NetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt XXXVI: Justin Bieber ist ein Pony!

Drüben bei Ey Lou, der mitunter meine Kom­mentare vollsen­ft, bin ich ger­ade auf einen beein­druck­enden leak gestoßen:

Die Argu­men­ta­tion ist schlüs­sig, wie ich meine, und erk­lärt die Fasz­i­na­tion, die der “Pop-Schnuck­el” (BILD), dieser Inbe­griff der Männlichkeit, der in diesem Jahr “endlich” Deutsch­land bereisen wird, auf Mäd­chen in einem Alter, in dem man Pferde noch nicht für blöde alte Stinke­viech­er hält, auszuüben pflegt. Hach, Justin.

Auch hüb­sch übri­gens ist es, dass, während Sony (ein Unternehmen, dessen Pro­duk­te jeden­falls ich aus ethis­chen Grün­den spätestens seit der Ver­bre­itung von Schad­soft­ware kon­se­quent zu mei­den tra­chte) mal wieder auf Abmah­n­tour ist, um die Ver­bre­itung des “Pri­vate Keys” der PlaySta­tion 3 zu ver­hin­dern (wenn man das böse Inter­net schon nicht ein­fach abschal­ten kann!), ein offizieller Sony-Twit­ter­ac­count sel­bi­gen höch­st­selb­st ver­bre­it­ete. Hihi.
(via Fefe)

NetzfundstückeNerdkrams
Npackd: aptitude für Windows

Als eigentliche Frech­heit auch beze­ichne ich es, dass ich die besten Ideen immer erst habe, wenn sie schon jemand vor mir hat­te.

Seit einiger Zeit nutze ich, unter anderem auf meinem vServ­er, Debian Lin­ux, von Ubun­tu-Jüngern mitunter als alt­back­en ver­schrien. Eine der Stärken dieser wie auch aller von ihr abgeleit­eten Lin­ux-Dis­tri­b­u­tio­nen ist das Paketver­wal­tungssys­tem apt mit den grafis­chen Ober­flächen apti­tude beziehungsweise synap­tic, das die Instal­la­tion und Pflege instal­liert­er Anwen­dun­gen wie auch des Sys­temk­erns denkbar ein­fach macht. Möchte man etwa das Bild­bear­beitung­spro­gramm The GIMP instal­lieren, so geschieht dies mit der Eingabe apt-get install gimp qua­si automa­tisch.

Unter Win­dows kommt man nicht an den Sys­temk­ern her­an, aber im Laufe der Monate und Jahre sam­melt sich meist zumin­d­est eine ansehn­liche Anzahl an regelmäßig ver­wen­de­ten Pro­gram­men an. All diese Pro­gramme händisch zu pfle­gen ist denkbar schwierig. Mit SUMo gibt es immer­hin ein beein­druck­endes Pro­gramm, das bere­its instal­lierte Anwen­dun­gen per Klick in einem Rutsch auf neue Ver­sio­nen über­prüfen kann, die dahin­ter ste­hende Daten­bank wird von den Nutzern automa­tisch gepflegt und aktu­al­isiert. Das ist äquiv­a­lent zu der upgrade-Funk­tion von apt-get, jedoch noch kein voll­ständi­ger Ersatz für eine Paketver­wal­tung, die auch die Instal­la­tion und Dein­stal­la­tion ermöglicht.

Vor ein­er Weile stieß ich auf win-get, das, wie der Name schon andeutet, diese Funk­tion­al­ität abbilden sollte, jedoch ist die Pro­gram­m­daten­bank (repos­i­to­ry) mit­tler­weile ver­al­tet und das Pro­jekt selb­st offen­bar ver­waist. “Wie nüt­zlich”, sprach ich im Stillen zu mir, “wäre es doch, hätte man auch als Win­dows­nutzer eine Soft­ware wie apt-get, die nicht darauf angewiesen ist, dass der Entwick­ler alles allein macht, und etwa auch Repos­i­to­rys von Drit­tan­bi­etern ver­wen­den kann.”

