MusikLyrikIn den Nachrichten
Welt­sicht, gelb und sau­er (Ver­such und Irr­tum)

Man hät­te es wis­sen kön­nen.

Man hät­te wis­sen kön­nen, dass das, was pas­sie­ren soll­te, pas­sie­ren soll­te. Dass es so pas­sie­ren soll­te, wie es pas­sie­ren soll­te. Sie wuss­ten es, alle wuss­ten es. Wer sag­te, dass die, die es wuss­ten, es nicht wuss­ten, der log. Wis­sent­lich, um sich selbst zu scho­nen, wis­sent­lich auch wider bes­se­ren Wis­sens.

Man hät­te wis­sen kön­nen, dass hin­ter­her wie­der alle sagen wür­den, sie hät­ten es schon immer gewusst, aber kei­ner habe ihnen zuge­hört. Schlimm sind immer nur die ande­ren. Die ande­ren, das sind die, die sagen, tja, das ist der Lauf der Din­ge. Anpas­sen und Klap­pe hal­ten. Sie sagen „haha, das war lustig“ und lachen nicht. Sie sagen „end­lich sagt’s mal einer“ und blei­ben selbst stumm, man könn­te ja die Leu­te ver­schrecken, die sie nie inter­es­siert haben. Und über­haupt, Indi­vi­dua­lis­mus ist so 90er.

Man hät­te wis­sen kön­nen, dass das, was sie taten, nicht falsch war. Dass die Art, wie sie es taten, zur Lage nichts bei­trug. Was empör­te, war, was sie nicht taten, und so sahen sie sich selbst taten­los beim Nichts­tun zu, wäh­rend um sie her­um die Welt explo­dier­te. Das Letz­te, was sie sahen, war ein Schul­ter­zucken, und sie zuck­ten zurück, weil sie ihr gan­zes Leben schon nur gezuckt hat­ten. Zuckend in den Unter­gang, und man bleibt sich treu.

Man hät­te es wis­sen kön­nen, ja, ja, hät­te. Alles Schwarz­ma­ler und Faschi­sten, Ewig­gest­ri­ge, Reak­tio­nä­re. Ich weiß, dass ich nichts weiß, wis­sen Sie? Uralt, kennt man, nichts zu dan­ken, bis bald mal wie­der.

Aber hin­ter­her hat es wie­der kei­ner wis­sen wol­len.


(Has­pelt doch vor­hin eine sicht­lich unent­spann­te Frau frag­li­chen Alters, die an irgend­ei­ner frag­wür­di­gen Akti­on von attac teil­ge­nom­men hat­te, in die erst­be­ste Nach­rich­ten­ka­me­ra, es sei „echt toll“ gewe­sen, unter frei­em Him­mel zu schla­fen. Dar­um, wer­te Frau, wer­den Sie Hun­der­te von Obdach­lo­sen benei­den, des­sen bin ich mir fast sicher. Ande­rer­seits hät­ten Sie das auch ein­fa­cher haben kön­nen.)

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Kurz ver­linkt XXII: Von Ter­ror und Trau­er

Heu­te mal wie­der nur eine klei­ne Nach­rich­ten­um­schau:

Das The­ma Love­pa­ra­de beherrscht noch immer die Medi­en, und end­lich kom­men auch mal ande­re Men­schen als nur die ewig in jedes bereit­ste­hen­de Mikro­fon heu­len­den Ange­hö­ri­gen (na, man muss ja Prio­ri­tä­ten set­zen, Pie­tät ist wurscht; Haupt­sa­che, mal mit der Pres­se reden!) zu Wort, die mir doch so lang­sam auf die Ner­ven gehen.

So schreibt etwa HD Schell­nack über die sub­jek­ti­ve Ver­klä­rung des Vor­falls:

Die 19 Todes­op­fer von gestern sind ganz sicher unfass­bar… aber sie neh­men sich beschei­den aus gegen die 4152 Men­schen, die 2009 auf Deutsch­lands Stra­ßen im Ver­kehr ums Leben kamen (und die­se Zahl ist ein histo­ri­scher Tief­stand). Der plötz­lich ein­tre­ten­de, unfall­ar­ti­ge, uner­war­te­te Tod betrifft und stär­ker als das schlei­chen­de, uhr­werk­ar­ti­ge Risi­ko, das wir ein­ge­hen, wenn wir eine Auto­bahn­auf­fahrt her­ab­fah­ren. Das ist so schreck­lich wie ver­ständ­lich, der unsicht­ba­re tröp­feln­de Tot von fast 5000 Ein­zel­nen bleibt unsicht­ba­rer, 19 Opfer in einem media­len Spek­ta­kel sind prä­sen­ter.

In die glei­che Ker­be schlägt André F. Licht­schlag vom Maga­zin eigen­tüm­lich frei:

Am 29. Mai 1985 star­ben 39 Men­schen beim Euro­pa­po­kal­end­spiel im Brüs­se­ler Heysel-Sta­di­on. Schlä­ge­rei­en zwi­schen Fuß­ball-Hoo­li­gans hat­ten eine Mas­sen­pa­nik aus­ge­löst. In den fol­gen­den Wochen wur­de umfang­reich über das Wesen fana­ti­scher Fuß­ball­fans und ihre Mit­ver­ant­wor­tung an der Kata­stro­phe dis­ku­tiert. (…) 25 Jah­re spä­ter ster­ben 19 Men­schen bei einer ver­gleich­ba­ren Kata­stro­phe in Duis­burg anläss­lich der Love­pa­ra­de. Eigen­ar­ti­ger­wei­se fin­det eine Dis­kus­si­on über eine mög­li­che Mit­ver­ant­wor­tung der Teil­neh­mer auch im Ansatz nicht statt.

Zählt nur Tod, der sich dank anwe­sen­der Pres­se medi­al aus­schlach­ten lässt, noch etwas? Wird ein Mensch zu einer Per­son öffent­li­chen Inter­es­ses, wenn die Zahl der Men­schen, inmit­ten derer er stirbt, aus­rei­chend groß ist? Tod ver­kauft sich gut, fast bes­ser noch als Brü­ste.

Zur Abwechs­lung mal eine ganz ande­re Mel­dung gibt es auf netzpolitik.org zu lesen:
Ein fran­zö­si­scher „Ter­ro­ris­mus­exper­te“ (erstaun­lich, wofür es inzwi­schen „Exper­ten“ gibt; ist das ein aner­kann­ter Hoch­schul­ab­schluss?) ver­sucht, die Gefah­ren von „Al-Qai­da-Hand­bü­chern im Inter­net“ zu illu­strie­ren, und hält ein ara­bi­sches Hand­buch in die Kame­ra.

Ein C++-Hand­buch.

Für so lustig ich das auch befin­de (Infor­ma­ti­ker, die neu­en Ter­ro­ri­sten?), so erhel­lend ist es auch; erklärt es doch, woher unse­re Poli­ti­ker die zahl­rei­chen Gefah­ren des Inter­nets neh­men, die außer ihnen nur weni­ge Men­schen nach­voll­zie­hen kön­nen: Gefähr­lich ist, was man nicht ver­steht.

(Nicht umsonst beherrscht die vor allem für den Auf­bau von Inter­net­prä­sen­zen wie etwa die­ser hier genutz­te Inter­pre­ter­spra­che PHP den Befehl die(), also stirb! [Den Witz habe ich schon lan­ge nicht mehr gemacht.])

Nach­trag:
Gera­de flim­mert über den Fern­seh­schirm wie­der ein­mal ein Bericht über die Love­pa­ra­de, wie immer wird ver­ge­bens nach den Grün­den gefragt. Mein Lieb­lings­satz, der die Imper­ti­nenz aller Betei­lig­ten hübsch illu­striert: „[Die Raver] tref­fen sich hier zum Trau­ern.“ – Das klingt nach einem auf­re­gen­den Flash­mob.

MusikProjekteIn den Nachrichten
„Me, you, fuck, fuck“

Dies und „me, you, kiss“ soll Cri­stia­no Ronal­do, recht bekann­ter Fuß­ball­typ, geäu­ßert haben, um eine Kell­ne­rin her­um­zu­be­kom­men; und er hat­te Erfolg mit die­ser Metho­de.

