Politik
Lim­bo unter kei­ner Hür­de

Der „Volks­ver­pet­zer“ quatscht: „Haupt­wohn­sitz“, das bedeu­te, dass der Lebens­mit­tel­punkt dort lie­ge, doch sei das „ohne Klin­gel­schild schwer mög­lich“. Ich wider­spre­che – obschon nicht gemeint – ener­gisch und behaup­te im Gegen­teil: Mei­nen Lebens­mit­tel­punkt habe ich sogar am lieb­sten dort, wo kei­ner bei mir klin­geln kann. Dort habe ich mei­ne Ruhe.

Die größ­ten Ver­lie­rer der jüng­sten Euro­pa­wahl, apro­pos Ruhe, sind nach mei­nem Dafür­hal­ten übri­gens nicht irgend­wel­che Min­der­hei­ten und auch nicht die Grü­nen (deren Pres­se­teams noch immer ver­ge­bens ver­su­chen, das kla­re Wäh­ler­si­gnal „geht weg und seid lei­se“ in „jetzt brau­chen wir noch mehr Grü­ne“ umzu­for­mu­lie­ren), son­dern die­je­ni­gen Klein­par­tei­en, die ihren gesam­ten Wahl­kampf – Pla­kat­be­druckung ein­ge­schlos­sen – dar­auf opti­miert haben, dass es „kei­ne Pro­zent­hür­de“ gebe, und die­se Hür­de, die es nicht gebe, trotz­dem unter­schrit­ten haben.

Mich über­rascht nicht, dass es die­sel­ben Par­tei­en sind, deren Pla­ka­te hier noch nicht über Nacht ver­schwun­den sind.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Omnia – Wyt­ches’ Brew // Ern­ten, was man sät (EU-Wahl-Edi­ti­on)

Teammeeting!

Bei der Euro­pa­wahl hat Deutsch­land 0:1 gespielt. Wahl­sie­ger und damit neu­es Euro­pa ist Süd­ame­ri­ka. Bit­te die Beflag­gung in der Klo­pa­pier­ab­tei­lung ent­spre­chend anpas­sen.

Emma­nu­el Macron habe Tau­ben­schach gespielt, ent­neh­me ich der Bericht­erstat­tung, denn, wie Sprin­gers Debat­ten­ma­ga­zin Poli­ti­co unkt, die Zukunft der Euro­päi­schen Uni­on ste­he andern­falls auf dem Spiel. Fin­de ich gut. Von mir aus noch heu­te Abend kom­plett auf­lö­sen, den Bums. Soll Ursu­la von der Ley­en halt end­lich mal wie­der eine rich­ti­ge Arbeit anneh­men. „Die SPD habe – wie ande­re Par­tei­en auch – nicht von der Demo­kra­tie­be­we­gung vom Jah­res­an­fang pro­fi­tie­ren kön­nen, sag­te Bar­ley“ („ZEIT ONLINE“) und hat das Pro­blem ihrer Poli­tik damit deut­lich miss­ver­stan­den. „Die Rech­ten“ sind nicht zu stark, „die Lin­ken“ sind zu schwach. So lan­ge neue lin­ke Bewe­gun­gen wie Sahra Wagen­knechts „Bünd­nis Sahra Wagen­knecht“ – hier Schläf­rig-Emo­jis ein­fü­gen – als „irgend­wie rechts“ eti­ket­tiert wer­den, weil denen, die Eti­ket­ten ver­tei­len, mil­de Unter­schie­de merk­lich wich­ti­ger sind als schar­fe Gemein­sam­kei­ten, wird sich nichts ändern. Nichts. „Wir sind nicht rechts“ ist kein Wahl­pro­gramm. „Wir sind für eine gute Zukunft für jeden“ wäre ein Wahl­pro­gramm. Nichts davon hat mit der Euro­päi­schen Uni­on zu tun. Wer eine star­ke Euro­päi­sche Uni­on will (war­um?), der braucht star­kes Ver­trau­en. So wird das nichts. (Immer­hin: Die Medi­en haben auf­ge­hört, äußer­li­che Schön­heit für ein Kri­te­ri­um zu hal­ten. Gior­gia Melo­ni mag dis­kus­si­ons­wür­di­ge Ansich­ten zu Außen­po­li­tik ver­tre­ten, ihre Bei­ne waren bis­her medi­al trotz­dem kein The­ma. Ich weiß noch nicht, wie ich das fin­de.)

