NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
The Long Blon­des – Sepa­ra­ted by Motor­ways // Frei­burg, ange­nehm öde.

Hier, Bärchen.Es ist Mon­tag. Es gibt, wie ich zu mei­nem Bedau­ern erfah­ren habe, eine Abwand­lung von Tetris, von der man Kopf­schmer­zen bekommt. Mein Rekord liegt bei 6.885 Punk­ten. Es tut mir leid. Es tut mir wirk­lich leid.

Was es anschei­nend auch gibt, ist ein „dunk­ler Fak­tor“, der destruk­ti­ve Anteil der Per­sön­lich­keit. Mich wies die aktu­el­le Aus­ga­be des durch­aus abon­nie­rens­wer­ten Maga­zins „Kata­pult“ dar­auf hin, dass es mitt­ler­wei­le einen Test gibt, der halb­se­ri­ös den Anteil die­ses „dunk­len Fak­tors“ misst. Mein „dunk­ler Fak­tor“ liegt dem­zu­fol­ge bei 89 Pro­zent, ich wur­de aber im Kri­te­ri­um Psy­cho­pa­thie von der Part­ne­rin eines Freun­des über­trumpft. Nichts davon über­rascht mich. In Frei­burg gibt es kei­ne Dro­gen. Viel­leicht wäre Frei­burg eine gute Bun­des­haupt­stadt.

In Kür­ze, so’s mein Kon­to­stand will, wird mein seit 1996 lau­fen­des Pro­jekt „haupt­säch­lich Win­dows nut­zen, ohne dabei nen­nens­wer­te Gewalt­fan­ta­sien zu ent­wickeln“ abseh­bar been­det wer­den, indem ich eines davon ände­re. Über den Erfolg des Pro­jek­tes habe ich noch kein abschlie­ßen­des Urteil gefällt. – In C++ kann man anschei­nend Code vor main() aus­füh­ren las­sen, anders­wo im Inter­net erfuhr ich von der Exi­stenz von Win­RAR-Fan­fik­ti­on. Ich hät­te mich nie­mals für das Hob­by Com­pu­ter ent­schei­den dür­fen. Da wird man nur unnö­tig fas­sungs­los. – Das Hob­by „Scha­den an frem­dem Eigen­tum anrich­ten“ ist aber auch nicht viel wei­ser, ent­neh­me ich der Online-„taz“; so gese­hen hät­te es auch schlim­mer kom­men kön­nen.

Das Pro­blem, dass es der­zeit kei­ne ver­nünf­ti­ge Mög­lich­keit gibt, Twit­ter auf einem Smart­phone zu nut­zen, ver­su­che ich dadurch zu umge­hen, dass ich statt­des­sen Mast­o­don nut­ze, das ich auto­ma­tisch auf Twit­ter spie­ge­le. Neu­es Pro­blem: Es gibt kei­ne ver­nünf­ti­ge Mög­lich­keit, Mast­o­don auf einem Smart­phone zu nut­zen. Wenig­stens GNU Emacs geht noch.

Apro­pos: Die EU-Kom­mis­si­on unter dem Vor­sitz Ursu­la von der Ley­ens möch­te zwar unser aller mobi­le Kom­mu­ni­ka­ti­on über­wa­chen, aber kei­nes­wegs so schnell wie mög­lich Dar­stel­lun­gen von Kin­des­miss­brauch löschen, sonst erwischt man ver­se­hent­lich doch Unschul­di­ge. Zum Glück ist das bei Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht so. Wer ein Smart­phone hat, ist bestimmt ein Ver­bre­cher. Sonst hät­te er ja kein Smart­phone.

Nie­mals wür­de ich (jeden­falls heu­te) zuge­ben, man­cher­lei Musik nur als Pri­vat­ko­pie zu besit­zen.

The Long Blon­des, Sepa­ra­ted by Motor­ways

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (23)

Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung:

Die Rüstungs­in­du­strie soll­te abge­schafft wer­den, alle im Umlauf befind­li­chen Waf­fen muss­ten ver­nich­tet oder den Alli­ier­ten über­ge­ben wer­den. Damit woll­ten die Alli­ier­ten einen Wie­der­auf­bau des deut­schen Mili­ta­ris­mus ver­hin­dern.

Boris Pisto­ri­us hin­ge­gen:

Unter ihm als Mini­ster sol­le die Bun­des­wehr den Spit­zen­platz in Euro­pa ein­neh­men, sag­te Pisto­ri­us wei­ter. „Deutsch­land ist die größ­te Volks­wirt­schaft in Euro­pa, des­we­gen soll­te es auch unser Ziel sein, die stärk­ste und am besten aus­ge­stat­te­te Armee in der EU zu haben.“

Deut­sches Wesen.

Welt.