Und während ich mich also freute, endlich eine Idee für ein möglich­es Abschlusspro­jekt für mein Studi­um zu haben, und fleißig Noti­zen machte, was die zu entwick­el­nde Lösung alles kön­nen soll, berichtete lifehacker.com über Npackd und warf so meine Pla­nung durcheinan­der. Schö­nen Dank auch.

Npackd, in anal­pha­betisch wirk­ender Schreib­weise ste­ht dieses Wort für “unpacked” (englis­ches Wort für “ent­packt”), ist dem Paket­man­ag­er des Win­dows-Nach­baus Reac­tOS ähn­lich und erfüllt, tech­nisch gese­hen, alle Anforderun­gen an eine apt-get-Imple­men­tierung für Win­dows, unter anderem eine Möglichkeit, beliebige Repos­i­to­rys im XML-For­mat einzu­binden, und eine erträgliche grafis­che Ober­fläche. Lei­der ist die Kom­man­dozeilen­ver­sion npack­d­cl, aus Npackd her­aus zu instal­lieren, noch nicht allzu mächtig.

Instal­lierte Anwen­dun­gen wer­den teil­weise bere­its erkan­nt, unter anderem Java-Laufzeit­bib­lio­theken, weit­ere sollen fol­gen.

Obwohl eini­gen Quellen zufolge Microsoft selb­st mit­tler­weile an einem “App Store” für Win­dows arbeit­et, der wohl cloud­basiert sein wird (ist ja, finde ich, auch so ein Und­ing, einem kom­merziell ori­en­tierten Unternehmen mal eben seine Fest­plat­te zu über­lassen sozusagen, siehe auch Google Chrome OS), hoffe ich, dass Npackd, anders als win-get, nicht allzu bald nicht mehr gepflegt wird.

Ich werde das Pro­gramm jeden­falls dem­nächst ein wenig aus­führlich­er testen und den Entwick­ler gegebe­nen­falls mit Ideen ner­ven; wenn er mir schon Arbeit abn­immt, will ich wenig­stens nicht nur bloßer Nutznießer sein.

PolitikIn den Nachrichten
Denkzettel vergessen?

Seit Ende Sep­tem­ber hat sich auf der poli­tis­chen Bühne in Deutsch­land, so wurde ver­mutet, mancher­lei Szenen­wech­sel zuge­tra­gen. Einige Zitate, die Anlass hierzu gaben, sind diese:

Okto­ber 2010: Schwarz-Gelb will Macht für Stuttgart 21 riskieren
Okto­ber 2010: Tausende fordern Map­pus’ Abwahl
Jan­u­ar 2011: Atom­parteien abwählen!
Jan­u­ar 2011: [D]er 30.09.2010 ist unvergessen
Feb­ru­ar 2011: Es liegt an uns, dieser Poli­tik den Garaus zu machen, gewalt­frei, aber effek­tiv.

Beein­druckt, aber nur wenig über­rascht bin ich nun von den neuen Infor­ma­tio­nen des 2DF-Polit­barom­e­ters:

Knapp zwei Monate vor der Land­tagswahl in Baden-Würt­tem­berg hat die CDU ihre Umfragew­erte verbessert und kön­nte mit der FDP eine Mehrheit erzie­len.

Das Stim­mvieh läuft instink­tiv immer zum gle­ichen Trog. So faulig kann das Fressen gar nicht sein, dass es ver­schmäht würde.
Vielle­icht hätte es sich den geplanten Denkzettel auf einen Denkzettel schreiben sollen.

NetzfundstückeNerdkrams
I Wanna Be The Guy

Fre­unde des 8‑Bit-Spiels, die noch nicht völ­lig bek­loppt sind, lade ich übri­gens her­zlich ein, das zu ändern.
Dafür kön­nte man zum Beispiel Dro­gen nehmen oder RTL guck­en, aber schneller und spaßiger geht es, indem man seinem Faible frönt.

I Wan­na Be The Guy” (“Ich wäre gern der Typ”, “der Typ” ist in diesem Fall ein Ehren­ti­tel) ist ein Spiel, das wohl vor einiger Zeit, von mir unbe­merkt, in manchen Kreisen eine ansehn­liche Bekan­ntheit errun­gen hat, und han­delt von einem Kind (“The Kid”), das gern der Typ (“The Guy”) wäre und dafür durch die Gegend laufen und hüpfen muss.

