KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2010 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 7 von 18 der Serie Jahresrückblick

Kaum dreht man sich kurz um, ist das Jahr schon wieder vorbei. Regelmäßige Leser dieser Seite wissen, was sie erwartet, nämlich Teil zwei der Rückschau der unblödesten Musikalben 2010 nebst Rückblick auf 40 Jahre Musikgeschichte, womöglich noch rechtzeitig für das ein oder andere Gewinnspiel.

Der Finalausscheidung – ich wollte euch keine Rückschau auf fünfzig oder mehr Alben bieten, das läse doch keiner – fielen unter anderem die Wise Guys zum Opfer, die mit „Klassenfahrt“ zwar ein im Prinzip nicht übles Album mit dem ziemlichen Kracher Hamlet veröffentlicht haben, aber eben doch nur auf hohem Niveau stagnieren. Wie immer habe ich es leider auch nicht immer geschafft, mich ausreichend umfassend mit einigen viel versprechenden Werken zu beschäftigen, unter anderem „Spacetrip On A Paper Plane“ von den Sahara Surfers; ich hoffe, ihr findet dennoch Gefallen an meiner Auswahl.

Los geht es wieder mit der Hauptliste:

1. Jenseits der Hypes.

  1. Spock’s Beard – X
    „Trying hard to fight the good fight out of the darkness and into the light“ (From The Darkness)

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber „X“ ist tatsächlich endlich ein Album von Spock’s Beard, das mich nicht überwiegend langweilt. Mehr als je zuvor agiert die Band auf „X“ in Gefilden, die bisher von Beardfish (The Man Behind The Curtain), Echolyn und ähnlichen Vertretern metallisch nuancierten Neoprogs. In The Emperor’s Clothes frönen die Herren gar trotz Yezda-Urfa-Remineszenzen großteils dem Indie-Rock, und wäre da nicht die markante Rhythmusarbeit von Frontmann Nick D’Virgilio und seinem Bass spielenden Mitmnusizierenden Dave Meros, würde man Spock’s Beard kaum wiedererkennen.

    Immerhin ist es nunmehr acht Jahre her, dass Neal Morse Spock’s Beard verließ, um sich der christlichen Erleuchtung zu widmen, und mit ihm ging der weichgespülte Transatlantic-Neoprog seiner Wege und nahm offenkundig die Kreativität mit, und es dauerte ein paar Alben, bis sie wieder im Studio vorbeischaute.

    Wie das mit der Kreativität dann aussah, zeigt zum Beispiel das Lied Their Names Escape Me, eins der Bonusstücke auf der extrateuren Hypersuperdeluxe-Ausgabe des Albums. Nick D’Virgilio singt zuerst darüber, dass er einige Namen nicht vergessen will:

    In my mind are faces
    In my hands I hold their destiny
    I will pray forgiveness
    If their names escape me

    Es handelt sich bei den Trägern der Gesichter um die Namen der Vorbesteller von „X“. Um daran keinen Zweifel aufkommen zu lassen, folgt den Strophen eine Liste ebenjener Namen; gesungen, versteht sich. Und das klingt auch noch prima!

    Ob es die Extrasonderspezialauflage im freien Handel zu erwerben gibt, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, aber das Album ist auch ohne Their Names Escape Me auf jeden Fall hörenswert.

    Hörprobe:
    Eine Livedarbietung von From The Darkness, allerdings mit einem anderen Schlagzeuger (gleichzeitig Gitarre und Schlagzeug geht live nicht allzu prima), gibt es auf YouTube.com zu sehen.

  2. Zola Jesus – Stridulum (II)
    „Run me out again“ (Run Me Out)

    Mit dem EP „Stridulum“ und ihrem inzwischen dritten Album „Stridulum II“ hat die 21-jährige Sängerin Nika Roza Danilova unter dem Namen Zola Jesus in diesem Jahr auf sich aufmerksam gemacht. Mit viel Hall und schwermütigen Riffen kommen mir spontan Nico und The Raveonettes, bevor sie sich entschlossen haben, langweiligen Mist aufzunehmen, in den Sinn. Einen Vergleich mit früheren Alben habe ich nun leider nicht parat, da „Stridulum“ mein erster Kontakt mit der Künstlerin war, aber es nähme mich Wunder, wenn das vorherige Œuvre deutlich abfiele.

    Ja, die unterhaltungsbedürftige Masse hätte gern einfache, prägnante Adjektive, aber ausführlich bitte, denn „gut“ oder „nicht gut“ ist zwar ein Urteil, aber keine Rezension. Nun gut, soll sein: Das Adjektiv lautet klaustrophobisch. Schon nach dem Genuss von „Stridulum“, also der „kleinen“ Ausgabe des Albums, brauchte ich jedenfalls erst mal eine Pause, um das Gehörte zu verarbeiten.

    Peter nannte das Werk „ein überaus avantgardisches, schleppend-düsteres Noise-Pop-Kleinod, mal wütend und düster, mal geheimnisvoll verrauscht und wahrlich nicht von schlechten Eltern“ und hat damit vollkommen Recht, auch, wenn Zola Jesus, subjektiv betrachtet, immer noch weniger suizidal klingt als Kayo Dot und ähnliche Protagonisten. „Pop“ habe ich allerdings anders in Erinnerung, denn für die breite Masse ist Musik wie diese sicher nicht geeignet, und Menschen mit seelischen Defiziten sollten schleunigst zum nächsten Album übergehen.

    Eine nicht ganz so prima Eigenschaft erwähnte ich bereits, den Hall; denn wer, wie ich, beim Musikgenuss auch die Texte für bedeutsam befindet, der muss sich schon ein wenig anstrengen und kann sich somit nicht einfach den Klängen hingeben. In diesem einen Fall verzichtete ich also darauf, mich eingehend mit den Texten zu befassen, und ließ die Musik sich ihren Weg durch meine Nerven bahnen.

    Das klingt dann etwa wie in den Hörproben:
    Zurzeit (3. Dezember 2010) kann das vollständige Album auf souterraintransmissions.com gut gefunden werden.

  3. Frogg Café – Bateless Edge
    „Will you understand I’ve tried with all the strength of a thousand men alone?“ (From the Fence)

    Mein erster Eindruck von „Bateless Edge“ hallt noch nach, und der Rest der Musik hörenden Insinternetschreiber stimmt in das Loblied ein. Auch auf ROCKTIMES.de werden die auf das Album gepressten Lieder einzeln analysiert und gelobt, und, obwohl mich die Assoziation mit Echolyn eher verwundert, da liegt der Lobende richtig.

    Und was ich im August schrieb, bleibt gültig:

    Sicher ist avantgardistischer Jazzrock keine spektakuläre neue Erfindung. Frogg Café machen aber auf „Bateless Edge“ alles genau richtig. Sie erfinden das Rad nicht neu, das erwartet auch niemand. Sie konstruieren hingegen aus dem, was die Handwerker vorangegangener Generationen zurückgelassen haben, ein eigenes Rad, das so noch nie da gewesen ist. Und es macht verdammt viel Spaß, mit ihm zu fahren, auch, wenn es eine Steigung zu überwinden gibt. Die grünen Wiesen im Tal hinter der Steigung sind es allemal wert.

