37 sei (natürlich neben 42 und, hihi, 69) die häufigste Zahl, die Menschen nennen, wenn man sie bittet, sich eine vermeintlich zufällige Zahl auszudenken, steht neuerdings im Internet. Der „9 9 9 9…“-Zufallsgenerator aus der Unterwelt im Dilbert-Comic war da geradezu prophetisch.
Säbelrasseln schön und gut, aber haben die kein Schießpulver?
Promipool.de ist hellauf begeistert: Sophia Thomalla, schreiben sie, „zeige sich“ im Bikini. Tja, ich habe „mich“ sogar schon mal nur in einer Badehose „gezeigt“. Sophia Thomalla kann mir gar nichts.
Augn ist eine wirklich schreckliche deutsche Musikgruppe, wenn man gute Texte und instrumentale Fähigkeiten schätzt und ungern schmunzelt beim Musikhören. Wärmstens empfohlen, aber eher aus Versehen.
Kalauer des Tages: Die Quatschpartei Volt möchte laut Twitter und eigener Website, dass zwecks Wahlkampfs „Tausende“ mit Voltenergie („Volt-Energie“) angesteckt werden. Ich will ja nicht unken, aber letztes Mal, als Tausende angesteckt wurden, haben wir die Schulen zugemacht.
„Pkw-Fahrer stirbt nach Frontalzusammenstoß mit zwei Autos“ („hessenschau“, Hervorhebung von mir); Respekt!
Gunter Dueck witzelte kürzlich, die Welt sei jetzt seelisch reif genug für einen Elektro-Manta. Ich gehe davon aus, zuerst wird es Elektrorollergangs geben. Hells Angels ihre Schwestern. Kein Schachclub wird vor ihnen sicher sein.
Jeder Mensch ist als von Gott geschaffenes Wesen einzigartig (…). Wir machen uns (…) für das Recht auf Religionsfreiheit und den Schutz religiöser Minderheiten stark.
Religionsfreiheit ist eine schöne Sache – so lange sie nicht der christlichen Schöpfungsgeschichte („von Gott geschaffenes Wesen“) widerspricht. Verstehe schon. Die Kinder des Armschweißes sind mitgemeint.
Es ist Montag. Frage: Warum haben die USA eigentlich zwei Feiertage für Knoblauch und unsereiner keinen einzigen? Als einer derjenigen Menschen, die beim Kochen ihre Mindestmenge an hinzuzufügendem Knoblauch bei vier bis fünf Zehen über dem, was im – soweit vorhandenen – Rezept empfohlen wird, festgelegt haben, sehe ich da ein klares Versäumnis des Gesetzgebers. Natürlich soll der Tag des Knoblauchs dann kein arbeitsfreier Feiertag sein; aber der Tag darauf wird zumindest das mobile Arbeiten (vulgo: „Smart“, äh, „Home Office“, was rechtlich ja wieder was ziemlich anderes ist) hinreichend würdigen. Müssen. Guten Appetit.
Völlig überraschend (für Menschen, die dringend einen Computergrundkurs besuchen sollten) habe sich, entnehme ich der einschlägigen Berichterstattung, neulich herausgestellt, dass es eine unfassbar sackdämliche Idee sei, Daten, deren Verfügbarkeit man für wichtig erachtet, ausschließlich auf dem Computer anderer Leute abzulegen. Hoffentlich bringt bald jemand eine Möglichkeit raus, Textdokumente innerhalb des eigenen Netzwerks zu sichern. – Apropos Computer: In Großbritannien streichen manche Behörden jetzt den Apostroph im Genitiv von Straßennamen, weil Programmierer zu blöd dafür sind. Ein geradezu hinterhältiger Versuch, die Briten samt und sonders verrückt zu machen, sei das, erfahre ich aus den Medien, und ich beglückwünsche den Schelm, der sich da als Programmierer eingeschlichen und so was angerichtet hat. Chapeau!