Nun zer­pflückt der Bou­le­vard genüss­lich sein (C. Ronal­dos) mise­ra­bles Eng­lisch und sei­ne vor­geb­lich schlech­ten Manie­ren, aber die­ser Ansatz ist in mei­nen Augen falsch. Natür­lich ist der Wunsch nach gemein­sa­mem Bei­schlaf mit einem Men­schen, der die eige­ne Mut­ter­spra­che ver­mut­lich nicht spricht, die­sem gegen­über nur schwer­lich aus­zu­drücken, ohne auf Intim­vo­ka­bu­lar (zum Bei­spiel eben „fuck“) zurück­zu­grei­fen, aber als Gen­tle­man schob er immer­hin noch „me, you, kiss“ hin­ter­her. Herr­schaf­ten, die­ser Mensch, Cri­stia­no Ronal­do, hat­te nicht vor, eine ernst­haf­te Liai­son mit dem Objekt der Begier­de ein­zu­ge­hen, denn dann wäre das wohl tat­säch­lich ein eher frag­wür­di­ger Ansatz. Ihm aber ging es um blo­ßen, ani­ma­li­schen Sex, und den hat er bekom­men.

Womit wir wie­der­um beim eigent­lich inter­es­san­ten Aspekt die­ser Mel­dung wären, näm­lich, dass „me, you, fuck, fuck“ eine erfolg­rei­che Metho­de ist, neue Bekannt­schaf­ten zum Geschlechts­ver­kehr mit dem Spre­cher die­ser Wor­te zu bewe­gen, jeden­falls, wenn man zufäl­lig Cri­stia­no Ronal­do ist. Nicht das Ver­hal­ten des Herrn Ronal­do ist hier bemer­kens­wert, son­dern das der Kell­ne­rin. Auch wenn sich nun ver­mut­lich wie­der die Frau­en­recht­le­rin­nen, Emanz­in­nen und son­sti­ge Sek­tie­rer zusam­men­rot­ten und gemein­sam zum Boy­kott mei­ner Tex­te auf­ru­fen wer­den: Eine Frau, die Cri­stia­no Ronal­do nach einer Anre­de wie der bereits zitier­ten wil­lig ins Netz geht, ist nicht etwa das Opfer ana­chro­ni­sti­schen Macho­tums, son­dern eine ober­fläch­li­che, dum­me Kuh.

Sicher erscheint es reiz­voll, auf­grund blo­ßer Ober­fläch­lich­kei­ten Erfolg bei einer nun gleich­falls nicht all­zu grau­sig aus­se­hen­den Per­son mit gut und regel­mä­ßig befüll­tem Bank­kon­to und annä­hernd welt­wei­ter Bekannt­heit zu haben, wie auch immer man als Han­deln­der selbst die­sen Erfolg defi­niert. Man muss sich dann als Han­deln­der (bei ein­ver­nehm­li­chem Geschlechts­akt gibt es kei­ne Pas­si­vi­tät, so gern sie sich der Bou­le­vard auch her­bei­fan­ta­siert) aber auch die Fra­ge gefal­len las­sen, was dazu bewog, auf die nie­de­ren Gelü­ste des Gegen­übers ein­zu­ge­hen.

„You know that we are living in the mate­ri­al world, and I am a mate­ri­al girl“ sang Madon­na 1984, und wur­den die­se Wor­te damals viel­leicht als scham­lo­se Pro­vo­ka­ti­on gedeu­tet, so zeigt sich doch immer wie­der, dass in den Augen moder­ner Frau­en der ero­tisch­ste Kör­per­teil an einem Mann sein Bank­kon­to ist. Da braucht es weder Stil noch Aus­strah­lung, noch Elo­quenz. Der Lebens­weg ist nicht von Bedeu­tung; Fuß­bal­ler, Musi­ker oder Schau­spie­ler, was darf’s sein? Ein Cri­stia­no Ronal­do, ein John­ny Depp oder ein Len­ny Kra­vitz jeden­falls kämen, des­sen bin ich mir sicher, auch mit einem schlich­ten „Äh, du hast Haa­re!“ ans Ziel. Benei­dens­wert eigent­lich.

(Und es muss natür­lich „You, me, fuck, fuck“ hei­ßen, zefix.)

Die Idee zu die­sem Text basiert auf die­sem Arti­kel von Bet­ti­na Weber, gefun­den im Spree­blick. Für dreist von dort geklau­te Wit­ze über­neh­me ich kei­ne inhalt­li­che Haf­tung.

(Nach­trag für Inter­es­sier­te: Gamers.IRC 5.32 ist fer­tig.)

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik XXXIII: The Art Of Love. (Guckt mal, Lei­chen!)

Als Pro­log und Anlass für die­sen Arti­kel darf heu­te mal fol­gen­der Aus­schnitt aus einem Dia­log her­hal­ten, den ich soeben führ­te:

[Kuo­le] was gibts sonst neu­es?
[ich] berich­te über die love para­de auf spiegel.de
[Kuo­le] zusam­men­fas­sung? ^^
[ich] alles voll trau­rig und schreck­lich und grau­sam, und auf den fol­gen­den zehn sei­ten sehen Sie, lie­be leser, exklu­siv nah­auf­nah­men der lei­chen (oder so)
[ich] wie immer halt

Ihr habt es, lie­be Leser, sicher mit­be­kom­men: Gestern star­ben bei einer Mas­sen­pa­nik auf der Love Para­de eini­ge Per­so­nen. Auch wenn es für mich schwer ist, das übli­che Trei­ben auf die­ser Festi­vi­tät von einer Mas­sen­pa­nik zu unter­schei­den, so hat wohl laut über­ein­stim­men­den Zeu­gen­aus­sa­gen tat­säch­lich eine sol­che statt­ge­fun­den, Stam­pe­de mit Todes­fol­ge inklu­si­ve.

So unan­ge­nehm das auch ist (wer eigent­lich zum Fei­ern und/oder Bum­sen und/oder Rausch­gift­kauf in den Ruhr­pott reist, der erwar­tet nor­ma­ler­wei­se, eini­ger­ma­ßen unbe­scha­det wie­der heim­fah­ren zu kön­nen, neh­me ich an), so gewöhn­lich bleibt die Bericht­erstat­tung.

Als Bei­spiel neh­me ich ein­mal den Nach­rich­ten­ticker von SPIEGEL Online her­an, den ich seit eini­ger Zeit abon­niert habe und der mir somit Recher­che­ar­beit spart. Ab 18:02 Uhr („Zehn Tote bei Mas­sen­pa­nik auf Love Para­de“) tra­fen dort immer wie­der neue Berich­te von den über­wie­gend glei­chen Autoren ein, illu­striert mit zunächst weit­ge­hend harm­lo­sen Abbil­dun­gen. Hier­bei wur­de außer der Zahl der bekann­ten Toten nur wenig geän­dert, was die Inten­ti­on der Autoren ohne­hin bereits frag­wür­dig macht; woll­te man nur immer wie­der ganz oben in den Nach­rich­ten­tickern ste­hen? Ich grei­fe mal will­kür­lich eine der vie­len Zah­len her­aus, um zu illu­strie­ren, was ich mei­ne.

18:02 Uhr („zehn Tote“):
Die Bun­des­po­li­zei war mit über 1200 Poli­zei­be­am­ten im Ein­satz. Die Love Para­de wur­de rund um das Gebiet des alten Duis­bur­ger Güter­bahn­hofs gefei­ert.

19:32 Uhr („vie­le Tote“):
1200 Poli­zi­sten waren in Ein­satz, aber die Zahl der Raver, die in Duis­burg ihren Spaß such­ten, lag bei rund einer Mil­li­on.

22:04 Uhr („min­de­stens 19 Men­schen gestor­ben“):
Zeu­gen schil­dern, dass (…) 1200 Poli­zi­sten nicht genug sei­en, um ein sol­ches Ereig­nis mit mehr als einer Mil­li­on Teil­neh­mern zu sichern.

