LyrikPolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenPersönliches
Uner­wünsch­te Wer­be­kun­den (inkl. Ver­such einer Asso­zia­ti­ons­ket­te, lei­der fehlgeschlagen)

Das haben sie nun davon:
Da kauft Dyna­mo Dres­den bei einem exter­nen Dienst­leis­ter – daten­schutz­recht­lich ohne­hin ein recht heik­les The­ma – eine recht lan­ge Lis­te an Adres­sen, unter denen sie Geschäfts­kun­den wer­ben kön­nen, und dann ist unter die­sen Adres­sen aus­ge­rech­net auch ein NPD-naher Ver­lag. Eine gran­dio­se Fehl­leis­tung für einen Ver­ein, der sei­ne Mit­glie­der ver­trag­lich zum Links­sein verpflichtet:

[…] alle dama­li­gen Spie­ler muss­ten eine Lis­te unter­schrei­ben, in der sie sich gegen ‚rechts‘ positionieren.

Allein schon die Exis­tenz eines sol­chen Ver­tra­ges lässt mich, der grund­sätz­lich poli­ti­sche Ent­schei­dungs­frei­heit gut­heißt, schmun­zeln; und die NPD bekam den öffent­lich­keits­wirk­sa­men Skan­dal, den man offen­bar drin­gend ver­mei­den will, dies­mal frei Haus.


Aber ich rege mich schon wie­der auf. Über Poli­tik. Das ärgert mich selbst.
Bre­chen wir das The­ma also kur­zer­hand ab und asso­zi­ie­ren ange­sichts des Wet­ters ein­fach mal mun­ter drauflos:

„Wann wird’s mal wie­der rich­tig Som­mer?“ (Rudi Carrell)
„The fire in our throats will beck­on the thaw.“ (Peli­can)

Für dich bren­nen – dich wär­men – du lässt mich nicht kalt.
Für dich leben – mit dir leben – du bist Leben.
Dich lie­ben – du bist Liebe.
Lebens­wert – liebenswert.

(Zu mehr Lyrik hat’s dies­mal nicht gereicht. Viel­leicht nächs­te Woche. Nach den Prüfungen.
Der­weil kann sich der geneig­te Leser beim Nig­ge­mei­er über die tref­fen­de Kari­ka­tur des Jour­na­lis­mus‘ im Zei­chen des „Web 2.0“ amüsieren.
Bis dahin gilt wie­der ein­mal: Seufz!)

NetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
Medi­en­kri­tik XI: Ruhr­ba­ro­ne gegen die Piraten

Media­le Auf­merk­sam­keit hat der wegen Besit­zes von kin­der­por­no­gra­fi­schem Mate­ri­al unter Beschuss ste­hen­de Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Jörg Tauss durch sei­nen Wech­sel zur Pira­ten­par­tei erhal­ten; eine will­kom­me­ne Gele­gen­heit für man­cher­lei Per­so­nen, die Par­tei unter Gene­ral­ver­dacht zu stellen.

Und welch gro­ber Unfug dabei ent­ste­hen kann! Das eher kon­ser­va­ti­ve Web­log Ruhrbarone.de macht es jeden­falls genau falsch:

Wenn er ver­ur­teilt wird, habt Ihr Euch dem ers­te über­führ­ten Kin­der­schän­der im deut­schen Par­la­ment an den Hals geschmis­sen – nur um auch mal im Bun­des­tag zu sein.

Zu einem „über­führ­ten Kin­der­schän­der“ wird man mit Sicher­heit nicht dadurch, dass man der­ar­ti­ges Mate­ri­al besitzt. Wer Video­auf­nah­men von Krie­gen, auf denen Mor­de zu sehen sind, besitzt, ist ja auch noch lan­ge selbst kein Mörder.

Neben­bei bemerkt: Erst vor weni­gen Wochen wur­de Ursu­la von der Ley­en aus ähn­li­chen Grün­den ange­zeigt, den­noch schrieb am Fol­ge­tag mei­nes Wis­sens kei­ne Tages­zei­tung, die CDU habe „über­führ­te Kin­der­schän­der“ in ihren Rei­hen, und der Ruf nach Aus­schluss der Poli­ti­ke­rin aus der Par­tei wur­de auch nicht laut.

Fol­ge­rich­tig hieß es übri­gens damals:

„Kei­ne Anzei­chen für ein straf­ba­res Ver­hal­ten Frau von der Ley­ens“, sagt der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, Micha­el Grunwald.

Frau von der Ley­en führt kin­der­por­no­gra­fi­sches Mate­ri­al öffent­lich vor, um ihre Zie­le zu ver­deut­li­chen, und kommt straf­frei davon; Herr Tauss bringt (ver­mut­lich) ähn­li­ches Mate­ri­al in sei­nen Pri­vat­be­sitz, um sich ein eige­nes Bild von der Sach­la­ge zu machen, und wird all­ge­mein geschol­ten? Was für eine Dop­pel­mo­ral wird in den Medi­en eigent­lich vertreten?

