Edi­tor geöffnet wird, dann als eigen­er Tab dargestellt wer­den.

Eine TTXT-for­matierte Datei, “testdatei.ttxt”, sieht etwa so aus:

TTXT VERSION 1

-------------

Dieser Text steht auf Seite 1.
Und er kann auch mehrzeilig sein.

-------------

Seite 2 und somit der letzte Teil des Beispiels
beginnt und endet hier.  :-) 

Die Darstel­lung erfol­gt dann im Opti­mal­fall so:

Eine einiger­maßen voll­ständi­ge Doku­men­ta­tion des TTXT-For­mats (auf Englisch) habe ich auf ein­er geson­derten Inter­net­seite platziert. So weit die The­o­rie.

Nun allerd­ings benötige ich eure Hil­fe, denn für die prak­tis­che Umset­zung der Idee fehlen mir die Fähigkeit­en.
Wer gern etwas beis­teuern möchte, ist ein­ge­laden, sich im Forum oder im IRC — oder ein­fach hier per Kom­men­tar­feld — zu melden. Auch Ideen all­ge­mein­er Art sind willkom­men.

Ich danke im Voraus. :-)

ProjekteNetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkramsMusik
Grußlos.

Gemäß ein­er impliziten Empfehlung der Europäis­chen Kom­mis­sion und unverän­dert beein­druckt von der schlicht­en Phrase “Wir in Europa”, die Dr. Angela Merkel im vorigen Jahr einem Kampf­schrei gle­ich ertö­nen ließ, verzichte ich als europäis­ch­er Welt­bürg­er auch in diesem Jahr auf die Unsitte dig­i­taler Wei­h­nachts- oder Chanukk­a­grüße an meine Leser­schar. Stattdessen freue ich mich, auch in diesem Jahr erfol­gre­ich von allein aus kalen­darischen Zwän­gen gekauften und essen­ziell bedeut­samen Geschenken aktiv wie pas­siv Abstand genom­men haben zu kön­nen, und ver­weise fürs spätere Feiern auf die hierzu­lande weniger bekan­nten Gedenk­tage.

Direkt nach Wei­h­nacht­en näm­lich, am 28. Dezem­ber, bege­ht die römisch-katholis­che Kirche, das ist die hier, den Tag der unschuldigen Kinder. Diese Kon­stel­la­tion ist eigentlich über­aus erheit­ernd.

(Apro­pos “unschuldige Kinder”, Kinder in den USA wach­sen offen­bar mit einem erschüt­tern­den Selb­stver­ständ­nis auf, wie das “Lied” Respect And Obey belegt. “Respek­tiert die Obrigkeit! Gehorcht der Obrigkeit!”: So eine Kind­heit stelle ich mir nicht son­der­lich angenehm vor. Und das “Lied” ist auch wirk­lich sehr, sehr schlecht.)


Anson­sten eventuell bemerkenswert ist, dass ich neulich beim Aufräu­men meines seit eini­gen Jahren ver­wais­ten ehe­ma­li­gen Pro­jek­tarchivs ein PHP-Skript gefun­den habe, das bish­er unveröf­fentlicht blieb; der Font-Lis­ter (herun­terzu­laden hier) bietet eine Vorschau für alle auf dem (Windows-)Rechner instal­lierten Schrif­tarten bzw. ver­sucht es. Man übergebe ihm eine Verze­ich­nis­liste des Schriften-Verze­ich­niss­es, er erledigt den Rest. Vielle­icht ist das für irgendwen aus irgendwelchen Grün­den noch von Inter­esse, für mich nicht mehr.

Netzfundstücke
Prima Bilderhosting: min.us

Mitunter möchte man gern ein­fach schnell ein Bild hochladen. Während das schreck­liche “Web 2.0” an Bedeu­tung gewann, sprossen die Bild­host­ing­di­en­ste qua­si wie Pilze aus dem Boden. TinyPic.com, Image­Shack, Pho­to­buck­et und viele andere Dien­ste ergänzten das unüber­schaubare Ange­bot an “sozialen Net­zen”, die ihrer­seits für the­o­retisch beliebig viele Fotografien Platz boten und teil­weise bis heute bieten.