Was genau will man eigent­lich bei SPIEGEL Online mit die­sen Zah­len anfan­gen – etwa eine Sta­ti­stik erstel­len?
Wer übri­gens eben­falls hin und wie­der auf SPIEGEL Online her­um­liest und den Live­ticker von der Mas­sen­pa­nik schon für eine sen­sa­ti­ons­lü­ster­ne Per­ver­si­on hielt, der hat die bis­he­ri­ge Kli­max des Grau­ens (damit mei­ne ich nicht den Vor­fall an sich) noch nicht gese­hen:

Seit 00:43 Uhr ist ein Arti­kel mit Zeu­gen­aus­sa­gen, aller­dings ohne die Zahl der anwe­sen­den Poli­zi­sten (ver­ges­sen?), online, in alter BILD-Manier mit rei­ße­ri­schem Titel ver­se­hen („Neben mir ist ein Mäd­chen gestor­ben“); jeder Klick bringt Geld, so läuft das im Jour­na­lis­mus, nich‘ wahr? Und was da für ekli­ger Unfug zitiert wird!

Udo, n‑tv-Kame­ra­mann und Zeu­ge: Über­all lagen Men­schen auf dem Boden her­um. So stel­le ich mir Krieg vor, na, als n‑tv-Kame­ra­mann soll­te man eigent­lich wis­sen, wie Krieg aus­sieht. Noch neu in dem Geschäft?

Ja, es ist wahr­lich grau­sam anzu­se­hen, wenn Men­schen tot­ge­tram­pelt wer­den, und es ist ein ganz gro­ßes Unglück. Und was macht man, wenn man für ein gro­ßes deut­sches Nach­rich­ten­me­di­um arbei­tet und irgend­wie illu­strie­ren soll, wie grau­sam das Grau­sa­me so ist? Rich­tig: Man baut in jeden der bis­lang sechs weit­ge­hend red­un­dan­ten Berich­te zu dem Ereig­nis eine Klick­strecke mit ganz vie­len bun­ten Fotos ein. Sechs­und­zwan­zig Stück. Leich­te Unter­hal­tung für den beque­men Voy­eur.

Apro­pos BILD-Manier: BILD.de kon­su­mie­re ich übri­gens nach wie vor nicht, laut Men­schen, die damit anders ver­fah­ren, sieht es dort jedoch nicht viel bes­ser aus.

Schö­ne, neue Medi­en­welt.

(Nach­trag von 22:08 Uhr: Die Ver­an­stal­ter trifft kei­ne Schuld, der Tun­nel war groß genug!11!1elf)

PolitikNetzfundstücke
Kurz ver­linkt XXI: Rota­ti­ons­eu­ro­pä­er

Beim Nacht­wäch­ter fand ich gera­de einen Ver­weis auf die­sen Arti­kel und spuck­te bei­na­he mein Getränk auf den Bild­schirm.

Es geht dort unter ande­rem, kurz zusam­men­ge­fasst, um die „kul­tur­sen­si­ble Spra­che“, die Aygül Özkan (CDU, also wohl von Berufs wegen bekloppt) gern hät­te und die allem Anschein nach auch nur ein Euphe­mis­mus für lücken­lo­ses Gen­dern mit inte­grier­ter P.C. sein soll. SPIEGEL Online weiß hier­zu:

Jour­na­li­sten sol­len laut Plä­nen des Sozi­al­mi­ni­ste­ri­ums im August eine „Medi­en­char­ta für Nie­der­sach­sen“ unter­schrei­ben. Dar­in will Sozi­al­mi­ni­ste­rin Aygül Özkan (CDU) die Medi­en des Lan­des auf einen gemein­sa­men Kurs in der Bericht­erstat­tung über Inte­gra­ti­on fest­le­gen.

Und wer glaubt, die „kul­tur­sen­si­ble Spra­che“ ende bei „Zigeu­ner hei­ßen nicht Zigeu­ner, son­dern fah­ren­des Volk“ oder ähn­li­chem Zei­ge­fin­ger schwin­gen­den Unfug, der hat sich zu früh gefreut:

gesamtrechts.wordpress.com:

Der Ersatz für das Wort “Zigeu­ner” besteht aus den ein­falls­lo­sen Erfin­dun­gen “Per­so­nen mit häu­fig wech­seln­dem Auf­ent­halts­ort” oder “Mobi­len eth­ni­schen Min­der­hei­ten“ oder kurz: „Mems“.

faz.net:

Als jüng­ster Begriff hat sich nun die For­mu­lie­rung „Rota­ti­ons­eu­ro­pä­er“ durch­ge­setzt.

Zum Mit­spre­chen: Ro-ta-ti-ons-eu-ro-pä-er.
Das mei­nen die ernst!

8O

Und die Schweiz mache es, so der Arti­kel­ver­fas­ser, auch nicht bes­ser:

Und auch die Liste der „dis­kri­mi­nie­ren­den Wör­ter“ ist län­ger. Statt Vater oder Mut­ter soll­te man laut Bund bes­ser „der Eltern­teil“ oder „das Elter“ schrei­ben. „Der Leit­fa­den ist für amt­li­che Publi­ka­tio­nen ver­bind­lich“, sagt Isa­bel Kam­ber, Stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin Zen­tra­le Sprach­dien­ste, Sek­ti­on Deutsch.

Lei­te­rin der was? (Und war­um muss ich schon wie­der an die unsäg­li­chen Pira­tin­nen den­ken?)

Wer schon immer mal wis­sen woll­te, was „Welt­knall“ bedeu­tet:
Genau das.

MusikNetzfundstücke
Chac­ca­ron Mac­carón

Eine von mir sehr geschätz­te, bild­hüb­sche, lusti­ge und auch sonst total tol­le unre­gel­mä­ßi­ge Lese­rin des von mir hier abge­son­der­ten Ser­mons ließ mir heu­te dan­kens­wer­ter­wei­se die­ses Video zukom­men, das mich Trä­nen lachen mach­te und daher nicht uner­wähnt blei­ben soll:

chac­ca­ron

Ula­le­lau­e­la lau­ai­a­ia ali­riu­lon laou­lauraluo alau­aus, olu­a­l­a­la sla­oela­oe­le­laou lau­au­ti­su liraus­ou, tal­gao­au­sus ula­su­ria laou­ru­ta; lau­tu­ri rit­is­lag­aou lau­ao­au­at slau­ao­sus aus­o­gus­a­ri riaitl, lau­ao­tut asri­sis ulual­ou lausis­le aoau­au­re. Lati­sor­o­si lau­ruis oua­tal tlau­so­su uola­susi alsos­lelr iros­laol­so.

Oul­aus­lus uola­susi, lari­sio­laol itl­so lto­sirls olro­ai­su, lao­sol­ru ual­suia laoru ali­l­uron alsorl luro­nal­al ural­suslsu lau­si­a­ra alsilt gual­so alsosl­ru ulaueia 2006 uola­susi uaos­lo­si lau­reia tis­laoue sao­au­to asri­sus. Olsu­aus als­oel sla­os­le eila­ost slaeil, also­su soal­suto ulaul slaisoelt sla­ot („aaaaaalt!“) uso­aul lau­ti­eis, dagu ual­ti­si gal­su­dus ole­os gaga dudu bana­na.

Cha­car­ron, Cha­car­ron, ali­luli­ron.

Und jetzt alle!

NetzfundstückePiratenpartei
NPD-Blog: Mit den Kra­ken auf Pira­ten­jagd

Pro­log: Die so genann­te „anti­fa­schi­sti­sche Bewe­gung“ erfreut sich auch meh­re­re Deka­den nach dem gewalt­sa­men Able­ben ihrer erwähl­ten Lieb­lings­dä­mo­nen unver­än­dert gro­ßer Beliebt­heit, und so ist es nicht ver­wun­der­lich, dass auch das „Web 2.0“, wie auch immer man es defi­niert, über ein „anti­fa­schi­sti­sches Netz“ ver­fügt, zu des­sen deutsch­spra­chi­gen Kno­ten unter ande­rem Indy­me­dia und das NPD-Blog gehö­ren.