Jing­le­ge­räusch. Ah, end­lich Ruhe. Fuß­ball! (Mist.) „Som­mer­mär­chen“ lesen und an die gar trau­ri­ge Geschich­te mit dem Feu­er­zeug den­ken. Alte Men­schen wie ich fin­den das lustig. – Apro­pos alt. Wie bekommt man eine Datei von einem alten Apple-Lap­top auf einen weni­ger alten Win­dows­rech­ner? Klar: Per Fax. Deut­schen Behör­den gefällt das. (Klei­ner Scherz. Wel­che deut­sche Behör­de hat schon einen weni­ger alten Win­dows­rech­ner?)

Die Lösung für das Pla­stik­müll­pro­blem: Ein­fach ins Meer kip­pen! Die Lösung für den Mon­tag: Musik.

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Eero Koi­vi­sto­inen – The Front Is Brea­king

Eero Koivistoinen - The Front Is Breaking

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Zu den inter­es­san­ten Eigen­schaf­ten von Musik gehört ihre Viel­falt. Wie auch bei gutem Whis­ky gilt: Nicht jeden Tag habe ich Bock auf den­sel­ben Stil. Heu­te zum Bei­spiel habe ich nicht vor, einen rau­chi­gen Islay­dram zu genie­ßen, heu­te ist ein Tag für einen sanf­ten Low­lan­der; und statt schräg­stem Metal habe ich heu­te Lust auf ein wenig Jazz. Wie pas­send kommt mir da das schon 1976 erschie­ne­ne Album „The Front Is Brea­king“ (Amazon.de, TIDAL) des fin­ni­schen Saxo­pho­ni­sten Eero Koi­vi­sto­inen gele­gen!

Die­ses kommt ohne Gesang aus und bie­tet natür­lich jede Men­ge Saxo­phon auf, aber das macht nichts. „Jazz“ ist viel­leicht auch etwas zu eng gefasst, hier haben wir es mit der Art von Musik zu tun, die zu mal Funk, mal Fusi­on heißt. Hier und da, etwa im Titel­stück, kommt (auch auf­grund des Kla­vier­spiels) etwas Yes-Gefühl auf, manch­mal („Safa­ri“) wird die Musik auch ein­dring­li­cher, for­dern­der, aber im Wesent­li­chen ist „The Front Is Brea­king“ ein Album ohne gro­ße Über­ra­schun­gen. Soli­der Jazz für einen ent­spann­ten Wahl­tag.

The Front Is Brea­king

Muss ja auch mal sein.

Sonstiges
Liste (unvoll­stän­dig) der­je­ni­gen Men­schen, denen eine Tracht Prü­gel nicht nen­nens­wert gescha­det hät­te

  • Men­schen, die beim deut­lich ver­spä­te­ten ICE die Tür auf­hal­ten, um nicht durch Hek­tik beim Rau­chen gestört zu wer­den.
  • Men­schen, die ihr Mobil­te­le­fon wie ein Stück Piz­za vor den Mund hal­ten, wenn sie hin­ein­spre­chen.
  • Men­schen, die den ein­ge­bau­ten Laut­spre­cher die­ses Mobil­te­le­fons (zu Unrecht) für eine geeig­ne­te Vor­rich­tung und ihre per­sön­li­chen Vor­lie­ben (zu Unrecht) für hin­rei­chend wenig schei­ße hal­ten, um damit das Leben unbe­tei­lig­ter Pas­san­ten unge­be­ten ein biss­chen schlech­ter gestal­ten zu dür­fen.
  • Men­schen, die Gewalt ver­üben, weil ihre lieb­ste Par­tei nicht über­zeu­gen kann.
  • Men­schen, die Gewalt ver­üben, weil ihr lieb­ster Sport­ver­ein nicht über­zeu­gen kann.
  • Men­schen, die Gewalt ver­üben, indem sie sich dem Mili­tär andie­nen. (Bonus­schel­le für die­je­ni­gen, die sich dem Mili­tär andie­nen, weil ihre lieb­ste Par­tei und/oder ihr lieb­ster Sport­ver­ein nicht über­zeu­gen kann.)
  • Men­schen, die „2024 soll­te man…“ für ein Argu­ment hal­ten.
  • Men­schen, die beim Lesen des vor­he­ri­gen Punk­tes „Müss­te es nicht ‚in 2024‘ hei­ßen?“ dach­ten.
  • Men­schen, die ande­ren Men­schen auf den Bild­schirm schie­len, weil sie hin­ter ihnen ste­hen oder sit­zen und die Pri­vat­sphä­re ande­rer Men­schen ihnen weni­ger Wert als die Neu­gier zu haben scheint. Ja, Sie sind gemeint.
  • Men­schen, die Listen wie die­se erstel­len.