Eins jedoch haben all diese Dien­ste gemein: Nach und nach began­nen sie, “Pre­mi­um­di­en­ste” anzu­bi­eten und die kosten­losen Dien­ste nicht mehr oder nur nach Instal­la­tion zusät­zlich­er Soft­ware für das kom­fort­able Hochladen und Verteilen von Bild­dateien tauglich zu belassen. (Kon­se­quent ist hier immer­hin Pho­to­buck­et, wo ohne Anmel­dung gar nichts geht.)

Eine unbe­d­ingt beacht­enswerte Alter­na­tive stellt das recht neue min.us dar.

Der Name ist Pro­gramm:
Statt eines For­mu­la­rs zum Hochladen von Dateien erspart min.us jeden Mehraufwand und begrüßt den Benutzer angenehm über­sichtlich:

Was man tun muss, ste­ht unten; entwed­er klickt man auf “select your files” und gelangt dann zu einem immer­hin recht hüb­schen For­mu­lar, das wie gewohnt mit Dateiauswahl for­muliert, oder man geht intu­itiv vor und zieht die Dateien — ja, es gehen auch mehrere gle­ichzeit­ig — ein­fach auf die große freie Fläche:

Dann rech­net min.us ein biss­chen herum und zeigt lustige Fortschritts­balken und präsen­tiert danach die hochge­lade­nen Grafik­dateien mit Vorschau und BBcode-/HTML-Links:

Sämtliche gängi­gen Bild­date­itypen inklu­sive APNG (ani­mierte .png-Dateien) und Brows­er wer­den von min.us ange­blich unter­stützt, ein Ver­lust an Kom­fort ist auch ohne (kosten­lose) Reg­istrierung nicht festzustellen. Ein Spenden­link ist derzeit nicht auf der Seite zu find­en, und so kann ich nur hof­fen, dass die bei­den Betreiber dieses hüb­sche Exper­i­ment nicht irgend­wann als ein solch­es been­den.


Nach­trag vom Feb­ru­ar 2013: Zurzeit ver­suchen die Betreiber von min.us ein “soziales Net­zw­erk” aus ihrem Dienst zu machen. Die Android-app ist zurzeit zum Hochladen von Bildern nicht mehr geeignet. Ich empfehle Beschw­erde­mails — bish­er war man seit­ens min.us sehr offen für Beschw­er­den.

KaufbefehleMusikkritik
Eatliz — Teasing Nature

Wie ange­dro­ht schreibe ich jet­zt eine kleine Rezen­sion von Eatl­iz’ Zweitling “Teas­ing Nature” und bin da wohl der Erste, zumin­d­est finde ich ger­ade keine Gegen­belege. Schade, zu viele Texte gibt es schon über wirk­lich schlechte Musik, aber nur wenige über solche wie die von Eatl­iz.

Eatl­iz, manch­mal auch EatL­iz, heißt auf Hebräisch “Schlachthaus”, sieht aber nicht ganz so blutrün­stig aus, wie Bilder bele­gen. Das Debü­tal­bum “Vio­lent­ly Del­i­cate” von 2007, einige Monate lang legal und ohne Mehrkosten online zu beziehen, inzwis­chen wohl nicht mehr, hat mich eben­so wie der/die/das fol­gende EP “Del­i­cate­ly Vio­lent” an den Eiern gepackt und an die exquis­iten Stolen Babies, deren zweites Album irgend­wann 2011 eben­falls erscheinen soll, erin­nert; ins­beson­dere die Stimme von Sän­gerin Lee Trif­fon ste­ht der von Dominique Per­si nur wenig nach. Israel scheint ide­ale Bedin­gun­gen für die Geburt richtig guter Musik­er zu bieten.

Und nun “Teas­ing Nature”, “die Natur sticheln”, was nach einem zweck­freien Unter­fan­gen aussieht.
Der Pres­se­text bere­it­et Sorge:

Their new and excit­ing album, Teas­ing Nature, finds the band after a self reflect­ing and soul search­ing process and it marks the begin­ning of a new way for them in a long and uncom­pro­mis­ing jour­ney. The album takes the band out of its com­fort zone by being exper­i­men­tal main­ly because it has no Met­al ele­ments (that have been very dom­i­nant in the past albums), this has opened the way for the band to use key­boards and elec­tron­ics.