Letz­te­res behaup­tet von sich, ein wach­sa­mes Auge auf den Akti­vi­tä­ten der NPD und ähn­lich aus­ge­rich­te­ter Grup­pie­run­gen zu hal­ten, damit halt nicht eines Tages jemand Hit­ler wie­der zusam­men­klebt und zum Kanz­ler wählt oder so ähn­lich. Nie­mals wie­der, und wenn doch, dann jetzt gleich.

Seit eini­ger Zeit haben die welt­wei­ten Pira­ten­par­tei­en die Initia­ti­ve „Stopp ACTA“ als unter­stüt­zens­wert geprie­sen, die sich gegen das ACTA rich­tet. Pira­ten­par­tei­en, wir erin­nern uns, ste­hen für ande­re Idea­le als das abge­lutsch­te Fa- und Anti­fa-Geblub­ber der eta­blier­ten Par­tei­en und haben fol­ge­rich­tig Mit­glie­der aus jeder poli­ti­schen Strö­mung in ihren Rei­hen, die alle­samt ähn­li­che Zie­le ver­tre­ten. Als Logo für „Stopp ACTA“ haben die Pira­ten­par­tei­en das Sym­bol eines Kra­ken erwählt, der mit sei­nen Ten­ta­keln die Erde umklam­mert. Die­ses Sym­bol wird seit meh­re­ren Gene­ra­tio­nen von Kari­ka­tu­ri­sten ver­wen­det, um eine gie­ri­ge All­macht aus­zu­drücken, zum Bei­spiel eben auch so:

Um die Bedeu­tung die­ses Sym­bols weiß man auch beim NPD-Blog und wid­met ihr einen Satz. Und was steht nur einen Satz zuvor?

Die Bild­kom­po­si­ti­on ist fak­tisch iden­tisch, mit einer Dar­stel­lung aus dem Jahr 1938, die in der anti­se­mi­ti­sche Wochen­zei­tung “der Stür­mer” publi­ziert wur­de.

Ein Kra­ke umklam­mert die Erde, das ist ein­deu­tig anti­se­mi­tisch!
Das ist ein­deu­tig ein Juden­kra­ke! Doo­fe Pira­ten!

So also ent­ste­hen heut­zu­ta­ge oft ver­link­te Blog­bei­trä­ge: Man fängt irgend­wo mit­ten­drin an, schreibt dort den ersten Satz und ver­steht ihn her­nach selbst nicht mehr. Wür­de ich blog­gen, wür­de ich es mir mer­ken.

Man neh­me ein Bild, rei­ße es aus dem Zusam­men­hang, set­ze es in einen völ­lig ande­ren Kon­text und rege sich dann über die­sen Kon­text auf; ich weiß auch nicht, wel­chen Begriff das Voka­bu­lar eines NPD-Blog­gers für der­ar­ti­ge Bericht­erstat­tung vor­sieht, aber „Stür­mer-Stil“ wäre doch gera­de­zu prä­de­sti­niert. Gegen­vor­schlä­ge?

(Mer­ke: Kra­ke und Auto­bahn gehen mal so gar nicht.)

PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Sexkil­ler­spie­le

Auf Ame­land ereig­ne­te sich unlängst eine Geschich­te unter Betei­li­gung sexu­el­len Miss­brauchs.

Und wer sich ange­sichts sol­cher Schlag­zei­len immer wie­der fragt, wie ein Mensch über­haupt auf die Idee zu der­lei Unter­neh­mun­gen kommt, dem fehlt ein­fach nur die nöti­ge Fan­ta­sie; rich­tig macht es zum Bei­spiel Bea­te Merk, CSU, die schon fast so toll fan­ta­sie­ren kann wie Frau von der Ley­en.

Die Schuld trü­gen näm­lich, so sprach Bea­te Merk, „Kil­ler­spie­le“, die F.D.P. und die vie­le Kin­der­por­no­gra­fie im Inter­net, aus­schnitts­wei­se so for­mu­liert:

„Wenn man sich ansieht, wel­che Fol­gen der Kon­sum von schäd­li­chen Vide­os haben kann, ist die Lais­sez-fai­re-Poli­tik der FDP bei Kin­der­por­nos im Netz grob fahr­läs­sig“, sag­te die stell­ver­tre­ten­de CSU-Vor­sit­zen­de laut dpa. Die Miss­brauch­sta­ten Jugend­li­cher zeig­ten Ver­ro­hungs­ten­den­zen, die „auch des­halb gesche­hen, weil man heut­zu­ta­ge im Netz pro­blem­los alle erdenk­li­chen For­men von Gewalt und Por­no­gra­fie anse­hen kann“, sag­te Merk.

Eigent­lich scha­de, dass Frau Merk in ihrer Auf­zäh­lung die Pira­ten­par­tei ver­ges­sen hat. Aber apro­pos, was für eigen­ar­ti­ge Spie­le spielt man denn eigent­lich im Hau­se Merk, die dazu anre­gen, ande­ren Men­schen gro­ße, nicht geni­tale Gegen­stän­de in den Po zu stecken? (Und wo kann man sie kau­fen?)

Aber sicher wird jeg­li­cher Sexu­al- und Gewalt­trieb aus der mensch­li­chen Psy­che ver­schwin­den, wenn man dem Inter­net so einen gro­ßen roten Knopf spen­die­ren wür­de; ver­mut­lich wür­de es auch hel­fen, ein­fach ein biss­chen mit ihm zu schimp­fen. „Böses, böses Inter­net! Zeig nicht immer so ekli­ge Sachen!“

Selbst, wenn es da irgend­ei­nen wie auch immer gear­te­ten Zusam­men­hang gäbe, so wäre zudem die Fra­ge zu stel­len, inwie­weit das Sper­ren von Inhal­ten eine wirk­sa­me­re Maß­nah­me als ihre Löschung dar­stell­te, was ich dann hier­mit auch getan habe.

Die Logik von Bea­te Merk ist die des Refle­xes: Wenn etwas Ent­setz­li­ches pas­siert, muss man han­deln, und zwar, indem man etwas ande­res, was man selbst ent­setz­lich fin­det, mög­lichst schnell aus der Welt schafft, oder das wenig­stens öffent­lich­keits­wirk­sam for­dert. (…) Den Opfern sexu­el­ler Gewalt wird mit sol­chen For­de­run­gen nicht gehol­fen, im Gegen­teil: Sie wer­den auf plum­pe Wei­se instru­men­ta­li­siert, um dif­fu­se Gefüh­le zu bedie­nen, die man inner­halb der eige­nen Wäh­ler­schaft ver­mu­tet.

Ein tref­fen­der Schluss, SPIEGEL Online!

FotografieMusikIn den Nachrichten
Miley Cyrus. (inkl.: Schreib Kul­tur!)

(Für Lisa.)

Miley Cyrus, wir erin­nern uns, ist vor­ran­gig bekannt als zweit­klas­si­ge Lai­en­dar­stel­le­rin, mit­tel­mä­ßig begab­tes Pop­stern­chen, qua­li­fi­ziert hier­für allein auf­grund ihrer Eigen­schaft als Toch­ter des ungleich bes­se­ren Bil­ly Ray Cyrus.

Miley Cyrus mache jetzt Elec­t­ro-/Dance-Musik, sagt mei­ne Schwe­ster; weil das halt alles irgend­wie künst­lich klin­ge und so gar nicht mehr nach rich­ti­gen Instru­men­ten, also eigent­lich dann doch unver­än­dert, und weil zwi­schen Elec­t­ro und Dance ja auch kein all­zu gro­ßer Unter­schied bestehe. Wer war noch mal Kraft­werk?

Miley Cyrus habe ja ohne­hin schon lan­ge kei­nen Pop­mist (apro­pos Pop­mist) mehr gemacht, son­dern Rock, sagt mei­ne Schwe­ster; weil da eben Gitar­re und Schlag­zeug vor­kä­men und das schon genü­ge, um Rock zu sein, egal, ob die Instru­men­te aus dem Com­pu­ter kom­men oder ob da tat­säch­lich jemand eine Gitar­re nicht nur leid­lich gera­de hal­ten, son­dern oben­drein auch noch auf ihr spie­len kann.