Gene­sen.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 20. Janu­ar 2023

Pos­sier­li­che neue (oder mir jeden­falls neu­lich erst­mals unter­ge­kom­me­ne) Idee aus dem Büro­kra­tie­kel­ler: Hüpf­spiel­ver­bot auf Geh­we­gen.


Die­ser Tage wohn­te ich einer Power­Point-Prä­sen­ta­ti­on bei. Im Abstand von weni­gen Minu­ten wisch­te ein Zwei­ter auf dem Lap­top des Red­ners her­um, damit der Bild­schirm­scho­ner nicht die Pro­jek­ti­on unter­bre­chen möge. Der Com­pu­ter hat den Men­schen schon recht gut dome­sti­ziert.


Wirk­lich, wirk­lich schreck­li­cher „Whis­ky“: Stork Club Rye Malt Whis­ky. Nicht trin­ken. Nicht damit Blu­men gie­ßen. Nicht mal damit Stei­ne gie­ßen. Man könn­te fri­sche Socken damit ein­rei­ben, damit sie rie­chen, als hät­te man sie bereits eine Woche lang getra­gen. Wäh­rend man Flie­gen in der Küche weg­ge­sprüht hat. Ich weiß nicht, war­um man das tun soll­te, aber ich weiß auch nicht, wel­chen ande­ren Grund jemand haben soll­te, so einen Whis­ky her­zu­stel­len. Für Whis­ky-Cola ist er jeden­falls unge­eig­net. So schlech­te Cola gibt es gar nicht (und ich habe wirk­lich schon fürch­ter­li­che Cola pro­biert).


„hei­se online“ lässt aus­rich­ten, dass „hei­se online“ kei­ne „gut gemach­te und fai­re Inter­net­sei­te“ ist. Nie­mand ist über­rascht. Dem zitier­ten Ulrich Kel­ber die Nuan­cen zwi­schen Inter­net und Web dar­zu­le­gen steht aller­dings nun auf mei­ner Agen­da. Von dem Wort „Inter­net­sei­te“ krie­ge ich immer so ein Zit­tern und das ist bestimmt nicht gesund.


Die zur Stra­fe für ihre Schum­me­lei beim Gedok­tort­wer­den zur Bür­ger­mei­ste­rin der ver­meint­li­chen „Haupt­stadt“ Ber­lin degra­dier­te Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) lässt wis­sen, dass sie die Ergeb­nis­se des Volks­be­geh­rens zur teil­wei­sen Ent­eig­nung eini­ger Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men nicht zu berück­sich­ti­gen gedenkt, weil Ent­eig­nung nicht mit ihrem Gewis­sen ver­ein­bar sei. Ich fin­de das wahn­sin­nig komisch, aber ich muss ja auch nicht in Ber­lin woh­nen.


Charme­of­fen­si­ve auch in Isra­el: Der dor­ti­ge Finanz­mi­ni­ster ließ die Pres­se ver­kün­den, dass er zwar ein homo­pho­ber Faschist sei, aber kei­nes­wegs vor­ha­be, Schwu­le zu stei­ni­gen. Dar­an kön­nen sich ande­re Län­der ein Bei­spiel neh­men. Der deut­sche Finanz­mi­ni­ster zum Bei­spiel hat sich noch nicht gegen das Stei­ni­gen von Schwu­len aus­ge­spro­chen.

In den Nachrichten
Die Volks­front von Lüt­zer­ath

Anläss­lich der Räu­mung und Weg­schau­fe­lung des Dörf­leins („Wei­lers“) Lüt­zer­ath wur­de viel berich­tet über „Akti­vi­sten“, Poli­ti­ker und sonst­wie Enga­gier­te, die sich für und/oder gegen sel­bi­ge Räu­mung und Weg­schau­fe­lung enga­gier­ten. Es erga­ben sich durch­aus komi­sche, aller­dings wort­ge­wal­ti­ge Bil­der – das Spiel mit der Pres­se ist eins, das manch­mal das Flo­rett, manch­mal aber die Axt erfor­dert.

Weni­ger komisch als wort­wört­li­che Schlamm­schlach­ten sind die­je­ni­gen kör­per­li­chen Angrif­fe, die auf etwa­ige Scha­dens­fol­gen wenig Rück­sicht neh­men. Bil­der, die hier zu ver­lin­ken mir zu blöd wäre, zei­gen die Fol­gen von Poli­zei­prü­geln im Rah­men der dor­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen; ande­rer­seits zei­gen ver­schie­de­ne Auf­nah­men Angrif­fe der sich „Kli­ma­ge­rech­tig­keits­be­we­gung“ nen­nen­den Lüt­zer­ath­be­set­zer auf die Ord­nungs­hü­ter. Bei aller sonst­wie begründ­ba­ren oder wenig­stens begrün­de­ten Wut: Es stärkt die eige­ne Ver­hand­lungs­po­si­ti­on nicht, wenn man sich auto­nom zur Exe­ku­ti­ve erklärt und die ord­nungs­ge­mäß bestell­ten Ver­tre­ter der eigent­li­chen Exe­ku­ti­ve weg­zu­spren­gen ver­sucht, ver­mu­te ich. Es erscheint mir zudem zumin­dest unnö­tig kom­pli­ziert, einer­seits ein recht­mä­ßig dem Abriss zuge­führ­tes Dörf­lein („Wei­ler“) mit kör­per­li­chen Über­grif­fen vor sel­bi­gem bewah­ren zu wol­len, ande­rer­seits aber Ver­bün­de­te gegen ver­meint­lich unpro­vo­zier­te „Poli­zei­ge­walt“ zu fin­den.