Das Spiel sieht unge­fähr so aus und dürfte erwäh­n­ten Fre­un­den des 8‑Bit-Spiels ein wie auch immer geart­etes “oh!” ent­lock­en:

Herun­terzu­laden ist “I Wan­na Be The Guy” in ein­er seit 2007 nicht mehr allzu aktiv gepflegten Betaver­sion auf der eigens dafür ein­gerichteten Down­load­seite und unter anderem auf gamejolt.com. Viel Vergnü­gen zu wün­schen wäre allerd­ings über­aus gehäs­sig von mir, und darum verzichte ich aus­nahm­sweise darauf und warte lieber ges­pan­nt auf Kom­mentare.

(“Danke” an V.!)

Nach­trag anlässlich eines entsprechen­den Kom­men­tars: Außer unter Win­dows ist “I Wan­na Be The Guy” via Wine auch unter Lin­ux, Mac OS X, BSD und Solaris lauf­fähig, heißt es seit­ens des Entwick­lers.

In den NachrichtenNerdkrams
Es hat sich ausgemocht.

Etwas wirk­lich Feines las ich da bei Didi, der aus­nahm­sweise mal schneller war als ich:

Nach Gugel Ana­lyt­ics (ich berichtete) ste­hen nun endlich auch die von Face­book bere­it­gestell­ten und selb­st bei Leuten mit Ahnung nicht sel­ten zu find­en­den “dynamis­chen” Funk­tio­nen, um mal eben etwas zu mögen (“Gefällt mir”), unter juris­tis­chem Beschuss.

Wer den Like-But­ton mit­tels IFrame vom Face­book-Serv­er ein­baut (oder via Javascript etc.), der lädt die Dat­en von dort. Wann immer jemand mit seinem Brows­er darauf zugreift, wer­den dann dessen Dat­en an den Face­book-Serv­er (auch die IP-Adresse) über­mit­telt.

Wer jet­zt (wie auch schon bei Gugel Ana­lyt­ics) auf eine etwaige Daten­schutzerk­lärung ver­weist, missver­ste­ht das Prob­lem; denn in der Regel hat Face­book die Dat­en bere­its erhal­ten, bevor man sel­bige über­haupt lesen kon­nte oder auf sie hingewiesen wurde. Benutzer von Adblock Plus, seit ein­er Weile also sog­ar anson­sten eher nicht für ihr Daten­schutzbe­wusst­sein bekan­nte Chrome-Nutzer, kon­nten das Prob­lem bis­lang mit ein­er speziellen Fil­terliste umge­hen und wer­den das wohl auch noch eine Weile tun müssen. Ist eines dieser “sozialen wid­gets” näm­lich erst ein­mal weit­ge­hend aus dem Inter­net ver­schwun­den, ist längst ein neues ent­standen und erfreut sich unangemessen­er Beliebtheit.

Und die Frage ist nicht ein­mal unbe­d­ingt, wie rück­sicht­s­los ein Seit­en­be­treiber sein muss, um trotz der berechtigten Ein­wände sein­er poten­ziellen Abon­nen­ten weit­er­hin auf der­ar­tige Funk­tio­nen ohne tat­säch­lichen Mehrw­ert für ihn selb­st zu set­zen, son­dern, warum er es über­haupt tut. Ger­ade Blog­ger und son­stige Inter­netvollschreiber, bei denen diese Frames am häu­fig­sten zum Ein­satz kom­men, sind doch die, die über weit bessere, weil effizien­tere Meth­o­d­en ver­fü­gen, einem der Ihren ihre Sym­pa­thie zu zeigen, als nur eine Zahl inmit­ten viel­er ander­er Zahlen zu sein. Was sagt denn “2389 Per­so­n­en gefällt das” aus? Was sind das für Per­so­n­en? Wirre poli­tisch engagierte Agi­ta­toren? Wer­bege­sellschaften, die ihrer­seits aus unklarem Grund auf eine Erwiderung hof­fen? Fre­unde, Ver­wandte, Fam­i­lie? Man kön­nte das, nehme ich an, ein­fach nach­se­hen, aber wer tut das schon?