Eine sach­li­che Bericht­erstat­tung hat immer­hin hei­se online hinbekommen:

Tauss hat­te zu den Vor­wür­fen wegen des Besit­zes von kin­der­por­no­gra­fi­schem Mate­ri­al erklärt, es sei die Pflicht eines Volks­ver­tre­ters, „sich eine eige­ne Mei­nung zu drin­gen­den gesell­schaft­li­chen Pro­ble­men zu bilden“.

Nur ein Gedan­ken­spiel: Wie vie­le Men­schen, die den Ter­mi­nus „Kin­der­por­no­gra­fie“ nur in Ver­bin­dung mit den Adjek­ti­ven „wider­lich“ oder „ekel­haft“ ken­nen und ver­wen­den, haben sich bis­lang eigent­lich selbst ein Bild davon gemacht? Ich mei­ner­seits wer­de mich hüten, über etwas zu urtei­len, bevor ich es bewer­ten kann. Ich bin kein Freund davon, frem­de Mei­nun­gen nachzuplappern.

Der Pira­ten­par­tei, der das Ver­fah­ren nun sicher­lich nicht anzu­las­ten ist, wur­den schon ganz ande­re Din­ge vor­ge­wor­fen; da freue ich mich schon bei­na­he auf die fol­gen­den Schlag­zei­len, in denen die Wäh­ler der Pira­ten­par­tei direkt für den Miss­brauch von Kin­dern ver­ant­wort­lich gemacht werden.
Über­ra­schend wäre sol­cher­lei keinesfalls.

PersönlichesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Die Jugend­kul­tur ist fix und foxi.

Noch immer dau­ert der Bil­dungs­streik an, bis­her war in den Nach­rich­ten von „ers­ten Zuge­ständ­nis­sen“ die Rede und davon, dass man das Bache­lor­sys­tem noch­mals „über­den­ken“ wer­de.
Das reicht nicht, ist aber schon ein gutes Zei­chen. Wei­ter so, Leute!

Scha­de übri­gens, apro­pos „Bil­dung“:
Das Fix-&-Foxi-Heft wird (vor­erst) ein­ge­stellt, und mit ihm sind meh­re­re Jahr­zehn­te deut­scher Jugend­kul­tur (eben­falls vor­erst) Geschich­te. War­um aber das oft geschol­te­ne Inter­net nicht an der sin­ken­den Nach­fra­ge für den Zei­ge­fin­ger all­zu häu­fig schwin­gen­de Jugend­ma­ga­zi­ne ist, steht unter ande­rem hier.

Auch Micky Maus im Papier­for­mat kann sich hier­zu­lan­de mei­nes Erach­tens nur noch des­halb behaup­ten, weil es außer den kur­zen comics mitt­ler­wei­le auch zahl­rei­che Zusatz­in­hal­te bekom­men hat, ange­fan­gen mit den immer glei­chen Agen­ten- und sons­ti­gen Spiel­zeug­bei­la­gen, mit denen es die Lücke, die „Yps mit Gim­mick“ hin­ter­las­sen hat­te, aus­zu­fül­len ver­sucht, bis zu den diver­sen Wit­zen und Strei­chen, mit denen man Freun­de, Ver­wand­te und Leh­rer „ärgern“ soll; Scha­den­freu­de ist bekannt­lich oft nicht die unan­ge­nehms­te Freude.

Indes – was hat die Jugend für Alter­na­ti­ven? Für Micky Maus ist sie irgend­wann zu alt, die eher an Jugend­li­che gerich­te­ten BRAVO- und ähn­li­chen Heft­chen sind auch nach weni­gen Jah­ren nicht mehr inter­es­sant. Umfra­gen der Art „Was lest ihr am liebs­ten?“ zei­gen, dass „gar nichts“ eine recht belieb­te Lek­tü­re ist; wenn­gleich nicht unbe­dingt eine anspruchsvolle.

Woher all die­se Mise­re? Wird man wäh­rend sei­ner Schul­zeit der­ma­ßen mit drö­ger Schul­li­te­ra­tur über­sät­tigt, dass jeg­li­ches poten­zi­el­les Inter­es­se an guter, absei­ti­ge­rer Lyrik und Pro­sa nach absol­vier­tem Abschluss nicht mehr besteht? Es wäre reich­lich schade.

PolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkramsPersönliches
Ope­ra Unite: Kin­der­kram für Sensationslüsterne

Zwi­schen­drin wie­der ein­mal ein kur­zer Bei­trag für unse­re Computerfreunde:
Mit einem wie üblich rie­si­gen Brim­bo­ri­um hat Ope­ra Soft­ware das neue Ope­ra Unite zum Tes­ten frei­ge­ge­ben, eine Art vir­tu­el­les sozia­les Netz auf dem eige­nen PC, das unter ande­rem den ein­fa­chen Aus­tausch von Datei­en ermöglicht.

Hier­zu wird ein mini­ma­ler Web­ser­ver auf dem eige­nen Rech­ner gestar­tet, der dann mit den gewünsch­ten Inhal­ten, zum Bei­spiel Bil­der­ga­le­rien, bestückt wer­den kann. Außer­dem kann man ande­ren Unite-Nut­zern Notiz­zet­tel hin­ter­las­sen, falls die­se abwe­send sind.