    Irgendwann hieß es einmal, Frogg Café seien Frank-Zappa-Kopisten im, so weit dies möglich ist, positiven Sinn. Diese Zeit ist spätestens mit „Bateless Edge“ vorbei. Sie frönen zwar auch weiterhin der angejazzten Frickelei, klingen aber unverkennbar und eigenständig. Sie hatten hörbar Spaß bei den Aufnahmen, und diesen Spaß geben sie an den Hörer weiter. Ich meine, dafür kann man ihnen eigentlich gar nicht genug danken.

    Bei einer Gruppe wie Frogg Café lohnt es sich übrigens sehr, auf die Instrumentalarbeit zu achten.

    Daher empfehle ich folgende Hörprobe:
    Auf YouTube.com ist derzeit mit dem gesangsfreien Belgian Boogie Board das letzte Stück des Albums in voller Länge zu hören. Unverändert hörenswert!

  4. Kayo Dot – Coyote
    „Who knows who I am anymore?“ (Calonyction Girl)

    Bei der Rezension zu Zola Jesus‚ „Stridulum“ habe ich oben bereits einen Nebensatz den Kammerrockern Kayo Dot gewidmet, nun ist mir das Album „Coyote“ aber doch noch einen eigenen Abschnitt, quasi ein Apropos, wert, da ich es just in diesem Moment wieder höre und feststelle, dass es einen Platz in dieser Liste allemal verdient hat.

    Nun, was ist „Coyote“? „Coyote“ ist, glaubt man der englischsprachigen Wikipedia und anderen Quellen, eine vertonte, fast autobiografische Kurzgeschichte, ursprünglich verfasst von der an Brustkrebs erkrankten Künstlerin Yuko Sueta, einer Vertrauten der Musiker.

    Wer 2009 meinem Kaufbefehl für das aktuelle Album von maudlin of the Well gefolgt ist, der weiß bereits ungefähr, was ihn auf „Coyote“ erwartet: Träge schleppen sich die Instrumente durch das in fünf „Kapitel“ aufgeteilte Konzeptstück, Toby Driver singt quälend von Angst, Verlust und ähnlichen unschönen Substantiven, unterstützt von drei Blechbläsern. Im zweiten Stück, Whisper Ineffable, bestimmt Schlagzeuger David Bodie streckenweise, in welche Richtung der Hörer sich geistig wenden sollte, und trotz des wie aus weiter Ferne herüberklingenden, klagenden Gesangs, den der geneigte Hörer vielleicht noch von früheren Aufnahmen von Kayo Dot kennt, merkt man, dass der Frontmann auch gern mal Metalalben aufnimmt. Ein Amazon-Rezensent schrieb treffend: Harter Stoff.

    Irgendwo las ich, wohl wegen des Gesangs, Kayo Dot wären hier klanglich von der Szene um The Cure nicht weit entfernt, aber da ich The Cure nicht ausstehen kann, wäre mir das wohl aufgefallen. Viel prägnanter ist die stilistische Nähe zu Henry Cow, die ihrerzeit ebenso schräge und dissonante Töne hervorbrachten, und Univers Zero, die gleichfalls zeitweise ein Faible für sich gemächlich dahinschleppenden Melodien mit treibendem Rhythmus hatten.

    Achim Breiling schrieb:

    Eine Postrock-Suite in fünf Teilen hat Toby Driver hier komponiert, die, wie schon die Musik auf „Blue Lambency Downward“ und im Gegensatz zu den Klängen auf den ersten beiden Alben der Band, keine metallischen Ingredienzien mehr aufweist. Ein ziemlich schräges, reichlich dissonantes Gemenge jenseits normaler Rockstrukturen wird hier geboten, welches durch Mia Matsumiyas Violine und die Beiträge der Bläser in deutlich kammerprogressive Gefilde gerät.

    Der Postrock ist eine vielschichtige Schublade; auch das sei damit bewiesen.

    Hörproben:
    Neugierige und grundsätzlich an ungewöhnlicher Musik Interessierte – also vermutlich die meisten von euch, liebe Leser, die ihr es bis hierher tapfer ertragen habt – können derzeit das Album auf Last.fm anhören und toll finden.

  5. Devo – Something for Everybody
    „What we do is what we do, it’s all the same, there’s nothing new“ (What We Do)

    Ich habe in den letzten Monaten recht viele Texte über dumme Menschen verfasst, unter anderem den über Niveaulimbo. Da passt es gut, dass Devo wieder etwas veröffentlicht haben.

    Devo“ steht für „De-Evolution“, also die Theorie, dass sich der Mensch keineswegs fort-, sondern zurückentwickelt. Tatsächlich gibt es für die fortschreitende Deevolution des Menschen viele Anhaltspunkte, zum Beispiel die konstant überdurchschnittlichen Umfragewerte für die CDU. Das (also das mit der Deevolution, nicht unbedingt das mit der CDU) erscheint jetzt wahrscheinlich wie ein Scherz und das ist es wohl auch, dennoch ist Devo in seltsamen Kostümen bereits seit 1972 existent und wird damit wohl auch in absehbarer Zeit nicht einfach aufhören.

    Musikjournalisten stecken Devo gern in das Genre „New Wave“, weil sie nun einmal irgendwas schreiben müssen und Genrebezeichnungen sich immer gut in so einer Infobox machen und die Musiker ein bisschen aussehen wie The Buggles vor bald 30 Jahren und auch irgendwie seltsame, genretypisch wie aus der Retorte klingende Musik mit viel Keyboardeinsatz und Stampfrhythmus machen, aber Genres sind grundsätzlich meist Unsinn.

    Vermutlich werden Freunde des 80er-Jahre-New-Waves an Devo Gefallen finden, andersherum gilt das hingegen nicht. Vermutlich spaltet der Gesang von Mark Mothersbaugh die Gemüter ebenso wie der von Trevor Horn, der 1979 Video Killed the Radio Star, dessen Text man eigentlich auch mal im Musikunterricht in der Schule analysieren lassen sollte, um die bis heute ungeminderte Bedeutung zu verstehen zu lehren, intonierte und dabei Herrn Mothersbaugh nicht unähnlich klang und sich auch nicht unähnlich kleidete, was sich immerhin bis 2004 nicht nennenswert geändert hat; aber ich schweife ab. Um die Buggles geht es hier nicht.

    Wer auch hier gern ein einfaches Adjektiv als Zusammenfassung lesen würde, den ignoriere ich dreist. Auf „Something for Everybody“ nämlich ist etwas zu hören, was etwas ausführlicher Beschreibung bedürfte, wäre das Schreiben über Musik nicht ungefähr so produktiv wie das Singen von Gemälden. „Something for Everybody“ ist selbstironisch, albern, durchgedreht und überhaupt ganz schön retro. Genre gefällig? Ich glaube, „New Dance Wave“ hat meines Wissens noch keiner benutzt. Dann mache ich das jetzt und ziehe das Fazit:

    Bei Devo bleibt man sich treu. „It’s all the same, there’s nothing new.“
    Hoffen wir, dass auch weiterhin keine De-Evolution bei ihnen eintreten wird.

    Hörproben:
    Auf Amazon.de sind Liedschnipsel von jeweils etwa 30 Sekunden Länge zu hören.