Mir gefällt ein Inter­ne­tauftritt nicht deshalb, weil er von ein­er groß erscheinen­den Anzahl an Zeitgenossen für mögenswert gehal­ten wird, denn wom­öglich sind diese Zeitgenossen alle­samt Unsym­pa­then. Ich gehe auch davon aus, dass es dem Betreiber ein­er Seite, die von der erwäh­n­ten Funk­tion Gebrauch macht, einiger­maßen egal ist, ob ich sein Werk nun auf Face­book per Klick würdi­ge oder nicht.

Wenn mir etwas wirk­lich gefällt, dann schreibe ich hier oder in Aus­nah­me­fällen, wenn mir die nötige Idee für die textliche Auss­chmück­ung fehlt, auf Twit­ter darüber. “Gefällt mir auf Twit­ter” ist “Gefällt mir auf Face­book” auch deshalb vorzuziehen, weil der Gefal­l­ende so im Kon­text sehen kann, wer das eigentlich ist, der ihn würdigt. Eine Inter­net­seite aber, die jeman­dem bloß einen Klick wert ist, ist wahrlich nicht zu benei­den, auch, wenn dieser Jemand viele andere Jemande um sich schart.

Aber Schreiben ist eher so 90er, habe ich mal gehört.

KaufbefehleMusikkritik
Toxic Smile — I’m your Saviour

Pri­ma: Die deutschsprachige Musik­welt 2011 erre­icht mit “I’m your Sav­iour”, englis­chsprachige Texte hin oder her, ihren ersten Höhep­unkt.

Fünf Pro­tag­o­nis­ten musizieren zwis­chen Retro­prog und Pro­gres­sive Met­al und klin­gen auf ihrem vierten Stu­dioal­bum, zählt man die bei­den Ver­sio­nen des Debü­tal­bums sep­a­rat, atmo­sphärisch so dicht wie nie zuvor.

Tho­ralf Koss schrieb 2006 über ein eigentlich ganz anderes Album der gle­ichen Musik­gruppe:

TOXIC SMILE sind eine wahre Ent­deck­ung am deutschen Him­mel des ProgRocks, (…).

Tat­säch­lich ist es auch fünf Jahre später noch über­aus beein­druck­end, was man aus Leipzig zu hören bekommt. Das Musik­magazin eclipsed nen­nt in der Aus­gabe 02/2011 unter anderem Spock’s Beard eine “artver­wandte” Band, aber Ver­gle­iche ver­bi­eten sich hier fast, denn wie bekan­nt sein dürfte, beein­druckt mich vor allem Ein­ma­liges, Unver­wech­sel­bares.

Das eröff­nende “Liq­uid Wall” sagt etwas mehr als neun Minuten lang eigentlich schon alles, was man über das Album wis­sen muss: Key­board- und Gitar­ren­bret­ter wech­seln sich mit ruhi­gen, beina­he bal­ladesken Pas­sagen ab, während Schlagzeuger Robert Eis­feldt (nicht zu ver­wech­seln mit Jan Eißfeldt, meist Delay) wüst herumwirbelt. Sänger “Lar­ry B.” ergänzt das Klang­bild mit seinem extro­vertierten — manche mögen’s seicht nen­nen — Gesang zu ein­er Art “Dream The­ater in anders”, und zwar anders-anders, nicht schlechter-anders.

Von den Sock­en aber, hätte ich sie nicht in den Schuhen getra­gen, hätte mich beina­he “The Abyss”, das dritte Stück, gehauen. Der Anfang­steil mit Gitarre, Bass und Schlagzeug lädt schon zum Kopfwack­eln ein, das sich auch mit ein­set­zen­dem Gesang und zurück­ge­fahren­er Gitarre nicht zum Aufhören bewe­gen lässt. Nach etwa drei Minuten wird es ruhiger, ein Chor (schon wieder Dream The­ater?) set­zt ein und wieder aus und wird von Udo Rup­kalwis abgelöst, der in der Rolle eines Nachricht­en­sprech­ers auf Deutsch von ein­er Selb­st­mord­serie an ein­er Klippe (einem abyss eben) berichtet. Anschließend wieder Gesang: “This is my last day on Earth…”. Ganz und gar nicht schlecht. Inhaltliche Ver­gle­iche gefäl­lig? Ayre­ons “The Human Equa­tion” kommt mir in den Sinn.