Miley Cyrus habe gesagt, sie wol­le ihre Akti­vi­tä­ten, dar­un­ter bis­lang noch ihre wer­be­wirk­sa­me Per­sön­lich­keits­ab­spal­tung Han­nah Mon­ta­na, künf­tig auf die Film­bran­che beschrän­ken, sagt mei­ne Schwe­ster; soll hei­ßen: auf jeg­li­che Abson­de­rung ver­meint­lich musi­ka­li­scher Töne künf­tig ver­zich­ten. Na, Gott sei Dank.


Ach, du mei­ne Güte übri­gens:

(Und da ich gera­de die­se Foto­gra­fie ein­band, habe ich die Ehre, anmer­ken zu dür­fen, dass ich nun­mehr offi­zi­ell Rund­funk mache. Falls einer der Ver­ant­wort­li­chen mit­liest: Wo genau muss ich mei­ne Kon­to­da­ten zwecks Ein­nah­men­ver­tei­lung hin­ter­le­gen?)

NetzfundstückeNerdkrams
Die 10 ande­ren gefähr­lich­sten Win­dows-Befeh­le

Dem Inter­net, die­sem Hort der Unzucht, ist der­zeit als wer­be­wirk­sa­me Klick­strecke zu ent­neh­men, dass zu den „zehn gefähr­lich­sten Win­dows-Befeh­len“ das Kopie­ren von Datei­en, das Nut­zen von Datei­sy­stem­ver­knüp­fun­gen (wo doch aber nor­ma­le Ver­knüp­fun­gen offen­bar viel gefähr­li­cher sind!) und das „Kil­ler­kom­man­do“ (sic!) robo­co­py zäh­len.

Ver­fasst wur­de die­se Grüt­ze „in Koope­ra­ti­on mit PC-Welt“, was dann immer­hin auch erklärt, war­um die ver­ständ­li­cher­wei­se nicht genann­ten Autoren Kon­so­len­be­feh­le, Maus­klicks und Tasten­kür­zel in einen Topf schmei­ßen, „sind ja alles irgend­wie Befeh­le“, na, mei­nen Glück­wunsch. Sicher ist es „brand­ge­fähr­lich“, Datei­en zu kopie­ren, weil man dabei ver­se­hent­lich ande­re Datei­en über­schrei­ben könn­te; aber Win­dows fragt net­ter­wei­se vor­her, ob es über­schrei­ben darf. Nicht der Befehl ist der Böse­wicht, das Pro­blem sitzt auch hier vor dem Bild­schirm. (Ich fra­ge mich ohne­hin, wie vie­le Leu­te erst auf­grund die­ses Arti­kels über­haupt auf die Idee gekom­men sind, mit besag­ten „Befeh­len“ her­um­zu­spie­len.)

Aber bit­te­s­ehr, lie­bes Web.de, wenn ihr euch seit neue­stem für mög­lichst kom­pli­zier­te und ver­schwur­bel­te Metho­den inter­es­siert, dem unbe­darf­ten Win­dows-Nut­zer das mit­un­ter lei­der nöti­ge „Augen auf beim Rum­klicken, Idi­ot!“ ins Gesicht zu brül­len, ste­he ich euch doch gern als frei­er, unter­be­zahl­ter Autor zur Ver­fü­gung und ergän­ze wei­te­re zehn gefähr­li­che Win­dows-Kil­ler­be­feh­le:

ERSTENS: Die Win­dows-Kon­so­le.

In der Win­dows-Kon­so­le (der so genann­ten „Ein­ga­be­auf­for­de­rung“, mit­un­ter auch „Ter­mi­nal“ genannt) ste­hen neben eini­gen ange­neh­men auch brand­ge­fähr­li­che Kil­ler­be­feh­le zur Ver­fü­gung, unter ande­rem del, das in der Lage ist, Datei­en ohne Rück­fra­ge zu löschen, und cacls (in neue­ren Win­dows­ver­sio­nen auch ica­cls), mit dem man sich selbst Lese- und Schreib­rech­te auf sei­ne eige­nen Datei­en ent­zie­hen kann. Ach­tung also beim Nut­zen der Kon­so­le! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, der soll­te nur noch die gra­fi­sche Ober­flä­che benut­zen, wo die­se gefähr­li­chen Befeh­le nicht plötz­lich aus dem Nichts auf­tau­chen.

ZWEITENS: For­ma­tie­ren.

War man es bei Dis­ket­ten noch gewohnt, sie zunächst zu for­ma­tie­ren, bevor man damit etwas ande­res anstellt, so soll­te man es tun­lichst ver­mei­den, eine Fest­plat­te, die gera­de in Benut­zung ist, zu for­ma­tie­ren. Was Micro­soft erst ver­rät, nach­dem man die­se unschein­ba­re Kil­ler­funk­ti­on bereits auf­ge­ru­fen hat: Das For­ma­tie­ren gibt den Gerä­ten nicht etwa, wie man den­ken könn­te eine ande­re Form, son­dern löscht sämt­li­che Daten auf der zu löschen­den Fest­plat­te, und oft ist es sehr auf­wän­dig, die­se zurück­zu­ge­win­nen. Vor­sicht also! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, der soll­te zudem alle Magne­ten aus dem Haus ver­ban­nen.

DRITTENS: Stecker zie­hen.

Möch­te man den Com­pu­ter aus­schal­ten, ver­wen­det man hier­zu in der Regel den Befehl „Her­un­ter­fah­ren“. Was Micro­soft ver­schweigt: Anders als mit die­sem Befehl fehlt die Mög­lich­keit, noch nicht gespei­cher­te Daten vor­her zu sichern, wenn man ein­fach die Strom­zu­fuhr unter­bricht. Hier besteht drin­gend Nach­hol­be­darf! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, bis Micro­soft einen Patch für die­ses drin­gen­de Pro­blem ver­öf­fent­licht hat, der soll­te davon abse­hen, den Com­pu­ter vom Strom­kreis zu tren­nen.

VIERTENS: Die Taste Entf/Del.

Unter fort­schritt­li­chen Betriebs­sy­ste­men wie Micro­soft Win­dows ist es Usus, alle anfal­len­den Auf­ga­ben mit der Maus und Menüs bzw. Sym­bol­lei­sten zu erle­di­gen. Die Tasta­tur, auf die man­che ver­meint­li­che „PC-Pro­fis“ schwö­ren, ist abseits von Alpha­bet, Son­der­zei­chen und Umschalt­ta­ste ein Teu­fels­werk, und man soll­te sich hüten, ande­re Tasten zu benut­zen. Meist oben rechts befin­det sich etwa die Lösch­ta­ste (meist mit „Entf“, „Del“ oder „Dele­te“ beschrif­tet), die, was die PC-Her­stel­ler sel­ten expli­zit erwäh­nen, nicht nur Text, son­dern auch Datei­en ins Nir­wa­na schie­ben kann. Schnell ist dann mal die unwie­der­bring­li­che Ket­ten­mail, an der man tage­lang gear­bei­tet hat, auf Nim­mer­wie­der­se­hen ver­schwun­den. Brand­ge­fähr­lich! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, der lösche auch Text künf­tig nur noch mit der Maus.

FÜNFTENS: Die Tasten­kom­bi­na­ti­on Alt-F4.

Außer der bereits erwähn­ten „Entf“- besit­zen aktu­el­le Com­pu­ter­ta­sta­tu­ren auch zahl­rei­che wei­te­re Tasten unkla­rer Bedeu­tung. Die Taste F4 jedoch hat in Micro­soft Win­dows vor­nehm­lich eine Bedeu­tung in Kom­bi­na­ti­on mit der Alt-Taste: Die­se Ver­bin­dung schließt das jeweils akti­ve Fen­ster fast sämt­li­cher Anwen­dun­gen, in etli­chen Pro­gram­men auch ohne Bestä­ti­gung, so dass unter Umstän­den wert­vol­le Arbeits­zeit ver­lo­ren geht. Ein Unding in der heu­ti­gen Zeit! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, der soll­te die Kil­ler­ta­ste F4 mit einem Schrau­ben­zie­her ent­fer­nen und weg­wer­fen.

SECHSTENS: Die Tasten­kom­bi­na­ti­on Strg-Alt-Entf.