Netzfundstücke
Erfolg­rei­che Nul­len

Dass ich als Fuß­bal­lag­no­sti­ker mal einem Arti­kel im „kicker“ zustim­men wür­de, über­rascht nie­man­den mehr als mich; dort näm­lich schrob des­sen „Chef­re­por­ter“ Oli­ver Hart­mann ganz unre­por­tie­rend nach erfolg­tem Schluss­pfiff des tor­lo­sen „Test­spiels“ zwi­schen der Natio­nal­mann­schaft der Ukrai­ne und der Natio­nal­mann­schaft Deutsch­lands fol­gen­de Ein­schät­zung auf:

Deutsch­land kommt beim vor­letz­ten Test vor EM-Start nicht über ein 0:0 gegen die Ukrai­ne hin­aus. (…) Die gezeig­te Lei­stung darf Nagels­mann trotz­dem als Beleg wer­ten, mit sei­nem Kurs auf dem rich­ti­gen Weg zu sein.

Sehe ich auch so: Je weni­ger Tore die Mann­schaft schießt, deret­we­gen hier schon wie­der das Klo­pa­pier beflaggt wird, desto frü­her ist Ruhe. Scha­la­la aller­seits!


Der Chef von Zoom will, dass wir zu lang­wei­li­gen Kon­fe­ren­zen („Mee­tings“) künf­tig einen Com­pu­ter an unse­rer Stel­le teil­neh­men las­sen. Eigent­lich eine gute Idee, aber wäre es nicht bil­li­ger, die jewei­li­ge Ver­an­stal­tung direkt weg­zu­las­sen?

Persönliches
Men­schen­ket­ten

Es mag ja irgend­wel­che nie­de­ren Trie­be befrie­di­gen, gänz­lich fol­gen­los „ein Zei­chen zu set­zen“ (Archiv­ver­si­on), aber die Vor­stel­lung, für nichts als ein paar mehr oder weni­ger hüb­sche Bild­chen für den Whats­App-Sta­tus frem­den Men­schen das schweiß­feuch­te Pat­sche­händ­chen hal­ten zu müs­sen, lässt mei­ne Sym­pa­thie für von wel­chem Motiv auch immer getrie­be­ne Mes­ser­an­g­rei­fer nicht unbe­dingt sin­ken, so viel sei mit­ge­teilt.

NetzfundstückeMontagsmusik
Floh de Colo­gne – Dei­ne Frei­heit // Con­ten­tun­gläu­bi­ge fürs Inter­net

Nur noch fünf Minuten, Mutti!

Es ist Mon­tag. Ein guter Tag, um das Mann­sein zu erzäh­len! Es war ein­mal ein Jour­na­lis­mus. – Apro­pos Din­ge, die in Öster­reich so vor sich gehen: Mann hat Sex mit Schaf. Ich habe kei­ne Vor­ur­tei­le über Öster­reich, ich fas­se nur zusam­men.