Nun bie­tet Ope­ra Unite trotz des Wir­bels, den man um es macht, nichts, was es nicht seit Jah­ren schon gäbe. Das platt­form­un­ab­hän­gi­ge Sock­so zum Bei­spiel dient als loka­ler Musik­ser­ver, Abwe­sen­heits­nach­rich­ten kann man über vie­le Mes­sen­ger-Pro­to­kol­le hin­ter­las­sen, und der Aus­tausch von belie­bi­gen Datei­en über einen Ser­ver ist mit lokal instal­lier­ba­ren FTP- und HTTP-Ser­vern inzwi­schen auch für Ein­stei­ger pro­blem­los durchführbar.

Ins­ge­samt bie­tet Ope­ra Unite also nichts, was die Nut­zung des Inter­nets revo­lu­tio­nie­ren wür­de. Im Gegen­teil, die Nut­zung eines loka­len Web­ser­vers für der­lei teils tri­via­le Zwe­cke ist eine Ver­schwen­dung von Com­pu­ter­leis­tung, mit­hin elek­tri­scher Ener­gie und damit Geld.


Pri­ma hin­ge­gen: In Deutsch­land wird für die Ver­bes­se­rung von Schul- und Stu­di­en­be­din­gun­gen gestreikt. Ein ehren­haf­tes Ziel, wenn auch man­che offen­bar über die Strän­ge schlagen:

Und als schließ­lich etwa acht­zig Pro­test­ler die Hör­sä­le stürm­ten und “Soli­da­ri­sie­ren, Mit­mar­schie­ren!” skan­dier­ten, wuss­te ich plötz­lich wie­der ganz genau, war­um mir das alles nicht gefällt: Ich mag ein­fach kein Gebrüll und kein Marschieren.

Es bleibt zu hof­fen, dass die­ser Streik zumin­dest Kom­pro­mis­se schlie­ßen lässt; ein funk­tio­nie­ren­des Bil­dungs­sys­tem ist die Grund­la­ge für einen funk­tio­nie­ren­den Staat. Aber die Strei­ken­den soll­ten es nicht ver­säu­men, wei­ter­hin fried­lich zu agie­ren. Schief gegan­gen ist es zuletzt vor etwas über 40 Jahren.

Toi, toi, toi!
Sozusagen.

PersönlichesMusikLyrik
Imper­ti­nenz. Ver­elen­dung. Lecke­re Him­bee­ren. Depression.

Wet­ter heu­te: Supi.
Stim­mung heu­te: Muss.

Der Mor­gen graut, ich bin schon wach.
Ich lieg im Bett und den­ke nach.
Mein Herz ist voll, doch jemand fehlt.
Ich hätt‘ dir gern noch so viel erzählt.

Trau­rig sein hat kei­nen Sinn.
Die Son­ne scheint auch weiterhin.
Das ist ja grad die Schweinerei,
die Son­ne scheint, als wäre nichts dabei…

Farin Urlaub – Sonne


(Eich­hörn­chen sind bis­wei­len durch­aus amü­san­te Tie­re; vor­hin lag eines auf der Stra­ße her­um und stell­te sich tot. Recht unan­ge­nehm für die Auto­mo­bil­fah­rer, die auf der­sel­ben Stra­ße, dadurch bedingt, nicht vor­wärts­ka­men. Nach einer Wei­le ist das Tier dann auf­ge­sprun­gen und den nächst­bes­ten Baum hin­auf­ge­rannt. Schon ein nied­li­cher Anblick.)

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: „Das Inter­net“ gibt es nicht

Auf SPIEGEL ONLINE gibt es einen neu­en Bei­trag zur Dis­kus­si­on um die „Gene­ra­ti­on C64“, die ger­de die Medi­en beherrscht:

„Das Inter­net ver­kommt zum Debat­tier­club“ (Bernd Graff, „Süd­deut­sche Zei­tung“), „Das Netz ist auch ein Medi­um, das in stei­gen­dem Maße Nicht- oder Fast­nicht­mehr­le­sen ermög­licht“ (Frank Schirr­ma­cher, „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung“), „Inter­net-Blogs zer­set­zen das infor­mier­te und unab­hän­gi­ge Urteil“ (Josef Schnel­le, „Ber­li­ner Zei­tung“). Bei Jens Jes­sen in der „Zeit“ wird das Inter­net sogar zur han­deln­den Per­son: „Das Inter­net, bevor es groß­mäu­lig von E‑Democracy redet, muss erst ein­mal eine angst­freie Gesell­schaft in sei­nen Räu­men erlauben.“

(…)

Kein Zwei­fel: Das Inter­net exis­tiert, und es wird auch nicht wie­der ver­schwin­den. „Das Inter­net“ aber, wie es Jes­sen, Soboc­zyn­ski, und all die ande­ren Autoren immer wie­der kri­ti­sie­ren und atta­ckie­ren, exis­tiert nicht. „Das Inter­net“ als ein mehr oder min­der homo­ge­nes Gebil­de näm­lich, in dem bestimm­te Regeln gel­ten (oder eben nicht), in dem bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen angeb­lich stän­dig zu beob­ach­ten sind, in dem sich angeb­lich eine bestimm­te Spe­zi­es Mensch tum­melt, der (fast) nichts hei­lig ist. Eine Spe­zi­es, die aber irgend­wie trotz­dem eine „Netz­be­we­gung“ mit „her­me­ti­schem Voka­bu­lar“ gebil­det haben soll, die ande­re aus­schlie­ßen will, wie Susan­ne Gasch­ke vor eini­gen Wochen in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung“ bemängelte.