  6. Mose Giganticus – Gift Horse
    „Now I’m in too deep, all I have left is sleep“ (The Seventh Seal)

    Lasst uns gemeinsam ein kleines Gedankenexperiment durchführen.

    Was wäre, wenn die Böhsen Onkelz einen Sänger, der diesen Namen verdient, engagiert und das mit der ständigen Politik in den Texten gar nicht erst angefangen hätten?

    Vermutlich hätten sie dann statt ihrer von ihres Frontmanns grausigem Gegröle übertönten, aber handwerklich soliden Alben solche veröffentlicht, wie sie stattdessen von Mastodon oder eben Mose Giganticus aufgenommen werden und positiven Anklang finden, zum Beispiel bei mir.

    Mose Giganticus„, riesiger Moses? Die Geschichte hinter dem Namen hat weniger mit Christentum zu tun als man zunächst vermuten könnte. Wie Sänger, Multiinstrumentalist und alleiniges festes Bandmitglied Matt Garfield zu Protokoll gab, ist „Mose Giganticus“ eine Verballhornung von „most gigantic“, „am gigantischsten“ also. Auf „Gift Horse“ wird es dennoch ausnahmsweise christlich, denn die Texte des Albums sind aus der Perspektive Gottes sowie Satans verfasst, die sich miteinander unterhalten, und werden auch als ebensolche vorgetragen. Der Text des abschließenden The Seventh Seal übrigens wurde angeblich von ausgerechnet Genesis inspiriert.

    Nein, Matt Garfield ist kein zweiter Neal Morse oder sonst ein radiokompatibler Knödelinterpret. Auf „Gift Horse“ wird gebrettert und gebratzt, dass die Wände wackeln, und der Mann hat eine Stimme, für die andere selbst ernannte Metalsänger lange und hart trainieren müssen, und er kann nicht nur singen, sondern beherrscht auch seine Instrumente vorzüglich. Dream Theater kommt da manchem Rezensenten wohl in den Sinn, die allerdings fragiler und weniger brachial musizieren.

    Zwischen Metal, Grunge und Death-irgendwas schwingt das Album herum, The Seventh Sea lässt mich an My Own Private Alaska denken und damit eben doch wieder an Grunge. Es ist angenehm, ein Album innerhalb bestimmter Genregrenzen ansiedeln zu können, weil man sich dann beim dritten oder vierten Hördurchlauf die Mühe spart, noch weitere Einflüsse herauszuhören, damit man noch etwas mehr hat, was man über es schreiben kann.

    Es gibt Leute, die von Zeit zu Zeit das Bedürfnis verspüren, sich dem zelebrierten Lärm hinzugeben. Zu diesen Leuten gehöre auch ich, und ich halte „Gift Horse“ bei der Lärmauswahl für einen geeigneten Kandidaten.

    Für Hörproben ist gesorgt:
    Das Myspace-Profil (heißt das inzwischen eigentlich offiziell „My_“?) von Mose Giganticus ermöglicht einen kurzen Einblick in „Gift Horse“, zu dessen Konsum ich hiermit erfolgreich angeregt zu haben hoffe.

  7. Scumbucket – Sarsaparilla
    „The world is now bleeding, and silent tears will flow“ (Kennedy’s Blues)

    Da wir gerade beim Thema „Musik zum Rumhüpfen“ waren, möchte ich auch nicht weit abschweifen. Das Wort „Schweinerock“ haben sicher die meisten von euch, liebe Leser, schon einmal gehört. Zwar weiß ich nicht so genau, was sich die Erfinder des Wortes ursprünglich darunter vorgestellt haben, aber das Album „Sarsaparilla“ klingt so, wie ich mir beim ersten Hördurchlauf dieses Albums Musik vorstellte, die man „Schweinerock“ nennen könnte.

    Manchmal (Pray for the Devil Ray) klingt das dann wie Nirvana, manchmal wie eine erträgliche Version von Placebo, oft jedenfalls aber immerhin wie eine Band, die „Indie“ nicht für das hält, was Tocotronic so machen. Namedropping zu betreiben erscheint hier aber beinahe fehl am Platz, betreibt das doch die Fantasie des Autors dieser Zeilen schon in ausreichendem Maße und somit auch Scumbucket selbst, denn „Sarsaparilla“ kannte ich, ich gebe es zu, bislang nur als Lieblingsnahrung der Schlümpfe und hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, ob es wie etwa Naphthalin, die Leibspeise von Gamma aus einigen Micky-Maus-Bildgeschichten, eine tatsächliche Bedeutung hat; hat es aber, denn mehrere Quellen weisen darauf hin, dass die Raue Stechwinde diesen Namen trägt.

    „Was für eine langweilige Erklärung!“ denkt sich nun der Leser, daher lasse ich die Spongebob-Referenz nun auch weg und kehre zur Musik zurück. Auf die Selbstbeschreibung seitens der Musiker sollte man sich nicht verlassen, denn die ist Quatsch:

    Für viele Musiker, Kritiker und vor allem Fans gelten Scumbucket als die Vorreiter und Urväter der deutschen Gitarrenmusik.

    Wahr ist: Das, was die drei Koblenzer (an der Gitarre: Blackmail-Musiker Kurt Ebelhäuser) auf „Sarsaparilla“ von sich geben, ist gitarrenorientierter Indie-Rock mindestens anderthalbster Güte. (Warum ich bei Call Me Anyone an Nickelback denken muss, weiß ich nicht, vielleicht habe ich Nickelback auch einfach nur lange genug nicht gehört.) Der Gesang, ungewöhnlich für diese Sparte, passt zur gespielten Musik, und auch sonst ist „Sarsaparilla“ ein Album, das man als Rückschauer mal erwähnt haben sollte, weil man es sonst vermutlich irgendwann bereut.

    Abrupt schließe ich diese Rezension, bevor ich endgültig den Faden verliere:
    Wer Ohren hat, der höre, bevorzugt auf der My_-Seite des Trios.

  8. Autolux – Transit Transit
    „No more thoughts from moving mountains“ (High Chair)

    Peter wunderte sich, als ich (hier) bekanntgab, Autolux‚ neues Album zu einem meiner mittlerweile in stattlicher Anzahl ernannten Lieblingsalben des Jahres kürte, und ich konnte es auch erst nicht fassen, dass diese Band, deren Zweitling „Future Perfect“ von 2004 mich nicht vom Hocker riss, es nun doch geschafft hatte. Auf „Transit Transit“ hat das Trio aus Los Angeles („Ju Es Äih“, c/o „Far Out“) das ihrem Stil noch fehlende gewisse Etwas hinzugefügt und mich begeistert; so schnell kann’s gehen.

    „Alternative Rock“, aber auch „nur schwer einem Genre zuzuordnen“ – während ich diese Zeilen schreibe, entferne ich diese Wirrnis aus dem deutschen Wikipediaartikel zu Autolux – ist vermutlich eine ganz gute Beschreibung dessen, was den geneigten Hörer erwartet:

    Autolux verbinden den scheppernden Noiserock der früheren Raveonettes mit sorglosem Gesang, der mal ein bisschen wie Portugal. The Man, mal ein bisschen wie The Amber Light und mal ein bisschen wie der drogenschwangere Psychedelic Rock der späten 60-er Jahre klingt, und streuen eine Prise Postrock darüber. Hierbei ist das sechsminütige The Science of Imaginary Solutions bereits das längste Stück auf dem Album, verschwurbelte Arroganz ist also nicht zu befürchten.