Land­läu­fig kennt man die­se Tasten­kom­bi­na­ti­on auch als „Affen­griff“, als „Not­lö­sung“ für PC-Pro­ble­me gar. Micro­soft Win­dows ist jedoch oft so kon­fi­gu­riert, dass nach einem Druck auf Strg-Alt-Entf der Win­dows-Task­ma­na­ger erscheint, in dem ein fal­scher Klick genügt, um gan­ze Pro­gramm­bäu­me ohne Rück­fra­ge zu been­den, nach zwei­ma­li­gem Druck gar ein sofor­ti­ger Neu­start des Com­pu­ters erfolgt. Ein unver­ständ­li­cher Pat­zer! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, dem sei (auch wegen 4.) nahe gelegt, die Taste Entf eben­so wie bereits die Taste F4 gänz­lich zu ent­fer­nen.

SIEBTENS: Die Fest­stell­ta­ste.

Bereits auf der Schreib­ma­schi­ne fri­ste­te die­se Taste, mit der man das Schrei­ben von Groß­buch­sta­ben dau­er­haft akti­vie­ren und deak­ti­vie­ren kann, ein Schat­ten­da­sein, unter Micro­soft Win­dows ist sie zu einem gefähr­li­chen Account­kil­ler gewor­den. Trifft man sie ver­se­hent­lich, bemerkt man dies nicht immer sofort, und die drei­ma­li­ge Ein­ga­be eines fälsch­li­cher­wei­se in Groß­buch­sta­ben geschrie­be­nen Pass­wor­tes kann zur dau­er­haf­ten Sper­rung füh­ren, was erheb­li­che Ein­bu­ßen der Lebens­qua­li­tät mit sich brin­gen kann. Halb­her­zi­ge Lösun­gen wie etwa das Deak­ti­vie­ren die­ser Taste mit­tels Zusatz­an­wen­dun­gen sind mit Vor­sicht zu genie­ßen, da sie im ent­schei­den­den Moment ver­sa­gen kön­nen. Mit­un­ter steht vie­les auf dem Spiel! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, dem sei dazu gera­ten, auch die­se Taste rück­stands­los zu ent­sor­gen.

ACHTENS: Der Regi­strie­rungs-Edi­tor (rege­dit).

Seit Micro­soft mit Win­dows 95 anstel­le der bis dahin übli­chen .ini-Datei­en die system­wei­te Regi­strie­rungs­da­ten­bank („Regi­stry“) ein­ge­führt hat, sind Ände­run­gen in ihr oft ein Grund für unbrauch­ba­re Win­dows-Instal­la­tio­nen gewor­den, da sie gegen ver­se­hent­li­ches Löschen von Ein­trä­gen kei­ner­lei über eine simp­le Dia­log­ab­fra­ge hin­aus gehen­de Schutz­vor­rich­tun­gen besitzt. Hoch­bri­sant! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, soll­te den Zugriff auf den gefähr­li­chen Regi­strie­rungs-Edi­tor sper­ren. Da hier­zu selbst ein Ein­griff in die Daten­bank not­wen­dig wäre, ist statt­des­sen dazu zu raten, einen Tro­ja­ner her­un­ter­zu­la­den, der die­se Auf­ga­be über­nimmt.

NEUNTENS: Das System­kon­fi­gu­ra­ti­ons­pro­gramm (mscon­fig).

Hin­ter dem mit Win­dows 98 bzw. XP ein­ge­führ­ten Befehl mscon­fig ver­birgt sich ein Pro­gramm, des­sen ein­steig­er­freund­li­che, auf­ge­räum­te Ober­flä­che trü­ge­risch davon ablenkt, dass ein fal­scher Klick das System unbrauch­bar machen kann. Unter dem aktu­el­len Win­dows 7 etwa kann man dort mit einem ein­fa­chen Klick wich­ti­ge System­dien­ste deak­ti­vie­ren und gar den für den System­start benö­tig­ten Ein­trag im Boot­ma­na­ger gänz­lich löschen. In den fal­schen Hän­den eine töd­li­che Waf­fe! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, der soll­te die­sen Befehl schnell wie­der ver­ges­sen und auf kei­nen Fall jemals aus­füh­ren.

ZEHNTENS: Der Edi­tor (note­pad).

Mit note­pad schließ­lich, das in sei­nen Grund­zü­gen bereits so alt ist wie Win­dows selbst, hat Micro­soft Win­dows das mit Abstand gefähr­lich­ste Kil­ler­werk­zeug stan­dard­mä­ßig bei­gefügt. Auch, wenn der Name ande­res ver­mu­ten lässt, so kann man mit note­pad nicht nur Noti­zen bear­bei­ten, son­dern etwa auch die System­start­da­tei boot.ini und jede Binär­da­tei, also etwa auch winword.exe. Tut man dies ver­se­hent­lich, ist die betref­fen­de Anwen­dung meist nicht mehr lauf­fä­hig; han­delt es sich um eine System­da­tei, so muss das gan­ze System unter Umstän­den neu auf­ge­setzt wer­den. Eine fata­le Fehl­ent­schei­dung von Micro­soft! Wer auf Num­mer Sicher gehen will, der soll­te das Pro­gramm notepad.exe von sei­nem Com­pu­ter löschen und auf das Bear­bei­ten von ver­meint­li­chen Text­da­tei­en künf­tig ver­zich­ten; all­zu oft genügt ein fal­scher Klick.

Facepalm

Even­tu­el­le Hono­rar­an­ge­bo­te neh­me ich gern ent­ge­gen.

(Und als näch­stes Titel­the­ma bit­te „Die zehn gefähr­lich­sten Todes­ar­ten“, abge­macht, Web.de?)

SonstigesFilmkritik
Medi­en­kri­tik XXXII: C.i.S. (RTL)

Ent­ge­gen mei­nen übli­chen Kon­sum­ge­wohn­hei­ten ver­folg­te ich unlängst auf­merk­sam die RTL-Pro­duk­ti­on „C.i.S. – Chao­ten im Son­der­ein­satz“, sei­nes Zei­chens, wie in der Wiki­pe­dia zu lesen und bereits an der Wahl des Film­ti­tels zu erken­nen ist, eine Kri­mi-Par­odie, die weit­ge­hend auf Spott stieß. Ich mei­ne: Zu Unrecht!

Die Hand­lung selbst ist schnell erzählt und erin­nert ent­fernt an die bei­den „Wixxer“-Filme:

Ein ehe­ma­li­ger Rechts­me­di­zi­ner (dar­ge­stellt von Sascha „Sasha“ Schmitz), der inzwi­schen als Flei­scher arbei­tet, wird an sei­nen alten Arbeits­platz zurück­ge­ru­fen, um bei der Auf­klä­rung einer Rei­he an Mor­den zu hel­fen. Dabei muss er unter ande­rem mit sei­ner Exfrau (Mar­ti­na Hill) zusam­men­ar­bei­ten, und am Ende siegt, wie in schau­der­haf­ten Frau­en­film­chen, die Macht des Her­zens.

So seicht die­se Geschich­te auch klin­gen mag, so unge­wöhn­lich ist sie doch umge­setzt wor­den: Zahl­rei­che Cameo-Auf­trit­te bekann­ter Schau­spie­ler aus Sat.1- und RTL-Pro­duk­tio­nen, die sich selbst per­si­flie­ren, und Wort­spie­le, die so nahe lie­gen, dass man nicht mit ihnen rech­net, erfreu­en das mit­un­ter doch sehr seich­te Gemüt des Komik­freun­des. Sicher ist „C.i.S.“ nicht unbe­dingt der anspruchs­voll­ste Film, der in den letz­ten Mona­ten im deut­schen Fern­se­hen aus­ge­strahlt wur­de, doch er ist auf jeden Fall sehens­wert; „herr­lich albern“ wür­de eine Fern­seh­zeit­schrift wohl schrei­ben, dabei jedoch weit niveau­vol­ler als die bei­den „Hot-Shots!“-Filme mit Char­lie Sheen. Auf unnö­tig vie­le puber­tä­re Witz­chen ver­zich­tet der Film, Geni­tal­ko­mik wird (RTL-unty­pisch) nur dezent ein­ge­setzt.