Sehr rich­tig erkannt; das Inter­net besteht nicht nur aus Schlamm­gru­ben wie 4chan einer­seits und ver­schwo­re­nen Gemein­schaf­ten ande­rer­seits. Es ist ein mul­ti­kul­tu­rel­ler, vir­tu­el­ler Kos­mos, und es wird Zeit, dass die Leu­te das verstehen.


(Ver­such eines Apho­ris­mus: Mit einer schö­nen Erin­ne­rung ins Bett zu gehen und lächelnd auf­zu­wa­chen ist wie Son­nen­auf­gang für die Seele.)

NetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
An der Schwel­le eines Bür­ger­krie­ges: Die digi­ta­le Gene­ra­ti­on trifft auf Inkompetenz.

Es ist recht beun­ru­hi­gend, was die­ser Tage so vor sich geht. In einem medi­al rund­um­be­schall­ten Deutsch­land ist es für Poli­ti­ker offen­bar nicht mehr not­wen­dig, mit unlieb­sa­men Äuße­run­gen bis nach der nächs­ten Wahl zu warten:

„Natür­lich wer­den wir mit­tel- und län­ger­fris­tig auch über ande­re kri­mi­nel­le Vor­gän­ge reden“, äußer­te sich Wie­fel­spütz in Bezug auf Web­sei­ten mit ver­fas­sungs­feind­li­chen oder isla­mis­ti­schen Inhal­ten und füg­te hin­zu „Es kann doch nicht sein, dass es im Inter­net eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt“.

(heise.de)*

Dass man alles, was man nicht ver­steht, erst mal ver­bie­ten las­sen will, ist bedrü­ckend. Die Inkom­pe­tenz der p.d. Volks­ver­tre­ter wird von einem Volk getra­gen, das sich mit Brot und Spie­len besänf­ti­gen lässt; Haupt­sa­che, kei­ne Nazis, oder wie ist das zu verstehen?

Die Gene­ra­ti­on C64 ist längst kei­ne Nischen­kul­tur mehr, son­dern hat mit ihren Ideen unse­re Medi­en­land­schaft stark ver­än­dert. Das Inter­net ist längst kein Tum­mel­platz für ein paar Aka­de­mi­ker mehr, son­dern bestimmt vie­le Aspek­te des täg­li­chen Lebens. Dass nun aus­ge­rech­net die­je­ni­gen, die bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit ihre Unkennt­nis bezüg­lich der Digi­tal­tech­nik der letz­ten paar Jah­re zur Schau stel­len, sich anma­ßen, über der­art sen­si­ble The­men Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, ohne auf Ein­wän­de jener Per­so­nen, die seit Jah­ren ihr Brot mit die­sem Fach­ge­biet ver­die­nen, ein­zu­ge­hen, sie gar als kon­tra­pro­duk­tiv ein­zu­stu­fen, ist bizarr.

Mit all den geplan­ten Ter­ror- und sons­ti­gen Abwehr­ge­set­zen („[d]ie Sicher­heits­be­hör­den sol­len das Recht ein­ge­räumt bekom­men, jeden Brief, jedes Fax, jede E‑Mail, jeg­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ver­deckt zu über­wa­chen“, via fixmbr) fühlt man sich fast wie in den para­no­iden USA; wenn nicht gar wie in der Orwell­schen Dys­to­pie, vor deren Umset­zung nun seit Jah­ren ver­ge­bens gewarnt wird. Um so schlim­mer ist die Poli­tik­ver­dros­sen­heit der Deutschen.

Alles kom­men­tar­los über sich erge­hen zu las­sen ist sicher­lich auch eine Frei­heit, die die demo­kra­ti­schen Grund­sät­ze die­ses Staa­tes gewäh­ren. Aber es ist die fal­sche. Für die anste­hen­de Euro­pa­wahl bie­tet sich immer­hin eine ver­tret­ba­re Lösung an, deren Ein­zug ins Euro­pa­par­la­ment gesi­chert sein dürf­te. Aber dann? Und was, wenn nicht?

Um ein letz­tes Mal fixmbr zu zitieren:

Wir kämp­fen für die Frei­heit, die Unab­hän­gig­keit, die Sou­ve­rä­ni­tät und das Selbst­be­stim­mungs­recht jedes ein­zel­nen Bür­gers. Es geht nicht um die eine oder ande­re Mei­nung, nicht um Befind­lich­kei­ten oder um Ver­gan­ge­nes. Es geht schlicht und ergrei­fend um die Frage:

Was für eine Gesell­schaft wol­len wir unse­ren Kin­dern hinterlassen?