    Fur unbedingt hörenswert befinde ich das verzerrte Headless Sky und das dandywarholsesque Supertoys, aber die anderen Lieder sind mit Ausnahme des belanglosen Titelstücks auch nicht übel; will sagen, „Transit Transit“ an sich ist unbedingt hörenswert, und ich betone ausdrücklich, dass ich nicht „eigentlich“ schrieb. Was mich an „Transit Transit“ begeistert, ist die Selbstverständlichkeit, mit der Autolux hier agieren. Unverkrampften psychedelischen Noiserock hatte die Musikwelt schon ein paar Dekaden lang nicht mehr regelmäßig im Angebot.

    „Transit Transit“ sollte man als musikaffiner Mitmensch in diesem Jahr zumindest einmal gehört haben, damit der Kulturpessimismus, der sich beim Blick auf die aktuellen Hitparaden zwangsläufig einzustellen beabsichtigt, noch ein weiteres Jahr die Klappe hält. Will noch irgendjemand meine zwei, drei, sieben oder einundzwanzig „Top-Alben 2010“ in Erfahrung bringen, weil ihm irgendwelche Ranglisten wichtiger sind als die von mir bevorzugte Prosaform, dann darf er diesem Text gern entnehmen, dass „Transit Transit“ da, bittesehr, auf jeden Fall hineingehört. Ich selbst verzichte allerdings darauf, Ranglisten zu führen, denn das, was ich in meinen Rückschauen empfehle, ist grundsätzlich ohne Tendenzen und Nuancen spitze, versteht sich. Wer braucht das „Album des Jahres“, wenn er derer gleich mehrere haben kann?

    Und wer es noch ein bisschen genauer wissen möchte, wie spitze „Transit Transit“ eigentlich ist, der wird auf der My-irgendwas-Seite von Autolux fündig, auf der als Hörproben gegenwärtig (11. Dezember 2010) einige Auszüge aus dem Album zu finden sind.

  9. Extra Life – Made Flesh
    „Too much life, so much life that we die“ (Voluptuous Life)

    Bereits im September, wie regelmäßige Leser meiner Publikationen wissen, wollte ich dieses Album rezensieren, allerdings kam etwas dazwischen. Eine ausführliche Würdigung hat „Made Flesh“ aber noch immer verdient. Sie folgt:

    Extra Life ist ein Folkrock-/RIO-Quintett aus Brooklyn (schon wieder „Ju Es Äih“), und so seltsam, wie man sich diese Kombination vorstellt, klingt „Made Flesh“ dann auch. Das Violinen- und Mandolinenspiel von Caley Monahon-Ward und der diatonische Gesang von Frontmann und Gitarrist Charlie Looker, ehemals Zs, einerseits und der experimentelle Avantgarde-Rock der Mitstreiter andererseits klingen zweifelsohne ungewohnt auch für jene, denen Vertreter beider Stilrichtungen (Circulus kommt mir da in den Sinn) bereits bekannt sind.

    „Progressiv“ bedeutet in bloßer Übersetzung „fortschrittlich“, und so ist die auf „Made Flesh“ gepresste Klangwelt, die zwei bereits bekannte Welten zu einer neuen verbindet, im Wortsinne eben „Progressive Rock“. Laut My-irgendwas-Profil zählen unter anderem John Coltrane und Steeleye Span zu den musikalischen Vorbildern der Beteiligen, aber was bedeutet diese Angabe, wenn das Resultat der Beeinflussung eben völlig eigenständig ist? Als ich für den deutschen Wikipedia-Artikel zur Band recherchierte, fand ich unter anderem diese Rezension zu „Made Flesh“, deren Autor Extra Life attestiert, sie gehörten zu den Musikgruppen, die ständig die Grenzen von Genres und Popmusik ausloten. Das ist, wie ich meine, eine treffende Beobachtung.

    „Made Flesh“ ist, man erkennt es bereits am Namen, ein Konzeptalbum zum Thema Körperkult. Das abschließende The Body Is True fasst das Album textlich zusammen: Der Mensch, ständig nach optischer Perfektion und darauf aufbauender Zweisamkeit strebend, bleibt doch nur ein Sklave seiner eigenen Vergänglichkeit.

    Share with me, share with me the doomed flesh I made.
    Masterpiece! Masterpiece!
    The fine physique of a slave.

    Mitunter, etwa in Easter, wird es kakophonisch, eine „apokalyptische Klangmasse aus einzelnen minimalistischen Klangfiguren, die sich unerbittlich in die Gehörgänge einhämmern und einfräsen“ (Jochen Rindfrey, hier). So kommen auch Freunde der weniger harmonischen Klänge, die etwa Henry Cow schätzen, auf ihre Kosten.

    Hörproben:
    Connoisseurs empfehle ich diese Liveversion von Easter, ansonsten gibt es auf Amazon.com 30-sekündige Ausschnitte aus „Made Flesh“ zu hören.

  10. The WindMill – To be continued…
    „Why is everything so hard to appreciate?“ (Don’t Be Afraid)

    Eine Sonderstellung in dieser Liste nimmt „To be continued…“ ein, denn es ist zwar ebenso spitze wie die anderen hier genannten Alben, jedoch spreche ich in diesem Fall keine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus, ohne ein wenig zu meckern:

    Steht der Gesang bei Extra Life im Vordergrund, kann man ihn bei The WindMill, lustigerweise (oder absichtlich?) bei Windmill Records unter Vertrag, beinahe vernachlässigen. Zwar wird auf „To Be Continued…“ gesungen, aber überwiegend agieren die Norweger instrumental mit Inspiration von Camel und Caravan, und wenn Morton Clason losflötet, kommt auch mal Jethro Tull durch. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie vor allem eine Rockband sind, mäandernde Wolken aus Synthesizern oder jedenfalls Keyboards hier also nicht ständig produziert werden.

    Achja, der Gesang. Es ist eigentlich schade, dass er aufgenommen wurde, denn ohne ihn würde „To be continued…“, wenn mich das kurze Überfliegen der einschlägigen Rezensionen nicht trog, deutlich positiveren Anklang finden. Ihn zu ignorieren ist unterschiedlich schwierig, gerade, wenn man wie ich bei Musik immer auch auf die Texte achtet. Er wirkt, oft (etwa im Balladenteil von A Day in a Hero’s Life) ein wenig zu sehr in den Vordergrund gemischt, meist deplatziert und aufgesetzt, mitunter auch gelangweilt, und vielleicht wäre es besser gewesen, The WindMill hätten auf ihn verzichtet.

    Nun aber genug der Meckerei, denn trotzdem reicht es noch nicht, um „To be continued…“ aus der Rückschau zu werfen, es ist musikalisch zu gut. Der instrumentale Einstieg Cinnamon ist ein feines Stück Retro-Prog, das folgende The Colour of Seasons, ein retroprog-orientiertes Rockstück, wartet sogar, obigen Abschnitt durchaus berücksichtigt, mit Gesang auf, der zur Musik passt. Fast bin ich geneigt, beim Hören dieses Liedes vom Sofa aufzuspringen und zu rufen: „Na bitte, es geht doch!“.