Tat­säch­lich begin­nt das eröff­nende “Your House” zurück­hal­tend und bleibt es auch über den ersten Refrain hin­aus. Erst in der let­zten Minute schep­pert es wieder, wie der Volksmund sagt, im Kar­ton. Apro­pos Refrain, der Refrain von “Your House” ist zu meinem Bedauern ein ziem­lich ohrwur­miges Stück Musik mit Chorge­sang, bei­des nicht unbe­d­ingt Qual­itäten, die ich bis dato dieser Band zugeschrieben hätte, aber: Sie können’s!

Und son­st so? Elek­tron­i­ca (“Berlin”, “Goldie”), Indie-Pop/Rock (“O.K.”, “Lose This Child”), Klavier­bal­laden (“Got It”), Funkiges (“Nine”), aber eben auch weit­er­hin die gute alte Krach­musik (“Voice Over”). Neben “Your House” stellt aber “Tears”, ein rhyth­mus­lastiges Indie­rock­stück, das sich nach etwas mehr als zweiein­halb Minuten in ein­er wahren Geräuschorgie entlädt; es pfeift, es tutet, es dröh­nt, es brummt, allmäh­lich ver­hallt Frau Trif­fons hier recht blue­sige Stimme, dann ist Schluss. Prädikat: RIO/Avant. Klingt gut und wird viel zu sel­ten gespielt.

Ja, fort ist der Met­al. Er ist ein­er stilis­tis­chen Neuaus­rich­tung gewichen, die andere Bands (I Like Trains, The Raveonettes und ähn­liche ehe­mals pri­ma Musik­er) lei­der vol­lkom­men ver­siebt haben (Peter sieht das anders).

Wom­it haben wir es auf “Teas­ing Nature” also zu tun?

“Radiokom­pat­i­bel” ist ein bös­es Wort, aber nach­dem Radiosender nun bere­its “Last Christ­mas” ver­ban­nen, bin ich guter Dinge, dieses Adjek­tiv in abse­hbar­er Zeit wieder in pos­i­tivem Kon­text nutzen zu kön­nen, ohne die falsche Klien­tel anzus­prechen. Der­weil beschränke ich mich darauf, “Teas­ing Nature” jeden­falls gefäl­lig und uner­wartet eingängig zu nen­nen.

Wenn das die “neuen Eatl­iz” sind, dür­fen die alten gern bleiben, wo der Pfef­fer wächst.

NetzfundstückePiratenpartei
Wählt keine Piraten!

Kaum über­lässt man die Radikalfe­manzen (ich berichtete unter anderem hier) mal für eine Weile sich selb­st, bereut man es. Hätte ich es nicht so spät in der Nacht erst gese­hen, ich hätte mir ver­mut­lich vor Schreck irgend­was über die Hose geschüt­tet.

Bekan­ntlich find­en im kom­menden Jahr einige Land­tagswahlen statt, für deren Resul­tate unter anderem die jew­eili­gen Lan­desver­bände der Piraten­partei als derzeit am wenig­sten unwählbare Partei zur Wahl ste­hen. (Bedenkt: Wer nicht wählt, wählt CDU!) Das hätte ich als nicht von jenen Wahlen Betrof­fen­er wohl noch nicht bemerkt, hätte “Isi” nicht in ihrer bekan­nten Weise ein Het­z­pam­phlet gegen die Piraten­partei veröf­fentlicht, das sich selb­st der­maßen per­si­fliert, dass es eine wahre Freude ist. Ich erlaube mir ein­mal einige Zitate aus den “10 Grün­den, die Piraten­partei und deren Direk­tkan­di­dat­en NICHT zu unter­stützen oder zu wählen”:

1. Die Piraten­partei beste­ht über­wiegend aus poli­tisch Ein­fälti­gen und anderen Heuch­lern.

Von Beginn an ste­hen die Mit­glieder der Piraten­partei dazu, auf dem Feld der Poli­tik noch uner­fahren zu sein, poli­tis­che Ein­falt ver­misse ich jedoch, denn die sam­melt ihre ganze Kraft in kon­ser­v­a­tiv­en Parteien wie der CDU und den Grü­nen. Kon­ser­v­a­tivis­mus hat immer auch etwas rück­ständi­ges an sich. Nein, “Isi”, nie­mand heuchelt. Die Piraten­partei lässt andere Mei­n­un­gen — aus jeglichem poli­tis­chen Spek­trum — aus­drück­lich zu, so lange sie mit der Satzung und dem Kodex kon­form gehen, und radikalfem­i­nis­tis­ches Herumgepö­bel im Forum der Piraten­partei zählt nicht dazu. Aber, “Isi”, wenn man dich (“Sie” bed­ingt Respekt, und Respekt ist keine Gottes­gabe) maskulis­tisch vollpö­beln würde, du würdest bin­nen kürzester Zeit das Gespräch abbrechen, nicht wahr? Du intol­er­an­ter Heuch­ler!

3. Piraten­poli­tik ist sex­is­tisch, wider­sprüch­lich und real­itäts­fern.

(…) Eine struk­turelle und direk­te Diskri­m­inierung von Frauen wird nicht nur ver­leugnet, son­dern selb­st prak­tiziert. Den­noch behaupten, Pirat­en Sex­is­mus bere­its über­wun­den zu haben, ein­fach weil sie ihn neu definieren und kri­tis­che Hin­weise ignori­eren und als “Diskri­m­inierung der Män­ner” ver­acht­en und aktiv mit ein­er partei­in­ter­nen AG Män­ner, die sich gezielt gegen die “Diskri­m­inierung der Män­ner” ausspricht, bekämpfen.

Wer Gle­ich­berech­ti­gung und Selb­st­bes­tim­mung wichtig find­et, wird keine Pirat­en wählen.

Wer Gle­ich­berech­ti­gung und Selb­st­bes­tim­mung wichtig find­et, für den fängt Gle­ich­berech­ti­gung nicht mit geziel­ter Frauen­förderung an, son­dern damit, auch die Män­ner mal auf ihre gesellschaftlich geduldete Unter­drück­ung hin­weisen zu lassen. Sex­is­mus begin­nt dort, wo man Men­schen nach ihrem Geschlecht sortiert. (Die diversen “AG Frauen”, zeitweise drei an der Zahl, wur­den wohl verse­hentlich in der Argu­men­ta­tion vergessen.)

4. Pirat­en sind Post­demokrat­en und beschützen und vertei­di­gen Faschis­ten, Soziopa­then und Krim­inelle!

Faschis­ten wie die meis­ten Grün­dungsmit­glieder der CDU, Soziopa­then wie das sex­is­tis­che Femanzen­duo “Isi” und “Piraten­weib”, Krim­inelle wie die Kinder­porno-Vor­führtante Ursu­la von der Leyen — sie alle haben eins gemein­sam: Die Piraten­partei beschützt sie nicht.

Wer Antifaschis­mus ernst nimmt, ist kein Mit­glied der Piraten­partei.

Wer Antifaschis­mus in Zeit­en, in denen DVU und NPD sich wegen Mit­glie­der­man­gels zusam­men­schließen müssen, noch so ernst nimmt, dass er wieder­holt zu anti­demokratis­chen Straftat­en aufruft, ist mir wed­er ein willkommen­er Mit­pi­rat noch habe ich all­ge­mein Inter­esse daran, mit ihm auf dem­sel­ben Plan­eten zu leben oder auch nur zu ster­ben.

6. Piraten­poli­tik ist Stel­lvertreter­poli­tik.

Grat­uliere, “Isi”, du hast ver­standen, wie so ein Bun­destag eigentlich funk­tion­iert. Da trifft sich nicht das Volk, da tre­f­fen sich die Poli­tik­er. Das Volk darf aber, unab­hängig von sein­er poli­tis­chen Präferenz, zuse­hen. Gehst du auch manch­mal hin und winkst, wenn die Onkels und Tan­ten von der Regierung zu dir guck­en?