Den gan­zen Film gibt es der­zeit auf YouTube.com zu sehen, aus recht­li­chen Grün­den ver­zich­te ich auf ein direk­tes Ver­lin­ken.

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt XX: Haupt­sa­che, die Kas­se stimmt.

Neu­es aus der Welt der geld­af­fi­nen Juri­ste­rei:

17. April 2000, Chip.de:
„In der ver­gan­ge­nen Woche hat­ten die ame­ri­ka­ni­sche Plat­ten­in­du­strie RIAA und die Rock­band Metal­li­ca gegen Nap­ster Kla­ge ein­ge­reicht. Sie befürch­ten mas­si­ve Umsatz­ein­bu­ßen, wenn Nut­zer wei­ter unge­hin­dert Musik zum Dow[n]load anbie­ten.“

Juli/August 2002, Stadt­re­vue Köln:
„Es wur­den kei­ne CDs mehr ver­kauft, weil deren Inhalt für Jeder­mann mit einem Inter­net­an­schluss frei ver­füg­bar war: So schlicht die­se Erklä­rung war, so ger­ne wur­de sie geglaubt.“

Eben­falls 2002, SALON ROUGE:
„Kaum ein Ver­tre­ter der Musik­in­du­strie lässt es sich neh­men, angeb­li­che 15-pro­zen­ti­ge Umsatz­ein­bu­ßen zu bejam­mern und zu erklä­ren, was die Ursa­che sei: das mas­sen­haf­te Kopie­ren von CDs und die Mög­lich­keit, sich Musik gra­tis aus dem Inter­net her­un­ter­zu­la­den.“

Und jetzt, Tusch!, die Poin­te, aktu­ell mehr­fach doku­men­tiert:
Die RIAA hat in den letz­ten Jah­ren jeweils eine sie­ben- bis acht­stel­li­ge Sum­me an Anwalts­ko­sten aus­ge­ge­ben, um nicht ein­mal ein Zwan­zig­stel davon aus Kla­gen zurück­zu­ge­win­nen.

The RIAA paid Hol­mes Roberts & Owen $9,364,901 in 2008, Jen­ner & Block more than $7,000,000, and Crava­th Swain & Moo­re $1.25 mil­li­on, to pur­sue its „copy­right inf­rin­ge­ment“ claims, in order to reco­ver a mere $391,000.

(Quel­le (via (via)))

Juli/August 2002, noch­mals Stadt­re­vue Köln:
„Wenn Men­schen in einer Kri­se stecken, gehen sie gewöhn­lich zum Psych­ia­ter. War­um eigent­lich nicht die Musik­in­du­strie?

Nerdkrams
Exif- und IPTC-Tags sta­pel­wei­se löschen

Ihr kennt das viel­leicht: Ihr geht mit eurer Digi­tal­ka­me­ra durch eure Umwelt, macht Fotos und publi­ziert sie womög­lich gar, und Mona­te spä­ter fällt euch auf, dass eure Kame­ra Meta-Tags in den Bil­dern hin­ter­las­sen hat, was die Datei­en unnö­tig auf­bläst und oben­drein beredt Aus­kunft über euer equip­ment erteilt. Meist habt ihr die Bild­da­tei­en nicht ein­mal mehr auf der Fest­plat­te, müss­tet sie also erst wie­der her­un­ter­la­den, um die Tags ent­fer­nen zu kön­nen.

Nun könn­te man die­sem Pro­blem natür­lich mit spe­zi­el­len Anwen­dun­gen wie etwa dem in der kosten­lo­sen Ver­si­on nicht sta­pel­fä­hi­gen Exif Tag Remo­ver oder den übli­chen Hilfs­pro­gram­men (einem FTP-Cli­ent zum Run­ter- und Hoch­la­den eurer Datei­en und einem skript­fä­hi­gen Gra­fik­pro­gramm wie etwa dem gleich­falls nicht all­zu preis­wer­ten Ado­be Pho­to­shop) zu Lei­be rücken, aber ich neh­me an, ihr als mei­ne Leser erwar­tet fle­xi­ble­re und vor allem kosten­lo­se Alter­na­ti­ven, die sich wun­der­bar in der Kon­so­le und somit etwa auch in Batch-Skrip­ten nut­zen las­sen. Die fol­gen­den Schrit­te sind unter Win­dows, Mac OS X und Linux glei­cher­ma­ßen durch­zu­füh­ren, die ver­wen­de­te Soft­ware läuft über­all dort. Ich erklä­re es mal im fol­gen­den Bei­spiel nur für Micro­soft Win­dows, da die mei­sten mei­ner Besu­cher die­ses Betriebs­sy­stem ver­wen­den; die Vor­ge­hens­wei­se unter den ande­ren Betriebs­sy­ste­men ist aber weit­ge­hend iden­tisch.

Zunächst soll­tet ihr den NcFTP-Cli­ent instal­lie­ren, ein Kon­so­len-FTP-Pro­gramm, das weit mehr Mög­lich­kei­ten bie­tet als der jeweils betriebs­sy­stem­ei­ge­ne ftp-Befehl. Dar­auf kom­me ich noch zu spre­chen. Außer­dem braucht ihr das Exif­Tool; ich emp­feh­le die vor­kom­pi­lier­te Ver­si­on, sofern ihr nicht Linux nutzt oder euch mit Perl aus­kennt (in die­sem Fall soll­tet ihr statt die­sem Bei­trag zunächst die Doku­men­ta­ti­on kon­sul­tie­ren), unter Win­dows also das im .zip-Archiv ent­hal­te­ne Pro­gramm exiftool(-k).exe, das ihr belie­big umbe­nen­nen könnt. Spei­chert es am besten im NcFTP-Ver­zeich­nis, das spart spä­ter ein wenig Tipp­ar­beit.

Ist alles so weit ein­ge­rich­tet, kann die Arbeit begin­nen. Öff­net ein Kon­so­len­fen­ster mit der Tasten­kom­bi­na­ti­on Windowstaste+R und der Ein­ga­be cmd. Ein schwar­zes Fen­ster mit einem Ein­ga­be­cur­sor soll­te geöff­net wer­den. Wech­selt dort nun in euer NcFTP-Ver­zeich­nis und legt ein Unter­ver­zeich­nis an, in dem ihr die Bild­da­tei­en zur Ver­ar­bei­tung zwi­schen­spei­chern könnt, zum Bei­spiel so:

cd „C:\Program Files\NcFTP“
md abla­ge

Jetzt könnt ihr mit­tels NcFTP zunächst die zu ändern­den Bild­da­tei­en auf euren Rech­ner (in das neu erstell­te Ver­zeich­nis „abla­ge“) kopie­ren, am besten also gleich euer gesam­tes Bil­der­ar­chiv. NcFTP besteht im Wesent­li­chen aus den bei­den Pro­gram­men NcFTPGet (her­un­ter­la­den) und NcFTPPut (hoch­la­den). Zunächst wird erste­res benö­tigt. Die Syn­tax für das Kopie­ren von Ver­zeich­nis­sen vom FTP-Ser­ver auf eure Fest­plat­te lau­tet:

ncftpget ‑R ‑u Benut­zer­na­me ‑p Pass­wort FTP-Ser­ver Ziel­ord­ner Quell­ord­ner

Ange­nom­men, eure Bil­der lie­gen auf dem FTP-Ser­ver meinServer.de unter /archiv/bilder/ und des­sen Unter­ord­nern, sähe der zu ver­wen­den­de Befehl also wie folgt aus:

ncftpget ‑R ‑u Benut­zer­na­me ‑p Pass­wort meinServer.de ./ablage /archiv/bilder

Eine voll­stän­di­ge Para­me­ter­li­ste erhal­tet ihr übri­gens mit dem Para­me­ter -help hin­ter dem Pro­gramm­na­men. Die Ein­ga­be obi­gen Befehls jeden­falls soll­te das Ver­zeich­nis bil­der mit­samt allen Unter­ord­nern und Datei­en in …\NcFTP\ablage kopie­ren.