    Im Mittelpunkt steht aber das fast 22-minütige A Day in a Hero’s Life, ein mehrteiliger longtrack, der im Ausland besser ankommt als in Deutschland:

    This is an epic in the Yes and Genesis vein. It is also a pretty heavy prog track which leads my thoughts over to Rush too. Not to mention Jethro Tull at Aqualong (sic). A Day in a Hero’s Life is an excellent epic and a proof that this band has a lot of different arrows in their armory.

    Wirklich schlecht ist „To be continued…“ nicht, ebenso wie ich allerdings auch das vielfach verrissene „Pure“ von Pendragon, mit denen The WindMill mitunter verglichen werden, mag. Etwas weniger anstrengender Gesang wäre schön; und dann kann es sein, dass das Nachfolgealbum mir so richtig gut gefällt und ich aufhöre zu meckern. Freunde soliden Neoprogs, die auch gegen Pendragon und IQ nichts einzuwenden haben, können mit diesem Album jedenfalls nicht viel verkehrt machen.

    Als Hörprobe lässt sich The Colour of Seasons derzeit auf YouTube konsumieren. Man möge dies tun!

  11. The High Confessions – Turning Lead Into Gold With The High Confessions
    „The bullets fly back to the gun“ (Mistaken For Cops)

    Für die halbjährliche Dosis The Velvet Underground ist diesmal jedenfalls teilweise das Debütalbum dieser supergroup mit Chris Connelly (u.a. Ministry), Steve Shelley (Sonic Youth), Sanford Parker (Minsk) und Jeremy Lemos (White/Light) mit dem obskuren Retro-Albentitel zuständig. Aus zwei von The Velvet Underground beeinflussten Noise-Rock-Bands und zwei Metalbands setzen sich also die Wurzeln der High Confessions, der „hohen Bekenntnisse“, zusammen, und wozu sich die vier Herren bekennen, wird schnell klar:

    Die repetitiven Strukturen mit dem Wechsel von Gitarre und Gesang sowie der treibende Rhythmus, die bereits im ersten Stück Mistaken For Cops auffallen, ließen mich schon beim ersten Hören an die VU-Glanztaten I Can’t Stand It und Sister Ray denken. Wer nun aber eine bloße Kopie vermutet, der hat sich geschnitten und sollte etwas tun, bevor er hier alles vollblutet; mitnichten sind The High Confessions ein weiterer Versuch, nur wie die alten Helden zu klingen, denn hinter all dem steht ein eigenes Konzept.

    Mistaken For Cops ist mit 4:03 Minuten das kürzeste Stück des Albums, es folgen zwei Elf- und ein Siebzehnminüter in umgekehrter Reihenfolge. Als fünftes und letztes Stück steht Chlorine And Crystal auf der Titelliste, das es auch auf immerhin neuneinhalb Minuten bringt und wie eine weniger angestaubte Inkarnation der Talking Heads klingt. „Talking Heads„, fragt mich nun der aufmerksame Leser, „was haben die denn mit VU zu tun?“ – nun: Nichts. Wie ich schon schrieb, wird hier mehr als nur der Pflege alten Kulturguts gefrönt.

    Along Came The Dogs, stolze 17:07 Minuten lang, ist zum Beispiel eher eine Klangcollage als ein tatsächliches „Lied“. Los geht es mit Trommelwirbel, leise setzt Bassbrummen ein, ab 1:36 Minuten sind dann Stimmen zu hören, die etwas von Hunden dahermurmeln und -rufen. Nach fünfeinhalb Minuten verstimmt dann schließlich die letzte Stimme, zu Little-Drummer-Boy-Trommeln fiept, brummt und surrt es elektronisch. Zwei Minuten später setzen erneut Stimmen ein, die sich in einen monotonen Sprechgesang hineinsteigern, während die Hintergrundgeräusche mit Gitarren- und Keyboardeinwürfen bedrohlich anschwellen und erst ab etwa 14:30 langsam abebben, um sich zum Ende hin nochmals in Feedback zu entladen. „Post-Psychedelic“ nennen das die schubladenwütigen Musikjournalisten wohl heutzutage, und obwohl sich Parallelen zu etwa Pink Floyd doch mitunter zeigen, so wäre dies ungerecht. Ekstatisch und hypnotisch kommt Along Came The Dogs daher und bleibt dabei fesselnd; „Atmosphäre“ heißt das Zauberwort hier, denn damit steht und fällt so ein Konzept, und vom Fallen kann hier keine Rede sein.

    Auch die übrigen beiden Stücke, Dead Tenements und The Listener, funktionieren nach diesem Prinzip, obgleich diese weniger collagenartig sind. Ich bin versucht, The Listener als Postrock zu bezeichnen, denn mit seinem trägen Rhythmus und dem entrückten, leicht schrägen Gesang könnte es auch von A Silver Mt. Zion stammen. (Auf Amazon.de geht „Turning Lead Into Gold With The High Confessions“ übrigens ohne weitere Differenzierung als „Post-Rock-Album“ durch. Amazon.de ist doof.)

    „Turning Lead Into Gold With The High Confessions“ ist ein anstrengendes, aber auch vielseitiges Album. Wer Musik gern auch ein wenig Zeit lässt, sich zu entfalten, dessen Anstrengungen belohnen die High Confessions recht bald, und ihr Lohn ist kein geringer.

    Zum Anfixen verweise ich auf diese Hörproben:
    Während Amazon.de mit den üblichen 30-sekündigen Ausschnitten aufwartet, kann man derzeit (12. Dezember 2010) Mistaken For Cops und Chlorine And Crystal in voller Länge auf der My-irgendwas-Profilseite der Band hören.

  12. For A Minor Reflection – Höldum í átt að óreiðu

    Aus Island kommen Björk, eine lustige Sprache und Sigur Rós, für sphärische Instrumentalmusik bietet die Gegend offenbar einen guten Nährboden. Entsprechend entspannend geht es bei den instrumentalen Postrockern For A Minor Reflection voran, deren in diesem Jahr veröffentlichtes Album „Höldum í átt að óreiðu“ bezeichnenderweise in den Sigur-Rós-Studios aufgenommen wurde.

    Mitunter liest man Vergleiche mit Mogwai, etwa von Sigur Rós höchstselbst, aber trotz dieses schmeichelhaften Vergleichs klingt „Höldum í átt að óreiðu“ vor allem skandinavisch. Das kann man auch, wie etwa in dieser ansonsten eher unnetten Kritik, so ausdrücken:

    Entgegen dem Albumtitel, was soviel heißt wie „Auf’s Chaos zusteuern“, bestimmen liebliche Melodien und ein insgesamt helles Timbre die Platte; an lauten Schlagzeugeinlagen fehlt es trotzdem nicht.

    Ja, hier und da wird es auch mal schrammel-postrockig, etwa dann, wenn in Kastljós die Gitarrenwände auf den Hörer einprasseln, wie Wände das eben so machen; aber For A Minor Reflection kann auch anders, wie etwa Sjáumst Í Virginíu und insbesondere das fröhlich-beschwingte Dansi Dans (mit Klavierintro!) zeigen, dann nämlich zeigen die Isländer ihre Stärke, eben auch mal in alter Sigur-Rós-Manier – isländisch eben – mit sanften Tönen zu musizieren.