Es ist schlicht­weg zum Kotzen.

(War erst mal mein letz­ter poli­ti­scher Bei­trag. Versprochen.)


* Nach­trag: Inzwi­schen hat er die­ser Dar­stel­lung wider­spro­chen.

PersönlichesPolitik
Geht wäh­len!

Lie­be Leser,

in den letz­ten Tagen wur­de mir immer wie­der zuge­tra­gen, dass vie­le von euch zwar höchst unzu­frie­den mit den der­zei­ti­gen Macht­ha­bern sind, sich aber den­noch der Mög­lich­keit des Wäh­lens ver­wei­gern wol­len – selbst bei der Europawahl.

Nun fra­ge ich mich: War­um?
Jede nicht abge­ge­be­ne Stim­me ist eine Stim­me für die Fal­schen. Wer etwas an dem Macht­ver­hält­nis der Par­tei­en ändern will, soll­te sich nicht dar­auf ver­las­sen, dass ande­re dies tun.
Gera­de in die­sem Jahr, in dem mit der in Schwe­den bereits erfolg­rei­chen Pira­ten­par­tei auch eine Par­tei antritt, die den Schutz unse­rer Grund­rech­te als obers­tes Ziel betreibt, wäre es mehr als gewis­sen­los, der Uni­on oder der SPD noch­mals zu einem deut­li­chen Wahl­er­folg zu verhelfen.

Jede Stim­me für eine ande­re als die „eta­blier­ten Volks­par­tei­en“ ändert etwas. Jede ande­re Stim­me, auch jede nicht abge­ge­be­ne Stim­me ändert nichts. Wer mit der der­zei­ti­gen Lage nicht zufrie­den ist, soll­te sich hin­ter­her nicht bekla­gen, wenn er sei­nen Bei­trag zur Ände­rung die­ser Lage nicht leis­ten wollte.

Es ist eine höchst ärger­li­che Ein­stel­lung vie­ler Men­schen in die­sem Land vor­zu­fin­den; fast scheint es mir, dass die­je­ni­gen, die am lau­tes­ten die bestehen­den Macht­struk­tu­ren bekla­gen, iden­tisch mit jenen sind, die am eif­rigs­ten ihre Stim­me ver­wei­gern, nur um sich ange­sichts des Wahl­aus­gangs zu echauf­fie­ren und sich in ihrer Ver­wei­ge­rung bestä­tigt zu füh­len; „hät­te ja eh nichts gebracht“.

Hät­te es näm­lich schon. Denkt mal drü­ber nach.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik extern: Der Fall Kur­ras – eine Fuß­no­te der Geschichte

Bericht­erstat­tung zum The­ma „Ben­no Ohnes­org und die Fol­gen sei­ner Tötung“ geht auch ohne Hysterie:

Tut mir leid, aber der Fall Kur­ras inter­es­siert mich nicht. Ob die Geschich­te der Beh-Err-Deh anders ver­lau­fen wäre, wenn der Ohnes­org-Erschie­ßer bei­zei­ten als Sta­si-Hiwi ent­tarnt wor­den wäre? Womög­lich schon vor dem Schuss, 1965 näm­lich, als ihm der Ver­fas­sungs­schutz schon mal auf der Spur gewe­sen sein soll? Wäre, hät­te, könn­te. Wer sich immer noch an der­lei Hypo­the­sen abar­bei­tet, darf mei­nes herz­haf­ten Gäh­nens sicher sein.

Wich­ti­ger, fin­de ich, ist dies: schon lan­ge, bevor Kur­ras abge­drückt hat­te, muss­te man nicht bei einem Geheim­dienst gewe­sen sein, um zu wis­sen, dass so genann­te fort­schritt­li­che Krei­se des Wes­tens im gro­ßen Stil von der ille­ga­len KPD (die 1968 zur DKP umge­topft wur­de) und ihren diver­sen Tarn- und Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­wan­dert waren und dass dadurch poli­ti­sche Stim­mun­gen des Wes­tens in einem ganz erstaun­li­chem Aus­maß beein­flusst wur­den. Was sie, die fort­schritt­li­chen Krei­se, bis heu­te nicht wahr­ha­ben wollen…

Wei­ter­le­sen, zustim­men und abhaken.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2009 – Favo­ri­ten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 3 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Lie­be Leser,

das Jahr 2009 ist nun­mehr nicht mehr ganz neu, und so hat­ten wil­li­ge Musi­ker bereits viel Zeit, neue vor­treff­li­che und weni­ger vor­treff­li­che Klän­ge zu pro­du­zie­ren. Wie bereits vor unge­fähr einem Jahr und ein hal­bes Jahr spä­ter möch­te ich auch heu­te beson­ders beein­dru­cken­de Musikal­ben, die in die­sem Jahr ver­öf­fent­licht wur­den, bewer­ben und anschlie­ßend ein wenig auf die Musik­ge­schich­te der ver­gan­ge­nen 40 Jah­re eingehen.