Lagen eure Bild­da­tei­en ohne­hin noch auf eurer Fest­plat­te, so beginnt der Bei­trag hier für euch. ;-)

In die­sem Bil­der­ver­zeich­nis nun könnt ihr mit­hil­fe des Exif­Tools auto­ma­ti­siert alle Exif- und son­sti­gen Tags ent­fer­nen. Die Syn­tax lau­tet:

exiftool(-k) Para­me­ter Datei­en

Um also rekur­siv (-R) alle Infor­ma­ti­ons­tags (-0:all) im Ver­zeich­nis abla­ge zu löschen (=), muss der Befehl wie folgt lau­ten:

exiftool(-k) ‑R ‑0:all= abla­ge

Das Exif­Tool unter­stützt hier­bei übri­gens neben .jpg‑, .png- und .gif-Datei­en auch ver­schie­de­ne Office-Doku­men­te und Audio-/Vi­deo­for­ma­te, aus denen es mit dem Befehl auch die Copy­right­in­for­ma­tio­nen ent­fernt, wenn ihr die Anga­be 0: weg­lasst oder durch 1: ersetzt. Nach erfolg­ter Ver­ar­bei­tung soll­te das Exif­Tool eine Sta­tus­mel­dung aus­ge­ben, die etwa so aus­sieht:

12 direc­to­ries scan­ned
 3 image files updated
 2 image files unch­an­ged
 1 files weren’t updated due to errors

Even­tu­el­le „Feh­ler“ könnt ihr hier igno­rie­ren. Von allen geän­der­ten Datei­en legt das Exif­Tool vor der Ände­rung eine Kopie an, so dass ihr gege­be­nen­falls kei­nen Daten­ver­lust zu befürch­ten habt. Sind alle Datei­en unver­sehrt, könnt ihr die­se Sicher­heits­ko­pien gefahr­los löschen.

Ist alles zu eurer Zufrie­den­heit ver­lau­fen, so könnt ihr die berei­nig­ten Datei­en wie­der hoch­la­den:

cd abla­ge
..\ncftpput ‑R ‑u Benut­zer­na­me ‑p Pass­wort meinServer.de /archiv/bilder/ .

Fer­tig!
Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt alles wie­der löschen. Aber viel­leicht wollt ihr auch noch ein wenig damit spie­len?

In die­sem Fall: Viel Spaß!

Spaß mit Spam
An die elek­tro­ni­sche Adres­se des schö­nen Frem­den

Ah, mein Don­ner­vo­gel mel­de­te sich, ich bekam Post!
Sehen wir mal nach. So ein Betreff sagt ja schon viel aus. Er lau­tet:

hal­lo

Welch herz­li­che Begrü­ßung noch vor Beginn des Mail­tex­tes! Beflü­gelt von so viel Herz­lich­keit klicke ich freu­dig auf die Über­schrift. Zuerst fällt mir die Signa­tur auf, begin­ne also unten zu lesen:

——————————–
ruucsmm iimul­lyg cyltc ptxbja

Ist das die Adres­se oder ein schlau­es Zitat? Ich weiß es nicht. Viel­leicht steht es im Text?

Hal­lo wer­de ich der scho­ne Frem­de, uber unse­re Bekannt­schaft mich froh sein rufen Oks­a­na.

Lieb­ste Oks­a­na, ich der scho­ne Frem­de, wer­de froh sein uber unse­re Bekannt­schaft.

Ich suche die ein­zi­ge und eigen­ar­ti­ge Half­te.

Reicht ja auch für den Anfang. Wo ist mei­ne Schwei­ne­hälf­te, wo ist mei­ne Schwei­ne­hälf­te?, into­nier­ten auch bereits Ton Stei­ne Scher­ben vor Jahr­zehn­ten. Scheint eine drin­gen­de Fra­ge zu sein. Ob die „Scher­ben“ wohl inzwi­schen fün­dig gewor­den sind?

Ich suche nicht ein­fach den Mann ich ich suche den Freund, des gegen­w­ar­ti­gen Freun­des auf lebens­lang.

„Den Freund des Freun­des“, das erin­nert mich ein wenig an die ver­schäm­ten Leser­brie­fe an man­cher­lei Jugend­ma­ga­zin. „Der Freund eines Freun­des von mir hat da ein Pro­blem…“

Ich das war­me, zart­li­che, zar­te Mad­chen. Mir 27 Jah­re.

27 Jah­re Gefäng­nis wür­de ich sogar glau­ben, Spam­mer.

Es ist ein wenig uber mich: ich habe gern, die Gemut­lich­keit zu schaf­fen, mir gefal­le wenn zu Hau­se gut und ruhig, ich nach Ma?gabe (sic!) das ern­ste, ver­ant­wort­li­che, rich­ti­ge Mad­chen.

Ernst ist gut, das gleicht’s viel­leicht aus, dass ich zu lachen begin­ne, wann immer du, Oks­a­na, zu spre­chen anhebst.

… Betreffs der Ein­fach­heit kann ich sagen, dass ich geoff­net wie das Buch. Mich muss man nur lesen.

Tat­säch­lich, Oks­a­na, ich lese in dir wie in einem Buch, und doch bleibst du vol­ler Geheim­nis­se fur mich. Beflu­gelt sind die Gedan­ken!

Wenn es Ihnen inter­es­sant ist, uber mich jenes dann zu erken­nen schrei­ben Sie!

Nun, das tue ich gera­de. Soll ich die Adres­se zurück­mai­len?

Ich war­te mit der rie­si­gen Unge­duld auf die Ant­wort.
Auf die­se elek­tro­ni­sche Adres­se xxxxx at yahoo.de

Ist das ein Ja? Und wie­so soll die Ant­wort an eine selt­sa­me Adres­se bei yahoo.de, nicht jedoch an die Absen­der­adres­se bei aim.com gesen­det wer­den?

War­tet sehn­suchtig auf Ant­wort,
dein unle­ser­lich.

PolitikIn den Nachrichten
Links, Rechts und der Hagel im Saturn (zwei­mal Herr­je)

Die­se par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie ist schon was Fei­nes, hält sie uns doch eini­ge Herr­schafts­for­men vom Hals, auf die die Welt gut und weit­ge­hend gern ver­zich­ten kann. Gera­de des­halb ist es gut, dass unse­re Poli­ti­ker jeden Aspekt der Demo­kra­tie not­falls mit Klau­en und Zäh­nen ver­tei­di­gen, allen vor­an die sich von ihrer fana­tisch anti­de­mo­kra­ti­schen Ver­gan­gen­heit mehr­fach distan­ziert haben­de Lin­ke:

Eine Mehr­heit aus CDU, FDP und Tei­len der Grü­nen stimm­te für einen Antrag der NPD, wonach die Debat­te im Kreis­tag zur Kreis­volks­hoch­schu­le been­det wer­den soll­te – ein Tabu­bruch für ganz Bran­den­burg. Noch am Abend ver­lor das Kom­mu­nal­par­la­ment sein pro­mi­nen­te­stes Mit­glied: Ger­rit Gro­ße (Lin­ke), die Vize-Prä­si­den­tin des Bran­den­bur­ger Land­tags.

(Quel­le via)

Wo kämen wir denn hin, wenn jede poli­ti­sche Strö­mung im Rah­men der Demo­kra­tie zu Wort kom­men dürf­te? Es darf nicht sein, dass sich Par­tei­en in die­sem Land zum Erfül­lungs­ge­hil­fen der NPD machen; und wenn die NPD gutes Wet­ter for­dert, wird ein Gesetz gegen Son­nen­schein erlas­sen, um den Rech­ten mal zu zei­gen, wo der Ham­mer hängt. Herr­je.

Was genau soll mir eigent­lich Saturns nicht mehr all­zu neu­er Unter­ti­tel „stern­ha­gel­gün­stig“ sagen? Ich asso­zi­ie­re „stern­ha­gel­voll“, ergo sturz­be­sof­fen; und der nicht ganz tri­via­le Scha­den eines sol­chen Stern­ha­gels im Wort­sin­ne ist auch kei­ner, der mich zu einem Kauf bei ihm ein­lü­de. Noch­mals: Herr­je.