Das erken­nen auch Ver­tre­ter der Kli­ma­be­we­gung und schla­gen vor, dass man das lässt: „Gewalt­be­rei­te Leu­te, die Lehm, Stei­ne, Böl­ler, Moloto[w]cocktails auf Poli­zi­sten wer­fen“, soll­te man von sich fern­hal­ten, wenn man ein Pro­blem mit staat­li­cher kör­per­li­cher Gewalt hat. „Die Kli­ma­be­we­gung“ hält dage­gen: Wer mit denen, die eine erbärm­li­che Kin­der­stu­be hat­ten und dar­um das Ver­ur­sa­chen kör­per­li­cher Schä­den an Men­schen mit dem „fal­schen“ Beruf (i.e. Poli­zist) für eine kei­nes­wegs deplat­zier­te Eska­la­ti­on hal­ten, nichts zu tun haben wol­le, der „spal­te“ die Kli­ma­be­we­gung, denn „Zusam­men­halt“ sei „wich­ti­ger“ als ein vor­bild­li­cher Ruf.

„Spal­ter!“ – Das Leben des Bri­an

Wenn es aber nicht die Absicht der Kli­ma­be­we­gung ist, denen, die ihr nicht ange­hö­ren, und selbst denen, denen nicht jedes Mit­tel recht ist, sym­pa­thisch zu sein: was genau möch­te sie eigent­lich errei­chen – und wie?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Desert Moun­tain Tri­be – Run­way // Kur­den aus­sie­deln gegen Putin

(Da draußen - sie.)Es ist Mon­tag. Twit­ter scheint die größ­ten Dritt­an­bie­ter­cli­ents absicht­lich zu blockie­ren. Die Zeit, die ich daher in den letz­ten Tagen gespart habe, indem ich weni­ger auf Twit­ter war, ging groß­teils dafür drauf, Infor­ma­tio­nen über die­sen Zustand zu lesen, weil Twit­ter auf dem mobi­len Gerät mit der „offi­zi­el­len“ app außer­or­dent­lich grau­en­haf­te Schei­ße ist und mit Dritt­an­bie­ter­cli­ents noch Spaß macht. Es wäre sehr ärger­lich, wäre die­se Ände­rung von Dau­er. Twit­ter ver­dan­ke ich ja doch man­ches schö­ne Erleb­nis, das hat Twit­ter ande­ren Mög­lich­kei­ten der Ver­net­zung doch deut­lich vor­aus.

Ein emp­find­li­cher Dämp­fer für Befür­wor­ter der grü­nen Här­te: Die Zahl der Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rer (war­um hei­ßen die eigent­lich so?) habe sich im ver­gan­ge­nen Jahr fast ver­fünf­facht, berich­tet (Archiv­ver­si­on) die „tages­schau“. Bestimmt steht hier schon mor­gen der Rus­se vor der Tür und for­dert Tri­but. Die nor­we­gi­sche Regie­rung möch­te unter­des­sen her­aus­fin­den, ob wei­ße Far­be ras­si­stisch sei. In Deutsch­land sind Sozi­al­for­scher und sol­che, die sich dafür hal­ten, da noch boden­stän­di­ger zugan­ge: Eine Frau, die sich das inter­na­tio­nal aner­kann­te Zei­chen für Weib­lich­keit – ♀ – auf­tä­to­wie­ren las­se, mache damit im Wesent­li­chen das Glei­che wie ein Neo­na­zi, der sich ein Haken­kreuz auf­tä­to­wie­ren las­se, und Ali­ce Schwar­zer tra­ge dar­an irgend­ei­ne Schuld. Die­ses Inter­net für alle, Wasch­ma­schi­nen sind mit­ge­meint, war wirk­lich eine Schei­ßidee.

