Gruselig: Man öffnet das Nachrichtenkonsumierprogramm seiner Wahl und liest seitenweise „Michael Jackson, Michael Jackson, vielleicht, ja, nein, doch, tot, Absicht, Versehen, gut, schlecht, erwartet, unerwartet“, und das in allen nur erdenklichen Facetten. Eine sachliche Berichterstattung ohne Werbeeinnahmen erzielende Klickstrecken mit den immer gleichen „exklusiven“ Bildern von Särgen und weinenden Anhängern hat, so weit ich sehe, bislang nur das Krankenhaus hinbekommen:
Jackson’s family requests that the media respect their privacy during this tragic period of time.
Schade, dass dieser Satz zwar von zahlreichen – auch deutschsprachigen – Medien erwähnt wird, allerdings zwischen all den Fotostrecken, virtuellen Kondolenzbüchern (ach du meine Güte!) und den anderen geschätzten zweiunddrölfzig Artikeln zu diesem Thema nicht weiter auffällt.
„Die Angehörigen baten die Medien öffentlich darum, ihre Privatsphäre zu respektieren. Exklusive Bilder/Videos von der weinenden Mutter/Schwester und/oder dem Abtransport des im Koma liegenden/sterbenden/toten Sängers gibt es übrigens hier: …“
Nur schwer zu schätzen, wie viel Energie für diese Meldung weltweit verbraten wurde. Dem Internet sei Dank erfahren wir heute alles sofort, schnell und exklusiv und mit vielen bunten Bildern garniert. Auf Kosten diverser Charaktereigenschaften, versteht sich.
(So herrlich dämlich die üblichen Fotostrecken auch sein mögen, sie bieten amüsante Momente. We rip Michael!)
„Scream“ ist ein sehr gutes Lied. Ehrlich jetzt.