Sonstiges
Gemurmel im Haus Anubis

(Hinweis: Der folgende Text dient bewusst dem bloßen Verriss. Eventuelle inhaltliche Fehler sind beabsichtigt.)

Als Inhaber eines oder mehrerer junger, zumal weiblicher Geschwister kommt man auch als weitgehend medienkompetenter Mensch nicht umhin, bisweilen eigenartige Fernsehserien verfolgen zu dürfen. Beliebt scheint derzeit Das Haus Anubis zu sein. Hierbei handelt es sich um eine fiktive Serie, die ein seltsames Internat und seine Bewohner zum Inhalt hat.

Hauptdarsteller sind neben den Aufsichts- und Lehrpersonen natürlich nicht alle dort unterrichteten Schüler, sondern nur einige von ihnen. Eins ist ihnen gemein: Sie sind allesamt grotesk überzeichnete Charaktere.

Das Haus selbst hat eine mehrere Dekaden lange Geschichte und unterhält zwei eigene Geheimbünde. Beide spüren einem geheimnisvollen Schatz nach. Während der „Klub Sibuna“, gegründet von einigen Schülern, eigentlich nur durch seinen peinlichen Namen auffällt und sich ansonsten dadurch auszeichnet, dass sich seine Mitglieder gegenseitig das, nun, geheime Codewort „Sibuna“ an den Kopf werfen und verschwörerische Blicke austauschen, ist die „Bruderschaft des Anubis“ ein durchweg absurder Haufen: Trotz der angeblichen Verehrung von Anubis, Isis, Osiris und ähnlicher ägyptischer Gottheiten wird in (schlechtem) Latein kommuniziert. Eins der Mitglieder, Hausverwalter Victor Rodemer, der sich durch völlige Humorlosigkeit auszeichnet und, wenn er nicht gerade schlechte Laune verbreitet, mit seinem ausgestopften Raben redet, ist wegen eines geheimnisvollen Trankes bereits über 130 Jahre alt und hat ebenso wie der ebenfalls ständig (schlecht) lateinisch radebrechende Direktor, Herr Altrichter, irgendetwas mit dem Verschwinden einer Schülerin zu tun, die eine Zeitlang wieder auftaucht, dann aber wieder verschwindet. Zum Schatz, worum auch immer es sich genau handeln mag, führen irgendwo herumliegende Wachsrollen, auf denen eine ehemalige Schülerin ein Tontagebuch geführt hat (sic!), das sich jedoch noch immer problemlos und ohne allzu große technische Kenntnis abspielen lässt, und ebenfalls irgendwo herumliegende Gedichte, die anscheinend mindestens jahrzehntelang ungelesen blieben; logisch!

Die hauptdarstellende Schülerschaft (erwähnte ich schon, dass ihre Mitglieder grotesk überzeichnete Charaktere sind?) setzt sich aus beiderlei Geschlechtern zusammen, vertreten ist von dem hinterlistigen Snob adliger Herkunft bis zu dem auch charakterlich sprichwörtlich blonden Modepüppchen jedes nur denkbare Extrem, nur ein politisches Element fehlt zum Glück. Ihr aller Schauspiel ist schlecht und sollte von niemandem gelobt werden.

Da jede Folge täglich wiederholt wird, lässt es sich nicht vermeiden, dass man, sitzt man derweil aus unglücklichen Umständen heraus im Fernsehzimmer, bisweilen einige der seltsamen Dialoge aufschnappt. Die heute wiederholte Folge hatte unter anderem zum Thema, dass (was eigentlich jedem bislang noch Unbescholtenen das Interesse an einer derart dämlichen Serie gründlich austreiben sollte) die Kandidaten für die Schülersprecherwahl die Aufgabe bekamen, jeweils ein Land vorzustellen und ein diesbezügliches Fest auszurichten. Und was sprach das blonde Modepüppchen, als man es über die bevorstehende Themenwahl informierte?

„Ich liebe Themen!“

Mich beschleicht allmählich das ungute Gefühl, Kinder sind mit dem Internet doch wahrlich besser aufgehoben als mit derlei Serien.

Senfecke:

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