Ber­li­ner Par­tei­en sind empört und die „taz“ empört sich mit ihnen: Zur anste­hen­den Wahl­wie­der­ho­lung sei zu wenig Geld für Pla­ka­te übrig. Als jemand, der noch nie eine Par­tei nur wegen ihrer sonst­wie durch­dach­ten (weil in der Regel eher bescheu­er­ten) Pla­ka­te gewählt, wohl aber min­de­stens eine Pla­kat­kam­pa­gne selbst gestal­tet hat, ver­ste­he ich das Auf­he­bens um weni­ger Mög­lich­kei­ten, Gesich­ter mit Namen, aber ohne jede poli­ti­sche Aus­sa­ge drauf en mas­se in der sowie­so schon pott­häss­li­chen Stadt Ber­lin zu ver­tei­len, schon in ihrem gan­zen Wesen nicht. Eine Par­tei, die mir im Wahl­kampf nicht von jedem Baum ent­ge­gen­grinst (in Braun­schweig hän­gen übri­gens immer noch Pla­ka­te der die Stadt ver­we­sen­den SPD; schon klar, die letz­te Wahl ist ja auch gera­de mal etwas mehr als ein Jahr her, nur kei­ne Eile!), wür­de ich jeden­falls lie­ber wäh­len als die Alter­na­ti­ven.

Am lieb­sten wäh­le ich aber sowie­so und grund­sätz­lich: Musik.

Desert Moun­tain Tri­be – Run­way

Guten Mor­gen.

NerdkramsNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Sehr alte Kin­der­schu­he.

Wäh­rend in Lüt­zer­ath Grü­nen­ak­ti­vi­sten (m/w/d) gegen hoch­ran­gi­ge Grü­ne demon­strie­ren (war­um wählt ihr über­haupt jedes Mal die­je­ni­gen, deren Beschlüs­se euch nicht gefal­len, wenn ihr nicht wollt, dass sie wei­te­re Beschlüs­se fas­sen, die euch nicht gefal­len, ihr Napf­zwer­ge?), indem sie mit Feu­er­werk auf Jour­na­li­sten schie­ßen (nimm dies, Kli­ma!), ver­sucht sich die Gesell­schaft für Infor­ma­tik auf eine ande­re Wei­se an der Wah­rung des Umwelt­schut­zes, indem sie mit zwei Her­ren namens Prof. Dr. redet, die auch genau so aus­se­hen und Alber­nes zur Fra­ge, wie in der EDV Ener­gie­ef­fi­zi­enz her­ge­stellt wer­den kann, zum Besten geben.

Beson­ders beacht­lich und eines Kom­men­tars wür­dig erscheint mir, was Prof. Dr. Vol­ker Wohl­ge­muth im vor­lie­gen­den Kon­text bei­getra­gen hat:

Die neue­ste Ent­wick­lung ist die hin zum Green Coding, also einer mög­lichst ener­gie- und res­sour­cen­scho­nen­den Ent­wick­lung von Soft­ware. Aller­dings steckt dies noch in den Kin­der­schu­hen.

Unter „Green Coding“ ver­steht man, wenn man gern in ver­meint­lich eng­lisch­spra­chi­gen Phra­sen daher­quatscht, unter ande­rem das Ver­mei­den von „Code-Ver­schwen­dung“ und lan­gen Lade­zei­ten. Was die­se „neue­ste Ent­wick­lung“ also abbil­det, ist das, was ich in der Ver­gan­gen­heit schon des Öfte­ren schrieb; dass es näm­lich eine bescheu­er­te Ent­wick­lung ist, auf hohe Ress­sour­cen­be­la­stung ein­zel­ner Pro­gram­me mit dem längst aus­ge­lutsch­ten Spruch zu reagie­ren, freie Com­pu­ter­res­sour­cen sei­en „dafür da, genutzt zu wer­den“. Dass 16 GiB RAM – mein erster Desk­top hat­te 16 MiB, die ich sei­ner­zeit selbst auf 64 MiB auf­ge­rü­stet hat­te – heut­zu­ta­ge noch ver­gleichs­wei­se wenig sind, bedeu­tet nicht, dass die­se 16 GiB ohne Mur­ren gefüllt wer­den müs­sen, indem man nur drei Pro­gram­me (einen Web­brow­ser, einen Text­edi­tor und viel­leicht ein Mail­pro­gramm) star­tet. Die ver­link­te Sei­te der Gesell­schaft für Infor­ma­tik bin­det übri­gens neun Java­Scripts ein. Kei­nes davon wäre tech­nisch unbe­dingt not­wen­dig.