Nicht mehr so oft zusam­men­ge­fasst wer­de hin­ge­gen die für nor­ma­le Men­schen uner­träg­li­che Ego­par­ty re:publica, bedau­ert Stef­fen Voß in sei­nem Blog. Das fin­de ich erst mal gut, weil die tage­lan­ge Domi­nanz die­ser Ver­an­stal­tung in den ein­schlä­gi­gen time­lines doch sehr lästig war, als sie noch bestand. Der dort impli­zier­te „Tod“ sozia­ler Medi­en als zen­tra­le Anlauf­stel­le für „das Inter­net“ ist aller­dings zumin­dest ein inter­es­san­ter Denk­an­stoß; der wie­der­um zur Fol­ge hat­te, dass in der Blogo­sphä­re alle, die ins Inter­net rein­schrei­ben, wie­der erklä­ren wol­len, war­um sie ins Inter­net rein­schrei­ben. Make Selbst­re­fe­ren­zia­li­tät Inhalt again. Eini­ge ver­lie­ren den Glau­ben an „Con­tent“ und gewin­nen ihn hof­fent­lich nicht so bald zurück. „Con­tent“ war mit all sei­ner nicht aus­ge­spro­che­nen Bei­be­deu­tung – irgend­was mit Geld und Ruhm – schon immer der Tod des Schrei­bens. (Viel­leicht hät­ten ein­fach alle im Use­net blei­ben sol­len. Aber da kann man ja nicht so gut Rekla­me schal­ten.)

Das fra­ge ich mich ja auch jetzt erst: War­um tritt die Bay­ern­par­tei eigent­lich nicht zur EU-Wahl (an die­ser Stel­le möch­te ich euch recht­zei­tig dar­an erin­nert wis­sen, einen Wür­fel für die Wahl­ka­bi­ne zu kau­fen) an? Ein Aus­tritts Bay­ern aus der Euro­päi­schen Uni­on wür­de doch vie­le Gege­ben­hei­ten des All­tags viel lusti­ger machen. – Trifft auch irgend­wie mei­nen Humor: Unge­fähr ein Jahr, nach­dem fünf rei­che Pfei­fen auf dem Weg zur Tita­nic von ihrem selbst­ge­bau­ten Tauch­ge­rät erdrückt wor­den sind, denkt eine rei­che Pfei­fe offen dar­über nach, mit einem selbst­ge­bau­ten Tauch­ge­rät zur Tita­nic zu fah­ren. Schö­ne Idee aus dem Inter­net dazu: Das soll­te eine jähr­li­che Ver­an­stal­tung wer­den. Mit Public Vie­w­ing. Da ergä­be der Begriff dann auch den eigent­li­chen Sinn.

Ergibt auch Sinn: Musik (alte). Manch­mal ohne Text, aber heu­te mal mit.

Dei­ne Frei­heit

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputerPolitik
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 31. Mai 2024

Unter­des­sen in der „FAZ“: Die­se Sylt­sa­che war echt ärger­lich – man sieht mit einem über die Schul­ter gewor­fe­nen Pull­over nicht mehr nur ein­fach sack­däm­lich aus, son­dern außer­dem macht man sich damit Gedan­ken. Das wäre ja nun nicht mein wesent­li­ches Pro­blem, aber das Ergeb­nis zählt.


In mei­nem Patri­ar­chat gäbe es Wehr­pflicht nur für Frau­en, aber das ist mit Boris Pisto­ri­us von der femi­ni­sti­schen Pro­gres­si­vi­täts­par­tei SPD nicht zu machen. Ist es nicht erstaun­lich, dass die­je­ni­gen am lau­te­sten nach einer Wehr­pflicht rufen, die als Letz­te an die Front müss­ten?


Uralter, iro­nisch gemein­ter Code von mir habe es in ein neu­es, iro­nisch gemein­tes Plug­in für den Datei­ma­na­ger xplo­rer² geschafft, ist in des­sen Forum zu lesen. Das ist lustig, weil ich selbst kein Win­dows mehr ver­wen­de. Mei­nem Code ent­kommt man aber zuse­hends schwie­ri­ger. Hehe­he! Hehe!


Apro­pos Code: ICQ wird mög­li­cher­wei­se quell­of­fen wei­ter am Leben gehal­ten. Es gibt sie noch, die guten Nach­rich­ten.


Was infol­ge der „künst­li­chen Intel­li­genz“ aus den Blogs wer­de, frug Urblog­ge­rin Clau­dia Klin­ger in dem ihren. Mit Blick auf die Qua­li­täts­blogs, deren Her­vor­brin­ger sich jedes Jahr zu ihrer Eigen­lo­bes­ver­an­stal­tung „re:publica“ ver­sam­meln, bleibt die Hoff­nung zu äußern, dass die als Erste von einem Robo­ter ersetzt wer­den.