7. Die Piraten­partei hat keine Ahnung vom Daten­schutz.

(…) Die Piraten­partei hat vom Daten­schutz soviel Ahnung wie eine Henne vom Klavier spie­len.

Aber zum Glück haben wir die anderen Parteien, deren Bestre­bun­gen darauf abzie­len, das Wort “Daten­schutz” zum Ter­rorver­dacht umzudeklar­i­eren. Pah, Pirat­en mit ihrem tech­nis­chen Dilet­tan­ten­tum!

9. Die Piraten­partei betreibt Lob­by­is­mus.

So ist das in der Poli­tik: Es wird immer eine Gruppe von Men­schen geben, die von ein­er poli­tis­chen Entschei­dung prof­i­tiert. Die AG Dro­gen beschließt, Legal­isierung von Cannabis ins Pro­gramm aufnehmen zu lassen? Ein­deutig Lob­b­yarbeit für Her­aus­ge­ber von Hanf­magazi­nen! Die Linke will mal wieder Lichter­ket­ten gegen Rechts erricht­en? Klar: Lob­b­yarbeit für Kerzen­pro­duzen­ten! CSU-Funk­tionäre auf dem Okto­ber­fest? Davon prof­i­tieren doch wieder nur die Brauereien!

10. Die Piraten­partei ist nicht basis­demokratisch.

(…) Die beson­dere „Basis­nähe“ der Parteiführung drückt sich übri­gens darin aus, die Hier­ar­chie von oben nach unten wirken zu lassen und nicht umgekehrt.

Die beson­dere Basis­demokratie der Piraten­partei drückt sich übri­gens darin aus, dass auch schon mal ein Parteivor­sitzen­der von der Basis über­stimmt wird, das zwar nicht so toll find­et, aber sich der Mehrheit beugt. Das soll­ten andere Parteien auch mal machen, also das mit der Mehrheit.

Jeden­falls fasse ich zusam­men:
Die Piraten­partei ist sex­is­tisch, antifem­i­nis­tisch, tol­er­ant selb­st gegenüber Wirrköpfen, real­itäts­fern und voller Idioten.

Das sind fünf Argu­mente, warum man sie als Volkspartei beze­ich­nen sollte, denn so nah am Volk ist keine andere mir bekan­nte Partei.
Und genau darum sollte man sie wählen.

Tüdeldü, nicht ganz dicht.
— Leib­wächter von The Who, c/o “Die Simp­sons”

FotografieSpaß mit Spam
Zuverlässiges Personal ist schwer zu finden.

Ein Foto vom diesjähri­gen Han­nover­an­er Wei­h­nachts­markt, für das mir bis eben kein guter Kon­text einge­fall­en ist:

Nun aber apro­pos “lange Dicke”: Während ich mich hier dem neuen Album “Teas­ing Nature” von Eatl­iz widme (bei beson­derem Gefall­en mein­er­seits fol­gt eine aus­führlichere Rezen­sion), trifft eine Mail von Ari­na Chris­tensen, indis­che Mailadresse, ein, der ein Foto beige­fügt ist, dessen Motiv zwar wie eine Ari­na, nicht aber wie eine Inderin aussieht. Und was möchte die Gute von mir? Natür­lich nur mein Bestes!

Sie scheint aber an die falsche Adresse geschrieben zu haben, wozu auch das “An”-Feld der E‑Mail passt, denn die dort notierte Mailadresse gehört mir nicht:

Ich inter­essiere mich fur einen zuver­las­si­gen Fre­und

An sich scheint die augen­schein­lich junge Dame ander­er­seits mit ein­er inter­es­san­ten Per­sön­lichkeit aus­ges­tat­tet zu sein. Wachen Blick­es lese ich also:

Gret­tings! Wie sind Sie??

Ich musste die Anrede tat­säch­lich mehrmals lesen, bis ich sah, dass nach dem Wie, nicht nach dem Wer gefragt wurde. Wer sie jeden­falls ist, ver­schweigt sie auch nicht:

Ich bin glück­lich, fröh­lich­es Mäd­chen.