    Ich behaupte: Wer instrumentalen Postrock schätzt, der nicht nur brachial, sondern auch mal dezent sein darf, dem wird „Höldum í átt að óreiðu“ gefallen; wer damit bislang nicht viel anfangen kann, dem empfehle ich, zumindest einmal in dieses Album hineinzuhören.

    Bevorzugt mit diesen Hörproben:
    Auf YouTube stehen prima Liveaufnahmen von Kastljós )mit viel blödem Vorgeplänkel) und Dansi Dans (mit ohne blödes Vorgeplänkel) zur Verfügung.

  13. Dear John Letter – Part & Fragment
    „I’m a shaky hand, I’m a restless leg…“ (You Remain Unshakeably Calm)

    Dear John Letter, meine persönlichen Götter auf dem eigens für sie errichteten Alternative-Psychedelic-Postrock-Olymp, haben sich ihren Stammplatz in meinen Rückschauen mit ihrer Musik hart erkämpft und so nicht erst seit dem überwältigenden Konzert in Braunschweig gesichert.

    Mit dem Plattenvertrag, der nach der Veröffentlichung des Debüts vor zweieinhalb Jahren (ich berichtete) geschlossen wurde, hat sich nicht viel geändert. „Part & Fragment“ ist weniger kantig als die vorigen Tonträger und wirkt aufgrund der teilweise fließenden Übergänge wie ein einziges Musikstück aus mehreren, dafür vergleichsweise kurzen Teilen. Die Betonung (ich berichtete ebenfalls) liegt auf einer anderen Stärke von Dear John Letter, der zelebrierten Hypnose nämlich:

    Eine Abwendung vom Postrock wurde attestiert, und auch, wenn sich das Album nicht bloß in die Worte „klingt wie Postrock mit prima Gesang“ kleiden lässt, so ist doch keinesfalls eine Abkehr zu hören, sondern vielmehr eine Ergänzung. Zu den gewohnten Tönen (Mogwai, Oceansize, Amplifier, eine Prise Pink Floyd) stoßen neue Einflüsse, der dies für mich am beeindruckendsten demonstrierende Part ist das abschließende Gitarrensolo in House of Leaves, das mir auch endlich erklärt, wieso Peter Led-Zeppelin-Remineszenzen aus der Vergleichsschublade kramte, die andererseits trotz wunderbarer Momente wie etwa Achilles’ Last Stand nie so detailverliebt zu Werke gingen.

    „Part & Fragment“, „teile und zerbrich“? Dies ist eine mögliche Bedeutung des Titels, und es möge Dear John Letter so bald nicht widerfahren. Großartige Musik gerade während der kalten Wintertage. Es muss ja nicht immer Last Christmas sein.

    Hörproben:
    Vom eröffnenden You Remain Unshakeably Calm gibt es auf YouTube ein radio edit, eine Radioversion also, die es wohl nie in deutsche Radiosender schaffen wird. Das spricht nicht für die Qualität des Rundfunks, lässt mich aber hoffen, dass es auch weiterhin nicht zu einer dem bloßen Ausverkauf geschuldeten Orientierung an aktueller Popmusik kommen wird.

  14. U.S. Christmas – Run Thick In The Night
    „Leave your body, it is ruined“ (Fire Is Sleeping)

    Zum Abschluss der Hauptliste wird es dann zumindest namentlich, passend zur Jahreszeit, weihnachtlich:
    U.S. Christmas, kurz USX, heißt zwar so, hat aber mit Weihnachten ansonsten nichts zu tun.

    Ich greife mal willkürlich das eröffnende In The Night heraus, 12:57 Minuten lang. Es ertönt ein Postrockrhythmus, ab etwa zwei Minuten setzt klagender Gesang mit viel Hall ein, Gitarrenwände werden aufgeschichtet und kollabieren, den Einstürzenden Neubauten nicht unähnlich, am Ende des Stückes. Ich greife Suzerain heraus, 8 Minuten und 46 Sekunden lang, und höre das gleiche.

    Aber es bleibt nicht dabei. Ephraim In The Stars klingt mit seiner clean gespielten Gitarre, den Streichern und den Chören wie eine Kollaboration von Her Name Is Calla mit Pure Reason Revolution auf „The Dark Third“ und ein bisschen Wive. The Moon In Flesh And Bone lebt von Nate Halls klagendem Gesang und lässt mich dann doch noch mal A Silver Mt. Zion als Referenz heranziehen. Das kurze Fire Is Sleeping könnte auch Anhänger von John Cales experimentelleren Stücken verzücken.

    Anderswo nennt man das, was hier ertönt, einen „Spaghettiwestern“, und ich finde den Vergleich blöd, weil ich auch Western blöd finde. Schöner vergleicht dieser Rezensent:

    Bereits im dreizehnminütigen Eröffnungssong In The Night ziehen US CHRISTMAS alle Register von dröhnenden Riffs über wabernde Gitarren- und Synthieflächen bis hin zu von Tribal-Rhythmik unterlegtem und mit akustischen Einsprengseln versehenen Space Rock inklusive der allseits beliebten „Raumschiffkommandobrückengeräusche“, wie sie durch HAWKWIND populär gemacht wurden. Die Übergänge gestalten die Amerikaner dabei derart subtil und unauffällig, dass man gar nicht erst auf Worte wie „kopflastiges Konstrukt“ oder „Stilbruch“ kommt. Das Sextett aus North Carolina lässt vor allem in den langen Stücken einfach mal die eine, mal die andere Spielart Oberhand gewinnen, ohne dass es zu Rangordnungskämpfen kommen könnte. Wozu auch, denn man hat ja Zeit und weiß sie zu nutzen.

    Interessant liest sich übrigens auch die Gästeliste. Sanford Parker, unter anderem Mitglied der oben bereits gewürdigten The High Confessions, spielt auf „Run Thick In The Night“ ein „über den Boden gezerrtes Tamburin“. Kicher.

    Hörproben:
    Auszüge aus dem Album gibt es auf Amazon.de sowie auf My-irgendwas zu hören.

Nachdem ihr nun euer Konto für einige prima Musikalben geleert habt, lege ich quasi als Dreingabe drei schöne gratis und legal herunterladbare Werke obendrauf. Sie folgen umgehend:

2. Kost‘ nix und klingt gut.

  1. The Boiler – Order From Noise

    The Boiler aus Münster gibt es seit Oktober nicht mehr, zum Abschied haben sie jedoch diesen schönen EP mit fünf am Metal etwa der Stolen Babies orientierten Stücken von insgesamt über 20 Minuten Länge hinterlassen.

    Coheed and Cambria werden als Vergleichsobjekt benutzt, besondere Erwähnung verdient jedoch Sängerin Alina, die auf Fotos immer ein bisschen blöd guckt, aber eine beeindruckende Stimme vorweisen kann. Zwei der vier Mitglieder finden Complicate überragend, mir gefällt besonders One Missing.