Zwar ist “I’m your Sav­iour” sich­er kein Album, das man stun­den­lang hören kön­nte, ohne sich irgend­wann zu lang­weilen; im Pro­gres­sive Met­al ist manch­er Zauber schnell vergänglich. Wie jedes gute Musikalbum aus diesem Genre aber wirkt “I’m your Sav­iour” schnell und nach­drück­lich. Hörempfehlung hier­mit aus­ge­sprochen.

Inter­essen­ten kön­nen sich auf der Inter­net­seite der Musik­er einen ersten Ein­druck ver­schaf­fen.

PolitikSonstigesIn den Nachrichten
Ausstieg rechts — wohin?

Wovon ich neulich mal wieder gehört habe, ist “Ausstieg rechts”, eine Art Sam­mel­be­griff für “antifaschis­tis­che” Aktiv­itäten. Der Begriff kam, so weit mir bekan­nt ist, bere­its vor etwa sechs Jahren auf.

Für erwäh­nenswert halte ich diesen krampfhaften Ver­such, lustig zu sein, nicht wegen der ewigen Links-Rechts-Quere­len, son­dern aus Ori­en­tierungs­grün­den.
Ich erk­läre das mal mit ein­er Grafik am Beispiel eines Zug­wag­gons:

Wenn nun ein­er rechts aussteigt, geht er dann nicht noch weit­er nach rechts?
Nur mal so inter­esse­hal­ber jet­zt.

Persönliches
Hier — blamiert — sich HSV!

“Liebe” Anhänger des Ham­burg­er Sportvere­ins, die ihr heute, da “euer” Vere­in aus­nahm­sweise offen­bar mal gewon­nen hat,

  • meinen Weg mehrfach kreuztet;
  • “Auswärtssieg! Auswärtssieg!” skandiertet, obwohl euch nie­mand danach gefragt hat;
  • zwis­chen Bier­vor­rat und Toi­let­ten hin- und her­pen­del­tet, was mit fortschre­i­t­en­der Zeit wörtlich zu betra­cht­en ist;
  • meinen spöt­tis­chen Blick als Sym­pa­thie miss­deutetet und mit dum­mem Grin­sen beant­wortetet;
  • die Umste­hen­den, mich eingeschlossen, in eine Bier­fahne hüll­tet, von der es selb­st mir als Fre­und tschechis­ch­er Braukun­st recht flau im Magen wurde;
  • all­ge­mein einen wed­er sprach- noch ste­hbe­gabten Ein­druck machtet und
  • auf Auf­forderun­gen der das Haus­recht inne haben­den Per­so­n­en, eure Plätze “wenig­stens einiger­maßen sauber” zu hin­ter­lassen, nur mehr “Schnau­ze!” zu lallen ver­mochtet:

Wäre ich Anhänger ein­er stets an der Gren­ze zum Kreis­li­ganiveau agieren­den Truppe von Ball­tretern, dessen gele­gentliche Siege, wie ihr immer­hin selb­st erkan­nt habt, erwäh­nenswert sind, ich würde ver­mut­lich auch mein See­len­heil im Alko­hol suchen.

Und, mal ehrlich, ohne Fußball geht’s doch auch.

PolitikIn den Nachrichten
Staffellauf in Afghanistan

Eben im “heute-jour­nal”, nur echt in Klein­buch­staben, ver­suchte ein Sol­dat sich an Meta­phern und scheit­erte kläglich.

Der bewaffnete Kon­flikt sei “wie ein Staffel­lauf”, man müsse gle­ich schnell nebeneinan­der laufen, um den Stab übergeben zu kön­nen.

So weit, so ein­fach; lei­der auch so verkehrt.
Ein Staffel­lauf, so lernte ich es als junger Schüler, funk­tion­iert näm­lich nicht, indem alle Teil­nehmer gle­ich schnell nebeneinan­der laufen, denn das war eher ein beliebtes Spiel auf Schul­höfen und hieß Ket­ten­lauf.