Die­se „neue­ste Ent­wick­lung“ ist mit­hin nichts ande­res als eine Rück­be­sin­nung auf die 60er und frü­hen 70er Jah­re des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts, in denen Spei­cher und Rechen­lei­stung wirk­lich teu­er waren und daher auf die jewei­li­ge Platt­form opti­mier­ter Code oft noch in Maschi­nen­spra­che qua­si hand­ge­klöp­pelt wur­de, als schon die ersten Hoch­spra­chen wie PL/I all­ge­mein ver­füg­bar waren. Schon klar: Nicht alles hält ewig außer Römer­be­ton. (Gibt es eigent­lich auch Deut­schen­be­ton?) Natür­lich kostet das mehr Zeit (und damit – net­to – Geld) als das Zusam­men­ko­pie­ren irgend­wel­cher Dritt­an­bie­ter­bi­blio­the­ken in einer bis zur Unkennt­lich­keit abstra­hier­ten Spra­che wie Python, des­we­gen ist der Soft­ware­markt gera­de über­flu­tet mit „seht mal, was ich aus den immer glei­chen zwan­zig Kom­po­nen­ten ande­rer Leu­te zusam­men­kle­ben kann“ und fast nicht mit „seht mal, was ich pro­gram­miert habe“, was sich im Übri­gen auch auf den Inno­va­ti­ons­wil­len aus­wirkt. Um beim Bei­spiel Text­edi­to­ren zu blei­ben: Wor­in genau besteht jetzt eigent­lich der gro­ße Unter­schied zwi­schen Text­Ma­te, Sub­li­me Text, Atom und Visu­al Stu­dio Code? Da schlie­ße ich mich selbst im Übri­gen nicht aus, auch Tei­le mei­ner eige­nen Pro­gram­me ver­las­sen sich auf den Code ande­rer Leu­te, aber zumin­dest ver­su­che ich dar­auf zu ach­ten, dass ich nicht aus rei­ner Bequem­lich­keit und ohne tech­ni­sche Not­wen­dig­keit den Spei­cher ande­rer Leu­te ver­schwen­de.

Es stimmt schon: Soft­ware­her­stel­ler soll­ten sich auf die Zeit zurück­be­sin­nen, in der ein Pro­gramm es nicht nötig hat­te, einen Start­bild­schirm anzu­zei­gen, damit es nicht so sehr auf­fällt, wie lan­ge es eigent­lich braucht, um Benut­zer­ein­ga­ben auf­zu­neh­men. Das kann man „Green Coding“ und „neue Ent­wick­lung“ nen­nen, wenn man sich damit bes­ser fühlt, es jahr­zehn­te­lang aus rei­ner Faul­heit falsch gemacht zu haben, und sich jetzt damit her­aus­re­den kann, dass es eine „neue Ent­wick­lung“ gebe, an die man noch gar nicht gedacht habe, so lan­ge es nur dazu führt, dass es wie­der mehr Pro­gram­me gibt, die effi­zi­ent funk­tio­nie­ren. „In den Kin­der­schu­hen“ steckt die Fähig­keit, Code ohne unnö­ti­gen Schnick­schnack zu schrei­ben, trotz­dem nicht.

Außer, wenn’s sehr alte Kin­der sind.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Fall – L.A. // Macht euer gro­ßes Geschäft auf dem Sofa.

Ja moinEs ist Mon­tag. Video­spie­le sei­en, teilt die ARD non­cha­lant mit, der Aus­lö­ser für gewalt­tä­ti­ge Aus­schrei­tun­gen. Ich habe der­zeit drei leid­lich aktiv gespiel­te Spie­le – 0 A.D., OpenTTD und Super­Tux – bewusst instal­liert. Mor­gen baue ich aus­schrei­tend eine Stadt auf. Und nie­mand kann mich auf­hal­ten! Haha­ha! Ich mache mein gro­ßes Geschäft jetzt auf dem Sofa. Ich kann das alles nicht mehr.

Den­ke ich an Frie­den, den­ke ich an Fotos von Pan­zern. Inzwi­schen hal­te ich „Frie­den“ für einen ziem­lich brauch­ba­ren Kan­di­da­ten zum Unwort des Jah­res. – Apro­pos „Affen mit Waf­fen“: Die Bun­des­in­nen­mi­ni­ste­rin möch­te Pri­vat­leu­ten halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen ver­bie­ten. Die rele­van­te Fra­ge, wofür jemand, der kein bescheu­er­ter Kack­vo­gel ist, über­haupt eine Waf­fe für den Pri­vat­ge­brauch haben soll­te, lese ich in die­sem Zusam­men­hang nicht. Scha­de.

Dazu passt: In den USA woll­te ein Sechs­jäh­ri­ger wohl absicht­lich sei­ne Leh­re­rin erschie­ßen. Zur Stra­fe bleibt die betrof­fe­ne Schu­le heu­te geschlos­sen. Ätsch, da hat er sei­ne Haus­auf­ga­ben jetzt bestimmt ganz umsonst gemacht.

Bay­ern kurz zusam­men­ge­fasst: „Mann zieht blank – und beginnt unter ‚Muh‘-Rufen Gras zu essen“. Da schrei­ben sich die Vega­ner- und/oder Bay­ern­wit­ze eigent­lich fast von selbst. Dann muss ich das ja nicht mehr machen.

Bock auf The Fall? Ich schon.

The Fall – L.A. HD

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
#AfGrue­ne

So Medi­en, wenn in einem irrele­van­ten, abge­le­ge­nen Land­strich („Thü­rin­gen“) ein F.D.P.-Politiker nur des­halb ins Amt gelangt, weil die AfD ihm ihre Stim­men gab: „Die AfDP!“ „Ein Damm­bruch!“.