    Was nun definitiv das bessere Lied ist, möge der geneigte Leser selbst entscheiden, auf My-irgendwas ist „Order From Noise“, der „Befehl vom Krach“ also, vollständig als Stream verfügbar.

    Bezugsquellen:
    „Order From Noise“ könnt ihr zum Beispiel auf der Internetseite der Band sowie natürlich via eMule herunterladen.

  2. Pet Slimmers of the Year – …And The Sky Fell

    Bei Peter fand ich diesen EP von dem für prima Postrock inzwischen einschlägig bekannten Netlabel Lost Children, eine (in gewohnt kreativer Schreibweise)

    grossartiges Bolzerei. Elegnate Flanken und wuchtige musikalische Grätschen. Eine feine instrumentale Mischung aus Metal und Post-Rock von Pet Slimmers Of The Year.

    Zwar wird auch vokal intoniert, aber das ist laut Aussage der Musiker nicht beachtenswert:

    From the mournful grey shadows of the English winter in early 2008, three friends sought to create something new and exciting with sounds alone. There are few words, they are not redundant.

    Auf etwas mehr als 20 Minuten kommen Pet Slimmers of the Year, obwohl sie ebenfalls mit „nur“ fünf Stücken auskommen. Allein I Am The Ocean ist über 12 Minuten lang. Musikalisch verwandt mit God Is An Astronaut und Nihiling, komplett anzuhören auf Archive.org.

    Bezugsquellen:
    Außer dem Download auf Archive.org gibt es auch den üblichen Download via eMule.

  3. mona de bo – nekavejies šis ir speles ar tevi

    mona de bo in einem Wort: Filmmusik. Als einziger der drei hier aufgeführten Gratisdownloads ist „nekavejies šis ir speles ar tevi“ ein richtiges Album von fast 70 Minuten Länge. Von Drones durchsetzter Postrock instrumentaler Natur wird hier geboten, vergleichbar zum Beispiel mit Earth, aber auch Sunn O))) und Dead Can Dance bieten Vergleichspunkte.

    Cineasten dürften von diesem Album begeistert sein, die Mischung aus dröhnenden Drones und queenesquer Theatralik weiß aber auch andere, etwa mich, zu überzeugen. Feines Album, das.

    Bezugsquellen:
    Man kann das Album für 10 Euro plus Versand bei der Band bestellen oder im MP3-Format dort herunterladen. Wer seine E-Mail-Adresse lieber nicht in irgendwelchen Formularen im Internet eintragen möchte, der wird auch bei eMule fündig.

Nicht alles war in diesem Jahr aber musikalisch prima. Zum Halbjahr schrieb ich, ich hoffe für die zweite Rückschau 2010 auf mehr furchtbaren Schrott, über den ich mich aufregen kann. Diese Aufgabe wurde bravourös gelöst, ein Auszug folgt, wie üblich, in Kurzform:

3. Grausame Klänge.

  1. Anathema – We’re here because we’re here
    Na, wenn das der einzige Grund ist…?
  2. Tempano – Selective Memory
    Eine viel versprechende Einleitung, aber dann doch nur Weichspülgesang über einschläfernden Melodien. Schade!
  3. Mystery – One among the living
    Dream Theater für wirklich sehr, sehr Arme.
  4. The Pineapple Thief – Someone Here Is Missing
    Worst Of Porcupine Tree
  5. Grinderman – Grinderman 2
    So sehr ich mir auch Mühe gebe: Ich verstehe nicht, was Nick Cave mit diesem Album sagen will.

Wie immer schließe ich diesen Text mit einer Rückschau auf 40 Jahre Musikgeschichte. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber es ist tröstlich zu sehen, dass bisher noch jedes Jahrzehnt wichtige Alben vorzuweisen hatte.