Ich bedanke mich für die Infor­ma­tion, aber warum dann die E‑Mail? Ach so, ja; weil da noch was fehlt:

Ich möchte wirk­lich meine zweite Hälfte des Lebens find­en!

Mit dem Alter lag ich wohl daneben, wenn die zweite Hälfte des Lebens so drin­gend gesucht wird. Bei der aktuellen Lebenser­wartung geht die Gute sta­tis­tisch offen­bar doch schon auf die 40 zu. Na, pos­i­tive Eigen­schaften bringt sie immer­hin genug mit, man muss sie nicht bekochen oder einen Urlaub mit ihr auf Balkonien befürcht­en:

Ich bin satt, sin­gle…
Ich habe viele Inter­essen, Ich mag Sonne, Strand und Reisen.

Zudem ist Ari­na bele­sen und rezen­siert qua­si neben­bei ihren aktuellen Schmök­er, lei­der ver­schweigt sie dabei, welch­er es ist, so dass ich lei­der keine Kaufempfehlung aussprechen kann:

Ich mag auch unter ein­er war­men Decke sitzen und lesen, was ein inter­es­santes Buch.

Und wie es sich für eine poly­glotte Frau gehört, ist sie auch noch anthro­posoph:

Ich mag auf unter­schiedliche Men­schen ken­nen.

Und wie kön­nte man diesem Ziel schneller nahe kom­men als mit­tels massen­hafter Rund­post an unbekan­nte Empfänger? Nicht nur tal­en­tiert und viel­seit­ig, auch kreativ ist sie, die Frau Chris­tensen. Ach, Fre­unde, ich glaube, ich bin über­wältigt.

PersönlichesSonstiges
Warum Deutschland verblödet

Für den kleinen Hunger zwischendurch(Den fol­gen­den Text werde ich ein­mal im Dialekt der mir nahezu täglich begeg­nen­den Jugend zu ver­fassen ver­suchen, weil ich mal wis­sen will, wie das ist.)

Also ich geh so vorgestern wieder durch Han­nover über’n Wei­h­nachts­markt und vorher so in den Zeitschriften­laden im Bahn­hof und ich seh da so ’ne Menge Zeugs.

Neben Com­put­er­magazi­nen, die voll den Mist schreiben (“Rapid­share leer­saugen”, sic!), hat­ten die auch Büch­er und so.

(Her­rje, das fühlt sich schäbig an. Apro­pos schäbig. Ich unter­breche das Exper­i­ment hier und fahre wie gewohnt fort.)

Außer dem üblichen Poli­tik­brei (“Die Abwrack­er: Wie Zock­er und Poli­tik­er unsere Zukun­ft ver­spie­len”, für Teil 2 schlage ich “Die Abzock­er: Wie raf­fgierige Autoren damit Geld ver­di­enen” vor) hat zu mein­er Erschüt­terung der Anteil an Büch­ern über den Kul­turver­fall Deutsch­lands zugenom­men. Einige Beispiele:

Einige haben daraus gar eine Serie gemacht und ver­di­enen so gle­ich das Dop­pelte:

Einige Autoren nen­nen nicht nur Anek­doten, aus denen sie den Umstand her­leit­en, dass “wir” “verblö­den”, son­dern warten auch mit Ursachen für diesen Umstand auf. Einige benen­nen dabei das Fernse­hen als Übeltäter, andere die Poli­tik, wieder andere kom­men auf ganz andere Ideen, aber eines vergessen sie alle­samt:

Ein Volk, das alle Jahre wieder sein durch Finanzkrisen und Krieg arg dez­imiertes kläglich­es Gehalt für Büch­er aus­gibt, die es darüber informieren, dass es doof ist, wird die wahren Ursachen für den Kul­turver­fall nie gän­zlich zu begreifen imstande sein.
Die Mut­ter der Idioten, so sagt man, gebiert täglich.

(Übri­gens habe ich in der Nacht von gestern auf heute erst­mals selb­st erlebt, dass einige Verkehrsun­ternehmen jedes Mal völ­lig über­rascht sind, wenn es im Win­ter schneit.)