So Medi­en, wenn in einem irrele­van­ten, abge­le­ge­nen Land­strich („Saar­land“) eine Grü­nen­po­li­ti­ke­rin nur des­halb im Amt bleibt, weil die AfD ihr ihre Stim­men gab, jedoch kei­nes­falls: „Die AfGrü­nen! Ein Damm­bruch!“.

Ver­steh‘ ich nicht.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 4. Janu­ar 2023

Zum ersten Mal in die­sem Jahr „2023“ in eine Über­schrift set­zen wol­len und direkt beim ersten Ver­such ver­sagt. Auch sonst kom­me ich sehr gut mit Neue­run­gen zurecht.


Bedeut­sa­me Fest­stel­lung, die ich gar nicht oft genug zitie­ren zu kön­nen anneh­me: Nicht jede Anlei­tung muss immer ein Video sein.


2023 müs­se das „Jahr des Punks“ wer­den, postu­liert aus­ge­rech­net der Baye­ri­sche Rund­funk. Spä­te­stens jetzt möch­te Punk tot sein.


An der Küste von Scar­bo­rough fand kein Sil­ve­ster­feu­er­werk statt, um das dort wich­sen­de („schla­fen­de“, wie es „der­Stan­dard“ aus­drück­te) Wal­ross nicht zu stö­ren. Wie­der ein­mal habe ich den Ein­druck, Poli­ti­ker set­zen völ­lig fal­sche Prio­ri­tä­ten. Wenn ich mich an den Strand lege und mir gemüt­lich einen von der Pal­me wed­le, sagt nie­mand ein Feu­er­werk ab. Ich pran­ge­re das an.


Die „Süd­deut­sche Zei­tung“ infor­miert mich flos­kel­reich über das Ende der Darts­welt­mei­ster­schaft: „Smith“, so heißt wohl der Sie­ger, „krönt sich zum Welt­mei­ster“; wie prak­tisch, dass man kei­nen Zwei­ten mehr braucht, um eine Krö­nung vor­zu­neh­men. Da ist selbst Bur­ger King kon­ven­tio­nel­ler! Wenn Darts nicht so fürch­ter­lich ermü­dend wäre, wür­de ich mich dazu viel­leicht noch wei­ter aus­las­sen, aber ich habe es noch nicht mal geschafft, den Arti­kel zu Ende zu lesen:

Ein Wurf war bes­ser als der ande­re, van Ger­wen und Smith waren gleich­zei­tig auf dem Weg zu einem per­fek­ten Spiel. Für ein sol­ches muss der Aus­gangs­wert „501“ mit genau neun Darts auf exakt „0“ her­un­ter­ge­spielt wer­den. Van Ger­wen star­te­te mit drei Darts auf Tri­ple-20, was Smith ihm gleich­tat. Die ful­mi­nan­te Serie, die einer Show­ein­la­ge glich, setz­te der Nie­der­län­der mit zwei wei­te­ren Wür­fen auf Tri­ple-20 und einem auf Tri­ple-19 … (der Autor ist ein­ge­schla­fen, A.d.V.)

In den NachrichtenMontagsmusik
FJØRT – fern­ost // Frei­heit, bla, bla.

Reicht mit diesem Jahr.Es ist Mon­tag. Famo­se Erfin­dung des Jahr­zehnts: „Apps“, die statt eines Lese­zei­chens im Brow­ser ver­wen­det wer­den kön­nen, um Web­sites anzu­zei­gen, deren Namen man sich nicht mer­ken kann, obwohl sie genau so hei­ßen wie die „Apps“. Kann ich das ana­lo­ge Zeit­al­ter noch mal sehen?

Gestern haben zahl­rei­che Pfei­fen die Armen­quo­te gesenkt (Archiv­ver­si­on), also es gibt jetzt mehr Men­schen mit weni­ger Armen. Nach der Erhö­hung der Gas­ab­schlä­ge war noch Geld für Spreng­stoff übrig und das muss man nun mal nut­zen, weil der Rund­funk Feu­er­werk blöd fin­det und man sich des­we­gen schon aus Prin­zip aus der Ahnen­ga­le­rie raus­sprengt. Das haben die da oben jetzt davon. Wenig läge mir fer­ner als das lustig zu fin­den; aber man­ches eben schon. Die ZDF-Sil­ve­ster­sen­dung vom Bran­den­bur­ger Tor, das „TV-Spek­ta­kel“ („FOCUS online“), sei eine „Ent­täu­schung“ gewe­sen, schreibt gleich­falls „FOCUS online“. Das fin­de ich trau­rig: dass es Men­schen gibt, die am Sil­ve­ster­abend so ein­sam sind, dass sie Zeit und Muße haben, fern­zu­se­hen. Da müss­te die Poli­tik mal was tun.

