Dies also ist 2011; erscheint mir, während ich noch das Festmahl zum Jahreswechsel verdaue, jetzt schon ziemlich überbewertet. Aber es soll alles noch toller, besser, größer und lauter werden.
Am 13. Januar 2011 zum Beispiel, dies verrät die Vorschau in den Werbepausen auf Pro Sieben, hat das geneigte Fernsehpublikum die Chance, sich an der “großen Quatsch Variety Show”, der, wie Pro Sieben schon zu wissen glaubt, primasten Schau des Jahres 2011, zu ergötzen. Diese Beschreibung immerhin beruhigt, denn so kann man guten Gewissens auch in diesem Jahr getrost auf den Konsum von Pro Sieben verzichten, wenn der Sender also nach dem 13. Januar nurmehr vergleichsweise öde Unterhaltung zu senden beabsichtigt.
Absichten sind ohnehin ein gutes Thema so früh im Jahr. Viele Menschen haben ihre guten Vorsätze bereits jetzt gebrochen. Für einige dieser Vorsätze ist es aber auch nicht zu spät, etwa, um sich aus der schönen neuen Welt der sozialen Netzwerke zu lösen. Getreu dem geflügelten Begriff des “virtuellen Selbstmords”, wie ihn etwa die c’t vor inzwischen vier Jahren verwendete, gibt es hierfür eine — geneigten Lesern etwa aus “Futurama” bekannte — “Selbstmordmaschine”, nur eben für das virtuelle statt des echten Lebens, mit deren Hilfe man schnell und unkompliziert trotz verständlichen Widerstands von Facebook sein Profil auf My-irgendwas, Facebook, Linkedin und Twitter töten kann, ohne eine übel riechende Leiche zu hinterlassen. Zu finden ist dieser begrüßenswerte Dienst passenderweise auf suicidemachine.org, und die dortigen FAQ sprechen Bände. Frei übersetzt lautet ein Ausschnitt etwa:
Wenn ich meine Onlinefreunde töte, heißt das, dass sie dann auch im wirklichen Leben tot sind?
Nein!
Ich selbst gehe mit gutem Beispiel voran: Seit heute ist erst einmal eine meiner virtuellen Identitäten endlich Geschichte.
(Apropos Webzweinull: Auf meinen Beitrag zu min.us antwortete einer der Betreiber des Dienstes und teilte mit, dass nunmehr das Hochladen jeglicher Dateitypen mit einer Dateigröße von bis zu 10 Megabyte pro Datei möglich sei. Danke für den Hinweis, John!)
Ob 2011 für die Piratenpartei ebenfalls ein gutes Jahr wird, bleibt abzuwarten. Der ewiggestrige Linksfascho Christian Sickendieck glaubt nicht daran und beharrt auch weiterhin stur darauf, sie sei mindestens unwählbar, habe keine klare Linie und läge längst zerschlagen am Boden. Die nächsten Landtagswahlen werden ihn, so steht zu hoffen, eines Besseren belehren. CDU, SPD, Grüne und Linke haben sich 2010 weder in Stuttgart noch beim Verhandeln über die Novellierung des JMStVs mit Ruhm bekleckert, die F.D.P. muss man nicht einmal mehr für die Statistik berücksichtigen. (Apropos JMStV: Bussi Kurt Beck, Initiator des seit 2003 geltenden JMStVs, hat angekündigt, jetzt eben auf eine konsequente Umsetzung der “alten” Fassung drängen zu wollen. So ist das, wenn man bockigen Kindern ihr Förmchen wegnimmt!)
Auf in eine güldene Zukunft!
Der Letzte macht das Licht aus.




JMStV: Also nix is mit Vulgärsprache hier. Fuck!
Fresse, du saublöder Arsch!
(Referenz: dieser etwas ältere Beitrag — immer wieder gern zitiert.)
Will hier jemand was aufs maul?
Deine Mutter eventuell!