In einem Staffel­lauf indes geht es eben darum, der Schnell­ste zu sein; weil man eben nicht nebeneinan­der läuft, son­dern in der Absicht, die Geg­n­er­mannschaften zu übertrumpfen, aufeinan­der zu. Eigentlich ist es schade, dass die Deutschen den Stab partout nicht abgeben.

Eventuell sollte ihnen jemand die Regeln erk­lären.

Nach­trag von 23 Uhr: In den Kom­mentaren erk­lärte mir “Ey Lou”, dass Staffel­lauf tat­säch­lich einen kurzen Moment des par­al­le­len Laufens bein­hal­tet. Ich zögere mit dieser Deu­tung, da ich kurze Momente irgend­wie anders in Erin­nerung habe.

In den NachrichtenPolitik
Frauenquote, Neuauflage

Da schwelt doch, ger­ade ver­loschen geglaubt, schon wieder das The­ma “Frauen­quote” durch die Poli­tik, aus­gelöst von — wie so oft — Kristi­na Schröder. Hat­te sie aber im Novem­ber noch bemerkenswerte Geis­tes­blitze, die mich beina­he meinen Glauben daran, dass man ein naturgegeben schlechter Men­sch sein muss, um in der CDU zu sein, ver­lieren ließen, macht sie das jet­zt alles wieder wett:

Bun­des­frauen­min­is­terin Kristi­na Schröder (CDU) will mehr weib­liche Führungskräfte in Wirtschaft und Ver­wal­tung, not­falls per Gesetz. Der “Wies­baden­er Kuri­er” berichtete vor­ab, Schröders Min­is­teri­um werde prüfen, ob und inwieweit die Geset­ze geän­dert und effek­tiv­er gestal­tet wer­den müssen. Der Anteil von Frauen in Führungspo­si­tio­nen der Wirtschaft und des öffentlichen Dien­stes solle maßge­blich erhöht wer­den.

Auch Stim­men Drit­ter wer­den gehört, und für inter­es­sant halte ich außer der von Frau Inga Koster, die eine Frauen­quote zu Recht Män­nerdiskri­m­inierung nen­nt, aber, ohne etwas zu bemerken, von “der Kandidatin/dem Kan­di­dat­en” schwafelt, vor allem diese hier:

Rita Liet­zke, 53, ver­ant­wortet bei der als Per­sonal­man­agerin (sic!) bei der Deutschen Telekom den Vor­stands­bere­ich Inno­va­tion und Tech­nolo­gie. Sie sagt: “Frauen­quoten sind ein notwendi­ges Übel.”

Das ist ja mal ganz inter­es­sant zu lesen, was so eine Per­sonal­man­agerin bei der Deutschen Telekom an einem lan­gen Tag so vor sich hin­plap­pert, aber wieso soll eine Frauen­quote denn “notwendig” sein?

Wie groß ist der Prozentsatz der männlichen Führungskräfte in Altenpflege­heimen, wie groß der männlich­er Kindergärt­ner oder Grund­schullehrkräfte? Die Sta­tis­tiken schwanken, die absoluten Zahlen aber sind ein­deutig. Drei Män­ner, so erfuhr ich aus Fachkreisen, wären in einem Kinder­garten beliebiger Größe schon ein erstaunlich großer Anteil.

Wer einen Men­schen nach seinem Geschlecht statt nach sein­er Qual­i­fika­tion bew­ertet, diskri­m­iniert ihn. “Her­zlichen Glück­wun­sch, Sie haben Eier­stöcke, Sie sind eingestellt!”

Man kann auch per Gesetz nur schlecht dafür sor­gen, dass sich mehr Frauen für eine qual­i­fizierte Tätigkeit in der EDV- oder ein­er ähn­lich gut bezahlten Branche inter­essieren. Die Inter­essen eines Men­schen sind ihm in jahrtausend­langer Evo­lu­tion qua­si genetisch antrainiert wor­den. “Wir kön­nen den Unternehmen nicht ver­bi­eten, Elek­trotech­niker bess­er zu bezahlen als Ger­man­is­ten.”

Alles wieder offen? Ich bin ges­pan­nt, wozu sich die beschei­dene kün­ftige Bun­desmut­ter dann näch­stes Mal beken­nt.