4. Musikalische Zeitreise 1970 – 2000.

  • Vor 40 Jahren:
    The Stooges – Fun House
    Während die Musikwelt überwiegend noch dem Summer of Love nachtrauerte und Bands wie Evolution mit ihrem gleichnamigen Album noch versuchten, den Psychedelic Rock zu dem weiterzuentwickeln, was heute als Stoner Rock bezeichnet wird und sich zu Recht großer Beliebtheit erfreut, hatten sich andere Musiker längst anders orientiert. Kevin Ayers legte mit „Shooting At The Moon“ das RIO/Avantgarde-Album des Jahres vor, auf dem er sich außer mit elektronischen Klangexperimenten auch mit Country (Clarence In Wonderland) beschäftigte, und Iggy Pop bereitete gemeinsam mit den Stooges von Detroit aus mit dem unbequemen Garagenrock, der auch später die entstehende Punkszene beeindruckte, des Albums „Fun House“ ein Ende, der plakativ der bis dahin vorherrschenden Musikszene die Zunge herausstreckte. Spaß macht das Album sicherlich, aber es ist und macht vor allem auch aggressiv. Do you feel it when you touch me?, so etwas hätten die Beatles nie gesungen, aber die stimmten zu dieser Zeit bereits ihren Schwanengesang an. I‚ll stick it deep inside ’cause I’m loose. Ein Weg weisendes Album, das in die Richtung wies, der man in den späten 70-er Jahren weitgehend folgte. Ein Jahrzehnt freundlicher Beat und Hippiegesäusel waren genug. Die Stooges hatten sich allerdings bald satt; 1973 erschien mit „Raw Power“ das dritte und vorerst letzte Album der zwischenzeitlich bereits aufgelösten und wieder vereinten Band, und erst 29 Jahre später fanden sie sich wieder zusammen. Der Rest ist Geschichte.
  • Vor 30 Jahren:
    Yes – Drama
    Was ist das erste Wort, das dem geneigten Musikfreund beim Begriff „80-er Jahre“ einfällt? Richtig: Drama. Der Progressive Rock lag im Sterben, Bands wie Harmonium gingen längst getrennte Wege; die Punkszene, die in Deutschland noch nicht einmal voll erblüht war, hatte in Großbritannien mit der Auflösung der Sex Pistols 1978 bereits ihre wichtigsten Protagonisten verloren. Irgendein Unsympath entdeckte derweil die einschläfernde Wirkung elektronischer Perkussions- und Tasteninstrumente und trug so maßgeblich dazu bei, die Welt mit eintönigem Müll zu überschwemmen. Einzig Yes widersetzten sich noch, indem sie nach dem Weggang von Jon Anderson und Rick Wakeman die vakanten Posten mit den Buggles besetzten, die mit Video Killed The Radio Star gerade weit reichende Berühmtheit erlangt hatten. „Drama“ wurde für lange Zeit das letzte „progressive“ Yes-Album; das 1983 veröffentlichte Nachfolgewerk „90125“ verkaufte sich wegen Owner Of A Lonely Heart zwar nicht schlecht, war aber doch nur mehr ein immerhin noch überdurchschnittliches Artpop-Album. Wenig tröstlich ist es da, dass die folgenden Alben noch schrecklicher waren. „Drama“ jedenfalls war ein letztes Aufbäumen der einstigen Heroen des Progressive Rock und ist ein wirklich starkes Werk, das schon mit dem einleitenden Machine Messiah an den bekannten Yes-Stil anknüpft. Erst 1996 fand man zurück zu alter Größe, die beiden 2010 als Vierfachalbum neu aufgelegten Alben „Keys To Ascension“ und „Keys To Ascension 2“ bleiben bis heute das letzte Vermächtnis einer längst vergangenen Epoche. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
  • Vor 15 Jahren:
    Mr. Bungle – Disco Volante
    Nach einer nahezu ereignislosen Phase weitgehend unspannender musikalischer Entwicklungen, sieht man einmal von der Reunion der Die Ärzte im Jahr 1993 ab, ging es gegen Mitte des Jahrzehnts endlich voran. Mit „P.U.L.S.E.“ kann man seitdem das letzte Album Pink Floyds kaufen, das zum vorerst letzten Mal ihre Livequalitäten darlegte, die mal wieder reformierten King Crimson verwirrten die Käufer mit seltsamen Alben- („THRAK“, „B’Boom“) und Liedtiteln („VROOOM VROOOM“), Mike Patton legte nach dem verrückten Debütalbum seiner Band Mr. Bungle derweil noch eine Schippe drauf: „Disco Volante“ ist anstrengende Avantgarde, die man wahrscheinlich nicht mal eben nebenbei hören kann, ohne den Verstand zu verlieren. Klezmermusik, Jazz vieler Stilrichtungen, Metal, Rock, Polka, Tango, Salsa, Filmmusik: All das prasselt hier quasi im Sekundentakt auf den Hörer ein, inspiriert unter anderem von Edgar Allan Poe, Ennio Morricone und depressiven Phasen der Bandmitglieder. (Die deutschsprachige Wikipedia weiß mehr.) Wer Mike Patton nur von Faith No More (I’m easy, I’m easy like Sunday morning) kennt und solcherlei seichte Unterhaltung mag, dem erscheint „Disco Volante“ wohl einem Ritt durch die Hölle gleich. Während Mr. Bungle sich mit dem folgenden und vorerst letzten Album „California“ wieder von der gefälligen Seite zeigten, gründete Mike Patton die Band Fantômas, die den auf „Disco Volante“ eingeschlagenen Weg seitdem weiter verfolgt. Was bleibt, ist eine Momentaufnahme der Kombination aus Free Jazz, Metal und Surrealismus, die Mr. Bungle stets auszeichnete.
  • Vor 10 Jahren:
    Porcupine Tree – Lightbulb Sun
    Im Jahr 2000, als ein großer Teil der Menschen das „neue Jahrtausend“ feierte und sich daran auch von Mathematikern nicht hindern ließ, die sie jedenfalls zu Recht daran erinnerten, dass sie das viel zu früh taten und dass das mit den Jahrtausenden ohnehin wegen diverser Kalenderreformen so nicht stimmte, hatte sich die Musikwelt von den Plastikpop-/rockausbrüchen der 80-er und frühen 90-er Jahre endlich weitgehend erholt, und vergessen geglaubte Musikstile wurden neu entdeckt. Die Kanadier Hamadryad spielten auf ihrem Debütalbum „Conservation of Mass“ interessanten, bereits hörbar von Genesis beeinflussten Progressive Rock, Ufomammut setzten mit dem psychedelischen Stoner Rock auf „Godlike Snake“ (ein Titel, der besonders fromme Musikhörer in den USA erschüttert haben dürfte) eines von vielen Ausrufezeichen, King Crimson führten auf „The ConstruKction of Light“ sowohl die Lärmausbrüche von „THRAK“ und dem Livealbum „THRaKaTTaK“ als auch die blöde Angewohnheit fort, blöde Lied- und Albentitel zu kreieren, und ein gewisser Steven Wilson, der fast zehn Jahre später die Alben des „karmesinroten Königs“ gemeinsam mit Robert Fripp neu zusammensetzen durfte, gab seiner floydigen Psychedelic-Band Porcupine Tree auf „Lightbulb Sun“ einen rockigen Anstrich, erfand so nebenbei den „New Artrock“ und machte sich mit Liedern wie Four Chords That Made A Million – der Titel sagt alles – über die Musikindustrie lustig. Ganz ohne die altbewährten Psychedelic-Teppiche ging es zum Glück doch nicht, und so ist auf „Lightbulb Sun“ mit Shesmovedon einer der schönsten Momente in der bisherigen Geschichte von Porcupine Tree zu finden. Eigentlich ist es schade, dass man auf dem 2010 veröffentlichten „The Incident“ den Rockansatz wieder zugunsten ausgedehnter Klangwolken verworfen hat, letztendlich aber ist und bleibt „Lightbulb Sun“ ein Meilenstein des New Artrock, an dem sich nur wenig später Bands wie The Pineapple Thief und Anathema orientierten; ein Ende ist nicht in Sicht. Das lässt hoffen.

Huch, wir sind schon wieder am Ende angelangt. Mein Texteditor sagt, dies ist Zeile 334, und auch ohne meine Notiz- und Formatierungsliste über dem eigentlichen Text meine ich daher, es genügt für dieses Jahr.

Habe ich ein essenzielles, womöglich Weg weisendes Album vergessen? Kommentiert und diskutiert nach Belieben. :)
Denen, die tatsächlich bis hierher gelesen haben, wünsche ich einen schönen was-man-halt-so-wünscht. Auf weitere sechs Monate voll hoffentlich packender Musik!

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Senfecke

Bisher gibt es 5 Senfe:

  1. PINGBACK: Hirnfick 2.0 » Blogarchiv » Musik 12/2010 – Favoriten und Analyse « eycooley.de
  2. Schade. Knapp an den Best Of vorbeigeschrammt… :)
    Grüße, steini / sahara surfers

  3. Sehr schöne, lesenswerte Zusammenfassung deiner musikalischen Highlights. Auf jeden Fall ist unsere Überreinstimmung erheblich grösser als die mit der Liste von Lie in the Sound, die ich mir gerade angeschaut habe. Werde mir mal so einiges aus deiner Zusammenstellung anhören müssen. Auf jeden Fall mona de bo. muss ich mir doch glatt mal anhören. Sunn O))) und Dead Can Dance, das hört sich ja nach einer interessanten Mischung an. Klingt spannend. Ich war ja früher mal so`n richtiger Alternative-Rocker. In deser Richtung gab es 2010 quasi nur Schrott, ausser eben Scumbucket.. Das Album ist richtig gut und rockt und rollt ganz wunderbar. Und auch Deine Wahl von For A Minor Reflection und Höldum í átt að óreiðu stimme ich zu. Gehört aus der ganzen Post-Rock Schwemme mit zum besseren. Autolux ist toll, wobei ich das Vorgänger-Album noch ein klein bisschen besser finde. Wie gesagt, tolle Zusammenstellung abseits der üblichen Jahrescharts, die so berechenbar sind wie das Wetter von gesterrn.

    • Immer nur Radio ist ja auch nichts, davon wird man nur blöd im Kopf. Beruhigend aber, dass überhaupt jemand meinen komischen Geschmack teilt. Ja, das hört sich noch interessanter an als es sich liest. :)

      Huch, Steini, da habe ich mich ja schön in die Nesseln gesetzt. Aber ich kann immerhin schon mal attestieren, dass ihr die Nennung wert seid. :)
      Hachja.

  4. PINGBACK: Hirnfick 2.0 » Blogarchiv » Sahara Surfers – Spacetrip On A Paper Plane

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