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Kurz ver­linkt XXXIII: Klar­stel­lung zu Liquid Feed­back (inkl. Schwän­zen)

Im August schrieb ich wort­reich über „Liquid Feed­back“, ein Organ der „Liquid Demo­cra­cy“, der bedin­gungs­lo­sen Basis­de­mo­kra­tie, also, die in der Pira­ten­par­tei kon­se­quent ver­folgt wird.

Gestern nun ver­kün­de­te das bis­her für den Betrieb die­ser Platt­form zustän­di­ge Team, es sehe sich, maß­geb­lich auch gezeich­net von den von mir ange­spro­che­nen inner­par­tei­li­chen Que­re­len und Anfein­dun­gen gegen­über dem System „Liquid Feed­back“ an sich, nun­mehr außer­stan­de, das Pro­jekt wei­ter­hin zu pfle­gen. Fefe ver­kürz­te den „offe­nen Brief“ so, dass es für man­che den Anschein haben könn­te, das mit dem „Liquid Feed­back“ sei nun erle­digt:

Das Liquid-Feed­back-Team der Pira­ten wirft ent­mu­tigt hin.

Tat­säch­lich haben die Ent­wick­ler aber nur ihre akti­ve Unter­stüt­zung für den Ein­satz des nicht pira­ten­par­tei­ei­ge­nen Systems in der Pira­ten­par­tei ein­ge­stellt, es wird auch wei­ter­hin nicht ein­fach fal­len gelas­sen:

Auf­grund unse­rer Erfah­run­gen, die wir im Jahr 2010 in der Pira­ten­par­tei gemacht haben, möch­ten wir das Pro­jekt Liquid­Feed­back bis auf wei­te­res nur noch außer­halb der Pira­ten­par­tei aktiv vor­an­trei­ben. Die Nut­zung von Liquid­Feed­back steht der Pira­ten­par­tei und ande­ren Par­tei­en wei­ter­hin als Ange­bot offen. Ange­nom­men und ord­nungs­ge­mäß umge­setzt wer­den muss die­ses Ange­bot jedoch zukünf­tig von euch, denn wir haben kei­ne Kraft mehr.

Kei­nes­falls ver­liert die Pira­ten­par­tei jetzt also einen der wesent­li­chen Grün­de, ihr einen Wahl­er­folg zu besche­ren, ledig­lich die Tech­ni­ker, die die Platt­form am Leben erhal­ten sol­len, sind fort­an ande­re. Natür­lich sind hier­für die Bewer­bun­gen für jeden Inter­es­sier­ten offen. Eine ent­spre­chen­de Klar­stel­lung stell­te der Bun­des­vor­stand heu­te ins Inter­net.

Kom­men wir nun zu etwas völ­lig ande­rem:

Der Bran­chen­dienst „Mee­dia“ zeigt seit gestern recht anschau­lich, wie­so man den Web‑2.0‑Unsinn, in dem jeder, unab­hän­gig von gei­sti­gem Tief­stand, sei­nen Brei ins Inter­net spei­en darf, bes­ser nicht all­zu ernst neh­men soll­te. Kon­kret beöm­melt sich der Schrei­ber dar­über, dass ein Tier in einer Trick­se­rie sich sei­nes Schwan­zes schämt:

„Stimmt was nicht mit dei­nem Schwanz?“

„Nein, aber es gibt auch nichts was er wirk­lich gut kann, wäh­rend die ande­ren mit ihren lan­gen Schwän­zen im Zir­kus auf­tre­ten könn­ten.“

Lei­der ver­schweigt „Mee­dia“, wel­chen Begriff für das ver­län­ger­te Rück­grat eines Tie­res man redak­ti­ons­sei­tig bevor­zu­gen wür­de. Die Ein­lei­tung spricht für sich:

Denn bei Sät­zen wie „Mein Schwanz kann sogar Ver­steck spie­len“ oder „Jeder Schwanz hat etwas Her­vor­ra­gen­des“ den­ken vie­le wohl eher an einen Por­no.

Bei „Mee­dia“ kann dies sogar sein, die beab­sich­tig­te Kli­en­tel des KiKas, ehe­mals des Kinder(!)kanals, hat aller­dings mit Por­no­gra­fie nor­ma­ler­wei­se noch nicht viel am Hut. Wahr­lich ist all das, wie man bei „Mee­dia“ glaubt, eine pein­li­che Vor­stel­lung; lei­der für die Fal­schen. Aber es ist durch­aus wis­sens­wert, was so im Hirn­ka­st’l eines „Meedia“-Mitarbeiters vor sich geht, denn es hilft immens bei der Bewer­tung des Dien­stes: Ein Inter­net­por­tal, des­sen Redak­teu­re schon beim Betrach­ten einer Kin­der­se­rie an sich hal­ten müs­sen, „nicht laut­hals los­zu­la­chen“, sobald es um Schwän­ze geht, soll­te man künf­tig schlicht mei­den.

(via Ste­fan Nig­ge­mei­er, dort noch alber­ner)