Für jedes die­ser Alben kann ich eine kla­re Blind­kauf­emp­feh­lung an all jene aus­spre­chen, die sich von der kur­zen Rezen­si­on ange­spro­chen füh­len. Die Hör­pro­ben, die ich zu jedem Album mög­lichst adäquat zu lie­fern ver­su­che, sind nur für die­je­ni­gen geeig­net, die sich zu sol­chen Ent­schei­dun­gen nicht durch­rin­gen kön­nen; ihre vol­le Wir­kung ent­fal­ten aber fast alle Alben in die­sem Bei­trag nur im Kon­text des gesam­ten Tonträgers.

Als Beson­der­heit kom­men dies­mal auch die­je­ni­gen Alben ins Gespräch, die das Feuil­le­ton zwar für kau­fens­wert hält, mich per­sön­lich jedoch eher ent­täuscht haben. Dies soll als Anre­gung zur Kri­tik ver­stan­den wer­den; ich kann hier, wie so oft, nur nach mei­nem per­sön­li­chen Geschmack urtei­len, bin mir aber wohl bewusst, dass Geschmä­cker gera­de in Bezug auf Musik und ‑stil­rich­tun­gen stark dif­fe­rie­ren. Soll­te also jemand sich von einem hier beschrie­be­nen Album ein völ­lig ande­res Bild gemacht haben, nur her damit! Der Mei­nungs­viel­falt kommt es alle­mal zugute.

Nun jedoch wün­sche ich allen Inter­es­sier­ten erst ein­mal viel Spaß auf der ers­ten Rei­se durch das Musik­uni­ver­sum 2009:

‘Musik 06/2009 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ weiterlesen »

PolitikIn den NachrichtenWirtschaft
Schul­den­ver­bot ins Grund­ge­setz? Wie das?

Kur­zer Spaß für zwischendurch:

Im Grund­ge­setz soll eine Bestim­mung auf­ge­nom­men wer­den, die neue Schul­den des Bun­des [ab 2011] zukünf­tig ver­bie­tet, sag­te der haus­halts­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on am Diens­tag zum Auf­takt der vier­tä­gi­gen Haus­halts­be­ra­tun­gen des Bundestages.

(via CDUCSU.de [natür­lich])

Neue Schul­den sol­len „ver­bo­ten“ wer­den – so weit respek­ta­bel. Hoch genug sind sie wahr­lich schon jetzt.

Dass vom Schul­denabbau kei­ne Rede ist, sei hier ein­mal bei­sei­te gescho­ben; allein: Wie soll das Ziel erreicht wer­den? Durch weni­ger Aus­ga­ben wohl kaum – sonst wäre dies längst pas­siert. Wahr­schein­li­cher sind Steuererhöhungen.
Zum Woh­le der Wirt­schaft. Wir ken­nen das ja.

Wol­len wir hof­fen, dass es nicht so weit kommt. Die Chan­ce, die CDU/CSU abzu­wäh­len, ist ja nicht mehr all­zu fern; wenn­gleich zu bezwei­feln ist, dass die Wahl­um­fra­gen reprä­sen­ta­tiv sind (dem­nach hät­ten die Lin­ke und die Pira­ten­par­tei schon längst meh­re­re abso­lu­te Mehr­hei­ten! – was sicher auch eine amü­san­te Koali­ti­on ergäbe).

Auf jeden Fall gilt ver­mut­lich auch 2010 noch:
Den meis­ten Murks fabri­zie­ren meist die, die gera­de „die da oben“ sind.

LyrikSonstiges
Im Geden­ken an Edgar Allan Poe (1809 – 1849)

Mit­ter­nacht umgab mich schau­rig, als ich ein­sam, trüb und traurig,
Sin­nend saß und las von man­cher längstverklung’nen Mähr’ und Lehr’ –
Als ich schon mit mat­ten Bli­cken im Begriff, in Schlaf zu nicken,
Hör­te plötz­lich ich ein Ticken an die Zim­mert­hü­re her;
„Ein Besuch wohl noch,“ so dacht’ ich, „den der Zufall füh­ret her –
Ein Besuch und sonst Nichts mehr.“

Wohl hab’ ich’s im Sinn behal­ten, im Dezem­ber war’s, im kalten,
Und gespens­ti­ge Gestal­ten warf des Feu­ers Schein umher.
Sehn­lich wünscht’ ich mir den Mor­gen, kei­ne Lind’rung war zu borgen
Aus den Büchern für die Sor­gen – für die Sor­gen tief und schwer
Um die Sel’ge, die Len­o­ren nennt der Engel hei­lig Heer –
Hier, ach, nennt sie Nie­mand mehr!