PolitikIn den Nachrichten
Macht- und Recht­ha­be­rei

Nach Macht- haben wir jetzt auch Recht­ha­ber, teilt der „SPIEGEL“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) mit:

FDP-Ver­tei­di­gungs­exper­tin Strack-Zim­mer­mann schimpft Olaf Scholz einen Recht­ha­ber und meint gar, »auti­sti­sche Züge« bei ihm zu erken­nen. Die SPD reagiert empört: »Das über­schrei­tet eine rote Linie im demo­kra­ti­schen Wett­be­werb.«

Olaf Scholz zu unter­stel­len, Recht zu haben, ist aber auch echt drü­ber. Grü­ße aus dem auti­sti­schen Zug.


Apro­pos FDP-Ver­tei­di­gungs­exper­tin Strack-Zim­mer­mann: Der Unter­hal­tungs­sen­der Borus­sia Dort­mund wer­de künf­tig von dem staat­lich gepam­per­ten Wich­ser­kon­zern Rhein­me­tall bezahlt, ent­neh­me ich dem Bör­sen­ticker. Aus dem Hin­ter­grund müss­te Rahn schie­ßen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ever­ything Ever­ything – Distant Past // Würg (sel­ber)!

Zeit für Frühsport

Es ist Mon­tag. Pas­send dazu gibt es einen Trau­er­fall zu ver­kün­den: ICQ wird dem­nächst abge­schal­tet. Das ist scha­de. Ich mag ICQ. Ande­rer­seits bin ich auch der unge­fähr Vor­letz­te, den ich per­sön­lich ken­ne, der sei­nen Account nie gelöscht hat und sogar noch manch­mal rein­guckt. Wo tref­fen sich die cool kids dann jetzt eigent­lich künf­tig online? Gibt es Hab­bo Hotel noch?

Zum The­ma „cool Kids“ habe ich auch sogleich ein Gegen­bei­spiel zu bie­ten: „Tief bewegt sind die Men­schen nach dem Todes­fall einer 13-jäh­ri­gen Schü­le­rin aus dem Land­kreis Kas­sel. Ein Tik­tok-Trend ende­te für sie töd­lich“ (via, Archiv­ver­si­on). Bei nähe­rer Betrach­tung der Todes­um­stän­de – anschei­nend habe ich den Trend, sich selbst bewusst­los zu wür­gen, und zwar mehr­fach, falls beim ersten Mal das ent­stan­de­ne Video nicht gut genug war, bis­her völ­lig zu Unrecht voll­kom­men zu beach­ten ver­nach­läs­sigt – bewegt indes auch mich etwas tief. (Schal­len­des Lachen. Es ist schal­len­des Lachen.)

Ich glau­be ja, die „ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Dele­gi­ti­mie­rung des Staa­tes“ ist Selbst­ver­tei­di­gung, aber ich bin ja auch nicht beim Ver­fas­sungs­schutz. (Ein­wand zum Kur­si­ven: Bei Jan Ass­mann las ich in einem anson­sten sehr lang­wei­li­gen Buch die Fest­stel­lung, der Glau­be sei etwas zutiefst Unre­li­giö­ses. Gläu­bi­ge glau­ben ja nicht an ihren Gott, son­dern sie wis­sen von ihm. Ich wer­de mir die­se Unter­schei­dung zuei­gen machen.)

Apro­pos Staat: Beim digi­tal­cou­ra­ge e.V. gibt es eine Peti­ti­on für ein Recht auf ein Leben ohne Digi­tal­zwang, also etwa ohne vor­ge­schrie­be­ne app für jeden Aspekt des Lebens. Die­se Peti­ti­on muss soll man online aus­fül­len oder her­un­ter­la­den und aus­drucken (an die­ser Stel­le mei­nen Dank dem Kom­men­ta­tor hier unten drun­ter – es gibt Grün­de, war­um ich den Kom­men­tar­be­reich offen las­se). Ich wünsch­te, das könn­te mich noch amü­sie­ren.

In letz­ter Zeit lese ich immer wie­der irgend­was über „pro­west­li­che“ Akteu­re. Ver­ste­he ich nicht. Ich bin ja eher pronörd­lich. „Akteu­re“ mag ich auch am lieb­sten, wenn man sie Akteu­re nennt, weil sie Musik machen; zum Bei­spiel die fol­gen­de.

Ever­ything Ever­ything – Distant Past

Guten Mor­gen.