Weniger chapeauwürdig: Demnächst haben wir wieder den Gedenktag der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg zu begehen. Sicherheitshalber ist es in der Bundeshauptstadt auch in diesem Jahr wieder verboten, die Sieger zu ehren. Kriegstüchtig. Wissenschon. (Mein Mitleid mit vermöbelten SPD-Mitgliedern ist übrigens immer exakt so groß wie das Rückgrat der SPD, die Überwachungsgesetze betreffend. Es liegt ganz bei ihnen.)
In Pakistan werden die Geier knapp. Auch mal eine neue Art von Problem. Kein Problem (vor allem, wenn man die Sprache nicht versteht): Musik.
In eigener Sache: Ich habe jüngst groffstudio 0.14.0, das weltbeste (weil einzige) IDE für groff, das bessere LaTeX, veröffentlicht. Unter Windows ist Ghostscript zum PDF-Export jetzt Voraussetzung, unter anderen Systemen ist es optional. Erstmals wurde es unter Windows überhaupt von irgendwem außer mir getestet, scheint mir.
(Was ich heute, da ich ausgerechnet die CDU mit einem eigenen Infostand beim Tag der Arbeit gesehen habe, sie schon aus Perplexionsgründen zu fragen vergessen habe: Warum haben wir eigentlich Maler, Musiker und Schriftsteller wegzuautomatisieren gelernt, aber die Fenster müssen wir im Sommer immer noch selber putzen?)
Mich erreichte folgende E‑Mail (ohne Zeilenumbruch, aber auch ohne Betreff), ausnahmsweise am Spamfilter vorbei:
Aufmerksamkeit !!!
Hände hoch! Äh, zu Befehl!
Mein Name ist Edwin Castro, ich habe den Jackpot der Powerball-Lotterie in Höhe von 2,04 Milliarden US-Dollar gewonnen.
Den wahren Kern der E‑Mail möchte ich gar nicht bestreiten, aber die Frage sei gestattet: Powerball klingt nach einer Mangaserie von vor zwanzig Jahren. Kommen da Tiere drin vor oder wenigstens ein Typ mit einem Schwanz (hinten)? Und wie kommt man auf die seltsam schräge Summe von 2,04 Milliarden US-Dollar – sind da Zinsen drin oder draußen?
Ich habe beschlossen, Menschen in Not mit der Summe von 500.000 USD für 50 Menschen zu helfen.
50 mal 500.000 US-Dollar sind immer noch nur 25 Millionen US-Dollar. Typisch Großkapitalist. Sofort enteignen!
Wenn Sie diese E‑Mail erhalten haben, beachten Sie, dass Sie von der Stiftung Edwin Castro Foundation ausgewählt wurden.
Ja, äh, gut. Dann beachte ich das jetzt mal. Aber wofür genau ausgewählt? Was soll ich tun? Werde ich demnächst erschossen und/oder gegessen, damit es nur noch 49 Menschen sind?
Leider war für solche Details das E‑Mail-Briefpapier zu früh ausgegangen, daher versetzt mich Edwin Castro in eine vermeintliche Holschuld:
Für weitere Informationen wenden Sie sich per E‑Mail an Yavin James { Dispatch Agent}.
Selbst unter der Annahme, dass ich bekloppt genug wäre, da mal nachzufragen: Geht nicht. Eine Mailadresse ist nicht beigefügt.
Die Abwesenheit jeglicher Adressangabe ist zwar vermutlich der Grund, dass diese E‑Mail es durch den Spamfilter geschafft hat, aber so recht hilfreich beim Geldsammelversuch dürfte es nicht sein. Aber was weiß ich schon? Ich bin ja nur ausgewählt.
GrüßeEdwin Castro-Stiftung
Immerhin: Es grüßt der Herr, es verabschiedet die Stiftung; oder die Gattin heißt Stiftung und Edwin Castro hat einen dieser feschen Doppelnamen angenommen. Unklar, ob die „Edwin-Castro-Stiftung“ mit oder ohne Bindestrich jetzt dasselbe ist wie die „Stiftung Edwin Castro Foundation“. Keine Sorge, der Agent ist dispatcht.