Jedes Rau­schen der Gar­di­nen, die mir wie Gespens­ter schienen,
Füll­te nun mein Herz mit Schre­cken – Schre­cken nie gefühlt vorher;
Wie es beb­te, wie es zag­te, bis ich end­lich wie­der sagte:
„Ein Besuch wohl, der es wag­te, in der Nacht zu kom­men her –
Ein Besuch, der spät es wag­te, in der Nacht zu kom­men her;
Dies allein und sonst Nichts mehr.“

Und ermannt nach die­sen Wor­ten öff­ne­te ich stracks die Pforten:
„Dame oder Herr,“ so sprach ich, „bit­te um Ver­zei­hung sehr!
Doch ich war mit mat­ten Bli­cken im Begriff, in Schlaf zu nicken,
Und so leis scholl Euer Ticken an die Zim­mert­hü­re her,
Daß ich kaum es recht ver­nom­men; doch nun seid will­kom­men sehr!“ –
Dun­kel da und sonst Nichts mehr.

Düs­ter in das Dun­kel schau­end stand ich lan­ge starr und grauend,
Träu­me träu­mend, die hie­nie­den nie ein Mensch geträumt vorher;
Zwei­fel schwarz den Sinn bethör­te, Nichts die Stil­le drau­ßen störte,
Nur das eine Wort man hör­te, nur „Len­ore?“ klang es her;
Sel­ber haucht’ ich’s, und „Len­ore!“ trug das Echo trau­ernd her –
Ein­zig dies und sonst Nichts mehr.

Als ich nun mit tie­fem Ban­gen wie­der in’s Gemach gegangen,
Hört’ ich bald ein neu­es Pochen, etwas lau­ter als vorher.
„Sicher,“ sprach ich da mit Beben, „an das Fens­ter pocht’ es eben,
Nun wohl­an, so laß mich stre­ben, daß ich mir das Ding erklär’ –
Still, mein Herz, daß ich mit Ruhe dies Geheim­niß mir erklär’
Wohl der Wind und sonst Nichts mehr.“

Riß das Fens­ter auf jet­zun­der, und her­ein stol­zirt’ – o Wunder!
Ein gewalt’ger, hoch­be­jahr­ter Rabe schwir­rend zu mir her;
Flog mit mächt’gen Flü­gel­strei­chen, ohne Gruß und Dankeszeichen,
Stolz und statt­lich son­der Glei­chen, nach der Thü­re hoch und hehr –
Flog nach einer Pal­las­büs­te ob der Thü­re hoch und hehr –
Setz­te sich und sonst Nichts mehr.

Und trotz mei­ner Trau­er brach­te er dahin mich, daß ich lachte,
So gesetzt und gra­vi­tä­tisch herrscht’ auf mei­ner Büs­te er.
„Ob auch alt und nah dem Gra­be,“ sprach ich, „bist kein fei­ger Knabe,
Grim­mer, glattgeschor’ner Rabe, der Du kamst vom Schattenheer –
Sprich, welch’ stol­zen Namen führst Du in der Nacht pluton’schem Heer?“
Sprach der Rabe: „Nim­mer­mehr.“

Ganz erstaunt war ich, zu hören dies Geschöpf mich so belehren,
Schien auch wenig Sinn zu lie­gen in dem Wort bedeutungsleer;
Denn wohl Kei­ner könn­te sagen, daß ihm je in sei­nen Tagen
Son­der Zier und son­der Zügen so ein Thi­er erschie­nen wär’,
Das auf sei­ner Mar­mor­büs­te ob der Thür geses­sen wär’
Mit dem Namen „Nim­mer­mehr.“

Die­ses Wort nur sprach der Rabe dumpf und hohl, wie aus dem Grabe,
Als ob sei­ne gan­ze See­le in dem einen Wor­te wär’.
Wei­ter Nichts ward dann gespro­chen, nur mein Herz noch hört’ ich pochen,
Bis das Schwei­gen ich gebro­chen: „And­re Freun­de floh’n seither –
Mor­gen wird auch er mich flie­hen, wie die Hoff­nung floh seither.“
Sprach der Rabe: „Nim­mer­mehr!“

Immer höher stieg mein Stau­nen bei des Raben dunk­lem Raunen,
Doch ich dach­te: „Ohne Zwei­fel weiß er dies und sonst Nichts mehr;
Hat’s von sei­nem armen Meis­ter, dem des Unglücks finst­re Geister
Droh­ten dreist und droh­ten dreis­ter, bis er trüb und trauerschwer –
Bis ihm schwand der Hoff­nung Schim­mer, und er fort­an seufz­te schwer:
‚O nim­mer – nimmermehr!‘“

Trotz der Trau­er wie­der brach­te er dahin mich, daß ich lachte;
Einen Arm­stuhl end­lich roll­te ich zu Thür und Vogel her.
In den sammt’nen Kis­sen lie­gend, in die Hand die Wan­ge schmiegend,
Sann ich, hin und her mich wie­gend, was des Wor­tes Deu­tung wär’ –
Was der grim­me, finst’re Vogel aus dem nächt’gen Schattenheer
Wollt’ mit sei­nem „Nim­mer­mehr.“

Die­ses saß ich still ermes­send, doch des Vogels nicht vergessend,
Des­sen Feu­er­au­gen jet­zo mir das Herz beklemm­ten sehr;
Und mit schmerz­li­chen Gefüh­len ließ mein Haupt ich lan­ge wühlen
In den veilchenfarb’nen Pfüh­len, über­strahlt vom Lich­te hehr –
Ach, in die­sen sammt­nen Pfüh­len, über­strahlt vom Lich­te hehr –
Ruhet sie jetzt nimmermehr!