PersönlichesMusikPolitikIn den Nachrichten
Dopamin

Kurze Durch­sage für Musik­fre­unde (außer­halb Ägyptens, ver­ste­ht sich):

Unter Fre­un­den erwähne ich mitunter, dass ich an ein gutes Musikalbum in der Regel pos­i­ti­vere Erin­nerun­gen hege als an kör­per­liche Freuden. Meine oft fol­gende Erk­lärung, warum ich Musik­faschist bin, brachte mir vielfach fra­gende Blicke ein.
Bevor ich mir nun also eine weit­ere Erk­lärung abringe, um meine Erk­lärung zu erk­lären, über­lasse ich das Feld lieber den Profis:

Sci­en­tists have found that the plea­sur­able expe­ri­ence of lis­ten­ing to music releas­es dopamine, a neu­ro­trans­mit­ter in the brain impor­tant for more tan­gi­ble plea­sures asso­ci­at­ed with rewards such as food, drugs and sex.

Auf gut Deutsch in Kürze zusam­menge­fasst bedeutet das, dass der Genuss eines guten Musikalbums — die Beto­nung ist hier auf “gut” zu set­zen, denn ein schlecht­es Musikalbum verur­sacht schlimm­sten­falls Würg­ereize — nicht nur ähn­liche (aber in der Regel länger anhal­tende) Glücks­ge­füh­le aus­löst wie Geschlechtsverkehr und/oder Ecsta­sy, son­dern die gle­ichen. Die Kon­se­quenz ist klar: Statt sich Chemikalien aus dubiosen Quellen reinzupfeifen und anschließend mit einem Part­ner intim zu wer­den, der nach dem Aufwachen irgend­wie ganz anders aussieht, als man ihn in Erin­nerung hat­te, kann man seine Ner­ven auch scho­nen, indem man sich stattdessen daran erin­nert, dass auch der Geist sich nach stetiger Befriedi­gung sehnt. Man muss ja nicht gle­ich zu einem Album greifen, das “Dopamin” oder “Ecsta­sy” heißt. Einige Anre­gun­gen find­en treue Leser hin und wieder auch hier.

(Hierzu ein Aufruf in eigen­er Sache: Um zu ver­hin­dern, dass mir wieder essen­ziell grandiose Musikalben ent­ge­hen, nehme ich via Kom­men­tar­funk­tion schon jet­zt Vorschläge für die Jahres­rückschauen 06/2011 und 12/2011 ent­ge­gen. Irgend­was, was drin­gend mal rezen­siert gehört? Immer her­an mit den Ideen!)

Apro­pos Ägypten: Das Volk will nicht spuren? Drehen wir ihm doch mal das Inter­net ab, das wird die Rev­o­lu­tion verhindern!!1!! Da hil­ft auch kein Not­fal­l­knopf mehr.

MusikNetzfundstücke
Kurz verlinkt XXXV: Dada da.

Was haben wir nicht alle schon gelacht über den Mumpitz, den die Webzwein­uller dieser Tage dank von min­destens dem Teufel ersonnen­er Kurzblogs wie Twit­ter oder des *vz-Busch­funks (wir funken durch den Busch, uh uh!) unges­traft in die Welt trompe­ten dür­fen. Früher (zu mein­er Zeit) hätte anlässlich manch­er wirrer Wortschwalle selb­st der sprich­wörtliche Frisör fluchtar­tig den Raum ver­lassen, weil es eben teil­weise vor Belan­glosigkeit oder jeden­falls Pein­lichkeit kaum noch zu über­bi­eten ist. Beson­ders unhan­dlich ist das Mikroblogsys­tem von Face­book, auch “Sta­tus­meldun­gen” genan­nt, weil es keine restrik­tive 140-Zeichen-Beschränkung besitzt. Für eige­nar­tige Kurzro­mane ist also viel Platz vorhan­den.

Und bekan­ntlich kann nichts auf der Welt blöd genug sein, dass nicht irgend­je­mand ein Lied darüber schriebe.

Max­i­m­il­ian Meng­wass­er tut genau das und hat mit “Was ihr über mich und eure Kun­st wis­sen soll­tet” einen frei herun­ter­lad­baren EP veröf­fentlicht, auf dem er laut Beschrei­bung “auss­chließlich Sta­tus-Mel­dun­gen sein­er Face­book-Fre­unde als Text ver­wen­det”.