Es ist Montag, ein guter Tag für so genannte Berichterstattung. Es war eine blöde Idee, diese Leute ins Internet einzuladen. Sie verstehen nicht, was hier geschieht, aber sie schreiben sicherheitshalber schon mal was auf. Do you, Mr. Jones?
Ich habe vorgestern, beim Schlendern zwischen zwei Angeboten auf der Open Whisky in ausgerechnet Hannover, fassungslos festgestellt, dass ich dieses Jahr noch auf mindestens drei Whiskymessen sein zu wollen angekündigt habe. Ich meine, es gibt ja wirklich sehr leckere Sachen dort („lecker“ ist eines dieser Adjektive, die man wieder sagen darf, nachdem das Jahrzehnt des Überangebots an „leckeren“ Dingen in der Werbung nun eine Weile zurückliegt), aber es ist demotivierend, jedes Mal eine Auswahl treffen zu müssen, weil Zeit und Geld eben auch nie für alles reichen, was den eigenen Geschmack vielleicht treffen könnte oder wenigstens den Horizont erweitert. Manchmal beneide ich Menschen, die sich um Aromenvielfalt nicht scheren und nur die Druckbetankung anstreben. Sie haben es so leicht.
Krieg ist Feminismus! (Abonnementgedöns, auch mit Schrankenumgeher, aber der Einleitungstext reicht völlig.) Irgendwelche Männerrechtsblogger verschwinden folgerichtig in den Schützengräben und bleiben lieber anonym im Internet, so lange das noch legal ist. (Mario Voigt von der CDU fordert schon wieder den Rauswurf von Leuten aus sozialen Medien. Ich fordere ja seit Jahren den Rauswurf von überregional agierenden Politikern aus dem Internet. Das wäre langfristig die entspannendere Lösung für alle Seiten.) Immerhin: Mir haben sie bisher keine merkwürdigen Zettel ans Haus getackert, nur mal ein unkommentiertes und weitgehend uninteressantes Foto in den Briefkasten geschmissen. Zum Glück halte ich mich hier mit kontroversen Themen weitgehend zurück. Außer beim Thema Musik, denn man kann die zeitgenössische Popmusik gar nicht genug kritisieren. – DHL? Nicht zu sprechen. Studio-Braun-Fans gefällt das.
MS-DOS 4.0 ist mittlerweile freie Software. Damit steht Open Source in deutschen Stadtverwaltungen endlich nichts mehr entgegen. PostgreSQL, die einzige wirklich gute freie relationale Datenbank, lernt unterdessen MySQL zu simulieren. Damit gibt es keine Ausrede mehr, immer noch MySQL und/oder MariaDB einzusetzen. Ist auch besser für die Zukunftssicherheit. Andererseits bin ich ja schon froh, wenn eine Software es mir mal nicht zu schwer macht, sie intuitiv bedienen zu können.
In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wird die öffentliche Debatte über die Wehrpflicht im Wirtschaftsteil behandelt, nahm ich gestern zur Kenntnis. Passt. Ich finde es übrigens nur konsequent, dass die SPD will, dass die Deutschen, abgewickelt oder nicht, alljährlich endlich wieder diejenigen Wehrmachtsnazis ehren, die auch nach dem Krieg noch Bock auf Militär hatten („Angehörige der Wehrmacht (…) sind allerdings nur inbegriffen, wenn sie ihre militärische Karriere anschließend in der Bundeswehr fortgesetzt haben“), und die anderen ausdrücklich nicht. „Vaterlandslose Gesellen“ (Wilhelm II.) waren in der SPD ja spätestens im August 1914 unten durch. Noi vogliamo glorificare la guerra – sola igiene del mondo. Marinetti wäre heute wahrscheinlich Sozialdemokrat. Kein Futurismus für niemanden.
Im Internet bedankt sich Sarah Bosetti mancherorts dafür, den „Grimme Preis“ gewonnen zu haben. Das lasse ich so stehen. – Apropos Sprache: Am Wochenende schönes, weil vielsagendes Präteritum gehört: etwas „flashbackte“ den Sprecher. Anderswo, ebenfalls am Wochenende, schönes, weil treffendes Wort gelesen: Playlistifizierung. Gegen wenigstens letzteres Phänomen hilft zuverlässig das Hören ganzer Musikalben. Es liest ja auch hoffentlich niemand nur einzelne Seiten aus einem Roman.
