Mir wird geschlechtPiratenpartei
Piratinnen: Hauptsache, mal mit der Presse reden

Vor etwa einem Monat schrieb ich eine erbo­ste Reaktion auf die Gründung einer män­ner­frei­en Zone inner­halb der Piratenpartei, danach war recht lan­ge nur noch wenig von die­sem femi­ni­nen Zirkel zu hören. Anfang März 2010 wur­de ein offe­ner Brief ver­öf­fent­licht, der die Kritikpunkte zusam­men­fasst und von ein paar sehr rich­ti­gen Kommentaren ergänzt wird.

Der Umgangston der stolz unmänn­li­chen Personen scheint unter­ein­an­der auch nicht der beste zu sein:

Die Dame warf mir meh­re­re Ungeheuerlichkeiten vor, die aus dem, was ich schrieb, nicht zu ent­neh­men waren, für alle Mitglieder les­bar, und wies mich an, ihr pri­vat zu ant­wor­ten oder im Forum, da sie die Liste nicht wei­ter ver­gif­ten las­sen will. Abgesehen davon, dass ihr eige­nes Gift in Form einer veri­ta­blen Verleumdnung anschei­nend nicht so das Problem zu sein scheint. Nun ist mei­ne Antwort auf die Mail nicht erschie­nen, da ich (oder alle, so genau konn­te man das nicht erken­nen) auf mode­riert gesetzt bin, das heißt, man nimmt mir sogar die Möglichkeit, mich zu ver­tei­di­gen. So nicht, mei­ne Damen. Wenn das die Vorstellung von Schutzraum sein soll …

Nun aber war es nach meh­re­ren Wochen der Stille um die­se unsäg­lich kin­di­sche Debatte falsch zu hof­fen, dass da nichts mehr käme; Lena Simon hat heu­te aus­ge­rech­net (und öffent­lich­keits­wirk­sam) im Spreeblick nachgelegt:

Bizarr: Ich wur­de ver­warnt für etwas, was ich nicht getan hat­te, denn die Verwarnung wur­de wegen par­tei­schä­di­gen­dem Verhalten aus­ge­spro­chen (und nicht wegen Verstoßes gegen eine Regel, die besagt, dass ich als Privatperson kei­ne Pressemitteilung hät­te her­aus­ge­ben dür­fen, die gibt es näm­lich in der Form nicht).

Die Partei geschä­digt haben jedoch ganz andere.

Bizarr: Jemand grün­det inner­halb einer Partei män­ner­freie Zonen und kann nicht ver­ste­hen, wie­so selbst Frauen das als abson­der­lich und zweck­fremd bezeich­nen; und statt also sich mit der Kritik aus­ein­an­der­zu­set­zen, trom­melt man mit den Fäusten auf dem Linoleum her­um und fühlt sich ganz furcht­bar unge­recht behan­delt, wenn nicht gar dis­kri­mi­niert. (Frauen, die von Frauen dis­kri­mi­niert wer­den, sind natür­lich auch eine inter­es­san­te Entwicklung in den Sphären des Radikalfeminismus‘.)

Welche „ande­ren“ durch wel­che Untaten die Partei geschä­digt haben sol­len, beant­wor­tet die Dame nur unzu­läng­lich, sie geht aber auch von den fal­schen Voraussetzungen aus. Die Gründung der Mailingliste ist nicht das ent­schei­den­de Element gewe­sen, die Vorgehensweise hin­ge­gen schon. Wer erst ein­mal mit der Presse und dann erst mit den Betroffenen redet, setzt die fal­schen Prioritäten.

Jedoch noch mal zum Inhaltlichen: Dass man­che Menschen sich nicht trau­en, in Gegenwart des ande­ren Geschlechts über Probleme zu dis­ku­tie­ren, ist kein rein weib­li­ches Phänomen, es ist also der völ­lig fal­sche Ansatz, es über die Geschlechterfrage zu lösen zu ver­su­chen. Die ewi­ge Isquierda hal­lu­zi­niert sich jedoch wie­der ganz ande­re Zusammenhänge herbei:

Das Problem bei den Piraten sehe ich vor allem im extre­men Androzentrismus, der eine Welt neben der bewußt männ­li­chen, über­haupt nicht akzep­tiert und sich radi­kal abschot­tet unter Zuhilfenahme auf klein­bür­ger­li­che Feindbilder: Feminismus!

… weil es eben gera­de­zu absurd erscheint, wenn Parteiarbeit auf das Geschlecht kei­ne Rücksicht nimmt, weil eben nicht die Professionalität des­je­ni­gen von Bedeutung ist, der gute Ideen hat und sie umzu­set­zen weiß, son­dern allein sein Geschlecht. Da hat die Gute sicher­lich nicht Unrecht: Der Feminismus for­ciert Diskussionen, die der poli­ti­schen Arbeit unnö­tig im Weg her­um­ste­hen. Der Maskulismus aller­dings auch. Wer sich mona­te­lang damit beschäf­tigt, ob ein weib­li­cher Pirat nicht bes­ser Piratin, Pirateuse oder Pira benannt wer­den soll­te, ver­liert das Ziel aus den Augen, das die Piratenpartei poli­tisch ver­folgt. (Interessierte Zwischenfrage: Wählt ernst­haft jemand eine Partei anhand der ver­ein­bar­ten Anrede für ihre Mitglieder? Wenn ja: Warum?)

Dieser gan­ze Gendermist hat jetzt schon viel zu viel Energie ver­brannt. Vielleicht soll­ten wir uns dar­auf ver­stän­di­gen, statt „Pirat“ künf­tig ein gram­ma­ti­ka­lisch neu­tra­les Wort zu ver­wen­den, damit wir uns end­lich wie­der dem Frauenhass den wich­ti­ge­ren Dingen zuwen­den können.
„Mitglieder der Piratenpartei Deutschland wer­den geschlechts­neu­tral als Geschöpfe / Wesen / Kamele bezeichnet.“

Hmm, Kamele.

Senfecke:

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