Das Ergeb­nis ist noch abson­der­lich­er als das ursprüngliche Vorhaben, und ich wün­schte, Herr Meng­wass­er würde das auch mal als Album raus­brin­gen, als Bonusti­tel vielle­icht Tweets von Her­rn haekelschwein ver­to­nen, und damit reich und berühmt wer­den, damit Helge Schnei­der nicht der einzige dadais­tis­che Kün­stler bleibt, der auch mal bun­desweite Medi­en­aufmerk­samkeit bekommt. (Diskus­sio­nen über die Gren­zen von Dada und Nihilis­mus bitte ich ander­swo zu führen, einen Link dor­thin fände ich allerd­ings recht zuvork­om­mend.)

Wie singt Max­i­m­il­ian Meng­wass­er doch gle­ich?
“Man muss mich nicht ver­ste­hen — lieb­haben reicht!”

(via Indiskre­tion Ehren­sache)

MusikNetzfundstücke
YouTube und der Zauberwürfel

Eher zufäl­lig ent­deck­te ich soeben, dass das Video­por­tal YouTube nun­mehr eine neu gestal­tete Start­seite mit sich herumträgt, die an promi­nen­ter Stelle Empfehlun­gen ausspricht.

Und diese Empfehlun­gen amüsieren mich, denn sie haben mit meinen tat­säch­lichen Präferen­zen etwa eben­so viel zu tun wie meine Ama­zon-Empfehlun­gen, nach­dem ich für meine Schwest­er blöde Pfer­de­büch­er bestellt habe. Elvis-Pres­ley-Videos mit doofen Schlagern gehen als Empfehlun­gen ger­ade noch durch, wenn man zuvor nicht ganz so doofe Schlager von EAV hörte, aber den Genuss von Nihiling als Begrün­dung für die Empfehlung “guck­en Sie doch mal Lam­ba­da” zu ver­wen­den ist doch recht eige­nar­tig. (Ob die Jungs und der Nichtjunge von Nihiling mit ein­er Klage wegen Ruf­schädi­gung wohl Erfolg hät­ten?)

Empfehlun­gen kön­nen eine wirk­lich gute Sache sein, wenn sie von jeman­dem aus­ge­sprochen wer­den, der den Geschmack des Adres­sat­en nicht nur aus seinem bish­eri­gen “öffentlichen” Kon­sumver­hal­ten zu fol­gern weiß, son­dern tat­säch­lich ken­nt; manch­mal, etwa beim CD-Kauf, hat ja selb­st Amazon.de lichte Momente.

Aber worauf sich die YouTube-Empfehlun­gen stützen, würde mich dann doch schon mal inter­essieren, ist doch YouTube in der Regel vor allem ein Por­tal, auf das man gelangt, wenn einem ent­fer­nte Bekan­nte und ver­meintliche Fre­unde irgendwelche Links auf es zukom­men lassen. “Guck dir das mal an, ist witzig. Mann fällt um.” Mit den tat­säch­lichen Vor­lieben der Besuch­er hat das indes oft nur wenig zu tun, und den Betreibern von YouTube dürfte das nicht unbekan­nt sein.

Auf YouTube gibt es bekan­ntlich nahezu alles zu sehen. Zugeschnit­tene Empfehlun­gen aus einem engen Kat­a­log, die auf nur durch Zufall gesam­melten — qua­si “aus­gewür­fel­ten” — Sta­tis­tiken basieren und so beim Ver­such, Nähe zum Kon­sumenten herzustellen, vol­lends ver­sagen, dienen da nicht der Ori­en­tierung. (Ähn­lich sin­nvoll erscheint mir auch die Twit­ter-Funk­tion “Wem fol­gen?”, die ich vorhin bei einem anderen Twit­ter­nutzer sah; wer etwa dem Big Ben “fol­gt”, legt auf andere Quatschbots wom­öglich nur wenig Wert.)

Aber Haupt­sache, alles ist schön inter­ak­tiv. Fünf Drach­men ins Phrasen­schwein.