Ich fange schon mal an.
Jethro Tull – A Passion Play (Full Album) 1973
Man schelte mich einen Naiven, wenn ich da einfach was nicht richtig verstanden habe, aber die vermeintliche Konsequenz zwischen dem deutschen „oh nein, Russland hat mehr Waffen, wir brauchen jetzt auch mehr Waffen!“ und dem russischen „oh nein, die NATO hat mehr Waffen, wir brauchen jetzt auch mehr Waffen!“ scheint mir – anders, als Bundesverteidigungsminister, Armin-Laschet-Doppelgänger und SPD-Rechtsaußen Boris Pistorius, dessen Ansinnen, gleichzeitig mehr Tötungsmaterial zu erwerben und/oder bauen zu lassen und dafür nicht in den Geldtöpfen für Soziales zu wildern, sich mir schon rein volkswirtschaftlich nicht so recht erschließen mag, dieser Tage zu schwätzen pflegt – eher ein in sich geschlossener Kreislauf als eine Frage von Ursache und Wirkung zu sein.
„Golem.de“ zeigt sich amüsiert: Wenn man eine bestimmte („DIESE!“, wie es verbrennungswürdige Medien ausdrücken würden) Marke „smarter“ Fernseher, nämlich Hisense, in dasselbe Netzwerk aufnimmt wie einen Windowscomputer, dann verhält sich dieser Windowscomputer irgendwann merkwürdig. Der Ansatz der Fehlerberichterin: Finger weg von Hisense! Mein Ansatz: Finger weg von „smarten“ Geräten im eigenen Haushalt! Das scheint im Übrigen auch diejenige Option zu sein, die allzu lange Gerätekompatibilitätslisten erübrigt.
Der Siegeszug der Maschinen schreitet voran: Anscheinend muss man Google gegenüber jetzt Rechenschaft ablegen, wenn man bei Google Maps irgendwas machen will.
Mich freut, dass es die Deutschen ausnahmsweise interessiert, was ausländische Geheimdienste hierzulande anrichten. Mich ärgert, dass sie damit nicht die NSA meinen.
Apropos US-amerikanisch: Ich bitte eventuell mitlesende Angehörige der Judikative schon jetzt um Nachsicht für alles, was ich mit dem Nächsten machen werde, der in meiner Gegenwart die Formulierung wie „es sind nur noch zehn Minuten zu gehen“ verwendet und damit keinen Fußmarsch, sondern einen Zeitplan meint.
„The Atlantic“ unkt, das Ende des Webs, wie wir es kennen, sei schon bald erreicht. Ursächlich hierfür sei die Flut an computergenerierten Inhalten, die wiederum für nicht für Menschen, sondern für Reklametafeln optimierte Suchmaschinen interessant wirken sollen. Wäre es nicht einfacher, wir ließen die Roboter also dort miteinander spielen und machten stattdessen was anderes?
Es ist Montag. Immerhin darf man das noch ohne ausgiebige Vorabdistanzierung sagen. Das ist kein schlimmes Versäumnis, man sagt es ja ohnehin meist eher ungern.
Zur deutschen Angst, dass trotz allem ein Friede ausbrechen könnte, gibt es einen tagesaktuellen Graphen, entnehme ich dem Internet, und dass der Einkaufswagen auf Niederländisch „Winkelwagen“ heißt. Toll, diese modernen Zeiten. Unsere Großeltern konnten sich zwar in unserem Alter ein vollständig abbezahlbares Haus leisten und hatten weniger Steuern zu zahlen, aber dafür wussten die nicht, wie Niederländisch klingt. Ätsch.
Ich würde ja sagen „das regt mich auf“, aber vor dem ersten Kaffee regt mich schon die bloße Existenz auf. Erst mal Musik.