Und ich wähn­te, durch die Lüf­te wall­ten süße Weihrauchdüfte,
Aus­ge­streut durch unsicht­ba­re Seraphs­hän­de um mich her.
„Lethe,“ rief ich, „süße Spen­de schickt Dir Gott durch Engelshände,
Daß sich von Len­o­ren wen­de Dei­ne Trau­er tief und schwer!
Nimm, o nimm die süße Spen­de und ver­giß der Trau­er schwer!“
Sprach der Rabe: „Nim­mer­mehr!“

„Gram­pro­phet!“ rief ich voll Zwei­fel, „ob Du Vogel oder Teufel!
Ob die Höl­le Dich mir sand­te, ob der Sturm Dich weh­te her!
Du, der von des Orkus Stran­de – Du, der von dem Schreckenlande
Sich zu mir, dem Trü­ben, wand­te – kün­de mir mein heiß Begehr:
Find’ ich Bal­sam noch in Gilead! ist noch Trost im Gnadenmeer?“
Sprach der Rabe: „Nim­mer­mehr!“

„Gram­pro­phet!“ rief ich voll Zwei­fel, „ob Du Vogel oder Teufel!
Bei dem ew’gen Him­mel dro­ben, bei dem Gott, den ich verehr’ –
Kün­de mir, ob ich Len­o­ren, die hie­nie­den ich verloren,
Wie­der find’ an Edens Tho­ren – sie, die throhnt im Engelsheer –
Jene Sel’ge, die Len­o­ren nennt der Engel hei­lig Heer!“
Sprach der Rabe: „Nim­mer­mehr!“

„Sei dies Wort das Tren­nungs­zei­chen! Vogel, Dämon, Du mußt weichen!
Fleuch zurück zum Stur­mes­grau­en, oder zum pluton’schen Heer!
Kei­ne Feder laß zurücke mir als Zei­chen Dei­ner Tücke;
Laß allein mich dem Geschi­cke – wage nie Dich wie­der her!
Fort und laß mein Herz in Frie­den, das gepei­nigt Du so sehr!“
Sprach der Rabe: „Nim­mer­mehr!“

Und der Rabe wei­chet nim­mer – sitzt noch immer, sitzt noch immer
Auf der blas­sen Pal­las­büs­te ob der Thü­re hoch und hehr;
Sitzt mit geis­ter­haf­tem Mun­keln, sei­ne Feu­er­au­gen funkeln
Gar dämo­nisch aus dem dun­keln, düs­tern Schat­ten um ihn her;
Und mein Geist wird aus dem Schat­ten, den er brei­tet um mich her,
Sich erhe­ben – nimmermehr!

Carl Theo­dor Eben, 1869

In den NachrichtenMusik
Erhei­tern­des am Sonntag

Ohne Wor­te:

Rabia­ter Ein­satz: Gewalt­sam hat ein Mann in Chi­na die Ver­kehrs­blo­cka­de durch einen Lebens­mü­den been­det – er schubs­te den Mann von einer Brü­cke. Sei­ne Begrün­dung: Der poten­ti­el­le Selbst­mör­der habe ego­is­tisch gehandelt.

SPON


Mit weni­gen Worten:

war­um darf kem­per­traut­mann frem­de mar­ken­rech­te umdeu­ten, nut­zen und samplen, ein stu­dent in sei­ner abschluss­ar­beit aber nicht?

wirres.net I

Es scheint in letz­ter Zeit recht beliebt zu sein, das WWW nach abmahn­fä­hi­gen Inhal­ten zu durch­fors­ten, und sei’s nur aus Pro­fit­grün­den. Dass ein Stu­dent die „Du bist Deutschland“-Kampagne nicht unge­fragt ver­wurs­ten, ein gro­ßes pro­fit­ori­en­tier­tes Unter­neh­men jedoch das „John­ny Walker“-Markenzeichen zu Wer­be­zwe­cken in einen ande­ren Kon­text stel­len darf, ist erstaunlich.

Aber die­ses eine Mal hat es dann ja doch noch funk­tio­niert mit der Kommunikation:

alex­an­der leh­mann und micha­el traut­mann haben sich tele­fo­nisch und güt­lich geeinigt

wirres.net II


In zwei Sätzen:

Seit heu­te ist das aktu­el­le Green-Day-Album „21st Cen­tu­ry Break­down“ im Sound­check. Um zahl­rei­chen Zuspruch wird gebeten.
Nach­trag: Inzwi­schen ist auch Maxï­mo Parks „Qui­cken the Heart“ fer­tig rezensiert.

21st Cen­tu­ry Breakdown
Qui­cken the Heart