Aus der Gerüch­te­kü­che: Beim schrä­gen Per­so­na­li­ty­b­log „Netzpolitik.org“ schei­nen sie neu­er­dings Schad­soft­ware zu ver­tei­len, um ihr „Spen­den­ziel“ zu errei­chen. Über­ra­schen wür­de es mich nicht, aller­dings ver­lin­ke ich das Non­sens­por­tal ohne­hin seit Jah­ren nicht mal mehr iro­nisch. Bestimmt gibt es für das alles einen supi­gu­ten Grund. „Frei­heit“ ist jetzt Flos­kel des Jah­res (Archiv­ver­si­on), ein Wort also, so gehalt­voll wie „Block­chain“, „Sozi­al­de­mo­kra­tie“ und „Bie­le­feld“. Das hat die F.D.P. jetzt davon. Das „glaub­wür­dig­ste Medi­um“ erfin­det wie­der Geschich­ten. Die Welt ist ein Doof. Die Zukunft ist gefähr­lich.

Musik von 2022 gab es gestern hier ja zuhauf – zum Wochen­be­ginn daher nun statt­des­sen Musik von … nun, immer noch 2022, aber das Album hat­te ich ver­ges­sen.

FJØRT – fern­ost (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2022 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 26 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Es hat end­lich ein neu­es Jahr begon­nen. Der frü­he­ste Zeit­punkt für Jah­res­rück­blicke ist jetzt. Wer schon im Okto­ber sei­nen Jah­res­rück­blick fer­tig­ge­stellt hat­te, dem fehlt in die­sem ein Sech­stel­jahr. Noch bis Sil­ve­ster hät­ten theo­re­tisch wun­der­ba­re Musikal­ben raus­kom­men kön­nen und die haben die ande­ren Rück­schau­er euch allen unter­schla­gen. Ich nicht! Daher bekommt ihr den ersten zuver­läs­si­gen musi­ka­li­schen Jah­res­rück­blick 2022 der­je­ni­gen Alben, die hörens­wert sind, exklu­siv hier auf die­ser bezau­bern­den Web­prä­senz (und spä­ter viel­leicht auch woan­ders). Ist das nicht nett von mir?

Wie fast immer hat­te ich mehr­mals eine musik­theo­re­ti­sche eiacu­la­tio prae­cox (hehe, cocks) und konn­te hin­sicht­lich der jeweils aktu­el­len Alben von Faust, Empath, JIRM, Ufom­am­mut, Hiroe, Motor!k und Nǽnøĉÿb­bŒrğ VbëřřĦōlö­kääv­sŦ („Nano­cy­borg Uber­ho­lo­kaust“) nicht an mich hal­ten. Der Rest folgt unten. Das viel­ge­rühm­te Rück­kehr­al­bum von Por­cupi­ne Tree – ihr „In Absen­tia“ ist immer­hin seit weit über zehn Jah­ren mein bevor­zug­tes Ava­tar­bild in man­chen sozia­len Medi­en – wuss­te mich dabei nicht zu begei­stern, wes­halb es hier nicht vor­kommt. Das Leben ist zu kurz für (gleich­wie gut gemach­ten) Kuschel­rock.

‘Musik 12/2022 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ wei­ter­le­sen »

PersönlichesNetzfundstücke
1773 – 2023 – 2273

Die­ser Arti­kel ist Teil 12 von 15 der Serie Neu­jahr

Eil­mel­dung: Ein neu­es Jahr beginnt. Wel­co­me back, my fri­ends, / to the show that never ends. Die Men­schen in mei­nem Taschen­recht­eck sind schon wie­der skur­ril.

Ein Tri­vi­um für den All­tag, falls man mal wie­der in einer noch lang­wei­li­ge­ren Dis­kus­si­on fest­steckt: Am 16. Dezem­ber 1773 war­fen Ein­woh­ner Bos­tons 342 Kisten bri­ti­schen Tees ins ört­li­che Hafen­becken, was bis heu­te als bedeut­sa­mes zeit­ge­schicht­li­ches Ereig­nis ver­stan­den wird. Ich muss­te an das dama­li­ge Zeit­ge­sche­hen den­ken, als ich mir irgend­wann im nun ver­gan­ge­nen Jahr 2022 die Fra­ge stell­te, war­um es eigent­lich eine christ­li­che, eine isla­mi­sche, eine chi­ne­si­sche, eine jüdi­sche und eine bud­dhi­sti­sche Zeit­rech­nung gibt, aber kei­ne heid­ni­sche. Etwas Recher­che füh­re mich auf merk­wür­di­ge Web­sites, die zumin­dest mei­ne Fra­ge beant­wor­te­ten: Man füge hier­für dem „christ­li­chen“ Jahr 250 Jah­re hin­zu. Hät­te die­se Zeit­rech­nung sich anstel­le dem kei­nes­wegs ver­nünf­ti­ger begrün­de­ten gre­go­ria­ni­schen Kalen­der durch­ge­setzt, begin­gen wir heu­te also den Jah­res­be­ginn 2273. Im Film flie­gen 2273 bereits Raum­schif­fe her­um und bei uns kommt bloß der Zug zu spät.

Im jüngst abge­lau­fe­nen Jahr habe ich zwar nicht mei­nen Kalen­der, aber zumin­dest mei­ne Tem­pe­ra­tur­mes­sung umge­stellt, meh­re­re Musik­grup­pen und ein wei­te­res Mal den groß­ar­ti­gen Max Goldt live gese­hen, einen Dach­scha­den publik gemacht sowie meh­re­re einst lebens­re­le­van­te Per­so­nen durch ande­re mitt­ler­wei­le lebens­re­le­van­te Per­so­nen (die erfolg­reich­ste dating-app ist für uns Men­schen mit frag­wür­di­ger Fri­sur, frag­wür­di­gem Gesicht und frag­wür­di­gem Humor anschei­nend, ganz unab­hän­gig vom letzt­end­li­chen Vor­ha­ben, das War­ten, was pas­siert; nimm dies, Tin­der bzw. Wer-kennt-wen bzw. kleb­ri­ge Knei­pe im kleb­rig­sten Stadt­vier­tel, je nach Ver­an­la­gung) aus­ge­tauscht, mit Letz­te­ren teils ver­däch­tig viel (hier das groß- oder wenig­stens irgend­wie müt­ter­li­che „naaaaa?“ ein­fü­gen, das Groß- oder wenig­stens irgend­wie Müt­ter so von sich geben, wenn ihr Kind erst­mals „ich mag ein ande­res Kind“ sagt, als wäre „mögen“ nur zwei­ein­halb Stun­den von „mit­ein­an­der Nach­wuchs krie­gen“ ent­fernt und als hät­te der Be-naaaaa?-te nicht bei man­chen Men­schen jed­wel­chen Geschlechts auch mal ande­re Gedan­ken als bloß so Gedan­ken) gemein­sam unter­nom­men und bin ent­ge­gen mei­ner eige­nen Erwar­tun­gen an mich selbst schon wie­der in eine Par­tei ein­ge­tre­ten, weil ich nicht nur ein biss­chen blöd bin, son­dern auch mich selbst gern fürch­ter­lich auf­re­ge. Wenn ich jemals wie­der aus der Par­tei raus­ge­hen soll­te, erzäh­le ich viel­leicht auch irgend­wem, wel­che es dann gewe­sen sein wird. Ich bin ja nicht zum Spaß hier. „Der Geist der Lie­be erfüllt den Kos­mos“ (Tan­ge­ri­ne Dream, „Alpha Cen­tau­ri“), die dunk­le Mate­rie wäre damit auch geklärt.

Irgend­wann dem­nächst soll­te die Liste mei­ner meist­ge­hör­ten Musik des Jah­res jen­seits mei­nes Plat­ten­spie­lers publik wer­den, mei­ne Jah­res­be­sten­li­ste dau­ert wahr­schein­lich nicht ganz so lan­ge, wird mir aber auch weni­ger pein­lich sein. Vie­le Musi­ker hat es 2022 dahin­ge­rafft, eini­ge von ihnen moch­te ich. Je älter ich wer­de, desto schlim­mer wird das. Hof­fent­lich besteht da kei­ne Kau­sa­li­tät, sonst bit­te ich um Ent­schul­di­gung. – In ihrer nächst­ge­le­ge­nen „Lounge“ hat die Deut­sche Bahn die Pan­de­mie­schlie­ßung genutzt, um zwar ein schö­ne­res Klo ein­zu­bau­en, aber dafür die Kaf­fee­tas­sen durch Che­mie­be­cher mit fie­sem Eigen­ge­ruch zu erset­zen. Scha­de, aber dann trin­ke ich dort halt kei­nen Kaf­fee mehr. Eine knapp ent­ron­ne­ne Kon­stan­te des neu­en Jah­res, immer­hin, gleich zu Beginn: Es wären just in die­sem Moment die­sel­ben Irren im sel­ben Dorf gewe­sen, aber ich woll­te nicht.

Drau­ßen spie­len sie schon wie­der Welt­krieg oder jeden­falls Rake­ten­schlacht. Die Lust an der Deto­na­ti­on bleibt so unge­bro­chen wie die Erwar­tung, im neu­en Jahr wer­de man alles viel bes­ser machen als im alten, als ände­re der Mensch mit dem Umblät­tern des Kalen­ders sei­ne selbst­zer­stö­re­ri­sche Art. Mein guter Vor­satz ist, die­ses Jahr kein ein­zi­ges Mal „frohs­neus“ zu sagen, weil ich Men­schen, die „frohs­neus“ für eine anstän­di­ge Begrü­ßung hal­ten, für schreck­li­che Zeit­ge­nos­sen hal­te. Prost Mahl­zeit. Prost Neu­jahr.